Servus Szia Zdravo Del tuha (Dez. 2016)

Dezember 15th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 11. Dezember 2016
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Die aktuelle Ausgabe von „Servus Szia Zdravo Del tuha“ steht im Zeichen des Gedenkens. Der neue Ilija-Jovanović-Park in Wien Landstraße, die Gedenkfeier in Lackenbach, Gedenktafelenthüllung in Holzschlag und „Zigeunerpolitik“ vor dem Zweiten Weltkrieg bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Durch die Sendung führt Katharina Janoska. (Nächste Sendung: 12.2.2017)

Moderatorin Katharina Janoska (Foto: ORF)Ilija-Jovanović-Park: Benen­nung und Ta­fel­ent­hül­lung Der Schrift­stel­ler und Dichter Ilija Jo­va­no­vić war einer der Grün­der des Vereins Ro­ma­no Centro, sein lang­jäh­ri­ger Ob­mann und Ini­tia­tor seiner Lern­hilfe für Roma. 2010 muss­te er, lei­der viel zu früh, sein Leben las­sen. Der heu­rige Herbst aber zau­berte ein Lä­cheln auf die Ge­sich­ter der zahl­rei­chen Be­su­cher bei der Feier zur Park­bennenung vor dem Ro­ma­no Centro. Der „Ilija-Jo­va­no­vić-Park“ ehrt von nun an nicht nur seinen Namens­patron, son­dern setzt ein be­deu­ten­des Zei­chen.

Gedenken beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach Von den rund 4.000 fest­ge­hal­te­nen Men­schen er­leb­ten nur weni­ge hun­dert Roma und Sinti die Befrei­ung des so ge­nann­ten Zi­geu­ner-An­hal­te­lagers Lacken­bach durch sow­je­ti­sche Trup­pen im April 1945. Der tau­sen­den Roma und Sinti, die von den Nazis er­mor­det wur­den, haben auch heuer zahl­reiche Men­schen ge­dacht, seit 1990 wie je­des Jahr beim Mahn­mal in Lacken­bach. Es ist die erste Ge­denk­feier nach dem Ab­le­ben von Rudolf Sarközi, der selbst im La­ger zur Welt ge­kom­men war.

Gedenken in Holzschlag 1937 hatte Holzschlag mit 661 Personen die höchs­te Ein­woh­ner­zahl, 310 Per­so­nen waren davon als Roma re­gistriert. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg sank die Zahl der Be­völ­ke­rung durch die De­por­ta­tion der Roma auf 341. Nur 28 von den 310 zuvor in Holz­schlag le­ben­den Roma kehr­ten ins Dorf zurück. Dort wur­de jetzt eine Gedenk­stätte für die Opfer des National­sozia­lis­mus er­rich­tet.

Herbert Brettl: „Zigeunerpolitik“ 1921–1945 Das Dorfmuseum in Mönchhof prä­sen­tiert sich nicht nur mit Wirt­schafts- und Haus­halts­gerä­ten, es wid­met sich auch Men­schen, deren Schick­sale den Bezirk Neu­siedl am See ge­prägt haben. Im Hof des Mu­seums wurde vor kurzem die ver­ges­sene Ge­schichte der Volks­Gruppe der Roma mit­tels einer wei­teren Tafel der Öffent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht.

Koloman Polak: „Romaspieleroper“ Sein Name symbo­li­siert zeit­ge­nös­si­sche Musik vom Feinsten. Nicht selten ver­zau­berte die Musik des Kom­po­nis­ten Koloman Polak das Pub­li­kum im OHO in Oberwart, aber auch im Landes­theater Linz oder in den Wiener Wort­stätten. Die ers­te Oper dieses außer­ge­wöhn­li­chen Künst­lers brachte nun das „roma.klang.theater.exil“ nach Wien: die „Roma­spieler­oper“, die „aus der Rea­li­tät ent­stan­den ist“, wie Polak sagt.

Pen Club: Roma-Literaturpreis an Sámuel Mágó — Der „Roma-Literatur­preis des Öster­rei­chi­schen PEN“ wurde 2013 zum Geden­ken an die im selben Jahr ver­stor­bene öster­rei­chi­sche Roma-Künst­lerin, Schrift­stel­le­rin und KZ-Über­le­bende Ceija Stojka ins Leben ge­rufen. Heuer geht der Preis an den jun­gen Roma-Autor Sámuel Mágó.

Dieter Halwachs: Burgenland-Romani, Verwendung und Status Das Bur­gen­land-Ro­ma­ni, eine der vier Sprachen des Burgen­lan­des, wur­de erst seit Anfang der 1990er Jahre ver­schrift­licht. Dieser um­fang­rei­chen Arbeit wid­me­te sich der Sozio­lin­guist Dieter Halwachs. Zwei­ein­halb Jahr­zehnte später stellt sich nun die Frage, wie die Zu­kunft des Ro­mani aus­sieht. Dies be­ant­wor­tete Hal­wachs in sei­nem Vor­trag im Pro­jekt­raum der Lan­des­galerie Burgenland.

(volksgruppen.orf.at)

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