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„Kinder im Konzentrationslager“

November 3rd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Authentische Puppe im KZ Ravensbrück, wie sie österreichische Frauen für ihre teils mitinhaftierten Kinder angefertigt hatten. (Foto: Jocian/Wikimedia, CC-BY-SA-2.0)Colloquium in der Gedenkstätte Ravensbrück

Pressemitteilung, 2.11.2018: Kinder als Häftlinge in Konzentrationslagern sind das The­ma eines wissen­schaft­li­chen Col­loqui­ums, zu dem die Mahn- und Gedenk­stätte Ravensbrück am Sams­tag, 10. No­v. 2018, von 11:00 bis 17:00 Uhr interes­sierte Be­sucherin­nen und Be­sucher ein­lädt. Die Ver­anstal­tung fin­det be­glei­tend zur Aus­stel­lung „Kinder im KZ Bergen-Belsen“ statt, die der­zeit in der Gedenk­stätte Ravens­brück zu sehen ist.

Im KZ Ravensbrück waren mindestens 900 Mädchen und Jun­gen im Alter von zwei bis 16 Jah­ren aus 18 Natio­nen in­haf­tiert. Sie wur­den mit ihren Familien ein­ge­wie­sen oder ohne An­gehö­rige aus ande­ren Lagern über­stellt. Mehr als 600 Kinder ka­men zwi­schen 1943 und 1945 im KZ Ravens­brück zur Welt. Die meis­ten Neu­gebore­nen star­ben nach kurzer Zeit.

Jungen wurden meist ab dem zwölften Lebensjahr im Männer­lager unter­gebracht; ab Herbst 1944 lebten sie dort in einem eige­nen Block. Im Frauen­lager blie­ben die Kinder mit den Er­wach­senen zu­sam­men. Etwa ab dem zwölf­ten Lebens­jahr wurden sie zur Arbeit ein­gesetzt, Jünge­re blie­ben tags­über in den Baracken. Mit­häft­linge organi­sier­ten heim­lich Spiel­zeug und Unter­richt, „Lager­mütter“ wur­den zu Bezugs­per­sonen für Kinder ohne An­ge­hörige. In ihren Spielen wie „Appell“, „Selektion“ und „SS“ bil­de­ten die Kinder die Lager­realität ab.

Anfang 1945 wurden mehr als 4.300 Frauen und Kinder aus dem KZ Ravens­brück in das KZ Ber­gen-Bel­sen de­port­iert. Dort befan­den sich unter den rund 120.000 in­haftier­ten Men­schen aus fast allen euro­päi­schen Ländern auch etwa 3.500 Kinder unter 15 Jah­ren. Die meis­ten von ihnen wur­den als Juden ver­folgt, andere ge­hörten zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren mit ihren Müttern aus politi­schen Grün­den in­haf­tiert worden. Read the rest of this entry »