Archive for März 24th, 2019

Bundestag übergeht zugewanderte Roma

März 24th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

"Antiziganismus bekämpfen" (Foto: zusammenhandeln.blogsport.eu)Beratung des Deutschen Bundestags über die An­träge zum Kampf gegen Anti­ziga­nis­mus: Ini­tia­toren des „Bünd­nis­ses für Soli­dari­tät mit den Sinti und Roma Euro­pas“ zei­gen sich ent­täuscht

Stellungnahme vom 22.3.2019: Anlässlich der Be­ra­tung des Deut­schen Bundes­tags über die An­träge zum Kampf gegen Anti­ziga­nis­mus (mehr hier) be­grü­ßen Uwe Neumärker (Di­rek­tor der Stiftung Denk­mal für die er­mor­de­ten Juden Euro­pas) und Hamze Bytyci (Vor­stands­vor­sit­zen­der des Roma­Trial e.V.), dass sich der Deut­sche Bundes­tag die­ses wich­ti­gen The­mas an­nimmt. Sie äu­ßern aller­dings Un­ver­ständ­nis darü­ber, dass zu­ge­wan­der­te Roma im Be­schluss­text keine Be­ach­tung fin­den. Uwe Neu­mär­ker er­klärt: »Anti­ziganis­mus rich­tet sich ge­gen alle Men­schen, die als Roma oder Sinti wahr­ge­nom­men wer­den. Dass der Deut­sche Bundes­tag vor­ran­gig die An­gehö­ri­gen der als natio­nale Minder­heit an­erkann­ten deut­schen Sinti und Roma als schutz­wür­dig be­nennt, be­dauvere ich.«

Natürlich ist die Sensibilisierung für die Hetero­genität unter den Sinti und Roma wich­tig. Doch anti­ziganis­tisch mo­ti­vier­te Haltun­gen und Hand­lun­gen vom vagen Vor­urteil über Aus­gren­zung und Be­nach­teili­gung bis hin zu of­fener Gewalt sind sie glei­cher­ma­ßen aus­ge­setzt.

Hamze Bytyci führt weiter aus: »Die Dauer der An­wesen­heit der Vorfah­ren eines von Anti­ziganis­mus be­trof­fe­nen Men­schen darf bei der Zu­rück­wei­sung die­ser Art des Rassismus kei­ne Rolle spie­len. Read the rest of this entry »

Antiziganismus-Resolution des Bundestags

März 24th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland bekennt sich zum Schutz der Sinti und Roma: Plenarsitzung im Bundestag (Foto: Bndestag)Historische Debatte „Antiziganismus bekämpfen“ im Deut­schen Bundes­tag (Video): Exper­ten­kom­mis­sion Anti­ziga­nis­mus wird kon­sti­tu­iert, Bun­des­tag be­schließt Reso­lu­tion gegen Anti­ziga­nis­museine par­tei­po­li­ti­sche Gro­tes­ke der CDU/CSU ver­ei­tel­t ge­mein­sa­men Antrag al­ler Frak­tio­nen au­ßer der AfD.

Zentralrat, 23.3.2019: Vor der kommenden Konsti­tuie­rung der Unab­hän­gi­gen Exper­ten­kommis­sion Anti­ziganis­mus am 27. März 2019 im Bundes­minis­te­rium des Innern be­fasste sich der Deut­sche Bun­destag in seiner De­batte am 22. März mit dem zu­neh­mend mas­siven Anti­ziganis­mus in Deutschland und in Eu­ro­pa. Stu­dien des Bundes oder wie zu­letzt Um­fragen der Uni­ver­sität Leipzig (wir be­rich­te­ten) zei­gen, dass die Ab­lehnung von Sinti und Roma in der Bevöl­ke­rung extrem hoch ist. Hier sei es Auf­gabe ins­be­son­dere der Politik, für den not­wen­di­gen Zusam­men­halt in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft ge­rade auch durch den Schutz von Min­der­hei­ten zu sor­gen, er­klär­te Romani Rose vor der De­batte.

In einer ersten Reaktion bezeichnete der Vorsit­zende des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Ro­mani Rose, die Tat­sache, dass sich der Deut­sche Bundestag end­lich mit dem Thema Anti­ziganis­mus be­fasst, als wich­ti­gen Schritt für die Minder­heit und eben­so für die demo­krati­sche Ver­fasst­heit unse­rer Gesell­schaft: „Es gibt in Deutsch­land und in Eu­ro­pa einen zu­neh­mend gewalt­berei­ten Anti­ziganis­mus, der sich vorder­grün­dig gegen die Minder­heit richtet, der aber im Kern auf unsere demo­krati­schen Werte zielt.  Es wäre wün­schens­wert ge­we­sen, wenn es einen gemein­sa­men Ent­schlie­ßungs­antrag aller demo­krati­schen Parteien im Deut­schen Bundes­tag ge­geben hätte, der die Ver­pflich­tung des Deut­schen Bundes­tages zum Schutz und zur För­de­rung der Minder­heit der Sinti und Roma klar zum Aus­druck ge­bracht hätte“, so Rose. Die Be­kämp­fung des Anti­ziganis­mus sei zu wich­tig, als dass partei­politi­schen Über­legun­gen die Ent­schlie­ßun­gen des Bundes­tages ab­schwä­chen dürf­ten, so Rose.

Alle Redner der demokratischen Parteien waren sich einig darin, dass die Be­kämp­fung des Anti­ziganis­mus eine Ver­pflich­tung des Deut­schen Bundes­tages sein müsse. Fünf Frak­tio­nen, alle außer der AfD, hat­ten im Vor­feld an dem Ent­schlie­ßungs­antrag „Anti­ziganis­mus be­kämp­fen“ mit­ge­wirkt. Redner aller demo­krati­schen Frak­tio­nen be­dauer­ten, dass ob­wohl es keine inhalt­lichen Dif­feren­zen gab, es den­noch zu kei­nem ge­mein­sa­men Antrag kam.

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