Archive for Oktober, 2016
Oktober 31st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken
Hollande übernimmt Verantwortung für Roma-Verfolgung 1940–1946 (sic!)
Anlässlich einer Gedenkfeier im ehemaligen „Zigeuner“-Internierungslager in Montreuil-Bellay in der Nähe von Saumur (Maine-et-Loire, Westfrankreich) hat Staatspräsident François Hollande erstmals die Mitschuld Frankreichs an der Verfolgung Tausender Roma und Sinti während des Zweiten Weltkriegs anerkannt. Die französische Republik erinnere sich eines Dramas, das allzu lange verdrängt und vergessen worden sei, sagte Hollande in seiner Ansprache. Tausende von Männern, Frauen und Kindern seien verhaftet und in Lagern interniert worden, nur weil sie dem „fahrenden Volk“ angehörten, erklärte Hollande. Der Festakt fand im Gedenken an die Befreiung der letzten „Zigeuner“-Häftlinge vor 70 Jahren statt. Die Deutsche Welle über die historischen Hintergründe:
In Montreuil-Bellay (…) befand sich das landesweit größte Internierungslager. Insgesamt wurden in Frankreich 31 Lager für Roma eingerichtet, in denen von 1940 bis 1946 zwischen 6.000 und 6.500 Menschen untergebracht waren. Schon 1912 war die neue Bevölkerungskategorie „Nomaden“ eingeführt worden, die sich ausschließlich auf „Tsiganes“, also sogenannte „Zigeuner“, bezog. Die Internierungen ab 1940 fanden sowohl in der von Deutschen besetzten Zone als auch in der unbesetzten Zone statt. Viele Roma mussten Zwangsarbeit leisten. In den Lagern litten viele Insassen unter Hunger und Krankheiten. Die letzten von ihnen wurden im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deutschen Besatzung.
(dROMa)
Oktober 29th, 2016 |
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Facts & Figures
In Ungarn erscheinen elf subventionierte Wochenzeitungen in Minderheitensprachen; fünf davon sind Roma-Medien.
(Quelle)
Oktober 26th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Enthüllung der Gedenktafel in Erinnerung an die ermordeten Holzschläger Roma
Fr., 28.10.2016, 18:00 Uhr: Evang. Kirche / Friedhof, Unterkohlstätten, Holzschlag
Andacht mit Pfarrer Dr. Gerhard Harkam und Pfarrer Sebastian Edakarottu in der evangelischen Kirche Holzschlag
1937 hatte Holzschlag (Bezirk Oberwart, Burgenland) mit 661 Personen die höchste Einwohnerzahl, 310 Personen waren davon als Roma registriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zahl der Bevölkerung durch die Deportation der Roma auf 341 gesunken. Nur 28 von den 310 zuvor in Holzschlag lebenden Roma kehrten ins Dorf zurück. Die Deportation der Holzschläger Roma, die alle registriert waren, erfolgte in zumindest drei Phasen. Zuerst wurden 1939 arbeitsfähige Männer abgeholt. In der Nacht zum 31. Oktober 1941 kam die SS/SA ein zweites Mal und holte alle Roma aus ihren Häusern. Im April 1943 wurden dann die letzten verbliebenen Roma deportiert.
(Text: VHS Roma)
Einer der wenigen Roma, die die NS-Verfolgung überlebten und nach der Befreiung nach Holzschlag zurückkehrten, war Anton Papai. Roma-Service hat ihn für die Zeitzeugenedition Mri historija interviewt: „Draußen im Dorf …“ (Mri historija, Sonderreihe dROMa, 5/15)
Oktober 25th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken
Fünf Jahre nach der Verlegung von acht Stolpersteinen mitten auf einer Straßenkreuzung in Weyer (Oberösterreich) ist es gelungen, diesen kleinen Gedenkort der Erinnerungsstätte Lager Weyer würdiger zu platzieren. Die Sanierung der Straße gab Gelegenheit, die symbolischen Gedenksteine auf einem neu gestalteten Streifen zwischen der Straße und dem ehemaligen Terrorgelände des „Zigeuneranhaltelagers St. Pantaleon-Weyer“ zu situieren.
Die in den Boden eingelassenen Steine erinnern an die Kinder, die im Lager den Tod fanden, sowie an die Säuglinge, die im Lager geboren und nach der Deportation im besetzten Polen ermordet wurden. Die Gedenksteine „sind ausschließlich Kleinkindern gewidmet, die im NS-Lager für Roma und Sinti in Weyer geboren wurden. Sie starben dort oder nach der Auflösung des Lagers in Polen“, sagte der Autor Ludwig Laher, Obmann des Vereins Erinnerungsstätte Lager Weyer im Innviertel, in seiner Ansprache bei der Gedenkfeier am 15. Oktober. Der Journalist Martin Kranzl-Greinecker erinnerte anschließend an die weitgehend vergessene Opfergruppe der Kinder von Zwangsarbeiterinnen. Etwa 200.000 Kinder wurden von Zwangsarbeiterinnen geboren. Sie wurden ihren Müttern weggenommen und in spezielle Heime gesteckt; an die 300 solcher Anstalten gab es im Deutschen Reich. Viele der Kinder kamen in den Heimen ums Leben.
In dem nationalsozialistischen „Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer“ waren von Jänner bis November 1941 mehrere Hundert Sinti und Roma interniert. Nach der Auflösung des Lagers wurden die rund 300 überlebenden Häftlinge über Lackenbach nach Łódź (Ghetto Litzmannstadt) deportiert. Sie alle wurden ermordet.
(dROMa)
Oktober 24th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Rassistische Proteste gegen Roma in der polnischen Provinz
Gemeinden in der Woiwodschaft Kleinpolen versuchen Roma umzusiedeln oder wollen deren Zuzug verhindern. Bürgermeister sehen in Roma eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Einwohner/innen protestieren und sammeln Unterschriften gegen Roma. Der derzeit allgemein stark anwachsende Rassismus in Polen trifft auch gerade die dort lebende Roma-Minderheit.
EcoleUsti: Schon seit längerem sind Roma in Limanowa, einer polnischen Kleinstadt nahe der slowakischen Grenze, Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Ende vergangenen Jahres fanden sich rassistische Schmierereien an den Wänden von Häusern, die von Roma bewohnt werden. Darunter die Formulierungen: „Macht euch für die Vernichtung bereit“, „Raus aus Polen, ihr Lumpen“, „Polen den Polen“, „Tod den Feinden des Vaterlandes“ sowie weitere sehr explizite Vulgarismen. Scheiben und Scheinwerfer von Autos, die Roma gehören, wurden eingeschlagen. Auch ein Wahlplakat der rechtsextremen Korwin-Partei mit der Parole „Nein zu einem islamischen Viertel in unserer Stadt“ fand sich wohl nicht zufällig in dem von Roma bewohnten Areal. Der ohnehin grassierende Hass auf Flüchtlinge und Muslim/innen scheint direkt auf die Roma übertragen zu werden.
Die Roma in Limanowa leben teilweise in miserablen Verhältnissen, auf engstem Raum ohne Heizung in durchfeuchteten, teils abrisswürdigen Häusern. Stadt und Gemeinde dienen diese Zustände nun als Anlass, um die Roma auszusiedeln. Seit bald einem Jahr wird versucht, mehrere Familien in anderen Gemeinden unterzubringen, da dort angeblich günstigere und geeignetere Immobilien vorzufinden seien. Limanowa nutzt dafür Gelder aus einem Regierungsprogramm zur Integration von Roma.
Die Roma selbst wollen den Ort eigentlich nicht verlassen. Trotz der problematischen Wohnsituation, den Feindseligkeiten und Angriffen fühlen sie sich in Limavnowa zuhause, haben hier ihr bekanntes Umfeld. Außerdem wissen sie, dass sie in anderen Gemeinden ebenfalls unerwünscht sind. Mitglieder der Roma-Community behaupten nun, dass sie von den städtischen Behörden unter Druck gesetzt wurden, einem Auszug zuzustimmen. Man drohe mit Abriss. Strom und Wasser werden bereits abgedreht. Der Bürgermeister verweigert den Roma das Recht auf kommunale Dienstleistungen wie den Abtransport von Müll, was zu einer Ansammlung von Abfallbergen vor deren Wohnhaus führt.
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Oktober 23rd, 2016 |
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Jugend & Bildung
Castilla-León ojs erschti espanitiki regijona i kultura taj historija le espanitike Romendar (Gitanos) ando sikadipeskero plan ande lela. Imar jeke tschatschipeskere ardipeha ande oja regijona ando feberi jek butjakeri grupn le arbutschalinipeha sikadipeskere materijalendar ar kerdo ulo. Use hi – pasche o 14 sikadipeskere ekspertscha – te schov Gitano-organisacijontscha. „Sar odoj schaj ol, hot o tschave i historija la Espanijatar siklon, kaj oni i flogoskeri grupn le Gitanosendar jefkar angle perel? Pal 500 berscha le khetan dschivipestar meg mindig lenca oda kerdo ol, hot on sar avre themeskere te ovnahi“, phenel o Fernando Rey, schero le ischkolakere birovtschagostar andar Castilla taj León taj aguno angle tertschardo dscheno andar Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Dschiakan meg nischta ando sikadipeskero plan terdschol“, phenel o Diego Fernández, direkteri andar o Instituto de Cultura Gitana la El Paísake: Akan imar cajt hi, kaj i historija taj kultura le Gitanosendar „ando ischkoli te dikel taj te schunel hi, kaj o tschave o esbelipe te uschtiden, hot lengeri kultura ando ischkoli jek than hi, taj o avre ischkolaschtscha len feder te hajon“.
(dROMa)
Oktober 21st, 2016 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Raffaela Gmeiner (2015): Essentialistische Gegenöffentlichkeit der Roma in Österreich. Minderheitenmedien als Strategie zur Ausbalancierung antiziganistischer Medienberichterstattungen seitens bürgerlicher Medien
Magisterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozialwissenschaften), 144 S.
→Download der UB Wien (pdf)
Abstract: (…) Vor allem Volksgruppenangehörige der Roma werden von der „bürgerlichen“ Öffentlichkeit oft ausgeschlossen und von den Massenmedien meist stereotypisiert repräsentiert. Um dem antiziganistischen Diskurs in den Medien entgegenzuwirken, muss es zur Etablierung einer Gegenöffentlichkeit der Roma kommen: Minderheitenmedien und Gegenberichterstattungen in Mainstreammedien können zur medialen Ausbalancierung beitragen. Die vorliegende Arbeit verknüpft aktuelle Öffentlichkeitstheorien mit dem Problem des medial verbreiteten Antiziganismus und fokussiert auf das Potential alternativer Medien. (…) Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive haben Medien wichtige soziale Funktionen und sollen zur interkulturellen medialen Integration beitragen. Im Falle der Roma wirken Medien jedoch eher desintegrativ, es kommt zur Konstruktion problematischer Fremdbilder, die aus medienethischer Perspektive höchst diskussionsbedürftig erscheinen. Die Arbeit geht der Frage nach, wie antiziganistische Medienberichterstattung ausbalanciert werden kann und welche gegenöffentlichen Strategien dabei Anwendung finden. Dabei wird das Verhältnis zwischen Minderheiten- und Massenmedien untersucht. Die empirische Studie geht induktiv vor und erforscht idiographisch am „Fall Maria“, wie Mehrheits- und Minderheitenmedien das Ereignis darstellten. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse wurden Zeitungsberichte in einem Zeitraum von drei Monaten untersucht. Im Fall Maria kam es zur Veröffentlichung falscher Informationen und zur Konstruktion prekärer Diskursfragmente. (…) Die große Anzahl negativer Zeitungsberichte konnte von den Romamagazinen nicht ausbalanciert werden. Jedoch kam es innerhalb der Mainstreammedien zu gegenöffentlichen Meinungsäußerungen: V.a. nichtredaktionelle Beiträge, wie etwa Kommentare, Kolumnen und ein Leserbrief kritisierten die antiziganistischen Darstellungsweisen. (…) Die Stärkung einer essentialistischen Gegenöffentlichkeit der Roma in Österreich erweist sich in Anbetracht der Studie als dringlich.
Die Berichterstattungen der Mainstreamzeitungen zum Fall Maria waren von stereotypen Bildern und antiziganistischen Mutmaßungen geprägt. Der mediale Diskurs über den Fall Maria setzte sich aus mehreren problematischen Diskursfragmenten zusammen: Genetik, Rassifizierung, Kindesentführung, Kinderhandel, Sozialbetrug, Kleinkriminalität, Betteln, Armut, aber auch Selbstreflexion der Medien. Es kam zur Verbreitung falscher und schlecht recherchierter Information sowie zu prekären Darstellungsweisen der Volksgruppenangehörigen. Die wenigen Romazeitschriften hatten aufgrund ihrer geringen Anzahl und der langen Publikationsperioden kaum eine Chance, dem massenmedial verbreiteten Antiziganismus entgegenzuwirken. Nur zwei Romazeitschriften (Romano Centro und dROMa) setzten sich mit dem Fall Maria auseinander, wohingegen die Mehrheitszeitungen insgesamt 67 Berichterstattungen dazu veröffentlichten. Read the rest of this entry »
Oktober 20th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung
„Romane Thana“ gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich und erzählt deren Geschichte und Geschichten.
Auf Basis der erfolgreichen Ausstellung Romane Thana – Orte der Roma und Sinti (2015 im Wien Museum, derzeit noch bis 13. November im Projektraum der Landesgalerie Burgenland) wurden Materialien für den Unterricht erstellt, um Schüler/innen ab der 5. Schulstufe die Geschichte und Lebenswirklichkeiten von Roma/Romnija und Sinti/Sintize näher zu bringen. www.romane-thana.at unterstützt Lehrer/innen dabei, diese Themen im Unterricht zu behandeln. Die Seite bietet einen Überblick über die Ausstellung, Vermittlungstexte, Erklärungen für Lehrende, Arbeitsblätter, Stundenbilder, einen Methodenkatalog und ein ausführliches Lexikon. Das Unterrichtsmaterial kann in vielen Varianten, insbesondere in den Fächern Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, Geografie und Wirtschaftskunde und Deutsch, bzw. auch fächerübergreifend verwendet werden.
Das Projekt wurde von Romano Centro in Kooperation mit der Initiative Minderheiten, dem Wien Museum, dem Landesmuseum Burgenland und dem Kulturservice Burgenland im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung durchgeführt.
(Text: Romano Centro)
Oktober 19th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wiener Park wird nach dem Lyriker Ilija Jovanović benannt – Feier zur Benennung am 22. Oktober 2016, 14 Uhr
Der Park am Wildgansplatz wird nach dem Lyriker Ilija Jovanović benannt. Ilija Jovanović war einer der Gründer des Vereins Romano Centro, der seinen Sitz direkt am Park hat und sich seit 25 Jahren für Roma einsetzt. Romano Centro hat die Benennung angeregt, um seinen langjährigen Obmann zu ehren und um die Leistungen von Roma und Romnja in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Bezirk und Stadt haben die Benennung befürwortet und am Samstag, 22. Oktober 2016 ist es endlich soweit: Die Namens-Tafel wird feierlich enthüllt.
Ilija Jovanović (1950-2010)
Ilija Jovanović, wurde 1950 in einer Romasiedlung in Rumska (Serbien) geboren. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen gelang es dem Vater, Ilija schon früh für Literatur zu begeistern. 1970 kam Ilija Jovanović nach Österreich, er fasste in Wien Fuß und begann neben seiner Arbeit im AKH zu schreiben, zunächst in Serbisch, später in Deutsch und in seiner Muttersprache Romanes. Er engagierte sich in mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen, vor allem im Romano Centro, das er 1991 gemeinsam mit anderen begründete und dessen Obmann er viele Jahre war. Die Lernhilfe für Roma, die der Verein seit über 20 Jahren durchführt und die Hunderten von Kindern zu schulischem Erfolg verholfen hat, geht auf seine Initiative zurück.
Ilija Jovanović hat seine Gedichte in drei eigenen Lyrikbänden und zahlreichen Anthologien veröffentlicht. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. den Theodor-Körner-Preis 1999 und den Exil-Lyrik-Preis 2010. Im Jahr 2008 wurde ihm das Bundes-Ehrenzeichen für Verdienste um den interkulturellen Dialog verliehen. Eine besondere Auszeichnung für ihn war, dass die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das Nachwort zu seinem letzten Buch verfasst hat. Read the rest of this entry »
Oktober 18th, 2016 |
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Facts & Figures
Die Sowjetunion anerkannte die Roma 1925 als nationale Minderheit mit dem Recht auf muttersprachl. Unterricht in Romanes.
(Quelle)
Oktober 17th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
9to oktoberi 2016
>>>TVthek
I nevi Roma online-platforma, o naschajipe la Walpurga Horvathatar, savi o logeri prik dschivdscha, O Romengero mulatintschago „Opre Heroes“, o Theodor-Kramer-uschtidipe le Stefan Horvathiske taj o terne Romnija Manuela Horvath uso Romengero ladipe Cejiste taj Christina Horvath pre erschti artschijipeha o temtscha adala aktujeli sendungatar hi.
„Interkultureli posicijontscha andi kunst“ — butschol o anav le artschijipestar andi thaneskeri galerija Burgenland, katar i moderatorkija Katharina Janoska le use dikaschkijen taj use dikaschtschen schukar akarel. O artschijipeskere verktscha donde pumen bescharen le „Avrenca“, ham te le „Ajgeniha“, savo darutnon ulo. Te dikel le dschi ando 18. decemberi hi.
Nevi Roma online-platforma — Sajt 2011 butschalinel i regirung i „Natcijonali strategija usi inklusijona le Romendar dschi 2020“. Sridon kiratiske ando bundeskancleriskero birovtschago usi „Epasch cajt“ jek maschkarutni bilanc cidim ulo taj i nevi Roma online-platforma angle tertschardi uli.
Ande palgondolipe: Walpurga Horvath — Ando kesdipe le septemberistar i lejcti burgenlanditiki cajtakeri ceugin le porajmosistar, i Walpurga Horvath, savi o logertscha prik dschivdscha ande Mattersburg uso grobo ledschim uli. I Walpurga Horvath 92 berscha phurani uli. Ojs terni tschaj oj le nacijendar andar Trausdorf khetan pra phenjaha ando logeri ledschim uli. I dschivipeskeri historija la Walpurga Horvathatar jek falato hi andar i cajtceugn dokumentacija „Mri Historija“ – ardim le farajn Roma-Servicejistar. Read the rest of this entry »
Oktober 16th, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Premiere (in englischer Sprache):
Do., 27. Oktober 2016 | 20:00 Uhr,
ehem. Stummfilmkino Delphi
Weitere Vorstellungen:
Fr., 28.10. | 20:30 Uhr, Gorki Theater Studio Я
Sa., 29.10. | 20:00 Uhr, ehem. Stummfilmkino Delphi
Anschließend Gastspiele in Budapest und Novi Sad
THE JOURNEY / DROM ist ein kollaboratives Theaterprojekt von Roma- und Nicht-Roma-Künstlern und -Organisationen, welches eine künstlerische Plattform bietet, um die Geschichten von Roma, welche aus dem Norden Serbiens über Ungarn nach Deutschland gekommen sind, zu erzählen. Vor welchen Umständen sind sie geflohen? Mit welchen Schwierigkeiten hatten sie auf ihrer Reise zu kämpfen? Was waren ihre Träume – und was ist daraus geworden? Für Roma aus dem Westbalkan ist die Strecke zwischen Novi Sad, Budapest und Berlin oft der einzige Weg, um nach Deutschland zu gelangen und Asyl zu beantragen. Hoffend auf ein besseres Leben, nehmen viele die über 1.050 km in überfüllten und unsicheren Fahrzeugen – oder sogar zu Fuß – auf sich, um einen Neuanfang im Unbekannten zu wagen, während sie ihre Heimat und familiären Wurzeln hinter sich lassen.
Der Prozess
Durch Aufenthalte der Künstler in den drei Städten werden wahre Geschichten von Roma gesammelt, welche diese Reise unternommen haben. Sie dienen als Grundlage für die Entwicklung einer Bühnenproduktion sowie der Publikation einer Fotonovelle. Das multikulturelle Ensemble von Künstlern aus Deutschland, Serbien und Ungarn widmet sich der Poetik und Politik des „Unterwegsseins“ („ando drom“). Es beleuchtet, was Roma-Identität und -Kultur heute ausmacht Read the rest of this entry »
Oktober 15th, 2016 |
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Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung
Interview der Budapester Zeitung mit Stefan Ludwig, Regisseur des Dokumentarfilms „Der zornige Buddha“ (mehr hier und hier)
Herr Ludwig, wie kommt ein Dokumentarfilmmacher aus Deutschland, der in Österreich lebt, dazu, einen Film über eine buddhistische Schule für Roma in Ostungarn zu drehen? Wie sind Sie zu dem exotischen Thema gekommen?
St. L.: Ich finde es gar nicht exotisch. Ich denke, es ist ein universelles Thema und die Situation in Sajókaza steht beispielhaft für jede Situation, in der Menschen von Bildung ausgeschlossen sind. Allerdings hatte ich mich zuvor nur wenig mit Ungarn beschäftigt. 2011 wurde ich durch die Ereignisse in Gyöngyöspata auf die Situation der ungarischen Roma aufmerksam. Dort marschierten paramilitärische Truppen in Romasiedlungen auf und sorgten tagelang für Angst. Ich habe mich damals gefragt: ‚Was ist da eigentlich los?‘ und habe begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich bin dann auf einen Artikel von János Orsós gestoßen. Er beschreibt darin, wie er als Rom seinen Weg zu Bildung gefunden hat und dass er selbst nach dem Diplom noch das Gefühl hatte, sich beweisen zu müssen. Er ist sein Leben lang auf der Suche und findet erst in Indien das Positivbeispiel, das ihm die Hoffnung gibt, dass auch seine eigenen Leute ihre Lage verbessern können. Das fand ich eine große, spannende Geschichte. Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und bin dann bald das erste Mal hingefahren, um zu recherchieren.
Wie ging es dann weiter?
Ich durfte wochenlang bei ihnen Gast sein und hatte meine eigene Matratze im buddhistischen Gemeindezentrum, wo sie auch schlafen. Man gab mir überraschend viel Zugang zur Schule, ich konnte sogar im Unterricht ein- und ausgehen. Die Schüler sind nicht schüchtern, wenn es darum geht, ins Gespräch zu kommen – im Gegenteil, sie fangen sogar schnell an, einen aufs Korn zu nehmen, sagen einem zum Beispiel unanständige Wörter und freuen sich, wenn man sie nachspricht. Doch sie sind auch unglaublich kamerascheu und gerade, wenn es darum geht, ernsthaft zu werden und darüber zu reden, wer sie sind, was für Träume sie haben und was sie sich vom Leben erwarten, sind sie sehr zurückhaltend. Read the rest of this entry »
Oktober 14th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 9. Oktober 2016
>>>TVthek
Die neue Roma-Online-Plattform, der Verlust der KZ-Überlebenden Walpurga Horvath, das Romafest „Opre Heroes“, der Theodor-Kramer-Preisträger Stefan Horvath und die jungen engagierten Romnija Manuela Horvath bei der Pilgerfahrt nach Mariazell und Christina Horvath mit ihrer ersten Ausstellung sind die Themen der aktuellen Sendung.
„Interkulturelle Positionen in der Kunst“ — lautet der Titel der Ausstellung in der LandesGalerie Burgenland, von der die Moderatorin Katharina Janoska die Zuseherinnen und Zuseher begrüßt. Die ausgestellten Werke befassen sich mit dem „Anderen“, aber auch mit dem „Eigenen“, das fremd geworden ist. Zu sehen sind sie bis zum 18. Dezember.
Neue Roma Online-Plattform — Seit 2011 betreibt die Regierung die „Nationale Strategie zur Inklusion der Roma bis 2020“. Mittwochabend wurde im Bundeskanzleramt zur „Halbzeit“ Zwischenbilanz gezogen und die neue Roma-Online-Plattform vorgestellt.
In Erinnerung: Walpurga Horvath — Von der Öffentlichkeit unbemerkt wurde Anfang September die letzte burgenländische Zeugin des Porajmos, die KZ-Überlebende Walpurga Horvath in Mattersburg zu Grabe getragen. Walpurga Horvath wurde 92 Jahre alt. Als junges Mädchen wurde sie von den Schergen des Nazi-Regimes in ihrem Geburtsort Trausdorf verschleppt und zusammen mit ihrer Schwester deportiert. Die ganze Lebensgeschichte von Walpurga Horvath ist Teil der Zeitzeugendokumentation „Mri Historija“ – herausgegeben vom Verein Roma-Service. Sie soll die Erinnerungen der KZ-Überlebenden vor dem Vergessen bewahren.
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Oktober 13th, 2016 |
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Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Genau vor zwanzig Jahren veröffentlichte das European Roma Rights Centre (ERRC) die allererste Ausgabe seines „Roma Rights Journal“, eines Magazins, das sich – über lange Zeit als eines von nur sehr wenigen akademischen Publikationsmedien – mit der Minderheit der Roma befasste. Im Rückblick auf die Anfänge ihres Mediums lässt die in Budapest ansässige internationale Menschenrechts-NGO heute durchaus Optimismus erkennen: „Es ist ermutigend zu sehen, wie weit wir in den letzten zwanzig Jahren gekommen sind.“ So mancher Missstand, der das Leben der Roma-Gemeinschaft vor zwanzig Jahren geprägt hatte, hätte heute, 54 Ausgaben später (sieben davon waren Doppelnummern), einiges an Brisanz verloren:
In 1996, the state of Roma rights in Europe was very different to the situation we see today. Looking back at the issues that are mentioned in this first edition, it is encouraging to note that many of these atrocities are no longer a constant presence in the lives of Roma in Europe. No matter how disheartening the fight for Roma Rights can be, it is emboldening to see how far we have come in the last twenty years. Read the rest of this entry »
Oktober 12th, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten NS-verfolgter Sinti und Roma. Dokumentation zur Vorlage bei der Bundesregierung (= Schriftenreihe des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Band 10), Heidelberg 2016.
>>PDF-Download der Broschüre
In Deutschland existieren schätzungsweise 2.600 Grabstätten von Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma setzt sich dafür ein, dass diese Gräber dauerhaft als Familiengedächtnisstätten und als öffentliche Lernorte in staatliche Obhut genommen werden. Die vorliegende Dokumentation erläutert den Stand der Umsetzung in den verschiedenen Bundesländern, die unterschiedlichen derzeit gegebenen Möglichkeiten für den Erhalt der Grabstätten und gibt einen Überblick über die seit 2004 andauernden Verhandlungen des Zentralrats mit Bund, Ländern und Kommunen in der Sache.
In vielen Fällen wurden betroffene Gräber von den Städten inzwischen als Ehren- oder Dauergräber erhalten bzw. unter Denkmalschutz gestellt. In anderen Fällen wurden Gebühren für Grabverlängerungen ausgesetzt. Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung jetzt bei einem Treffen mit dem Zentralrat zugesagt hat, dass es eine mit Bund und Ländern abgestimmte Regelung zum Erhalt unserer Gräber geben soll. Read the rest of this entry »
Oktober 11th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
Dirigent Riccardo M. Sahiti mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet
Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit erhielt der Dirigent der „Roma und Sinti Philharmoniker“, Riccardo M. Sahiti, für sein künstlerisches Schaffen das Verdienstkreuz am Bande durch Bundespräsident Joachim Gauck. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, nahm an der Verleihung teil und sagte über Sahitis künstlerisches Schaffen: „Anstelle einer in weiten Teilen der Gesellschaft vorherrschenden stigmatisierenden und zumeist mit negativen Vorurteilen belasteten Sicht auf die Minderheit lenken die Darstellung und Vermittlung des kulturellen Beitrags von Sinti und Roma den Blick auf ihre Verdienste und ihre eigenen Anstrengungen als gleichberechtigte und aktive Bürger Deutschlands und Europas.“
Mit viel Idealismus hat der Dirigent Riccardo M. Sahiti im Jahr 2002 die „Roma und Sinti Philharmoniker“ gegründet. Dem international einmaligen Orchester gehören überwiegend Musikerinnen und Musiker der Sinti- und Roma-Minderheit an. Sie kommen aus Symphonieorchestern ganz Europas zusammen, um Werke aufzuführen, die in der Kultur der Roma und Sinti verwurzelt oder durch sie inspiriert sind. Dazu gehören sowohl das klassische Repertoire von Brahms, Liszt oder Bizet als auch neue Kompositionen von Roma und Sinti. Mit dem von dem Orchester uraufgeführten „Requiem für Auschwitz“ des Sinto Roger Moreno Rathgeb hat Riccardo M. Sahiti auch dazu beigetragen, die leidvolle Geschichte der Sinti und Roma wachzuhalten. Sein Wirken zeigt eindrucksvoll, wie bedeutend das künstlerische Schaffen von Minderheiten für die deutsche und europäische Kultur war und ist und bewahrt deren kulturelles Erbe.
Zum Werdegang des Künstlers:
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Oktober 10th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview
Dokumentarfilm von Marika Schmiedt, AT 2016, 80 min.
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin
Sa., 22. Oktober 2016, 17.30 Uhr
Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien
Marika Schmiedt untersucht und benennt die Wunde, versucht sie zu begreifen, greift hinein, zerrt und weitet sie. Das ist ein intensiver und schmerzhafter Prozess und der dabei entstandene Dokumentarfilm ist kein einfach zu konsumierender. Im Film wird viel gesprochen, nach 78 Minuten wird klar, dass auch über das „Unaussprechliche“ gesprochen werden kann und muss. Über Strukturen der Diskriminierung, der Gewalt und über Kontinuitäten. Marika Schmiedt und ihr Film sprechen sich allerdings gegen eine verharmlosende, oberflächliche Heilung aus, vielmehr werden Wege der Vertiefung und des Widerstands gezeigt.
„Warum die Wunde offen bleibt“ beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“. Die historischen Vertreibungen, Verfolgungen und Massenmorde werden thematisiert, auch persönlich durch das biografische Erzählen der Protagonistinnen. Dabei verdeutlicht gerade die Relation zu aktuellen Diskriminierungen und Verbrechen gegen Roma und Sinti die Notwendigkeit umfassender Auseinandersetzungen: geschichtlicher, familiärer, psychoanalytischer und nicht zuletzt die Dringlichkeit der politischen.
Im Mittelpunkt des Films stehen lange Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Read the rest of this entry »
Oktober 9th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Interview, Literatur & Bücher, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Martina Schedl (2012): „Mri Historija“ gelesen mit Axel Honneth. Über die Bedeutung von Anerkennung und Missachtung in 15 Lebensgeschichten burgenländischer Roma
Diplomarbeit, Universität Wien (Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft), 127 S.
>>>Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Innerhalb der hier vorliegenden Arbeit wird die Zeitzeugendokumentation „Mri Historija (Meine Geschichte) – Lebensgeschichten burgenländischer Roma“, erstellt vom Verein „Roma-Service“, aus anerkennungstheoretisch fundierter Perspektive betrachtet. Dabei bildet das Anerkennungsmodell des deutschen Sozialphilosophen Axel Honneth das theoretische Fundament der Untersuchung. Honneth differenziert zwischen drei Anerkennungsmustern – Liebe, Recht und Solidarität –, denen er drei Missachtungsformen – Misshandlung, Entrechtung, Entwürdigung – entgegenstellt. Diese Unterscheidung trifft er aufgrund ihrer jeweiligen Bedeutung für Formen des Selbstbezugs – Selbstvertrauen, Selbstachtung und Selbstschätzung. Mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring wurde „Mri Historija“ nach der Bedeutung von Anerkennungs- bzw. Missachtungserfahrungen für Handlungsfreiheit und Selbstwert der 15 erzählenden Burgenland-Roma betrachtet.
„Mri Historija“ ist nicht nur als Beitrag zur österreichischen Erinnerungskultur zu sehen, sondern gleichzeitig als kritische Thematisierung von sozialen Ausschließungsprozessen, die eine selbstbestimmte Lebenspraxis behindern und sich negativ auf den Selbstwert der Individuen auswirken können. In „Mri Historija“ werden jedoch Entwicklungen sichtbar, die auf ein wachsendes Selbstbewusstsein der Burgenland-Roma verweisen. (M. Schedl, S. 120)
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Oktober 8th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Absolut illegal: Bürgermeister von Saint-Ouen verweigert fünf Roma-Kindern aus Barackensiedlung die Einschulung
>>Anhören/Download (mp3), 11:25 min
In Frankreich verweigert der Bürgermeister (UDI) der Pariser Vorstadt Saint-Ouen Roma-Kindern, die in einer informellen Barackensiedlung im Ort wohnen, die Einschulung, und das obwohl alle Kinder in Frankreich zwischen 6 und 16 Jahren der Schulpflicht unterliegen. Er möchte die Siedlung räumen lassen und die Kinder nicht in den Schulen sehen. Radio Dreyeckland sprach mit seinem Frankreichkorrespondenten, dem freien Journalisten und Juristen Bernard Schmid.
(Text und Interview: www.rdl.de)
Anm. d. dROMa-Red.: Die Präfektur von Seine-Saint-Denis hat den Bürgermeister von Saint-Ouen daraufhin angewiesen, die Einschulung ordnungsgemäß durchzuführen. Im September berichteten französische Medien zudem von einem weiteren, sehr ähnlichen Fall. In Maubeuge in Nordfrankreich ließ der Bürgermeister (ebenfalls von der bürgerlichen UDI) Romakinder unter dem Vorwand, diese hätten keine korrekten dauerhaften Wohnadressen vorweisen gönnen, nicht zum Schulbesuch zu.