„Christliche Politik geht anders“
Dezember 9th, 2016 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Wiener Neustadt plant Bettelverbot
„Stille Bettler“ vertreiben und einsperren?! Mit dem Bettelverbot überschreitet die Politik in Niederösterreich eine „rote Linie“. Christliche Politik geht anders.
Von Christoph Watz, Generalsekretär der Katholischen Aktion:
Ein Landtagsbeschluss vom September 2016 ermöglicht Gemeinden in NÖ mittlerweile sogar „stilles Betteln“ zu verbieten! Der couragierte Wiener Neustädter Propst Karl Pichelbauer hat sich in der NÖN Ende November klar gegen ein geplantes „Bettelverbot“ ausgesprochen, welches ÖVP und FPÖ im Frühjahr in Wr. Neustadt beschließen wollen. In den vielen Diskussion, die ich seit diesem NÖN-Artikel geführt habe, wusste kaum jemand, dass es in NÖ schon jetzt verboten ist, „aufdringlich, aggressiv, gewerbsmäßig, organisiert oder mit Kindern zu betteln“. (Nähere Info dazu von der Armutskonferenz hier.)
Dass nun auch das „stille Betteln“ in der größten Stadt im Industrieviertel verboten werden soll, finde ich unmenschlich, insbesondere unchristlich: Die Schwächsten, die stillen Bettler, dürfen dann festgenommen und mit Geldstrafen eingedeckt werden. In den vielen Diskussionen wusste jeder eine Geschichte von einer unangenehmen Begegnung mit einem Bettler. Ich wüsste auch eine. Aber so wie Propst Pichelbauer kenne ich viel mehr andere: z.B. von Vätern, die in Osteuropa jegliche Hoffnung auf einen Job verloren haben und die daheim erzählen, dass sie in Österreich „arbeiten“, weil es ihnen peinlich ist, hier betteln zu müssen.