September 30th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
Kommentar des Romano Centro zur Kreuz-und-Quer-Reportage über ein österreichisches Roma-Hilfsprojekt in Rumänien (noch einige Tage in der ORF-TVthek):
Ignoranz und Überheblichkeit
Ein österreichisches Roma-Projekt in Rumänien wird in einer ORF-Dokumentation vorgestellt. Wieder einmal schaffen es die Journalisten nicht, zu erklären, warum denn die Situation der Roma so schlecht ist, wie sie ist. Das Wort „Diskriminierung“ kommt nicht einmal vor.
— 500 Jahre Sklaverei durch Kirche und Adel,
— ein Völkermord im 2. Weltkrieg
— und fortwährende institutionelle Diskriminierung, die in etlichen aktuellen Berichten dokumentiert ist, etc. etc.
einfach beiseite gelassen. Stattdessen ein „bei den Roma war das immer schon so“, wenn es um die schlechte Bildungssituation geht. Eine Portion Exotisierung dazu und fertig.
Warum „Roma-Integration“ nicht funktioniert? Genau deshalb. Weil die historischen und gegenwärtigen Ausschlussmechanismen und der Rassismus negiert werden. Dazu kommt noch die Respektlosigkeit gegenüber den Roma: Der Projektleiter erzählt stolz, einen Konflikt mit einer „Watschn“ „gelöst“ zu haben, daneben sitzt der Gedemütigte. Und ein Geistlicher versucht den Leuten noch die katholische Marienverehrung anzutrainieren.
(Text: Ferdinand Koller/Romano Centro)
September 29th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Nach dem Konkurs hätte der Verkauf des Attentat-Denkmals den Oberwarter Verein retten sollen. Daraus wird nichts: Die Schulden sind zu hoch, das Vermögen wird liquidiert. Die Gedenkstätte soll nun das Land Burgenland übernehmen – die Genehmigung des Gerichts steht allerdings noch aus.
Roland Pittner/Kurier, 29.9.2016: Der Verein Roma Oberwart ist insolvent. Wie der KURIER berichtet hat, hätte der Verkauf der Gedenkstätte an das Attentat auf die Roma in Oberwart im Jahr 1995 den Verein retten sollen. Das Grundstück samt Mahnmal für die fünf durch eine Rohrbombe von Franz Fuchs ermordeten Roma steht im Besitz des Vereins. Das Land hätte als Käufer einspringen sollen, um den Verein zu retten.
Doch daraus wird nichts, wie Masseverwalter Wolfgang Steflitsch im KURIER-Gespräch erklärt. „Der Sanierungsplanantrag vom Verein Roma wurde zurückgezogen, deshalb fand keine Tagsatzung statt und der Verein ist beendet“, sagt Steflitsch. Das gesamte vorhandene Vermögen, die Gedenkstätte, ein Baugrundstück sowie ein VW-Bus werden liquidiert, um die Verbindlichkeiten und Verfahrenskosten zu bezahlen. „Den Verein wird es noch offiziell bis Jahresende geben, die Tätigkeit ist aber eingestellt“, sagt Obmann Hans Baranyai im KURIER-Gespräch. Es gibt auch schon Überlegungen, dass andere Vereine das Lernprojekt für Roma in Oberwart weiterführen. „Wir hoffen, dass das so schnell wie möglich weitergehen kann“, sagt Baranyai.
Grund für das Aus war die Höhe der Forderungen von etwa 160.000 Euro. „Es hätte dem Steuerzahler nur viel Geld gekostet, der Romaverein hätte nichts davon gehabt“, meint Steflitsch. Grund für die hohen Außenstände waren verzögerte Fördergelder, die so lange nicht eintrafen, bis die Bank einen Überbrückungskredit fällig gestellt hat. „Ungereimtheiten oder strafrechtliche Problematiken gibt es keine“, sagt Steflitsch. Die Attentat-Gedenkstätte soll allerdings nicht versteigert werden. „Wir brauchen noch die Genehmigung des Gerichts, um es der Gebietskörperschaft, die es zum Zweck der Gedenkstätte an den Verein übertragen hat, zurückzugeben“, sagt Steflitsch. Somit würde das Land das Grundstück bekommen und sich um die Gedenkstätte kümmern. Read the rest of this entry »
September 29th, 2016 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Politik
Österreichische Roma-Dialogplattform startet Online-Portal: Umfrage – Ihre Meinung zur Roma-Inklusion in Österreich
Durch den EU-Rahmen für Nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020 sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufgefordert, die aktive Einbindung der gesamten Roma-Zivilgesellschaft in die Umsetzung der nationalen Roma-Strategien zu fördern. Die österreichische Nationale Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dialogplattform geschaffen. Mit einem neuen Online-Portal, das am Mittwoch präsentiert wurde, möchte die Nationale Roma-Kontaktstelle nun die Möglichkeit geben, sich direkt an der Weiterentwicklung der österreichischen Roma-Strategie zu beteiligen. Die Kontaktstelle lädt vor allem Angehörige der Volksgruppe ein, bei einer Umfrage Vorschläge zu den Bereichen Wohnen, Arbeitsplätze und Soziales einzubringen. Zwei Monate lang haben Interessierte Gelegenheit, auf dem Online-Portal Fragen zu beantworten, etwa zum Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bekämpfung von Diskriminierung. Auch das Strategiepapier kann online diskutiert werden. Im Folgenden der Aufruf der Roma-Kontaktstelle:
Teilen Sie uns mit, welche Erwartungen Sie an die österreichische Roma-Strategie haben. Wir möchten wissen, welche Themen Sie besonders bewegen, wo Sie Entwicklungspotential sehen und wie Inklusion am wirksamsten erreicht werden kann: Read the rest of this entry »
September 28th, 2016 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
1995 wurden in Pisa drei Romakinder durch 2 Sprengfallen, versteckt in einem Märchenbuch und einer Puppe, schwer verletzt.
(Quelle)
September 26th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Hinz&Kunzt, 21.9.2016: Am hellichten Tag hat ein noch unbekannter Mann den 19-jährigen obdachlosen Niculaie L. überfallen und schwer misshandelt. Das Opfer liegt mit doppeltem Schienbeinbruch und Prellungen im Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter ist flüchtig.
Mittwoch (14.9.2016), 13.21 Uhr: Der junge Obdachlose Niculaie L. sitzt auf dem Parkplatz vor dem Penny-Markt am Hegeneck in Rahlstedt. Seit einem halben Jahr erbettelt sich der 19-jährige Rom hier ein bisschen Geld zum Überleben. Vor ihm auf dem Boden steht ein Pappbecher für Spenden, auf ein altes Kartonstück hat er geschrieben, dass er als Diabetiker auf Insulin angewiesen ist.
„Ein Wagen fuhr auf den Parkplatz, darin saßen zwei Männer und eine Frau“, sagt er. Aus dem Wagen habe laut Musik gedröhnt. Während die Frau und einer der Männer in den Supermarkt gegangen seien, habe sich der Dritte vor ihm aufgebaut. „Er hat mit der Hand gezeigt, dass ich weiter soll, weg, weg!“, sagt Niculaie. Er beschreibt den Mann als circa 1,85 Meter groß, höchstens 30 Jahre alt, kräftig und muskulös, Glatze. Der Unbekannte habe den Pappbecher und sein Kartonschild gepackt sowie eine weiße Plastiktüte. Diese ist für Niculaie besonders wichtig, denn darin bewahrt der Diabetiker seine Insulinampullen und sein Diabetikerbesteck auf. „Der Mann hat alles genommen und in einen Mülleimer geschmissen“, so Niculaie.
Der 19-Jährige ist schmächtig für sein Alter. Er wiegt nur 50 Kilo. Er habe die Situation noch entschärfen wollen, sagt er: „Ich habe gesagt: ‚Entschuldigung, Entschuldigung, Chef, kein Problem!’“, habe aber seine Medikamente zurückhaben wollen. Das habe den Mann aber nicht interessiert. Als er gesehen habe, wie Niculaie kurze Zeit später im Müll nach seinen Sachen gesucht habe, sei er zurückgekommen. Plötzlich sei alles ganz schnell gegangen, sagt Niculaie: „Er hat mir voll ins Gesicht geschlagen.“ Als der junge Rom versucht zu fliehen, habe der Unbekannte ihn verfolgt und ihn fünf bis sechs Mal von hinten mit voller Wucht in den Rücken und die Beine getreten. Der letzte Tritt habe ihn zwischen den Beinen getroffen. „Ich bin auf dem Asphalt gelandet. Ich hatte unglaubliche Schmerzen“, sagt er. Die Ärzte im Krankenhaus werden später bei einer Notoperation einen doppelte Fraktur des rechten Schienbeins und diverse Prellungen feststellen. Read the rest of this entry »
September 25th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel (A/D 2016) nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes (mehr hier). Website zum Film: www.nebelimaugust.de
Filmstart: 29.9.2016 (Deutschland), 7.10.2016 (Österreich)
September 23rd, 2016 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat den Fall einer segregierten Roma-Kindergarten-Gruppe in Serbien aufgegriffen. Das ERRC hat die Behörden kontaktiert und aufgefordert, die Praxis im Ljuba-Stanković-Kindergarten in Beočin zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Laut dem ERRC vorliegenden Informationen werden Roma-Kinder dort systematisch von den anderen, serbischen Kindern getrennt. Die Direktion rechtfertigt die segregierten Klassen mit dem Hinweis, dass die Roma-Kinder nur den kostengünstigeren Halbtagskindergarten besuchten und diese Gruppe am Nachmittag an der Reihe sei. Die räumlichen Kapazitäten der Einrichtung seien derzeit so begrenzt, dass keine gemeinsame Gruppeneinteilung möglich sei.
Für die Eltern der Roma-Kinder stellt sich dies jedoch anders dar: Die Stellungnahme der Direktion könne nicht erklären, warum ausschließlich Roma in der getrennten Kindergruppe landen; außerdem sei die Betreuungsqualität in den Gruppen nicht die gleiche. Die rund 25 Roma-Kinder, welche die Nachmittagsgruppe besuchen, haben dort keinerlei Kontakt mit Nicht-Roma und sprechen dort durchgehend Romani. Dass Ziel, die Bildungsintegration voranzutreiben, indem Roma-Kinder dank gemischter Klassen bereits im Vorschulalter Serbisch erlernen, werde auf diese Weise zunichtegemacht: „Die Kinder müssen Serbisch beherrschen, sodass sie die Grundschule besuchen können“, zitiert das ERRC die Eltern. „Aber genau das passiert dort nicht. Read the rest of this entry »
September 22nd, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Religion
Angry Buddha | Der zornige Buddha
Ab 23. September 2016 in den österr. Kinos
Sajókaza, ein Dorf in Ostungarn. János Orsós hat hier ein buddhistisches Gymnasium für Roma-Jugendliche gegründet. In einer rassistisch aufgeheizten Umgebung will er den Teenagern den Weg in ein besseres Leben zeigen. Im Mikrokosmos eines ungarischen Dorfes zeigt sich, dass Europa mit seiner Roma-Minderheit vor einer brisanten Entscheidung steht: Integration oder Ausgrenzung?
Ein beobachtender Dokumentarfilm von Stefan Ludwig.
(www.derzornigebuddha.at)
Mehr hier: dROMaBlog, 12.3.2016
September 21st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek
I sudburgenlanditiki gemajnde Kemeta imar but berscha le opferenge na use mukel jek gondolipeskeri tablina le Romenge, save le nacijendar ledschim taj murdarde ule, upre te terdscharel. Akan jek gondolipeskeri inicijativa ando internet upro Roma Kemetatar, save murdarde ule, pal gondolipe te kerel.
200 dschene andar i tikni gemajnde Kemeta (becirk Erba) le nacijonalsocijalistendar ledschim ule, kaj on Roma sina. Tschak pantsch Roma pal o ar le Dujte Themeskere Haburistar 1945 Kemetate pal ale. Pedar 70 berscha i gemajnde Kemeta meg mindig jek upre terdschajipe jeka gondolipeskera tablinatar le palgondolipeske na use mukel. So andi Tikne Simeha, Neudörfl, Mattersburg vaj Tikne Boslina schaj kerdo ulo, upro kivanipe la flogoskera grupnatar jek than te lakel, kaj on bokreti taj momeltscha otscha schaj tschin, la gemajnde Kemetake, sar ar ditschol, baro problemo kerel. O biro Johann Nussgraber (SPÖ) imar but berscha i skulptura la informacijakera tablinatar na upre te terdscharel mukel. Imar desch berscha ando „Bauhof“ la gemajndejatar li paschlol. Aja koja na latschipe kerel, phendo ol ando gemajndejakero birovtschago.
Kaj schaj upro Roma Kemetate pal gondolim ol, akan jek virtujeli gondolipeskero than del: fatretertscha le farajnistar Refugius ando keripe le projektostar „gondolipeskero drom“ ando khetan butschalinipe Romengere fatreterenca kerdo lo ulo. „Afka akan kamaha te probalinel, o kivanipe le tschule Romendar, save prik atschine jek than le gondolipeske taj jek cajchn gejng o pobisteripe te del.“
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September 19th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
#UNJustToRoma – Petition: Justice for the Kosovo Victims of Lead Poisoning!
ERRC: Das European Roma Rights Centre fordert den Generalsekretär der Vereinten Nationen auf, die Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter, die in Mitrovica (Kosovo) einer Vergiftung durch Blei ausgesetzt waren, zu entschädigen – in Übereinstimmung mit dem Ergebnis des UN Human Rights Advisory Panel (26.2.2016), wonach die Vereinten Nationen für das Geschehene rechtlich verantwortlich waren. Der Kontakt mit Blei in jedweder Menge ist gefährlich. Doch das Ausmaß in den Blut- und Haarproben von Romakindern, die in den IDP-Lagern in Mitrovica lebten, sprengte die Skala – die europäischen und amerikanischen Wissenschaftler hatten noch nie Vergleichbares gesehen. Read the rest of this entry »
September 18th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Schwerer Sachschaden bei Brand in Frankfurt-Fechenheim. Im Haus leben vorwiegend Roma-Familien. Bewohner äußern „nachdrücklich den Verdacht“, dass Feuer gelegt wurde.
Förderverein Roma, Presseerklärung 15.9.2016: In der Nacht vom 8. auf den 9.9.2016 brannte in der Pfortenstraße 19 in Frankfurt am Main-Fechenheim ein Haus, in dem drei Roma-Familien wohnten. Über 30 Personen, darunter 13 Kinder, wurden gegen 3.00 Uhr von dem Feuer überrascht. Glücklicherweise konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen und niemand wurde verletzt. Die Parterre-Wohnung ist zerstört. Deren Bewohner leben in einer Notunterkunft. Zwei Familien sind nur vorübergehend zurückgekehrt. Einzelne Familienmitglieder äußerten gegenüber dem Förderverein Roma nachdrücklich den Verdacht, dass die Ursache des Feuers darauf zurückzuführen ist, dass der vor dem Anwesen bereitgestellte Sperrmüll angezündet wurde. In der Straße und im Stadtteil war bekannt, dass das Haus mehrheitlich von Roma bewohnt wurde. Die Betroffenen berichteten wiederholt von Konflikten. Als sicher gilt, dass sich die Gegenstände nicht selbst entzünden konnten. Angesichts der näheren Umstände des Brandes sowie der Tatsache, dass seit Jahresbeginn allein 45 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte zu verzeichnen sind und auch der Hass, die Ablehnung und Bedrohung gegenüber Roma enorm zunimmt, ist eine Brandstiftung aus rassistischen Motiven nicht auszuschließen. Aufgrund der Sachlage fordert der Förderverein Roma eine rückhaltlose Untersuchung des Brandes.
Pressemeldung Feuerwehr Frankfurt, 9.9.2016: Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro entstand bei einem Feuer am 9.9.2016 um kurz vor drei Uhr in der Pfortenstraße im Stadtteil Fechenheim. Ausgegangen war das Feuer von einem brennenden Sperrmüllhaufen, der sich vor dem Gebäude befand. Über ein Fenster gelangte das Feuer schließlich in die Wohnung im Erdgeschoss des viergeschossigen Wohnhauses. Read the rest of this entry »
September 17th, 2016 |
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Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse
In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichtenprogramm von und für Roma auf Sendung. Inzwischen wurden bereits 20 Ausgaben des Nachrichtenformats veröffentlicht.
Finanziert wird das Programm, als eines von 15 ausgewählten Jugendprojekten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stiftung Compagnia di San Paolo. Für die Realisierung ihres Medienprojekts konnte die Turiner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kompetente Unterstützung aus der Medienbranche zählen. Mit an Bord ist als Projektpartner die Online-Tageszeitung Nuovasocietà. Den Ehrenschutz hat die Region Piemont übernommen.
Ein Einführungskurs in Videojournalismus bereitet die jugendlichen Mitwirkenden aus der Roma-Community auf ihre Aufgabe vor. Schon vor Sendungsbeginn hat sich im Februar ein Dutzend junger Roma zwischen 14 und 25 Jahren für die Teilnahme gemeldet. „Unser Ziel ist es, zu erreichen, dass die Jugendlichen selbst zu Protagonisten des Wandels werden“, erklärte Luca Remmert, Vorsitzender von Compagnia di San Paolo, gegenüber der italienischen Presse. Read the rest of this entry »
September 16th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik
Die spanische Region Castilla und León integriert Unterrichtseinheiten über Geschichte und Kultur der Gitanos (Roma) in den Lehrplan.
Castilla-León wird als erste spanische Region künftig die Kultur und Geschichte der spanischen Roma (Gitanos) in den regulären Lehrplan integrieren. Per Verordnung hat die Region schon im Februar die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung betreffender Unterrichtsmaterialien beschlossen. Dabei sind – neben 14 Bildungsexperten – auch sechs Gitano-Organisationen miteinbezogen. Das Gremium soll die genaue Form der Einbindung des Themas in den Unterricht und in die Lehrbücher erarbeiten.
„Wie kann es sein, dass die Kinder die Geschichte Spaniens lernen, ohne dass auch nur ein einziges Mal die Volksgruppe der Gitanos erwähnt wird? Nach 500 Jahren des Zusammenlebens behandeln wir sie noch immer, als wären sie völlig Fremde“, erläutert Fernando Rey, Leiter der Schulbehörde von Castilla und León und ehemaliger Vorstand der Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Momentan sieht man absolut nichts davon im Lehrplan“, erklärt auch Diego Fernández, Direktor des Instituto de Cultura Gitana gegenüber El País: Es sei hoch an der Zeit, der Geschichte und Kultur der Gitanos „in den Schulen endlich Sichtbarkeit zu verleihen, damit die Kinder das Gefühl haben können, dass ihre Kultur in den Schulen einen Platz hat, und die anderen Mitschüler sie besser verstehen“. Read the rest of this entry »
September 15th, 2016 |
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Literatur & Bücher
„a guada tog oder a zprackta braucht kaan karakta“
Mundartgedichte und Zeichnungen von Harri Stojka und Walter Schmögner, Edition Keiper: Graz 2016, 112 Seiten. www.editionkeiper.at
Ando 15to septemberi 2016 presentirinen o Stojka taj o Schmögner pumari kenva use Morawa andi Wollzeile Betschiste. Taj ando 21to septemberi genel taj cidel o Stojka andi edicijona Keiper Gereciste.
Angle barikane iriniptscha taj barikane neve falati o Harri Stojka ande pri muschikaschengeri karijera na darano. Ham akan o giteraschi ande pro lek terneder projekto nevo koja probalinel: jek dschivdo rikakero urtschajipe upro than la literaturatar. Jek arodipe leskera mujakera poesijatar – alaveskere kheliptscha taj tschibtschakere siklipeskere butja ando vodschikano betschitiko dijalekto – ando septemberi ando Gereciskero Keiper-falog ari al.
Kerdo ulo ada erschti verk le schukar anaveha „a guada tog oder a zprackta braucht kaan karakta“ khetan le cajchneriha Walter Schmögner. Schpici poreha taj latsche pisoha pherel taj komentirinel o ilustratori o poesiji leskere pajtaschistar, save te ando tematischi dikipe, tschatschikan betschitiko upre jek use an. Sa jek karika pedar o vestinaschi, pedar o feleri vaj – hat – peder o mulipe kerel. Read the rest of this entry »
September 14th, 2016 |
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Literatur & Bücher
„a guada tog oder a zprackta braucht kaan karakta“
Mundartgedichte und Zeichnungen von Harri Stojka und Walter Schmögner, Edition Keiper: Graz 2016, 112 Seiten. www.editionkeiper.at
Am 15. September 2016 präsentieren Stojka und Schmögner um 19:30 Uhr ihr Buch bei Morawa in der Wollzeile in Wien. Und am 21. September liest und spielt Harri Stojka um 19 Uhr bei der Edtion Keiper in Graz (Eintritt: 10 Euro; Anmeldung erforderlich)
Vor überraschenden Wendungen und neuen Etappen ist Harri Stojka in seiner Musikerlaufbahn noch nie zurückgeschreckt. Etwas gänzlich Neues wagt der Gitarrist nun aber in seinem jüngsten Projekt: einen schwungvollen Seitensprung aufs Parkett der Literatur. Eine Auswahl seiner Mundartgedichte – Wortspiele und Zungenübungen im herzhaften Wiener Dialekt – erscheint im September im Grazer Keiper-Verlag.
Entstanden ist das Erstlingswerk mit dem klingenden Titel „a guada tog oder a zprackta braucht kaan karakta“ in Zusammenarbeit mit dem Zeichner Walter Schmögner. Mit spitzer Feder und feinem Stift ergänzt und kommentiert der Illustrator die Gedichte seines Freundes, die auch in thematischer Hinsicht recht wienerisch daherkommen. Alles kreist da um ewige Außenseiter und Verlierer, den Irrtum oder – natürlich – den Tod. Dabei suhlt sich Harri Stojka lust- und humorvoll im Reichtum des Wiener Idioms mit seiner Klangfülle und seinen Kapriolen: „maggilokn – krokodü / fetznschedl – grippegspü / oasch mit kropf – knedlkopf / gummiodla – heisltopf“, heißt es da beispielsweise einmal reichlich verspielt, nur um in einen Stoßseufzer zu münden: „jo i waas, des hot kaan sinn!“
(dROMa)
September 12th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
O tschechitiko dujto regirungakero schero Andrej Babiš pre tel vakeripeskere arphenipeha pedar o holocaust upro Roma bari vrischtscha kertscha. „Hohajipe hi, hot o logeri Lety jek logeri sina, ov butjakero logeri sina – ko na buti kerlahi, oda mindschart odoj otscha pelo“, phenel ov. „Cajtscha delahi, kada o Roma sa buti kernahi“, phenel o liberali populistischi finacjakero ministeri taj keraschi la ANO-partajatar uso kherodipe le tschore dschenendar ando Varnsdorf, ando norditiko la Tschechijatar ando becirk Děčín.
Babiš sa pal lel so phentscha. On andar o kontekst ari tschinde ule. „Me le na latsche likerav, hot jek tschechitiko regirungakero politikeri patschal, hot ov o holocaust tel te dschuminel sar tena le te dijahi“, phenel o anglebeschto le Christdemokratendar (KDU-CSL) Pavel Belobradek, le papruschengere nevipeske „Pravo“. I socijalministerkija Michaela Marksová le Babišistar mangel, hot ov o tschavengero grobo le gondolipeskere thanestar Lety kher te rodel. „Odoj terdschon o anava valami schel tschavendar kada upro them ale- taj kada mule – on atschi buti te kertschanahi dschimeg mule?“, phenel i socijaldemokratkija.
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September 11th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek
Die südburgenländische Gemeinde Kemeten verweigert den Opfern des NS-Völkermords an den Roma seit Jahren eine Gedenktafel. Nun erinnert eine Gedenkinitiative im Internet an die ermordeten Roma von Kemeten.
An die 200 Einwohner der kleinen Gemeinde Kemeten (Bezirk Oberwart) wurden von den Nationalsozialisten deportiert, weil sie Roma waren. Nur fünf von ihnen kehrten nach der Befreiung 1945 nach Kemeten zurück. Über 70 Jahre später weigert sich die Gemeinde weiterhin, mit einer Gedenktafel an sie zu erinnern. Was etwa in Kleinpetersdorf, Neudörfl, Mattersburg oder Kleinbachselten möglich war (siehe das Gedenktafelprojekt unseres Vereins Roma-Service), nämlich dem Wunsch der Volksgruppe nach einem Platz für ihre Blumen und Kerzen zu entsprechen, stellt für die Gemeindeoberen von Kemeten offenbar ein unüberwindliches Hindernis dar. Seit 2006 liegt zwar auch in Kemeten ein Gemeinderatsbeschluss vor, wonach ein Denkmal errichtet werden soll, das nebenbei (auf einer von insgesamt 15 Tafeln zur Ortsgeschichte) auch der Roma gedenkt – passiert ist seither aber nichts (siehe: Die Schande von Kemeten). Bürgermeister Johann Nussgraber (SPÖ) ließ die Skulptur mit den Informationstafeln nie aufstellen. Seit zehn Jahren lagern sie nun im Bauhof der Gemeinde. Die Sache sei zu heikel, hieß es dazu aus dem Gemeindeamt.
Um dennoch an die Roma in Kemeten erinnern zu können, gibt es jetzt eine „virtuelle“ Gedenkstätte: Vertreter des Vereins Refugius haben sie im Rahmen des Projekts „Gedenkweg“ in Zusammenarbeit mit Roma-Vertretern initiiert: „Der Gedenkort in der dieser Form wurde notwendig, weil die Mehrheit der politischen EntscheidungsträgerInnen der Gemeinde Kemeten einen realen Gedenkort mehrmals abgelehnt haben“, heißt es hierzu auf der Website. „Auf diese Weise versuchen wir, dem Wunsch der wenigen Hinterbliebenen nach einem bescheidenen und würdevollen Raum für Gedenken und Gedanken gerecht zu werden und ein Zeichen gegen das Vergessen und Totschweigen zu setzen.“ Read the rest of this entry »
September 9th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Tschechiens Regierung plant weiterhin Ankauf, um die Schweinefarm auf dem KZ-Areal stillzulegen. Vizepremier Babiš besuchte nach dem Skandal um seine Holocaust-Relativierung die Gedenkstätte in Lety – und sprach dort von Roma als „Parasiten“.
Seit den 70er Jahren besteht auf dem Gelände des ehemaligen nationalsozialistischen Roma-KZ im südböhmischen Lety eine Schweinefarm. Tschechiens Menschenrechtsminister, der Sozialdemokrat Jiří Dienstbier, kündigte diese Woche in Prag gegenüber Pressevertretern an, dass die Regierung weiter versuchen werde, die umstrittene private Schweinemast aufzukaufen. Laut Dienstbier stehe man schon seit Monaten in Kontakt mit dem Unternehmen; seit Jänner habe es bereits fünf Gespräche mit dem Eigentümer gegeben. Die Verhandlungen bezeichnete der Minister als „kompliziert und korrekt“. Vergangenen Montag veröffentlichte das Kabinett zudem seinen im März gefassten Beschluss, in dem die Absicht bekräftigt wurde, den Schweinemastbetrieb am Gedenkort stillzulegen. Schon seit langem wird ein Ankauf durch den Staat gefordert. Auch der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hatte die Tschechische Republik vor drei Jahren dazu aufgefordert. Konkrete Erfolge wurden jedoch bislang nicht erzielt.
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September 9th, 2016 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
Von 1990 bis 1997 wurden in Tschechien über 1.200 gewaltsame Angriffe von Skinheads auf Roma registriert.
(Quelle)
September 7th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Ando aguno logeri Hodonín (Tschechija) jek nevo gondolipeskero than le opferenge le Roma-holocaustistar kerdo ol.
Ando Hodonín u Kunštátu norditikon Brnojatar jek nevo gondolipeskero than le opferenge le flogoskere murdaripestar upro Roma pal gondolipe te kerel. Jek museum la nacijonalsocijalistischi „Zigeunerverfolgung“ake odoj ando logeri pe vidminvla; pedar oda ari o artschijipe le tradipeha le nimtschkendar palo haburi taj jeke mujsinipeskere butjakere logeriha ando 1950iger berscha donde pe bescharla. O artschijipe ando august o arto bersch prado te ol. I buti schaj ando pantsch berscha palo kesdipe ando juli kisetim ol. O keripe le gondolipeskere thanestar la regirungake 83,6 milijontscha Euro koschtalinla.
(dROMa)