Wissenschaft
Juni 20th, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik, Wissenschaft
Roma-Service gratuliert der Wiener Ethnomusikologin Ursula Hemetek zur Auszeichnung mit dem Wittgenstein-Preis, dem wichtigsten und höchstdotierten Wissenschaftspreis in Österreich.
mdw: Für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Minderheitenforschung in der Ethnomusikologie erhält die Professorin und Institutsleiterin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) Ursula Hemetek die renommierte wissenschaftliche Auszeichnung. Mit ihr erhält auch der Informatiker und Mathematiker Herbert Edelsbrunner (IST) den Wissenschaftspreis.
Ursula Hemetek: „Ich finde es wunderbar, dass durch diesen Preis einerseits das Fach Ethnomusikologie Anerkennung findet, ebenso wie die Forschung zu Minderheiten in diesem Fach. Ich habe mich sehr früh in meiner Karriere dafür entschieden, mich mit der Musik von marginalisierten Gruppen zu beschäftigen, und es wurde daraus ein Lebensthema. Es ist ein gesellschaftspolitisch relevantes Thema, denn es geht um Menschen, die Diskriminierung erfahren, und die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Musizierenden ist in der Ethnomusikologie durch die Methode der Feldforschung sehr eng. Die Forschung soll zur Schaffung einer gerechteren Gesellschaft mit den Mitteln der Musik beitragen.“
Die Forschungsschwerpunkte von Ursula Hemetek sind Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere Roma, burgenländische KroatInnen, MigrantInnen und Flüchtlinge. Applied ethnomusicology ist ein wesentlicher methodischer Ansatz.
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Mai 22nd, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Feindseligkeit gegenüber Minderheiten kann anstecken: Wenn im eigenen Umfeld andere ethnische Gruppen angefeindet werden, finden sich leicht Nachahmer
Max-Planck-Gesellschaft: Ethnische Konflikte eskalieren oft überraschend schnell. Welchen Einfluss das Umfeld darauf hat, dass sich Menschen plötzlich feindselig verhalten, haben Forscher kürzlich mithilfe von Experimenten untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Anfeindungen gegenüber anderen ethnischen Gruppen deutlich mehr Nachahmer finden als Anfeindungen gegen Mitglieder der eigenen sozialen Gruppe.
Ob in Bosnien, Liberia oder Ruanda – immer wieder brechen plötzlich gewalttätige Konflikte zwischen Volksgruppen aus, die lange friedlich zusammengelebt haben. Bisher gibt es keine befriedigende wissenschaftliche Erklärung, warum Aggressionen eine solche Dynamik entfalten können. Jana Cahlíková vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen hat nun gemeinsam mit Kollegen aus Tschechien und der Slowakei ein neuartiges Experiment entwickelt, um zu testen, wie das soziale Umfeld feindseliges Verhalten gegenüber einer anderen ethnischen Gruppe beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden im April 2018 im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) publiziert.
Untersucht wurden Jugendliche aus Schulen in der östlichen Slowakei und ihr Verhalten gegenüber Angehörigen der Roma – eine Minderheit, gegen die es latente Vorurteile gibt und in den letzten Jahren auch zunehmend Aggressionen. Das Besondere an dem Test war, dass die Teilnehmer innerhalb ihres sozialen Umfelds agieren konnten.
Mitspieler dürfen Boshaftigkeit ausleben
Um diskriminierendes Verhalten zu untersuchen, ließen die Forscher die Jugendlichen ein so genanntes „Joy of Destruction game“ spielen: ein Spiel, in dem die Teilnehmer – wenn sie wollen – ihre Boshaftigkeit ausleben können. Zwei Spieler erhalten jeweils zwei Euro und sollen gleichzeitig entscheiden, ob sie 20 Cent ausgeben, um den Betrag des jeweils anderen um einen Euro zu verringern, oder das Geld einfach nur behalten möchten. Die Spieler bleiben dabei anonym, und spielen jeweils nur einmal gegeneinander.
Anhand einer Liste mit typischen Namen informierten die Forscher die Teilnehmer darüber, ob das Gegenüber ein Angehöriger der slowakischen Mehrheitsbevölkerung oder der Roma-Minderheit war. Read the rest of this entry »
Februar 12th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
15. Februar 2018, Berlin:
Ausstellung und Vortrag: NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau
Zu Gast beim Janusz-Korczak-Haus Berlin sind Iryna Radchenko and Maryna Strilchuk, zwei Wissenschaftlerinnen aus dem Ukrainischen Institut für Holocaust-Studien „Tkuma“ (Dnipro, Ukraine), die an diesem Abend ihre Ausstellung „Die Tragödie der Roma: Vergangenheit und Gegenwart“ präsentieren. Die Ausstellung ist ein Ergebnis des wissenschaftlichen Projektes zur Erforschung des NS-Genozids an den Roma auf dem Territorium der Ukraine und der Republik Moldau. Das Projekt wurde von „Tkuma“ mit Unterstützung der „International Holocaust Remembrance Alliance“ durchgeführt.
Programm: Read the rest of this entry »
Februar 7th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Bremen: Ausstellung über die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus am Beispiel fotografisch dokumentierter Familiengeschichten aus Mitteldeutschland
Zentralbibliothek Bremen, Wall-Saal
15.02.2018 – 14.03.2018 (Eintritt frei)
Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort lehrende Historikerin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930er Jahren in Dessau-Roßlau dokumentieren. Sie gehen auf den damals in Roßlau lebenden Fotojournalisten Hanns Weltzel zurück. Weltzel hatte ab 1931 intensive Kontakte zu den Familien, die auf ihren Handelswegen nach Dessau-Roßlau kamen. Die Fotos und erhalten gebliebenen Briefe zeugen von einer freundschaftlichen und von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägten Atmosphäre. Darin liegt die Besonderheit dieses Fotobestandes, insbesondere wenn man sie mit Propagandafotos im Nationalsozialismus vergleicht.
Die Beschriftungen der Fotos geben nur bedingt Auskünfte, um wen es sich auf den einzelnen Fotos handelt. Die namentliche Identifizierung ist jedoch die Grundvoraussetzung, um die Verfolgungswege der Menschen und ihrer Familien zu erforschen. Dieser Aufgabe widmet sich Professor Eve Rosenhaft gemeinsam mit Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau in enger Kooperation. Nach voneinander unabhängigen Forschungen und Durchführung von Jugendprojekten führten sie vor drei Jahren ihre Forschungsergebnisse zusammen und begannen zielgerichtet für eine Ausstellung zur Erinnerung an die mitteldeutschen Sinti und Roma Fotografien in Augenschein zu nehmen und in Archiven nach weiterführenden Hinweisen zu suchen. Read the rest of this entry »
Januar 20th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Udo Engbring-Romang:
»Mit einer Rückkehr ist nicht mehr zu rechnen …«
Die Verfolgung der Sinti und Roma in Mannheim
Quellen und Darstellungen zur Mannheimer Stadtgeschichte, Bd. 11
Jan Thorbecke Verlag: Ostfildern 2017
Hardcover, 160 S., ISBN: 978-3-7995-0960-2
Wie überall in Deutschland wurden im März 1943 Sinti und Roma aus Mannheim von den nationalsozialistischen Machthabern in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ziel war wie bei den Juden die Beseitigung der als »außereuropäische Fremdrasse« bezeichneten Menschen. Die Diskriminierung und Verfolgung begann aber nicht erst in der Zeit des Nationalsozialismus; schon früher wurden sie ausgegrenzt und waren bereits in der Weimarer Zeit staatlichen Repressionen ausgesetzt. Read the rest of this entry »
Januar 10th, 2018 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Fachgespräch (21.2.) und Konferenz (22./23.2.) zu „Antiziganismus und Film“ in Berlin
Das Thema „Antiziganismus und Film“ ist hochaktuell und eine tiefergehende Auseinandersetzung und Debatte dazu steht bislang aus. In den letzten Monaten gab es größere öffentliche Aufmerksamkeit und kritische Debatten zu gleich drei aktuellen Kinoproduktionen. Zum einen die inhaltliche Ausrichtung des Kinder- und Jugendfilms „Nellys Abenteuer“ (hier und hier) wie auch seine Produktionsbedingungen, die auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma bei einem Fachgespräch in Berlin kontrovers diskutiert wurden. Zum anderen der französische Film „À bras ouverts“ („Hereinspaziert“), der bereits Anfang des Jahres in Frankreich eine Debatte über Rassismus im Kino auslöste und nun auch in Deutschland und Österreich stark kritisiert wird. Auch die Besetzung einer männlichen Hauptrolle in der geplanten Verfilmung von Mikey Walshs Memoiren „Gypsy Boy“ mit Benedict Cumberbatch hat in Großbritannien eine Diskussion über „Whitewashing“ im Kino angefacht.
Bereits seit Jahren ist das Thema „Roma“ und damit in vielfältiger Weise auch das Thema „Antiziganismus“ in der Filmbranche präsent. Filme wie „Epizoda u životu berača željeza“ („Aus dem Leben eines Schrottsammlers“), „Csak a szél“ („Just the wind“) oder „Aferim!“ erlangten Preise auf den großen Filmfestspielen. Aufwendige Kinoproduktionen wie „Sherlock Holmes: A Game of Shadows“ („Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“) oder „Chocolat“ („Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“) bemühen antiziganistische Stereotype und verschiedenste Fernsehproduktionen der letzten Jahre und Jahrzehnte setzen sich gewollt oder ungewollt mit diesem Themenfeld auseinander. Erinnert sei nur an die kontroversen Diskussionen zu den Tatort-Folgen „Armer Nanosh“ (1989) und „Brandmal“ (2008). Filme, die explizit aus einer Romani-Perspektive produziert und erzählt werden, schaffen es hingegen selten über den Status des ‚Nischenfilms’ hinaus.
Vorläufiges Programm Read the rest of this entry »
November 27th, 2017 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Danyal Maneka (2016): Die Anderen der Mozartstadt – Zur Rolle rassistischer Bedeutungskonstruktion im Salzburger Printmediendiskurs vor dem Beschluss des sektoralen Bettelverbots
Bachelorarbeit (Institut für Politikwissenschaft), Universität Wien, 44 S.
→Download (pdf)
[Die Berichterstattung] begann relativ abrupt Ende Februar 2015 und endete Anfang Juni 2015 ebenso plötzlich wieder, und zwar zeitgleich mit dem Beschluss eines sektoralen Bettelverbotes durch die Gemeinde. Die Intensität der Berichterstattung (in drei Monaten ca. 180 Beiträge in den zwei größten Zeitungen!), die Sequenz von medialer Aufmerksamkeit und Handeln der Politik und der plötzliche Abfall der Aufmerksamkeit nach dem Handeln lässt vermuten, dass es sich bei der Medienkampagne um eine Offensive gegen ArmutsmigrantInnen aus Südosteuropa (…) handelt.
(…) Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nicht mit der Praxis der Migration oder des Bettelns an sich (…). Thema ist ausschließlich die printmediale Repräsentation temporärer Armutsmigrationen (von RomNija) im Vorfeld des Beschlusses des sektoralen Bettelverbots. Genauer gesagt soll der Frage nachgegangen werden, ob Rassismus in der Salzburger Printmediendebatte über das Betteln und seine AkteurInnen in den drei Monaten vor dem Beschluss eine Rolle spielt, um Aufschluss darüber zu erhalten, inwieweit Ressentiments im konkreten Fall den repressiven Umgang mit ArmutsmigrantInnen legitimieren. Anders gesagt: Enthält die Art und Weise wie AutorInnen ArmutsmigrantInnen darstellen rassistische Elemente?
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Oktober 24th, 2017 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Markus End: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden
Kurzexpertise im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, Oktober 2017 (48 S.)
Download: “Antiziganismus und Polizei” (PDF, 725 KB)
Antiziganismus gehört zu den am weitesten verbreiteten und gesellschaftlich am tiefsten verankerten Formen rassistischer Vorurteile in Deutschland. Sinti und Roma sind in besonderem Maße dem Risiko von Diskriminierungen ausgesetzt. Besondere Probleme bestehen im Bereich der Polizeiarbeit. „Racial Profiling“ durch Polizeibeamte/innen gehört zu den am häufigsten wiederkehrenden Diskriminierungserfahrungen für Angehörige der Minderheit. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat zu diesem Thema eine Studie mit dem Titel „Antiziganismus in der Polizei –Formen ethnischer Kategorisierung von Sinti und Roma durch Polizei und andere Exekutivbehörden des Bundes und der Länder“ in Auftrag gegeben. Gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat der Zentralrat am 17. Oktober 2017 in Berlin die Ergebnisse der von Dr. Markus End erstellten Expertise der Öffentlichkeit vorgestellt und über Lösungsstrategien diskutiert.
(Text: Zentralrat)
September 27th, 2017 |
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Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Wissenschaft
Verena Meier: Gutachten zum Forschungsstand zum Thema „Protestantismus und Antiziganismus“. Gutachten im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg 2017.
>>Download (pdf)
Die Rolle von Kirchen – insbesondere der evangelischen Kirchen und ihrer Vertreter und Vertreterinnen – stellt ein großes Desiderat in der Antiziganismusforschung und den Romani Studies dar. Dieses wissenschaftliche Gutachten gibt einen Überblick über bereits vorliegende Zugänge und Studien. Ergebnisse und weitere Forschungslücken werden dabei in Bezug auf „Protestantismus und Antiziganismus“ in Deutschland aufgezeigt. Der Überblick erfolgt in chronologischer Abfolge, beginnend mit der Reformation bis hin zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem erinnerungskulturellen Umgang mit der Vergangenheit. Derzeit fehlt es an übergreifenden und systematischen Studien. Dennoch geben die bereits vorliegenden Untersuchungen zu bestimmten geografischen und zeitlichen Kontexten bereits einen Eindruck von den übergreifenden Verflechtungen zwischen Vertretern der evangelischen Kirche und antiziganistischen Tendenzen.
Abstract: Research Report on the State of Research on the Topic of “Protestantism and Antigypsyism”
The role of churches – Protestant churches and their representatives in particular – in antigypsyist tendencies is a major desideratum in research on antigypsyism and Romani studies. The following research report gives an overview of existing research approaches and studies. Their findings and further research gaps are highlighted in relation to “Protestantism and Antigypsyism” in Germany. Read the rest of this entry »
September 20th, 2017 |
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Einrichtungen, Wissenschaft
Spanien bekommt seinen ersten Lehrstuhl für Kultur der Gitanos (spanische Roma). Die neue Lehr- und Forschungsstelle wird an der Universität Alicante eingerichtet. Der Consell, die Regionalregierung von Valencia, hat eine diesbezügliche Kooperationsvereinbarung zwischen der Gleichbehandlungsbehörde und der Universität Alicante bewilligt. Der neue Lehrstuhl soll die akademische Ausbildung junger Roma fördern und die Lebensrealität der spanischen Roma-Population erforschen. Die Einrichtung des Lehrstuhls soll noch 2017 erfolgen, die Subvention durch die Regionalregierung beläuft sich auf maximal 30.000 Euro.
Insgesamt wird die Region Valencia 180.000 Euro für Projekte zur Inklusion der Gitanos in Valencia bereitstellen. Der Consell hat hierfür in seiner Sitzung am Freiitag auch ein Übereinkommen mit der Fundación Secretariado Gitano zur sozialen Integration und zur Bekämpfung von Armut und Diskriminierung beschlossen. Kofinanziert wird dieses Projekt vom Europäischen Sozialfonds.
Der Wunsch des valencianischen Gitano-Verbands (FAGA Comunidad Valenciana), bei der Planung und Einrichtung des Lehrstuhls als Berater oder Vertragspartner miteinbezogen zu werden, wurde offenbar nicht berücksichtigt.
(dROMa)
September 1st, 2017 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Radio RomaRespekt #2: Wissenschaft gegen Antiromaismus
Sendung vom 2.12.2015: Die Wissenschaftler Hristo Kyuchukov (Psycholinguist, besonders für Romanes, Erziehungswissenschaftler) und Jan Selling (Historiker und Autor des Forschungsnetzwerks Antiziganism, Schweden) sprechen über Antiromaismus und Selbstermächtigung von Roma und Romnja in der Bildung.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
August 27th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Der Historiker Martin Arndt koordiniert beim Rostocker Verein Soziale Bildung e.V. das Projekt „Lichtenhagen im Gedächtnis“, ein von der Stadt Rostock finanziertes Archiv- und Vermittlungsprojekt zu den rassistischen Ausschreitungen vor dem „Sonnenblumenhaus“ vor 25 Jahren (mehr hier). Velten Schäfer (Neues Deutschland) sprach mit ihm über die Schwierigkeiten, die Gewaltausbrüche des Sommers 1992 zu rekonstruieren. Wir bringen im Folgenden einen Auszug; das ungekürzte Interview finden Sie hier.
„Den Ausgangspunkt bildeten kleine, private »Archive« von Bürgerinnen und Bürgern, die damals gesammelt haben, was ihnen in die Hände kam – das sind natürlich zunächst oft Mediendokumente, schwerpunktmäßig aus den lokalen Zeitungen. Die Flugblätter, die damals von den Rechten in Umlauf gebracht wurden und die von der Gegenseite. Wir haben alle Unterlagen aus dem damaligen Alternativen Jugendzentrum übernommen, darunter ist eine zeitgenössische Chronologie der Ereignisse. (…) Es gehört zu den Zielen unseres Projekts, die Perspektiven der Betroffenen rekonstruieren zu helfen. Dazu gibt es bereits Ansätze. Vor fünf Jahren hat etwa die Heinrich-Böll-Stiftung eine Reihe von Zeitzeugeninterviews aufgezeichnet, mit damaligen Bewohnern des Heims für vietnamesische Vertragsarbeiter (…) und mit Gegenaktivisten. Während viele vietnamesische Zeitzeugen noch in der Stadt sind und mit dem nach den Ereignissen gegründeten Verein Diên Hông auch eine Adresse haben, ist es sehr schwierig, Stimmen der damaligen Roma-Flüchtlinge zu finden, gegen die sich die rassistische Mobilmachung zuerst gerichtet hatte. Viele von diesen kamen aus Rumänien und wurden nach dem entsprechenden Abkommen vom September 1992 zurückgebracht. Ihre individuellen Blickwinkel sind bisher tatsächlich ein blinder Fleck. Immerhin spielen Roma als Gruppe inzwischen eine größere Rolle in der Erinnerung. Am Dienstagabend [nahm] mit Romani Rose vom Zentralrat der Sinti und Roma erstmals ein Vertreter der Roma an einer Gedenkveranstaltung [teil].
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August 18th, 2017 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Johanna Westermaier (2016): An den Grenzen der Hoffnung. Ethnographie eines Arbeitsmarktintegrationsprojektes für Roma/Romnija
Masterarbeit (MA), Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie), 95 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Einleitung (S. 1-3):
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit einem Arbeitsmarktintegrationsprojekt für Roma und Romnija in der Steiermark. Das Projekt, das von einer NGO in Kooperation mit anderen NGOs und Roma-Selbstvertretervereinen über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt wird, (…) baut auf drei zentralen Säulen auf: Arbeitsmarktintegration, Empowerment und Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Ziel ist es, über Beratung und Betreuung, Deutsch- und Qualifizierungskurse sowie durch Vermittlung, die Chancen der teilnehmenden Roma/Romnija auf dem ersten Arbeitsmarkt in Österreich deutlich zu erhöhen. Mithilfe von Empowerment-Workshops und der Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Roma-Selbstvertretervereinen soll Diskriminierung entgegengewirkt werden. Über Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit sollen einerseits existierende Vorurteile in der Mehrheitsbevölkerung abgebaut und andererseits ein Netzwerk an UnterstützerInnen, auch in Form von potentiellen Arbeitgebern, aufgebaut werden.
Über einen Zeitraum von sechs Monaten begleitete ich das Projekt in Form einer Feldforschung. (…). Ziel war es, einen kulturanthropologischen Blick auf die Rolle dieses Arbeitsmarktintegrationsprojektes vor dem Hintergrund kultureller Transformationsprozesse zu richten, die Innensicht der verschiedenen AkteurInnen zu erhalten und mithilfe ethnographischer Methoden zu erfassen und auszuwerten. Dabei galt es, die institutionellen, staatlichen, ideologischen und kulturellen Strukturen, in welche das Projekt unweigerlich eingebunden ist, im Hinblick auf deren einschränkende und ermöglichende Funktionen zu analysieren. Um diese Strukturen, die den Möglichkeiten des Projektes Grenzen setzen, ersichtlich zu machen, stelle ich die Perspektive der MitarbeiterInnen der der TeilnehmerInnen gegenüber. Read the rest of this entry »
Juli 25th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg nimmt Arbeit auf: Wissenschaftler untersuchen Ausgrenzung von Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart
Pressemitteilung, 24.7.2017: Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Perspektive widmen wird, hat an der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Die feierliche Eröffnung findet am 28. Juli 2017 statt. Die Einrichtung dieser Forschungsstelle Antiziganismus geht auf einen Staatsvertrag zurück, den der Landesverband Baden-Württemberg im Verband Deutscher Sinti und Roma und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben.
An der Eröffnungsveranstaltung, zu der der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, eingeladen hat, werden die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, der Vorsitzende des Landesverbandes, Daniel Strauß, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teilnehmen.
„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zeichen – gegen das Schweigen, für die Aufklärung. Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung den Sinti und Roma gegenüber gerecht“, betont Ministerin Bauer. Die neue Einrichtung wird aus Mitteln des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums finanziert. Die Forschungsstelle beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
„Ausgehend von der bis heute anhaltenden Stigmatisierung von Sinti und Roma gilt es, Stereotype, Vorurteile und die daraus resultierenden Mechanismen der Ausgrenzung historisch fundiert unter dem Dach der noch jungen Antiziganismusforschung zu untersuchen. Dies ist eine Aufgabe von großer wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Dringlichkeit“, betont der Heidelberger Zeithistoriker Prof. Dr. Edgar Wolfrum, der das Konzept für die Forschungsstelle mit Mitarbeiterinnen des Arbeitsbereichs Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa erarbeitet hat. Read the rest of this entry »
Juni 2nd, 2017 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Wie könnte ein solidarisches EU-Asylrecht aussehen? Vor welchen Herausforderungen steht die Forschung zum Thema Erstaufnahmeeinrichtungen von Flüchtlingen? In der ersten Ausgabe der „Zeitschrift für Flüchtlingsforschung“ stellen Wissenschaftler aktuelle Erkenntnisse vor.
Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
The German Journal for Refugee Studies
Die Zeitschrift für Flüchtlingsforschung (ZFlucht) ist ein neues peer-reviewed journal, das sich explizit als trans- und interdisziplinäres Organ versteht und danach strebt, als „Informationsknoten“ der wissenschaftlichen Community die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung in der Flüchtlingsforschung sichtbar zu machen und diese langfristig voranzutreiben.
Die ZFlucht zielt darauf, herausragende wissenschaftliche Beiträge zu den Themen Flucht, Vertreibung und anderen Formen der Gewaltmigration sowie zum Flüchtlingsschutz und zur (Re-)Integration von Flüchtlingen zu veröffentlichen. Inhaltlich relevante Beiträge können sich auf globale, regionale, nationale und lokale Entwicklungen sowie auf theoretische Auseinandersetzungen beziehen. Die Zeitschrift ist an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis angesiedelt. Sie richtet sich explizit an Sozial-, Kultur-, Rechts- und GeisteswissenschaftlerInnen und zudem an BerufspraktikerInnen und EntscheidungsträgerInnen in Politik, Verwaltung, Verbänden und (internationalen) Nichtregierungsorganisationen sowie an Ehrenamtliche, Freiwillige und Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit.
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April 10th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Die von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark beim ETC Graz in Auftrag gegebene Studie zeigt erstmals das Ausmaß von Hate Crime in der Steiermark: Eine Reihe von Maßnahmen soll die Menschen nun weiter sensibilisieren.
Es sind die ersten offiziellen Zahlen, die rund um das Thema Hate Crime in der Steiermark erhoben wurden. Das ETC Graz (Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie) befragte im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle Steiermark landesweit 1.112 Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Ergebnisse: 431 Personen (39 Prozent) gaben an, in den vergangenen 12 Monaten zumindest einmal wegen ihrer Hautfarbe, Religion oder Herkunft beschimpft, beleidigt oder bedroht worden zu sein. Davon waren 188 Personen (17 Prozent) öfter als 3 Mal betroffen. Opfer eines körperlichen Übergriffs aufgrund von Hautfarbe, Religion oder Herkunft wurden in den vergangenen 12 Monaten laut Befragung 98 Personen (9 Prozent). Davon 31 Personen (3 Prozent) öfter als 3 Mal.
Unter der Berücksichtigung von Mehrfachnennungen lässt sich folgende Hochrechnung treffen: In der Steiermark ereignen sich laut der Studie bis zu 4.100 Hate Crimes pro Jahr. Und zwar zwischen 2.500 und 3.500 verbale Attacken sowie 400 bis 600 körperliche Übergriffe. Auffallend auch: Am häufigsten passierten diese Vorfälle (verbal und körperlich) auf der Straße, in Parks bzw. in öffentlichen Verkehrsmitteln.
„Für uns bedeuten diese Zahlen, dass wir noch stärker das Bewusstsein für dieses Thema schärfen müssen“, sagt Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark. So plant die Antidiskriminierungsstelle gemeinsam mit dem ETC Tagesveranstaltungen u.a. in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gemeinsam Sicher“, bei denen Polizistinnen und Polizisten mit Betroffenen zusammenkommen, um das gegenseitige Verständnis zu stärken. Auch das Personal der Grazer Ordnungswache soll dazu eingeladen werden.
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April 5th, 2017 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Politik, Wissenschaft
Die „Central European University“ (CEU) in Budapest ist schwer unter Beschuss. Viktor Orbáns rechtskonservative Regierung bringt nicht nur auf internationale Unterstützung angewiesene NGOs in Bedrängnis (darunter Menschenrechts-Organisationen, die für die Rechte der Roma-Minderheit eintreten); das jüngste Manöver seiner „illiberalen Demokratie“ wendet sich nun auch gegen die renommierte Budapester Privat-Universität CEU. Eine – speziell auf die CEU zugeschnittene – Novelle des ungarischen Hochschulgesetzes sieht nämlich vor, dass Hochschulen mit einem Träger außerhalb der EU eine Universität im Mutterland betreiben müssen, um in Ungarn tätig sein zu dürfen. Dies ist bei der US-finanzierten CEU nicht der Fall. „Wer die Bedingungen dieser Gesetzesmodifizierung nicht erfüllt, darf ab 1. Jänner 2018 keine Studienanfänger mehr aufnehmen“, heißt es in der am Dienstag verabschiedeten Novelle. Die 1991 von George Soros begründete CEU steht somit vor der Schließung.
Auch bei dem Vorgehen gegen die CEU geht es um eine – durchaus auch antisemitisch grundierte – Kampagne gegen den aus Budapest stammenden US-Milliardär, dessen „Open Society Foundations“ (ehemals OSI) zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen in den jungen Demokratien Ost- und Mitteleuropas unterstützt, insbesondere auch Projekte und Einrichtungen für Roma.
Ganz in diesem Sinne betreibt auch die CEU seit 12 Jahren ein eigenes Förderprogramm für Roma-Studierende: Bereits mehr als 250 Roma-Akademiker/-innen verdanken ihre Ausbildung den „Roma Access Programs“ (RAP) der CEU. Viele von ihnen nehmen heute – als akademische Elite ihrer Volksgruppe – an Schlüsselstellen der europäischen und nationalen Institutionen Einfluss auf die Gestaltung der Roma-Politik. Derzeit ist die CEU dabei, dieses Programm unter dem Dach der neuen „Roma in European Societies“-Initiative weiter auszubauen. Diese wurde 2016 in Kooperation mit der dänischen Velux-Stiftung, dem „Roma Initiatives Office“ der „Open Society Foundations“ und dem „Roma Education Funds“ begründet. Ihre Finanzierung beträgt fünf Millionen Euro. Verbunden mit der neuen Initiative ist an der CEU zudem gerade erst ein eigener Lehrstuhl für „Roma Studies“ eingerichtet worden; besetzt wurde er mit den Roma-Wissenschaftlern Iulius Rostas und Angela Kocze.
All dies steht nun auf dem Spiel. Orbáns Angriff auf die CEU ist auch ein Schlag gegen die Emanzipation der Roma.
(Roman Urbaner/dROMa)
März 26th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
„Doppeltes Unrecht – ein späte Entschuldigung“
Gemeinsame Publikation des deutschen Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zur Aufarbeitung der Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus den 1950er Jahren betreffend die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma statt. Die Ergebnisse des Symposiums wurden nun in einer gemeinsamen Publikation des Bundesgerichtshof und des Zentralrats veröffentlicht. Die Broschüre enthält alle Beiträge der Veranstaltung – einschließlich der beiden Vorträge von Herrn Prof. Dr. Dr. Ingo Müller und Herrn Richter am Bundesgerichtshof a. D. Dr. Detlev Fischer – sowie die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Januar 1956, die den Gegenstand des Symposiums bildeten.
Aus dem Vorwort:
„Eine späte Entschuldigung in symbolischer Weise wie auch ganz explizit zum Ausdruck zu bringen, war der tragende Gedanke des Symposiums, das am 17. Februar 2016 in den Räumen des Bundesgerichtshofs stattgefunden hat. Die Entschuldigung gilt den Sinti und Roma, denen durch die Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs in den 50er Jahren weiteres Unrecht widerfahren war. Durch eine Rechtsprechung, die die rassistische Motivation der Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten negierte, die betroffene Bevölkerungsgruppe erneut pauschal diskriminierte und den rechtsuchenden Opfern Entschädigung versagte. Read the rest of this entry »
Februar 28th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Weiterdenken: Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz
Neighbours in the Hood: Herbstschule Antiziganismus und Self-empowerment (Festspielhaus Hellerau, Dresden), 26.9.2015
Die Diskriminierung von Roma und Romnja beruht nicht nur auf dem falschen Denken Einzelner, sondern sie gründet im Wesen der bürgerlichen Gesellschaft selbst. Kritik an Rassismus reicht hier nicht: Die im Kapitalismus spezifisch gehasste ethnisierte „Asozialität“ wird im Vortrag gesellschaftskritisch untersucht.
Intro (8.45 min) | Diskussion (24.40 min)
(Weiterdenken | Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)
Februar 12th, 2017 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Prof. Dr. Andreas Mosbacher/Romani Rose:
„…und gehört zur Volksgruppe der Roma…“
Artikel in der Deutschen Richterzeitung
DRiZ, Heft 2/2017 (Inhaltsverzeichnis)
In der neuesten Auflage der Deutschen Richterzeitung (DRIZ 2/2017) wurde ein gemeinschaftlicher Artikel von Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Andreas Mosbacher und dem Vorsitzenden des Zentralrats Romani Rose veröffentlicht. Obwohl in den persönlichen Verhältnissen im Urteil lediglich Kriterien wie, wann und wo der Angeklagte geboren, in welchen Verhältnissen er aufgewachsen ist, seine schulische und berufliche Bildung, sein Beruf und die familiären und wirtschaftlichen Verhältnisse zu nennen sind, verweisen einige Urteile auf die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe. Die Nennung der ethnischen Zugehörigkeit ist, wie bestimmte andere Informationen über den Angeklagten, ein typisches Einfallstor für die Diskriminierung von Minderheiten und die Bestätigung latenter Vorurteile. Unter dem Titel „…und gehört zur Volksgruppe der Roma“ werben die Autoren für mehr Sensibilität der Strafjustiz beim Umgang mit Minderheiten.
(Text: Zentralrat)