Polizei Leipzig unter Rassismus-Verdacht
August 23rd, 2019 | Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
In Leipzig ist ein Rundschreiben der Polizei publik geworden (mehr hier), in dem regionale Hotelbetreiber aufgefordert werden, präventiv die Personendaten aller rumänischen Gäste, die bei ihnen nächtigen, an die Polizei weiterzugeben, da es sich mutmaßlich um Diebesbanden handeln könnte. Der Vorwurf von Rassismus und Racial Profiling steht nun im Raum. Auch Romano Sumnal, die einzige Roma-Selbstorganisation in Sachsen (mehr über den Verein hier und hier), sieht darin eine Pauschalverdächtigung aller Rumänen in Deutschland und implizit im Speziellen von Roma. Der Verein veröffentlichte hierzu eine Stellungnahme, die wir im Folgenden wiedergeben:
Wir sind entsetzt über das Verhalten und die Methoden der Polizei Leipzig. Im Zuge der Ermittlungen und Prävention von Diebstahl während des Musikfestivals stellte die Polizei rumänische Staatsbürger unter Generalverdacht, indem sie durch einen offiziellen Brief Hotel- und Hostelbetreiber dazu aufforderte, der Polizei Meldung zu geben, sollten sich in ihrem Haus rumänische Gäste befinden. Diese Methode der Leipziger Polizei ist zutiefst rassistisch und verachtend. Es steht einer Behörde nicht zu, Menschen nur auf Grund ihrer Staatsangehörigkeit unter Generalverdacht zu stellen. Viele unserer Mitglieder stammen aus Rumänien und fühlen sich dadurch zutiefst betroffen. Es kommt oft vor, dass sie aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit und ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der Roma in Rumänien und Deutschland derart rassistisch verurteilt und auch verfolgt werden. Wir fordern die Polizeibehörde Leipzig auf, derartige Methoden zu unterlassen und sich öffentlich bei allen Menschen mit rumänischer Staatsangehörigkeit zu entschuldigen. Rassismus hat in Behörden nichts zu suchen, auch nicht bei der Polizei.
Siehe auch:
Leipziger Polizei bittet Hotels, Rumänen zu melden – Ajriz erklärt, was daran rassistisch ist (Bento, 23.08.2019)