Forschungsstelle Antiziganismus in Heidelberg

Juli 25th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Universität HeidelbergForschungsstelle Antiziganismus an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg nimmt Ar­beit auf: Wis­sen­schaft­ler unter­suchen Aus­gren­zung von Sinti und Roma in Ge­schichte und Ge­gen­wart

Pressemitteilung, 24.7.2017: Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Aus­gren­zung, Dis­kri­mi­nie­rung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Per­spek­tive wid­men wird, hat an der Uni­ver­si­tät Heidel­berg ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Die feier­liche Er­öff­nung fin­det am 28. Juli 2017 statt. Die Ein­rich­tung die­ser For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus geht auf einen Staats­vertrag zurück, den der Landes­ver­band Baden-Württem­berg im Ver­band Deut­scher Sinti und Roma und das Land Ba­den-Württemberg im No­vem­ber 2013 ge­schlos­sen haben.

An der Eröffnungsveranstaltung, zu der der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, ein­ge­la­den hat, wer­den die ba­den-württem­ber­gi­sche Wis­sen­schafts­minis­te­rin Theresia Bauer, der Vor­sitzende des Landes­ver­bandes, Daniel Strauß, und der Vor­sitzende des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, teil­nehmen.

„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zei­chen – gegen das Schweigen, für die Auf­klärung. Damit wird das Land auch seiner histo­ri­schen Ver­pflich­tung den Sinti und Roma gegen­über ge­recht“, be­tont Minis­te­rin Bauer. Die neue Ein­rich­tung wird aus Mitteln des ba­den-württem­bergi­schen Wissen­schafts­minis­te­riums finan­ziert. Die For­schungs­stelle be­schäf­tigt sich mit grund­legen­den Fragen zu Ur­sa­chen, Formen und Folgen des Anti­ziganis­mus in den euro­päi­schen Gesell­schaf­ten vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

„Ausgehend von der bis heute anhaltenden Stigmati­sie­rung von Sinti und Roma gilt es, Stereotype, Vor­urteile und die daraus resul­tie­ren­den Mecha­nis­men der Ausgrenzung his­to­risch fun­diert unter dem Dach der noch jungen Anti­zi­ga­nis­mus­forschung zu un­ter­suchen. Dies ist eine Auf­gabe von großer wissen­schaft­licher, gesell­schaft­li­cher und poli­ti­scher Dring­lich­keit“, betont der Heidel­berger Zeit­histo­ri­ker Prof. Dr. Edgar Wolfrum, der das Kon­zept für die For­schungs­stelle mit Mit­arbei­terin­nen des Arbeits­bereichs Min­der­heiten­ge­schich­te und Bürger­rechte in Europa er­ar­bei­tet hat. Über­grei­fend sollen zu­dem inter­dis­zipli­näre Unter­su­chun­gen im Kon­text der Rassismus-, Gewalt- und In­klu­sions­forschung durch­ge­führt wer­den. An­gestrebt werden dabei Ko­opera­tio­nen mit ver­schie­de­nen Wis­sen­schafts­bereivchen in­ner­halb der Uni­ver­sität sowie mit Part­nern an ande­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen.

Die Forschungsstelle Antiziganismus ist am Historischen Seminar der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg an­ge­sie­delt. Neben der Lei­tung wer­den ihr zwei in die­sem Bereich aus­ge­wie­sene Forscher an­ge­hö­ren; zur För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchses wer­den außer­dem zwei Pro­motions­stipen­dien ver­geben. Auf­gabe der For­schungs­stelle wird es auch sein, Lehrv­eranstal­tun­gen an­zu­bieten. Mit ihrer Ein­rich­tung reagie­ren die Initia­toren auf die Tat­sache, dass in Deutschland bis­lang keine eigen­stän­dige Forschungs­stelle und kein Lehrstuhl zu diesem For­schungs­gebiet exis­tiert.

Zum Auftakt der feierlichen Eröffnung spricht der Rektor. Mit Gruß­worten wer­den sich an­schlie­ßend Theresia Bauer und Daniel Strauß an die Gäste wen­den. Prof. Wolfrum stellt die Arbeit der neuen Ein­rich­tung vor. „Zum Geleit“ spricht auch Romani Rose, der zu­gleich Vor­sitzen­der des in Heidelberg an­ge­sie­del­ten Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrums Deutscher Sinti und Roma ist.

(Text: Pressemitteilung Universität Heidelberg)

Leave a Response