Archive for Januar, 2017

Roma-Berichterstattung: Vorbild „Standard“

Januar 31st, 2017  |  Published in Medien & Presse

"Roma und Sinti" bzw "Sinti und Roma": Artikelhäufigkeit in österreichischen Tageszeitungen (Online), 2012-2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Vor einigen Tagen haben wir berichtet, dass in Österreich die me­dia­le Prä­senz Ro­ma-be­zo­ge­ner The­men im letz­ten Jahr auf die Hälfte ge­schrumpft ist. Eine wei­te­re Fra­ge, die uns bei der Voll­text­suche in den On­line-Ar­chi­ven in­ter­es­sier­te, war, wie viel Platz die unter­such­ten öster­rei­chi­schen Tages­zeitun­gen dem Ro­ma-Thema in den letz­ten fünf Jah­­ren ein­räum­ten. Das Re­sul­tat: Der Stan­dard (derStandard.at) stellt mit seiner Viel­zahl the­men­be­zo­ge­ner Ar­ti­kel alle an­de­ren heimischen Me­dien in den Schat­ten. Das Online-Angebot der Kleinen Zeitung und die Wiener Zeitung fol­gen auf Platz 2 und 3, und zwar mit er­heb­li­chem Ab­stand. Als Schluss­licht rangiert – nach Kurier, Ober­öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten und Salz­burger Nach­rich­ten – die Tages­zeitung Die Presse auf dem sieb­ten Platz.

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Facts & Figures (155)

Januar 30th, 2017  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Bis 2001 be­in­hal­te­ten Po­li­zei­for­mu­la­re für Tat­ver­däch­ti­ge in Bay­ern ein zu­sätzl. Feld mit der Son­der­ka­te­go­rie „Typ Ro­ma/Sin­ti“.

(Quelle)

„So gewaltig ist nichts wie die Angst“

Januar 28th, 2017  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Stefan Horvath: So gewaltig ist nichts wie die AngstBuchpräsentation mit Stefan Horvath

Sa., 4. Februar 2017, 19:00 Uhr, im Offenen Haus Oberwart (OHO), Lisztg. 12, Oberwart (Eintritt: freie Spende). Musikalische Untermalung: „David Samer Trio“

Stefan Horvath:
So gewaltig ist nichts wie die Angst
Texte aus zwei Jahrzehnten
ed. lex liszt 12: Oberwart 2017

„Solange die Toten mit mir reden, werde ich immer meine Stimme erheben.“

Stefan Horvath, 2016 ausgezeichnet mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schrei­ben im Wider­stand und Exil, legt mit „So gewal­tig ist nichts wie die Angst“ ein sehr per­sön­li­ches Buch vor, in dem er Texte aus zwei Jahr­zehnten zu­sam­men­führt. Themen, die den Autor aus der Oberwarter Roma-Sied­lung seit Beginn seines Schrei­bens un­ent­wegt be­schäf­ti­gen, fin­den in dieser Collage von Tex­ten in erzäh­le­ri­scher und lyri­scher Form Aus­druck: mit fikti­ven Ge­schich­ten ver­leiht der Nach­komme zweier KZ-Über­leben­der den Opfern der Kon­zentra­tions­lager eine Stim­me, an­schau­lich be­schreibt er seine Kind­heit und sein Heran­wach­sen in der Roma-Sied­lung und er stellt Fra­gen nach Ent­wick­lungen und Ver­änderun­gen, die das schreck­li­che Attentat 1995 zur Folge hatte, wie auch nach der gegenwärtigen Situation der Volks­gruppe. Es ist ein Schreiben gegen das Ver­ges­sen, aber auch ein Nicht-Ver­ges­sen-Kön­nen. Die Wun­den sind ver­narbt, doch nicht ver­heilt – aktuel­le Er­eig­nisse bre­chen sie auf und es ent­stehen Texte wie in diesem Buch: berüh­rend und ge­prägt von stil­lem Schmerz.

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Flüchtlingsthema verdrängt Roma

Januar 27th, 2017  |  Published in Medien & Presse

Grafik: "Roma und Sinti" in der Tagespresse 2012 bis 2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Das Medien­in­ter­es­se an Ro­ma-The­men bricht dra­ma­tisch ein: 2016 er­schie­nen in Ös­­ter­­reichs Tages­zei­tun­gen nur noch halb so vie­le Ar­ti­kel wie im Jahr zu­vor.

2016 war kein gutes Jahr. Das Flüchtlingsthema, Terro­ris­mus und der Auf­stieg von Rechts­extre­men und -po­pu­lis­ten do­mi­nier­ten den me­dia­len Dis­kurs und ver­dräng­ten andere Be­reiche aus der Öf­fent­lich­keit. Das be­trifft ins­be­son­dere auch die Medien­prä­senz von Roma- und Sinti-The­men. Wir ha­ben uns an­hand einer Voll­text­suche in den Online-Ar­chi­ven von sie­ben öster­rei­chi­schen Tages­zei­tun­gen (Er­geb­nis­se hier) an­ge­se­hen, wie viele Ar­ti­kel in den letz­ten fünf Jahren er­schie­nen sind, die das The­ma Ro­ma und Sin­ti be­han­del­ten. Und wir staun­ten, wie stark sich der Ver­drän­gungs­pro­zess 2016 aus­ge­wirkt hat: Gegen­über 2015 ist die An­zahl der Arti­kel, die sich 2016 mit Roma und Sinti be­fass­ten, um fast die Hälfte (-47,1 Pro­zent) zurück­ge­gan­gen. Die – oft müh­sam er­kämpf­te – Auf­merk­sam­keit, die der Volks­grup­pe in den letz­ten Jah­ren zu­teil wur­de, scheint durch die Bri­sanz ande­rer The­men und De­bat­ten plötz­lich dahin.

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„Berlinale-star“ i rupuni medva biknel

Januar 26th, 2017  |  Published in Film & Theater

Presiträger der Berlinale 2013 (Foto: Berlinale)O schauschpileri Nazif Mujić, savo usi Berlinale ando bersch i ru­puni medva usch­ti­dija, iste la vasch lojen­geri briga bi­ken­tscha. O kar­tschen­ge­ro khe­la­schi Senadin Ćosić 4.000 Euro le va­sche dija. Mujič an­do film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ mit khel­tscha.

Igen pha­ro leske pelo la otscha te del, phe­nel ov la AFP-ake. „Ham mre tscha­ve imar trin di nisch­ta te hal sina.“

Na dur ando udut ojs schauschpileri

Nazif Mujić, Rom andar i Bosnija, savo sras­ta­schen­gero khe­daschi hi, ando bersch 2013 jeka rola­ke ando film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ i ru­puni medva usch­tidija. Ov ham na dur ando udut ojs schau­schpi­le­ri terdschi­no. Mujić akan ojs srasta­schi butscha­li­nel taj ando di vala­mi 3,50 euro ande lel, sa­venca pre tscha­venge tschulo habe usch­tidel. „Me mro phuro verda biken­tschom, taj poar avre koji taj akor i rupu­ni medva“. Palo­da mri briga so man hi, usi Berlinale phu­ka­tschom. Read the rest of this entry »

Josef Horwath (1944–2017)

Januar 25th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Josef Horwath (1944-2017)

Am Sonntag ist Josef Horwath
aus Kleinbach­sel­ten im 73. Lebens­jahr verstorben.

Am Freitag ab 18 Uhr treffen wir uns zum gemeinsa­men Ge­bet in der Aufbahrungshalle Bach­selten.

Die Be­gräb­nis­feier be­ginnt am Sams­tag, den 28. Jänner, um 11 Uhr mit der Hei­li­gen Messe in der Auf­bah­rungs­halle. Ab­schlie­ßend be­glei­ten wir un­se­ren lie­ben Ver­stor­be­nen auf den Orts­frie­dhof Kleinbachselten zur letz­ten Ru­he­stätte.

Vor einigen Jahren stellte sich Josef Horwath als Interview­part­ner für un­se­re Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tion „Mri Historija“ zur Ver­fügung. Heft 11 der dROMa-Sonder­reihe ist seiner Le­bens­ge­schich­te ge­wid­met. Be­son­ders außer­ge­wöhn­lich war Josef Horwaths frühes Ein­tre­ten für die Volks­grup­pe der Roma. In den spä­ten 60er-Jah­ren, als die An­er­ken­nung und Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der Volks­gruppe noch nicht ein­mal an­ge­dacht wa­ren, war Josef Horwath der Erste, der Roma-Bälle, da­mals noch „Zi­geu­ner­ball“ ge­nannt, or­ga­ni­sier­te. Und nach an­fäng­li­cher Skep­sis be­tei­lig­te er sich auch tat­kräftig als Kas­sier an der Vereins­arbeit des ers­ten Roma-Vereins („Verein Roma“): „Rom zu sein, bedeutet für mich, im Herzen Rom zu sein. Dazu zu stehen und es nicht zu verschweigen, das ist das Wichtigste.“

Unser aufrichtiges Mitgefühl und Beileid gilt seinen An­ge­hö­ri­gen und Freunden!

Facts & Figures (154)

Januar 22nd, 2017  |  Published in Facts & Figures, Politik

Zwischen 1989 und 2014 waren in Un­garn 36 Ro­ma-Par­tei­en re­gis­triert, 10 da­von nah­men – er­folg­los – an Wah­len teil­.

(Quelle)

Zentralrat: NPD-Urteil eine „vertane Chance“

Januar 19th, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

NPD-Plakat 2013Deutsches Bundesverfassungsgericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent. Ab­leh­nung des NPD-Verbots ist Heraus­for­de­rung für streit­bare De­mo­kratie.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist über die Ab­leh­nung des NPD-Ver­bots durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­täuscht. Diese Ent­schei­dung stellt eine ver­tane Chance zur Un­ter­bin­dung rechts­extre­men Pro­pa­gan­da und Hetze, zu­gleich aber eine Heraus­for­de­rung der streit­ba­ren Demo­kra­tie dar. Be­grü­ßens­wert ist jedoch die Be­stä­ti­gung der Wesens­ver­wandt­schaft der NPD mit dem Natio­nal­sozia­lis­mus sowie deren anti­semi­ti­schen Grund­hal­tung durch das Gericht.

Zu der Entscheidung erklärte der Zentralratsvor­sitzen­de Romani Rose:

„Die NPD hat bei Landtagswahlen und bei der letzten Bundes­tags­wahl massiv gegen Sinti und Roma gehetzt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­gericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent, wenn einer­seits die NPD als ver­fas­sungs­feind­liche und rassis­ti­sche Partei be­nannt wird, dann aber wegen zu gerin­ger Wirk­sam­keit nicht ver­boten wer­den müsse. Sinti und Roma ge­hö­ren zum Feind­bild der NPD. Zur Stär­kung unseres demo­krati­schen Rechts­staates wäre eine Absage an die rechts­extreme Blut- und Boden­ideo­logie durch ein Ver­bot sehr wich­tig ge­wesen.“

Auch wenn das Gericht bei der NPD keine Aussicht sehe, künf­tig wieder poli­tisch erfolg­reicher und schlag­kräf­tiger zu wer­den, stelle sich an­ge­sichts der bevor­ste­hen­den Bundes­tags­wahlen die Frage, in­wie­weit die men­schen­ver­achtende Pro­pa­gan­da der NPD weiter aus Steuer­mit­teln fi­nan­ziert werde.

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Neues Roma-Beratungszentrum in Hamburg

Januar 16th, 2017  |  Published in Einrichtungen

Hamburg (Foto. RCU)Am 13.1.2017 fand die offizielle Eröffnungsfeier der Rom und Cinti Union e.V. statt. Zu den Gästen zähl­ten Freun­de der Rom und Cinti Union e.V., Mit­ar­bei­ter der Be­hör­de für Arbeit und sozia­les Hamburg und die Se­na­to­rin für So­zia­les, Dr. Melanie Leonhard. Er­öff­net wurde die Feier durch das tra­di­tio­nelle Zer­schnei­den des „roten Bands“ durch die Se­na­to­rin. Im An­schluss hiel­ten Frau Sozial­sena­to­rin Leon­hard und RCU-Vor­stands­vor­sitzen­der Rudko Kawczyski eine Rede, bei der es um die Ver­gan­gen­heit, die Zu­kunft und natür­lich um die neuen Räum­lich­keiten der Rom und Cinti Union e.V. ging. Danach wur­de Roma-ty­pi­sche Musik ge­spielt und auf die neu­en Räum­lich­keiten an­ge­stoßen. Ab Mon­tag nimmt die Rom und Cinti Union e. V. ihren nor­ma­len Betrieb wieder auf und ist weiter­hin unter der neuen Adres­se „Am Neumarkt 38a, 22041 Hamburg (Wandsbek)“ zu fin­den.

Das RCU-Beratungszentrum wurde 1987 ge­grün­det und ist Be­geg­nungs­stelle für an­sässige und migrier­te Sinti und Roma zur kosten­freien und vertrau­lichen Kontakt- und Integra­tions­aufnahme in Ham­burg. Die „Rom und Cinti Union e.V.“ be­steht seit Mitte der 70er Jahre; ihre Satzung wurde 1982 in das Vereins­register ein­getra­gen. Die satzungs­ge­mäße Auf­gabe der Rom und Cinti Union e.V. ist es:

Bedingungen für die Erhaltung der kulturel­len Iden­ti­tät der Roma und Sinti als Minder­heit auf recht­li­cher, sozialer und per­sön­li­cher Ebene zu schaf­fen, Maß­nahmen zur sozialen För­de­rung, Selbst­hilfe, Bildung und Betreu­ung von Kindern und Fami­li­en in Deutschland le­bender Sinti und Roma an­zu­regen, zu unter­stützen und ge­gebenen­falls zu über­nehmen sowie Ur­sa­chen der Notlage zu er­for­schen und dazu Mög­lich­keiten und Metho­den zu ihrer Be­he­bung zu er­ar­beiten.

Der Satzungszweck wird verwirklicht ins­be­son­de­re durch: Read the rest of this entry »

Radio LORA: Sinti und Roma in München

Januar 13th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Freies Radio LORA 92,4LORA München 92,4Auf Kante genäht
Gestaltung: mike_gh| 28.11.2016 | 58:25 min
>>Streaming | >>Download (mp3, 53 MB)

Aus Anlass der Ausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München“ , noch zu sehen bis 29.1.2017 (mehr hier), gestaltete das freie Radio „LORA 92,4“ eine einstündige Sendung seiner Programm­reihe „Auf Kante ge­näht“ über Sinti und Roma in München, Bayern und Europa. Die The­men der Sendung:

  • Interviews mit Kurli, einem jungen Sinto, über seine Er­fah­run­gen im Um­gang mit Kun­den und in der Grund­schule
  • Überblick: Seit wann Sinti und Roma in Deutschland le­ben und wie sind be­han­delt wurden
  • Gespräch mit H. Burger, Sozialarbeiter bei DROM, einer Be­ra­tungs­stel­le im Hasenbergl
  • Was ist der Unterschied zwischen Integration und Teilhabe
  • Ausschnitte aus dem Vortrag „Sicht auf Europa und Deutsch­land“ von Herbert Heuss
  • Vertrauen – wen wundert es eigentlich, wenn sich Sinti und Roma auf die eige­ne Fa­mi­lie als Rück­zugs­ort ver­lassen?
  • Vorstellung zweier Studien zum Thema Antiziganismus
  • Dazu ein Interview mit Aloe Yalpi – er hat als heilpäda­go­gi­sche Unter­richts­hil­fe Er­fah­run­gen mit Sinti in Mün­chen ge­sam­melt

(Text: freie-radios.net)