Skandal „Tatort“?
Januar 2nd, 2017 | Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Antiziganismus-Vorwürfe gegen die Krimiserie „Tatort“ (mehr hier) sind nicht neu: Schon 1989 und 2008 führten zwei „Tatort“-Folgen zum Eklat.
Auch in TV-Krimis müssen Roma und Sinti gelegentlich für „exotisches“ Kolorit herhalten. „Armer Nanosh“ (1989, mit Manfred Krug) und „Brandmal“ (2008) lauten die Titel zweier deutscher „Tatort“-Folgen, die bereits vor ihrer Erstausstrahlung für heftige Rassismusvorwürfe sorgten. Ersterer stammt (gemeinsam verfasst mit Asta Scheib) aus der Feder des Schriftstellers Martin Walser. Vergeblich lief der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Sturm gegen die Anhäufung antiziganistischer Klischees, deren scheinbar politisch korrekte Pointe darin besteht, dass sich diese Fährten am Ende als falsch erweisen. Den Mord hat nämlich der Sohn eines NS-Verbrechers als Eifersuchtstat eines Sinto inszeniert, um die Opfer des Genozids zu Mördern zu stempeln. In „Brandmal“ wird ein Roma-Mädchen aus einem Asylheim verdächtigt, ein tödliches Feuer gelegt zu haben. Die Gratwanderung, negative Klischees aufzugreifen, um sie thematisieren zu können, löste einen neuerlichen Eklat aus. Der Zentralrat sah die Volksgruppe verunglimpft und verlangte die Absetzung.
Der WDR hielt jedoch am „Tatort“ fest und konnte sich hierbei auf den Vorsitzenden des österreichischen Volksgruppenbeirats Rudolf Sarközi berufen, der die Roma-Folge angeregt hatte; als Beraterin war zudem die Sinti-Vertreterin Petra Rosenberg mit eingebunden.
(RU, dROMa 35/2012)
Januar 2nd, 2017 at 17:10 (#)
[...] „Armer Nanosh“ (1989) und „Brandmal“ (2008) (mehr hier) hat die „Tatort“-Serie nun einen neuen Antiziganismusskandal. Offener [...]