Keine Fortführung für Verein Roma

September 29th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Grundstück mit dem Oberwarter Roma-Mahnmal (Foto: Priwo/Wikipedia)Nach dem Konkurs hätte der Ver­kauf des At­ten­tat-Denk­mals den Ober­war­ter Verein ret­ten sol­len. Daraus wird nichts: Die Schul­den sind zu hoch, das Ver­mö­gen wird li­qui­diert. Die Ge­denk­stät­te soll nun das Land Bur­gen­land über­­neh­­men – die Ge­neh­mi­gung des Ge­richts steht al­ler­dings noch aus.

Roland Pittner/Kurier, 29.9.2016: Der Verein Roma Oberwart ist insolvent. Wie der KURIER be­rich­tet hat, hät­te der Verkauf der Gedenkstätte an das At­ten­tat auf die Roma in Oberwart im Jahr 1995 den Verein ret­ten sol­len. Das Grundstück samt Mahnmal für die fünf durch eine Rohr­bombe von Franz Fuchs er­mor­de­ten Roma steht im Be­sitz des Vereins. Das Land hätte als Käufer ein­sprin­gen sol­len, um den Verein zu retten.

Doch daraus wird nichts, wie Masseverwalter Wolfgang Steflitsch im KURIER-Gespräch er­klärt. „Der Sanie­rungs­plan­antrag vom Verein Roma wur­de zurückgezogen, des­halb fand keine Tag­satzung statt und der Verein ist be­endet“, sagt Steflitsch. Das ge­samte vor­han­dene Ver­mö­gen, die Gedenk­stätte, ein Bau­grund­stück sowie ein VW-Bus wer­den liqui­diert, um die Ver­bind­lich­keiten und Ver­fah­rens­kos­ten zu be­zahlen. „Den Verein wird es noch of­fi­ziell bis Jahres­ende geben, die Tätig­keit ist aber ein­gestellt“, sagt Obmann Hans Baranyai im KURIER-Ge­spräch. Es gibt auch schon Über­le­gun­gen, dass an­dere Vereine das Lern­projekt für Roma in Ober­wart weiter­füh­ren. „Wir hoffen, dass das so schnell wie mög­lich weiter­ge­hen kann“, sagt Ba­ranyai.

Grund für das Aus war die Höhe der Forderun­gen von etwa 160.000 Euro. „Es hät­te dem Steuer­zahler nur viel Geld ge­kos­tet, der Roma­verein hätte nichts davon ge­habt“, meint Stef­litsch. Grund für die hohen Außen­stände waren ver­zö­gerte Förder­gelder, die so lange nicht ein­tra­fen, bis die Bank einen Über­brückungs­kredit fäl­lig ge­stellt hat. „Un­gereimt­hei­ten oder straf­recht­li­che Proble­ma­ti­ken gibt es keine“, sagt Stef­litsch. Die Atten­tat-Gedenk­stätte soll al­ler­dings nicht ver­steigert wer­den. „Wir brauchen noch die Ge­neh­mi­gung des Gerichts, um es der Gebiets­körper­schaft, die es zum Zweck der Gedenk­stätte an den Verein über­tra­gen hat, zurück­zu­geben“, sagt Stef­litsch. Somit würde das Land das Grund­stück be­kom­men und sich um die Gedenk­stätte küm­mern.

Der Verein will noch eine Veranstaltung für alle Mit­glieder und Unter­stützer or­gani­sie­ren, „damit wir allen den Grund für die In­sol­venz er­klä­ren und Danke sa­gen kön­nen“, er­klärt Baranyai.

(Text: Kurier, 29.9.2016 | Danke an Roland Pittner für die freund­liche Ge­neh­mi­gung!)

Siehe auch:
Verein Roma Oberwart vor Rettung? 25.7.2016
Oberwart: Was passiert mit der Gedenkstätte? 28.7.2016

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