Geschichte & Gedenken
Mai 10th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Verwaltungsakademie zeigt Roma-Ausstellung und veranstaltet Antiziganismus-Workshop
Wien (OTS) — „Roma stehen immer noch in vielen Ländern der Europäischen Union am Rande der Gesellschaft. Immer noch ist der Antiziganismus weit verbreitet“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar beim Besuch des Workshops „Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile“ der Verwaltungsakademie des Bundes im Schloss Laudon. „Immer noch gibt es vielfach Ausgrenzung, Ungleichheit und Diskriminierung gegen die mit zwölf Millionen Menschen in Europa größte ethnische Minderheit. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, leiden vor allem die Ärmsten. Und das gilt nicht zuletzt auch für Österreich, wie es leider der Antiziganismusbericht 2015 belegt hat“, so Duzdar weiter. „Roma und Sinti sind überdurchschnittlich von unzureichender Schulausbildung, Arbeitslosigkeit und Diskriminierungserfahrungen betroffen, so dass die Armutsgefährdung besonders stark ausgeprägt ist.“
In der Roma-Strategie 2020 wird nun der Sensibilisierung für Diskriminierungen von Roma ein wichtiger Platz eingeräumt. Die Verwaltungsakademie des Bundes zeigt daher im Schloss Laudon neun Wochen lang die Ausstellung „Auf den Spuren der Vergangenheit“, die Informationen über den Völkermord an Roma und Sinti während der Zeit des Nationalsozialismus bringt. (Anm. d. dROMa-Red.: Ausstellung des Vereins Karika, zu sehen ist auch die Zeitzeugen-Dokumentation Mri Historija von Roma-Service.) Zudem findet heute ein erster Sensibilisierungsworkshops statt, der offen für Bedienstete des öffentlichen Dienstes, aber auch für Länder- und Gemeindebedienstete und NGOs ist. Read the rest of this entry »
Mai 9th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellungseröffnung am 10. Mai 2017, 17:30 Uhr
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110, Nürnberg
Einleitende Worte von Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Eintritt zur Austellung ist frei. Zu sehen bis 2. Juli 2017.
Ausgangs- und Schwerpunkt der Ausstellung ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zur systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Den Täterdokumenten werden historische Privat- und Familienfotos der von Verfolgung betroffenen Menschen entgegengesetzt. Der zweite Teil behandelt die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Er zeigt den maßgeblichen Anteil der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte zu machen. Am Ende der Ausstellung steht ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989.
Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
(Text: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)
April 29th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung von Marika Schmiedt in Wien:
Rassismus, die soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit — Zusammenhang von Sprache, Rassismus, Ökonomie und Macht
Ausstellung 18. Mai bis 1. Juni 2017
Eröffnung: 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
Lesung: Helga Gutwald, Der Menschenfresser-Prozess von Kaschau | Galeriewerkstatt NUU, Wilhelm-Exner-Gasse 15, 1090 Wien
„Tatsächlich ist die Sprache des Kolonialherrn, wenn er vom Kolonisierten spricht, eine zoologische Sprache. Wenn der Kolonialherr genau beschreiben und das richtige Wort finden will, bezieht er sich ständig auf das Tierreich.“ (Frantz Fanon)
Rasse als biologische Einheit oder als Konglomerat natürlicher Eigenschaften, sozialer Zuschreibungen und ideologischer Wertungen, eine trübe Mixtur aus Aggression und Vorurteilen. Auch wenn der Rassismus mittlerweile wissenschaftlich widerlegt ist, ist er weiterhin im kollektiven Bewusstsein tief verankert. Diskriminierungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe gehören heute leider zum Alltag sehr vieler Menschen. Neue Formen des Rassismus argumentieren kulturalistisch, indem sie unterschiedliche kulturelle Traditionen als miteinander unvereinbar ansehen. Der Begriff „Kultur“ ersetzt dabei den Begriff „Rasse“. Die Anderen werden entlang des Kriteriums kulturelle Identität, erkennbar an Merkmalen wie Haar- und Hautfarbe, Sprache, Kleidung und Auftreten, in verschiedene Kategorien unterteilt, denen eine scheinbar neutral bestimmbare Differenz zur österreichischen und deutschen Kultur zugeschrieben wird. Das Erklärungsmuster der Kulturunterschiede ist fast immer das Erste, was auf der Hand zu liegen scheint. „Kultur“ scheint beinahe als Natur des Menschen gedacht zu werden, als etwas, das einem anhaftet und das Handeln bestimmt.
Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeblich naturwissenschaftlich gesicherten Rassenbegriffs fortgeschrieben wird und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wissensfelder geprägt ist. Dabei wird deutlich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Umgang damit vom Ausgang des Kaiserreichs bis in unsere Tage keine prinzipiellen Unterschiede aufweisen.
(Text: marikaschmiedt.wordpress.com)
April 21st, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
„Es brauchte zwei Generationen für den Kampf um Anerkennung“ – Romani Rose und sein Einsatz für Menschenrechte der Sinti und Roma
RDL/orgenrad, 7. April 2017, 13.35 min
>>Anhören (mp3)
„Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“. Der Untertitel dieses Buches sei ganz wörtlich gemeint, so die Autorin Behar Heinemann. Denn Romani Rose, Mitgründer und Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, habe sein Leben ganz in den Dienst des Kampfes um die Anerkennung der Verfolgung dieser Minderheit im Nationalsozialismus und um ihre Rechte gestellt. Dabei trat er in die Fußstapfen seines Vaters und seines Onkels, die – anders als 13 ermordete Familienmitglieder – den Porajmos überlebt und sich fortan für die Bürgerrechte der Sinti und Roma engagiert hatten. Während sie noch jahrzehntelang nach dem Krieg auf taube Ohren stießen, gelang es später, die Anerkennung der Sinti und Roma bis auf die Agenda der Bundesregierung zu bringen. Romani Rose ging dafür einen Weg vom Hungerstreik bis zur Ehrung durch Angela Merkel.
Die Autorin, Künsterlin und Fotografin Behar Heinemann, geboren im Kosovo und seit den 90er Jahren in Deutschland lebend, ist selbst Romni und kennt Romani Rose seit rund 20 Jahren. Das Buch sei eine Hommage an ihn, ein Versuch, ihn als Bürgerrechtler und als Menschen zu verstehen und kritisch zu würdigen.
„Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ wurde am 4. April im Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma vorgestellt und ist seit dem 5. April im Buchhandel erhältlich. Radio Dreyeckland hat – im Vorfeld des Internationalen Romatags am 8. April – mit der Autorin Behar Heinemann darüber gesprochen. Zuerst fragten wir, was die Familie Rose im Nationalsozialismus erlitten hat.
Behar Heinemann: Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte. Danube Books, Ulm 2017, 224 Seiten
(Text: rdl.de)
März 26th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
„Doppeltes Unrecht – ein späte Entschuldigung“
Gemeinsame Publikation des deutschen Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zur Aufarbeitung der Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus den 1950er Jahren betreffend die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma statt. Die Ergebnisse des Symposiums wurden nun in einer gemeinsamen Publikation des Bundesgerichtshof und des Zentralrats veröffentlicht. Die Broschüre enthält alle Beiträge der Veranstaltung – einschließlich der beiden Vorträge von Herrn Prof. Dr. Dr. Ingo Müller und Herrn Richter am Bundesgerichtshof a. D. Dr. Detlev Fischer – sowie die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Januar 1956, die den Gegenstand des Symposiums bildeten.
Aus dem Vorwort:
„Eine späte Entschuldigung in symbolischer Weise wie auch ganz explizit zum Ausdruck zu bringen, war der tragende Gedanke des Symposiums, das am 17. Februar 2016 in den Räumen des Bundesgerichtshofs stattgefunden hat. Die Entschuldigung gilt den Sinti und Roma, denen durch die Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs in den 50er Jahren weiteres Unrecht widerfahren war. Durch eine Rechtsprechung, die die rassistische Motivation der Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten negierte, die betroffene Bevölkerungsgruppe erneut pauschal diskriminierte und den rechtsuchenden Opfern Entschädigung versagte. Read the rest of this entry »
März 19th, 2017 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Dokumentarfilm von Robert Kirchhoff
SK, CZ 2016, 92 Min. (Website)
Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der ausschließlich Werke von Roma ausgestellt werden. Ist Clinton nicht auch ein Rom? Da ist sich die Galeristin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Rom, auch Yul Brynner. Sie wagten es nur nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Diese rührende Szene kultureller Selbstvergewisserung ist Teil einer Erzählung über den Holocaust an den Roma, der weitgehend aus dem europäischen Gedächtnis getilgt ist und dessen Spuren der Regisseur akribisch nachgeht. Ein Film gegen das Vergessen.
Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fänge der Mordmaschine der Nazis gerieten. Rita war keine drei Wochen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grauenhafte Experimente an ihr vornahmen. Ihre Zwillingsschwester starb, sie überlebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jähriger, extrem wacher Rom, erinnert daran, dass es die französische Gendarmerie war, die sie damals zusammentrieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die gleiche Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss in seinen Wohnwagen ein und verhaftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe kamen (mehr hier). Was hat sich also geändert? Read the rest of this entry »
März 10th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, dROMa TV
Cajtakeri ceugin Kautz pedar o Roma ande Podgoria
Podgoria (Ober- und Unterpodgoria) ist ein Ort der südburgenländischen Gemeinde Weiden bei Rechnitz (Bez. Oberwart). Nach den bisherigen Annahmen lebten in Podgoria keine Roma. Doch Angela Kautz, eine kroatische Zeitzeugin, geboren in Podgoria, erzählt von den Romafamilien in ihrem Ort. Sie kamen, wie ihr Mann, aus Slowenien, haben sich in Podgoria niedergelassen, sagt sie im Interview mit Emmerich Gärtner-Horvath. Um sich über Wasser halten zu können, waren einige wenige Romafamilien als Hilfskräfte in der Landwirtschaft tätig, bis zur Deportation.
Podgoria, Ober- vaj Unterpodgoria, jek burgenlanditiko gav andi gemajndi Weiden bei Rechnitz hi. Dschidokle niko na dschanlahi, hot ande Podgoria Roma dschivnahi. Ham i Angela Kautz, jek horvacki cajtakeri ceugin, upro them ali ande Podgoria, phukal pedar Roma familiji andar lakero gav. Read the rest of this entry »
März 7th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Servus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland | >>On Demand
O aktujeli ardipe la sendungatar terdschol ando cajchn le gondolipestar. O pharipeskero punkto kerel o film la Marika Schmiedtatar, savi pe le holocaustiha, le genareacijenca le austritike Romendar taj Sintijendar donde bescharel.
Gondolipeskeri tablina ande Mörbisch — Ande Mörbisch am See ando ar le jeneristar le opferenge le nacijonalsocijalismusistar gondolim ulo. Le pradipeske ada gondolipe andi forma jeka gondolipeskera tablinatar kerdo ulo. Palo gondolipeskero tel utscharipe khetan molim ulo, paloda meg harne palgondolipeskere vakeriptscha dija pedar i bibstali historija le Romendar.
Gondolipeskero mulatintschago Erbate — Angle 22. berscha ando 5. feberi schtar terne Roma duach jek bombakero atentat murdarde ule. Upro than le atentatistar Erbate i Roma-Pastoral la diöcese Tikne Martonatar but dschene le akeripeske palal ale le opferenge te gondoliel.
„Warum die Wunde offen bleibt“ — I kinstlerkija Marika Schmiedt, 1966 ando Traun upro them ali taj söbst Romni hi, oj al andar jek familija, kaj but nipo andar lakeri familija le nacijendar murdarde ule. O na vakeripe pedar i historija andi NS-cajt mujsintscha la söbst o forschinipe la ajgeni familjakera historijatar upre te lel. I Marika Schmiedt rodel pal o medijum pal soste oj te phukal kamla. Taj afka uso film lakla. Lakeri nevi dokumentacija „Warum die Wunde offen bleibt“ harnon erscht sikado ulo. I filmjakeri keraschkija palal dikla le traumatischi uschtidipestar le holocaustistar le austritike Romenge taj Sintijenge.
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Februar 28th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Weiterdenken: Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz
Neighbours in the Hood: Herbstschule Antiziganismus und Self-empowerment (Festspielhaus Hellerau, Dresden), 26.9.2015
Die Diskriminierung von Roma und Romnja beruht nicht nur auf dem falschen Denken Einzelner, sondern sie gründet im Wesen der bürgerlichen Gesellschaft selbst. Kritik an Rassismus reicht hier nicht: Die im Kapitalismus spezifisch gehasste ethnisierte „Asozialität“ wird im Vortrag gesellschaftskritisch untersucht.
Intro (8.45 min) | Diskussion (24.40 min)
(Weiterdenken | Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)
Februar 27th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Servus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. Feb. 2017
>>On Demand
Die aktuelle Ausgabe der Sendung steht im Zeichen des Gedenkens. Den Schwerpunkt bildet dabei der beeindruckende Film von Marika Schmiedt, der sich mit dem traumatischen Vermächtnis des Holocaust der österreichischen Roma und Sinti befasst.
Gedenktafel in Mörbisch — In Mörbisch am See gedenkt man Ende Jänner der Opfer des Nationalsozialismus. Öffentlich wurde dieses Gedenken in Form einer Gedenktafel sichtbar gemacht. Nach der Gedenktafelenthüllung wurde gemeinsam gebetet, im Anschluss daran wurden die Zuhörer durch Kurzvorträge an die tragische Geschichte der Roma im Burgenland erinnert.
Oberwart: Ort des Erinnerns — Vor 22 Jahren wurden am 5. Februar vier junge Roma durch ein rassistisch motiviertes Bombenattentat aus dem Leben gerissen. Am Ort des Geschehens in Oberwart folgten Gedenkende und Angehörige der Einladung der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt, sich gemeinsam an die Opfer zu erinnern.
„Warum die Wunde offen bleibt“ — Die Künstlerin Marika Schmiedt, 1966 in Traun geboren, selbst eine Romni, kommt aus einer Familie, deren viele Angehörige von den Nazis ermordet wurden. Das Schweigen über die Geschehnisse in der NS-Zeit und die institutionalisierte Ignoranz zwingen sie zur Erforschung der eigenen Familiengeschichte. Stück für Stück rekonstruiert sie sie. Marika Schmiedt sucht nach einem Medium für das, was sie erzählen will. Und findet zum Film. Ihre neue Dokumentation „Warum die Wunde offen bleibt“ wurde vor kurzem erstaufgeführt. Die Filmemacherin untersucht darin das traumatische Vermächtnis des Holocaust der österreichischen Roma und Sinti. Read the rest of this entry »
Februar 14th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roasinipeskero artschijipe pedar o Roma-Holocaust ham na la Austrijaha
I internacijonali roasinipeskero artschijipe „Miranda“ savi pe le holocaustiha le Romendar ando nacijonalsocijalistischi rajipe andi Europa donde bescharel, ando 15. feberi ando finischi Espoo kesdinel. Buteder schtacijontscha le artschijpestar ando duj berscha 20 vilagenca imar arkedo ulo. Vakeriptscha la Austrijaha dija, phenel i vakeraschkija le finischi kulturakere farajnistar Drom taj i socijaldemokratischi politikerkija Nina Castén. I „Nationalbibliothek“ adale alavenca tel phentscha, o artschijipe na use lengere utschipeskere punktscha genel. Te i Synagoge Gereciste, savo baro intersi sikatscha tel phentscha, len nan loj taj te than na, kaj o artschijipe schaj otscha terdscharen. Castén brigaschno hi, kai i Austrija na use hi – telende te i Germanija, Schwedija, Denemark, Australija sar but ostitike EU-akere vilagi hi – ham kekaj meg akan na, probalim ovla, o artschijipe andi te andi Austrija te anel.
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Januar 7th, 2017 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik
Mit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ werden am 9. Februar 2017 die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. „Django“ wird am internationalen Wettbewerb teilnehmen. Der französische Film erzählt von Django Reinhardt, dem berühmten Gitarristen und Komponisten und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris 1943. Der großartige Gitarrist brauchte nur wenige Momente, um sich mit seiner Gitarre in die Herzen der Menschen zu spielen. Als Sinti wurde seine Familie von den Nazis verfolgt und schikaniert. „Django Reinhardt war einer der schillerndsten Vorreiter des europäischen Jazz und Begründer des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packende Weise ein Kapitel seines bewegten Lebens und ist eine ergreifende Überlebensgeschichte. Die ständige Bedrohung, seine Flucht und die fürchterlichen Gräueltaten an seiner Familie konnten ihn nicht daran hindern weiterzuspielen“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Regisseur Etienne Comar hat sich sowohl als Drehbuchautor und Produzent – „Von Menschen und Göttern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Produzent – „The Women on the 6th Floor“, „Timbuktu“ – einen Namen gemacht. Für seine erste Regiearbeit „Django“ besetzte er die Titelrolle mit dem Schauspieler Reda Kateb („Den Menschen so fern“). Read the rest of this entry »
Dezember 21st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Übernahme der Kosten durch Bund und Länder: Beschluss zum Erhalt der Gräber von NS-verfolgten Sinti und Roma
Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin einen Beschluss zum Ruherecht für Grabstätten der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma gefasst. Sie kommen damit der Bitte des Vorsitzenden des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hatte sich seit Jahren für ein dauerndes Ruherecht eingesetzt. Bund und Länder sind übereingekommen, die Kosten zum Erhalt der Gräber zu je 50 Prozent zu übernehmen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich begrüße den Beschluss zum Erhalt der Gräber derjenigen Sinti und Roma, die vom nationalsozialistischen Regime als Volksgruppe aus rassistischen Gründen verfolgt wurden. Das sind wir den Toten und ihren Nachkommen schuldig. Mein Haus wird in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen in den Ländern eine Regelung erarbeiten, damit dieser Beschluss schnell umgesetzt werden kann.“
Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtlicher Zuständigkeiten des Bundes und der Länder ohne gesetzliche Änderungen kurzfristig erfolgen. Die Zuständigkeit der Länder für eine Regelung des Ruherechtes bleibt dabei unberührt, auch die Gesetzgebungskompetenz bleibt bei den Ländern. Die noch im Detail auszuhandelnde Vereinbarung soll sich an die Regelung für die verwaisten jüdischen Friedhöfe aus der Vorkriegszeit orientieren. Bundesweit sind etwa 3.000 Grabstätten betroffen. Der Bund erklärte sich bereit, den Ländern 50 Prozent der entstehenden Kosten zu erstatten.
(Text: www.bmfsfj.de)
Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016
Dezember 17th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
11to decemberi 2016
>>>TVthek
O aktujeli ardipe ando cajchn le gondolipestar terdschol. O nevo Ilija-Jovanović-park Betschiste Landstraße, o gondolipeskero mulatintschavgo ande Lackenbach, o gondolipeskero tablinakevro tel utscharipe ande Holzschlag taj „Zigeunerpolitik“ anglo dujto themeskero haburi o pharipeskero punkto la sendungatar hi.
Ilija-Jovanović-park: arodipe le anavestar taj tablinakero tel utscharipe — O pisimaschi taj pojesaschi Ilija Jovanović uso keripe le farajnistar Romano Centro use sina. Ov dugo o schero taj inicijator le siklipeskere pomoschagostar le Romenge sina. 2010 ov igen ternon amendar gelo. O terno dschend ham jek tikno asajipe upro muja le kherodaschendar uso parikskero anavengero dipe anglo Romano Centro antscha. O „Ilija-Jovanović-Park“ na tschak leskere anaveskere patron patijarel, ham te jek barikano cajchn adaleha beschardo ol.
Gondolipe le Romenge taj Sintijenge anglo gondolipeskero than ande Lackenbach — Le valami 4.000 ande tschapime manuschendar tschak poar schel Roma taj Sinti o logeri Lackenbach, palo ande lipe le rustitike nimcendar ando bersch 1945, prik dschivde. Le eseri Romenge taj Sintijenge, save ando dujto haburi le nacijendar murdarde ule, but manuscha lenge gondolinde. Sajt 1990 o gondolipeskero mulatintschago sako bersch uso gondolipeskero than ande Lackenbach tel likerdo ol. O erschti gondolipeskero mulatintschago hi, oni o Rudolf Sarközi. Ov ando Lackenbach upro them alo taj ada bersch mulo.
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Dezember 15th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 11. Dezember 2016
>>>TVthek
Die aktuelle Ausgabe von „Servus Szia Zdravo Del tuha“ steht im Zeichen des Gedenkens. Der neue Ilija-Jovanović-Park in Wien Landstraße, die Gedenkfeier in Lackenbach, Gedenktafelenthüllung in Holzschlag und „Zigeunerpolitik“ vor dem Zweiten Weltkrieg bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Durch die Sendung führt Katharina Janoska. (Nächste Sendung: 12.2.2017)
Ilija-Jovanović-Park: Benennung und Tafelenthüllung — Der Schriftsteller und Dichter Ilija Jovanović war einer der Gründer des Vereins Romano Centro, sein langjähriger Obmann und Initiator seiner Lernhilfe für Roma. 2010 musste er, leider viel zu früh, sein Leben lassen. Der heurige Herbst aber zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der zahlreichen Besucher bei der Feier zur Parkbennenung vor dem Romano Centro. Der „Ilija-Jovanović-Park“ ehrt von nun an nicht nur seinen Namenspatron, sondern setzt ein bedeutendes Zeichen.
Gedenken beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach — Von den rund 4.000 festgehaltenen Menschen erlebten nur wenige hundert Roma und Sinti die Befreiung des so genannten Zigeuner-Anhaltelagers Lackenbach durch sowjetische Truppen im April 1945. Der tausenden Roma und Sinti, die von den Nazis ermordet wurden, haben auch heuer zahlreiche Menschen gedacht, seit 1990 wie jedes Jahr beim Mahnmal in Lackenbach. Es ist die erste Gedenkfeier nach dem Ableben von Rudolf Sarközi, der selbst im Lager zur Welt gekommen war.
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November 13th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Religion
Anlässlich ihrer Vollversammlung in Eisenstadt unterstützt die Österreichische Bischofskonferenz die Forderung der Volksgruppe nach einem würdigen Gedenken für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma.
Vor 75 Jahren begann mit den Transporten in die NS-Vernichtungslager das dunkelste Kapitel in einer jahrhundertelangen Geschichte der Diskriminierung und Ausgrenzung von Roma und Sinti. Von den rund 11.000 österreichischen Roma und Sinti im Jahr 1938 überlebten nur ca. zehn Prozent den Zweiten Weltkrieg. Das Burgenland, in dem die Vollversammlung der Bischofskonferenz stattgefunden hat, war davon besonders stark betroffen: Von den rund 8.000 Roma und Sinti in rund 120 Orten im Burgenland überlebten nur sehr wenige die systematische Verfolgung und geplante Vernichtung in den Konzentrationslagern. Selbst nach dem Kriegsende wurde in Österreich die Politik der Ausgrenzung lange fortgesetzt, wo Siedlungen von Roma und Sinti nur am Stadt- bzw. Ortsrand erlaubt waren.
Der Blick auf diese Ereignisse macht sprachlos: Welche Worte können dieses Leid fassen? Und dennoch schafft das Schweigen darüber ein neues Unrecht gegenüber den Roma und Sinti, die seit 1993 in Österreich offiziell als Volksgruppe anerkannt sind. Die jetzige Generation der Roma und Sinti fragt mit Recht: Wo sind die verschollenen, ermordeten Eltern, Großeltern, Familiennagehörigen? Die Bischöfe unterstützen ihren Wunsch nach einem würdigen Gedenken der Opfer. Jeder Mensch hat einen Anspruch auf eine Grabstätte, zumindest aber auf eine Gedenkstätte. Nur durch die Erinnerung an die Opfer kann eine Reinigung des Gedächtnisses erfolgen, die für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben notwendig ist. Read the rest of this entry »
November 8th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Sonderausstellung: Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933–1945
Bis 29.1.2017 im NS-Dokumentationszentrums München, Di. bis So., 10 bis 19 Uhr
Die neue Sonderausstellung des NS-Dokumentationszentrums München befasst sich mit der Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti und Roma am Beispiel der Münchner Minderheit. Im Fokus stehen die staatlich organisierte Verfolgung und der Völkermord an den Sinti und Roma zwischen 1933 und 1945 in München und – ergänzend – in Bayern. Auch die Vor- und die Nachgeschichte der nationalsozialistischen Verfolgung werden dokumentiert. So spannt sich der Bogen von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart, denn bis heute hat die Minderheit mit Diskriminierung und Diffamierung zu kämpfen.
„Jahrzehntelang hat sich die Bundesrepublik geweigert, die rassistische Verfolgung als Völkermord anzuerkennen. Stattdessen wurden die Sinti und Roma weiter diskriminiert – ein Problem, das bis in die Gegenwart hineinreicht“, so Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München. „Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit der Verfolgungsgeschichte dieser Minderheit auseinanderzusetzen. Hartnäckige Klischees und Stereotype über ‚die Zigeuner‘ prägen noch heute das Bild der Sinti und Roma in den Köpfen und in der Öffentlichkeit. Diese gilt es zu hinterfragen und zu durchbrechen.“
Für die Ausstellung wurden erstmals alle seinerzeit in München lebenden Opfer des Völkermords recherchiert und neue Zusammenhänge erforscht. Neben den historischen Fakten und Dokumenten, die aufklären und informieren, zeigt die Ausstellung bisher unveröffentlichte Bilder aus der Lebenswelt der Sinti und Roma. Durch die Konfrontation dieser beiden letztlich konstruierten Bildwelten – der „offiziellen“ und der „privaten“ – wird der Betrachter angestoßen, über die Geschichte und ihre bis heute spürbaren Folgen nachzudenken. Read the rest of this entry »
November 6th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Noch bis zum 14. November: „Ausstellung 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Roma und Sinti über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Die Verantwortlichen des Völkermordes hingegen konnten in vielen Fällen als respektierte Mitglieder der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft weiterleben und ohne Angst vor Bestrafung ihre Karrieren fortsetzen. Dem Engagement der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es zu verdanken, dass sich daran etwas geändert hat. Mit aufsehenerregenden Aktionen wie etwa dem Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980 verschaffte sie sich Gehör. 1982 erkannte Helmut Schmidt als erster deutscher Spitzenpolitiker den rassistisch motivierten Völkermord an Sinti und Roma als solchen an. Im selben Jahr erfolgte die Gründung des in Heidelberg ansässigen Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Bürgerrechtsbewegung ist es gelungen, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten.
Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ersten Mal Thema einer eigenen Ausstellung: Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und weniger bekannte Ereignisse. Read the rest of this entry »
November 2nd, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege. Texte über Antiromaismus und historische Lokalrecherchen zu und von Roma, Romnja, Sinti und Sintezze in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien, hrsg. von Kathrin Krahl und Antje Meichsner, Weiterdenken / Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen: Dresden 2016, 254 S.
Die Publikation kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen: Der Sammelband „Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege“ versammelt Aufsätze von Autor/innen aus Aktivismus und Selbstorganisierung, Wissenschaftler/innen, politische Bildner/innen, Künstler/innen, Community-Arbeiter/innen und politische Kämpfer/innen. Es ist ein Kompendium, das ausgehend vom so gut wie nicht beschriebenen weißen Papier der Geschichte der Roma und Romnja und deren Verfolgung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien (in deutscher Sprache) einen Ausgangspunkt setzen möchte. Wir haben uns auf die Suche begeben und Autor/innen gewinnen können, die uns in ihre wissenschaftliche Arbeit, ihren Aktivismus oder ihre Lebensrealitäten Einblick geben. Die lokalen Beiträge haben wir mit Stimmen überregionaler Autor/innen erweitert, um ein breiteres Bild von Roma-Aktivismus aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis: Read the rest of this entry »
Oktober 31st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken
Hollande übernimmt Verantwortung für Roma-Verfolgung 1940–1946 (sic!)
Anlässlich einer Gedenkfeier im ehemaligen „Zigeuner“-Internierungslager in Montreuil-Bellay in der Nähe von Saumur (Maine-et-Loire, Westfrankreich) hat Staatspräsident François Hollande erstmals die Mitschuld Frankreichs an der Verfolgung Tausender Roma und Sinti während des Zweiten Weltkriegs anerkannt. Die französische Republik erinnere sich eines Dramas, das allzu lange verdrängt und vergessen worden sei, sagte Hollande in seiner Ansprache. Tausende von Männern, Frauen und Kindern seien verhaftet und in Lagern interniert worden, nur weil sie dem „fahrenden Volk“ angehörten, erklärte Hollande. Der Festakt fand im Gedenken an die Befreiung der letzten „Zigeuner“-Häftlinge vor 70 Jahren statt. Die Deutsche Welle über die historischen Hintergründe:
In Montreuil-Bellay (…) befand sich das landesweit größte Internierungslager. Insgesamt wurden in Frankreich 31 Lager für Roma eingerichtet, in denen von 1940 bis 1946 zwischen 6.000 und 6.500 Menschen untergebracht waren. Schon 1912 war die neue Bevölkerungskategorie „Nomaden“ eingeführt worden, die sich ausschließlich auf „Tsiganes“, also sogenannte „Zigeuner“, bezog. Die Internierungen ab 1940 fanden sowohl in der von Deutschen besetzten Zone als auch in der unbesetzten Zone statt. Viele Roma mussten Zwangsarbeit leisten. In den Lagern litten viele Insassen unter Hunger und Krankheiten. Die letzten von ihnen wurden im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deutschen Besatzung.
(dROMa)