Rassismus & Menschenrechte

Neuerlicher Brandanschlag in Linz

März 2nd, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Hilferuf der Caritas Oberösterreich

In Linz ist heute, offenbar erst vor wenigen Stunden, erneut ein Brand­anschlag auf die Zelte obdach­loser Roma-Familien ver­übt wor­den. Bereits vor zwei Wochen war mit eini­gen Tagen Ver­spä­tung öffent­lich be­kannt gewor­den, dass es in der Stadt zwei An­schläge auf das Zelt­lager rumä­ni­scher Not­reisen­der gege­ben hatte. Nun er­reicht uns ein drin­gen­der Hilferuf der Caritas Oberösterreich: Vor rund einer Stunde mel­dete diese den nun­mehr dritten Angriff auf die Bettlerfamilien in Linz.

Gerade vorhin wurden in Linz zum wieder­holten Mal die Zelte mit allen Habselig­keiten von Familien aus Rumänien in Brand gesetzt. Etwa 30 obdach­lose Armuts­migrantIn­nen, darunter eini­ge Kinder, sind be­troffen.

Wir bitten euch nun dringend um Mithilfe, denn wir brau­chen für die Men­schen neue Zelte (je etwa für 4-5 Personen), Schlaf­säcke, Decken und warme Kinder­kleidung für das Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Ganz herz­lichen Dank, wenn ihr etwas vorbei­bringen könnt – bitte bei der Carla in Linz, Baum­bach­straße 3, MO – FR 7.30 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr.

(Text: Caritas OÖ)

ROMADAY-Kampagne gestartet

März 2nd, 2016  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

RomadayDeutschland: Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas stellt Kam­pagne gegen Anti­ziganis­mus vor. Kern der Kam­pagne ist ein Aufruf mit fünf zentra­len For­de­run­gen. Die On­line-Petition finden Sie hier.

Auf Initiative des Vereins RomaTrial und der Stiftung Denkmal für die ermor­de­ten Juden Europas hat sich in Berlin ein breites gesamt­gesell­schaft­liches Bündnis für Soli­da­ri­tät mit den Sinti und Roma Europas ge­bil­det. Mit­glie­der der Inter­es­sen­gemein­schaft sind mehr als 20 Orga­ni­sa­tio­nen aus Politik, Zivil­gesell­schaft und Kultur. Ziel des Bünd­nis­ses ist es, auf die fort­wäh­rende Diskri­mi­nie­rung der größten euro­päi­schen Min­der­heit auf­merk­sam zu machen.

»Der Rassismus, den Sinti und Roma europa­weit im Alltag er­leben, ist un­erträg­lich. Und nie­mand schaut hin! Wir dürfen es nicht den Betrof­fe­nen selbst über­las­sen, auf den Anti­ziga­nis­mus und dessen teils existenz­be­dro­hende Fol­gen hin­zu­weisen. Son­dern wir als Mehrheit müs­sen diese Situa­tion end­lich öffent­lich be­nen­nen, ver­ur­tei­len und dage­gen an­ge­hen«, so Uwe Neumärker, Di­rek­tor der Stiftung Denkmal, zur Gründung der Ini­tia­tive.

Kern der Kampagne gegen Antiziganismus ist ein Aufruf mit fünf zentra­len For­de­run­gen an Politik, Medien und Öffent­lich­keit. Der Aufruf ist ab sofort hier ver­füg­bar. Bür­gerin­nen und Bürger sind auf­ge­ru­fen, die For­de­run­gen zu unter­zeichnen und sich so gegen die Aus­gren­zung von Sinti und Roma aus­zu­spre­chen. Die ge­sam­mel­ten Unter­schriften sol­len an Bundes­tags- und Europa­par­la­ments­abge­ord­nete, Minister, den Bundes­pres­se­rat sowie die Medien über­ge­ben werden.

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Salzburg: Ausweitung der Bettel-Verbotszonen?

Februar 26th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Bisherige Verbotszonen in Salzburg (Foto: orf.at)Salzburg: Bettel-Verbotszonen lösen das Ar­muts­problem nicht

Stellungnahme der Plattform für Menschenrechte: Mit der ge­plan­ten Aus­wei­tung der Ver­bots­zonen wird ein in der Praxis erfolg­loses Mo­dell for­ciert, das die wirk­li­chen Proble­me nicht löst.

Die Einführung der Verbotszonen im vorigen Jahr wur­de damit be­grün­det, dass da­durch die zu er­war­ten­de Anzahl der Bettelnden ge­senkt wer­den könne. Dieser Effekt ist offen­bar nicht ein­ge­tre­ten und soll nun mit einer Ausweitung der Ver­bots­zo­nen er­reicht wer­den. Tat­säch­lich dürfte es durch die Ver­bots­zonen nur zu einer Verlagerung der Stand­orte in an­dere Stadt­teile ge­kom­men sein.

Mit der Ausweitung wird also ein Modell for­ciert, das in der Praxis keinen Erfolg zei­tigt, weil es an der fal­schen Stelle an­setzt: Die eigent­li­chen Kon­flikt­fel­der rund um die Armuts­migra­tion in Salz­burg lie­gen nicht so sehr im „Betteln“ selber, son­dern im Bereich der feh­len­den legalen Über­nach­tungs­orte sowie der feh­len­den sani­tä­ren Infra­struk­tur für die Not­reisen­den. Sie haben keine Lager­orte für ihren Besitz. Es gibt weder Müll­tonen noch mobile Toilet­ten für sie, was zu nach­voll­zieh­ba­ren Proble­men führt.

Die Forderungen, welche die Plattform für Menschen­rechte bei der Ein­füh­rung der Ver­bots­zo­nen im vori­gen Jahr for­mu­liert hatte, sind des­halb nach wie vor ak­tuell:

  • Es braucht dringend eine ganzjährige, fixe Notunterkunft, die zu­min­dest für einen Teil der Armuts­migrantIn­nen dauer­haft zur Ver­fü­gung steht. Diese ganz­jäh­rige Unter­kunft ist in Pla­nung, die Caritas soll dafür jede nur mög­li­che Unter­stützung er­hal­ten.
  • Es braucht dringend ein Ange­bot für Mütter bzw. Familien mit min­der­jäh­ri­gen Kindern, um diese Kin­der adä­quat ver­sor­gen zu können, ohne sie von ihren El­tern zu trennen.
  • Für die weiterhin obdachlos bleiben­den Armuts­migrantIn­nen braucht es Plätze, an de­nen eine legale Über­nach­tungs­mög­lich­keit im Freien mit ent­spre­chen­der sani­tärer Infra­struktur (mo­bi­le Toiletten) be­steht.
  • Das mobile Gesundheitsangebot (Virgilbus) soll fort­geführt und – wo nötig und mög­lich – aus­ge­baut wer­den.
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Ein österreichisches Gelächter

Februar 20th, 2016  |  Published in Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Vernichtungsfantasien unter der MaskeAuszug aus „Novemberpogrom“, einem Text des Wie­ner Schrift­stel­lers und His­to­ri­kers Doron Rabinovici (2013):

(…) Der Schriftsteller Franz Fühmann er­in­ner­te sich: „Es muß 1943 ge­we­sen sein, im Som­mer, in Wien, in der Rilke­zeit, da zeig­te die Wochenschau Bil­der aus einem Kon­zentra­tions­lager, und man sah drei Häft­linge mit dem Juden­stern, die, of­fen­sicht­lich Mitte ir­gend­einer Kette, einan­der lang­sam Steine zu­reich­ten … Der Kommen­tator be­merkte, daß die Juden das erste Mal in ihrem Leben arbei­te­ten, was man ja auch an dem rasan­ten Tem­po ihrer Be­we­gun­gen sehe, und das Pub­li­kum brüll­te vor Lachen, und ich er­starr­te, denn man sah Ster­ben­de mit ver­lö­schen­der Kraft die Arme aus­strecken und Stei­ne von Ster­ben­den empfan­gen und Stei­ne an Sterbende wei­ter­geben. Es war ein öster­rei­chi­sches Ge­läch­ter; Ge­läch­ter mei­nes Hei­mat­lan­des“, schrieb Füh­mann.

Ist dieses Gelächter heute gänz­lich er­stor­ben? Kurz nachdem 1995 im bur­gen­län­di­schen Oberwart vier Roma durch eine Bombe er­mor­det wor­den wa­ren, ging in Wels eine als so­ge­nann­te Zigeuner ver­klei­de­te Grup­pe in einem Faschingsumzug mit. Als sie an der Fest­büh­ne vor­bei­zog, da scherz­te der Mo­de­ra­tor: „Bitte jetzt kei­ne Bom­ben wer­fen!“ Die Men­ge johlte. (…)

Auszug aus: Doron Rabinovici, Novemberpogrom, Programm­heft des Burgtheaters zu „Die letzten Zeugen“. 75 Jahre nach dem No­vem­ber­pogrom 1938. Ein Pro­jekt von Doron Rabi­no­vici und Matthias Hartmann, Wien 2013. (pdf-Download des Beitrags)

Siehe dazu auch: Karnevalsphantasien, dROMa-Blog, 4.3.2014

Brandanschläge auf Roma-Zelte in Linz

Februar 19th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Nach dem Brandanschlag in Linz (Foto: privat, via www.oesterreich.at)Nach zwei Brandanschlägen auf ein Zeltlager von 50 bis 70 Per­so­nen, zum Groß­teil handelt es sich um rumänische Bettler­familien mit Kindern, haben die Lin­zer Polizei und der Ver­fas­sungs­schutz Er­mitt­lun­gen auf­ge­nom­men. Un­be­kann­te Täter hat­ten bereits am Sonn­tag und am Diens­tag zwei Brände gelegt und Zelte zer­stört. Die An­schläge wur­den erst jetzt öffent­lich be­kannt. Das provi­so­ri­sche Camp befand sich außer­halb der Stadt in einem ab­ge­le­ge­nen Waldstück auf dem Ge­lände der VÖEST zwi­schen der A7 und der Post­bus­garage.

Der erste Anschlag ereignete sich am Nachmittag des 14. Februar – dabei wurden 15 Zelte in Brand ge­steckt. Die Er­mittler konn­ten vier Brand­herde iden­ti­fi­zieren, „teils 100 Meter voneinan­der entfernt“. Zwei Tage später wurden bei einem zweiten Anschlag fünf weitere Zelte angezündet. Etwa zehn Zelte sind vollstän­­dig nieder­gebrannt, bestä­tigt Polizei­spre­cher Bernd Innendorfer erste Presse­berichte. Konkre­te Hin­weise zu Tat­ver­däch­ti­gen oder Zeu­gen­aus­sa­gen lägen der­zeit al­ler­dings noch nicht vor. ORF.at berichtet:

Die Sachverständigen hätten „externe Zündquelle“ als Brand­quelle ge­nannt, so Innen­dor­fer im Inter­view mit dem ORF, „das heißt, dass mut­wil­lig an­ge­zün­det wur­de“. Men­schen sol­len bei den Brand­legun­gen nicht zu Schaden ge­kom­men sein, von den an­ge­zün­de­ten Zelten und den Hab­selig­keiten ihrer Be­wohner – „Kleidungs­stücke und Decken“, so der Polizei­sprecher – sei aller­dings so gut wie nichts mehr übrig ge­blie­ben.

„Österreich“ schreibt über den zweifachen Anschlag und die betroffene Personengruppe: Read the rest of this entry »

Antiziganismus: Vortrag von Gernot Haupt

Februar 15th, 2016  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Radio FROAntiziganismus: der gesell­schaft­lich tole­rier­te Ras­sis­mus – Warum die Dis­kri­mi­nie­rung von Roma noch immer so weit ver­brei­tet ist?


Kultur und Bildung spezial | Radio FRO 105,0
Erstausstrahlung: 2.10.2015 | Redakteurin: Martina Winkler

DDr. Gernot Haupt MAS (Foto: aau.at)Der Vortragende Gernot Haupt ist Vor­sitzen­der des Instituts für Sozialarbeit an der Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät Klagenfurt. Er er­läu­tert, wa­rum die Diskri­mi­nie­rung von Roma im­mer noch so weit ver­brei­tet ist. Ob es sich um die Be­kämp­fung von „or­ga­ni­sier­ten Bettler­banden“ in Linz han­delt, ob es um die staat­lich or­ga­ni­sier­te Depor­ta­tion von armen rumä­ni­schen EU-Bür­gern aus Frank­reich geht, immer wird von der Domi­nanz­gesell­schaft un­aus­gespro­chen davon aus­ge­gan­gen, dies seien gerecht­fer­tig­te Maß­nah­men, um das, was man heute poli­tisch kor­rekt nicht mehr „Zigeuner­problem“ nen­nen dürfe, zu lö­sen. Woher kommt dieser ver­steckte, manch­mal auch of­fene Rassis­mus gegen Roma? Diese und wei­te­re Fra­gen werden im Vor­trag be­leuch­tet.

(Text: cba.fro.at)

„Kein Salon dem Rechtsextremismus!“

Februar 13th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Manuela Horvath in Wien (Foto: Nikolaus Kunrath)Kundgebung am Heldenplatz: Ansprache von Manuela Horvath

Unter dem Mot­to „Kein Salon dem Rechts­extre­­mis­­mus!“ rief das Bünd­nis „Jetzt Zei­chen setzen“ am 29. Jän­ner 2016 zur Kund­ge­bung am Wie­ner Helden­platz auf. Die For­derung: Die Reprä­sen­ta­tions­räume der Republik dür­fen Ver­anstal­tun­gen und Ver­netzungs­ak­ti­vi­tä­ten der extrem Rechten (d.h. dem frühe­ren WKR- und jetzi­gen „Akademikerball“) kei­nen Platz mehr bieten. Unter den Red­nern/in­nen war mit Manuela Horvath auch eine öster­rei­chi­sche Romni, deren kurze An­spra­che wir im Fol­gen­den wie­der­geben.

Del tumenca!

O Roma taj o Sinti o lek bareder tschulipe andi Europa hi. Andi Austrija imar but schel­berscha beschte on hi, taj sajt ando deschuenja enjavar desch taj trin lenge, pal jek dugo drom o flogos­kero grupnen­gero schtatus use phendo ulo.

Roma und Sinti sind die größte Minderheit in Europa. In Österreich sind sie seit Jahr­hun­der­ten an­sässig und 1993 wurde ihnen, nach einem lan­gen Weg, der Volks­gruppen­status zu­gespro­chen.

Als Romni und Enkelin KZ-Überlebender wurde ich schon früh damit konfron­tiert was eine rechts­popu­lis­tische Partei ver­ursa­chen kann. 500.000 Roma und Sinti wurden in Europa während des Holocaust er­mordet. Heute kommt es in euro­päi­schen Ländern immer wieder zu Über­griffen und zur syste­ma­ti­schen Aus­grenzung von Roma. In den meisten Fällen wird auf nationa­ler Ebene kaum etwas unter­nommen, um dies zu unter­binden. Die Grund­rechte­agentur der EU hat in einer Erhe­bung festgestellt, dass Roma in den Berei­chen Bildung, Armut und Beschäftigung schlech­ter gestellt sind als ihre Nach­barn, die keine Roma sind.

Ja, wir Roma in Österreich haben durch die Anerkennung als Volksgruppe einen besseren politischen Status als Roma in vielen anderen Ländern. Und mein Dank gilt den Aktivistinnen und Aktivisten der ersten Stunde, die für meine Generation den Weg in der Volksgruppenarbeit vorbereitet haben. Doch Antiziganismus und Roma-Feindlichkeit sind auch hier bei uns in Österreich in der Zivilgesellschaft und auch auf politischer Ebene verbreitet. Read the rest of this entry »

Schock­er­fah­rung Abschiebung: The Awakening

Februar 8th, 2016  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

The Awakening, DE/CRO/SRB 2015, 39 min., OmdtUT
Ein Film von Kenan Emini

The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebens­rea­lität von Roma, die ab­ge­scho­ben wur­den. Wel­chen psycho­lo­gi­schen Effekt hat die Ab­schie­bung auf die Men­schen? Wie ergeht es den Kindern und Jugend­li­chen, die in Deutsch­land auf­ge­wach­sen sind und nun in einem fremden Land auf­wachen, fern von ihren Freun­den und ihrem ge­wohn­ten Um­feld? Der Film ge­währt einen Ein­blick in die­sen Zustand des Er­wachens bzw. des Ent­setzens der Betrof­fe­nen, die Deutschland als ihre Heimat betrach­tet haben und sich nun in einem für sie frem­den Land völ­lig neu orien­tie­ren müs­sen, und ver­mittelt ein authen­ti­sches Bild über die Schock­er­fah­rung Abschiebung. Zu­gleich zeigt er Rassis­mus und Diskri­mi­nie­run­gen auf, mit de­nen Roma in ver­schie­de­nen Län­dern Euro­pas konfron­tiert wer­den.

(Text: www.awakeningmovie.de)

Kenan Emini gehört zu den Gründungs­mit­glie­dern des Vereins Roma Center Göttingen e.V. und ist im Vor­stand des Bundesromaverbandes in Deutsch­land. Er hat die Kam­pagne „alle bleiben!“ mit­ge­grün­det und ist an sei­nem Pro­jekt „Romadness“ tätig. Er ist selbst Rom aus dem ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wien und lebt seit 2000 in Deutsch­land.

Trapped by Law (Teaser)

Januar 31st, 2016  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Trapped by Law
Dokumentarfilm von Sami Mustafa

Kosovo, D 2015 / 90 Min. (romanes, alban., deutsch, engl., serb.)
Regie & Produktion: Sami Mustafa | Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch | Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke

Mehr hier.
Die engl. Untertitel können in der unteren Bild­leiste des Video­fens­ters ak­ti­viert wer­den.

Trapped by Law von Sami Mustafa

Januar 31st, 2016  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Trapped by Law (Screenshot)Dokumentarfilm, Kosovo, D 2015 / 90 Min.
romanes, alban., deutsch, engl., serb.
Regie & Produktion: Sami Mustafa
Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch
Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke

TRAPPED BY LAW erzählt die Geschichte von Kefaet und Selami. Die Brüder und Rap-Künstler sind in Essen als Asyl­bewerber mit stetig un­siche­rem Auf­ent­halts­status auf­ge­wach­sen. Kefaet wurde in Prizren im Kosovo ge­boren. Im Alter von vier Jahren flie­hen seine Eltern mit ihm aus dem vom Krieg ge­beu­tel­ten und ins­beson­dere für Roma gefähr­li­chen Gebiet. Selami ist in Essen ge­bo­ren und zuvor nie im Ko­so­vo ge­wesen. Im März 2010 wer­den die in­zwi­schen erwach­se­nen Brüder aus Deutschland in den Ko­sovo abgescho­ben. In ein Land, das ihnen voll­kom­men un­bekannt ist, getrennt von ihren Eltern, ihrem älte­ren Bruder und von Kefaets Kindern Djelan und Djihan, die alle wei­ter­hin in Deutsch­land le­ben.

Im Kosovo sind die smarten jungen Männer zu­nächst wie Touristen im „eige­nen“ Land unter­wegs. Sie hängen mit einem neuen Freund ab, der eben­falls aus Deutsch­land ab­ge­scho­ben wurde, unter­neh­men auch einen Kurz­trip in das Heimat­dorf ihrer Eltern. Alles ganz in­teres­sant, aber auch so fremd hier. Die Be­mü­hun­gen um eine Ausreise­geneh­mi­gung nach Deutsch­land prä­gen den Alltag – erst recht als nach den ersten Mona­ten staat­licher Hilfe aus Deutsch­land das Geld aus­geht. Arbeit ist nicht zu fin­den. Die Ver­stän­di­gung teil­weise schwie­rig. Ihre Rhymes und Texte schrei­ben sie nach wie vor auf Deutsch – in ihrer Alltags­spra­che, in der sie sich am besten aus­drücken kön­nen.

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I OSZE taj lakere butja

Januar 23rd, 2016  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
28.12.2015 | (on demand)

OSZEDie OSZE und ihre Aufgaben

I politologkija Mirjam Karoly, dscheno le flogos­kere grupna­kere bajro­tistar le Ro­menge taj Sinti­jenge andi Austri­ja taj o schero le kon­taktos­kere thanistar le Romen­gere- taj Sinti­jengere-phutscha­ji­pendar uso OSZE birov­tschago le demokra­ti­schi insti­tuci­jonen­dar taj manu­schen­gere tschatschi­pen­dar, and diki­pe ando butje la OSZE-jatar, del. O OSZE-schtotscha 2003 jek akcijona­kero plan le Ro­men­ge taj Sinti­jenge ando thana sika­dipe, buti, dschi­vipe taj sasti­pe ari dine. Bari­kano diki­pe adaj upro pal dschu­mi­nipe la diskri­mi­naci­ja­tar taj upro glajchi schajipe le Romen­gere dschuv­lenge, ker­do ulo. O akci­jona­kero plan te i basis la Deka­dake la Romen­gera inklu­si­jona­tar 2005-2015 taj te la ando bersch 2011 aun lima EU-jakera stra­te­gi­jake le naci­jo­nali integra­ci­ja­kere stra­te­gi­jenge le Romen­ge andi Europa, sina. Kekaj adala poli­tischi arphe­nip­tscha del, ando lejcti desch berscha tschulo pe irintscha andi dschi­vipes­keri reja­li­teta le Romen­dar taj Sinti­jen­dar. Meg mindig o Roma andi Europa ando tscho­ripe dschin, but ande na saste situa­ciji, but­var ande bibas­tale thana, le avre manu­schen­dar tel tschinde taj oni aun phand­li­pe usi pra­dimi infra­struk­tura. Use al meg i diskri­mi­naci­ja taj o rasis­mus vid­schik andi Euro­pa, obste ando vila­go bute­der vaj tschu­le­der Roma dschin. (volksgruppen.orf.at)

Die Politologin Mirjam Karoly, Mit­glied des Volks­grup­pen­beirats für Roma und Sinti in Öster­reich und Lei­terin der Kontakt­stelle für Roma- und Sinti-Fra­gen beim OSZE-Büro für de­mokra­ti­sche Institu­tio­nen und Men­schen­rechte (BDIMR), gibt Einblick in die Auf­gaben der OSZE.

Die OSZE-Mitgliedstaaten haben 2003 einen Ak­tions­plan für Roma und Sinti mit konkre­ten Empfeh­lun­gen in den Berei­chen Bildung, Arbeit, Wohnen und Gesundheit be­schlos­sen. Beson­de­res Augen­merk wurde dabei sowohl auf die Be­kämpfung von Diskri­mi­nie­rung als auch auf die Chancen­gleich­heit für Roma-Frauen ge­legt. Read the rest of this entry »

„Roma Invasion“ & die Hassposter

Januar 19th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Im Spätsommer 2012 fuhren rund 30 Roma-Jugendliche aus den Frei­bur­ger Flüchtlings­wohn­heimen für eine Woche auf die Nord­see­insel Wangerooge (Deutschland), or­ga­ni­siert wurde das Sommer­camp vom „Roma Büro Freiburg“. Dabei ent­stand der Kurzfilm „Roma Invasion“, eine fil­mi­sche Zu­sam­men­fas­sung der Aktivi­tä­ten, in der viele der Jugend­li­chen selbst zu Wort kommen. Der Film wurde 53.000 mal ange­klickt und mit eini­gen hundert Postings ver­sehen. Die meis­ten Kom­men­tare kann man leider unter „Hate Speech“ sub­sumie­ren: von „Vergasen“ bis „in die Autopresse“ war die Rede. Die Fülle und Aggres­sivi­tät dieser rassis­ti­schen Kom­men­tare könnte einem wahrlich die Sprache ver­schlagen, doch das „Roma Büro Freiburg“ rea­gier­te offen­siv auf das Phäno­men und orga­ni­sierte gemein­sam mit dem Stadt­jugend­ring einen Themen­abend zur Frage „Was tun gegen Hate Speech?“. Bei der Ver­anstal­tung im Frei­burger Haus der Jugend wurde der Kurz­film gezeigt und aus­ge­wählte Kommentare in einer szenischen Lesung von Roma-Ju­gend­li­chen vor­getra­gen. Das freie Radio Dreyeckland sprach mit Tomas Wald vom „Roma Büro“ über die Ver­anstal­tung und Gewalt gegen Roma (einen weite­ren Radio­beitrag fin­den Sie hier).

(dROMa)

Deutschland: Abschiebung in die Fremde

Januar 17th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Abgeschoben: Gzim (15) und Ramis Berisha (12) (Foto: Amaro Drom)Nachdem die Balkan-Länder zu »sicheren Herkunftsstaaten« erklärt worden sind, werden nun massenhaft Roma dorthin abgeschoben. Viele Jüngere kennen die Länder nicht einmal, weil sie in Deutschland geboren wurden. Auf dem Balkan droht ihnen Diskriminierung.

Peter Nowak/Jungle-World: Bis Mitte Dezember führten Gzim und Ramiz Berisha (Aufruf von Amaro Drom) das Leben ganz normaler Teenager in Hannover. Sie gingen zur Schule und engagierten sich in der Freizeit in der Roma-Selbstorganisation »Amaro Drom«. Doch der 16. Dezember sollte ihr Leben grundlegend ändern. In den frühen Morgenstunden wurden die 13- und 15jährigen Schüler mit ihren Familien abgeschoben. Es waren zwei von insgesamt 125 Menschen, die allein an diesem Tag aus Niedersachsen zwangsweise in die Balkanländer deportiert wurden. Darunter waren viele Kinder und Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden. Sie haben von Anfang an die deutsche Sprache gelernt und erfüllten damit die Voraussetzung, die hierzulande von Politik und Öffentlichkeit an eine gelungene Integration gestellt wird. (…)

Dass die Berishas jetzt in ein ihnen völlig fremdes Land deportiert wurden, ist die Folge einer Regelung, die vor einigen Monaten für eine kurze Zeit für Debatten sorgte. Damals wurden die Balkan-Länder Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien zu »sicheren Herkunftsländern« erklärt. Bei den Grünen gab es deswegen einige innerparteiliche Auseinandersetzungen. Die Parteibasis war wohl mehrheitlich dagegen, weil bekannt ist, dass in diesen Ländern Roma noch immer auf verschiedenen Ebenen diskriminiert werden. Doch im Bundesrat stimmte der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, für diese Regelung. Bei ihrer Klausur im neuen Jahr haben sich die Grünen dafür nachträglich selbst gerühmt. (…) Allein in drei fränkischen Regierungsbezirken Bayerns erhielten nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates Ende November 800 Geflüchtete vom Balkan die Aufforderung, sich in einer Kaserne in Bamberg einzufinden, von wo sie abgeschoben wurden. Auch ein junger Mann, der als Epileptiker auf ärztliche Versorgung angewiesen ist, war davon betroffen. In Nordrhein-Westfalen sitzt der Rapper Hikmet Prizreni alias Prince-H seit Oktober in Abschiebehaft. (…)

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„Zigeuner“-Bilder in Kinder- und Jugendmedien

Januar 14th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Buchcover von "Mond Mond Mond"„Denn sie rauben sehr geschwind jedes böse Gassenkind …“

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (GEW) und der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie der Gesellschaft für Anti­zi­ganis­mus­forschung.

3. und 4. März 2016 im Dokuz Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84 (Aufgang 2, 3. OG), 10969 Berlin

Von Arpad bis Zigeunerfrieda: „Zigeuner“-Figuren und „Zigeuner“-Bilder bevölkern die Kinder- und Jugendliteratur seit ihren Anfängen und sind in all ihren Gattungen vertreten. Zum festen Personal gehören sie in Märchen, ebenso sind sie in kinderliterarischen Klassikern beheimatet: Man denke an Ottilie Wildermuths Das braune Lenchen (1872), Alex Weddings Ede und Unku (1931) oder Kurt Helds Die rote Zora (1941). Auch nach 1945 existieren „Zigeuner“-Kinder in vielen Werken. Sei es in Ursula Wölfels Mond, Mond, Mond (1962) oder in unterhaltungsliterarischen Romanen wie Enid Blytons Fünf Freunde-Reihe. „Zigeuner“-Bilder findet man auch in illustrierten Büchern und Comics, in aktuellen kinder- und jugendliterarischen Romanen, wie denen von Kevin Brooks, oder in autobiographischen Texten von Zeitzeugen, die Anja Tuckermann aufgezeichnet hat. – Die Tagung „Denn sie rau­ben sehr geschwind jedes böses Gassen­kind“ greift mit ihrem Titel ein Zitat aus „Die Zigeuner­frieda“ von Georg Dennler (1910) aus die­sem Text­fun­dus auf.

Im Bereich der Literatur- und Gesellschafts­wissen­schaften er­schien in den ver­gan­ge­nen Jahren eine Reihe wichtiger Ver­öf­fent­li­chun­gen, die der Ge­schichte dieser Konstruk­tio­nen und Stereo­typen­bil­dung, den Aus­wüch­sen der Vor­urteile und anti­zi­ga­nis­ti­schen Ten­den­zen nach­gingen. Read the rest of this entry »

Massenabschiebung in Deutschland

Januar 4th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Kurz vor Weihnachten wurden 125 Flücht­lin­ge ohne An­kün­di­gung aus Nie­der­sach­sen ab­ge­scho­ben – darun­ter zahl­rei­che Kin­der und lang­jäh­rig ge­dul­de­te Flücht­linge. Eine Stellung­nahme des Flüchtlings­rats Nieder­sach­sen:

125 Flüchtlinge wurden eine Woche vor Weihnach­ten ohne vor­he­rige An­kün­di­gung in Nieder­sachsen fest­genommen und in den Kosovo abge­schoben. Eine solche Massen­abschie­bung ist von der Landes­regie­rung mehr­fach an­ge­kün­digt wor­den. Für Über­ra­schung und Empö­rung sorgt aller­dings die Tat­sache, dass sich unter den Betrof­fe­nen viele lang­jährig geduldete Flücht­linge befan­den – also sol­che Flüchtlinge, denen der Innen­minister Pistorius mehr­fach und aus­drück­lich eine vor­sich­tige und mensch­liche Praxis ver­spro­chen hat.

Der hier verlinkte Bericht der Hannoverschen Zeitung spricht für sich: Betrof­fen wa­ren auch Kinder und Jugendliche, die bereits jahr­zehnte­lang in Niedersachsen leb­ten oder zur Schule gingen, und die den Kosovo nur aus den Berich­ten ihrer Eltern kennen. Der Flüchtlings­rat hat diese Massen­abschie­bung scharf kri­ti­siert: Eine Landesregierung, die vor einem Jahr noch öffent­lich er­klärt hat, mehr Mensch­lich­keit in der Aus­länder- und Flüchtlings­politik an den Tag zu legen, hat mit Flücht­lin­gen anders um­zu­gehen. Auch wenn eine Ankün­di­gung des Abschiebungs­termins in­zwi­schen gesetz­lich unter­sagt ist, hätte die Mög­lich­keit be­stan­den, in ent­spre­chen­den Fällen zumin­dest eine Einzelfall­prüfung vor­zu­nehmen, und den Flücht­lingen (wenn über­haupt) vor­her und ohne Termin­ansage anzu­kün­digen, dass eine Abschie­bung dem­nächst ein­ge­leitet wird, um ihnen so die Möglich­keit ein­zu­räumen, sich vor­zu­berei­ten oder ggfs. recht­liche Schritte zur Über­prüfung der Abschie­bun­gen ein­zu­leiten. Nach Auf­fas­sung des Flücht­lings­rats Nieder­sachsen ver­bietet es sich grund­sätzlich, Flüchtlings­kinder ab­zu­schie­ben, die hier bei uns auf­ge­wachsen sind und den Kosovo nur vom Hören­sagen kennen.

Viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in unserer Gesellschaft groß geworden. Sie sind deutsch sozialisiert und sprechen kein Albanisch. Es erscheint überaus frag­würdig, ihnen ein Aufent­halts­recht mit der Begrün­dung zu ver­wei­gern, sie hät­ten eini­ge Tage un­ent­schul­digt in der Schule gefehlt, wie dies kürz­lich das Ver­waltungs­gericht Göttingen ent­schie­den hat. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (124)

Dezember 29th, 2015  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Der Österr. Presse­rat ver­ur­teil­te die Kro­nen-Zei­tung 2014 für eine teils frei er­fun­de­ne Ar­ti­kel­se­rie über „Bett­ler­ban­den“.

(Quelle/pdf)

Sido: Aufruf für Hikmet aka Prince-H

Dezember 22nd, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Prince-H (Foto: Nihad Nino Pušija via taz)„Abschiebepraxis in Deutschland: Nach 27 Jahren ab ins Kosovo“ titelte ges­tern die „taz“ und ver­weist darauf, dass sich die Abschie­bun­gen in Deutschland 2015 beinahe ver­dop­pelt haben. Betrof­fen sind viele Men­schen, die bis­her „geduldet“ wur­den – so wie Rapper Prince-H. Der bekannte deut­sche Rap­per und TV-Star Sido, selbst Sinto, hat auf Face­book diesen Auf­ruf veröffentlicht, den wir im Folgenden wie­der­geben:

Freundinnen und Freunde, heute mal was Ernstes. Mein Rapper-Kollege Hikmet aka Prince-H hat gerade ein paar Probleme mit diesem Staat und sitzt in Abschiebehaft. Was hat er verbrochen? Nichts. Warum sitzt er dann im Knast? Weil sein Asylvertrag abgelehnt wurde.

Hikmet ist Rom und lebt seit 27 Jahren hier in Deutschland. Er kam im Alter von sieben Jahren aus dem Kosovo hierher und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Trotzdem will ihn Deutschland jetzt abschieben. Warum? Weil die Papiere nicht zum Leben passen? Weil er ein „Zigeuner“ ist? Weil er nicht zur Willkommenskultur in diesem Land passt? Hikmets Eltern sind vor dem Krieg aus dem Kosovo geflohen und weil die Roma dort extrem diskriminiert werden. Der Krieg ist vorbei. Der Rassismus gegen die Roma ist aber nicht vorbei und es ist einfach unmenschlich, wenn man die Leute dorthin zurückschickt. Leute wie Hikmet, die hier ihr Leben aufgebaut haben, die sich hier integriert haben, die sich hier engagiert haben. Das geht echt nicht klar.

Aus diesem Grund gibt es eine Solidaritätsparty für Hikmet, um ein bisschen Geld zu sammeln, damit er sich einen ordentlichen Anwalt leisten kann. Die Party findet am 22.12.2015 statt, ab 21 Uhr im SO36 in Berlin-Kreuzberg.

Geht da hin. Unterstützt das. Ist eine gute Sache. Alle bleiben.

Facebook-Link zur Veranstaltung ist:
https://www.facebook.com/events/1571451533096982/
Website mit Veranstaltung:
http://www.alle-bleiben.info/soli-konzert-freiheit-fuer-hi…/
Website mit Infos zum Fall Hikmet:
http://www.alle-bleiben.info/kein-bling-bling-in-deutschla…/
Website von Alle Bleiben:
http://www.alle-bleiben.info/

Panasi tschijipe gejng ar roasinipeskero fabot

Dezember 19th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Rechtswidrige Ausreiseverbote für Roma in Mazedonien (Foto: George R./Flickr, via ERRC)Jek kris andi Macedonija le birov­tscha­gen­ge vasch „Racial Pro­filing“ uso gra­nica­kere kontrol­tscha, pana­si tschi­tscha. Dsche­ne le Romen­gere-tschu­li­pes­tar andi Ma­ce­do­ni­ja uso ar roa­si­nipe siste­ma­ti­schi pal liker­de on.

Duach aja diskriminirimi praksis, savi le schto­tis­kere pol­garen pal len­geri etnija min­den­feli­ti­kon be­hand­linel taj o tscha­tschipe upro mici­nipes­kero nah­pand­lipe dukal, o birov­tschage le Romen andar i Mace­do­nija pal te like­rel kam­na, kaj on nisaj asi­liske ando EU-ja­kere schtot­scha, schaj aun roden. O panasi tschijipe le kri­sistar ande Bitola, savo ando kise­ti­nipe le novem­be­ristar le pra­di­peske ari dim ulo, jek peripe sikal, savo duj ber­scha pal pasch­lol taj kaj jek Rom taj jek Romni pumare enke­lenca, familija­kere dschene andi Svecija kher te rodel kamnahi taj savenge, o granicakero prik gejipe vasch lengero etnija­kero telschta­minipe, na use muklo ulo. O „European Roma Rights Centre“ (ERRC) phukal:

On o jekoschne dschene ando bus sina, savendar bu­te­der sar o roasi­ni­pes­kere lila aun dikle ule. Le Rom taj la Romni o cile pekamle lila, o pal­geji­pes­kere kartschi, 2.000 Euro taj jek akaripeskero lil, sina. On na tromale ar te roasinel, o bus oni lende bajder ladija.

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Vorurteilsstudie in Tschechien

Dezember 17th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Vorteile gegenüber Minderheiten in TschechienUmfrage zeigt starke Vorurteile gegen­über Minder­hei­ten: Bild von Roma am nega­tivsten

Eine Umfrage, die im Auftrag des Soziologi­schen Insti­tuts der Akademie der Wis­sen­schaf­ten der Tsche­chi­schen Re­publik durch­geführt wurde, ergab, dass die über­wie­gende Mehr­heit der Tsche­chen starke Vor­urteile gegen­über eth­ni­schen und reli­giö­sen Min­der­heiten hegt. Für die Studie (eine Zusam­men­fas­sung auf Tsche­chisch finden Sie hier) hat die Agen­tur Focus Anfang De­zem­ber 1.051 Per­so­nen über 18 Jahre befragt. Die stärkste Ab­leh­nung trifft dem­nach die Minder­heit der Roma: 85 Pro­zent der befrag­ten Tschechen stimm­ten der Aus­sage zu, Roma seien faul. Mehr als vier Fünf­tel halten Roma für krimi­nell. Eine be­son­ders nega­tive Ein­stellung zeig­ten die Befrag­ten auch gegen­über Men­schen mus­limi­schen Glau­bens. Muslime werden als gewalt­tätig ein­ge­schätzt. 43 Pro­zent der Befrag­ten reih­ten Mus­lime am Ende einer Nega­tiv-Skala von 1 bis 5 ein, wei­tere 25 Pro­zent bewer­te­ten sie mit dem Wert 4. Die Befra­gung unter­suchte darü­ber hinaus auch die Ein­stel­lun­gen gegen­über Syrern, Ukrainern, Russen, Vietna­me­sen und Slowaken. Dabei er­hiel­ten die Slowaken als ein­zige Nationa­li­tät in allen Teil­bereichen eine posi­tive Bewer­tung. Nur im Punkt „Fleiß“ er­ziel­ten die Vietnamesen hö­here Werte.

Jede zweite Firma will keine Roma

Bei einer Umfrage, welche die ČSOB Bank für die Tages­zeitung Právo im Juli durch­führte, gaben 48 Prozent der Unter­neh­men an, dass sie keine Roma ein­stel­len wür­den: Read the rest of this entry »

Diskriminierung von Roma in Vorarlberg

Dezember 13th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Romano Centro: Stellungnahme gegen Romafeindlichkeit in Vorarlberg (Bild: vol.at)Stellungnahme zur Stellungnahme: Das Romano Centro bekräftigt seine Kritik am roma­feind­li­chen Rassis­mus der Vor­arl­ber­ger Städte­er­klä­rung.

Anfang November haben die Bürgermeister der fünf Vor­arl­ber­ger Städte Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bludenz ei­ne ge­­mein­sa­me Er­klä­rung ver­öf­fent­licht, in der sie eine Politik der Härte gegen­über Not­rei­sen­den an­kün­di­gen. „Die Bürger­meis­ter der Vor­arl­ber­ger Städte wer­den keine weite­ren Zelt­lager der Roma-Familien mehr dulden“, heißt es darin wörtlich. Diese Erklä­rung wur­de bereits mehr­fach kriti­siert, zu­letzt auch im neuen Antiziganismus-Bericht, den das Romano Centro vor rund zwei Wochen vor­gestellt hat. Die Vor­arl­ber­ger Stadt- und Landes­poli­ti­ker haben die darin vor­ge­brachte Kri­tik am Um­gang mit Bettlern und dem diskri­mi­nie­ren­den Sprach­ge­brauch zurück­ge­wie­sen. Jetzt hat sich die in Wien an­säs­sige Roma-Or­gani­sa­tion die Vorarl­ber­ger Städt­erklä­rung noch einmal im Detail vor­ge­knöpft. Die program­ma­ti­schen Aus­sa­gen der Vor­arl­ber­ger Bürger­meis­ter wer­den darin nach Strich und Faden zer­pflückt: klare Worte gegen eine ethnisie­rende und rassistisch durch­wirkte Argu­men­ta­tion, die längst auch den Bo­den für Gewalt­akte berei­tet hat. Im Fol­gen­den ein Aus­zug aus der Stellungnahme des Roma­no Centro – die Aus­sen­dung im vol­len Wort­laut fin­den Sie hier (pdf):

Vorarlberg wird im Antiziganismus­bericht an einer Stelle er­wähnt: Es geht dabei um anti­ziganis­ti­sche Aus­sagen und diskrimi­nie­rende Maß­nah­men gegen armuts­betrof­fene Fami­lien aus Rumänien. Der Be­richt kriti­siert diese Aus­sagen und nennt dazu die Drohung mit dem Entzug der Kinder, aus­gespro­chen vom Landes­haupt­mann, die stän­dige Bezeich­nung der Fami­lien als „Clans“, die sich nicht recht­mäßig in Vor­arlberg auf­halten würden sowie die anlass­bezogene Ver­schär­fung von Gesetzen und Ver­ord­nun­gen. Außer­dem wird darauf hin­gewie­sen, dass es in zeit­li­cher Nähe zu solchen Debat­ten leider immer wieder zu tät­lichen Über­griffen kommt und es wird in diesem Zusam­men­hang ein ent­sprechen­der Vorfall in Dornbirn am 11.11.2015 ge­nannt.

Bei unserer Pressekonferenz zur Präsenta­tion des Anti­ziganis­mus‐Berichts am 26. Novem­ber ging es unter ande­rem um die Aus­sen­dung der fünf Vor­arl­ber­ger Städte vom 4. Novem­ber 2015. Wir haben den Text aus­gewählt, um das Phäno­men des Anti­ziganis­mus zu er­klären, weil er in exempla­ri­scher Form alle wesent­lichen anti­ziganis­ti­schen Stereo­type (das sind Nomadis­mus, Arbeits­unwillig­keit und Integra­tions­unfähig­keit) enthält. Ein Haupt­problem der „Erklä­rung“ – und der Diskus­sion des Themas in Vor­arlberg über­haupt – stellt die per­ma­nente Beto­nung der Ethni­zität dar, für die es keinen objek­tiven Grund gibt. Die Fami­lien leben so, weil sie sehr arm und aus­ge­grenzt sind und keine bes­seren Möglich­keiten sehen, nicht weil es Teil ihrer kultu­rel­len Tradi­tion wäre, in Slums oder in Zelt­lagern zu leben. Read the rest of this entry »