Archive for September 26th, 2016

Hamburg: Brutaler Angriff auf Bettler

September 26th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Hamburg (Foto: Hinz&Kuntz)Hinz&Kunzt, 21.9.2016: Am hellichten Tag hat ein noch un­be­kann­ter Mann den 19-jäh­ri­gen ob­dach­lo­sen Niculaie L. über­fal­len und schwer miss­han­delt. Das Opfer liegt mit dop­pel­tem Schien­bein­bruch und Prel­lun­gen im Kran­ken­haus. Der mut­maß­li­che Tä­ter ist flüchtig.

Mittwoch (14.9.2016), 13.21 Uhr: Der junge Ob­dach­lose Niculaie L. sitzt auf dem Park­platz vor dem Pen­ny-Markt am Hegen­eck in Rahlstedt. Seit einem hal­ben Jahr er­bettelt sich der 19-jäh­ri­ge Rom hier ein biss­chen Geld zum Über­leben. Vor ihm auf dem Boden steht ein Papp­be­cher für Spen­den, auf ein altes Karton­stück hat er ge­schrie­ben, dass er als Diabetiker auf In­su­lin an­ge­wie­sen ist.

„Ein Wagen fuhr auf den Parkplatz, darin saßen zwei Män­ner und eine Frau“, sagt er. Aus dem Wagen habe laut Musik ge­dröhnt. Wäh­rend die Frau und einer der Män­ner in den Super­markt ge­gan­gen seien, habe sich der Drit­te vor ihm auf­ge­baut. „Er hat mit der Hand ge­zeigt, dass ich wei­ter soll, weg, weg!“, sagt Ni­cu­laie. Er be­schreibt den Mann als circa 1,85 Meter groß, höchs­tens 30 Jah­re alt, kräf­tig und mus­ku­lös, Glatze. Der Un­be­kann­te habe den Papp­becher und sein Karton­schild ge­packt sowie eine weiße Plastik­tüte. Diese ist für Ni­cu­laie be­son­ders wich­tig, denn darin be­wahrt der Diabetiker seine In­su­lin­ampul­len und sein Dia­be­ti­ker­besteck auf. „Der Mann hat alles ge­nom­men und in einen Müll­eimer ge­schmis­sen“, so Ni­cu­laie.

Der 19-Jährige ist schmächtig für sein Alter. Er wiegt nur 50 Kilo. Er habe die Situa­tion noch ent­schär­fen wol­len, sagt er: „Ich habe gesagt: ‚Ent­schul­di­gung, Ent­schul­di­gung, Chef, kein Problem!’“, habe aber seine Medi­ka­men­te zurückha­ben wol­len. Das habe den Mann aber nicht interes­siert. Als er ge­sehen habe, wie Nicu­laie kur­ze Zeit später im Müll nach sei­nen Sa­chen ge­sucht habe, sei er zurück­gekom­men. Plötz­lich sei alles ganz schnell ge­gan­gen, sagt Ni­cu­laie: „Er hat mir voll ins Gesicht ge­schla­gen.“ Als der junge Rom versucht zu fliehen, habe der Un­be­kann­te ihn ver­folgt und ihn fünf bis sechs Mal von hin­ten mit vol­ler Wucht in den Rücken und die Beine ge­treten. Der letzte Tritt habe ihn zwi­schen den Beinen ge­troffen. „Ich bin auf dem Asphalt gelandet. Ich hatte un­glaubliche Schmer­zen“, sagt er. Die Ärzte im Krank­en­haus wer­den später bei einer Not­operation einen dop­pel­te Frak­tur des rechten Schien­beins und di­verse Prel­lun­gen fest­stellen. Read the rest of this entry »