Rassismus & Menschenrechte
März 2nd, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Hilferuf der Caritas Oberösterreich
In Linz ist heute, offenbar erst vor wenigen Stunden, erneut ein Brandanschlag auf die Zelte obdachloser Roma-Familien verübt worden. Bereits vor zwei Wochen war mit einigen Tagen Verspätung öffentlich bekannt geworden, dass es in der Stadt zwei Anschläge auf das Zeltlager rumänischer Notreisender gegeben hatte. Nun erreicht uns ein dringender Hilferuf der Caritas Oberösterreich: Vor rund einer Stunde meldete diese den nunmehr dritten Angriff auf die Bettlerfamilien in Linz.
Gerade vorhin wurden in Linz zum wiederholten Mal die Zelte mit allen Habseligkeiten von Familien aus Rumänien in Brand gesetzt. Etwa 30 obdachlose ArmutsmigrantInnen, darunter einige Kinder, sind betroffen.
Wir bitten euch nun dringend um Mithilfe, denn wir brauchen für die Menschen neue Zelte (je etwa für 4-5 Personen), Schlafsäcke, Decken und warme Kinderkleidung für das Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Ganz herzlichen Dank, wenn ihr etwas vorbeibringen könnt – bitte bei der Carla in Linz, Baumbachstraße 3, MO – FR 7.30 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr.
(Text: Caritas OÖ)
März 2nd, 2016 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas stellt Kampagne gegen Antiziganismus vor. Kern der Kampagne ist ein Aufruf mit fünf zentralen Forderungen. Die Online-Petition finden Sie hier.
Auf Initiative des Vereins RomaTrial und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat sich in Berlin ein breites gesamtgesellschaftliches Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas gebildet. Mitglieder der Interessengemeinschaft sind mehr als 20 Organisationen aus Politik, Zivilgesellschaft und Kultur. Ziel des Bündnisses ist es, auf die fortwährende Diskriminierung der größten europäischen Minderheit aufmerksam zu machen.
»Der Rassismus, den Sinti und Roma europaweit im Alltag erleben, ist unerträglich. Und niemand schaut hin! Wir dürfen es nicht den Betroffenen selbst überlassen, auf den Antiziganismus und dessen teils existenzbedrohende Folgen hinzuweisen. Sondern wir als Mehrheit müssen diese Situation endlich öffentlich benennen, verurteilen und dagegen angehen«, so Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, zur Gründung der Initiative.
Kern der Kampagne gegen Antiziganismus ist ein Aufruf mit fünf zentralen Forderungen an Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der Aufruf ist ab sofort hier verfügbar. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die Forderungen zu unterzeichnen und sich so gegen die Ausgrenzung von Sinti und Roma auszusprechen. Die gesammelten Unterschriften sollen an Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete, Minister, den Bundespresserat sowie die Medien übergeben werden.
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Februar 26th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Salzburg: Bettel-Verbotszonen lösen das Armutsproblem nicht
Stellungnahme der Plattform für Menschenrechte: Mit der geplanten Ausweitung der Verbotszonen wird ein in der Praxis erfolgloses Modell forciert, das die wirklichen Probleme nicht löst.
Die Einführung der Verbotszonen im vorigen Jahr wurde damit begründet, dass dadurch die zu erwartende Anzahl der Bettelnden gesenkt werden könne. Dieser Effekt ist offenbar nicht eingetreten und soll nun mit einer Ausweitung der Verbotszonen erreicht werden. Tatsächlich dürfte es durch die Verbotszonen nur zu einer Verlagerung der Standorte in andere Stadtteile gekommen sein.
Mit der Ausweitung wird also ein Modell forciert, das in der Praxis keinen Erfolg zeitigt, weil es an der falschen Stelle ansetzt: Die eigentlichen Konfliktfelder rund um die Armutsmigration in Salzburg liegen nicht so sehr im „Betteln“ selber, sondern im Bereich der fehlenden legalen Übernachtungsorte sowie der fehlenden sanitären Infrastruktur für die Notreisenden. Sie haben keine Lagerorte für ihren Besitz. Es gibt weder Mülltonen noch mobile Toiletten für sie, was zu nachvollziehbaren Problemen führt.
Die Forderungen, welche die Plattform für Menschenrechte bei der Einführung der Verbotszonen im vorigen Jahr formuliert hatte, sind deshalb nach wie vor aktuell:
Februar 20th, 2016 |
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Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Auszug aus „Novemberpogrom“, einem Text des Wiener Schriftstellers und Historikers Doron Rabinovici (2013):
(…) Der Schriftsteller Franz Fühmann erinnerte sich: „Es muß 1943 gewesen sein, im Sommer, in Wien, in der Rilkezeit, da zeigte die Wochenschau Bilder aus einem Konzentrationslager, und man sah drei Häftlinge mit dem Judenstern, die, offensichtlich Mitte irgendeiner Kette, einander langsam Steine zureichten … Der Kommentator bemerkte, daß die Juden das erste Mal in ihrem Leben arbeiteten, was man ja auch an dem rasanten Tempo ihrer Bewegungen sehe, und das Publikum brüllte vor Lachen, und ich erstarrte, denn man sah Sterbende mit verlöschender Kraft die Arme ausstrecken und Steine von Sterbenden empfangen und Steine an Sterbende weitergeben. Es war ein österreichisches Gelächter; Gelächter meines Heimatlandes“, schrieb Fühmann.
Ist dieses Gelächter heute gänzlich erstorben? Kurz nachdem 1995 im burgenländischen Oberwart vier Roma durch eine Bombe ermordet worden waren, ging in Wels eine als sogenannte Zigeuner verkleidete Gruppe in einem Faschingsumzug mit. Als sie an der Festbühne vorbeizog, da scherzte der Moderator: „Bitte jetzt keine Bomben werfen!“ Die Menge johlte. (…)
Auszug aus: Doron Rabinovici, Novemberpogrom, Programmheft des Burgtheaters zu „Die letzten Zeugen“. 75 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938. Ein Projekt von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann, Wien 2013. (pdf-Download des Beitrags)
Siehe dazu auch: Karnevalsphantasien, dROMa-Blog, 4.3.2014
Februar 19th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Nach zwei Brandanschlägen auf ein Zeltlager von 50 bis 70 Personen, zum Großteil handelt es sich um rumänische Bettlerfamilien mit Kindern, haben die Linzer Polizei und der Verfassungsschutz Ermittlungen aufgenommen. Unbekannte Täter hatten bereits am Sonntag und am Dienstag zwei Brände gelegt und Zelte zerstört. Die Anschläge wurden erst jetzt öffentlich bekannt. Das provisorische Camp befand sich außerhalb der Stadt in einem abgelegenen Waldstück auf dem Gelände der VÖEST zwischen der A7 und der Postbusgarage.
Der erste Anschlag ereignete sich am Nachmittag des 14. Februar – dabei wurden 15 Zelte in Brand gesteckt. Die Ermittler konnten vier Brandherde identifizieren, „teils 100 Meter voneinander entfernt“. Zwei Tage später wurden bei einem zweiten Anschlag fünf weitere Zelte angezündet. Etwa zehn Zelte sind vollständig niedergebrannt, bestätigt Polizeisprecher Bernd Innendorfer erste Presseberichte. Konkrete Hinweise zu Tatverdächtigen oder Zeugenaussagen lägen derzeit allerdings noch nicht vor. ORF.at berichtet:
Die Sachverständigen hätten „externe Zündquelle“ als Brandquelle genannt, so Innendorfer im Interview mit dem ORF, „das heißt, dass mutwillig angezündet wurde“. Menschen sollen bei den Brandlegungen nicht zu Schaden gekommen sein, von den angezündeten Zelten und den Habseligkeiten ihrer Bewohner – „Kleidungsstücke und Decken“, so der Polizeisprecher – sei allerdings so gut wie nichts mehr übrig geblieben.
„Österreich“ schreibt über den zweifachen Anschlag und die betroffene Personengruppe: Read the rest of this entry »
Februar 15th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus: der gesellschaftlich tolerierte Rassismus – Warum die Diskriminierung von Roma noch immer so weit verbreitet ist?
Kultur und Bildung spezial | Radio FRO 105,0
Erstausstrahlung: 2.10.2015 | Redakteurin: Martina Winkler
Der Vortragende Gernot Haupt ist Vorsitzender des Instituts für Sozialarbeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er erläutert, warum die Diskriminierung von Roma immer noch so weit verbreitet ist. Ob es sich um die Bekämpfung von „organisierten Bettlerbanden“ in Linz handelt, ob es um die staatlich organisierte Deportation von armen rumänischen EU-Bürgern aus Frankreich geht, immer wird von der Dominanzgesellschaft unausgesprochen davon ausgegangen, dies seien gerechtfertigte Maßnahmen, um das, was man heute politisch korrekt nicht mehr „Zigeunerproblem“ nennen dürfe, zu lösen. Woher kommt dieser versteckte, manchmal auch offene Rassismus gegen Roma? Diese und weitere Fragen werden im Vortrag beleuchtet.
(Text: cba.fro.at)
Februar 13th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Kundgebung am Heldenplatz: Ansprache von Manuela Horvath
Unter dem Motto „Kein Salon dem Rechtsextremismus!“ rief das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ am 29. Jänner 2016 zur Kundgebung am Wiener Heldenplatz auf. Die Forderung: Die Repräsentationsräume der Republik dürfen Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten der extrem Rechten (d.h. dem früheren WKR- und jetzigen „Akademikerball“) keinen Platz mehr bieten. Unter den Rednern/innen war mit Manuela Horvath auch eine österreichische Romni, deren kurze Ansprache wir im Folgenden wiedergeben.
Del tumenca!
O Roma taj o Sinti o lek bareder tschulipe andi Europa hi. Andi Austrija imar but schelberscha beschte on hi, taj sajt ando deschuenja enjavar desch taj trin lenge, pal jek dugo drom o flogoskero grupnengero schtatus use phendo ulo.
Roma und Sinti sind die größte Minderheit in Europa. In Österreich sind sie seit Jahrhunderten ansässig und 1993 wurde ihnen, nach einem langen Weg, der Volksgruppenstatus zugesprochen.
Als Romni und Enkelin KZ-Überlebender wurde ich schon früh damit konfrontiert was eine rechtspopulistische Partei verursachen kann. 500.000 Roma und Sinti wurden in Europa während des Holocaust ermordet. Heute kommt es in europäischen Ländern immer wieder zu Übergriffen und zur systematischen Ausgrenzung von Roma. In den meisten Fällen wird auf nationaler Ebene kaum etwas unternommen, um dies zu unterbinden. Die Grundrechteagentur der EU hat in einer Erhebung festgestellt, dass Roma in den Bereichen Bildung, Armut und Beschäftigung schlechter gestellt sind als ihre Nachbarn, die keine Roma sind.
Ja, wir Roma in Österreich haben durch die Anerkennung als Volksgruppe einen besseren politischen Status als Roma in vielen anderen Ländern. Und mein Dank gilt den Aktivistinnen und Aktivisten der ersten Stunde, die für meine Generation den Weg in der Volksgruppenarbeit vorbereitet haben. Doch Antiziganismus und Roma-Feindlichkeit sind auch hier bei uns in Österreich in der Zivilgesellschaft und auch auf politischer Ebene verbreitet. Read the rest of this entry »
Februar 8th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
The Awakening, DE/CRO/SRB 2015, 39 min., OmdtUT
Ein Film von Kenan Emini
The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Welchen psychologischen Effekt hat die Abschiebung auf die Menschen? Wie ergeht es den Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land aufwachen, fern von ihren Freunden und ihrem gewohnten Umfeld? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des Entsetzens der Betroffenen, die Deutschland als ihre Heimat betrachtet haben und sich nun in einem für sie fremden Land völlig neu orientieren müssen, und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung. Zugleich zeigt er Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.
(Text: www.awakeningmovie.de)
Kenan Emini gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Roma Center Göttingen e.V. und ist im Vorstand des Bundesromaverbandes in Deutschland. Er hat die Kampagne „alle bleiben!“ mitgegründet und ist an seinem Projekt „Romadness“ tätig. Er ist selbst Rom aus dem ehemaligen Jugoslawien und lebt seit 2000 in Deutschland.
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Trapped by Law
Dokumentarfilm von Sami Mustafa
Kosovo, D 2015 / 90 Min. (romanes, alban., deutsch, engl., serb.)
Regie & Produktion: Sami Mustafa | Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch | Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
Mehr hier.
Die engl. Untertitel können in der unteren Bildleiste des Videofensters aktiviert werden.
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm, Kosovo, D 2015 / 90 Min.
romanes, alban., deutsch, engl., serb.
Regie & Produktion: Sami Mustafa
Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch
Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
TRAPPED BY LAW erzählt die Geschichte von Kefaet und Selami. Die Brüder und Rap-Künstler sind in Essen als Asylbewerber mit stetig unsicherem Aufenthaltsstatus aufgewachsen. Kefaet wurde in Prizren im Kosovo geboren. Im Alter von vier Jahren fliehen seine Eltern mit ihm aus dem vom Krieg gebeutelten und insbesondere für Roma gefährlichen Gebiet. Selami ist in Essen geboren und zuvor nie im Kosovo gewesen. Im März 2010 werden die inzwischen erwachsenen Brüder aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das ihnen vollkommen unbekannt ist, getrennt von ihren Eltern, ihrem älteren Bruder und von Kefaets Kindern Djelan und Djihan, die alle weiterhin in Deutschland leben.
Im Kosovo sind die smarten jungen Männer zunächst wie Touristen im „eigenen“ Land unterwegs. Sie hängen mit einem neuen Freund ab, der ebenfalls aus Deutschland abgeschoben wurde, unternehmen auch einen Kurztrip in das Heimatdorf ihrer Eltern. Alles ganz interessant, aber auch so fremd hier. Die Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland prägen den Alltag – erst recht als nach den ersten Monaten staatlicher Hilfe aus Deutschland das Geld ausgeht. Arbeit ist nicht zu finden. Die Verständigung teilweise schwierig. Ihre Rhymes und Texte schreiben sie nach wie vor auf Deutsch – in ihrer Alltagssprache, in der sie sich am besten ausdrücken können.
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Januar 23rd, 2016 |
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Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Roma sam
Radijo Burgenland: 28.12.2015 | (on demand)
Die OSZE und ihre Aufgaben
I politologkija Mirjam Karoly, dscheno le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romenge taj Sintijenge andi Austrija taj o schero le kontaktoskere thanistar le Romengere- taj Sintijengere-phutschajipendar uso OSZE birovtschago le demokratischi institucijonendar taj manuschengere tschatschipendar, and dikipe ando butje la OSZE-jatar, del. O OSZE-schtotscha 2003 jek akcijonakero plan le Romenge taj Sintijenge ando thana sikadipe, buti, dschivipe taj sastipe ari dine. Barikano dikipe adaj upro pal dschuminipe la diskriminacijatar taj upro glajchi schajipe le Romengere dschuvlenge, kerdo ulo. O akcijonakero plan te i basis la Dekadake la Romengera inklusijonatar 2005-2015 taj te la ando bersch 2011 aun lima EU-jakera strategijake le nacijonali integracijakere strategijenge le Romenge andi Europa, sina. Kekaj adala politischi arpheniptscha del, ando lejcti desch berscha tschulo pe irintscha andi dschivipeskeri rejaliteta le Romendar taj Sintijendar. Meg mindig o Roma andi Europa ando tschoripe dschin, but ande na saste situaciji, butvar ande bibastale thana, le avre manuschendar tel tschinde taj oni aun phandlipe usi pradimi infrastruktura. Use al meg i diskriminacija taj o rasismus vidschik andi Europa, obste ando vilago buteder vaj tschuleder Roma dschin. (volksgruppen.orf.at)
Die Politologin Mirjam Karoly, Mitglied des Volksgruppenbeirats für Roma und Sinti in Österreich und Leiterin der Kontaktstelle für Roma- und Sinti-Fragen beim OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR), gibt Einblick in die Aufgaben der OSZE.
Die OSZE-Mitgliedstaaten haben 2003 einen Aktionsplan für Roma und Sinti mit konkreten Empfehlungen in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnen und Gesundheit beschlossen. Besonderes Augenmerk wurde dabei sowohl auf die Bekämpfung von Diskriminierung als auch auf die Chancengleichheit für Roma-Frauen gelegt. Read the rest of this entry »
Januar 19th, 2016 |
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Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Im Spätsommer 2012 fuhren rund 30 Roma-Jugendliche aus den Freiburger Flüchtlingswohnheimen für eine Woche auf die Nordseeinsel Wangerooge (Deutschland), organisiert wurde das Sommercamp vom „Roma Büro Freiburg“. Dabei entstand der Kurzfilm „Roma Invasion“, eine filmische Zusammenfassung der Aktivitäten, in der viele der Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Der Film wurde 53.000 mal angeklickt und mit einigen hundert Postings versehen. Die meisten Kommentare kann man leider unter „Hate Speech“ subsumieren: von „Vergasen“ bis „in die Autopresse“ war die Rede. Die Fülle und Aggressivität dieser rassistischen Kommentare könnte einem wahrlich die Sprache verschlagen, doch das „Roma Büro Freiburg“ reagierte offensiv auf das Phänomen und organisierte gemeinsam mit dem Stadtjugendring einen Themenabend zur Frage „Was tun gegen Hate Speech?“. Bei der Veranstaltung im Freiburger Haus der Jugend wurde der Kurzfilm gezeigt und ausgewählte Kommentare in einer szenischen Lesung von Roma-Jugendlichen vorgetragen. Das freie Radio Dreyeckland sprach mit Tomas Wald vom „Roma Büro“ über die Veranstaltung und Gewalt gegen Roma (einen weiteren Radiobeitrag finden Sie hier).
(dROMa)
Januar 17th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Nachdem die Balkan-Länder zu »sicheren Herkunftsstaaten« erklärt worden sind, werden nun massenhaft Roma dorthin abgeschoben. Viele Jüngere kennen die Länder nicht einmal, weil sie in Deutschland geboren wurden. Auf dem Balkan droht ihnen Diskriminierung.
Peter Nowak/Jungle-World: Bis Mitte Dezember führten Gzim und Ramiz Berisha (Aufruf von Amaro Drom) das Leben ganz normaler Teenager in Hannover. Sie gingen zur Schule und engagierten sich in der Freizeit in der Roma-Selbstorganisation »Amaro Drom«. Doch der 16. Dezember sollte ihr Leben grundlegend ändern. In den frühen Morgenstunden wurden die 13- und 15jährigen Schüler mit ihren Familien abgeschoben. Es waren zwei von insgesamt 125 Menschen, die allein an diesem Tag aus Niedersachsen zwangsweise in die Balkanländer deportiert wurden. Darunter waren viele Kinder und Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden. Sie haben von Anfang an die deutsche Sprache gelernt und erfüllten damit die Voraussetzung, die hierzulande von Politik und Öffentlichkeit an eine gelungene Integration gestellt wird. (…)
Dass die Berishas jetzt in ein ihnen völlig fremdes Land deportiert wurden, ist die Folge einer Regelung, die vor einigen Monaten für eine kurze Zeit für Debatten sorgte. Damals wurden die Balkan-Länder Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien zu »sicheren Herkunftsländern« erklärt. Bei den Grünen gab es deswegen einige innerparteiliche Auseinandersetzungen. Die Parteibasis war wohl mehrheitlich dagegen, weil bekannt ist, dass in diesen Ländern Roma noch immer auf verschiedenen Ebenen diskriminiert werden. Doch im Bundesrat stimmte der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, für diese Regelung. Bei ihrer Klausur im neuen Jahr haben sich die Grünen dafür nachträglich selbst gerühmt. (…) Allein in drei fränkischen Regierungsbezirken Bayerns erhielten nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates Ende November 800 Geflüchtete vom Balkan die Aufforderung, sich in einer Kaserne in Bamberg einzufinden, von wo sie abgeschoben wurden. Auch ein junger Mann, der als Epileptiker auf ärztliche Versorgung angewiesen ist, war davon betroffen. In Nordrhein-Westfalen sitzt der Rapper Hikmet Prizreni alias Prince-H seit Oktober in Abschiebehaft. (…)
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Januar 14th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
„Denn sie rauben sehr geschwind jedes böse Gassenkind …“
Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (GEW) und der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie der Gesellschaft für Antiziganismusforschung.
3. und 4. März 2016 im Dokuz Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84 (Aufgang 2, 3. OG), 10969 Berlin
Von Arpad bis Zigeunerfrieda: „Zigeuner“-Figuren und „Zigeuner“-Bilder bevölkern die Kinder- und Jugendliteratur seit ihren Anfängen und sind in all ihren Gattungen vertreten. Zum festen Personal gehören sie in Märchen, ebenso sind sie in kinderliterarischen Klassikern beheimatet: Man denke an Ottilie Wildermuths Das braune Lenchen (1872), Alex Weddings Ede und Unku (1931) oder Kurt Helds Die rote Zora (1941). Auch nach 1945 existieren „Zigeuner“-Kinder in vielen Werken. Sei es in Ursula Wölfels Mond, Mond, Mond (1962) oder in unterhaltungsliterarischen Romanen wie Enid Blytons Fünf Freunde-Reihe. „Zigeuner“-Bilder findet man auch in illustrierten Büchern und Comics, in aktuellen kinder- und jugendliterarischen Romanen, wie denen von Kevin Brooks, oder in autobiographischen Texten von Zeitzeugen, die Anja Tuckermann aufgezeichnet hat. – Die Tagung „Denn sie rauben sehr geschwind jedes böses Gassenkind“ greift mit ihrem Titel ein Zitat aus „Die Zigeunerfrieda“ von Georg Dennler (1910) aus diesem Textfundus auf.
Im Bereich der Literatur- und Gesellschaftswissenschaften erschien in den vergangenen Jahren eine Reihe wichtiger Veröffentlichungen, die der Geschichte dieser Konstruktionen und Stereotypenbildung, den Auswüchsen der Vorurteile und antiziganistischen Tendenzen nachgingen. Read the rest of this entry »
Januar 4th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Kurz vor Weihnachten wurden 125 Flüchtlinge ohne Ankündigung aus Niedersachsen abgeschoben – darunter zahlreiche Kinder und langjährig geduldete Flüchtlinge. Eine Stellungnahme des Flüchtlingsrats Niedersachsen:
125 Flüchtlinge wurden eine Woche vor Weihnachten ohne vorherige Ankündigung in Niedersachsen festgenommen und in den Kosovo abgeschoben. Eine solche Massenabschiebung ist von der Landesregierung mehrfach angekündigt worden. Für Überraschung und Empörung sorgt allerdings die Tatsache, dass sich unter den Betroffenen viele langjährig geduldete Flüchtlinge befanden – also solche Flüchtlinge, denen der Innenminister Pistorius mehrfach und ausdrücklich eine vorsichtige und menschliche Praxis versprochen hat.
Der hier verlinkte Bericht der Hannoverschen Zeitung spricht für sich: Betroffen waren auch Kinder und Jugendliche, die bereits jahrzehntelang in Niedersachsen lebten oder zur Schule gingen, und die den Kosovo nur aus den Berichten ihrer Eltern kennen. Der Flüchtlingsrat hat diese Massenabschiebung scharf kritisiert: Eine Landesregierung, die vor einem Jahr noch öffentlich erklärt hat, mehr Menschlichkeit in der Ausländer- und Flüchtlingspolitik an den Tag zu legen, hat mit Flüchtlingen anders umzugehen. Auch wenn eine Ankündigung des Abschiebungstermins inzwischen gesetzlich untersagt ist, hätte die Möglichkeit bestanden, in entsprechenden Fällen zumindest eine Einzelfallprüfung vorzunehmen, und den Flüchtlingen (wenn überhaupt) vorher und ohne Terminansage anzukündigen, dass eine Abschiebung demnächst eingeleitet wird, um ihnen so die Möglichkeit einzuräumen, sich vorzubereiten oder ggfs. rechtliche Schritte zur Überprüfung der Abschiebungen einzuleiten. Nach Auffassung des Flüchtlingsrats Niedersachsen verbietet es sich grundsätzlich, Flüchtlingskinder abzuschieben, die hier bei uns aufgewachsen sind und den Kosovo nur vom Hörensagen kennen.
Viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in unserer Gesellschaft groß geworden. Sie sind deutsch sozialisiert und sprechen kein Albanisch. Es erscheint überaus fragwürdig, ihnen ein Aufenthaltsrecht mit der Begründung zu verweigern, sie hätten einige Tage unentschuldigt in der Schule gefehlt, wie dies kürzlich das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden hat. Read the rest of this entry »
Dezember 29th, 2015 |
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Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Der Österr. Presserat verurteilte die Kronen-Zeitung 2014 für eine teils frei erfundene Artikelserie über „Bettlerbanden“.
(Quelle/pdf)
Dezember 22nd, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
„Abschiebepraxis in Deutschland: Nach 27 Jahren ab ins Kosovo“ titelte gestern die „taz“ und verweist darauf, dass sich die Abschiebungen in Deutschland 2015 beinahe verdoppelt haben. Betroffen sind viele Menschen, die bisher „geduldet“ wurden – so wie Rapper Prince-H. Der bekannte deutsche Rapper und TV-Star Sido, selbst Sinto, hat auf Facebook diesen Aufruf veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben:
Freundinnen und Freunde, heute mal was Ernstes. Mein Rapper-Kollege Hikmet aka Prince-H hat gerade ein paar Probleme mit diesem Staat und sitzt in Abschiebehaft. Was hat er verbrochen? Nichts. Warum sitzt er dann im Knast? Weil sein Asylvertrag abgelehnt wurde.
Hikmet ist Rom und lebt seit 27 Jahren hier in Deutschland. Er kam im Alter von sieben Jahren aus dem Kosovo hierher und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Trotzdem will ihn Deutschland jetzt abschieben. Warum? Weil die Papiere nicht zum Leben passen? Weil er ein „Zigeuner“ ist? Weil er nicht zur Willkommenskultur in diesem Land passt? Hikmets Eltern sind vor dem Krieg aus dem Kosovo geflohen und weil die Roma dort extrem diskriminiert werden. Der Krieg ist vorbei. Der Rassismus gegen die Roma ist aber nicht vorbei und es ist einfach unmenschlich, wenn man die Leute dorthin zurückschickt. Leute wie Hikmet, die hier ihr Leben aufgebaut haben, die sich hier integriert haben, die sich hier engagiert haben. Das geht echt nicht klar.
Aus diesem Grund gibt es eine Solidaritätsparty für Hikmet, um ein bisschen Geld zu sammeln, damit er sich einen ordentlichen Anwalt leisten kann. Die Party findet am 22.12.2015 statt, ab 21 Uhr im SO36 in Berlin-Kreuzberg.
Geht da hin. Unterstützt das. Ist eine gute Sache. Alle bleiben.
Facebook-Link zur Veranstaltung ist:
https://www.facebook.com/events/1571451533096982/
Website mit Veranstaltung:
http://www.alle-bleiben.info/soli-konzert-freiheit-fuer-hi…/
Website mit Infos zum Fall Hikmet:
http://www.alle-bleiben.info/kein-bling-bling-in-deutschla…/
Website von Alle Bleiben:
http://www.alle-bleiben.info/
Dezember 19th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Jek kris andi Macedonija le birovtschagenge vasch „Racial Profiling“ uso granicakere kontroltscha, panasi tschitscha. Dschene le Romengere-tschulipestar andi Macedonija uso ar roasinipe sistematischi pal likerde on.
Duach aja diskriminirimi praksis, savi le schtotiskere polgaren pal lengeri etnija mindenfelitikon behandlinel taj o tschatschipe upro micinipeskero nahpandlipe dukal, o birovtschage le Romen andar i Macedonija pal te likerel kamna, kaj on nisaj asiliske ando EU-jakere schtotscha, schaj aun roden. O panasi tschijipe le krisistar ande Bitola, savo ando kisetinipe le novemberistar le pradipeske ari dim ulo, jek peripe sikal, savo duj berscha pal paschlol taj kaj jek Rom taj jek Romni pumare enkelenca, familijakere dschene andi Svecija kher te rodel kamnahi taj savenge, o granicakero prik gejipe vasch lengero etnijakero telschtaminipe, na use muklo ulo. O „European Roma Rights Centre“ (ERRC) phukal:
On o jekoschne dschene ando bus sina, savendar buteder sar o roasinipeskere lila aun dikle ule. Le Rom taj la Romni o cile pekamle lila, o palgejipeskere kartschi, 2.000 Euro taj jek akaripeskero lil, sina. On na tromale ar te roasinel, o bus oni lende bajder ladija.
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Dezember 17th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Umfrage zeigt starke Vorurteile gegenüber Minderheiten: Bild von Roma am negativsten
Eine Umfrage, die im Auftrag des Soziologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik durchgeführt wurde, ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Tschechen starke Vorurteile gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten hegt. Für die Studie (eine Zusammenfassung auf Tschechisch finden Sie hier) hat die Agentur Focus Anfang Dezember 1.051 Personen über 18 Jahre befragt. Die stärkste Ablehnung trifft demnach die Minderheit der Roma: 85 Prozent der befragten Tschechen stimmten der Aussage zu, Roma seien faul. Mehr als vier Fünftel halten Roma für kriminell. Eine besonders negative Einstellung zeigten die Befragten auch gegenüber Menschen muslimischen Glaubens. Muslime werden als gewalttätig eingeschätzt. 43 Prozent der Befragten reihten Muslime am Ende einer Negativ-Skala von 1 bis 5 ein, weitere 25 Prozent bewerteten sie mit dem Wert 4. Die Befragung untersuchte darüber hinaus auch die Einstellungen gegenüber Syrern, Ukrainern, Russen, Vietnamesen und Slowaken. Dabei erhielten die Slowaken als einzige Nationalität in allen Teilbereichen eine positive Bewertung. Nur im Punkt „Fleiß“ erzielten die Vietnamesen höhere Werte.
Jede zweite Firma will keine Roma
Bei einer Umfrage, welche die ČSOB Bank für die Tageszeitung Právo im Juli durchführte, gaben 48 Prozent der Unternehmen an, dass sie keine Roma einstellen würden: Read the rest of this entry »
Dezember 13th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Stellungnahme zur Stellungnahme: Das Romano Centro bekräftigt seine Kritik am romafeindlichen Rassismus der Vorarlberger Städteerklärung.
Anfang November haben die Bürgermeister der fünf Vorarlberger Städte Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bludenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie eine Politik der Härte gegenüber Notreisenden ankündigen. „Die Bürgermeister der Vorarlberger Städte werden keine weiteren Zeltlager der Roma-Familien mehr dulden“, heißt es darin wörtlich. Diese Erklärung wurde bereits mehrfach kritisiert, zuletzt auch im neuen Antiziganismus-Bericht, den das Romano Centro vor rund zwei Wochen vorgestellt hat. Die Vorarlberger Stadt- und Landespolitiker haben die darin vorgebrachte Kritik am Umgang mit Bettlern und dem diskriminierenden Sprachgebrauch zurückgewiesen. Jetzt hat sich die in Wien ansässige Roma-Organisation die Vorarlberger Städterklärung noch einmal im Detail vorgeknöpft. Die programmatischen Aussagen der Vorarlberger Bürgermeister werden darin nach Strich und Faden zerpflückt: klare Worte gegen eine ethnisierende und rassistisch durchwirkte Argumentation, die längst auch den Boden für Gewaltakte bereitet hat. Im Folgenden ein Auszug aus der Stellungnahme des Romano Centro – die Aussendung im vollen Wortlaut finden Sie hier (pdf):
Vorarlberg wird im Antiziganismusbericht an einer Stelle erwähnt: Es geht dabei um antiziganistische Aussagen und diskriminierende Maßnahmen gegen armutsbetroffene Familien aus Rumänien. Der Bericht kritisiert diese Aussagen und nennt dazu die Drohung mit dem Entzug der Kinder, ausgesprochen vom Landeshauptmann, die ständige Bezeichnung der Familien als „Clans“, die sich nicht rechtmäßig in Vorarlberg aufhalten würden sowie die anlassbezogene Verschärfung von Gesetzen und Verordnungen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es in zeitlicher Nähe zu solchen Debatten leider immer wieder zu tätlichen Übergriffen kommt und es wird in diesem Zusammenhang ein entsprechender Vorfall in Dornbirn am 11.11.2015 genannt.
Bei unserer Pressekonferenz zur Präsentation des Antiziganismus‐Berichts am 26. November ging es unter anderem um die Aussendung der fünf Vorarlberger Städte vom 4. November 2015. Wir haben den Text ausgewählt, um das Phänomen des Antiziganismus zu erklären, weil er in exemplarischer Form alle wesentlichen antiziganistischen Stereotype (das sind Nomadismus, Arbeitsunwilligkeit und Integrationsunfähigkeit) enthält. Ein Hauptproblem der „Erklärung“ – und der Diskussion des Themas in Vorarlberg überhaupt – stellt die permanente Betonung der Ethnizität dar, für die es keinen objektiven Grund gibt. Die Familien leben so, weil sie sehr arm und ausgegrenzt sind und keine besseren Möglichkeiten sehen, nicht weil es Teil ihrer kulturellen Tradition wäre, in Slums oder in Zeltlagern zu leben. Read the rest of this entry »