Archive for Januar, 2017

Roma-Berichterstattung: Vorbild „Standard“

Januar 31st, 2017  |  Published in Medien & Presse

"Roma und Sinti" bzw "Sinti und Roma": Artikelhäufigkeit in österreichischen Tageszeitungen (Online), 2012-2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Vor einigen Tagen haben wir berichtet, dass in Österreich die me­dia­le Prä­senz Ro­ma-be­zo­ge­ner The­men im letz­ten Jahr auf die Hälfte ge­schrumpft ist. Eine wei­te­re Fra­ge, die uns bei der Voll­text­suche in den On­line-Ar­chi­ven in­ter­es­sier­te, war, wie viel Platz die unter­such­ten öster­rei­chi­schen Tages­zeitun­gen dem Ro­ma-Thema in den letz­ten fünf Jah­­ren ein­räum­ten. Das Re­sul­tat: Der Stan­dard (derStandard.at) stellt mit seiner Viel­zahl the­men­be­zo­ge­ner Ar­ti­kel alle an­de­ren heimischen Me­dien in den Schat­ten. Das Online-Angebot der Kleinen Zeitung und die Wiener Zeitung fol­gen auf Platz 2 und 3, und zwar mit er­heb­li­chem Ab­stand. Als Schluss­licht rangiert – nach Kurier, Ober­öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten und Salz­burger Nach­rich­ten – die Tages­zeitung Die Presse auf dem sieb­ten Platz.

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Facts & Figures (155)

Januar 30th, 2017  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Bis 2001 be­in­hal­te­ten Po­li­zei­for­mu­la­re für Tat­ver­däch­ti­ge in Bay­ern ein zu­sätzl. Feld mit der Son­der­ka­te­go­rie „Typ Ro­ma/Sin­ti“.

(Quelle)

„So gewaltig ist nichts wie die Angst“

Januar 28th, 2017  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Stefan Horvath: So gewaltig ist nichts wie die AngstBuchpräsentation mit Stefan Horvath

Sa., 4. Februar 2017, 19:00 Uhr, im Offenen Haus Oberwart (OHO), Lisztg. 12, Oberwart (Eintritt: freie Spende). Musikalische Untermalung: „David Samer Trio“

Stefan Horvath:
So gewaltig ist nichts wie die Angst
Texte aus zwei Jahrzehnten
ed. lex liszt 12: Oberwart 2017

„Solange die Toten mit mir reden, werde ich immer meine Stimme erheben.“

Stefan Horvath, 2016 ausgezeichnet mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schrei­ben im Wider­stand und Exil, legt mit „So gewal­tig ist nichts wie die Angst“ ein sehr per­sön­li­ches Buch vor, in dem er Texte aus zwei Jahr­zehnten zu­sam­men­führt. Themen, die den Autor aus der Oberwarter Roma-Sied­lung seit Beginn seines Schrei­bens un­ent­wegt be­schäf­ti­gen, fin­den in dieser Collage von Tex­ten in erzäh­le­ri­scher und lyri­scher Form Aus­druck: mit fikti­ven Ge­schich­ten ver­leiht der Nach­komme zweier KZ-Über­leben­der den Opfern der Kon­zentra­tions­lager eine Stim­me, an­schau­lich be­schreibt er seine Kind­heit und sein Heran­wach­sen in der Roma-Sied­lung und er stellt Fra­gen nach Ent­wick­lungen und Ver­änderun­gen, die das schreck­li­che Attentat 1995 zur Folge hatte, wie auch nach der gegenwärtigen Situation der Volks­gruppe. Es ist ein Schreiben gegen das Ver­ges­sen, aber auch ein Nicht-Ver­ges­sen-Kön­nen. Die Wun­den sind ver­narbt, doch nicht ver­heilt – aktuel­le Er­eig­nisse bre­chen sie auf und es ent­stehen Texte wie in diesem Buch: berüh­rend und ge­prägt von stil­lem Schmerz.

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Flüchtlingsthema verdrängt Roma

Januar 27th, 2017  |  Published in Medien & Presse

Grafik: "Roma und Sinti" in der Tagespresse 2012 bis 2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Das Medien­in­ter­es­se an Ro­ma-The­men bricht dra­ma­tisch ein: 2016 er­schie­nen in Ös­­ter­­reichs Tages­zei­tun­gen nur noch halb so vie­le Ar­ti­kel wie im Jahr zu­vor.

2016 war kein gutes Jahr. Das Flüchtlingsthema, Terro­ris­mus und der Auf­stieg von Rechts­extre­men und -po­pu­lis­ten do­mi­nier­ten den me­dia­len Dis­kurs und ver­dräng­ten andere Be­reiche aus der Öf­fent­lich­keit. Das be­trifft ins­be­son­dere auch die Medien­prä­senz von Roma- und Sinti-The­men. Wir ha­ben uns an­hand einer Voll­text­suche in den Online-Ar­chi­ven von sie­ben öster­rei­chi­schen Tages­zei­tun­gen (Er­geb­nis­se hier) an­ge­se­hen, wie viele Ar­ti­kel in den letz­ten fünf Jahren er­schie­nen sind, die das The­ma Ro­ma und Sin­ti be­han­del­ten. Und wir staun­ten, wie stark sich der Ver­drän­gungs­pro­zess 2016 aus­ge­wirkt hat: Gegen­über 2015 ist die An­zahl der Arti­kel, die sich 2016 mit Roma und Sinti be­fass­ten, um fast die Hälfte (-47,1 Pro­zent) zurück­ge­gan­gen. Die – oft müh­sam er­kämpf­te – Auf­merk­sam­keit, die der Volks­grup­pe in den letz­ten Jah­ren zu­teil wur­de, scheint durch die Bri­sanz ande­rer The­men und De­bat­ten plötz­lich dahin.

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„Berlinale-star“ i rupuni medva biknel

Januar 26th, 2017  |  Published in Film & Theater

Presiträger der Berlinale 2013 (Foto: Berlinale)O schauschpileri Nazif Mujić, savo usi Berlinale ando bersch i ru­puni medva usch­ti­dija, iste la vasch lojen­geri briga bi­ken­tscha. O kar­tschen­ge­ro khe­la­schi Senadin Ćosić 4.000 Euro le va­sche dija. Mujič an­do film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ mit khel­tscha.

Igen pha­ro leske pelo la otscha te del, phe­nel ov la AFP-ake. „Ham mre tscha­ve imar trin di nisch­ta te hal sina.“

Na dur ando udut ojs schauschpileri

Nazif Mujić, Rom andar i Bosnija, savo sras­ta­schen­gero khe­daschi hi, ando bersch 2013 jeka rola­ke ando film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ i ru­puni medva usch­tidija. Ov ham na dur ando udut ojs schau­schpi­le­ri terdschi­no. Mujić akan ojs srasta­schi butscha­li­nel taj ando di vala­mi 3,50 euro ande lel, sa­venca pre tscha­venge tschulo habe usch­tidel. „Me mro phuro verda biken­tschom, taj poar avre koji taj akor i rupu­ni medva“. Palo­da mri briga so man hi, usi Berlinale phu­ka­tschom. Read the rest of this entry »

Josef Horwath (1944–2017)

Januar 25th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Josef Horwath (1944-2017)

Am Sonntag ist Josef Horwath
aus Kleinbach­sel­ten im 73. Lebens­jahr verstorben.

Am Freitag ab 18 Uhr treffen wir uns zum gemeinsa­men Ge­bet in der Aufbahrungshalle Bach­selten.

Die Be­gräb­nis­feier be­ginnt am Sams­tag, den 28. Jänner, um 11 Uhr mit der Hei­li­gen Messe in der Auf­bah­rungs­halle. Ab­schlie­ßend be­glei­ten wir un­se­ren lie­ben Ver­stor­be­nen auf den Orts­frie­dhof Kleinbachselten zur letz­ten Ru­he­stätte.

Vor einigen Jahren stellte sich Josef Horwath als Interview­part­ner für un­se­re Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tion „Mri Historija“ zur Ver­fügung. Heft 11 der dROMa-Sonder­reihe ist seiner Le­bens­ge­schich­te ge­wid­met. Be­son­ders außer­ge­wöhn­lich war Josef Horwaths frühes Ein­tre­ten für die Volks­grup­pe der Roma. In den spä­ten 60er-Jah­ren, als die An­er­ken­nung und Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der Volks­gruppe noch nicht ein­mal an­ge­dacht wa­ren, war Josef Horwath der Erste, der Roma-Bälle, da­mals noch „Zi­geu­ner­ball“ ge­nannt, or­ga­ni­sier­te. Und nach an­fäng­li­cher Skep­sis be­tei­lig­te er sich auch tat­kräftig als Kas­sier an der Vereins­arbeit des ers­ten Roma-Vereins („Verein Roma“): „Rom zu sein, bedeutet für mich, im Herzen Rom zu sein. Dazu zu stehen und es nicht zu verschweigen, das ist das Wichtigste.“

Unser aufrichtiges Mitgefühl und Beileid gilt seinen An­ge­hö­ri­gen und Freunden!

Facts & Figures (154)

Januar 22nd, 2017  |  Published in Facts & Figures, Politik

Zwischen 1989 und 2014 waren in Un­garn 36 Ro­ma-Par­tei­en re­gis­triert, 10 da­von nah­men – er­folg­los – an Wah­len teil­.

(Quelle)

Zentralrat: NPD-Urteil eine „vertane Chance“

Januar 19th, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

NPD-Plakat 2013Deutsches Bundesverfassungsgericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent. Ab­leh­nung des NPD-Verbots ist Heraus­for­de­rung für streit­bare De­mo­kratie.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist über die Ab­leh­nung des NPD-Ver­bots durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­täuscht. Diese Ent­schei­dung stellt eine ver­tane Chance zur Un­ter­bin­dung rechts­extre­men Pro­pa­gan­da und Hetze, zu­gleich aber eine Heraus­for­de­rung der streit­ba­ren Demo­kra­tie dar. Be­grü­ßens­wert ist jedoch die Be­stä­ti­gung der Wesens­ver­wandt­schaft der NPD mit dem Natio­nal­sozia­lis­mus sowie deren anti­semi­ti­schen Grund­hal­tung durch das Gericht.

Zu der Entscheidung erklärte der Zentralratsvor­sitzen­de Romani Rose:

„Die NPD hat bei Landtagswahlen und bei der letzten Bundes­tags­wahl massiv gegen Sinti und Roma gehetzt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­gericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent, wenn einer­seits die NPD als ver­fas­sungs­feind­liche und rassis­ti­sche Partei be­nannt wird, dann aber wegen zu gerin­ger Wirk­sam­keit nicht ver­boten wer­den müsse. Sinti und Roma ge­hö­ren zum Feind­bild der NPD. Zur Stär­kung unseres demo­krati­schen Rechts­staates wäre eine Absage an die rechts­extreme Blut- und Boden­ideo­logie durch ein Ver­bot sehr wich­tig ge­wesen.“

Auch wenn das Gericht bei der NPD keine Aussicht sehe, künf­tig wieder poli­tisch erfolg­reicher und schlag­kräf­tiger zu wer­den, stelle sich an­ge­sichts der bevor­ste­hen­den Bundes­tags­wahlen die Frage, in­wie­weit die men­schen­ver­achtende Pro­pa­gan­da der NPD weiter aus Steuer­mit­teln fi­nan­ziert werde.

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Neues Roma-Beratungszentrum in Hamburg

Januar 16th, 2017  |  Published in Einrichtungen

Hamburg (Foto. RCU)Am 13.1.2017 fand die offizielle Eröffnungsfeier der Rom und Cinti Union e.V. statt. Zu den Gästen zähl­ten Freun­de der Rom und Cinti Union e.V., Mit­ar­bei­ter der Be­hör­de für Arbeit und sozia­les Hamburg und die Se­na­to­rin für So­zia­les, Dr. Melanie Leonhard. Er­öff­net wurde die Feier durch das tra­di­tio­nelle Zer­schnei­den des „roten Bands“ durch die Se­na­to­rin. Im An­schluss hiel­ten Frau Sozial­sena­to­rin Leon­hard und RCU-Vor­stands­vor­sitzen­der Rudko Kawczyski eine Rede, bei der es um die Ver­gan­gen­heit, die Zu­kunft und natür­lich um die neuen Räum­lich­keiten der Rom und Cinti Union e.V. ging. Danach wur­de Roma-ty­pi­sche Musik ge­spielt und auf die neu­en Räum­lich­keiten an­ge­stoßen. Ab Mon­tag nimmt die Rom und Cinti Union e. V. ihren nor­ma­len Betrieb wieder auf und ist weiter­hin unter der neuen Adres­se „Am Neumarkt 38a, 22041 Hamburg (Wandsbek)“ zu fin­den.

Das RCU-Beratungszentrum wurde 1987 ge­grün­det und ist Be­geg­nungs­stelle für an­sässige und migrier­te Sinti und Roma zur kosten­freien und vertrau­lichen Kontakt- und Integra­tions­aufnahme in Ham­burg. Die „Rom und Cinti Union e.V.“ be­steht seit Mitte der 70er Jahre; ihre Satzung wurde 1982 in das Vereins­register ein­getra­gen. Die satzungs­ge­mäße Auf­gabe der Rom und Cinti Union e.V. ist es:

Bedingungen für die Erhaltung der kulturel­len Iden­ti­tät der Roma und Sinti als Minder­heit auf recht­li­cher, sozialer und per­sön­li­cher Ebene zu schaf­fen, Maß­nahmen zur sozialen För­de­rung, Selbst­hilfe, Bildung und Betreu­ung von Kindern und Fami­li­en in Deutschland le­bender Sinti und Roma an­zu­regen, zu unter­stützen und ge­gebenen­falls zu über­nehmen sowie Ur­sa­chen der Notlage zu er­for­schen und dazu Mög­lich­keiten und Metho­den zu ihrer Be­he­bung zu er­ar­beiten.

Der Satzungszweck wird verwirklicht ins­be­son­de­re durch: Read the rest of this entry »

Radio LORA: Sinti und Roma in München

Januar 13th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Freies Radio LORA 92,4LORA München 92,4Auf Kante genäht
Gestaltung: mike_gh| 28.11.2016 | 58:25 min
>>Streaming | >>Download (mp3, 53 MB)

Aus Anlass der Ausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München“ , noch zu sehen bis 29.1.2017 (mehr hier), gestaltete das freie Radio „LORA 92,4“ eine einstündige Sendung seiner Programm­reihe „Auf Kante ge­näht“ über Sinti und Roma in München, Bayern und Europa. Die The­men der Sendung:

  • Interviews mit Kurli, einem jungen Sinto, über seine Er­fah­run­gen im Um­gang mit Kun­den und in der Grund­schule
  • Überblick: Seit wann Sinti und Roma in Deutschland le­ben und wie sind be­han­delt wurden
  • Gespräch mit H. Burger, Sozialarbeiter bei DROM, einer Be­ra­tungs­stel­le im Hasenbergl
  • Was ist der Unterschied zwischen Integration und Teilhabe
  • Ausschnitte aus dem Vortrag „Sicht auf Europa und Deutsch­land“ von Herbert Heuss
  • Vertrauen – wen wundert es eigentlich, wenn sich Sinti und Roma auf die eige­ne Fa­mi­lie als Rück­zugs­ort ver­lassen?
  • Vorstellung zweier Studien zum Thema Antiziganismus
  • Dazu ein Interview mit Aloe Yalpi – er hat als heilpäda­go­gi­sche Unter­richts­hil­fe Er­fah­run­gen mit Sinti in Mün­chen ge­sam­melt

(Text: freie-radios.net)

Facts & Figures (153)

Januar 11th, 2017  |  Published in Facts & Figures

Etwas weni­ger als die Hälf­te (ca. 45%) der spa­ni­schen Ro­ma (Gi­ta­nos) le­ben in An­da­lu­si­en.

(Quelle (pdf))

Radio: Betteln in Tirol – Wege aus der Armut

Januar 9th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Freirad – Freies Radio Innsbruck https://cba.fro.at/330265 | Erstausstrahlung: 10.12.2016 (Download, 143,07 MB) | Aufnahme: Bendedikt Sauer | Gestaltung: Mira Kugler

Wissenschaftliche Erkentnisse und sozial­po­li­ti­sche Hand­lungs­an­sätze zur Ar­muts­migra­tion nach Tirol

Erstmals liegt in Tirol eine wissenschaftliche Studie (finanziert vom Tiroler Wis­sen­schafts­fonds) vor, die Auf­schlüs­se über die ge­gen­wär­ti­ge Armutsmigration nach Inns­bruck gibt. Dabei wurde die Si­tua­tion von Men­schen aus post­kom­mu­nis­ti­schen Län­dern unter­sucht, die tem­po­rär nach Tirol kom­men und in­for­mel­len Tätig­kei­ten wie Betteln oder dem Ver­kauf von Straßen­zeitun­gen nach­gehen. Der Fo­kus liegt dabei auf sozio­öko­no­mi­schen Heraus­for­de­run­gen in den Her­kunfts­län­dern und Beweg­grün­den zur Migration wie auch auf den Rah­men­bedin­gun­gen für ihren Auf­ent­halt in Tirol.

Unter der Moderation von Benedikt Sauer fand am 16. No­vem­ber 2016 im Haus der Be­geg­nung die Prä­sen­ta­tion der wis­sen­schaft­li­chen Studie statt. Bar­ba­ra Tie­fen­ba­cher und Elisabeth Hussl stell­ten ihre Er­kennt­nis­se erst­mals vor. Im An­schluss gab es eine Po­diums­dis­kus­sion mit Fra­gen aus dem Pub­li­kum zum Thema: Er­fah­run­gen zur so­zia­len In­tegra­tion von bet­teln­den Men­schen in den Bun­des­län­dern. Am Po­dium sa­ßen Barbara Tiefenbacher (Sla­wis­tin), Elisabeth Hussl (Po­li­tik­wis­sen­schaf­te­rin), Ferdinand Koller (Ro­ma­no Centro, Wien) und Alina Kugler (Verein Phurdo Salzburg). Ver­an­sta­ltet wur­de der Abend vom Ins­ti­tut für Zeit­ge­schich­te der Uni­ver­si­tät Innsbruck, dem For­schungs­zentrum Migration und Glo­ba­li­sie­rung, dem For­schungs­schwer­punkt Kul­tu­relle Begeg­nungen – Kul­tu­relle Kon­flikte, der Initiative Minder­heiten Tirol und dem Haus der Be­geg­nung. Die ein­lei­ten­den Wor­te sind von Lisa Gensluckner.

(Text: Bettellobby | CBA)

Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale

Januar 7th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Französisches Django-Reinhardt-Porträt eröffnet Filmfestival (Foto: Arpajou, Roger via Berlinale.deMit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ wer­den am 9. Febru­ar 2017 die 67. In­ter­na­tio­na­len Film­fest­spiele Berlin er­öff­net. „Django“ wird am inter­na­tio­na­len Wettbewerb teil­nehmen. Der fran­zö­si­sche Film er­zählt von Django Reinhardt, dem be­rühm­ten Gitar­ris­ten und Kom­po­nis­ten und seiner Flucht aus dem von Deutsch­land be­setz­ten Paris 1943. Der groß­arti­ge Gitarrist brauch­te nur weni­ge Mo­men­te, um sich mit sei­ner Gitar­re in die Her­zen der Men­schen zu spie­len. Als Sinti wurde seine Fa­mi­lie von den Nazis ver­folgt und schi­ka­niert. „Django Rein­hardt war einer der schil­lerndsten Vor­rei­ter des euro­päi­schen Jazz und Be­grün­der des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packen­de Weise ein Ka­pi­tel seines be­weg­ten Lebens und ist eine er­grei­fende Über­lebens­ge­schichte. Die stän­di­ge Be­dro­hung, seine Flucht und die fürch­ter­li­chen Gräuel­taten an seiner Fami­lie konn­ten ihn nicht daran hindern weiter­zu­spielen“, sagt Ber­lina­le-Direk­tor Dieter Kosslick.

Regisseur Etienne Comar hat sich so­wohl als Dreh­buch­autor und Pro­du­zent – „Von Men­schen und Göt­tern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Pro­du­zent – „The Women on the 6th Floor“, „Tim­buktu“ – einen Na­men ge­macht. Für seine ers­te Regie­arbeit „Django“ be­setzte er die Titel­rolle mit dem Schau­spie­ler Reda Kateb („Den Men­schen so fern“). Read the rest of this entry »

Roma sam: Nevo Romengero seelsorgeri

Januar 6th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
19.12.2016 | (on demand)

Mmagu 2011O nevo seelsorgeri la flogoskera grupna­tar le Romen­dar ando Bur­gen­land bu­tschol Matthias A. Platzer. O aguno Ro­men­gero seel­sor­geri Fabian Mmagu Betschis­te gelo, taj o ra­schaj andar Wolfau o Matthias Platzer les­keri buti akan prik lija.

O Matthias A. Platzer ando decembe­ri 2011 le bur­gen­landi­tike bare ra­scha­jistar Ägidius J. Zsifkovics ando Tikne Mar­tona­ke­ro dom uso ra­schaj sen­te­lim ulo. O Platzer an­dar Neun­kirchen Telut­na Austri­ja­tar al. Ov jek mesch­teris­ke­ro schtu­di­jum la theo­lo­gi­jake taj his­torjake ker­tscha. Pal but ber­schen­geri buti ojs reli­gi­jo­na­kero mesch­teri kes­dintscha ov 2008 le ar­sik­li­peha ando rascha­jen­gero semi­nar. O ersch­ti „Ober-Ro­ma-Seel­sor­geri“ o Werner Klawatsch 1995 sina taj ando glajchi bersch o re­ferat le eth­nische grupnenge la diö­ce­se­ja­tar Tikni Mar­tona kerdo ulo. 1992 andi bare rascha­jen­geri kon­fe­ren­ca jek fartre­teri le upre di­peha Roma-Pas­to­ral upre dim ulo. Le Ro­men­geri seel­sor­geris­keri buti hi, i iden­ti­teta le eth­ni­schi tschu­li­pes­tar te sora­lel taj te moti­vi­ri­nel, o alav te asdel, kaj on schaj peske pu­menge söber te va­keren. O Matthias A. Plat­zer agu­neder o Kaplan Simeha­te, Batschiba­te taj Neu­markt ande Tau­chen­tal sina, taj i seel­sor­geris­keri kor­dina­cija andi schpita Erbate kerel.

Adventiskero gondo Tenu Erbate

O tradicijoneli burgenlanditiko Romen­ge­ro adven­tis­kero mula­tin­tscha­go ada bersch Tenu Erbate sina. Orga­ni­si­rim ulo o ad­ven­tis­kero mula­tintscha­go la Roma-Pas­tora­latar taj le frajn Roma-Ser­vice­jistar, po­mo­schim ulo la ge­majn­di Tenu Erbatar. Ojs erschti dschi­lado ulo i Ro­men­geri hymne „Gelem Gelem“ la Indira Gussakatar. Read the rest of this entry »

Neuer Roma-Seelsorger Matthias Platzer

Januar 5th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
19.12.2016 | (on demand)

Roma-Seelsorger Matthias Platzer, hier 2015 in Wolfau (Foto: pfarren.martinus.at)Der neue Seelsorger der Volksgruppe der Roma im Bur­gen­land heißt Matthias A. Platzer. Nach­dem Pfar­rer Fabian Mmagu nach Wien wech­sel­te, über­nahm der Pfar­rer in Wolfau, Matthi­as Plat­zer, des­sen Auf­ga­be als Ro­ma-Seel­sorger.

Matthias A. Platzer wurde im Dezem­ber 2011 vom bur­gen­län­di­schen Diö­ze­san­bischof Ägi­dius J. Zsifkovics im Ei­sen­städter Mar­tins­dom zum Priester ge­weiht. Platzer stammt aus Neun­kir­chen in Nie­der­öster­reich. Er hat ein Lehr­amts­studium für Theo­logie und Ge­schich­te ab­sol­viert. Nach mehr­jäh­ri­ger Tätig­keit als Reli­gions­lehrer be­gann er 2008 mit der Aus­bil­dung im Pries­ter­semi­nar. Erst­mals wur­de Werner Klawatsch 1995 zum „Ober-Roma-Seel­sor­ger“ er­nannt und er­rich­tete im sel­ben Jahr das Referat für eth­ni­sche Grup­pen in der Diözese Eisen­stadt. 1992 wurde in der Bischofs­kon­ferenz ein Ver­treter mit der Auf­gabe der Roma-Pas­to­ral be­auf­tragt. Die Roma-Seelsorge zielt da­rauf ab, das Selbst­be­wusst­sein der eth­ni­schen Minder­heit zu stär­ken und sie dazu zu moti­vie­ren, die Stim­me zu er­he­ben, um für sich zu spre­chen. Matthias A. Platzer ist fer­ner Kap­lan in Groß­peters­dorf, Jabing und Neumarkt im Tau­chen­tal und ko­ordi­niert die Seelsorge am Lan­des­kran­ken­haus Oberwart.

Roma-Adventfeier in Unterwart

Die traditionelle burgenländische Roma-Ad­vent­feier fand heuer in Unter­wart statt. Or­ga­ni­siert wurde die Ad­vent­feier von Roma-Pas­to­ral und Verein Roma-Service, un­ter­stützt von der Ge­mein­de. Read the rest of this entry »

TV-krimijengere kheliptscha: Skandal „Tatort“?

Januar 4th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Tatort und die Roma (Foto: Das Erste)Ando: dROMa 35 (2012), rik 12

Te ando televisakere krimiskere khe­lip­tscha iste o Roma taj o Sinti le „ekso­tischi“ kolo­ri­tiske otscha like­ren. „Armer Nanosh“ (1989, le Manfred Krugiha) taj „Brandmal“ (2008) but­schon o duj nimtsch­ke „Tatort“-film­tscha, save imar angle len­gero ersch­ti sika­jipe but rasis­musis­kere ang­le tschi­dip­tschen­ge sor­ginde. O erschti (khe­tan pisim le Asta Scheibiha) an­dar o piso le pisi­ma­schistar Martin Walser hi. O centra­li khe­ta­nipe le nimtsch­ke Sinti­jen­dar taj Ro­men­dar gejng o but anti­ciga­nis­ti­schi koji angle gele, save akor sika­de, hot odola nana tscha­tsche. Mint o mur­da­ripe o tschau jeke phure nacijo­nal­soci­ja­lis­tis­tar ojs kami­pes­kero ke­ripe jeke Sin­tostar insce­ni­rin­tscha, kaj o opfer­tscha le geno­ci­dis­tar uso mur­da­ri­pes­kere ke­raschta tel dschu­mim te on. An­de „Brandmal“ phen­do ol, hot jek Romani tschaj an­dar jek asil­hajm, jag tschi­tscha, kaj vala­ko mulo. Ada­la nega­tivi koji papal jek eklat put­rinde. O centra­li rot dikla, hot i flo­gos­keri grupn ande jek bibas­talo koja ande cidim ol taj vascho­da o tel bescha­ripe mangla. O WDR ada „Tatort“ ham si­katscha taj adaj upro alava pe angle beschte le austriti­ke flogos­kere grup­na­kere baj­rotis­tar Rudolf Sarközi pal astarde, saves­ke i Romen­geri seri­ja tecintscha; ojs bero­terkija te i Sinti­jen­geri fatre­ter­ki­ja Petra Rosenberg an­de phand­li sina.

(RU, dROMa 35/2012)

Skandal „Tatort“?

Januar 2nd, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Tatort und die Roma (Foto: Das Erste)Antiziganismus-Vorwürfe gegen die Krimi­se­rie „Tat­ort“ (mehr hier) sind nicht neu: Schon 1989 und 2008 führ­ten zwei „Tat­ort“-Fol­gen zum Eklat.

Aus: dROMa 35 (2012), S. 12

Auch in TV-Krimis müssen Roma und Sinti ge­le­gent­lich für „exo­ti­sches“ Kolo­rit her­hal­ten. „Armer Nanosh“ (1989, mit Manfred Krug) und „Brandmal“ (2008) lau­ten die Ti­tel zwei­er deut­scher „Tatort“-Fol­gen, die be­reits vor ihrer Erst­aus­strah­lung für hef­ti­ge Rassismus­vor­wür­fe sorg­ten. Ers­te­rer stammt (ge­mein­sam ver­fasst mit Asta Scheib) aus der Fe­der des Schrift­stel­lers Martin Walser. Ver­geb­lich lief der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma Sturm gegen die An­häu­fung anti­zi­ga­nis­ti­scher Kli­schees, de­ren schein­bar po­li­tisch kor­rek­te Pointe darin be­steht, dass sich diese Fähr­ten am En­de als falsch er­wei­sen. Den Mord hat näm­lich der Sohn eines NS-Ver­bre­chers als Eifer­suchts­tat eines Sinto in­sze­niert, um die Opfer des Geno­zids zu Mör­dern zu stem­peln. In „Brandmal“ wird ein Roma-Mäd­chen aus einem Asyl­heim ver­däch­tigt, ein töd­li­ches Feuer ge­legt zu ha­ben. Die Grat­wan­de­rung, nega­tive Kli­schees auf­zu­grei­fen, um sie the­ma­ti­sie­ren zu kön­nen, löste einen neuer­li­chen Eklat aus. Der Zentral­rat sah die Volks­grup­pe ver­un­glimpft und ver­lang­te die Ab­setzung.

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„Tatort“: Offener Brief der Bettellobbies

Januar 2nd, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Bettlermafia? Rassismusvorwürfe gegen neue Tatort-Folge (Filmstill, Bildergalerie www.daserste.de)Nach „Armer Nanosh“ (1989) und „Brandmal“ (2008) (mehr hier) hat die „Tat­ort“-Se­rie nun einen neuen An­ti­zi­ga­nis­mus­skan­dal. Of­fe­ner Brief der ös­ter­rei­chi­schen Bet­tel­lob­bies an die Re­dak­tion des BR zum Tat­ort „Klin­ge­lin­ge­ling“ vom 26. 12. 2016 (ARD):

Wir verurteilen die Diffa­mie­rung von bet­teln­den Men­schen!

Sehr geehrte Frau Heckner, sehr geehrte Frau Golch, sehr ge­ehr­ter Herr Mühl­fell­ner,

AktivistInnen der Bettellobbies Österreich haben am 26.12.2016 wie fast sie­ben Mil­lio­nen wei­te­re Zu­schau­er den Tat­ort „Klingelingeling“ ge­se­hen. Wir be­schäf­ti­gen uns seit vie­len Jah­ren mit dem The­ma Betteln in Ös­ter­reich und ste­hen in di­rek­tem Kon­takt zu vie­len Bett­lerInnen. Wir unter­stützen bet­teln­de Men­schen in recht­li­chen Be­lan­gen, konkret be­ein­spru­chen wir di­ver­se Straf­ver­fü­gun­gen (All­ge­mein­ver­fü­gun­gen) mit sehr gu­ten Er­fol­gen, schrei­ben zum Teil die so­ge­nann­ten Bet­tel­schil­der, be­glei­ten die Men­schen als Ver­trau­ens­per­so­nen zur Poli­zei oder zum Gericht und decken Be­hör­den­will­kür auf. Außer­dem sam­meln wir In­for­ma­tio­nen über die Situa­tion der Bett­lerIn­nen, be­rei­ten die­se auf und geben sie in Work­shops und Vor­trä­gen wie­ter. UND wir kämpfen ge­gen Vor­ur­teile, fal­sche Medien­berichte und rassis­ti­sche Hetze. Letz­te­res ver­an­lasst uns dazu, uns in einem of­fe­nen Brief an Sie zu wenden.

Im Tatort vom 26.12.2016 wird ge­schätzt 20 mal das Wort „Bettelmafia“ ver­wendet. Auch die ge­sam­te Dar­stel­lung lässt kei­nen Zweifel daran, dass eine sol­che exis­tiert bzw. legt nahe, dass zu­min­dest ein Groß­teil der Per­so­nen, die dem Betteln nach­gehen, dies nicht aus frei­en Stücken tun und über Er­bettel­tes auch nicht per­sön­lich ver­fü­gen dürfen.

Diese Darstellung entspricht jedoch nicht der Reali­tät. Es exis­tiert kein ein­zi­ger Fall mit gericht­li­chem Ur­teil, in dem mafiöse Struk­tu­ren durch so­ge­nann­te Hinter­männer nach­ge­wie­sen wur­den. Dem ent­gegen gibt es bereits in drei öster­rei­chi­schen Bundes­län­dern wis­sen­schaft­li­che Pub­li­ka­tio­nen (mehr hier, hier, hier und hier), in denen die Situa­tion die­ser Men­schen be­schrie­ben und dar­gestellt wird. Die Bettel­lobbies ha­ben in den letz­ten Jahren zahl­reiche Bett­lerIn­nen in ihren Unter­künf­ten be­sucht und fest­ge­stellt, dass die Wohn­situa­tion durch­aus pre­kär ist, je­doch keiner­lei Ähn­lich­keit zu den ,Käfigen‘ im Film be­steht. Read the rest of this entry »