Archive for September 8th, 2009

Frankreich: Polizei „markiert“ Roma

September 8th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Gendarmerie.jpegWie die Tageszeitung „Le Parisien“ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet (hier die Meldung in der Basler Zeitung bzw. in der Zeit), hat der französische Minister für Einwanderung und Integration, Éric Besson, das Département Essonne bei Paris dafür zurechtgewiesen, dass die Polizei vor einigen Tagen bei einer Identitätskontrolle in dem Romalager bei Villabé (Corbeil-Essonnes) etwa hundert Roma zur Kennzeichnung mit Stempeln auf dem Arm versehen hat. „Diese Praxis erinnert an die dunkelsten Stunden des Zweiten Weltkriegs“, kritisierte die Hilfsorganisation „Solidarité avec les familles roumaines“ (ASFR) in Anspielung auf die Praxis der Nationalsozialisten, den KZ-Häftlingen Nummern auf den Arm zu tätowieren. Der Verwaltungsbezirk verteidigte das Vorgehen und erklärte, dass sie Markierung die einfachste Methode sei, um eine doppelte Kontrolle derselben Person zu vermeiden. Rund 60 Roma ohne gültige Aufenthaltspapiere wurden im Zuge der Personenüberprüfung von der Polizei angewiesen, Frankreich umgehend zu verlassen.

Gewaltwelle gegen Roma im Kosovo

September 8th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

HRW-und-AI---KosovoDie Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International haben gestern in einer gemeinsamen Aussendung auf die ungebrochene  Gefährdungssituation für Roma im Kosovo aufmerksam gemacht: Im Kosovo sei die Roma-Minderheit nach wie vor Gewaltakten ausgesetzt; die Behörden würden keine geeigneten Maßnahmen zum Schutz der Minderheit und zur Aufklärung solcher Straftaten ergreifen. Für die österreichische Regierung hingegen, die mit dem kosovarischen Innenminister gerade über eine Rücknahmeverpflichtung verhandelt, gilt der Kosovo neuerdings sogar als „sicheres Drittland“; auch einige deutsche Bundesländer gehen zu systematischen Abschiebungen von Roma-Flüchtlingen in den Kosovo über. Human Rights Watch und Amnesty International rufen die Behörden im Kosovo und die internationalen Stellen nun zu einem gemeinsamen Handeln auf, „um die jüngste Welle von Angriffen und Belästigungen, die sich gegen Roma-Gemeinden richten, zu stoppen“:

Dieses Handeln sollte rasche Ermittlungen, um die Täter identifizieren und einer Strafverfolgung zuführen zu können, ebenso umfassen wie Maßnahmen, um zukünftige Übergriffe zu verhindern. Roma-Medien im Kosovo hatten Mitte August erstmals von mehreren Übergriffen [in Gnjilane (Gjilan) und Urosevac (Ferizaj)] berichtet. Human Rights Watch und Amnesty International sind seither in Zusammenwirken mit Roma-NGOs damit befasst, die Vorfälle und die Behördenreaktionen zu dokumentieren.

„Diese Vorfälle unterstreichen, wir verletzbar die Roma im Kosovo nach wie vor sind“, sagte Wanda Troszczynska-van Genderen, HRW-Expertin für den westlichen Balkan. Read the rest of this entry »