Verfolgung der Sinti & Roma in München

November 8th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sonderausstellung BayernSonderausstellung: Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933–1945

Bis 29.1.2017 im NS-Dokumentationszentrums München, Di. bis So., 10 bis 19 Uhr

Die neue Sonderausstellung des NS-Do­ku­men­ta­tions­zentrums Mün­chen be­fasst sich mit der Aus­gren­zung und Ver­fol­gung der Sinti und Roma am Bei­spiel der Münch­ner Min­der­heit. Im Fo­kus ste­hen die staat­lich or­ga­ni­sier­te Ver­fol­gung und der Völker­mord an den Sinti und Ro­ma zwi­schen 1933 und 1945 in Mün­chen und – er­gän­zend – in Bayern. Auch die Vor- und die Nach­ge­schich­te der national­sozia­lis­ti­schen Ver­fol­gung wer­den do­ku­men­tiert. So spannt sich der Bogen von der Kaiser­zeit bis in die Gegen­wart, denn bis heute hat die Min­der­heit mit Diskri­mi­nie­rung und Dif­fa­mie­rung zu kämpfen.

„Jahrzehntelang hat sich die Bundesrepublik ge­wei­gert, die ras­sis­ti­sche Ver­fol­gung als Völkermord an­zu­er­ken­nen. Statt­des­sen wurden die Sinti und Roma weiter dis­kri­mi­niert – ein Problem, das bis in die Gegen­wart hinein­reicht“, so Winfried Nerdinger, Grün­dungs­direk­tor des NS-Doku­men­ta­tions­zentrums Mün­chen. „Ge­rade des­halb ist es wich­tig, sich mit der Ver­fol­gungs­ge­schich­te dieser Minder­heit aus­einan­der­zu­setzen. Hart­näcki­ge Kli­schees und Stereo­type über ‚die Zigeu­ner‘ prä­gen noch heute das Bild der Sin­ti und Ro­ma in den Köp­fen und in der Öf­fent­lich­keit. Diese gilt es zu hinter­fra­gen und zu durch­bre­chen.“

Für die Ausstellung wurden erstmals alle seiner­zeit in Mün­chen le­ben­den Opfer des Völ­ker­mords re­cher­chiert und neue Zu­sam­men­hänge er­forscht. Neben den his­to­ri­schen Fak­ten und Do­ku­men­ten, die auf­klä­ren und in­for­mie­ren, zeigt die Aus­stel­lung bis­her un­ver­öf­fent­lich­te Bilder aus der Lebens­welt der Sin­ti und Ro­ma. Durch die Kon­fron­ta­tion dieser bei­den letzt­lich kon­struier­ten Bild­welten – der „offi­ziel­len“ und der „privaten“ – wird der Be­trach­ter an­ge­stoßen, über die Ge­schich­te und ihre bis heute spür­baren Folgen nach­zu­denken. „Die in der Aus­stel­lung ge­zeig­ten Bilder er­for­dern ein Denken und Sehen ‚gegen den Strich‘ – ge­gen vor­gepräg­te Bild­klischees und eige­ne Vor­urteile“, er­läu­tert Win­fried Nerdin­ger das Kon­zept der Aus­stellung.

Zur Ausstellungseröffnung am 26. Oktober spra­chen der Münch­ner Ober­bürger­meis­ter Dieter Reiter, Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Ro­ma, so­wie Winfried Nerdinger, Grün­dungs­direk­tor des NS-Doku­men­ta­tions­zentrums.

Begleitend erscheint ein Katalog. Außerdem werden die The­men und Fra­gen der Aus­stel­lung im Rah­men einer Ver­anstal­tungs­reihe auf­ge­grif­fen, ver­tieft und er­wei­tert. Die Band­breite um­fasst einen Zeitzeugen­abend mit Mano Höllenreiner sowie wei­tere For­mate wie Vortrag, Film, szeni­sche Lesung und Per­formance. Ter­mine und wei­tere Infor­ma­tio­nen auf www.ns-dokuzentrum-muenchen.de.

(Text: NS-Dokumentationszentrum)

Siehe auch:
BR: Die Verfolgung der Sinti und Roma in München

Comments are closed.