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NS-Opfer: Arolsen Archives öffnen Bestände

Mai 4th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft

Archiv Bad Arolsen26 Millionen Dokumente über NS-Verfolgte on­line

Ein weltweit einmaliges „Denkmal aus Papier“ ist nun im Internet ver­fügbar: Die histori­schen Bestände der Arolsen Archives ste­hen fast voll­stän­dig online. Nun können Interes­sierte auf der gan­zen Welt über das Online-Archiv auf 26 Mil­lio­nen Dokumente mit In­for­matio­nen zu 21 Mil­lio­nen Namen* von NS-Ver­folgten zu­greifen. Die Arolsen Archives ha­ben ihre Sammlung im Internet zu­letzt mit Doku­menten über Zwangsarbeiter und über Deportationen in die Kon­zentra­tions­lager er­wei­tert. Mit die­sem Schritt ist nun ein Groß­teil der Doku­mente aus dem weltweit um­fas­sendsten Archiv über NS-Verfolgung on­line ver­öffentlicht.

Innerhalb von weniger als einem Jahr haben die Arolsen Archives mit ihrem Partner, der In­ter­natio­na­len Holocaust-Ge­denkstätte Yad Vashem, Israel, eine der größ­ten Samm­lungen über die Opfer der National­sozialis­ten fast voll­ständig online g­estellt. Im Mai 2019 war das neue Online-Archiv mit 13 Mil­lionen Doku­menten an den Start ge­gangen. Yad Vashem stellte dafür seine hoch­moderne Technologie zum schnel­len Daten­abruf mit er­weiter­ter Ort- und Namensuche bereit, damit die Holocaust-Do­ku­menta­tion leichter zugäng­lich ist. Nun ist ein Meilen­stein er­reicht: Die zum UNESCO-Welt­dokumenten­erbe zäh­lende Sammlung zu den ver­schie­de­nen Opfergruppen des NS-Re­gimes, zur Zwangs­arbeit sowie zur Migration nach 1945 ist öffent­lich. Zu­letzt gingen zwei rie­sige Bestände online. Sie doku­mentie­ren die Verbrechen der Nazis mit einzig­arti­gen Beweisstücken und sind von un­schätz­barem Wert für die An­gehö­rigen der Verfolgten: Read the rest of this entry »

Slowakei erneuert Roma-Pastoral

April 30th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Religion

Wallfahrtsort: Basilika Mariä Heimsuchung (Navštívenia Panny Márie) in Levoča (Foto: Jozef Kotulič, Wikimedia, CC BY-SA 4.0)Slowakei: Katholische Kirche be­schließt neu­es Stra­te­gie­pa­pier zur Ro­ma-Pas­to­ral und plant Seel­sor­ge­zentren in al­len Di­ö­ze­sen

Die katholische Kirche in der Slowakei hat eine neue Strategie für die Roma-Seel­sorge im Land er­ar­bei­tet. Das berichtet die katho­li­sche Nach­rich­ten­agen­tur Kath­press. Die slowaki­schen Bischöfe ha­ben das Papier, das von Klerus und Laien ge­mein­sam er­stellt wurde, for­mell nun be­schlos­sen. Die Aus­arbeitung des Dokuments er­folgte in Ko­operation mit Renovabis, dem deut­schen Ost­euro­pa-Hilfswerk der katholi­schen Kirche, das zahl­reiche Projekte in Ost- und Ost­mittel­europa unter­stützt. Das Stra­tegie­papier plant für die einzel­nen Diözesen der Slowakei eige­ne Zentren für Seelsorge. Dafür sol­len Priester als „Tutoren“ bereit­ge­stellt werden, um die invol­vierten Personen zu unter­stützen. Hin­sicht­lich der Finanzierung sieht die neue Strategie eine stu­fen­weise Ver­selbstän­di­gung der Roma-Pastoral in den kom­men­den drei Jahren vor. Für die Aus­gestaltung des Strategie­papiers habe man ins­ge­samt fünfzig Ziele definiert und ge­wichtet, zitiert Kath­press Renáta Ocilková vom Roma­pasto­ral-Rat der Slowaki­schen Bischofs­konferenz. Hinter allem stehe das Be­mühen, dass alle erreich­baren Volks­gruppen­angehöri­gen „Jesus Christus kennen­lernen, ihr Leben und damit auch ihr Leben nach außen än­dern“.

Schulung von Priestern und Laien

Als Auf­gaben der Roma­seelsorge nann­te Ocil­ková laut Kath­press weiters den „Aufbau mensch­li­cher Ressourcen, die Erhö­hung der Sensibilität“ für die be­son­de­ren An­forderun­gen der Roma-Seelsorge so­wie die „Schulung von Priestern, Theologen, Laien und Führungs­perso­nen der Roma“. Die roma­pas­to­ra­le Schulung des Klerus sei „zu­nächst als lebens­lange informelle Bildung“ ge­dacht. Für die theologische Ausbildung wer­de die Schu­lung „auch in Form von speziel­len Kursen“ er­folgen.

Drei Viertel der Slowaken bekennen sich laut Zensus­daten von 2011 zu einer Religion. Die Roma-Volks­grup­pe ist in der Slowakei inner­halb der rö­misch-katho­lischen Kirche beson­ders stark ver­treten. Read the rest of this entry »

Kraft der Roma: „THARA Romani Zor!“

März 2nd, 2020  |  Published in Einrichtungen

Die Beraterin und Jobcoachin Gordana Djordjević hilft Personen, die die Initiative aufsuchen, in allen Belangen zum Thema Bildung und Beruf. (Foto: © spendeninfo.at / Thomas Kronberger) Seit 14 Jahren bereits unterstützt die Volkshilfe-Ini­tia­ti­ve „THARA“ Roma und Sinti im Sinne eines um­fas­sen­den Em­power­ment-Pro­gramms durch Berufs- und Bildungs­beratung. „THARA Romani Zor!“, zu Deutsch „Kraft der Roma“, lau­tet das Motto der ak­tuel­len Kam­pagne.

„Die vollständige Chancengleichheit aller hier le­ben­den Men­schen“, so for­mu­liert Erich Fenninger, Ge­schäfts­füh­rer der Volkshilfe Österreich, das obers­te Ziel der Initia­tive THARA zum 10-jäh­rigen Ju­bi­läum.

„THARA Romani Zor!“ – der Name ist Programm. Das Projekt bestärkt Roma und Romnija, Sinti und Sin­tize, als eine Teil­gruppe euro­päi­scher Roma, in Öster­reich. In der Beratungs­stelle in Wien-Leo­pold­stadt werden Quali­fizierungs­maß­nah­men und Weiter­bildun­gen, Kurse für „Deutsch im Beruf“ sowie um­fassende Unter­stützung bei Job­suche und Bewer­bung ge­boten. Der Leit­satz: „nur durch Bildung ist ein Auf­stieg in der Gesell­schaft mög­lich“, wie die Projekt­lei­te­rin Usnija Buligović hervor­hebt.

Integraler Teil der Gesellschaft

Roma und Sinti sind als immerhin größte ethnische Minderheit Europas seit 1993 in Öster­reich an­erkannt. Den­noch ist die Volks­gruppe auch heute noch, knapp ein Viertel­jahr­hun­dert später, in vielen gesell­schaft­li­chen Bereichen um­fas­sender Dis­kriminie­rung aus­gesetzt. Weiter­hin führt die Mehr­heit der rund 12 Millio­nen Roma in Europa und schät­zungs­weise 35.000 Roma in Öster­reich nicht nur sym­bo­lisch ein Leben am Rande der Gesell­schaft. Eine Viel­zahl lebt in Vor­orten, vor allem in Süd­ost­europa nicht selten in so­genann­ten Slum­siedlungen. Ver­trieben und aus­geschlossen haben sie tag­täglich mit den Vor­urteilen der Mehr­heits­bevöl­ke­rung zu kämpfen.

Die Folge: „eine Volksgruppe, die ein sehr sehr niedriges Bildungsniveau hat und über­pro­portio­nal von Armut betroffen ist“, er­klärt Buligović, selbst Romni und von An­beginn Teil des Volkshilfe-Pro­jekts. Aus dieser Not heraus ge­gründet, sei das Be­sondere an THARA stets der par­tizi­pa­tive Ansatz gewesen. Read the rest of this entry »

„Wir wollen arbeiten“ – Roma-Projekt in Graz

Februar 28th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Romacafé in Graz (Foto: Caritas)Das Projekt KAMBUKE der Caritas richtet sich an Roma in der Steiermark, vor­nehm­lich in Graz. Neben An­ge­bo­ten zur Quali­fi­zie­rung will man das Selbst­be­wusst­sein der Roma stär­ken sowie Vor­urteile und Stereo­type in der Mehr­heits­be­völ­ke­rung ab­bauen.

Martin Pfandl/Annenpost: KAMBUKE steht für „KAmaha BUti te KErel“ auf Romani. Über­setzt heißt das so viel wie „Wir wollen arbeiten” oder „Wir wollen Arbeit“. Romani, auch Romanes ge­nannt, ist die Sprache der Roma. Ziel­gruppe des Caritas-Pro­jektes sind in der Steiermark le­bende Roma, vor­nehm­lich in Graz, die Unter­stützung bei der Suche nach Arbeit brau­chen oder sich zusätz­lich quali­fi­zieren wollen. „Bis jetzt sind es circa 120 Per­sonen, die wir in intensi­ver Betreuung haben, aber es sind wesent­lich mehr Roma und Romnia, die Unter­stützung benötigen“, sagt Pro­jekt­leiter [Anm. d. Red.: und dROMa-Redakteur] Michael Teichmann im Ge­spräch mit der Annen­post. Mit unter­schied­li­chen Angeboten und Maß­nahmen wolle man mög­lichst alle, die es brauchen, auch errei­chen. Neben Deutschkursen gibt es ver­schie­denste Quali­fizie­rungs­angebote, von Erste-Hil­fe-Kur­sen über Aus­bildungen für den Stapler­schein oder im Pflege­bereich.

Empowerment und Abbau von Vorurteilen

Daneben bietet Kambuke auch Empowerment-Kurse an. Viele hätten Schwie­rig­kei­ten, ihr Roma-Sein zu zeigen oder zu betonen, weil sie mit Nachteilen – bei­spiels­weise keine Arbeit zu bekom­men – rech­neten. Hier gehe es darum, das Selbst­bewusst­sein voran­zu­bringen und zu infor­mieren, an wen man sich im Falle von Dis­kriminie­run­gen wenden kann.

Zusätzlich wolle man Stereotype und Vorurteile in der Mehrheits­bevölke­rung abbauen und das Bild der Roma zurecht­rücken. So ver­anstaltet Kambuke Podiums­diskus­sio­nen sowie Workshops für SchülerInnen. Außer­dem lud das Projekt im Vorjahr mehr­mals zum „Romacafé“ im Annen­viertler Büro zur Rettung der Welt (der Zwischen­nutzungs­vertrag lief 2019 aus – die Annenpost be­rich­tete). Hier wurden Men­schen im Alltag zu Ge­sprächen mit Kaffee und Kuchen ein­geladen. Anwesend waren Projekt­mit­arbeiter sowie Role-Models aus der Roma-Com­munity. Read the rest of this entry »

Jahres­rückblick: „Newess“ 2019 online

Februar 21st, 2020  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse

Newess 2019 (Cover)Seit Dezember 2018 geben der Zentralrat und das Dokumen­ta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma das jährlich er­schei­nende Magazin Newess ge­mein­sam heraus. Der Newess (was auf Romanes „Neuig­kei­ten“ be­deutet) infor­miert in der Form eines Jahres­rückblicks über die Arbeits­schwer­punkte bei­der Insti­tutionen. Darüber hinaus wer­den Artikel mit tiefer­gehen­den Analysen aktuel­ler politischer Themen zu aus­ge­wähl­ten Themen ver­öffent­licht. Der Newess er­möglicht auch den Landes- und Mit­glieds­ver­bänden, die dem Zentralrat an­geschlos­sen sind, über die Schwer­punkte ihrer Arbeit zu be­richten.

→Download „Newess“ 2019 (pdf)

Sollten Sie die Übersendung des Magazins wünschen, dann sen­den Sie bitte eine E-Mail an: zentralrat@sintiundroma.de

Die bisherigen Ausgaben (pdf): Read the rest of this entry »

Peter Wagner lehnt VHS-Ehrung ab

November 28th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

Peter Wagner (Foto: ORF.at)Am Samstag sollen im OHO Oberwart an­läss­lich des Fest­aktes „30 Jahre Roma-Be­we­gung“ und „20 Jah­re Roma-Volks­hoch­schu­le Burgenland“ Per­sön­lich­kei­ten we­gen ihrer Ver­diens­te für die Volks­gruppe aus­ge­zeich­net wer­den. Der Künst­ler Peter Wagner lehn­te diese Aus­zeich­nung aber im Vor­feld ab.

Im Interview mit ORF-Burgenland-Redakteurin Silvia Freuden­sprung-Schöll sag­te der Schrift­steller und Regis­seur Wagner, dass er von An­fang an ein un­gutes Gefühl dabei ge­habt habe. Denn er könne den Ein­druck nicht unter­drücken, dass die Fort­schritte, was die Ent­wicklung der Roma-Gruppe im Bur­gen­land be­treffe, nicht so über­wäl­ti­gend seien, dass man hier Aus­zeich­nun­gen und An­erken­nun­gen um Ver­dienste aus­spre­chen sollte. „Ich glaube, dass die An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe ein wirk­lich großer Fortvschritt in der Ge­schichte der Volks­gruppe war, dass aber das Attentat von Oberwart viel mehr zer­fetzt und zer­sprengt hat, als vier Men­schen­leben, näm­lich den in­ne­ren Zu­sam­men­halt dieser Volks­gruppe“, sagte Wagner.

„Von entscheidenden Fortschritten weit entfernt“

Man sei weit davon entfernt, wirklich entscheidende Fort­schritte be­obach­ten zu können, so Wagner. „Ich habe den Ein­druck, dass sich im Wesent­li­chen an der Grund­hal­tung der Be­völ­kerung zu den Roma nicht wirk­lich etwas ge­ändert hat.“ Read the rest of this entry »

RomArchive ausgezeichnet

November 12th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

Die Preisträger des European Heritage Award 2019 in Paris, ganz links Romani Rose (Foto: Europa Nostra)RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, mit dem European Heritage Award/Europa Nostra ausgezeichnet

Im Rahmen einer festlichen Ver­lei­hungs­ze­re­mo­nie am 29. Ok­to­ber 2019 im Théâtre du Châtelet in Paris wur­de RomaArchive, das digita­le Archiv der Sinti und Roma, bei den Euro­pean Heritage Award/Eu­ro­pa Nostra Awards mit dem mit 10.000 € dotier­ten Gro­ßen Preis der Jury aus­ge­zeich­net. Der Preis wur­de von Plácido Domingo, Prä­si­dent von Europa Nostra, und Tibor Navracsics, EU-Kom­mis­sar für Bil­dung, Kul­tur, Ju­gend und Sport über­reicht.

„Das Thema dieser Forschung ist für die Ge­schich­te der Men­schen in Europa von we­sent­li­cher Be­deu­tung“, führte die Jury in ihrer Be­grün­dung aus. Wei­ter heißt es: „Die Roma bilden mit 12 Mil­lio­nen Men­schen die größ­te und am we­nigs­ten be­ach­tete Minder­heit Europas. Dieses Archiv ist be­son­ders in­novativ, da es sich auf die Selbst­dar­stellungen von Roma-Iden­ti­tä­ten fokus­siert, so­wohl mate­rielle als auch im­mate­riel­le Aspekte dieses Erbes zum Aus­druck bringt und sich von den stereo­typen Wahr­neh­mun­gen von Roma ent­fernt.“

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats und des Doku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrums Deut­scher Sinti und Roma, be­tonte in seiner Dankes­rede, dass Sinti und Roma seit Jahr­hun­der­ten fester Be­stand­teil ihrer je­weili­gen Heimat­länder sind und dort die europäi­sche Kultur durch ihre Bei­träge mit­geprägt haben. Read the rest of this entry »

Eine Roma-Volkshochschule für alle

Oktober 31st, 2019  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Romani

Ö1Ö1 | Moment, 24.10.2019
Lernen, feiern, gedenken
20 Jahre „VHS Roma“ in Oberwart
→Anhören (nur noch kurz verfügbar!)

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebte fast die Hälfte der zehn­tau­send Roma in Österreich im bur­gen­län­di­schen Be­zirk Oberwart. Nach ihrer Ver­fol­gung und Er­mor­dung durch das NS-Re­gime sind es heute nur noch we­nige hun­dert. Als der Ober­war­ter Horst Horvath vor 20 Jahren Kurse für Arbeits­lose or­gani­sierte, lernte er dabei viele Roma ken­nen. Das brach­te ihn auf die Idee, eine eige­ne Roma-Volks­hoch­schule zu grün­den – für Roma wie Nicht-Roma. Heute kom­men jähr­lich 2.500 Men­schen in die Bil­dungs­ein­rich­tung, bu­chen Roma­nes-Sprach­kurse oder be­su­chen Gedenk­ver­anstal­tungen, Dis­kus­sions­runden und Theater­auf­füh­run­gen. Das Por­trät einer Insti­tu­tion.

Gestaltung: Jonathan Scheucher

(Text: Ö1, 24.10.2019)

„Hier sind wir alle gleich“

Oktober 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Sport

uefaUEFA: Der Fußball bietet den beiden jung­en Roma Nicușor „Beto“ Vasile und Raluca Petre, die in einem be­nach­tei­lig­ten Vier­tel in der ru­mä­ni­schen Haupt­stadt Bu­ka­rest leben, eine neue Zu­kunfts­per­spek­tive.

UEFA, 22.10.2019: Jeden Monat berichtet die UEFA im Rah­men ihrer Kam­­pag­ne #Equal­Game über eine Per­­son aus einem ihrer 55 Mit­glieds­ver­bände. Sie alle sind Bei­spiele da­für, wie der Fuß­ball In­klu­sion, Zu­gang zum Sport und Viel­falt för­dert und dass Be­hin­de­rung, Reli­gion, sexuel­le Orien­tie­rung, ethni­sche Zu­gehörig­keit und soziale Her­kunft kein Hin­dernis sind, Fuß­ball zu spie­len und Spaß daran zu haben.

Zwei junge Roma aus der rumänischen Hauptstadt Bu­ka­rest schau­en zu­ver­sicht­lich nach vorne und nutzen dabei Fuß­ball als Instru­ment für ihre per­sön­liche Ent­wick­lung. Nicușor „Beto“ Vasile (13) und Raluca Petre (14) le­ben in Ferentari, einem be­nach­teilig­ten Viertel in Bukarest. Beto wohnt zu­sam­men mit seiner Mut­ter und drei Brü­dern in einem ein­zi­gen Zimmer, wäh­rend Raluca mit ihren Eltern, drei Brü­dern und zwei Schwes­tern lebt. Ihr Leben hat sich deut­lich ver­bessert, seit­dem sie den loka­len „Alter­na­tive Education Club“ (AEC) be­su­chen – dieses Pro­jekt wird vom Zentrum für Roma und Min­der­heiten durch­geführt. Im Rah­men ver­schie­de­ner Ak­tivitä­ten wie Fußball wird den jun­gen Men­schen ver­mittelt, wieder Hoff­nung und den Glau­ben an einer bes­sere Zu­kunft zu be­kommen.

Beto und seine Familie leben in einem Raum ohne Strom­ver­sor­gung. „Das Leben ist nicht wirk­lich leicht in meinem Viertel. Es ist eigent­lich sogar ziem­lich schwer“, er­klärt Beto, der mit acht Jahren be­gon­nen hat, Fußball zu spie­len. Read the rest of this entry »

Wieder Romani-Schulunterricht im Burgenland

Oktober 19th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani

roman-kurs1In eigener Sache: Roma-Service bietet an zwei Schulen in Oberwart wieder Romani-Un­ter­richt als Un­ver­bind­li­che Übung (UVÜ) an. Ro­ma-Kin­der aus dem Raum Ober­wart un­ter­stützt der Verein zu­dem im Rah­men sei­ner täg­li­chen Außer­schu­li­schen Lern­be­treu­ung.

Roman-Unterricht | Romano-sikajipe

Mit Beginn des Schuljahres 2019/20 hat Roma-Service wieder den Unterricht an zwei Schulen auf­genom­men: An der Volks­schule Oberwart und der EMS Oberwart wird seit Sep­tem­ber Roman (Bur­gen­land-Romani) als Un­ver­bind­li­che Übung (UVÜ) durch­geführt. In der Übung wer­den den Kindern die Sprache Roman sowie die Ge­schich­te der Roma näher­ge­bracht. Der­zeit nehmen 13 Schü­lerin­nen und Schüler an der Übung teil. Dank dem Bur­gen­län­di­schen Min­der­heiten­schul­gesetz kann seit den 1990er Jah­ren Roman als Un­ter­richts­fach an­ge­boten wer­den (bisher in der Volks­schule Ober­wart, Volks­schule Unterwart, der Euro­päi­schen Mittel­schule Oberwart und im zwei­spra­chi­gen Bundes­gymna­sium in Ober­wart). Auch im Rah­men der Außer­schu­li­schen Lern­betreuung un­seres Vereins wird ein­mal wö­chent­lich Roman unter­richtet.
Le kesdipeha le ischkolakere berscheha 2019/20 o farajn Roma-Service papal o sika­jipe ande duj isch­koli upre lija. Andi flogos­keri ischkola Erba taj andi EMS Erba sajt sep­tem­beri Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) ojs naphand­lo si­ka­jipe (UVÜ) kerdo ol. Ando sikajipe le tscha­venge i Romani tschib taj i histo­rija le Ro­mendar sik­lim ol. 13 isch­ko­lasch­tscha taj isch­kolaschkiji use ada sika­jipe use hi. Vasch o bur­genlan­di­tiko tschu­lipen­gero isch­kola­kero tscha­tschipe sajt o 1990te berscha Roman ojs sika­jipe kerdo schaj ol (dschi­jakana sina oda ando flo­goskere ischkoli Erba taj Tenu Erba, andi EMS Erba taj ando duj tschib­tschen­gero bun­dakero gim­nasi­jum Erba). Taj te ando sik­lipe pal i ischkola ama­re faraj­nistar jef­kar ando kurko Roman si­kado ol.

Außerschulische Lernbetreuung | Siklipe pal i ischkola

Vor drei Jahren übernahm Roma-Service die Lernbetreuung des Vereins Roma in Ober­wart und si­cherte so deren Fort­füh­rung. Das För­de­rungs- und Be­treu­ungs­ange­bot rich­tet sich in ers­ter Linie an Roma-Kin­der im Alter von 6 bis 15 Jah­ren in Oberwart und Um­ge­bung (Kleinbachselten, Großpetersdorf, Stegersbach, Unterwart). Die Kin­der wer­den täg­lich mit dem Vereins­bus ab­geholt und er­hal­ten Förder­unter­richt und Unter­stützung bei ihren Auf­gaben. Read the rest of this entry »

Neuer Studiengang Romanes in Prešov

Oktober 12th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani, Wissenschaft

Neuer Romani-Studienlehrgang in der Slowakei: Universität Prešov (Foto: UNIPO)Roma-Sprache und Roma-Literatur: Diesen Studien­gang hat die Universität im ost­slowa­ki­schen Prešov in diesem akade­mi­schen Jahr er­öffnet. Laut der Uni­ver­sitäts­spre­che­rin Anna Polačková sei es das Ziel, hoch­qua­lifi­zierte Lehrer vor­zu­bereiten und die Be­dürf­nisse des Bildungs­pro­zes­ses der natio­na­len Min­derheit zu decken. Vorerst mach­ten sich neun Stu­denten auf diesen Weg. Alexander Mušinka, Anthro­po­loge am Ins­titut für Roma-Stu­dien der Uni­­ver­si­tät, er­klärte, dass Romanes (auch Romani ge­nannt) als Sprache wie auch die Roma-Literatur als pä­da­go­gi­scher Lehrgang bis dahin nirgend­wo unter­richtet wurde. Am nächs­ten war die Mög­lich­keit, es als sprach­wissen­schaft­li­ches Fach an der Prager Karls-Uni­versität zu stu­dieren. Des­halb sei auch die Zahl der Experten auf diesem Gebiet be­grenzt. Ein Teil der Päda­gogen des neuen Lehr­gangs in Prešov sei be­reits hoch­qualifi­ziert. Das Team werde nach und nach ge­bildet, sagt Alexander Mušinka: „Einer un­serer weite­ren Pläne ist es, die Kom­bina­tion Sprache und Literatur auf die Pri­mar­stufen­päda­gogik aus­zu­dehnen. Darüber hinaus soll ein Er­weiterungs­studium für die Ab­sol­ven­ten-Pä­da­gogen ein­ge­richtet werden, die schon lehren. Sie könn­ten sich in der Roma-Sprache und der Roma-Literatur wei­ter­qua­li­fi­zie­ren.”

Die Absolventen des neuen Studienprogramms werden sowohl Romanes als auch Roma-Li­tera­tur lehren kön­nen. Der Rektor der Uni­ver­sität Prešov, Peter Kónya, be­merkte, dass die Sprache der Roma in der Slowakei noch keine Pflicht­sprache ist, je­doch an einigen Grund­schulen unter­richtet wer­den kann. Read the rest of this entry »

Berlin: Antiziganismusbericht vorgestellt

Oktober 8th, 2019  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

5 Jahre Dokumentationsstelle Antiziganismus - Ein RückblickAm 1. Oktober stellte die Dokumentations­stelle Anti­ziganis­mus (DOSTA) von Amaro Foro e.V. ihren Jah­res­be­richt 2018 vor.

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Dokumentationsstelle wird neben der Aus­wer­tung der anti­ziganis­tis­chen Vor­fälle im Jahr 2018 gleich­zeitig ein Blick zurück ge­wor­fen auf die Kon­tinui­tä­ten und Ver­ände­run­gen anti­ziganis­ti­scher Dis­krimi­nie­rung in Berlin seit 2014. Mit Arti­keln zu den Be­son­der­heiten von Antiziganis­mus als Form des Rassismus, einem um­fas­sen­den Rück­blick auf die Pro­jekt­lauf­zeit, Chroni­ken, Inter­views und Gra­fiken wer­den die kon­kreten doku­men­tierten Vorfälle in einen gesamt­gesell­schaft­li­chen Kon­text von histori­schen Kon­tinui­täten und gesetz­lichen Ver­schär­fun­gen ge­stellt.

Die Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA) von Amaro Foro e.V. hat in den letz­ten 5 Jahren (2014-2018) 699 anti­ziga­nis­ti­sche und diskrimi­nie­rende Vor­fälle er­fasst. Im letz­ten Jahr (2018) blieb die Zahl mit 161 Vor­fällen auf dem be­unruhi­gend hohen Niveau des Vor­jahres (2017: 167). Die meis­ten Fälle werden in den Lebens­berei­chen „Kontakt zu Leistungs­behörden“ (2018: 77) und „Alltag und öffent­licher Raum“ (2018: 37) do­ku­men­tiert. Zu den Dis­krimi­nie­rungs­fällen beim Kon­takt mit Leistungsbehörden ge­hö­ren unter ande­rem die Ver­weige­rung von Dolmetscher­diensten, die Ver­wei­ge­rung von Antragsannahmen und Aus­schlüs­se von Lebens­part­nerin­nen aus der Bedarfs­gemein­schaft.

Im öffentlichen Raum zeigt sich ein zugespitztes rassistisches Klima und eine Zu­nahme an Angriffen, Bedro­hungen, Pö­beleien und Pro­paganda­delikten, die auf eine Ent­hemmung und Ent­tabuisierung ras­sisti­scher Ein­stel­lungen und Gewalt hin­deuten. Die Straf­ver­folgungs­behör­den müs­sen daher die Erfassung und Do­kumen­tation in Bezug auf rechte, rassisti­sche und anti­semitische Gewalt weiter ver­bessern.

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Radio Corax: Gedenkarbeit in Heidelberg

September 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Die ständige Ausstellung am Dokumentationszentrum in Heidelberg besteht seit Márz 1997 (Foto: Dokumentationszentrum/Lossen)Gedenkarbeit am Dokumentationszentrum der Sinti und Roma

Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
8:21 min | 11 MB | →Anhören (mp3)

Seit 1997 gibt es in Heidelberg eine große Aus­stel­lung, die den Völkermord an den Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lis­mus the­ma­ti­siert. Das Ge­den­ken daran ist heu­te nicht weni­ger rele­vant, gerade an­ge­sichts wach­sen­der Frem­den­feind­lich­keit. Über die Arbeit des Do­ku­men­ta­tions­zentrums und die Aus­stellung be­rich­ten André Raatzsch (Lei­tung des Re­fe­rats) und Jan Kreutz.

→Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: www.sintiundroma.de

(www.freie-radios.net)

Prag bekommt Roma-Zentrum

September 17th, 2019  |  Published in Einrichtungen

Tschechiens Roma bekommen ein neues Zentrum in der Hauptstadt. Bild: Kunstausstellung mit Tomáš Rafas Roma-Adaptierungen der tschechischen Flagge, 2013 (Foto: Romea-cz) In Prag soll bis 2023 ein neues Roma-Zentrum ent­stehen

Das Museum für Roma-Kultur mit Sitz in Brno/Brünn will im Jahr 2023 in Prag ein Zentrum der Roma und Sinti er­öff­nen. Der Bau wird rund eine Mil­lion Euro kos­ten, die Kosten da­für werden aus den so­ge­nann­ten Norwegi­schen Fonds be­glichen. Das sagte Museums­direk­to­rin Jana Horváthová am Diens­tag der Nach­rich­ten­agentur ČTK. Es werde kein sehr ge­räu­mi­ges Ge­bäude für ein Museum sein. Daher rechne man viel­mehr damit, dass in Prag eine Art Ge­mein­schafts­zentrum für Roma ent­stehen wird, er­läu­terte Roman Truksa vom Museum aus Brünn.

(Text: Lothar Martin/Radio Prague International)

Burgenland: 20 Jahre Roma-Volkshochschule

September 11th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Landtagspraesidentin_VerenaDunst_30_Jahre-Roma-Bewegung_und_20-Jahre-Roma-Volkshochschule30 Jahre Roma-Bewegung und 20 Jahre Ro­ma-Volks­hoch­schu­le wur­den groß ge­feiert

Die Roma-Volkshochschule Burgenland feiert 2019 ihr 20-jäh­ri­ges Beste­hen. Gleich­zeitig wird auch daran erin­nert, dass zehn Jahre frü­her, 1989 in Oberwart, der erste Ro­ma-Ver­ein Öster­reichs (Anm.: „Verein Roma“) ge­grün­det und ein Pro­zess ge­startet wurde, der ein paar Jahre später zur An­erken­nung als Volksgruppe füh­ren sollte. „Mit dem ers­ten Roma-Verein Ös­ter­reichs im Jahr 1989 in Oberwart wur­de ein wich­tiger und histori­scher Schritt ge­setzt. Drei Jahre später, am 15. Okto­ber 1992, wurden die Roma und Sinti im National­rat ein­stimmig als öster­reichi­sche Volks­gruppe an­erkannt“, erklärte Land­tags­prä­si­den­tin Verena Dunst bei der Feier am Sams­tag­abend im Offenen Haus Ober­wart (OHO).

Mit einem großen Fest sorgten Bands, darunter das David Samer Trio, Ferry Janoska & Joschi Schnee­ber­ger Trio, Harri Stojka oder Romano Rath, für gute Stim­mung im Offenen Haus Ober­wart. Land­tags­prä­siden­tin Vere­na Dunst er­klärte bei ihrer Rede, dass zwar in den letz­ten 30 Jahren sehr viel er­reicht wurde, die Emanzi­pation der öster­reichi­schen Roma und Sinti aber noch lange nicht ab­geschlossen ist. Sie zitierte dabei den Grün­der des Kulturvereins öster­reichi­scher Roma, Pro­fes­sor Rudolf Sarközi, der am 12. März 2016 ver­storben ist: „Ich bin ins kalte Wasser gesprun­gen, heute ist es warm.“ Read the rest of this entry »

Polizei Leipzig unter Rassismus-Verdacht

August 23rd, 2019  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Schreiben der Polizei (Foto: Romano Sumnal/Facebook)In Leipzig ist ein Rundschreiben der Polizei publik ge­wor­den (mehr hier), in dem regio­nale Hotel­be­trei­ber auf­ge­fordert wer­den, prä­ventiv die Per­so­nen­daten aller rumä­ni­schen Gäste, die bei ihnen näch­tigen, an die Polizei weiter­zu­geben, da es sich mut­maß­lich um Diebes­banden han­deln könn­te. Der Vor­wurf von Ras­sis­mus und Racial Profiling steht nun im Raum. Auch Romano Sumnal, die ein­zige Roma-Selbst­or­ga­ni­sa­tion in Sachsen (mehr über den Verein hier und hier), sieht darin eine Pauschal­ver­däch­ti­gung al­ler Ru­mänen in Deutschland und im­plizit im Spe­ziellen von Roma. Der Verein ver­öffent­lich­te hier­zu eine Stellung­nahme, die wir im Fol­gen­den wie­der­geben:

Wir sind entsetzt über das Verhalten und die Metho­den der Polizei Leipzig. Im Zuge der Er­mitt­lun­gen und Prä­vention von Diebstahl wäh­rend des Musik­festivals stellte die Polizei rumäni­sche Staats­bürger unter General­verdacht, in­dem sie durch einen offiziel­len Brief Hotel- und Hostel­betrei­ber dazu auf­for­derte, der Polizei Mel­dung zu geben, sollten sich in ihrem Haus rumäni­sche Gäste be­finden. Diese Metho­de der Leip­ziger Polizei ist zu­tiefst rassistisch und ver­achtend. Es steht einer Be­hörde nicht zu, Men­schen nur auf Grund ihrer Staats­ange­hö­rig­keit unter General­ver­dacht zu stel­len. Viele unserer Mit­glieder stam­men aus Rumänien und füh­len sich da­durch zu­tiefst be­trof­fen. Es kommt oft vor, dass sie auf­grund ihrer Staats­angehörig­keit und ihrer Zu­gehörig­keit zur Minder­heit der Roma in Ru­mä­ni­en und Deutschland der­art ras­sistisch ver­urteilt und auch verfolgt wer­den. Wir for­dern die Polizei­be­hör­de Leipzig auf, der­arti­ge Metho­den zu unter­las­sen und sich öffent­lich bei allen Men­schen mit ru­mäni­scher Staats­angehörig­keit zu ent­schul­di­gen. Read the rest of this entry »

Radio Blau: Die Lage von Sinti und Roma

Juni 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podiumsgespräch in Leipzig (Foto: Erich-Zeigner-Haus)Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa

Erich-Zeigner-Haus, Leipzig
RadioBlau, Sendung vom 24.6.2019
→Anhören mp3 (1:09:42 h, 140 MB)

Wir hören einen Mitschnitt des Gesprächs zur gesell­schafts­poli­ti­schen Lage von Sinti und Roma in Deutsch­land und Eu­ro­pa vom 12. Ju­ni 2019. Ge­sprächs­part­nerin­nen sind Anja Reuss (vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) und Petra Čagalj Sejdi (vom Verein Romano Sumnal e.V.); Mo­de­ra­tion: Gloria Pfister (Erich-Zeig­ner-Haus e.V.).

Das Gespräch hat Einblicke in aktuelle gesellschafts­poli­ti­sche The­men von Sinti und Roma ge­währt. Dabei wur­den EU-Richt­linien und Maß­nah­men, die die Minder­heit be­tref­fen, als auch Aus­wir­kun­gen des Anti­ziganis­mus und daraus re­sul­tie­rende Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen dis­ku­tiert. Darüber hinaus wur­de die Frage ge­stellt, wie anti­ziga­nis­ti­sche Struk­tu­ren auf politi­scher und gesell­schaft­li­cher Ebene be­kämpft wer­den kön­nen.

Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minder­heit an­erkannt. Die deut­sche Gesell­schaft setzte sich über Jahr­zehnte nicht mit den Ver­brechen der National­sozia­lis­ten an Sinti und Roma aus­einan­der. Erst mit der ver­stärk­ten Bürger­rechts­arbeit von Sinti und Roma in der Bundes­republik seit den 1970er Jah­ren wurde die feh­lende Auf­arbei­tung der NS-Ver­bre­chen an Sinti und Roma Thema.

„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Euro­pa ein Phä­no­men am „rechten Rand“, son­dern zieht sich durch alle ge­sell­schaft­li­chen Schich­ten und ist eine Form von Rassis­mus, die eine breite Ak­zep­tanz in der Bevöl­ke­rung er­fährt. Read the rest of this entry »

Roma-Butschu 2019

Juni 25th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba


O Roma-Butschu 2019 telal o anav „30 ber­scha Ro­men­geri buti“ terdschol.

O tradicijoneli Roma-Butschu andi Boslina ando 15to juni 2019 upro mula­tin­tscha­gos­ke­ro rito Schuh, Anger­straße, andi Bari Boslina, tel liker­do ulo. I muschika uso mu­latin­tschago ker­de i sud­burgen­landiti­ki Roma­ni ban­da „Romano Rath“. Av­re high­lights sin i hor­vacki banda „Pannonix“, i prin­dschardi khe­lipes­keri grupn Betschis­tar Academia Flamenco taj i un­griki flo­gos­keri kheli­pes­keri grupn Sigeta taj o „David Samer Trio“. 1989 i ersch­ti Roma-or­gani­saci­ja Erbate, o Farajn Roma, ker­do ulo. Tranda ber­scha flogos­keri grup­nakeri buti use ada mula­tintscha­go upro ang­lut­no than terdschon.

Der Roma-Butschu (2019 stand unter dem Mot­to „30 Jah­re Roma-Be­wegung“.

Der traditionelle Roma-Butschu (Roma-Kirtag) in Bachselten fand am 15. Juni 2019 auf der Fest­wiese Schuh, Anger­stra­ße in Großbachselten statt. Musika­lisch wurde die Ver­anstal­tung von der süd­burgen­ländi­schen Roma-Band „Romano Rath“ be­gleitet. Read the rest of this entry »

FUEN startet Online-Meldesystem

Juni 23rd, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

FUEN startet europäisches Internet-Projekt "Minority Monitor" (Bild: Fuen)Minority Monitor: „Keine Problem­daten­bank, son­dern eine Da­ten­bank vol­ler Lö­sun­gen“

Die Föderalistische Union Euro­päi­scher Natio­nali­täten (FUEN) prä­sen­tiert ein neues On­li­ne-Tool, das von den Min­der­heiten ge­nutzt wer­den kann, wenn sie auf eine Ver­letzung ihrer Min­der­heiten­rechte sto­ßen, Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt sind oder wenn sie einen Fall von be­währ­ten Prak­ti­ken mit­einan­der tei­len wol­len. Die FUEN ist der euro­päische Dach­ver­band der autoch­tho­nen, natio­na­len Min­der­hei­ten bzw. Volks­grup­pen in Europa. Die FUEN hat über 90 Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die FUEN ist stets bestrebt, neue Vorschläge und Pro­jek­te zu ent­wickeln, ins­be­son­dere jetzt, da die Kam­pagne für das Minority SafePack (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier) be­endet ist und wir die Initia­tive in gu­ten Händen wis­sen. Einige Or­gani­sa­tio­nen er­warten von uns, dass wir die Proble­me, mit denen die Min­derhei­ten kon­fron­tiert sind, die Fälle von Dis­krimi­nie­rung, von Ver­letzun­gen der Min­der­heiten­rechte auf die Tages­ord­nung setzen – und diese neue Initia­tive des Prä­si­diums tut genau das, sagte FUEN-Prä­si­dent Loránt Vincze bei der Vor­stellung des Mino­rity Moni­tor. „Wir spre­chen auf unse­ren Kon­gres­sen immer über diese Fälle, aber wir muss­ten einen Ort fin­den, um sie zu sammeln und ge­meinsam zu prä­sentie­ren. Der Minority Monitor stellt nicht nur be­währte Prak­tiken vor, son­dern auch Lösun­gen, die ande­re Ge­mein­schaften und Staaten für ähn­li­che Proble­me ge­funden ha­ben“, er­klärte der Prä­sident.

Projektmanager Roman Roblek präsentierte das Pro­jekt zusam­men mit Judith Solzina, Jan Diedrichsen und Melek Kırmacı Arık den Teil­neh­men­den des FUEN-Kon­gresses. Ihnen wur­de zum ers­ten Mal ge­zeigt, wie die Website aus­sieht, und sie er­hielten eine Erklä­rung über ihren Zweck und ihre Einsatz­mög­lich­keiten. Die Website ent­hält bereits eini­ge Bei­spiele von Fällen – darun­ter Dis­kriminie­rung, Ver­stöße gegen das Min­der­heiten­recht, aber auch be­währte Prak­tiken.

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MOSS: Jugendcoaching im Südburgenland

Mai 17th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

MOSSPilotprojekt Mobiler One-Stop-Shop (MOSS) Südburgenland

Was ist der Mobile One-Stop-Shop?
Der „Mobile One-Stop-Shop“ (MOSS) ist ein individuelles und bedürfnis­orien­tier­tes Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­an­gebot für Jugend­liche im Alter von 15 bis 24 Jahren in der Region Süd­urgen­land. Das An­gebot rich­tet sich an Jugend­liche, die sich we­der in Aus­bildung, Be­schäf­ti­gung oder Schu­lung be­fin­den, sowie an de­ren Eltern, Bezugs­per­so­nen und Multi­pli­ka­tor/in­nen im regio­nalen Lebens­umfeld. In Ko­opera­tion mit Ge­mein­den, Vereinen und regio­nalen Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­tern sol­len Jugend­liche da­zu er­mu­tigt wer­den, das Bera­tungs­ange­bot des „Mobi­len One-Stop-Shops“ in ih­rem ge­wohn­ten Lebens­umfeld in An­spruch zu neh­men. Vor­rangi­ges Ziel ist eine nach­haltige und erfolg­reiche An­bindung und (Re-)In­tegra­tion süd­burgen­län­di­scher Jugend­licher in ein weiter­führendes Aus­bil­dungs- bzw. Be­schäf­ti­gungs­ver­hältnis.

Was wird angeboten?
Die Berater/innen sind vor Ort und somit auch in Ihrer Ge­mein­de tä­tig. MOSS bietet Ihnen:

  • kostenlose Jugend- bzw. Elternberatung zu  den Schwerpunkten Aus- und Weiter­bil­dung, Sucht­prä­ven­tion, Gesund­heit und Er­näh­rung, Um­gang mit Gewalt, Social Media
  • Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltun­gen, Work­shops und Ak­tions­tagen zum Thema Jugend, Aus­bildung und Be­schäf­ti­gung
  • Schnittstellen- und Vermittlungsfunktion zu Gemeinden, Vereinen, Schulen und Insti­tu­tio­nen

Selbstverständlich ist auch eine Übernahme des/der Jugendlichen in das Pro­jekt Jugend­coaching von „RETTET DAS KIND – Bur­gen­land“ mög­lich.

Kontakt: Read the rest of this entry »