Archive for Dezember, 2016

Facts & Figures (152)

Dezember 31st, 2016  |  Published in Facts & Figures

1510 verfüg­te die Schweiz die „Ver­ban­nung“ al­ler „Ze­gy­nen“ aus der Eid­ge­nos­sen­schaft; Wie­der­be­tre­ten wur­de mit dem To­de be­straft.

(Quelle/pdf)

Dialogplattform: Notreisende in Österreich

Dezember 31st, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Betteln ist kein Verbrechen (Foto: G. Kraftschik CC-BY)18. Roma-Dialogplattform des Bundes­kanz­ler­amts zum Thema „Not­rei­sen­de EU-Bür­gerIn­nen in Österreich“

>>Protokoll der 18. Roma-Dialogplattform, 25.11.2016 (PDF)

Unter sogenannten „notreisenden EU-Bürgern“ sind Per­so­nen und Fa­mi­lien aus Ost­europa zu ver­ste­hen, die von aus­ge­präg­ter Armut be­trof­fen sind und von ihrem Recht als EU-Bürger auf Per­so­nen­frei­zügig­keit Ge­brauch ma­chen. Die The­ma­tik wirft vor­wie­gend Fra­gen der Armuts­be­kämpfung und des men­schen­wür­di­gen Um­gangs mit Ar­mut auf. In der Öf­fent­lich­keit wird die Fra­ge je­doch vor­wie­gend als „Roma-Thema“ dis­ku­tiert bzw. als „Roma-Problem“ wahr­ge­nom­men. Ziel der 18. Ro­ma-Dia­log­platt­form ist es daher, die Grund­lagen für eine sach­li­che Ge­sprächs­basis aller han­deln­den Ak­teu­re zu schaf­fen und über die be­ste­hen­de Fak­ten­lage, die Hin­ter­gründe und mög­li­che Hand­lungs­an­sätze zu in­for­mie­ren. Die Ver­anstal­tung dient der Ver­netzung der han­deln­den Akteu­re und dem ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch.

Präsentationen zum Thema:

Sechs Fachleute (Wolfgang Meier, Erika Geser-Engleitner, Norbert Mappes-Niediek, Thomas Schobesberger, Kurt Gutlederer und Liudmila Hahn) waren eingeladen, im Rah­men der Ver­an­stal­tung Vor­trä­ge zu halten. Im Folgenden geben wir die von der Dialog­platt­form ver­öf­fent­lich­ten Zu­sam­men­fas­sun­gen wie­der:

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (151)

Dezember 29th, 2016  |  Published in Facts & Figures

45% der Roma-Kin­der in Un­garn be­su­chen Schu­­len oder Klas­­sen mit aus­schließ­lich od. vor­wie­gend Ro­ma-Schü­lern.

(Quelle)

Kenvakero tip: O koronasime sapa

Dezember 28th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Jószef Holdosi: Die gekrönten SchlangenLe József Holdosis­ke­ro kla­si­ke­ri an­da­ro Ungri­ko ne­vo up­re pasch­lardo

O nevo ardipe le 1978 andi ungriki tschib kerde erschti ver­kistar le József Holdosistar, jek bojd po­bister­do bari­kano verk la Ro­men­gera-lite­ra­tu­ra­tar pa­pal ando pra­dipe anel. Jek nevo lakipe.

Ande Szombathely, mindschart pedar i granica, aja kenva kerdi uli, pisim jeke terne gim­na­sijumiskere mesch­teris­tar, savo dur pro Ro­men­gero-telsch­ta­mi­nipe ta­ga­tintscha. „Die gekrönten Schlangen“ jek pro­ba­li­nipe hi, pe ada­le vurc­li­nen­ge te terdscha­rel, jek – but­var ando mi­to­lo­gischi ar astar­di – refleksi­jona pedar o koji taj i cu­kunft le Romendar. Mint o József Holdosi (1951–2005) use odo­la pi­jonir­tscha jeka Ro­men­gera-inte­li­gen­ci­jatar kerin­lahi, savi angli Her­ku­lesis­keri buti terdscho­lahi, lake­ra iden­ti­te­taha masch­kar o bu­tera taj o tschu­lipe ando schu­scharipe te al. Ando tscho­ripe upre bartschim, phu­kal ov i his­to­ri­ja jeka Romen­gera-fa­mi­li­jatar ande jek sid­lung pasche i ga­ves­keri rik, kaj manu­scha but naso­ra­li­peha dschin, ham te but man­gi­peha, puma­roi bibast tel te tre­sanel.

Ande ada them, pherda bibastaha, pama­ri­tschen­gere figu­renca taj miti­schi fala­tenca, karak­ta­ri­si­ri­nel o Holdosi min­den­fe­li­tike droma andar o tscho­ri­pe: O lek phu­rane­der phral, jek mo­leri, ando fiberi le „Zigeu­ner­chris­tusi­ha“ va­kerel, mo­linel le, hot le Romen andar len­geri bibast, te putri­nel. O dujto, jek mu­schi­kaschi, duach o vila­go roasi­nel, i pobis­teri phuri muschi­ka le Romen­dar te lakel. Taj i triti, i phen, pri bast uso gadsche ando baro foro rodel.

Read the rest of this entry »

Buchtipp: Die gekrönten Schlangen

Dezember 27th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Magischer Realismus aus Ungarn: József Holdosis Roman "Die gekrönten Schlangen" (Foto:z.V.g. v. Fam. Holdosi)József Holdosis Klassiker aus Ungarn neu aufgelegt

Die Neuausgabe des 1978 auf Ungarisch erschie­ne­nen Roman­debüts von József Holdosi macht ein fast ver­ges­se­nes Schlüs­sel­werk der Roma-Lite­ra­tur wie­der zu­gäng­lich. Eine Wieder­ent­deckung.

In Szombathely, gleich hinter der Grenze, ist dieser Roman ent­standen, ver­fasst von einem jun­gen Gym­na­sial­lehrer, der seine Roma-Her­kunft lange ver­schwie­gen hatte. „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ ist der Ver­such, sich diesen Wur­zeln zu stel­len, eine – mit­unter ins Mytho­lo­gi­sche aus­grei­fende – Re­flexion über We­sen und Zu­kunft der Roma. Denn József Holdosi (1951–2005) ge­hörte zu jenen Vor­reitern einer Roma-Intel­li­gen­zija, die vor der Her­ku­les­auf­gabe stand, mit ihrer Iden­tität zwi­schen Mehr­heit und Min­der­heit ins Reine zu kom­men. Selbst in Armut auf­ge­wach­sen er­zählt er die Ge­schichte einer Roma-Fa­milie in einer Sied­lung am Dorf­rand, be­völkert von Men­schen vol­ler Schwä­chen, aber auch vol­ler Ver­langen, ihr Schicksal ab­zu­schüt­teln.

In dieser Welt voller Grausam­keit, mär­chen­hafter Figu­ren und über­natür­li­cher Ele­mente skiz­ziert Holdosi unter­schied­liche Wege aus dem Elend: Der ältes­te Bru­der, ein Maler, spricht im Fieber­wahn mit dem „Zigeu­ner­christus“, fleht ihn an, die Roma aus ihrem Un­glück zu be­frei­en. Der Zwei­te, ein Musiker, streift durch das Land, um die ver­gessene Ur­musik der Roma zu fin­den. Und die Dritte, die Schwes­ter, sucht ihr Heil bei den Gadsche (Nicht-Roma) in der Groß­stadt.

Doch sie alle scheitern. Die Erlösung bleibt aus, die Rück­besin­nung auf die „wahre“ Roma­kultur endet im Nirgend­wo; und auch die Assi­mi­la­tion ent­puppt sich als trüge­ri­scher Irrweg. Read the rest of this entry »

Bastali boschitscha!

Dezember 24th, 2016  |  Published in Brauchtum & Tradition, Musik

Bastali boschitscha taj schukar nevo bersch 2017!
Fröhliche Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2017!
Merry Christmas and a Happy New Year 2017!
¡Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo 2017!

Deutschland: Erhalt von Roma-Gräbern

Dezember 21st, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Übernahme der Kosten durch Bund und Län­der: Be­schluss zum Er­halt der Gräber von NS-ver­folg­ten Sinti und Roma

Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Minister­prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Berlin einen Be­schluss zum Ruhe­recht für Grab­stätten der unter der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft ver­folg­ten Sinti und Roma ge­fasst. Sie kom­men damit der Bitte des Vor­sitzen­den des Zentral­rats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hat­te sich seit Jahren für ein dau­ern­des Ruherecht ein­ge­setzt. Bund und Länder sind über­ein­ge­kom­men, die Kos­ten zum Er­halt der Gräber zu je 50 Pro­zent zu über­nehmen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich be­grüße den Be­schluss zum Er­halt der Gräber der­jeni­gen Sinti und Roma, die vom natio­nal­sozia­lis­ti­schen Regime als Volks­gruppe aus rassis­ti­schen Gründen ver­folgt wur­den. Das sind wir den Toten und ihren Nach­kommen schul­dig. Mein Haus wird in enger Ab­stim­mung mit den zu­ständi­gen Stellen in den Ländern eine Re­ge­lung er­arbei­ten, damit die­ser Beschluss schnell um­ge­setzt wer­den kann.“

Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtli­cher Zu­ständig­kei­ten des Bundes und der Län­der ohne gesetz­liche Ände­run­gen kurz­fristig er­fol­gen. Die Zustän­dig­keit der Länder für eine Rege­lung des Ruhe­rechtes bleibt dabei un­berührt, auch die Gesetz­gebungs­kom­pe­tenz bleibt bei den Län­dern. Die noch im Detail aus­zu­han­deln­de Ver­ein­ba­rung soll sich an die Rege­lung für die ver­waisten jüdi­schen Fried­höfe aus der Vor­kriegs­zeit orien­tie­ren. Bundes­weit sind etwa 3.000 Grab­stätten be­trof­fen. Der Bund erklärte sich bereit, den Län­dern 50 Pro­zent der ent­stehen­den Kos­ten zu er­statten.

(Text: www.bmfsfj.de)

Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016

dROMa 48 (2016): „Literatur | Literatura“

Dezember 18th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

dROMa 48 (2016) - Cover: Katharina JanoschkaHerbst/Winter | Terno dschend/Dschend 2016

Literatura | Literatura
>>Inhaltsverzeichnis | >>Down­load (PDF)

Die Zeit ist reif, findet der Publizist Karl-Markus Gauß und for­dert in seinem Plä­doyer auf S. 9 einen spe­ziel­len Buchmesse-Schwer­punkt für Roma. Tat­säch­lich hat die Lite­ra­tur von Roma und Romnja, wie die Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Beate Eder-Jordan in ihrem ein­lei­ten­den Ar­ti­kel (S. 3) aus­führt, kaum mehr zu über­blicken­de Aus­maße er­reicht – Lite­ra­tur, so viel­fältig wie die Roma selbst, Lite­ra­tur sämt­li­cher Spar­ten und Gat­tun­gen, auf Romanes oder in einer der vie­len Spra­chen Euro­pas. Auch die For­schung be­ginnt dem Rech­nung zu tra­gen, eine eigene Roma-Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ist dabei, sich zu for­mie­ren. Einer Pio­nie­rin der Roma-Li­tera­tur wid­met sich Michael Teichmann: Er nimmt eine eben er­schie­ne­ne DVD zum An­lass, die pol­ni­sche Lyrike­rin Papusza vor­zu­stel­len. Mónica Ibarz hat mit Núria L. de Santiago aus Barcelona über ihr Buch „El ángel de Mahler“, den ers­ten Roman einer Gitana bzw. Romni in Spanien, ge­spro­chen. Und auf S. 19 em­pfiehlt Roman Urbaner „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ von József Holdosi, einen neu auf­ge­leg­ten Klas­si­ker der Roma-Literatur aus Ungarn.

I cajt ali, phenel o publicisto Karl-Markus Gauß taj ande pro va­ke­ri­pe upri rik 9 jek schpe­ci­jeli phari­pes­kero gendo le Romen­ge upro ken­va­kero foro man­gel. Tscha­tschi­kan nan i litera­tura le Ro­men­dar/Ro­mnjen­dar, sar le i litera­tu­ra­keri visen­schoft­ler­kija Beate Eder-Jordan ande la­kero pi­si­nipe (rik 3) phe­nel, bu­ter prik te dikel, mint oj imar asaj bulhi uli – min­den­feli­ti­ki lite­ra­tura afka sar o Roma, lite­ra­tura andar o cile thana taj kate­go­riji, ande Romanes vaj ande jek le but euro­pi­tike tschip­tschen­dar. Te o for­schi­nipe kes­di­nel ada­leske latschi­pe te anel, jek ajgeni Romen­geri-lite­ra­tura­keri visen­schoft use hi, pe te for­miri­nel. Jeka pijonir­ki­jake la Romen­gera-lite­ra­turatar vid­minel pe o Michael Teichmann: Ov jek DVD, savi na dur ari ali ojs koja peske lel, la pol­ni­tika liriker­kija Papusza angle te terdscha­rel. Read the rest of this entry »

Servus Del tuha (decemberi 2016)

Dezember 17th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
11to decemberi 2016
>>>TVthek

O aktujeli ardipe ando cajchn le gondo­li­pes­tar ter­dschol. O nevo Ilija-Jo­va­no­vić-park Betschis­te Land­straße, o gon­do­li­pes­ke­ro mu­latin­tschavgo an­de Lacken­bach, o gon­do­li­pes­kero tab­li­na­kevro tel utscha­ri­pe an­de Holz­schlag taj „Zigeu­ner­poli­tik“ ang­lo dujto the­mes­kero habu­ri o phari­pes­ke­ro punk­to la sen­dun­ga­tar hi.

Moderatorin Katharina Janoska (Foto: ORF)Ilija-Jovanović-park: arodipe le anavestar taj tab­lina­kero tel utscha­ripeO pisi­ma­schi taj poje­sa­schi Ilija Jo­va­no­vić uso keri­pe le faraj­nis­tar Roma­no Centro use sina. Ov dugo o sche­ro taj inici­ja­tor le sikli­pes­kere pomo­scha­gostar le Ro­menge sina. 2010 ov igen ter­non amen­dar gelo. O terno dschend ham jek tikno asa­jipe upro muja le khe­ro­da­schen­dar uso pa­rikske­ro ana­ven­gero dipe anglo Roma­no Centro antscha. O „Ilija-Jo­va­no­vić-Park“ na tschak les­kere ana­ves­kere patron pati­jarel, ham te jek bari­kano cajchn ada­leha be­schar­do ol.

Gondolipe le Romenge taj Sintijenge anglo gondolipes­ke­ro than an­de Lacken­bach Le vala­mi 4.000 ande tscha­pime manu­schen­dar tschak poar schel Roma taj Sinti o loge­ri Lackenbach, pa­lo ande lipe le rusti­tike nim­cendar ando bersch 1945, prik dschiv­de. Le eseri Romen­ge taj Sinti­jen­ge, save ando dujto habu­ri le nacijen­dar mur­darde ule, but manu­scha lenge gondo­linde. Sajt 1990 o gondo­li­pes­kero mu­latin­tschago sako bersch uso gon­doli­pes­kero than ande Lacken­bach tel li­ker­do ol. O erschti gon­do­li­pes­kero mu­latin­tscha­go hi, oni o Rudolf Sarközi. Ov ando Lacken­bach upro them alo taj ada bersch mulo.

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (150)

Dezember 16th, 2016  |  Published in Facts & Figures

Mindestens die Hälf­te der rund 400.000 Kin­der, die in Un­garn un­ter der Ar­muts­gren­ze le­ben, sind Ro­ma.

(Quelle)

Servus Szia Zdravo Del tuha (Dez. 2016)

Dezember 15th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 11. Dezember 2016
>>>TVthek

Die aktuelle Ausgabe von „Servus Szia Zdravo Del tuha“ steht im Zeichen des Gedenkens. Der neue Ilija-Jovanović-Park in Wien Landstraße, die Gedenkfeier in Lackenbach, Gedenktafelenthüllung in Holzschlag und „Zigeunerpolitik“ vor dem Zweiten Weltkrieg bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Durch die Sendung führt Katharina Janoska. (Nächste Sendung: 12.2.2017)

Moderatorin Katharina Janoska (Foto: ORF)Ilija-Jovanović-Park: Benen­nung und Ta­fel­ent­hül­lung Der Schrift­stel­ler und Dichter Ilija Jo­va­no­vić war einer der Grün­der des Vereins Ro­ma­no Centro, sein lang­jäh­ri­ger Ob­mann und Ini­tia­tor seiner Lern­hilfe für Roma. 2010 muss­te er, lei­der viel zu früh, sein Leben las­sen. Der heu­rige Herbst aber zau­berte ein Lä­cheln auf die Ge­sich­ter der zahl­rei­chen Be­su­cher bei der Feier zur Park­bennenung vor dem Ro­ma­no Centro. Der „Ilija-Jo­va­no­vić-Park“ ehrt von nun an nicht nur seinen Namens­patron, son­dern setzt ein be­deu­ten­des Zei­chen.

Gedenken beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach Von den rund 4.000 fest­ge­hal­te­nen Men­schen er­leb­ten nur weni­ge hun­dert Roma und Sinti die Befrei­ung des so ge­nann­ten Zi­geu­ner-An­hal­te­lagers Lacken­bach durch sow­je­ti­sche Trup­pen im April 1945. Der tau­sen­den Roma und Sinti, die von den Nazis er­mor­det wur­den, haben auch heuer zahl­reiche Men­schen ge­dacht, seit 1990 wie je­des Jahr beim Mahn­mal in Lacken­bach. Es ist die erste Ge­denk­feier nach dem Ab­le­ben von Rudolf Sarközi, der selbst im La­ger zur Welt ge­kom­men war.

Read the rest of this entry »

Sichere Herkunftsstaaten: „Von wegen sicher“

Dezember 14th, 2016  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte

"Von wegen sicher" Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik

Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Southeast Europe (Website), Nov. 2016

Autor/innen: Tamara Baković Jadžić, Dzafer Buzoli, Jasna Čaušević, Wenke Christoph, Vladan Jeremić, Norman Paech, Anna Striethorst, Jovana Vuković

>>Download (PDF, 2 MB)

Der Beschluss der deutschen Bundesregierung im Som­mer 2015, die Grenze für syri­sche Flücht­linge zu öffnen, wurde von vielen als humanitäre Ant­wort auf den Zu­strom von Flücht­lin­gen über die „Balkan­route“ ge­wer­tet. Ver­gli­chen mit den Reak­tio­nen vieler ande­rer Staaten ent­lang der Route, die zum Bei­spiel im Schnell­ver­fah­ren ihre Außen­gren­zen mit Zäunen be­fes­tig­ten, kann diese Ent­schei­dung tat­säch­lich als huma­ni­tä­rer Akt be­trach­tet werden. Diese zeit­weilige Aus­setzung der Dub­lin-Ver­ord­nung sollte je­doch nicht darüber hin­weg­täu­schen, dass MigrantIn­nen und Ge­flüch­tete diese Gren­zen schon seit meh­re­ren Jahren pas­sieren und in immer größe­rer Zahl „irre­gu­lär“ in West­europa leben.

Gleichzeitig haben die Bundesregierung und die EU eine Viel­zahl neuer, restrik­tiver Mi­gra­tions- und Grenz­po­li­ti­ken ein­ge­führt. Der Bun­des­tag ver­ab­schie­de­te in kurzen Ab­stän­den zwei „Asyl­pake­te“, durch die unter an­de­rem die Rück­füh­rung ab­ge­lehn­ter Asyl­su­chen­der er­leich­tert und die Rege­lun­gen zum Fami­lien­nach­zug für an­er­kann­te Flücht­linge auf­ge­hoben wurden. Wei­ter­hin wur­den immer mehr Länder als so­ge­nann­te „sichere Her­kunfts­staaten“ ein­gestuft, ins­be­son­dere die Bal­kan­staa­ten Ser­bi­en, Ko­so­vo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien. In­fol­ge­des­sen gel­ten Asyl­anträ­ge aus die­sen Län­dern für deut­sche Behör­den als „of­fen­sicht­lich un­be­grün­det“ und wer­den in der Regel ab­ge­lehnt. Die Aus­sich­ten für Hilfe­su­chen­de auf Asyl sind sehr ge­ring, be­reits vor dieser Ent­schei­dung lag der An­teil der ab­ge­lehn­ten Asyl­anträ­ge aus Ser­bien in Deutsch­land bei 99 Pro­zent (bzw. 97 Pro­zent für Asyl­su­chen­de aus dem Kosovo).

Allerdings hat diese Einstufung der Balkanländer als „sicher“ be­deu­tende und weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen, und zwar nicht nur für der­zei­tige Asyl­su­chen­de, son­dern auch für Men­schen, die schon seit Jahren, teils sogar seit Jahr­zehnten, in Deutsch­land leben. Die Mehr­heit der Asyl­suchen­den aus Ser­bien, dem Ko­so­vo und Maze­donien sind Roma, die in ganz Europa Ver­fol­gung, Mar­gi­na­li­sie­rung und sozia­len Aus­schluss er­fah­ren. Read the rest of this entry »

I barikani Romni Esma Redžepova muli

Dezember 13th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Esma Redžepova (1943-2016) (Foto: Balkan Festival/www.stadt-wien.at)Esma Redžepova, jek igen baro hangoha ando muschi­kano them pal jek har­no pharo nas­va­lipe ande Skopje/Ma­ce­do­nija muli. Oj 73 ber­scha phurani uli.

Oj kurkeste muli, 11.12.2016, use pri familija. Oj ando 8. au­gust 1943 ande Skopje upro them ali. Lakeri daj tur­kitiki sina, taj la­kero dad ser­bitiko dschi­dov­tschen­gere Romane vurc­li­nen­ca. Oj imar ando 1950iger ber­scha te dschi­lal kes­dintscha taj oda dschi uso lejcti. I Redže­pova o han­go sina le en­semble­jistar la­kere Ro­mes­tar Stevo Teodosievski, sa­vo Ro­mani taj mace­do­nischi flogos­keri muschi­ka cidlahi. Ando bersch 2013 oj la Mace­do­nija uso „Euro­vision Song Co­ntest” fartr­etin­tscha. Avrut­non pra kari­je­ratar ojs dschi­lasch­kija i Esma Redže­pova te vodschi­kane ande bescha­ri­peske prin­dschardi li sina. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (149)

Dezember 13th, 2016  |  Published in Facts & Figures, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

80% der Bei­trä­ge in tsche­chi­schen On­line-Fo­ren, die sich mit Ro­ma be­fas­sen, sind ne­ga­tiv. 2014 wa­ren es nur 65%.

(Quelle)

Esma Redžepova (1943–2016)

Dezember 12th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Die „Königin der Roma-Musik“ ist tot

Esma Redžepova, die „Königin der Roma-Musik“, ist ges­tern im Alter von 73 Jah­ren in Skopje nach kur­zer Krank­heit ge­stor­ben. Neben ihrer fünf Jahr­zehn­te an­dau­ern­den Karriere auf den Konzert­büh­nen der Welt machte sich die maze­do­ni­sche Künst­lerin auch durch ihr huma­ni­tä­res Engage­ment und ihr Ein­tre­ten für die Rechte der Roma ver­dient. Redže­pova adop­tier­te mit ihrem Ehe­mann 47 Roma-Kinder und er­öff­nete ein Heim für ob­dach­lose Kin­der in Mazedonien.

Siehe auch:
♫ Esma Redžepova & Gypsy Queens & Kings
Internationaler Roma-Tag: Djelem Djelem

FRA: 80 % der Roma von Armut bedroht

Dezember 11th, 2016  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Neue Studie (EU MIDIS II)Neue Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA)

European Union Agency for Fundamental Rights: EU-MIDIS II. Se­cond European Union Minorities and Dis­cri­mi­na­tion Survey: Roma – Se­lec­ted fin­dings, Lu­xem­bourg 2016, 52 S. (Download: PDF / 1,13 MB)

Weitverbreitete Deprivation zerstört das Leben von Roma. Fa­mi­lien leben von der Gesell­schaft aus­ge­schlos­sen in schockie­ren­den Ver­hält­nis­sen, und Kinder mit nied­ri­gem Bildungs­stand haben kaum Zu­kunfts­aus­sich­ten – zu diesem Schluss kommt ein neuer Be­richt der Agentur der Euro­päi­schen Union für Grund­rechte (FRA). Der Be­richt ana­ly­siert die Lücken bei der In­klu­sion von Roma in der gesam­ten EU, um den Mit­glied­staaten bei der Ver­bes­se­rung ihrer In­tegra­tions­politik Orien­tie­rungs­hilfe zu bieten.

„Unsere offenkundige Unfähigkeit in Europa, die Menschen­rechte unse­rer Roma-Gemein­schaf­ten zu achten, ist in­akzep­ta­bel. Das Aus­maß an Depri­va­tion, Aus­gren­zung und Diskri­mi­nie­rung der größ­ten Minder­heit in Europa stellt recht­lich wie poli­tisch ein schwer­es Ver­sagen in der EU und ihren Mit­glied­staaten dar”, so der Di­rek­tor der FRA, Michael O’Flaherty. „Die Ver­öf­fent­li­chung dieser Er­kenn­tnis­se bietet die Gele­gen­heit, poli­ti­sche Ent­schei­dungs­träger zum Han­deln zu be­we­gen und Ressour­cen ge­zielt zur Be­endi­gung dieser un­halt­baren Situa­tion ein­zu­setzen.“

Der Bericht über die Zweite Er­he­bung der Euro­päi­schen Union zu Min­der­heiten und Dis­kri­mi­nie­rung (EU-MIDIS II): Roma – aus­ge­wähl­te Er­geb­nis­se zeigt:

  • 80 % der befragten Roma sind armutsgefährdet; der EU-Durch­schnitt liegt bei 17 %. 30 % leben in Haus­halten ohne fließen­des Wasser und 46 % h­aben weder Innen­toilette, -dusche noch -bad;
  • 30 % der befragten Roma-Kinder leben in Haushalten, in de­nen je­mand im vori­gen Monat min­des­tens ein­mal hung­rig schla­fen ging; Read the rest of this entry »

„Christ­li­che Po­li­tik geht an­ders“

Dezember 9th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Katholische Aktion: Bettelverbote in Niederösterreich "unmenschlich und unchristlich".Wiener Neustadt plant Bettelverbot

„Stille Bettler“ vertreiben und einsperren?! Mit dem Bettelverbot überschreitet die Politik in Nie­der­ös­ter­reich eine „rote Linie“. Christ­li­che Po­li­tik geht an­ders.

Von Christoph Watz, Generalsekretär der Katholischen Aktion:

Ein Landtagsbeschluss vom September 2016 ermöglicht Gemeinden in NÖ mitt­ler­weile sogar „stilles Betteln“ zu ver­bie­ten! Der coura­gier­te Wiener Neu­städter Propst Karl Pichelbauer hat sich in der NÖN Ende No­vem­ber klar gegen ein ge­plan­tes „Bettel­verbot“ aus­ge­spro­chen, wel­ches ÖVP und FPÖ im Früh­jahr in Wr. Neu­stadt be­schließen wol­len. In den vielen Diskus­sion, die ich seit diesem NÖN-Ar­tikel ge­führt habe, wuss­te kaum je­mand, dass es in NÖ schon jetzt ver­boten ist, „auf­dring­lich, aggres­siv, gewerbs­mäßig, or­ga­ni­siert oder mit Kindern zu betteln“. (Nähe­re Info dazu von der Ar­muts­kon­fe­renz hier.)

Dass nun auch das „stille Betteln“ in der größten Stadt im Industrie­viertel ver­bo­ten wer­den soll, finde ich unmensch­lich, ins­be­son­de­re unchristlich: Die Schwächsten, die stil­len Bett­ler, dür­fen dann fest­ge­nom­men und mit Geld­strafen ein­ge­deckt wer­den. In den vielen Diskus­sio­nen wuss­te jeder eine Geschich­te von einer un­an­ge­neh­men Be­geg­nung mit einem Bett­ler. Ich wüss­te auch eine. Aber so wie Propst Pichel­bauer kenne ich viel mehr an­dere: z.B. von Vätern, die in Ost­europa jeg­li­che Hoff­nung auf einen Job ver­lo­ren haben und die daheim er­zäh­len, dass sie in Öster­reich „ar­beiten“, weil es ihnen pein­lich ist, hier bet­teln zu müssen.

Read the rest of this entry »

Frankfurt: Brandanschlag auf Obdachlose

Dezember 8th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Pressemitteilung des Fördervereins Roma e.V., Frank­furt/M., 7.12.2016:

Am 2.12.2016 wurde in Frankfurt/M. unter Brücke der Rosa-Luxemburg-Straße eine Schlaf­stät­te von Ob­dach­losen aus Rumänien an­ge­zündet. Zum Zeit­punkt des Brand­anschlags be­fan­den sich sechs Personen in der Hütte. Ein junger Mann erlitt Brand­ver­letzun­gen, als er das Feuer löschte. Die Betrof­fe­nen be­rich­ten von drei ge­flüch­te­ten Per­so­nen, die an dem Anschlag be­tei­ligt waren.

Der Förderverein Roma geht davon aus, dass es sich bei den ob­dach­lo­sen Men­schen aus Ru­mä­nien auch um Roma hand­elt, da in der Ver­gan­gen­heit sei­tens der Sozial­bera­tung be­reits Kon­takt zu Per­so­nen be­stand, die unter der Brücke schlie­fen.

Es geht offensichtlich um einen Brandanschlag, der die Ver­letzung oder den Tod der Ob­dach­losen in Kauf nahm. Zudem sind rassis­ti­sche Motive nahe lie­gend. Der Träger erinnert in dem Zusam­men­hang an einen Brand Anfang Septem­ber des Jahres in Frank­furt/Fe­chen­heim in einem Haus, das von Roma be­wohnt wurde (wir berichteten). Auch hier wird wegen Brand­stiftung er­mittelt.

Read the rest of this entry »

ORF: Dorf-Diktator & Roma-Hasser

Dezember 7th, 2016  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Bürgermeister Orosz (Foto: ORF-Programmankündigung)WELTjournal+: „Der Dorf-Diktator: Zucht & Ordnung in Ungarn“

ORF2, HEUTE, 7.12.2016, 23:05 Uhr

Das Dörfchen Érpatak im äußersten Nord­osten Ungarns war lan­ge ziem­lich be­deu­tungs­los – bis vor eini­gen Jah­ren Mihály Zoltán Orosz zum Bür­ger­meis­ter ge­wählt wurde, ein be­ken­nen­der Rechts­extre­mer und Roma-Hasser. Das „WELTjournal +“ er­zählt, wie der Bürgermeister das stren­ge „Modell von Érpatak“ ein­führte, in dem Ord­nung, Arbeits­sinn und natio­nale Brauch­tums­pflege zur Pflicht ge­hören. Wer sich nicht daran hält, dem droht Aus­gren­zung, so­gar Ver­trei­bung aus dem Dorf. Mitt­ler­weile haben auch andere un­ga­ri­sche Ge­mein­den das Dis­zipli­nie­rungs­mo­dell Érpa­tak über­nom­men und nutzen es, um gegen die Minder­heit der Roma und po­li­tische Kri­ti­ker vor­zu­gehen. (Text: ORF)

Die Sendung ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek als Live-Stream so­wie nach der TV-Aus­strah­lung sie­ben Tage als Video-on-Demand ab­rufbar.

Siehe auch:
Crossing Europe: The Érpatak Model, dROMa-Blog, 29.4.2016
Interview zu The Érpatak Model, dROMa-Blog, 30.4.2016

Der Dieb und der „Abschaum“

Dezember 6th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Verhetzungsprozess: Ein 73-jähriger mehr­fach Vor­be­straf­ter hat per Mail ge­gen Roma ge­hetzt. Der Mann be­reut das nur aus Angst vor einer neu­er­li­chen Haft

Michael Möseneder/Der Standard: Wien – Ferdinand P. hat eine ziem­lich klare Mei­nung zur eth­ni­schen Min­der­heit der Roma. Die seien „der Ab­schaum der Mensch­heit“, „asia­ti­sche Parasiten“ und über­haupt alles Diebe. Blöd nur, dass der 73-Jäh­rige selbst elf Vor­strafen hat – wegen Eigen­tums­delik­ten. Vor Richter Gerald Wagner sitzt er aller­dings wegen Verhetzung, hat der Min­dest­pen­sio­nist doch seine Mei­nung per Mail an diver­se Empfän­ger ver­schickt. Es zeigt sich, dass bei der ers­ten Ver­hand­lung so­wohl Polizei als auch Staats­anwalt­schaft und Richter ziem­lich schleißig agiert ha­ben. Da­mals fragte nie­mand nach, an wie viele Per­so­nen die Nach­richt über­haupt ver­schickt wurde. Da im Akt nur von einer Adres­se die Rede ge­we­sen ist, wurde P. frei­gespro­chen, das Ober­landes­gericht hob das Urteil auf.

Emotionen nach abgebrannten Zelten

Wagner geht nun also gründlicher vor. „Warum haben Sie das ge­macht?“, will er wis­sen. Der An­ge­klag­te er­zählt, er habe in einem Artikel ge­lesen, dass Zelte von Roma bei Linz ab­ge­brannt sind. „Das hat Emo­tio­nen hervor­ge­bracht!“, sagt er. „Ich bin bei einem rumä­ni­schen Eisen­bahn­klub. Und dieses Volk hat ein­mal 700 Meter Schienen ge­stoh­len“, em­pört P. sich. „Jetzt sind Sie selbst mehrfach vorbestraft. Sind Sie Wiener?“, fragt der Rich­ter. „Ja“, hört er. „Wenn ich jetzt sage, alle Wiener sind Diebe – stim­men Sie mir dann zu?“ – „Nein.“ – „Aber die Roma schon?“ – „Nicht alle.“

Wie Wagner herausarbeitet, hat der Angeklagte seine kruden An­sich­ten an das Land Ober­öster­reich, den Bürger­meis­ter von Linz und zwei weite­re Stellen der Landes­haupt­stadt ver­schickt. Zusätz­lich be­ka­men 13 Tages­zeitungen den Erguss. Read the rest of this entry »