Archive for November, 2018

Packerl für Roma-Kids

November 30th, 2018  |  Published in Allgemeines, Rassismus & Menschenrechte

Geschenkübergabe des Langenloiser Vereins 2017 in Ungarn (Foto: Club of Roma)Niederösterreichischer „Club of Roma“ verteilt Lebens­mit­tel und Weih­nachts­geschen­ke an Roma in Ost­ungarn

NÖN, 28.11.2018: Zumindest in der Weihnachtszeit etwas Hoff­nung und Freude brin­gen – dieses Ziel ver­folgt der Verein „Club of Roma“ und star­tet im De­zem­ber wieder mit seiner Weihnachts­aktion in der ost­ungari­schen Ge­mein­de Köröm. In einer Region, wo laut Ob­mann Christian Rauscher die meis­ten Roma-Fa­mi­lien unter ärm­lichs­ten Ver­hält­nis­sen in Häusern oh­ne Kanal und Wasser le­ben. So sol­len im Roma-Dorf Kiscsécs heuer 150 Lebens­mittel­pakete (à 15 Euro) an Fami­lien ver­teilt wer­den. Rau­scher: „Damit kann eine Roma-Fa­milie eine Wo­che über Weih­nachten aus­reic­hend er­nährt werden.“ Die Kinder der Grund­schule und in den Kinder­gärten wer­den mit einem per­sön­lichen Weih­nachts­paket (25 Euro) beschenkt.

Während des Jahres engagiert sich der Langenloiser Verein in der Roma-Re­gion mit der Unter­stützung re­giona­ler Stickkunst, ver­anstal­tet mehr­tä­gi­ge Jugend-Camps und hilft Ro­ma-Fa­mi­lien beim Aufbau von Haus­gärten, wo nach­haltige Hilfe zur Selbst­hilfe an­ge­boten wird. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (205)

November 29th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Romani

Die Sprache Roman (Bur­gen­land-Ro­ma­ni) wur­de im März 2011 als „im­ma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be“ in das ös­terr. UNESCO-Ver­zeich­nis auf­ge­nom­men.

(Quelle)

Salzburg: Notreisende schlafen in der Kälte

November 26th, 2018  |  Published in Interview, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Lösung für frierende Notreisende gesucht

„unerhört!“ | Radiofabrik Salzburg, 22.11.2018
Eine Sendung von Mirjam Winter, Rafaela Schindlegger (Moderation) und Timna Pachner

Radiofabrik.at: „Das ganze Hab und Gut während des Aufenhalts in wenigen Sackerln. Vor zwei Wochen hat die Polizei ein Schlaflager unter der Nonntaler Brücke geräumt und alles weggeschmissen.“ (Foto: Raim Schobesberger)Menschen in dicht aneinander gedrängten Schlaf­säcken – wer in den letz­ten Wo­chen an der Salz­bur­ger S-Bahn-Hal­te­stelle Mülln unter­wegs war, kennt das abend­li­che Bild. 50 Betten hat z.B. das Haus Franziskus der Caritas an der Salzach, diese kön­nen zwei Wo­chen am Stück ge­nutzt werden. Wer kei­nen Platz hat, muss draußen schla­fen. Seit fünf Jah­ren sind konstant 130 bis 150 obdach­lose Roma in Salz­burg, erklärt Raim Schobes­berger. Groß­teils Eltern, die ihren Kindern eine bes­sere Zukunft er­mög­lichen wollen. Seine selbst­er­nannte Mis­sion: Er setzt sich mit seinem Kulturverein Phurdo für ihre Bedürf­nisse, Rechte und Arbeits­markt­integra­tion ein. Und er schlägt Alarm: die Men­schen müs­sen weg aus der Kälte, und dafür braucht es nach­hal­tige Lö­sun­gen. Aber wie soll das gehen und warum tun sich die Leute das über­haupt an und sind nicht zu Hause, wo sie ein Dach über dem Kopf haben?

(Text und Sendung: radiofabrik.at)

Facts & Figures (204)

November 25th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Sport

Der spanische Dres­sur­rei­ter und drei­fa­che Olym­pi­a­teil­neh­mer Ra­fa­el Soto ist Gi­ta­no (span. Rom). 2004 gewann er die Sil­ber­me­dail­le im Team­be­werb.

(Quelle)

NPD vertreibt Roma aus Berliner Innenstadt

November 24th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Amaro Foro Deutschland„Schärferes Vorgehen gegen Antiziganismus erforderlich“Stellungnahme vom Amaro Foro und ReachOut, 22.11.2018

In Berlin-Mitte sind Roma oder dafür gehaltene Men­schen offen­bar durch rechts­extreme Ak­ti­vis­ten ver­trie­ben wor­den. Die NPD teilte dies auf Facebook und auf ihrer Home­page mit. Eini­ge der Be­trof­fe­nen waren offen­bar minder­jährig; sie wurden foto­gra­fiert und die Fotos wurden ohne ihr Ein­ver­ständ­nis im Internet ver­öffent­licht. Auf ihrer Homepage be­haup­tet die NPD, „Betrü­ger und Zigeuner“ seien „des Platzes ver­bannt“ worden. Im ent­spre­chen­den Face­book-Post heißt es: „Die meist min­der­jähri­gen Jungs und Mädchen aus vor­nehm­lich Osteuropa sind täg­lich in Touris­ten-Zentren unter­wegs, um gut­gläubige Deutsche und an­dere Gäste um ihr Bar­geld zu er­leich­tern.“ Dabei ist auf dem Foto ledig­lich ein Teil des Gesichts der Betrof­fe­nen durch einen schwar­zen Balken ver­borgen.

Dieses Vorgehen ist eine Amtsanmaßung durch Rechtsextreme, die in einer mas­siven Dis­krimi­nie­rung und Gefähr­dung gan­zer Perso­nen­grup­pen resul­tiert: Wer befürch­ten muss, für nicht deutsch ge­halten zu werden, kann sich in Berlin-Mit­te nicht mehr sicher füh­len, nicht mehr gefahr­los be­wegen. Laut Medien­berich­ten be­obach­tet der Staats­schutz den Fall. Read the rest of this entry »

Schweden diskriminiert Armutsmigranten

November 23rd, 2018  |  Published in Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Amnesty kritisiert Schwedens Umgang mit osteuropäischen Armutsmigranten (Foto: Romea)Amnesty International kritisiert Diskriminierung gegen obdachlose europäische Zuwanderer in Schweden

Radio Dreyeckland/Focus Europa, 23.11.2018

Schwedische Behörden verweigern obdachlosen Zu­wan­de­rern/in­nen aus ande­ren EU-Staa­ten ab­sicht­lich den Zu­gang zu grund­legen­der Ver­sor­gung. Das kritisiert die Men­schen­rechts­organi­sa­tion Am­nes­ty Inter­natio­nal heute in einem neuen Be­richt. Unter den schät­zungs­wei­se rund 5.000 Be­trof­fenen seien vor allem An­gehörige der Roma-Min­derheit. Der Bericht stützt sich auf Inter­views mit Be­trof­fe­nen, die alle­samt Rumänen und mehr­heit­lich Roma sind. Amnesty Inter­natio­nal kriti­siert be­son­ders die Be­lästi­gung und Diskri­mi­nie­rung obdach­loser Zu­wan­derer durch die schwe­dische Polizei. Es gebe weiterhin anti­ziganis­ti­sche Vorurtei­le und Rassismus.

In vielen Städten fehle es obdachlosen Men­schen an Unter­künften, Wasser, Sanitär­anlagen und Ge­sund­heits­ver­sor­gung. Das habe schwer­wie­gende Folgen für ihre Gesund­heit und ihr Leben. Ohne Unter­kunft und da­mit ohne feste Adresse seien Men­schen fak­tisch vom Zugang zu Arbeit aus­ge­schlos­sen und zum Betteln ge­zwungen. Read the rest of this entry »

Pippi als Roma-Mädchen

November 22nd, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio & TV

Schwedische Originalausgabe von Pippi Langstrumpf (Foto: Wikipedia)Neues Hörspiel in Schweden: Pippi Langstrumpf als Roma-Mädchen

Radio F.R.E.I: →Beitrag anhören (ab 11:20)

Ende September 2018 sorgte eine neue Ver­sion der Aben­teuer von Pippi Langtrumpf für Schlag­zei­len in Schweden. Eine Auto­rin na­mens Gunilla Lundgren hat sich der Ge­schich­te an­ge­nom­men. In Ab­stim­mung mit Kindern mit Migra­tions­hinter­grund ent­wickelte sie die popu­läre Figur zu einem Roma­mädchen aus Rumänien. Pippi lebt in Schwe­den in einem sozia­len Brenn­punkt, einem klei­nen Vor­ort von Stockholm, in einem Bau­wagen, und hat dort we­der Pferd noch Affe, son­dern ledig­lich ein paar Kuschel­tiere. Nichts­desto­trotz ist sie frech und mutig und stark und kämpft sich über­all durch. Ein Kampf war es wohl auch, diese Ge­schichte zu er­zäh­len und dabei den Namen von Pippi zu ver­wenden. Die Erben von Astrid Lindgren, der Schöpfe­rin der po­pulä­ren Figur, waren wohl zu­erst nicht sehr an­getan, ließen sich aber schließ­lich mit dem Argu­ment über­reden, dass die Ein­nah­men aus dem Pro­jekt einer Kinder­bibliothek für Roma­kinder in Bukarest zu­gute kom­men würden. Außer­dem er­klärte die Autorin gegen­über „Deutschland­funk Kul­tur“: „Sie fan­den, dass wir die Geschichte durch­aus so ver­wen­den dür­fen. Wir haben uns ja ledig­lich von Pippi Lang­strumpf inspirieren las­sen. Das ist nicht die Pippi, son­dern ein Mädchen, das Pip­pi heißt.“

Die Idee zu der Geschichte entstand in einem Schreib­workshop in einer Schule in Rinkeby, einer Klein­stadt nahe Stoc­kholm, die oft als „klei­nes Mogadishu“ be­zeich­net wird. Über 90% der Leute, die dort woh­nen, haben Migra­tions­erfah­run­gen, knapp 50% sind afrika­ni­scher Ab­stam­mung. Als der Sender Sveriges Radio von der neu­en Version er­fuhr, nahm er sich der Sache an und pro­du­zierte die Höspiel­serie „Pippi in Rinkeby“. Read the rest of this entry »

Stuttgart: Land verlängert Staatsvertrag

November 21st, 2018  |  Published in Politik

Staatsvertrag 2018: Staatsministerin Theresa Schopper (l.) und Daniel Strauß (r.), Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)Baden-Württemberg verlängert Staatsvertrag mit Sinti und Roma

Die Landesregierung hat den Staatsvertrag mit dem Landes­ver­band der Deut­schen Sinti und Roma un­ter­zeich­net. Der Vertrag ist ein Be­kennt­nis zur his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung des Lan­des und der ge­mein­sa­men Zu­kunft. Die Lauf­zeit des Ver­trags wur­de auf 15 Jah­re ver­län­gert.

„Es ist mir wichtig, dass wir die gute und ver­trauens­volle Zusam­men­arbeit mit dem Landes­verband der Deutschen Sinti und Roma mit einem wei­te­ren Staats­vertrag auf rechts­ver­bind­li­cher Grund­lage fort­set­zen. Der heu­tige Staatsvertrag ist ein Bekennt­nis einer­seits zur his­tori­schen Ver­ant­wor­tung unseres Landes, aber an­derer­seits auch zu unse­rer ge­mein­sa­men Zukunft“, sag­te Staats­minis­te­rin Theresa Schopper an­läss­lich der Vertrags­unter­zeich­nung.

Der bisher geltende Staatsvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jah­ren laufe Ende des Jah­res aus. Staats­minis­te­rin There­sa Schopper: „Mit dem Staats­vertrag von 2014 kam Ba­den-Württem­berg erst­mals um­fas­send der Auf­gabe nach, Kultur, Tradi­tion und Sprache der Min­der­heit zu schützen und zu fördern. In der Um­set­zung haben wir sehr posi­tive Er­fah­run­gen ge­macht und uns ent­schieden, die wesent­lichen Ziel­setzun­gen in den Berei­chen Bildung, Kultur, So­zia­les und Gedenken so­wie die Unter­stüt­zung der In­tegra­tion blei­be­be­rech­tigter, nicht­deut­scher Sinti und Roma im neu­en Vertrag fort­zu­führen.“ Auch die be­währte Form der Zu­sam­men­arbeit im „Rat für die An­gelegen­hei­ten deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg“ blei­be er­hal­ten.

Verlängerung der Vertragslaufzeit auf 15 Jahre

„Die Erfahrung der letzten fünf Jahre hat aber auch ge­zeigt: Wir müs­sen noch eine Schippe drauf­legen, um nach­haltige Ver­bes­serun­gen zu er­zielen. Wir haben Ver­trauen in­einan­der gewon­nen. Das ist un­bezahl­bar. Und die­ses Vertrauen wol­len wir weiter stär­ken“, sagte Schop­per. Die Lauf­zeit des Ver­trags wer­de auf 15 Jahre ver­längert, um bei­den Seiten mehr Pla­nungs­sicher­heit zu geben. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (203)

November 19th, 2018  |  Published in Facts & Figures

Unter Maria The­re­sia (1740–1780) mi­grier­ten Roma aus dem heu­ti­gen Bur­gen­land in die Nach­bar­re­gi­on Prek­mur­je (Slo­we­ni­en).

(Quelle/pdf)

Festakt „25 Jahre Anerkennung“

November 17th, 2018  |  Published in Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Palais Epstein (Foto: BKA, Regina Aigner)„25 Jahre Anerkennung der Roma als 6. österreichische Volksgruppe“

Festakt im Palais Epstein in Wien
20. November 2018, 18.00 Uhr

Anlässlich des 25. Jubiläums der Anerkennung der Roma als sechs­te öster­rei­chi­sche Volks­grup­pe lädt die Zweite Natio­nal­rats­prä­si­den­tin Doris Bures ge­mein­sam mit dem Kultur­verein öster­reichi­scher Roma am 20. No­vem­ber um 18 Uhr zum einem Festakt ins Palais Epstein. „Die Ge­schichte der Roma ist seit 400 Jahren eng mit der Ge­schichte Öster­reichs ver­bun­den. Vor 25 Jahren wur­den sie als sechste öster­reichi­sche Volks­gruppe an­er­kannt. Ich freue mich, dieses histo­ri­sche Jubiläum ge­mein­sam mit dem Kultur­verein öster­reichi­scher Roma im Parlament be­gehen zu kön­nen“, be­tont Bures.

Nach der Begrüßung der Gäste durch die Zweite National­rats­präsi­dentin und Christian Klippl, Ob­mann des Kultur­vereins öster­reichi­scher Roma, liest Schau­spie­le­rin Mercedes Echerer aus dem Buch „ROMA – Öster­reichi­sche Volks­gruppe: Von der Ver­fol­gung bis zur An­erken­nung“ von Rudolf Sarközi. Im An­schluss gibt es eine Dis­kus­sions­runde mit Gerhard Baumgartner (wis­sen­schaft­li­cher Leiter des DÖW), Em­merich Gärt­ner-Hor­vath (Vor­sitzen­der des Volks­gruppen­beirats der Roma) und Hannah Lessing (Ge­ne­ral­sekre­tärin des National­fonds der Re­publik Österreich). Die Mo­dera­tion über­nimmt Serdar Erdost, für die musi­ka­lische Um­rah­mung sorgt Ondrej Janoska.

(Text: Pressedienst der Parlamentsdirektion)