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Ewald Hanstein † (1924-2009)

September 9th, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse

Ewald Hanstein (1924-2009), Foto: Ralf LorenzenIm Holocaust verlor der 1924 in Breslau geborene Sinto Ewald Hanstein einen Großteil seiner Familie, er selbst überlebte die Lager Auschwitz und Buchenwald nur knapp. In der jungen Bundesrepublik Deutschland kämpfte Hanstein für die Bürgerrechte der Sinti und Roma. Er war u. a. Vorsitzender des Landesverbands Bremen und Vorstandsmitglied des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma in Heidelberg. Nun ist der Bürgerrechtsaktivist und Buchautor (2005 erschien seine Autobiografie „Meine hundert Leben“) im Alter von 85 Jahren in Bremen gestorben. Die taz vom 8.9.2009 bringt unter dem Titel „Einer der letzten Zeugen“ einen Nachruf aus der Feder seines publizistischen Partners Ralf Lorenzen:

Jahrzehntelang kämpfte er um eine kleine Entschädigung, musste sich dabei wie die anderen überlebenden Mitglieder seiner Volksgruppe von ehemaligen Nazis begutachten und verhören lassen. Ein Großteil der Sinti wurde bis in die 1970er Jahre unter entwürdigenden Lebensbedingungen zusammengepfercht, wie in Bremen im Riespott und auf dem Warturmer Platz. Gemeinsam mit Romani Rose aus Heidelberg, Otto Rosenberg aus Berlin und Ricky Adler aus Frankfurt baute Hanstein die Bürgerrechtsarbeit der Sinti in Deutschland auf. Er gründete die Sinti-Vereine in Bremen und Bremerhaven mit, deren Landesvorsitz er bis vor wenigen Jahren ausübte. In der Gedenkstätte Mittelbau-Dora war er bis zum Schluss Mitglied des europäischen Häftlings-Komitees. Read the rest of this entry »