Geschichte & Gedenken

Facts & Figures (315)

September 23rd, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ein Er­lass des faschist. Ita­li­en von 1928 brand­mark­te Ro­ma als Staats­ge­fahr, da sie kom­mu­nist. Schrif­ten ins Land schmug­geln könn­ten.

(Quelle)

Facts & Figures (314)

September 20th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Die erste archäo­lo­gi­sche Er­for­schung ei­ner Stät­te des NS-Ge­no­zids an den Ro­ma fand 2016/17 im ehe­ma­li­gen KZ Lety in Tsche­chi­en statt.

(Quelle)

Zentralrat für Umbenennung der Pacelliallee

September 18th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Religion

Pius XIIPapst Pius XII. (Eugenio Pacelli) ver­sag­te an­ge­sichts der Shoah und des NS-Ge­no­zids an den Roma und Sinti. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma un­ter­stützt die Ini­tia­ti­ve zur der Um­be­nen­nung der Pa­celli­allee in Berlin

Der Zentralrat unterstützt die Initiative der His­to­ri­ker Julien Reitzenstein und Ralf Balke, die Pa­celli­allee nach der frü­he­ren israeli­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Golda Meir zu be­nennen. Seine Unter­stützung drückt auch der Be­auf­tragte der Bundes­regie­rung, Dr. Felix Klein aus, der hervor­hob, dass Pius XII. zum Holo­caust und zum Mord an den Sinti und Roma schwieg. So­wohl Eugenio Pacelli, der spä­tere Papst Pius XII., als auch die katholi­sche Kirche in Deutschland ver­wei­ger­ten sich mit Pas­si­vität, eine hilf­reiche Stimme gegen dieses Mensch­heits­ver­brechen zu sein.

Der vergebliche Versuch eines Angehörigen der Minderheit bei Kardinal Faulhaber am 5. April 1943 in München vor­zu­spre­chen und seine darüber hinaus ge­rich­teten Schrei­ben an den Sprecher der deut­schen Bischofs­konferenz, den Breslauer Kardinal Adolf Bertram, und den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber, zei­gen wie auch andere Quellen, dass hohe Mit­glie­der der katho­li­schen Kirche in Deutsch­land infor­miert waren über die sys­tematische Er­mor­dung tau­sender christ­licher Sinti und Roma im Ver­nichtungs­la­ger Auschwitz-Bir­kenau.

Für die systematische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten auf­grund der Ab­stammung öffneten die Kirchen in Deutsch­land ihre bis ins 16. Jahr­hundert rei­chen­den Bücher, damit selbst „1/8 Zigeunern“ der Er­mor­dung preis­ge­ge­ben wer­den konn­ten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (312)

September 11th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Die älteste Nen­nung von Ro­ma in der Wa­la­chei (1385) be­stä­tigt ei­ne frü­he­re Schen­kung von 40 Ro­ma-Un­ter­künf­ten an das Klos­ter Vo­diţa.

(Quelle/pdf)

Facts & Figures (309)

August 30th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im Krim- und Russisch-Tür­ki­schen Krieg (1853–56 bzw. 1877/78) muss­ten vie­le Krim-Ro­ma emi­grie­ren. Ihre Nach­fah­ren le­ben heu­te v. a. in Bul­ga­ri­en.

(Quelle)

Facts & Figures (304)

August 6th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

60 bis 70 % aller ab 1940 von den Fa­schis­ten in Italien in­ter­nier­ten Ro­ma und Sin­ti wa­ren min­der­jäh­rig.

(Quelle)

„Völkermord ins kollektive Bewusstsein bringen“

August 4th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Therese Weinrich, geboren am 27. August 1939 in St. Pölten, ermordet am 8. Mai 1943 in Auschwitz (Foto: DokuZ Archiv)Israelitische Kultusgemeinde Wien: „Völ­ker­mord an Ro­ma und Sin­ti ins kol­lek­ti­ve Be­wusst­sein brin­gen. Nur so er­fül­len wir den Auf­trag, der sich aus der For­mel ‚Nie wie­der!‘ ab­lei­tet.“

„Mehr als 500.000 Sinti und Roma wurden wäh­rend der national­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft er­mor­det“, er­innert Oskar Deutsch, Prä­si­dent der Isra­eli­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Wien und der Israe­li­ti­schen Reli­gions­gesell­schaft in Österreich an­läss­lich des Gedenktags am 2. Au­gust. „Bis heu­te wird dieser Genozid nicht nur verharmlost, viel zu we­nig ist er im kol­lek­ti­ven Be­wusst­sein der euro­päi­schen Gesell­schaf­ten ver­ankert.“

Allein heute vor 76 Jahren, am 2. August 1944 wur­den 4.300 Roma und Sinti in den Gas­kammern in Auschwitz er­mor­det. „Sie wur­den von den National­sozialisten aus einem ein­zigen Grund ver­folgt und ermordet: Sie wa­ren eine Volks­gruppe, die als minder­wertig betrach­tet wurde. Die Lehre daraus ist klar: Nie wieder dür­fen wir zu­las­sen, dass sich Men­schen über an­dere stellen. Jedes mensch­liche Leben ist le­bens- und schützens­wert“, so Deutsch.

Der Genozid, „Porajmos“ auf Romani ge­nannt, der im Juli 1938 mit Ein­füh­rung der Zwangsarbeit für die da­mals rund 12.000 österrei­chi­schen Roma und Sinti be­gann, wurde erst viele Jahr­zehnte nach Ende der Shoah als solcher an­erkannt. Oskar Deutsch: „Es ist un­ser aller Pflicht, nicht nur im Namen der Sinti und Roma, son­dern im Namen von Demokra­tie, Rechts­staatlich­keit und der Menschenwürde, je­den Tag gegen Anti­ziganis­mus auf­zu­stehen. Read the rest of this entry »

Sobotka: Botschaft zur Erinnerung an den NS-Genozid

August 2nd, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Auschwitz II-Birkenau: Blick vom Wachturm zum südlichen Ende des „Zigeunerlagers“ (Foto: Piotr Daczyński - Daczor/Wikimedia, CC))Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: Genozid an Roma und Sinti darf nicht in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Bot­schaft zur Er­in­ne­rung an na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Mas­sen­mord vor 76 Jahren

Der 2. August ist der Gedenktag, der an den „Porajmos“, den natio­nal­sozia­lis­ti­schen Massen­mord an den euro­päi­schen Roma und Sinti, erinnert. In der so­genann­ten „Zigeuner­nacht“ vom 2. auf den 3. Au­gust 1944 wur­den alle Häft­linge, die zu diesem Zeit­punkt noch in dem als „Zigeuner­ager“ bezeich­neten Lager­ab­schnitt des KZ Auschwitz am Leben wa­ren, in den Gaskammern er­mordet.

„Der Genozid an den europäischen Roma und Sinti darf nicht in Ver­ges­sen­heit ge­raten“, sagt Natio­nal­rats­prä­si­dent Wolfgang Sobotka in einer Bot­schaft zum heuti­gen Gedenktag. „Der An­fang war, dass der national­sozialis­ti­sche Verbrecher­staat Sinti und Roma als so­ge­nannte ‚Asoziale‘ und ‚Fremdrassige‘ aus­grenz­te. Am Ende fie­len eine halbe Million Sinti und Roma dem national­sozialis­ti­schen Rassen­wahn zum Opfer.“ „Heute ist die Kultur der Roma und Sinti ein in­tegraler Bestandteil der öster­reichi­schen Identität“, er­klärt National­rats­präsi­dent So­botka ab­schlie­ßend.

(Text: Pressedienst der Parlamentsdirektion)

Enzyklopädie dokumentiert Roma-Genozid

Juli 30th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Die Forschungsleiterin Karola Fings 2019 in Bukarest (Foto. Romarchive)Deutschland: Enzyklopädie soll NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma Euro­pas do­ku­men­tie­ren. Aus­wär­ti­ges Amt fördert groß­an­ge­leg­tes Pro­jekt an der For­schungs­stelle Antizi­ga­nis­mus mit rund 1,2 Mil­li­o­nen Euro

Das historische Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Euro­pas soll in einer groß­angeleg­ten En­zyk­lo­pädie zu­sam­men­geführt und für die Forschung sowie die breite Öffent­lich­keit bereit­gestellt wer­den. An­gesiedelt ist das inter­natio­nale Projekt an der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus der Universität Heidelberg. Die Er­geb­nisse werden zu­nächst online prä­sen­tiert. Darauf auf­bauend er­stellen die beteilig­ten Wissen­schaft­lerin­nen und Wissen­schaftler aus dem In- und Aus­land ein mehr­bändi­ges Handbuch in gedruck­ter Fassung. Erst­mals soll dabei die europäi­sche Dimension des Genozids in den Blick ge­nom­men werden. Die fünf­jähri­gen Forschungs­arbei­ten un­ter Leitung der Historikerin Dr. Karola Fings, die jetzt ge­star­tet wurden, werden vom Aus­wärtigen Amt mit rund 1,2 Millio­nen Euro gefördert.

„Als Forschungsgegenstand war der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma lan­ge Zeit rand­ständig. Zwar sind in den ver­gan­genen zwan­zig Jahren wich­tige Spezial­studien erschie­nen, das Wissen zu diesem Thema ist aller­dings weiter­hin stark fragmentiert“, er­läu­tert Dr. Fings, aus­gewie­sene Expertin in diesem Forschungs­feld, die nach lang­jähriger stell­vert­re­ten­der Leitung des NS-Do­kumen­tations­zentrums der Stadt Köln an die Heidelberger For­schungs­stelle ge­wechselt ist. Ziel ist es, die bis­heri­gen Forschungs­ergebnis­se zu Ursachen, Struktu­ren und Verlauf zu­sam­men­zu­führen und zu vertiefen. „Wir wol­len dabei die Perspektive er­wei­tern und auch die europäi­schen Di­mensio­nen des Völker­mordes be­rücksich­tigen“, betont der wissen­schaft­li­che Geschäfts­führer der For­schungs­stelle, Dr. Frank Reuter.

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Facts & Figures (300)

Juli 19th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am 19. Juli 1942 er­mor­de­ten slo­we­ni­sche Par­ti­sa­nen in Ka­ni­ža­ri­ca ca. 60 Ro­ma. Das Mas­sen­grab wur­de nie ge­fun­den.

(Quelle)

Romani Rose über das Berliner Denkmal

Juli 18th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Deutschland: Berliner S-Bahn-Bau­plä­ne ge­fähr­den Denk­mal für er­mor­det­e Sinti und Roma – Ra­dio Corax sprach da­rü­ber mit Ro­ma­ni Rose

Radio Corax (Halle), Sendung vom 13.7.2020
16:28 min, 16 MB, →Anhören (mp3)

Im Berliner Tiergarten befindet sich das Denk­mal für die im Natio­nal­sozialis­mus er­morde­ten Sinti und Roma Euro­pas. Bis zu 500.000 Men­schen wurden im Roma-Holo­caust der Natio­nal­sozialis­ten er­mor­det. Ihrer soll durch das Denkmal des israeli­schen Künst­lers Dani Karavan ge­dacht wer­den. Zu diesem ge­hört ein schwar­zes Dreieck in­mitten einer runden Wasser­fläche; auf die­sem schwarzen Dreieck sind Blumen zu se­hen. Zudem gibt es eine Video­instal­la­tion, die auch über den Massen­mord an Sinti und Roma infor­miert. Seit 2012 be­findet sich dieses Denkmal an zentra­ler Stelle – nach langen Aus­einander­set­zun­gen. Nun ist es wieder in sei­ner Existenz bedroht. Read the rest of this entry »

Burgenland: Rudolf Siderits ando vakeripe

Juli 15th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Rudolf Siderits ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Hor­vathiha
O Rudolf Siderits 1948 ande St. Michael ande Burgenland up­ro them alo. Pri isch­kola­keri cajt Schtegate ki­se­tintscha. An­de les­keri isch­kola­keri klas te Roma­ne tschave sina, save te paj­tasch­tscha lestar ule. Ando vake­ripe le Emme­rich Gärt­ner-Hor­vathi­ha phu­kal ov pedar kerip­tscha le Ro­mendar, saven­ca ov pe meg mindig igen sora­le donde be­scharel.

Rudolf Siderits im Gespräch mit Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath
Herr Rudolf Siderits ist 1948 in St. Michael im Burgenland ge­bo­ren. Seine Schulzeit ver­brach­te er in Stegersbach. In sei­ner Schul­kasse wa­ren auch Roma-Kinder, un­ter denen er auch Freun­de hatte. Im Ge­spräch mit Emmerich Gärtner-Horvath er­zählt er über Ge­scheh­nisse mit Roma, die ihn jetzt noch im­mer sehr be­schäftigen.

„… und es mit meinem Körper schützen“

Juli 8th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie

Dani Karavan, 2014 (Foto: AtelierKaravan)Dani Karavan (89), Schöpfer des von einem Bau­vor­ha­ben der Deutschen Bahn be­droh­ten Denkmals für die im Natio­nal­sozia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Ro­ma Eu­ro­pas in Berlin:

Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in seiner ge­samten Aus­deh­nung darf nicht an­getastet wer­den! Eine Straß­en­bahn­linie kann man ver­legen, aber kein Kunstwerk. Ins­be­son­dere im tat­säch­li­chen Kon­text ras­sis­ti­scher Ma­ni­fes­ta­tio­nen wäre jede Beschä­digung des Denkmals eine Ver­letzung der Sinti/Roma. Wenn je­mand es wagt, einen Teil des künst­le­ri­schen Ensembles des Denk­mals an­zu­rühren, werde ich per­sönlich kommen und es mit meinem Körper schüt­zen, den An­greifer ver­klagen und einen inter­natio­na­len Skandal aus­lösen. Read the rest of this entry »

„Unser Denkmal ist unantastbar!“

Juni 28th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Pressemitteilung des Aktions­bünd­nis­ses „Unser Denk­mal ist un­an­tast­bar!“, 26. Juni 2020:

Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Es ist das ein­zige, was wir ha­ben. Wer das Denk­mal an­fasst, tötet un­sere Men­schen ein zwei­tes Mal. Das ist eine gro­ße Schan­de, dass die Deutsche Bahn ver­ges­sen hat, dass die Reichs­bahn un­se­re Men­schen in die Gas­kam­mern ge­fahren hat. Eine gro­ße Schande wäre das, wenn un­ser Denk­mal an­ge­fasst wird.

Zilli Schmidt, geb. 1924, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau

Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir erfah­ren, dass das natio­nale Denkmal für die im Natio­nal­sozialis­mus er­mor­deten Sinti und Roma Europas in Berlin durch den ge­plan­ten Bau der S21 massiv be­ein­träch­tigt und be­schädigt wer­den könnte. Für uns als Nach­fahren der Opfer des deutschen Völker­mordes an den Ange­hö­rigen unserer Minder­heiten ist dieses Denkmal ein un­ersetz­li­cher Ort, um den wir lan­ge kämpfen mussten.

Das Denkmal nahe dem Reichstagsgebäude ist ein sehr spätes Be­kennt­nis der Bun­des­republik Deutschland zur Ver­ant­wor­tung für den Massen­mord an bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa, ein Aus­druck der An­erkennung des zu­gefüg­ten Unrechts. Für die deutschen und für die euro­päi­schen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens un­antast­bar, umso mehr, als unsere wäh­rend des Zweiten Welt­krieges von Deutschen und ihren Helfern ermor­deten Men­schen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wur­den, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben er­schossen und ver­scharrt oder in den Gas­kammern erstickt und an­schlie­ßend in Krematorien ver­brannt. Ihre Asche wurde in der Um­ge­bung verstreut. Für viele deut­sche Sinti ist das Denkmal ein symboli­sches Grabmal: mulno – ein un­ver­letz­licher Ort, der dem An­denken und der Ehre unserer Toten ge­widmet ist.

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Facts & Figures (294)

Juni 27th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am 1./2.10.1928 zog ein Lynch­mob zur Ro­­ma­­sied­­lung von Pobedim (Slo­wa­kei) und er­mor­de­te 6 Ro­ma. Kei­ner der Tä­ter muss­te mehr als 1,5 Jah­re Haft ab­sit­zen.

(Quelle)

Denkmal: Zentralrat widerspricht Bahn

Juni 15th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Die Glasplatten des Roma-Holocaust-Denkmals in Berlin (Foto: Wikimedia)Zentralrat widerspricht der Deutschen Bahn: Ge­den­ken und Denk­mal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas mas­siv be­ein­träch­tigt

„Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermorde­ten Sinti und Roma Euro­pas wird durch den ge­plan­ten Bau der S21 massiv be­ein­trächtigt. Das Denk­mal be­steht nicht nur aus dem schwar­zen Becken, son­dern umfasst selbst­ver­ständ­lich das ge­sam­te von Dani Karavan gestal­tete Ensemble, die Glaswände mit der Chro­no­logie und dem Zitat von Bun­des­prä­si­dent Roman Herzog und Bun­des­kanz­ler Helmut Schmidt eben­so wie die in den Boden ein­ge­las­se­nen Stein­platten, die die Namen der Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager tra­gen. Die geplan­te Baustelle wird weit über die Hälfte des Ge­län­des um­fas­sen. Eine sol­che um­fas­sen­de Be­ein­trächti­gung des Ge­denkens ist für die Über­lebenden und ihre Familien, war und ist für den Zentral­rat un­vor­stell­bar“, so der Vor­sit­zende des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose. Rose wider­spricht damit deut­lich der Ein­schät­zung der Bahn, dass das Denkmal nicht an­getastet werde, wie der Be­voll­mäch­tigte der Bahn, Alexander Kaczmarek, er­klärte.

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Kundgebung: Schützt das Denkmal

Juni 13th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Schützt das Denkmal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma

Treffpunkt: Sa., den 13. Juni 2020 um 15 Uhr, Scheide­mann­straße vor dem Reichs­tags­ge­bäude
Schlusskundgebung
: Deutsche Bahn AG Konzern­zentra­le, Pots­da­mer Platz
→Live-Stream zur Veranstaltung

Unser zentraler Gedenkort, Grabmal der Un­be­gra­be­nen – das Mahn­mal/Denk­mal für die ermor­deten Sinti und Sinteze und Roma und Romnja Europas im Zentrum Berlins ist be­droht. Bedroht aus­gerech­net von jenen, die beson­ders in Ver­ant­wor­tung für die jetzi­ge Gesell­schaft und zukünf­tige Genera­tio­nen handeln müss­ten: dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bahn! Nach de­ren ge­mein­sa­men Plänen soll unser Mahnmal für ein Bau­vorhaben – für eine S-Bahn – tem­po­rär ent­fernt oder teil­weise ge­sperrt werden. Die Deut­sche Bahn nennt die­ses Bauvorhaben „eines der wich­tigs­ten Zukunfts­pro­jekte“ für Berlin.[1]

Nach fast drei Dekaden Kampf der Bürger/innen­rechts­bewegung von Sinti und Sin­teze und Roma und Romnja und ihrer Ver­bünde­ten und nach mehr als zwei Jahr­zehn­ten Planung und Bau wurde 2012 das vom jüdi­schen Künstler Dani Karavan ent­worfe­ne Mahn­mal/Denk­mal der Sinti und Sinteze und Roma und Romnja in Berlin-Tiergarten ge­gen­über des Reichstags­ge­bäu­des ein­geweiht. Erst seit 2012 haben wir Sinti und Sinteze und Roma und Romnja einen Ort des Ge­denkens und der Erin­ne­rung an all jene, die nicht zurück­ge­kom­men sind, die den deut­schen Faschisten und ihren Ver­bündeten zum Opfer ge­fallen sind. Erst seit acht Jahren gibt es mit dem Mahn­mal/Denk­mal ein sicht­bares Ein­ge­ständ­nis von Schuld, Ver­antwor­tung und der Mahnung.

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Facts & Figures (291)

Juni 11th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ab Febr. 1938 ver­brach­te das fa­schis­ti­sche Re­gi­me Ita­li­ens na­he­zu al­le Ro­ma aus Istrien in die Ver­ban­nung nach Sar­di­ni­en.

(Quelle)

Ein „Wald“ für die Gedenkstätte Lety

Juni 10th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Schweinefarm auf dem KZ-Gelände von Lety (Foto: Romea.cz)Tschechien: Symbolischer Wald siegt im Wett­be­werb für Roma-Ge­denk­stätte in Lety

Der architektonische Wettbewerb für die Ge­denk­stätte an Stelle des ehe­ma­li­gen Roma-Kon­zentra­tions­lagers im süd­böhm­ischen Lety kennt sei­nen Sieger. Von 41 Entwürfen aus 12 Län­dern hat die Jury das ge­mein­same Kon­zept des Ateliers Terra Florida und des Ateliers Světlík aus­ge­wählt. Die Gedenkstätte soll nach ihrer Vor­stel­lung die Form eines sym­boli­schen Waldes tra­gen. Ver­tre­ter des Museums für Roma-Kultur ha­ben das Projekt am Diens­tag in Prag vor­gestellt. Die ge­plante Anlage soll 2023 er­öffnet wer­den.

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SS-Runen auf Trollmann-Gedenkstein

Mai 15th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Sport

Der beschmierte "Stolperstein" für Rukeli Trollmann in Hamburg am 12.5.2020 (Foto: Zentralrat)Deutschland: Stolperstein von Johann „Rukeli“ Troll­mann mit SS-Ru­nen be­schmiert

Im Hamburger Schanzenviertel wurde am Dienstag, den 12. Mai, ein Stolperstein, der an die Ver­folgung und Ermor­dung des Sinto Jo­hann „Rukeli“ Troll­mann er­innert, von un­bekann­ten Tätern mit SS-Runen be­schmiert. An­wohner, die die Be­schädigung ent­deckten, ha­ben die NS-Symbole um­gehend ent­fernt und den Gedenkstein ge­reinigt. Der Landes­verein der Sinti in Hamburg e.V. er­stat­tet Anzeige bei der Ham­bur­ger Polizei.

Der Gedenkstein vor dem Flora-Theater erinnert an den be­rühm­ten Sinto-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 dort sei­nen letz­ten Sieg als Profi­boxer er­kämpfte. 1942 wur­de Trollmann in Hannover ver­haftet und ins Kon­zentra­tions­lager Neuengamme ver­schleppt. Nach­dem er von einem SS-Auf­seher als der Boxer Troll­mann er­kannt wor­den war, muss­te er abend­lich ge­gen Männer der SS kämpfen. Im Sommer 1944 wur­de Trollmann im Außenlager Wittenberge von einem Kapo er­schlagen.

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