Turin: Web-Nachrichten für Roma
September 17th, 2016 | Published in Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse
In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichtenprogramm von und für Roma auf Sendung. Inzwischen wurden bereits 20 Ausgaben des Nachrichtenformats veröffentlicht.
Finanziert wird das Programm, als eines von 15 ausgewählten Jugendprojekten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stiftung Compagnia di San Paolo. Für die Realisierung ihres Medienprojekts konnte die Turiner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kompetente Unterstützung aus der Medienbranche zählen. Mit an Bord ist als Projektpartner die Online-Tageszeitung Nuovasocietà. Den Ehrenschutz hat die Region Piemont übernommen.
Ein Einführungskurs in Videojournalismus bereitet die jugendlichen Mitwirkenden aus der Roma-Community auf ihre Aufgabe vor. Schon vor Sendungsbeginn hat sich im Februar ein Dutzend junger Roma zwischen 14 und 25 Jahren für die Teilnahme gemeldet. „Unser Ziel ist es, zu erreichen, dass die Jugendlichen selbst zu Protagonisten des Wandels werden“, erklärte Luca Remmert, Vorsitzender von Compagnia di San Paolo, gegenüber der italienischen Presse. „Erfahrungen mit dieser Art von Web-TV gibt es bereits in mehreren europäischen Ländern“, sagt Vesna Vuletić von „Idea Rom“. „Die Informationen, die TgROM anbietet, sollen den Vorurteilen und Konflikten mit eigenen Meldungen entgegentreten. Diese Nachrichten, die, zusammengestellt von Jugendlichen, aus der Welt der Roma selbst kommen, werden es der Roma-Gemeinschaft erleichtern, sich selbst öffentlich darzustellen. Die Sendungsinhalte werden hierbei eine doppelte Ausrichtung haben: von der Roma-Minderheit zur Mehrheit und umgekehrt. Das wird dazu beitragen, den gegenwärtigen Zustand zu überwinden: dass man alles über und für Roma macht, aber ohne sie selbst – ohne ihnen zuzuhören. Den Roma einen Stimme zu geben, wird auch dabei helfen, die Maßnahmen, die für sie ausgearbeitet werden, auf ihre tatsächliche Wirksamkeit zu überprüfen.“
„Wir wollen mit diesem Nachrichtenprogramm ja nicht behaupten, dass alles in Ordnung ist. Wir wollen nur erreichen, dass man uns kennenlernt, dass man unsere Kultur versteht und unseren Leuten die Gelegenheit gibt, zu reden, von sich zu erzählen. Es ist nicht leicht, oft sind sie misstrauisch, aber es ist vor allen Dingen eine Arbeit über uns selbst“, erzählt Angelica Taurisano, eine der jugendlichen Redakteurinnen.
(dROMa)