Verdacht auf Brandanschlag in Frankfurt/M.

September 18th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Brandanschlag auf Roma-Familien in Frankfurt/M.? (Foto: Feuerwehr Frankfurt)Schwerer Sachschaden bei Brand in Frank­furt-Fe­chen­heim. Im Haus leb­en vor­wie­gend Ro­ma-Fa­mi­li­en. Be­woh­ner äu­ßern „nach­drück­lich den Ver­dacht“, dass Feuer ge­legt wur­de.

Förderverein Roma, Presseerklärung 15.9.2016: In der Nacht vom 8. auf den 9.9.2016 brannte in der Pforten­straße 19 in Frankfurt am Main-Fechen­heim ein Haus, in dem drei Roma-Fa­milien wohn­ten. Über 30 Per­so­nen, darun­ter 13 Kinder, wur­den gegen 3.00 Uhr von dem Feuer über­rascht. Glück­li­cher­weise konn­ten sich alle recht­zei­tig in Sicher­heit brin­gen und nie­mand wurde ver­letzt. Die Parterre-Woh­nung ist zer­stört. Deren Be­woh­ner leben in einer Not­unter­kunft. Zwei Fa­mi­lien sind nur vorüber­ge­hend zu­rück­ge­kehrt. Ein­zel­ne Fami­lien­mit­glie­der äußer­ten gegen­über dem Förder­verein Roma nach­drück­lich den Ver­dacht, dass die Ur­sache des Feuers darauf zurück­zu­füh­ren ist, dass der vor dem An­wesen bereit­ge­stell­te Sperr­müll an­ge­zün­det wur­de. In der Straße und im Stadt­teil war be­kannt, dass das Haus mehr­heit­lich von Roma be­wohnt wur­de. Die Be­trof­fe­nen be­rich­te­ten wieder­holt von Kon­flik­ten. Als si­cher gilt, dass sich die Gegen­stän­de nicht selbst ent­zün­den konn­ten. An­ge­sichts der nähe­ren Um­stän­de des Brandes sowie der Tat­sa­che, dass seit Jahres­be­ginn al­lein 45 Brandanschläge auf Flüch­tlings­unter­künf­te zu ver­zeich­nen sind und auch der Hass, die Ab­leh­nung und Bedro­hung gegen­über Roma enorm zu­nimmt, ist eine Brand­stif­tung aus rassis­ti­schen Motiven nicht aus­zu­schlie­ßen. Auf­grund der Sach­lage for­dert der För­der­verein Roma eine rück­halt­lose Unter­su­chung des Brandes.

Pressemeldung Feuerwehr Frankfurt, 9.9.2016: Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro ent­stand bei einem Feuer am 9.9.2016 um kurz vor drei Uhr in der Pforten­straße im Stadt­teil Fechen­heim. Aus­ge­gan­gen war das Feuer von einem bren­nen­den Sperr­müll­haufen, der sich vor dem Gebäude be­fand. Über ein Fenster ge­langte das Feuer schließ­lich in die Woh­nung im Erd­ge­schoss des vier­geschos­si­gen Wohn­hauses. Wegen eines durch­ge­brann­ten Holz­rah­mens, wurde auch das erste Ober­geschoss stark ver­raucht und in Mit­leiden­schaft ge­zo­gen. (…) Die sich im Haus be­find­li­chen Per­so­nen konn­ten das Ge­bäude alle un­ver­letzt ver­las­sen und wur­den in einem Bus der Feuer­wehr be­treut. Da die be­trof­fe­nen Wohnun­gen nicht mehr be­wohn­bar waren, wur­den die Per­so­nen von der Polizei in einer Not­unter­kunft unter­gebracht. Über die Brand­ursache kön­nen keine An­ga­ben ge­macht wer­den, die Polizei ermittelt. Im Einsatz waren die Frei­wil­lige Feuer­wehr Fechen­heim, die Berufs­feuer­wehr und der Rettungs­dienst mit acht Fahr­zeugen und 30 Ein­satz­kräften.

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