Literatur & Bücher

Latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch

Dezember 24th, 2021  |  Published in Allgemeines, Literatur & Bücher

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2022 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen
ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2022!

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Dschend (Winter)

Le Jovan Nikolićistar [Romani-prikbescharipe: Josef Schmidt]

Igen phuri jag upre phadschol upro agengere
gombi, irinel o thuveskero tradipe
i niro ududarel le dschiveha o putrimo drom.

Kaputi, kocki sar andar le Devleskero va tschidim
Akora, pora, schutsche pelvi …

Kermusengere mujore
And dschumim ande jek tschavengero suno.

Sentelimo maro – khangeri upro stolo
Nisaj felhi, tschak schuvlipe.

Sako boklo –
Dschelno kipo!

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Aja poesija andar o liri­ka­kero khe­tan ke­dipe „Der Gast nir­gend­woher. Ge­sam­mel­te Lyrik“, savo ando Drava-fa­log 2021 ari alo, hi. Read the rest of this entry »

dROMa 64: „Bücher 2 / Kenvi 2“

Dezember 17th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

dROMa 64 Themenheft „Bücher 2“ | Temakeri heftlina „Kenvi 2“

→Download (PDF) | Inhalt

Das alte Jahr beschließen wir mit neuen Büchern – und mit Roma-Literatur: Den Be­ginn macht eine hier zum ersten Mal auf Deutsch ver­öffent­lich­te Weihnachts­ge­schich­te des ungari­schen Schrift­stellers Tamás Jónás (dessen Gedichte übri­gens soeben in deut­scher Über­setzung er­schie­nen sind). Christina Dongowski wür­digt die Doku­men­ta­ris­tin und Buch­autorin Nina Gladitz, die im April 2021 ver­stor­ben ist. Gladitz’ Lebens­thema waren die Aus­einan­der­setzung mit Leni Riefenstahl und der Wunsch, den Sinti-Häftlingen, die Rie­fen­stahl als Film­kom­par­sen miss­brauchte, Ge­rech­tig­keit wider­fahren zu las­sen. Roman Urbaner be­richtet von der Schaf­fung einer gro­ßen Roma-Bibliothek in Schweden und einer Kinder­biblio­thek in Rumänien. Und wir blicken nach England, wo der Freund­schafts­dienst eines jungen Mannes für einen Kriegs­vete­ra­nen den Stoff für einen Film („No Roses on a Sailor’s Grave“) und ein Buch („The Search“) ab­gab: Wir überlegen, was das ins­geheim mit Roma zu tun hat. Und zu guter Letzt stellt Chana Dischereit vom Sinti- und Roma-Lan­des­ver­band Ba­den-Württem­berg das von ihr mit­heraus­gege­bene Kochbuch „Romno Chabpen“ vor, das die Küche der Roma und Sinti mit Ge­schich­ten von ihrem Kampf um Gleich­berech­ti­gung ver­knüpft.

O phuro bersch neve kenvenca kisetinas – taj Romen­gera-li­te­ra­turaha: O kesdipe kerel adaj jek ersch­tivar andi nimtschki tschib ari dimi boschi­tschani his­torija le ungrike pisi­maschistar Tamás Jónás (saveskere poesiji akan ando nimtschko prik bescha­ripe ari ale). I Christina Dongowski la doku­mentaristkija taj kenva­kera pisi­masch­kija Nina Gladitz, savi ando april 2021 muli, patijarel. La Gladitzake­ri dschi­vi­pes­keri tema sina o donde bescha­ripe la Leni Riefen­stahlaha taj o kivanipe, le and tscha­pime Sinti­jenge, saven i Riefenstahl ojs filmiskere kom­parstscha lija, tschatschipe use te mukel te anel. Read the rest of this entry »

25 Jahre Literaturpreis „edition exil“

November 30th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Heimat fremde HeimatORF 2/Heimat Fremde Heimat, 28.11.2021
→Online in der ORF-TVthek

Seit 1996 wird der renommierte Literaturpreis des Wiener Ver­lages „edition exil“ in acht Kate­go­rien an Schrift­steller/in­nen mit Migra­tions­bio­gra­fie ver­liehen. B

e­kannte Namen wie je­ne von Barbara Marković, Dimitré Dinev, Julya Rabinowich, Seher Çakır, Thomas Perle, Didi Drobna, Mercedes Spannagel oder Ana Drezga fin­den sich un­ter den Preis­trä­gerin­nen und Preis­trä­gern der ver­gan­ge­nen 25 Jahre.

(Text und Sendung: tvthek.orf.at)

Radio Freirad: Literatur der Roma (2015)

November 29th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Aus dem Radio-Archiv (April 2015):

Beate Eder-Jordan vom Institut für Ver­glei­chende Literatur­wissen­schaf­ten an der Uni Inns­bruck hat 2014 das Buch „Die gekrön­ten Schlangen“ des unga­ri­schen Roma-Autors József Holdosi (1951–2005) neu heraus­ge­ge­ben. Eine Sen­dung von Michael Haupt für KulturTon/Ra­dio Freirad (Innsbruck).

(Sendung: Radio Freirad/archivert auf cba.fro.at)

Siehe auch:
Buchtipp: Die gekrönten Schlangen
dROMa 48 (2016): „Literatur | Literatura“

Sprungbrett in den Mainstream

November 22nd, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Kher, Romafuturismo, ROLIK: Drei Literatur-Initiativen für Roma

BÜCHERTAUFE: Präsentation von "O Mulo!" (Foto: Kher)Auch der Kulturbetrieb hat seine blinden Flecken. Min­der­hei­ten haben es schwer, sich auf dem lite­ra­ri­schen Par­kett zu be­haup­ten. In Tsche­chi­en und der Slo­wakei ver­sucht man das zu än­dern – in­dem man eige­ne Struk­tu­ren schafft.

Kher (Prag)
Eine Schlüsselrolle bei der Institutionalisierung von Roma-Literatur in Tschechien spielt der Buch­verlag „Kher“ (Romani: „Haus“, „Zu­hause“). Der Prager Verlag, hervor­ge­gan­gen aus einer On­line-Platt­form, widmet sich der För­derung und Ver­breitung von literari­schen Arbeiten aus der Minder­heit. Initiiert wurde das Verlags­pro­jekt 2012 von aka­demi­schen Schülern der 2005 ver­stor­benen Grande Dame der Romani Studies in Tsche­chi­en, Milena Hübschmannová: „Für viele Roma-Au­toren war sie wie eine Mutter, eine Unter­stützerin“, so Verlags­gründer Lukáš Houdek: „Als sie ver­starb, ver­schwand mit ihr für viele Autoren auch die trei­bende Kraft. Und des­halb haben wir beschlos­sen, etwas zu unter­nehmen. Wir sahen, dass die Autoren schreiben wol­len, pub­lizieren wol­len, aber keine Mög­lich­keiten hatten.“

„Kher“ fördert daher ältere wie neuere literarische Stim­men aus Tschechien und der Slowakei, vor­zugs­weise auf Romani, aber auch in mehr­sprachi­gen Editionen. „Zur Zeit gibt es in der Tsche­chi­schen Repub­lik, grob ge­schätzt, vierzig Autorin­nen und Autoren, die der Roma-Min­derheit an­gehören; ungefähr die Hälfte von ihnen ist derzeit tat­säch­lich aktiv“, er­zählt die Ver­legerin Karolína Ryvolová. Ergänzt wird das Verlags­programm durch Über­setzungen. Der Verlag, der an­fangs auf E-Books setzte, hat sich in­zwischen zu einem Print­verlag ge­wandelt. Dabei greift man auch auf Crowd­funding zurück – etwa bei der Antho­logie „O mulo!“ mit Er­zählungen über Toten­geister.

Romafuturismo (Chánov)
Eröffnet wurde die „Romafuturismo-Bibliothek“ An­fang 2018 in An­bindung an die Kunst­initia­tive „tranzit“ in Prag mit einem zwölf­stündigen Lese­marathon aus dem Werk der Roma-Au­torin Elena Lacková. Der Fokus der „Bibliothek für Roma-Literatur“, deren Samm­lung rasch auf mehrere Hun­dert Titel an­ge­wachsen ist, liegt auf dem litera­rischen Schaffen euro­päischer Roma-Au­toren. Read the rest of this entry »

Schajipe andi populariteta

November 18th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Kher, Romafuturismo, ROLIK: Trin literaturakere-inicijativtscha le Romenge

Büchertaufe: Präsentation von "O Mulo!" (Foto: Kher)Te la kultura lakere kore flatschki hi. Tschu­lip­tschen­ge pharo hi, pe upro lite­ra­ri­schi than duach te be­scha­rel. Andi Tsche­chi­ja taj andi Slo­va­ki­ja pro­ba­li­nen ada te ir­nel – kaj ajgeni struk­tur­tscha scho­finen.

Kher (Prag)
Jek barikano than uso institu­ci­jo­nali­siri­nipe la Ro­men­gera-lite­ra­turatar andi Tsche­chija o ken­va­kero falog „Kher“ ande lel. O falog an­dar Prag, ari alo an­dar jek on­li­ne-sele­tos­keri forma, le pomo­scha­goske taj le bul­hari­peske litera­rischi but­jendar andar o tschu­lipe, vid­minel pe. Kerdo ulo o falogis­kero pro­jekto 2012 aka­demischi isch­kola­schendar la bara rani­jatar la roma­ni­ja­lo­gijatar andi Tsche­chi­ja, Milena Hübschmannová, savi 2005 muli: „But Romen­gere pisima­schenge sina oj sar jek daj, jek pomo­scha­gosch­kija“, phenel o falo­giskero keraschi Lukáš Houdek: „Kada oj muli, leha te but pisima­schenge i aun tradi­peskeri sor bejg sina. Taj vascho­da phentscham, hot valaso iste keras. Amen diklam, hot o pisi­masch­tscha te pisinel kam­nahi, te publi­cirinel kamnahi, ham len nisaj schajip­tscha sina.“

„Kher“ vaschoda phureder taj te neve­der literari­schi hangi­jenge andar i Tschechija taj andar i Slovakija po­mo­schinel, butvar ande Romani, ham te ande but tschib­tscha­kere edici­jontscha. „Akan andi repub­lika Tschechija, valami schtar­var­desch pisi­maschkiji taj pisi­masch­tscha del, save uso Romen­gero-tschu­lipe kerinen; valami epasch lendar tscha­tschi­kan aktivi hi“, phu­kal i Karolína Ryvolová, andar o falog. Read the rest of this entry »

dROMa 63: „Bücher | Kenvi“

November 13th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

droma_63 Themenheft „Bücher“ | Temakeri heftlina „Kenvi“

→Download (PDF) | Inhalt

Bei uns stapeln sich die Bücher: Neu­er­schei­nun­gen von Roma-Au­to­ren und über Roma-The­men, die es ver­dient haben, in dROMa be­spro­chen zu werden. Wir möch­ten Ihnen daher in dieser und der kom­men­den Aus­gabe eine Reihe von ihnen vor­stellen – als Rezension, Text­auszug oder Auto­ren­gespräch. Das Heft er­öffnet die Wiener Romni Ioana Spataru, die ihrem Vater, dem Autor und Künstler Mircea Lacatus, eini­ge Fragen ge­stellt hat. Drei Gedichte aus seinem neuen Lyrik­band flan­kie­ren das Interview. Einen pracht­vol­len (Foto-)Band über den Alltag der Sinti in der DDR hat sich Roman Urbaner ge­nauer an­ge­sehen. Raluca Bianca Roman in Schott­land be­rich­tet im dROMa-Ge­spräch über den Sammel­band „Roma Writings“ und die ver­blüf­fende pub­li­zis­ti­sche Tätig­keit der frühen Roma-Be­wegung in der Zwischen­kriegs­zeit. An­schlie­ßend holen wir noch einige Initia­ti­ven (einen Verlag, eine Bibliothek und einen Autoren­klub) vor den Vor­hang, die der Roma-Literatur in Tschechien und der Slowakei un­ter die Arme grei­fen. Und auf der Rück­seite fin­den Sie einen Aus­zug aus dem hier zum Nachwort um­funktio­nier­ten Vor­wort aus dem Gedicht­band von Samuel Mago.

Use amende o kenvakere dombi mindig utsche­der on: Neve kenvi Rome­ngere-pi­si­ma­schen­dar taj pedar Romen­gere-te­matscha, pedar save ande dROMa vaker­do iste ol. Vaschoda kamaha amen tu­menge ande ada ardipe jek redo lendar angle te terdscharel – ojs re­cen­sijona, ojs tekstos­kero falato vaj ojs pisi­maschen­gero vake­ripe. I heftlina pral i betschi­tiki Romni Ioana Spataru, savi lakere dades­ke, le pisi­ma­schiske taj kinst­le­riske Mircea Lacatus, poar phutscha­jiptscha terdschar­tscha. Trin poesiji andar leskeri nevi liri­kakeri kenva o vakeripe vo­di­nen. Jek igen schukar (kipen­ge­ri-)kenva pedar o sako diveses­­kero dschi­vipe le Sintijendar andi DDR, o Roman Urbaner aun peske dikla. Read the rest of this entry »

Samuel Mago im Ö1-Gespräch

Oktober 31st, 2021  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Samuel Mago„Wir Roma sind nicht Bettler und Kri­mi­nel­le!“: Vik­to­ria Wald­häusl im Ge­spräch mit Samuel Mago, Schrift­stel­ler und Anti­zi­ga­nis­mus-Ak­ti­vist

Ö1, Im Gespräch, 28.10.2021 (→7 Tage online)

Samuel Mago ist stolz, Rom zu sein. Der 1996 in Budapest ge­bo­rene Schrift­steller mit jüdi­schen Wurzeln setz­te sich schon als Schüler in der Wiener Al­bert­gasse ge­gen anti­ziga­nis­ti­sche Klischees ein. An der Uni­ver­sität Wien, wo er „Trans­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion“ stu­diert, war er Mit­be­grün­der der „Hoch­schü­ler*in­nen­schaft Öster­rei­chi­scher Roma und Romnja“. Samuel Magos Literatur ist nicht nur poe­tisch, son­dern auch politisch. Wenn er in seinen Texten posi­tive Gegen­bilder er­schafft und seine von starken Frauen ge­prägte Fa­milien­ge­schichte er­zählt, ist das immer gleicher­maßen Akti­vis­mus wie Ge­denk­arbeit. Viktoria Waldhäusl spricht mit Samuel Mago über des­sen Fami­lien­ge­schichte, über en­ga­gier­te Litera­tur und den Reich­tum der Roma.

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Online: Schulbücher und Antiziganismus

September 28th, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Schulbuchforschung in Deutschland: Eckert. Dossier Bd. 3Imke Rath und Riem Spielhaus:
Schulbücher und Antiziganismus

Zur Darstellung von Sinti und Roma in aktuellen deutschen Lehrplänen und Schulbüchern (=Eckert. Dossiers, vol. 3/2021), hrsg. vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, [Braunschweig] 2021. [CC BY 3.0]

→zur Download-Seite | →zur Projektseite

Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für inter­natio­nale Schul­buch­for­schung hat im Auf­trag der Un­abhän­gigen Kom­mis­sion Anti­ziganis­mus eine Expertise über die Dar­stellung von Sinti und Roma in deut­schen Schulbüchern er­stellt. Diese ist ab sofort online ver­füg­bar.

Imke Rath und Riem Spielhaus analysie­ren in der Exper­tise Schul­bücher aus den Fächern Geschichte, Politi­sche Bildung und Erdkunde, die 2019 in weiter­füh­ren­deb Schulen der 16 deut­schen Bundes­länder Teil der Lehrpläne waren. Die Wis­sen­schaft­lerin­nen unter­such­ten die in den Lehrplänen vor­ge­schla­ge­nen Themen sowie den Kontext, in dem Schulbücher Sinti*zze und Rom*nja er­wähnen. Ein beson­deres Augen­merk der qualitativen Schulbuch­analyse liegt auf dem Ver­hältnis zwi­schen passiven und aktiven Dar­stellungen von Sinti und Roma. Aber auch auf dominan­ten Mustern ihrer Darstellung, wie der Re­präsen­ta­tion als Gruppe von Außenseitern oder als passive Opfer ohne die Fähig­keit zu handeln oder sich gegen Ver­folgung zu wehren. Unter­sucht wurde auch der Umgang mit ab­werten­den Begriffen in Schul­büchern, ein­schließ­lich solcher, die abwertende Bezeich­nungen explizit thema­tisieren und als Aus­druck von Herrschafts- und Aus­grenzungs­praktiken ein­ordnen.

Die Expertise dokumentiert markante Darstellungen von Sinti und Roma in den Schulbüchern, um auf Poten­ziale zur dis­krimi­nie­rungs­sensib­len bzw. rassismus­kritischen Re­präsen­tation zu ver­weisen. Die Be­stands­aufnahme diente der Un­abhängigen Kommis­sion Anti­ziganis­mus als Grund­lage für Empfeh­lungen für die weitere Ent­wicklung von Lehr­plänen und Schulbüchern, die im Juni 2021 dem Deut­schen Bundestag in einem Bericht vor­gelegt wurden. Read the rest of this entry »

PEN solidarisiert sich mit Romanes

Februar 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Romani

PEN-Zentrum DeutschlandDer deutsche PEN nimmt den Inter­na­tio­na­len Tag der Mutter­sprache am 21. Febru­ar zum An­lass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma auf­merk­sam zu machen und für ein fried­li­ches Mit­einan­der ver­schie­de­ner Kul­tu­ren in un­se­rem Land zu wer­ben.

„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa ge­lege­nen Land reich­halti­ge Kultu­ren – im Plural – haben. Dazu zählen meh­rere vom Aus­sterben be­drohte Sprachen, die nur von klei­nen Minder­heiten ge­spro­chen werden, aber doch die Fülle des Mensch­seins re­präsen­tie­ren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Prä­si­den­tin Regula Venske. „An­statt auf einem an­geb­lichen Grund­recht, ein Schnitzel be­nennen zu wollen, zu be­harren, sollten wir lieber an­deren menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Aus­tausch mit unseren Mit­menschen, ge­mein­sames Trauern, gemein­sames Feiern, gemein­sames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Roma­nes noch große literari­sche Schätze darauf, ge­hört und gelesen zu werden.“

Der UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen der Welt schätzt Ro­manes als be­droht ein. Von der größ­ten Minder­heit Europas leben in Deutschland – erst seit 1998 per Gesetz als natio­nale Minder­heit an­erkannt – 70 000 bis 150 000 Sinti und Roma. Read the rest of this entry »

Roma-Kultur-Abend in Wien

Februar 6th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Lesung im Literaturhaus Wien (Foto: Literaturhaus via Kurier.atZum Gedenken an das Bomben­atten­tat von Oberwart

Zwei Online-Lesungen aus dem Wiener Lite­ra­tur­haus: Gedichte von Mircea Lacatus, ge­le­sen von einer der Über­set­zerin­nen, Ioana Spataru, und Kurz­ge­schich­ten von Samuel Mago.

Heinz Wagner/Kurier: 26 Jahre nach dem Rohr­bom­ben-At­tentat bei der Ro­ma-Sied­lung in Oberwart [...] stand eine Online-Le­sung im Wiener Lite­ratur­haus im Zeichen von Roma-Kultur, in dem Fall schrei­ben­der Kunst. Zwei Neu­er­schei­nun­gen in der Edition Exil, die sich seit Jahrzehnten dem Schreiben zwi­schen Kultu­ren wid­met, wur­den – von Jessica Beer mo­deriert – vor­gestellt.

Ioana Spataru liest Mircea Lacatus:
Aus dem Lyrik-Band „Die geheime Geometrie der Seele/geo­metria secretă a sufle­tului“ von Mircea Lacatus las eine der beiden Über­setzerin­nen, was bei Ge­dichten immer auch mehr, näm­lich Nach-Dich­tung bedeutet, Ioana Spataru. Gemein­sam mit ihrer Schwes­ter Irina hatte sie die Gedichte ihres Vaters ins Deutsche über­tragen. [...] Lacatus er­hielt bereits 2007 den Lyrikpreis der „exil-lite­ratur­preise“, 2009 er­schien sein Lyrik­debüt „rund um meine eltern eine burg“.

Samuel Mago:
[...] In lebendigen Wort- und Sprachbildern erzählt Samuel Mago in seinem zwei­spra­chigen Prosaband (Deutsch / Romanes; Über­set­zun­gen: der Autor selbst mit Unter­stüt­zung von Mozes Heinschink) Ge­schichten aus der Welt der Roma. [...]

→Lesen Sie bitte den hier nur in kurzen Auszügen wieder­gege­benen Text  von Heinz Wagner in voller Länge auf Kurier.at.

Wir danken dem Autor für die freund­li­che Ge­neh­mi­gung!
Vier Wochen lang kann ein Zusammenschnitt des Abends auf der Home­page des Lite­ratur­hau­ses nach­ge­hört und -ge­se­hen werden.

Rezension: Dreimal spucken

Dezember 14th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Das Roma-Mädchen Loretta: „Und ihr Blick erst. Sie starrt dich an, aber ohne Neugierde. Als würde sie nichts mehr erwarten. Weder von dir noch von sonst jemandem. Nur die triefende Nase und wie sie manchmal ihre Hände bewegte, verrieten ihr wahres Alter. Ein greises Kind, so wirkte sie.“ Seitenansicht aus dem italienischen Comicroman „Dreimal spucken“ von Davide Reviati (erschienen im Avant-Verlag, 2020)Ein Bilderroman aus Italien

Beinahe wäre Davide Reviati mit diesem Comicband ein meis­ter­haft ge­zeich­ne­tes und er­zähl­tes Glanz­stück die­ses Genres ge­lun­gen. Doch er ver­knüpft die Er­in­ne­run­gen an eine ita­lie­ni­sche Jugend mit der Ge­schich­te der Roma. Einem Thema, dem die Er­zählung dann doch nicht ganz ge­wach­sen ist.

Es ist ein Buch voller Schatten, flirrender Traumgebilde, un­sicherer Böden. In der Graphic Novel des italie­nischen Zeichners Davide Reviati, die nun auch in deutscher Über­setzung vorliegt, flie­ßen Realismus und alb­traum­hafte Sequenzen un­entwegt ineinan­der. Und nicht im­mer ist klar, wo das eine endet und das an­dere beginnt.

In dem fast 600 Seiten starken Buch erzählt Reviati eigent­lich gleich zwei Ge­schichten: Da ist zum einen die auto­biogra­fisch inspi­rierte Schil­derung eines Heran­wachsens in der nord­italieni­schen Provinz, irgend­wann in den 1960er oder 1970er Jahren, in einer kleinen Ortschaft, wo die Kinder auf den Feldern herum­tollen und die Jugend­lichen die Zeit mit Gin und Joints tot­schlagen. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Berufs­schüler Guido, Grisù und Katango, die mit ihrem Leben nichts recht an­zu­fangen wissen. Im Unter­richt lassen sie sich nur selten blicken, statt­dessen kiffen sie unten am Fluss, zie­hen durch die Dorf­diskos oder spie­len Billard in der Bar.

Ist doch scheißegal
Und da ist zum anderen die Geschichte der spannungs­geladenen Begeg­nun­gen mit einer Roma-Fa­mi­lie aus Slowenien, die sich am Orts­rand in einem ver­fallenen Bauern­haus nieder­gelassen hat. Im Dorf selbst will man von den „Zigeunern“ nichts wissen. Man kennt einander, aber man hält sie auf Distanz, ver­weist sie unwirsch auf ihren Platz, draußen vor dem Dorf. „Mehr weiß ich nicht, und das ist noch zu viel“, konsta­tiert der Erzähler ein­mal: „Ist doch scheiß­egal. Zigeuner eben, was braucht man da zu wissen?“

Viel erfährt man auch vom Roma-Mädchen Loretta nicht. Sie be­gegnet den Lesern immer nur aus der Perspek­tive der Jugend­lichen, die ihr mal ver­ächtliche, mal be­gehrliche Blicke hinter­her­werfen. Read the rest of this entry »

Tagungsband „Antiziganismus und Film“

Dezember 8th, 2020  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Antigypsyism and FilmRadmila Mladenova et al. (Hrsg.): Antigypsyism and Film / Antiziganismus und Film, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2020.

Der von Radmila Mladenova, Tobias von Borcke, Pavel Brunssen, Markus End und Anja Reuss heraus­ge­ge­be­ne Band „Antigypsyism and Film / Anti­ziga­nis­mus und Film“ ist im Buch­handel er­schie­nen und auch on­line als pdf er­hältlich und kann als html-Ver­si­on ge­lesen wer­den: →zum Buch

Der Band dokumentiert die internationale Fachtagung, die der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma in Ko­opera­tion mit der Gesell­schaft für Anti­ziga­nis­mus­forschung vor der Berlinale im Febru­ar 2018 in Berlin durch­ge­führt hatte (wir berichteten). Un­mittel­barer Anlass war die Aus­strah­lung des Films „Nellys Abenteuer“, den der Zentral­rat als mas­siv anti­ziga­nis­tisch kriti­siert hatte, der aber gleich­wohl von KIKA und SWR ge­sendet wurde (mehr hier und hier).

Zum Tagungsband: Antiziganismus ist für das europäische Auge so nor­mal, dass kaum jemand auf die Idee ge­kom­men ist zu fragen, warum ‚Zigeu­ner‘ im Film immer, meta­pho­risch oder nicht so me­ta­pho­risch, als ,schwarz‘ dar­gestellt wer­den sollten. Zigeuner­feind­lich­keit ist für die Leinwand so selbst­ver­ständ­lich, dass Filme­macher nicht zögern, ihre Wahl mit drama­tur­gischen Ar­gu­men­ten zu recht­fer­tigen. Read the rest of this entry »

Recensijona: Trijalvar te tschungarel

Dezember 5th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

I Romengeri-tschaj Loretta: „Taj lakero dikipe. Oj aun tut dikel, ham oni interesi. Afka, sar te oj nischta buter na uscharel. Tutar na taj te avren­dar na. Tschak o fojimo nak taj sar oj poarvar pre va mi­cinlahi, lakero tscha­tschi­kano phu­ripe phu­kavnahi. Jek phuri tschaj, afka oj viri­kinlahi.“ Andi kipengeri kenva Jek kipengeri kenva andar i Italija

O Davide Reviati adala komikakera kenvaha bojd jek bari­kano cajch­nimo taj phu­kado fala­to adale ko­jastar scho­fin­tschaha. Ham ov o pal­gondo­li­nip­tscha upre jek itali­tiko ter­nipe la his­to­ri­jaha le Romen­dar khe­tan gom­bo­sintscha. Jeka tema­ke, savake o phu­kaji­pe na bar­tschim hi.

Jek kenva pherdi hischenca hi, uduane sundikipes­kere kojen­ca, bibas­tale phu­venca. Andi Graphic Novel le italitike cajch­ne­ristar Davide Reviati, savi akan te ando nimtsch­ko prik­bescha­ripe angle paschlol, o reja­lismus taj o bibas­tale sudi­kipes­kere sek­venca khetan fojinen. Taj na mindig nan dschan­do, kaj o jek kise­tinel taj o kija kes­dinel.

Andi bojd 600 riktschengeri sorali kenva, o Reviati mindschart duj histo­riji phukal: Ada hi upri jek rik jek o auto­bijo­grafi­schi inspi­rirti phu­kajipe jeke upre bartscho­jipes­tar andi nordi­tiki itali­tiki pro­vinca, valakada ando 1960te vaj 1970te berscha, ande jek tikno gav, kaj o tschave upro mesuji pumen khe­len taj o terne pumari cajt le dschi­niha taj le tschojn­tenca mule tscha­lan. Ando masch­ka­rutno punkto terdschon o but­jakere isch­kolasch­tscha Guido, Grisù taj Katango, save pu­mare dschi­vipeha na tscha­tschikan valaso te kes­dinel dschanen. Ando si­kajipe tschak igen tschule aun te dikel pumen muken, on mere­scheder telal usi len kifinen, duach o gaves­kere diskos ciden vaj billard ando mo­jakero khelen.

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Analyse: der Angriff in Erbach-Dellmensingen

November 29th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Romafeindlicher Angriff in Erbach-Dellmensingen (Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)Der antiziganistische Angriff in Erbach-Dell­men­sin­gen – Ana­lyse in der neu­en Leip­zi­ger Auto­ri­ta­ris­mus-Studie

Chana Dischereit: Antiziganismus im Ländle: Ein Bericht aus dem laufenden Prozess am Landgericht Ulm, in: Oliver Decker/Elmar Brähler (Hg.): Autoritäre Dynamiken: Alte Ressentiments – neue Radikalität. Leipziger Autoritarismus Studie 2020, Gießen 2020, S. 353–378.

Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landes­verband Ba­den-Württem­berg (VDSR-BW) hat an der ge­rade er­schie­ne­nen „Leipziger Auto­rita­ris­mus-Studie 2020“ (→pdf-Download) mit­ge­wirkt. Teil der Studie ist eine um­fang­reiche Analyse des anti­ziganis­ti­schen An­schlags in Er­bach-Dell­men­sin­gen in der Nähe von Ulm. Der Pro­zess vor dem Land­gericht Ulm ist Ende Sep­tem­ber 2020 zu Ende ge­gangen. Die fünf An­ge­klagten wur­den in 45 Fällen zu ge­mein­samer schwerer Nötigung nach dem Jugend­strafgesetz ver­ur­teilt. Der Staatsanwalt hat­te eine Ver­urteilung wegen ver­suchten Mordes ge­fordert. Es war eines der ers­ten Straf­verfahren in Deutschland über­haupt wegen Vertreibung. Die Analy­se der VDSR-BW-Mit­arbeiterin Chana Dischereit zeigt den all­täg­lichen Anti­ziganismus in der Mitte der Gesell­schaft auf. Diese Ein­stellung kann in Gewalt um­schlagen. In Erbach-Dell­mensin­gen fühlten sich junge Men­schen da­durch zu ihrer Tat legitimiert.

Die „Leipziger Autoritarismus-Studie 2020“ unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kom­petenz­zentrum für Rechts­extre­mis­mus- und Demo­kratie­forschung der Uni­ver­sität Leipzig nimmt die Ver­breitung von gruppen­bezogener Menschen­feind­lich­keit in der deut­schen Gesell­schaft in den Blick. Dazu gehört auch Anti­ziganismus, der gegen Sinti und Roma ge­rich­tete Rassismus.

Die Zahlen zum Antiziganismus entsprechen dem all­gemei­nen Trend der Studie – leich­ter Rück­gang bei weiter­hin hohem Niveau anti­ziganistischer und anderer men­schen­feind­licher Ein­stel­lungen. 52,9% der Be­fragten sind der Ansicht, dass Sinti und Roma zu Kriminalität nei­gen wür­den. Read the rest of this entry »

Bleib stark – Gitta Martl zu Gast im RomnoKher

November 27th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Literarischer Abend mit Rosa Gitta Martl: In der Lesung ih­res Buches „Bleib stark“ be­rich­tet die ös­ter­rei­chi­sche Sintezza und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin über die Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, die Ver­nich­tung von Men­schen der Min­der­heit durch die Nazis, aber auch po­si­ti­ve Schrit­te eines mu­ti­gen Lebens als Mit­glied der Min­der­heit in neu­en Zeiten.

Sie malt mit Worten. Sie verdichtet die Fülle des Lebens auf weni­gen Seiten. Sie bringt mit einer Gedicht­zeile, einem Bild die Ver­gessenen wieder zum Leben. Sie erzählt in epi­scher Länge von den Grau­sam­keiten und den glück­li­chen Momen­ten, von Mördern und Helfern, von der Familie und ihren Feinden, von der Freude und der Trauer. Sie schreibt so exis­ten­ziell und auto­bio­graphisch, dass man ihre in­nersten Ge­danken und Gefühle zu spüren glaubt. Ihre Erzähl­kunst gibt zu­gleich Genera­tionen von Sinti eine Stimme, die Österreich lieben und seit Jahr­hun­der­ten dort leben. Ihre Sprache ist so intim und zart und doch von gewal­tiger Energie. Und sie liest so wunder­bar, geprägt vom Tonfall ihrer Linzer Heimat, aus ihrem Werk, mit einer Inten­sität und Ruhe, die keine Zu­hörerin und keinen Zu­hörer nicht er­griffen sein lassen. Nicht für eine Se­kunde lässt die Auf­merk­sam­keit des Publikums nach.

Die Covid-19-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Lesung von Gitta Martl am 4. Novem­ber in das „virtuelle Kultur­haus“ RomnoKher ver­legt wer­den musste. Das dop­pelte Format – Livestream auf dem Youtube-Ka­nal, Video­kon­ferenz für an­gemel­dete Teil­nehmer mit der Mög­lich­keit, am Ende ins Gespräch mit der Autorin zu kom­men – hat sich dabei be­währt. Read the rest of this entry »

Online-Veranstaltung mit Autor Meti Kamberi

November 21st, 2020  |  Published in Literatur & Bücher

Veranstaltung mit Meti Kamberi, Autor von "Grad Bola" Am 21. November 2020 um 19 Uhr ver­an­stal­tet Romska Antidiskriminaciona Mreža, die serbi­sche Schwes­ter­or­ga­ni­sa­tion des Roma Anti­discrimination Network (RAN) in Deutsch­land, ein On­line-Event mit dem jungen Roma-Schrift­steller Meti Kamberi. Meti Kam­beri (Website) hat seinen ers­ten Roman ver­öf­fent­licht: Grad Bola (Stadt der Schmerzen).

→Zur Online-Veranstaltung

Als kleines Kind überlebten Meti und sein Bruder durch Betteln auf den Straßen von Niš (Serbien). Sozial­ar­bei­ter brach­ten ihn mit vier Jah­ren in einer Pflege­familie und schließ­lich in einem Heim unter. Er führte ein Leben am Ab­grund, kämpfte, über­lebte. Im Heim be­gann er an seinem auto­biografischen Roman Grad Bola zu ar­beiten. Als er voll­jährig wurde, musste er das Heim ver­lassen. Während er tags­über zehn Stunden auf dem Bau arbeitete, hat er nachts an seinem Roman ge­arbeitet. Schließ­lich hat er ihn mit nur 19 Jahren ver­öffentlicht.

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O Rajko Đurić mulo

November 14th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Rajko Đjurić (1947-2020) O ratschaskero schitiknojipe le alavendar

Me uscharv upro uferi la bara lenatar
Upro schitiknojipe le alavendar
Ando vojaschno than le egojismusistar
Upre tauchinel andar o paj
I vurclina andar o gendo trin
Prik o udud le tschonestar
O lek schukareder matscho karika cidel
O drom uso meripe mirinel
Trin ududane doriktscha le tschonestar
Ande mri jak
Trin fodri upre mro tschekat
Schitikno ol o alav
O drom uso meripe te dikel hi

Ando Burgenland-Romani o Josef Schmidt (dROMa) o prik be­scha­ri­pe kertscha.

Palo dugo pharo nasvalipe o Rajko Đurić ando 73ti bersch mulo. O Raj­ko Đurić an­do 3ti ok­to­be­ri 1947 ande Malo Orašje, Serbija, upro them alo taj ser­bitiko Ro­men­gero akti­vis­to, pisi­naschi taj po­li­tikeri sina.

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Rajko Đjurić (1947–2020)

November 13th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Rajko Đjurić (1947-2020)Die Morgendämmerung der Worte

Ich warte am Ufer des Flusses
Auf die Dämmerung der Worte
In der heiteren Landschaft der Selbstsucht
Taucht aus dem Wasser auf
Die Wurzel aus der Zahl drei
Um den Schein des Mondes
Kreist der schönste Fisch
Misst den Weg zum Tode
Drei Strahlen des Mondes
In meinem Auge
Drei Falten auf meiner Stirn
Es dämmert das Wort
Man sieht den Weg zum Tode.

Rajko Đjurić, geboren 1947, war einer der einflussreichs­ten Roma-In­tel­lek­tu­el­len. Đjurić war serbi­scher Rom und Lyriker, Pub­lizist, Wis­sen­schaft­ler und Roma-Ak­tivist, un­ter an­de­rem als Prä­sident der Inter­natio­nal Romani Union (IRU). Von 1991 bis 2002 lebte er im Exil in Berlin. Rajko Đjurić ver­starb am 2. No­vem­ber 2020 im Alter von 73 Jah­ren in Belgrad.

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dROMa 59: „Literatur | Literatura“

November 9th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Themenheft LITERATUR | Temakeri heftlina LITERATURA: dROMa 59 (2-3/2020) Sommer/Herbst | Linaj/Terno dschend 2020
Themenheft Literatur | Temakeri heftlina Literatura

→Download (PDF) | Inhalt

Ausstellungen, Filme, Bücher – mit dem aktuel­len künst­le­ri­schen und lite­rari­schen Schaf­fen von Roma und Romnja ist schon seit ge­raumer Zeit kaum noch Schritt zu halten. Für diese Aus­gabe haben wir uns daher ent­schlos­sen, uns wieder ein­mal dem Bereich der Literatur zu­zu­wenden. Das so ent­standene Themen­heft ver­eint völlig unter­schied­liche litera­ri­sche Genres. Den Auftakt macht ein Stück zeit­genössi­scher Kurzprosa von Jovan Nikolić („Fuge für Notenblatt, Bier und Fahrrad“), das als melan­cho­lisches, bier­seliges Zeit­dokument die Corona-Ära über­dauern wird, von der es be­rich­tet. Roman Urbaner stellt Ihnen Katharina Graf-Janoskas familien­bio­gra­fischen Er­in­ne­rungs­band „KriegsROMAn“ vor. Ein wuch­tiger Comic­roman aus der Feder Davide Reviatis („Dreimal spucken“) er­zählt vom Er­wachsen­werden und der Roma­feind­lich­keit in der italieni­schen Provinz. Als Hom­mage an unseren lieben Freund Ludwig Horvath, der uns in unserer Arbeit über Jahre tat­kräftig unter­stützt hat und der am 18. Juni ver­storben ist, haben wir ein von ihm er­zähl­tes Roma-Märchen aus dem Burgenland hervor­gekramt. Und auf der Heft­rück­seite prä­sentieren wir Ih­nen noch ein Ge­dicht Raj­ko Đju­rićs (1947–2020), das längst seinen Platz im Kanon der Roma-Li­teratur ge­fun­den hat.

Artschijiptscha, filmtscha, kenvi – le ak­tu­jeli kinst­le­ri­schi taj lite­ra­ri­schi keri­peha Ro­men­dar taj Rom­ni­jendar, sajt du­geder cajt, buter joma te like­rel nan. Va­schoda adale ardi­peha, papal le litera­tura­kere thanes­ke aun amen lijam. I afka ari ali tema­keri heft­lina min­den­felitike litera­rischi falati khetan phan­del. O kes­dipe kerel jek falato adive­sakera harna pro­satar le Jovan Nikolićistar („Pha­rajipe la noten­gera patra­ke, schejros­ke taj kerekoske“), savo ojs melan­cho­lischi, schejros­kero cajtakero doku­mento i corona­keri-cajt prik dschivla, sa­vatar phukal. O Roman Urbaner la Kathari­na Graf-Ja­nos­kakeri fa­milijakeri bijogra­fischi palgon­do­lini­peskeri ken­va „KriegsROMAn“, angle terdscha­rel. Read the rest of this entry »