Facts & Figures (152)
Dezember 31st, 2016 | Published in Facts & Figures
Dezember 31st, 2016 | Published in Facts & Figures
Dezember 31st, 2016 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
18. Roma-Dialogplattform des Bundeskanzleramts zum Thema „Notreisende EU-BürgerInnen in Österreich“
>>Protokoll der 18. Roma-Dialogplattform, 25.11.2016 (PDF)
Unter sogenannten „notreisenden EU-Bürgern“ sind Personen und Familien aus Osteuropa zu verstehen, die von ausgeprägter Armut betroffen sind und von ihrem Recht als EU-Bürger auf Personenfreizügigkeit Gebrauch machen. Die Thematik wirft vorwiegend Fragen der Armutsbekämpfung und des menschenwürdigen Umgangs mit Armut auf. In der Öffentlichkeit wird die Frage jedoch vorwiegend als „Roma-Thema“ diskutiert bzw. als „Roma-Problem“ wahrgenommen. Ziel der 18. Roma-Dialogplattform ist es daher, die Grundlagen für eine sachliche Gesprächsbasis aller handelnden Akteure zu schaffen und über die bestehende Faktenlage, die Hintergründe und mögliche Handlungsansätze zu informieren. Die Veranstaltung dient der Vernetzung der handelnden Akteure und dem gegenseitigen Austausch.
Präsentationen zum Thema:
Sechs Fachleute (Wolfgang Meier, Erika Geser-Engleitner, Norbert Mappes-Niediek, Thomas Schobesberger, Kurt Gutlederer und Liudmila Hahn) waren eingeladen, im Rahmen der Veranstaltung Vorträge zu halten. Im Folgenden geben wir die von der Dialogplattform veröffentlichten Zusammenfassungen wieder:
Dezember 29th, 2016 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Dezember 28th, 2016 | Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Le József Holdosiskero klasikeri andaro Ungriko nevo upre paschlardo
O nevo ardipe le 1978 andi ungriki tschib kerde erschti verkistar le József Holdosistar, jek bojd pobisterdo barikano verk la Romengera-literaturatar papal ando pradipe anel. Jek nevo lakipe.
Ande Szombathely, mindschart pedar i granica, aja kenva kerdi uli, pisim jeke terne gimnasijumiskere meschteristar, savo dur pro Romengero-telschtaminipe tagatintscha. „Die gekrönten Schlangen“ jek probalinipe hi, pe adale vurclinenge te terdscharel, jek – butvar ando mitologischi ar astardi – refleksijona pedar o koji taj i cukunft le Romendar. Mint o József Holdosi (1951–2005) use odola pijonirtscha jeka Romengera-inteligencijatar kerinlahi, savi angli Herkulesiskeri buti terdscholahi, lakera identitetaha maschkar o butera taj o tschulipe ando schuscharipe te al. Ando tschoripe upre bartschim, phukal ov i historija jeka Romengera-familijatar ande jek sidlung pasche i gaveskeri rik, kaj manuscha but nasoralipeha dschin, ham te but mangipeha, pumaroi bibast tel te tresanel.
Ande ada them, pherda bibastaha, pamaritschengere figurenca taj mitischi falatenca, karaktarisirinel o Holdosi mindenfelitike droma andar o tschoripe: O lek phuraneder phral, jek moleri, ando fiberi le „Zigeunerchristusiha“ vakerel, molinel le, hot le Romen andar lengeri bibast, te putrinel. O dujto, jek muschikaschi, duach o vilago roasinel, i pobisteri phuri muschika le Romendar te lakel. Taj i triti, i phen, pri bast uso gadsche ando baro foro rodel.
Dezember 27th, 2016 | Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
József Holdosis Klassiker aus Ungarn neu aufgelegt
Die Neuausgabe des 1978 auf Ungarisch erschienenen Romandebüts von József Holdosi macht ein fast vergessenes Schlüsselwerk der Roma-Literatur wieder zugänglich. Eine Wiederentdeckung.
In Szombathely, gleich hinter der Grenze, ist dieser Roman entstanden, verfasst von einem jungen Gymnasiallehrer, der seine Roma-Herkunft lange verschwiegen hatte. „Die gekrönten Schlangen“ ist der Versuch, sich diesen Wurzeln zu stellen, eine – mitunter ins Mythologische ausgreifende – Reflexion über Wesen und Zukunft der Roma. Denn József Holdosi (1951–2005) gehörte zu jenen Vorreitern einer Roma-Intelligenzija, die vor der Herkulesaufgabe stand, mit ihrer Identität zwischen Mehrheit und Minderheit ins Reine zu kommen. Selbst in Armut aufgewachsen erzählt er die Geschichte einer Roma-Familie in einer Siedlung am Dorfrand, bevölkert von Menschen voller Schwächen, aber auch voller Verlangen, ihr Schicksal abzuschütteln.
In dieser Welt voller Grausamkeit, märchenhafter Figuren und übernatürlicher Elemente skizziert Holdosi unterschiedliche Wege aus dem Elend: Der älteste Bruder, ein Maler, spricht im Fieberwahn mit dem „Zigeunerchristus“, fleht ihn an, die Roma aus ihrem Unglück zu befreien. Der Zweite, ein Musiker, streift durch das Land, um die vergessene Urmusik der Roma zu finden. Und die Dritte, die Schwester, sucht ihr Heil bei den Gadsche (Nicht-Roma) in der Großstadt.
Doch sie alle scheitern. Die Erlösung bleibt aus, die Rückbesinnung auf die „wahre“ Romakultur endet im Nirgendwo; und auch die Assimilation entpuppt sich als trügerischer Irrweg. Read the rest of this entry »
Dezember 24th, 2016 | Published in Brauchtum & Tradition, Musik
Bastali boschitscha taj schukar nevo bersch 2017!
Fröhliche Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2017!
Merry Christmas and a Happy New Year 2017!
¡Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo 2017!
Dezember 21st, 2016 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Übernahme der Kosten durch Bund und Länder: Beschluss zum Erhalt der Gräber von NS-verfolgten Sinti und Roma
Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin einen Beschluss zum Ruherecht für Grabstätten der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma gefasst. Sie kommen damit der Bitte des Vorsitzenden des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hatte sich seit Jahren für ein dauerndes Ruherecht eingesetzt. Bund und Länder sind übereingekommen, die Kosten zum Erhalt der Gräber zu je 50 Prozent zu übernehmen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich begrüße den Beschluss zum Erhalt der Gräber derjenigen Sinti und Roma, die vom nationalsozialistischen Regime als Volksgruppe aus rassistischen Gründen verfolgt wurden. Das sind wir den Toten und ihren Nachkommen schuldig. Mein Haus wird in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen in den Ländern eine Regelung erarbeiten, damit dieser Beschluss schnell umgesetzt werden kann.“
Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtlicher Zuständigkeiten des Bundes und der Länder ohne gesetzliche Änderungen kurzfristig erfolgen. Die Zuständigkeit der Länder für eine Regelung des Ruherechtes bleibt dabei unberührt, auch die Gesetzgebungskompetenz bleibt bei den Ländern. Die noch im Detail auszuhandelnde Vereinbarung soll sich an die Regelung für die verwaisten jüdischen Friedhöfe aus der Vorkriegszeit orientieren. Bundesweit sind etwa 3.000 Grabstätten betroffen. Der Bund erklärte sich bereit, den Ländern 50 Prozent der entstehenden Kosten zu erstatten.
(Text: www.bmfsfj.de)
Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016
Dezember 18th, 2016 | Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Herbst/Winter | Terno dschend/Dschend 2016
Literatura | Literatura
>>Inhaltsverzeichnis | >>Download (PDF)
Die Zeit ist reif, findet der Publizist Karl-Markus Gauß und fordert in seinem Plädoyer auf S. 9 einen speziellen Buchmesse-Schwerpunkt für Roma. Tatsächlich hat die Literatur von Roma und Romnja, wie die Literaturwissenschaftlerin Beate Eder-Jordan in ihrem einleitenden Artikel (S. 3) ausführt, kaum mehr zu überblickende Ausmaße erreicht – Literatur, so vielfältig wie die Roma selbst, Literatur sämtlicher Sparten und Gattungen, auf Romanes oder in einer der vielen Sprachen Europas. Auch die Forschung beginnt dem Rechnung zu tragen, eine eigene Roma-Literaturwissenschaft ist dabei, sich zu formieren. Einer Pionierin der Roma-Literatur widmet sich Michael Teichmann: Er nimmt eine eben erschienene DVD zum Anlass, die polnische Lyrikerin Papusza vorzustellen. Mónica Ibarz hat mit Núria L. de Santiago aus Barcelona über ihr Buch „El ángel de Mahler“, den ersten Roman einer Gitana bzw. Romni in Spanien, gesprochen. Und auf S. 19 empfiehlt Roman Urbaner „Die gekrönten Schlangen“ von József Holdosi, einen neu aufgelegten Klassiker der Roma-Literatur aus Ungarn.
I cajt ali, phenel o publicisto Karl-Markus Gauß taj ande pro vakeripe upri rik 9 jek schpecijeli pharipeskero gendo le Romenge upro kenvakero foro mangel. Tschatschikan nan i literatura le Romendar/Romnjendar, sar le i literaturakeri visenschoftlerkija Beate Eder-Jordan ande lakero pisinipe (rik 3) phenel, buter prik te dikel, mint oj imar asaj bulhi uli – mindenfelitiki literatura afka sar o Roma, literatura andar o cile thana taj kategoriji, ande Romanes vaj ande jek le but europitike tschiptschendar. Te o forschinipe kesdinel adaleske latschipe te anel, jek ajgeni Romengeri-literaturakeri visenschoft use hi, pe te formirinel. Jeka pijonirkijake la Romengera-literaturatar vidminel pe o Michael Teichmann: Ov jek DVD, savi na dur ari ali ojs koja peske lel, la polnitika lirikerkija Papusza angle te terdscharel. Read the rest of this entry »
Dezember 17th, 2016 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
11to decemberi 2016
>>>TVthek
O aktujeli ardipe ando cajchn le gondolipestar terdschol. O nevo Ilija-Jovanović-park Betschiste Landstraße, o gondolipeskero mulatintschavgo ande Lackenbach, o gondolipeskero tablinakevro tel utscharipe ande Holzschlag taj „Zigeunerpolitik“ anglo dujto themeskero haburi o pharipeskero punkto la sendungatar hi.
Ilija-Jovanović-park: arodipe le anavestar taj tablinakero tel utscharipe — O pisimaschi taj pojesaschi Ilija Jovanović uso keripe le farajnistar Romano Centro use sina. Ov dugo o schero taj inicijator le siklipeskere pomoschagostar le Romenge sina. 2010 ov igen ternon amendar gelo. O terno dschend ham jek tikno asajipe upro muja le kherodaschendar uso parikskero anavengero dipe anglo Romano Centro antscha. O „Ilija-Jovanović-Park“ na tschak leskere anaveskere patron patijarel, ham te jek barikano cajchn adaleha beschardo ol.
Gondolipe le Romenge taj Sintijenge anglo gondolipeskero than ande Lackenbach — Le valami 4.000 ande tschapime manuschendar tschak poar schel Roma taj Sinti o logeri Lackenbach, palo ande lipe le rustitike nimcendar ando bersch 1945, prik dschivde. Le eseri Romenge taj Sintijenge, save ando dujto haburi le nacijendar murdarde ule, but manuscha lenge gondolinde. Sajt 1990 o gondolipeskero mulatintschago sako bersch uso gondolipeskero than ande Lackenbach tel likerdo ol. O erschti gondolipeskero mulatintschago hi, oni o Rudolf Sarközi. Ov ando Lackenbach upro them alo taj ada bersch mulo.
Dezember 16th, 2016 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Dezember 15th, 2016 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 11. Dezember 2016
>>>TVthek
Die aktuelle Ausgabe von „Servus Szia Zdravo Del tuha“ steht im Zeichen des Gedenkens. Der neue Ilija-Jovanović-Park in Wien Landstraße, die Gedenkfeier in Lackenbach, Gedenktafelenthüllung in Holzschlag und „Zigeunerpolitik“ vor dem Zweiten Weltkrieg bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Durch die Sendung führt Katharina Janoska. (Nächste Sendung: 12.2.2017)
Ilija-Jovanović-Park: Benennung und Tafelenthüllung — Der Schriftsteller und Dichter Ilija Jovanović war einer der Gründer des Vereins Romano Centro, sein langjähriger Obmann und Initiator seiner Lernhilfe für Roma. 2010 musste er, leider viel zu früh, sein Leben lassen. Der heurige Herbst aber zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der zahlreichen Besucher bei der Feier zur Parkbennenung vor dem Romano Centro. Der „Ilija-Jovanović-Park“ ehrt von nun an nicht nur seinen Namenspatron, sondern setzt ein bedeutendes Zeichen.
Gedenken beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach — Von den rund 4.000 festgehaltenen Menschen erlebten nur wenige hundert Roma und Sinti die Befreiung des so genannten Zigeuner-Anhaltelagers Lackenbach durch sowjetische Truppen im April 1945. Der tausenden Roma und Sinti, die von den Nazis ermordet wurden, haben auch heuer zahlreiche Menschen gedacht, seit 1990 wie jedes Jahr beim Mahnmal in Lackenbach. Es ist die erste Gedenkfeier nach dem Ableben von Rudolf Sarközi, der selbst im Lager zur Welt gekommen war.
Dezember 14th, 2016 | Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik
Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Southeast Europe (Website), Nov. 2016
Autor/innen: Tamara Baković Jadžić, Dzafer Buzoli, Jasna Čaušević, Wenke Christoph, Vladan Jeremić, Norman Paech, Anna Striethorst, Jovana Vuković
Der Beschluss der deutschen Bundesregierung im Sommer 2015, die Grenze für syrische Flüchtlinge zu öffnen, wurde von vielen als humanitäre Antwort auf den Zustrom von Flüchtlingen über die „Balkanroute“ gewertet. Verglichen mit den Reaktionen vieler anderer Staaten entlang der Route, die zum Beispiel im Schnellverfahren ihre Außengrenzen mit Zäunen befestigten, kann diese Entscheidung tatsächlich als humanitärer Akt betrachtet werden. Diese zeitweilige Aussetzung der Dublin-Verordnung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass MigrantInnen und Geflüchtete diese Grenzen schon seit mehreren Jahren passieren und in immer größerer Zahl „irregulär“ in Westeuropa leben.
Gleichzeitig haben die Bundesregierung und die EU eine Vielzahl neuer, restriktiver Migrations- und Grenzpolitiken eingeführt. Der Bundestag verabschiedete in kurzen Abständen zwei „Asylpakete“, durch die unter anderem die Rückführung abgelehnter Asylsuchender erleichtert und die Regelungen zum Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge aufgehoben wurden. Weiterhin wurden immer mehr Länder als sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft, insbesondere die Balkanstaaten Serbien, Kosovo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien. Infolgedessen gelten Asylanträge aus diesen Ländern für deutsche Behörden als „offensichtlich unbegründet“ und werden in der Regel abgelehnt. Die Aussichten für Hilfesuchende auf Asyl sind sehr gering, bereits vor dieser Entscheidung lag der Anteil der abgelehnten Asylanträge aus Serbien in Deutschland bei 99 Prozent (bzw. 97 Prozent für Asylsuchende aus dem Kosovo).
Allerdings hat diese Einstufung der Balkanländer als „sicher“ bedeutende und weitreichende Konsequenzen, und zwar nicht nur für derzeitige Asylsuchende, sondern auch für Menschen, die schon seit Jahren, teils sogar seit Jahrzehnten, in Deutschland leben. Die Mehrheit der Asylsuchenden aus Serbien, dem Kosovo und Mazedonien sind Roma, die in ganz Europa Verfolgung, Marginalisierung und sozialen Ausschluss erfahren. Read the rest of this entry »
Dezember 13th, 2016 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik
Esma Redžepova, jek igen baro hangoha ando muschikano them pal jek harno pharo nasvalipe ande Skopje/Macedonija muli. Oj 73 berscha phurani uli.
Oj kurkeste muli, 11.12.2016, use pri familija. Oj ando 8. august 1943 ande Skopje upro them ali. Lakeri daj turkitiki sina, taj lakero dad serbitiko dschidovtschengere Romane vurclinenca. Oj imar ando 1950iger berscha te dschilal kesdintscha taj oda dschi uso lejcti. I Redžepova o hango sina le ensemblejistar lakere Romestar Stevo Teodosievski, savo Romani taj macedonischi flogoskeri muschika cidlahi. Ando bersch 2013 oj la Macedonija uso „Eurovision Song Contest” fartretintscha. Avrutnon pra karijeratar ojs dschilaschkija i Esma Redžepova te vodschikane ande bescharipeske prindschardi li sina. Read the rest of this entry »
Dezember 13th, 2016 | Published in Facts & Figures, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte
(Quelle)
Dezember 12th, 2016 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik
Die „Königin der Roma-Musik“ ist tot
Esma Redžepova, die „Königin der Roma-Musik“, ist gestern im Alter von 73 Jahren in Skopje nach kurzer Krankheit gestorben. Neben ihrer fünf Jahrzehnte andauernden Karriere auf den Konzertbühnen der Welt machte sich die mazedonische Künstlerin auch durch ihr humanitäres Engagement und ihr Eintreten für die Rechte der Roma verdient. Redžepova adoptierte mit ihrem Ehemann 47 Roma-Kinder und eröffnete ein Heim für obdachlose Kinder in Mazedonien.
Siehe auch:
♫ Esma Redžepova & Gypsy Queens & Kings
Internationaler Roma-Tag: Djelem Djelem
Dezember 11th, 2016 | Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neue Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA)
European Union Agency for Fundamental Rights: EU-MIDIS II. Second European Union Minorities and Discrimination Survey: Roma – Selected findings, Luxembourg 2016, 52 S. (Download: PDF / 1,13 MB)
Weitverbreitete Deprivation zerstört das Leben von Roma. Familien leben von der Gesellschaft ausgeschlossen in schockierenden Verhältnissen, und Kinder mit niedrigem Bildungsstand haben kaum Zukunftsaussichten – zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA). Der Bericht analysiert die Lücken bei der Inklusion von Roma in der gesamten EU, um den Mitgliedstaaten bei der Verbesserung ihrer Integrationspolitik Orientierungshilfe zu bieten.
„Unsere offenkundige Unfähigkeit in Europa, die Menschenrechte unserer Roma-Gemeinschaften zu achten, ist inakzeptabel. Das Ausmaß an Deprivation, Ausgrenzung und Diskriminierung der größten Minderheit in Europa stellt rechtlich wie politisch ein schweres Versagen in der EU und ihren Mitgliedstaaten dar”, so der Direktor der FRA, Michael O’Flaherty. „Die Veröffentlichung dieser Erkenntnisse bietet die Gelegenheit, politische Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen und Ressourcen gezielt zur Beendigung dieser unhaltbaren Situation einzusetzen.“
Der Bericht über die Zweite Erhebung der Europäischen Union zu Minderheiten und Diskriminierung (EU-MIDIS II): Roma – ausgewählte Ergebnisse zeigt:
Dezember 9th, 2016 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Wiener Neustadt plant Bettelverbot
„Stille Bettler“ vertreiben und einsperren?! Mit dem Bettelverbot überschreitet die Politik in Niederösterreich eine „rote Linie“. Christliche Politik geht anders.
Von Christoph Watz, Generalsekretär der Katholischen Aktion:
Ein Landtagsbeschluss vom September 2016 ermöglicht Gemeinden in NÖ mittlerweile sogar „stilles Betteln“ zu verbieten! Der couragierte Wiener Neustädter Propst Karl Pichelbauer hat sich in der NÖN Ende November klar gegen ein geplantes „Bettelverbot“ ausgesprochen, welches ÖVP und FPÖ im Frühjahr in Wr. Neustadt beschließen wollen. In den vielen Diskussion, die ich seit diesem NÖN-Artikel geführt habe, wusste kaum jemand, dass es in NÖ schon jetzt verboten ist, „aufdringlich, aggressiv, gewerbsmäßig, organisiert oder mit Kindern zu betteln“. (Nähere Info dazu von der Armutskonferenz hier.)
Dass nun auch das „stille Betteln“ in der größten Stadt im Industrieviertel verboten werden soll, finde ich unmenschlich, insbesondere unchristlich: Die Schwächsten, die stillen Bettler, dürfen dann festgenommen und mit Geldstrafen eingedeckt werden. In den vielen Diskussionen wusste jeder eine Geschichte von einer unangenehmen Begegnung mit einem Bettler. Ich wüsste auch eine. Aber so wie Propst Pichelbauer kenne ich viel mehr andere: z.B. von Vätern, die in Osteuropa jegliche Hoffnung auf einen Job verloren haben und die daheim erzählen, dass sie in Österreich „arbeiten“, weil es ihnen peinlich ist, hier betteln zu müssen.
Dezember 8th, 2016 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Pressemitteilung des Fördervereins Roma e.V., Frankfurt/M., 7.12.2016:
Am 2.12.2016 wurde in Frankfurt/M. unter Brücke der Rosa-Luxemburg-Straße eine Schlafstätte von Obdachlosen aus Rumänien angezündet. Zum Zeitpunkt des Brandanschlags befanden sich sechs Personen in der Hütte. Ein junger Mann erlitt Brandverletzungen, als er das Feuer löschte. Die Betroffenen berichten von drei geflüchteten Personen, die an dem Anschlag beteiligt waren.
Der Förderverein Roma geht davon aus, dass es sich bei den obdachlosen Menschen aus Rumänien auch um Roma handelt, da in der Vergangenheit seitens der Sozialberatung bereits Kontakt zu Personen bestand, die unter der Brücke schliefen.
Es geht offensichtlich um einen Brandanschlag, der die Verletzung oder den Tod der Obdachlosen in Kauf nahm. Zudem sind rassistische Motive nahe liegend. Der Träger erinnert in dem Zusammenhang an einen Brand Anfang September des Jahres in Frankfurt/Fechenheim in einem Haus, das von Roma bewohnt wurde (wir berichteten). Auch hier wird wegen Brandstiftung ermittelt.
Dezember 7th, 2016 | Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
WELTjournal+: „Der Dorf-Diktator: Zucht & Ordnung in Ungarn“
ORF2, HEUTE, 7.12.2016, 23:05 Uhr
Das Dörfchen Érpatak im äußersten Nordosten Ungarns war lange ziemlich bedeutungslos – bis vor einigen Jahren Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister gewählt wurde, ein bekennender Rechtsextremer und Roma-Hasser. Das „WELTjournal +“ erzählt, wie der Bürgermeister das strenge „Modell von Érpatak“ einführte, in dem Ordnung, Arbeitssinn und nationale Brauchtumspflege zur Pflicht gehören. Wer sich nicht daran hält, dem droht Ausgrenzung, sogar Vertreibung aus dem Dorf. Mittlerweile haben auch andere ungarische Gemeinden das Disziplinierungsmodell Érpatak übernommen und nutzen es, um gegen die Minderheit der Roma und politische Kritiker vorzugehen. (Text: ORF)
Die Sendung ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.
Siehe auch:
Crossing Europe: The Érpatak Model, dROMa-Blog, 29.4.2016
Interview zu The Érpatak Model, dROMa-Blog, 30.4.2016
Dezember 6th, 2016 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Verhetzungsprozess: Ein 73-jähriger mehrfach Vorbestrafter hat per Mail gegen Roma gehetzt. Der Mann bereut das nur aus Angst vor einer neuerlichen Haft
Michael Möseneder/Der Standard: Wien – Ferdinand P. hat eine ziemlich klare Meinung zur ethnischen Minderheit der Roma. Die seien „der Abschaum der Menschheit“, „asiatische Parasiten“ und überhaupt alles Diebe. Blöd nur, dass der 73-Jährige selbst elf Vorstrafen hat – wegen Eigentumsdelikten. Vor Richter Gerald Wagner sitzt er allerdings wegen Verhetzung, hat der Mindestpensionist doch seine Meinung per Mail an diverse Empfänger verschickt. Es zeigt sich, dass bei der ersten Verhandlung sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft und Richter ziemlich schleißig agiert haben. Damals fragte niemand nach, an wie viele Personen die Nachricht überhaupt verschickt wurde. Da im Akt nur von einer Adresse die Rede gewesen ist, wurde P. freigesprochen, das Oberlandesgericht hob das Urteil auf.
Emotionen nach abgebrannten Zelten
Wagner geht nun also gründlicher vor. „Warum haben Sie das gemacht?“, will er wissen. Der Angeklagte erzählt, er habe in einem Artikel gelesen, dass Zelte von Roma bei Linz abgebrannt sind. „Das hat Emotionen hervorgebracht!“, sagt er. „Ich bin bei einem rumänischen Eisenbahnklub. Und dieses Volk hat einmal 700 Meter Schienen gestohlen“, empört P. sich. „Jetzt sind Sie selbst mehrfach vorbestraft. Sind Sie Wiener?“, fragt der Richter. „Ja“, hört er. „Wenn ich jetzt sage, alle Wiener sind Diebe – stimmen Sie mir dann zu?“ – „Nein.“ – „Aber die Roma schon?“ – „Nicht alle.“
Wie Wagner herausarbeitet, hat der Angeklagte seine kruden Ansichten an das Land Oberösterreich, den Bürgermeister von Linz und zwei weitere Stellen der Landeshauptstadt verschickt. Zusätzlich bekamen 13 Tageszeitungen den Erguss. Read the rest of this entry »