Wien bekommt Ilija-Jovanović-Park

Oktober 19th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wien: Ilija-Jovanovic-Platz (Foto: wien.gv.at)

Wiener Park wird nach dem Lyriker Ilija Jovanović benannt – Feier zur Benennung am 22. Oktober 2016, 14 Uhr

Der Park am Wildgansplatz wird nach dem Lyriker Ilija Jovanović be­nannt. Ilija Jova­no­vić war einer der Grün­der des Vereins Romano Centro, der sei­nen Sitz direkt am Park hat und sich seit 25 Jah­ren für Roma ein­setzt. Ro­ma­no Centro hat die Be­nen­nung an­ge­regt, um seinen lang­jähri­gen Obmann zu ehren und um die Leis­tun­gen von Roma und Romnja in der Öf­fent­lich­keit sicht­bar zu ma­chen. Bezirk und Stadt haben die Be­nen­nung be­für­wor­tet und am Sams­tag, 22. Okto­ber 2016 ist es end­lich so­weit: Die Namens-Tafel wird feier­lich ent­hüllt.

Ilija Jovanović (1950-2010)

Ilija Jovanović, wurde 1950 in einer Romasiedlung in Rumska (Serbien) ge­bo­ren. Trotz der schwie­ri­gen Lebens­bedin­gun­gen ge­lang es dem Vater, Ilija schon früh für Literatur zu be­geis­tern. 1970 kam Ilija Jova­no­vić nach Österreich, er fass­te in Wien Fuß und be­gann neben seiner Arbeit im AKH zu schrei­ben, zu­nächst in Serbisch, spä­ter in Deutsch und in seiner Mutter­spra­che Romanes. Er en­ga­gier­te sich in meh­reren zivil­gesell­schaft­li­chen Or­gani­sa­tio­nen, vor allem im Romano Centro, das er 1991 ge­mein­sam mit ande­ren be­grün­dete und des­sen Obmann er viele Jahre war. Die Lern­hilfe für Roma, die der Verein seit über 20 Jahren durch­führt und die Hun­der­ten von Kindern zu schu­li­schem Erfolg ver­holfen hat, geht auf seine Ini­tia­tive zu­rück.

Ilija Jovanović hat seine Gedichte in drei eigenen Lyrik­bänden und zahl­rei­chen Antho­logien ver­öffent­licht. Er er­hielt meh­rere Aus­zeich­nun­gen, u.a. den Theodor-Körner-Preis 1999 und den Exil-Lyrik-Preis 2010. Im Jahr 2008 wurde ihm das Bundes-Ehren­zeichen für Ver­dienste um den inter­kultu­rel­len Dialog ver­liehen. Eine beson­dere Aus­zeich­nung für ihn war, dass die Litera­tur­nobel­preis­trä­gerin Elfriede Jelinek das Nach­wort zu sei­nem letz­ten Buch ver­fasst hat.

Lyrikbände von Ilija Jovanović: Budžo/Bündel, 2000, Eye Literaturverlag; Vom Wegrand/Dromese rigatar, 2006, Drava Verlag und Mein Nest in deinem Haar/Moro kujbo ande ćire bal, 2010, Drava Verlag.

Roma-Orte in Wien

Roma und Sinti sind seit langem Teil der Wiener Be­völ­ke­rung und der Ge­schich­te der Stadt. Aber nur sehr we­ni­ge Wiener Straßen und Plätze sind nach Roma/Rom­nja oder Sinti/Sin­tize be­nannt: Der Baranka-Park (Favoriten, be­nannt 2003), der Ceija-Stojka-Platz (Neubau, be­nannt 2014), der Sinti- und der Lovaraweg so­wie der Romaplatz (am Bruck­hau­fen in Floridsdorf, be­nannt 2001).

Feier zur Benennung

Die Enthüllung der Tafel wird im Rahmen einer Feier am 22. Ok­to­ber 2016 um 14 Uhr von der Vereins­vor­sitzen­den, Frau Rabie Perić, und dem stell­ver­tre­ten­den Be­zirks­vor­ste­her, Herrn DI Rudolf Zabrana vor­genom­men. Thomas Busch (Drava-Verlag) wird über Ilija Jova­no­vićs Werk spre­chen. Cecilé Cordon und Simonida Selimović lesen aus seinen Ge­dich­ten und der Chor Ivana Ferencova singt das von Ilija Jova­nović ver­fass­te und von Ferry Janoska ver­tonte Wiegen­lied / Kunaći đili. Weite­re Programm­punkte sind Musik von Ruzsa Lakatos und die Prä­sen­ta­tion eines künstle­ri­schen Gestal­tungs­vor­schla­ges für den Park durch Ro­bert Gabris.

Programm:
14:00 Uhr: Begrüßung Obfrau Rabie Perić
Zum Werk Ilija Jovanović‘: Thomas Busch (Drava Verlag)
Wiegenlied: Chor Ivana Ferencova
Grußworte: Stv. Bezirksvorsteher Rudolf Zabrana,
14:30 Uhr: Enthüllung der Tafel durch Rabie Perić und Rudolf Zabrana
Chor Ivana Ferencova
14:45 Uhr: Lesung aus Gedichten Ilija Jovanović (Cecilé Cordon und Simonida Selimović)
15:15 Uhr: Musik von Ruzsa Lakatos mit Mischa Nikolić
15:45 Uhr: Präsentation der Vorschläge zur Gestaltung des Parks
16:00 Uhr: Wein und Brot
17:00 Uhr: Ende

Datum: 22.10.2016, 14:00 – 17:00 Uhr

Ort: Ilija-Jovanovic-Park, Wildgansplatz / Hofmannsthalg. 2, 1030 Wien

(Text: Romano Centro)

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