Geschichte & Gedenken

„Nebel im August“

August 5th, 2016  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Filmstill aus "Nebel im August" (Foto via filmfonds-wien.at)Spielfilm von Kai Wessel, A/D 2016, 126 Min.
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt (nach dem gleich­nami­gen Roman von Robert Domes)
Filmstart: 7.10.2016 (A), 29.9.2016 (D)

Deutschland, 1942: Während des Zweiten Weltkriegs nimmt das Euthanasie-Programm des Nazi­regimes un­ge­ahnte Aus­maße an. Der 13-jäh­rige Ernst Lossa, ein Kind von Jenischen – fah­ren­den Händ­lern – wird von sei­ner Fa­mi­lie ge­trennt und gerät in die Müh­len der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Aus­gren­zungs- und Rassen­ideo­lo­gie. Er gilt als schwer erzieh­bar und wird von Heim zu Heim ge­scho­ben, bis er schließ­lich in die Heil- und Pflege­an­stalt Kaufbeuren-Irsee ein­ge­wie­sen wird. Er be­ginnt, die Mecha­nis­men der prak­ti­zier­ten Tötungs­maß­nah­men zu durch­schauen und ver­sucht seine Freun­de und Mit­patien­ten zu ret­ten. Ob­gleich er völ­lig ge­sund ist, wird er schließ­lich wegen seines rebel­li­schen Wesens im Rah­men des Eutha­na­sie­ver­fah­rens zu Tode gebracht.

(Text: Filmfonds Wien)

„Mare Manuschenge – Unseren Menschen“

August 2nd, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Berlin: Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Bir­kenau 1944

2. August 2016, 20 Uhr, Denkmal für die im Na­tio­nal­so­zialis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas, Sim­son­­weg, 10557 Berlin

Am 2. August 2016 jährt sich die »Liquidation des Zigeuner­fami­lien­lagers« in Auschwitz-Birkenau zum 72. Mal. Leon ›Henry‹ Schwarzbaum (*1921) wurde als jü­di­scher Häft­ling Zeuge, als SS-An­ge­hö­rige in der Nacht auf den 3. Au­gust 1944 die fast 3.000 ver­blie­be­nen Sinti und Roma ermor­de­ten – zu­meist als ar­beits­un­fä­hig ein­gestuf­te Frauen, Kinder und äl­te­re Men­schen. Ivan Marazan über­lebte als Kind die Depor­ta­tion nach Transnistrien, den ru­mä­nisch be­setz­ten Teil der Ukraine. Dort ka­men zwi­schen 1941 und 1944 bis zu 25.000 Roma gewalt­sam zu Tode.

Programm:

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Wien: Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz

Juli 31st, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenken am Ceija-Stojka-Platz 2015 (Foto: Romano Centro)Dikh he na bister! Schau und vergiss nicht!
Gedenken an den Völkermord an Ro­ma/Rom­nja und Sinti/Sin­tize in Wien

2. August 2016, 18:00 bis 19:30 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, bei der Altlerchenfelder Kirche, 1070 Wien

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gas­kam­mern von Auschwitz-Bir­kenau er­mor­det. Die Natio­nal­sozia­lis­ten er­mor­de­ten an die 90 Prozent der vor 1938 in Öster­reich le­ben­den Roma/Rom­nja und Sin­ti/Sin­tize. Bis heute ist das Trauma bei den Über­leben­den und den Nach­fahren der Opfer wirk­sam. Von Öffent­lich­keit und Politik wurde dieser Genozid lange ver­schwie­gen und ver­gessen.

Romano Centro organisiert in Kooperation mit der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ und „zentrum exil“ zum zwei­ten Mal eine Gedenk­ver­anstal­tung zum 2. Au­gust in Österreich. Eine Ver­anstal­tung, bei der keine Po­li­tikerin­nen und Poli­ti­ker, son­dern An­ge­hö­rige von Opfern zu Wort kom­men. Da es in Wien für die er­mor­de­ten Roma/Rom­nja und Sin­ti/Sin­tize kei­nen eige­nen Gedenk­ort und kein Denk­mal gibt, wurde der nach Ceija Stojka be­nann­te Platz bei der Alt­ler­chen­fel­der Kirche als Ver­anstal­tungs­ort ge­wählt.

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Roma-Holocaust-Gedenktag in Auschwitz

Juli 30th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenkfeier in Auschwitz, 2. August 2015 (Foto: Dikh he na bistar)Internationale Gedenkfeier in Auschwitz am 2. August 2016

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nimmt am 2. August 2016 mit einer Dele­gation von 51 Per­so­nen, viele davon Holo­caust­über­lebende, an dem offiziel­len Gedenk­akt an­läss­lich des Inter­natio­na­len Roma-Gedenk­tages teil. Die Gedenk­ver­anstal­tung wird seit vielen Jahren vom Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum ge­mein­sam mit dem Ver­band der Roma in Polen or­ga­ni­siert. Viele Ver­tre­ter des diplo­ma­ti­schen Corps sowie ver­schie­dene inter­na­tio­nale Dele­ga­tio­nen werden an­we­send sein. Für die Holocaust­über­le­ben­den der Sinti und Roma wird Raymond Gurême (siehe dROMaBlog) spre­chen, der ver­schie­dene NS-Kon­zentra­tions­lager über­lebte und in der fran­zö­si­schen Wider­stands­bewe­gung aktiv war.

Zusammen mit dem internationalen Roma-Jugendnetzwerk TERNYPE orga­ni­siert das Do­ku­­men­­ta­­tions- und Kultur­zentrum zudem auch in diesem Jahr in Krakau unter dem Titel „Dikh he na Bister“ („Look and don’t forget“) eine Ver­anstal­tung mit über 350 jungen Roma und Nicht-Roma aus ganz Europa, die auch an dem Gedenk­akt am 2. August teil­neh­men wer­den.

(Aussendung Zentralrat)

Jugendbegegnung „Dikh he na bistar“

Juli 30th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

Dikh he na bister!„Look and don’t forget“ – Jugendbegegnung und Roma-Holocaust-Gedenktag 2016 in Krakau/ Auschwitz, Polen

Vor zwei Jahren organisierte Romano Centro für 40 Jugendliche die Reise zur Jugend­begegnung in Krakau, wo über 1000 jun­ge Roma und Nicht-Ro­ma, Ak­ti­vistIn­nen und Frei­willige zusam­men­ge­kom­men sind, um der fast 3000 Roma, die am 2. August 1944 im Kon­zentra­tions­lager Auschwitz-Bir­ke­nau ge­tötet wur­den, zu ge­den­ken. Dieses Jahr ha­ben junge Roma und Nicht-Roma aus Österreich wie­der die Mög­lich­keit, an einer Jugend­begeg­nung mit über 300 Jugend­lichen aus ganz Europa teil­zu­neh­men. Die Ver­anstal­tung fin­det vom 1. bis 5. August 2016 in Krakau statt. Im Programm ste­hen Workshops zu den Themen Anti­ziganis­mus, Gedenken, Holocaust- und Men­schen­rechts­bildung. Außer­dem ist die Teil­nahme an der Gedenk­ver­anstal­tung am 2. August und der Be­such des Auschwitz-Mu­seums ge­plant. Die Teil­nahme ist kosten­los und für Trans­port, Unter­kunft und Ver­pfle­gung ist ge­sorgt.

(Ankündigung Romano Centro)

Oberwart: Was passiert mit der Gedenkstätte?

Juli 28th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Burgenland: Gedenkfeier für vier ermordete Roma in Oberwart (Foto: Josef Schmidt)Für den insolventen Verein Roma Oberwart zeichnet sich möglicher­weise eine Lö­sung ab (wir berichteten). Sollte sich je­doch der Plan, dass das Land Burgenland das Grund­stück mit dem At­ten­tats-Mahn­mal über­nimmt, nicht rea­li­sie­ren las­sen, be­deu­tet dies gleich einen zwei­fa­chen Schlag für die Volks­gruppe: Zum einen wäre dies dann wohl das end­gül­tige Aus für den 1989 gegrün­de­ten Ro­ma-Verein. Zum an­de­ren stün­de so­mit auch der Fort­bestand des Denk­mals, das an die vier 1995 er­mor­de­ten Ober­warter Roma erin­nert, auf dem Spiel. Denn dann muss das Grund­stück als Teil der Kon­kurs­mas­se ander­weitig ver­äußert wer­den; und ge­lingt dies nicht, wird es zwangs­­ver­stei­gert – ohne dass der neue Eigen­tü­mer (anders als im Fall des An­kaufs durch das Land) dazu ver­pflich­tet wer­den könn­te, die Gedenk­stätte weiterhin zu er­hal­ten. Die Be­sorg­nis unter den Roma – und ins­be­son­dere natür­lich unter den nächs­ten An­ge­hö­ri­gen der Opfer –, dass dieser wich­tige Gedenk­ort schon bald einer an­de­ren Nützung wei­chen könn­te, ist jeden­falls groß. Es bleibt zu hof­fen, dass die Ver­ant­wort­li­chen in der Stadt Ober­wart, im Land Bur­gen­land und im Bund nichts un­ver­sucht las­sen, um die Ret­tung des Vereins und des Mahn­mals zu er­mög­li­chen.

(dROMa)

Mauthausen-Überlebende klagen „Aula“

Juli 18th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht

Aula: Textauszug (Foto via H. Walser)In einem „Aula“-Artikel (7-8/2015) dif­fa­mier­te Stamm­autor Fred Duswald Befreite des KZ Maut­hau­sen als „Massen­mörder“, „Landplage“ und „Krimi­nelle“. Eine Tä­ter-Opfer-Um­kehr, wie sie sich die Nazi-Scher­gen von einst nicht per­fider hät­ten zurecht­lügen kön­nen. Der Histo­ri­ker und grüne Natio­nal­rats­ab­geord­nete Harald Walser zeig­te Dus­wald und den Chef­redak­teur Martin Pfeiffer darauf­hin an. Heraus­ge­ge­ben wird das Maga­zin vom Frei­heit­li­chen Aka­de­mi­ker­verband; der Autor, der Bur­schen­schaf­ter Fred Dus­wald, ist laut DÖW be­kannt für seine „NS-rela­ti­vie­ren­den“ Ar­ti­kel. Das Ver­fahren wurde von der Staats­an­walt­schaft Graz Ende 2015 je­doch mit einer vor histo­ri­scher Ignoranz und post­nazis­ti­schen Abwehr­refle­xen nur so trie­fen­den Be­grün­dung ein­ge­stellt – „ein Schlag ins Ge­sicht der Holocaust-Über­le­ben­den“, schrieb dazu der Standard. Der Zeithistoriker Bertrand Perz sah hierin sogar die „Fortsetzung der NS-Propaganda“. Selbst im Justiz­minis­te­rium war man fas­sungs­los: Straf­rechts­sek­tions­chef Christian Pilnacek hielt die Ent­schei­dung der Grazer Staats­an­walt­schaft für „un­fass­bar und menschen­ver­ach­tend“; und auch die Ober­staats­anwalt­schaft äußer­te „Be­fremden“. Doch alle recht­li­chen Mög­lich­kei­ten schie­nen aus­ge­schöpft.

Jetzt hat die Affäre, wie Harald Walser auf seiner Web­site mit­teilt, aber doch noch ein ein ju­ris­ti­sches Nachspiel. Acht Mauthausen-Überlebende sagen: „Es reicht!”

Nun haben jedoch acht ehemalige Häftlinge des Lager­komple­xes Mauthausen Klage gegen die Aula ein­ge­reicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehe­ma­li­ger Häft­ling There­sien­stadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Toch­ter des Maut­hausen-Über­leben­den Leon Zel­mann, an­geschlos­sen. Mög­lich war dies, weil auch in Folge­num­mern der Aula und in Briefen an ihre Abon­nen­ten die braune Dif­fa­mie­rungs­kam­pagne fort­ge­setzt wurde.

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Räumung des besetzten Holocaust-Denkmals

Mai 24th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Mahnmal in Berlin (Foto: Fabio Reinhardt)Stellungnahme der Stiftung Denkmal für die er­mor­de­ten Juden Europas:

Berlin – Besetzung des Denkmals für die im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas aus Pro­test ge­gen dro­hen­de Ab­schiebung

Am Sonntag, den 22. Mai 2016, besetzten ab 16.30 Uhr bis zu 70 Per­so­nen das Denk­mal für die im National­sozia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas, um ge­gen die Ab­schie­bung von Roma aus Deutsch­land in ihre als »sicher« gel­ten­den Her­kunfts­länder zu de­monstrie­ren. An­ge­hö­ri­ge der Min­der­heit sind ins­be­son­dere auf dem Balkan mas­si­ver Aus­gren­zung und Gewalt aus­ge­setzt. Unter den De­monstran­ten wa­ren et­li­che Roma­familien mit Kindern, die seit lan­gem in Deutsch­land leben und denen un­mit­tel­bar die Ab­schie­bung droht. Die Veranstaltung war polizeilich nicht genehmigt. Auch die Stif­tung Denk­mal für die er­mor­de­ten Juden Euro­pas, die das Denk­mal be­treut, war nicht in­for­miert.

Mehr als sechs Stunden verhandelten die Stiftung und An­ge­hö­rige der Minder­heit, die Polizei und Poli­tiker mit den Be­setzern. Zu­gleich be­müh­ten sich wei­tere Ver­tre­ter der Sinti und Roma aus ganz Deutsch­land – darun­ter Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma – in zahl­rei­chen Tele­fo­na­ten mit den Spre­chern der De­monstran­ten um Ver­mitt­lung. Schließ­lich wa­ren diese al­ler­dings nicht bereit, das Denk­mals­ge­län­de zu ver­las­sen. Vor­schlä­ge sei­tens der Polizei zu alter­na­ti­ven Ver­samm­lungs­orten in un­mit­tel­barer Nähe wur­den ab­ge­lehnt.

Vor allem weil unter den Teilnehmern Säuglinge und Kinder sowie kranke Frauen wa­ren, ent­schied die Stiftung ge­gen 24 Uhr in Rück­sprache mit Prof. Dr. Norbert Lammert, Bun­des­tags­prä­sident und Vor­sitzen­der des Kura­to­riums der Stiftung, die Besetzung durch die Po­li­zei be­en­den zu las­sen. Le­dig­lich eini­ge männ­liche De­monstran­ten leis­te­ten Wider­stand. Gegen 0.45 Uhr hiel­ten sich keine Per­so­nen mehr im Denkmal auf. An­zei­gen wegen Haus­friedens­bruchs wur­den be­wusst nicht er­stattet.

Die Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Betroffe­nen und kri­ti­siert die gän­gige Ab­schiebe­praxis. Read the rest of this entry »

Berlin: Roma besetzten Holocaust-Mahnmal

Mai 24th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Polizeigroßeinsatz beim Denkmal in Berlin (Foto: Felix Herzog, @flecks)Aussendung der IL Berlin:

Protest gegen Abschiebungen: Von Ab­schie­bung be­droh­te Ro­ma be­­set­zen Denk­­mal für die im Na­tio­­nal­­so­­zia­­lis­­mus er­­mor­de­ten Sinti und Roma in Berlin

Am Sonntagnachmittag wurde das Denkmal für die im National­sozialis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Europas durch eine Grup­pe von Roma, die un­mittel­bar von Ab­schie­bung be­droht sind, be­setzt. Die Roma, die zum Teil als Fami­lien­ver­bände mit Kindern an der Be­setzung teil­nehmen, haben sich aus ihrer aus­sichts­losen Lage heraus ent­schie­den, auf die sie im Be­son­de­ren be­tref­fende ver­schärf­te Asyl- und Ab­schiebe­poli­tik auf­merk­sam zu ma­chen. Die meis­ten von ihnen kom­men aus Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien oder Montenegro – al­so jenen Län­dern, die die Bundes­regie­rung seit 2014 als „sichere Herkunfts­staaten“ de­fi­niert hat. Diese Neu­re­ge­lung hat zum Ziel, Asyl­su­chen­de aus die­sen Län­dern in Schnell­ver­fahren ab­zu­leh­nen und schnell ab­zu­schie­ben. In den letzten Mo­na­ten wur­den be­reits zahl­reiche Fa­mi­lien ab­ge­schoben.

Damit ignoriert die Bundesregierung die massive Diskri­mi­nie­rung und soziale Aus­gren­zung, der Roma in diesen Län­dern aus­ge­setzt sind. Ver­schie­dene Institu­tio­nen, u. a. der UNHCR, das Deutsche Institut für Men­schen­rechte sowie zahl­reiche Nicht­regie­rungs­or­gani­sa­tio­nen, haben bereits darauf auf­merk­sam ge­macht, dass durch die Ver­schär­fun­gen der men­schen­recht­li­che und flücht­lings­recht­liche An­spruch der Asyl­su­chen­den auf indi­vi­duel­le Prü­fung ihrer Asyl­an­träge und auf Schutz vor Ver­fol­gung unter­laufen wird.

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Gondolipeskero than pujsto tschito ulo

Mai 20th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

MahnmalAndo sud polnitiko Borzęcin Dolny na dur Krakaujatar jek holo­caustiskero gon­do­li­pes­kero than na prin­dschar­de dsche­nen­dar pujsto tschi­to ulo. Ada andi april kerdo ulo. O gon­do­li­pes­ke­ro than upro nacijo­nal­so­cija­lis­ti­schi geno­cid pal te gon­do­li­nel upro Roma. O haren­gere le te­tertschen roden.

O gondolipeskero than jeke hokoneha le betonis­kere sok­listar tel tscha­lado ulo. Jek gon­do­li­pes­keri tab­lina, savi aun kerdi sina, tel tscha­ladi uli. O ande pisi­nipe, savo te andi Ro­mani tschib la po­si­jasch­ki­jatar Papusza (Bronisława Wajs) sina, upre sikal upro but dsche­nen­gero mur­da­ripe le Romen­dar le nimtschke nim­ci­jen­dar ando dujto ha­buri. O gon­do­li­pes­kero than upre oda than le veschis­tar kerdo ulo, kaj ando juli 1943 29 polnitike Roma mur­darde ule: trin mur­scha, pantsch dschuv­la taj bi­schu­jek tschave andar o fa­mi­li­ji Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski taj Cioroń. O ini­ci­ja­tor­ki­ji le gon­do­li­pes­kere tha­nestar gon­do­li­nen, hot adaj jeke siste­ma­tischi, organsirti ang­le geji­peha te kerel hi: „Mange o ala­va fali­nen, kaj schaj phe­nav, so me akan esbe lav“, phenel i polni­tiki kinstler­ki­ja Małgorzata Mirga-Tas, savi Romni hi, taj o gon­do­li­pes­kero than kertscha. Read the rest of this entry »

Berlin: „Wege der Diskriminierung“

Mai 5th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

EVZ - Ausstellung in Berlin (Foto: Stiftung EVZ)Ausstellung in Berlin: Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien und Deutschland

Bis 20. Juni 2016, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr
Ort: Stiftung EVZ, Lindenstr. 20-25, 10969 Berlin

Am Beginn des Projekts stand die Erkennt­nis, dass es vie­le Vor­urteile gibt, die sich auf Un­wissen grün­den. Die Schü­lerin­nen und Schüler aus Ostrov und Schwabmünchen stell­ten da­her die Geschichte der Sinti und Roma in Tsche­chien und im be­nach­bar­ten Deutsch­land in den Mit­tel­punkt ihres Pro­jek­tes. Wäh­rend der ge­mein­sa­men Pro­jekt­wochen im No­vem­ber 2014 und April 2015 frag­ten sie sich: Warum wur­den und wer­den Sinti und Roma diskri­mi­niert – wäh­rend des Zweiten Welt­krieges und bis heute? In Vor­trä­gen, Work­shops, Gesprä­chen und durch eige­ne Re­cher­chen lern­ten sie die Geschichte ken­nen und Vor­ur­tei­le zu hin­ter­fra­gen. Das ge­mein­sam reflek­tier­te Wis­sen do­ku­men­tiert die hier prä­sen­tierte Wan­der­aus­stel­lung.

„Dieses Projekt hat mir geholfen, die Augen zu öff­nen und Vor­ur­tei­len – nicht nur gegen­über Roma und Sinti – Auf­merk­sam­keit zu schen­ken.“ František Hartl, Teil­neh­mer am Pro­jekt „Wege der Diskri­mi­nie­rung“.

Die Ausstellung ist ein Projekt von Antikomplex e.V. und der Ackermann-Gemeinde e.V. in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Gym­na­sium Ostrov und dem Leon­hard-Wagner-Gym­na­sium Schwabmünchen.

(Text: Stiftung EVZ)

goEast: Produktionspreis für „JOŽKA“

Mai 3rd, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

RomaTrial, 27.4.2016:  Am letzten Dienstag ging in Wiesbaden die 16. Edition von goEast zu Ende, des Festivals des mittel- und ost­euro­päi­schen Films. In des­sen Rah­men star­tete goEast gemein­sam mit der Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­antwor­tung und Zukunft“ (EVZ) das Pilot­projekt OPPOSE OTHERING zur För­de­rung von jungen Filme­ma­cher*in­nen aus Deutschland und Mit­tel- und Ost­euro­pa, die sich mit aus­gren­zen­den Ein­stel­lun­gen ge­gen­über Men­schen unter­schied­li­cher sozia­ler, reli­giö­ser, kul­tu­rel­ler, eth­ni­scher Her­kunft und/oder sexuel­ler Iden­ti­tät fil­misch auseinan­der­setzen und Men­schen und Pro­jekte porträ­tie­ren, die Soli­da­ri­tät, Zivil­courage und Wider­stand gegen Diskri­mi­nie­rung för­dern. RomaTrial e.V. bewarb sich mit dem Vorha­ben, ein Film­portrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker aus der tsche­chi­schen Stadt Krupka mit dem Na­men „JOŽKA“ zu pro­du­zie­ren. (Anm.: oben seh­en Sie das be­reits publi­zier­te Romaday-Kam­pagnen­video). Wir freuen uns sehr, dass die drei­köpfi­ge Jury den ge­plan­ten Kurzfilm für die För­de­rung empfoh­len hat und RomaTrial e.V. Pro­duk­tions­preis­gelder in Höhe von 3.000 Euro erhält.

JOŽKA: Eine Hoffnung für unsere Gesellschaft

Seitdem seine Gesundheit durch lebens­lange Arbeit im Berg­bau zer­stört wur­de, wid­met sich Jožka dem Kampf für eine bes­sere, ge­rech­tere Ge­sell­schaft und gegen die kon­ti­nuier­li­che Diskri­mi­nie­rung von Roma in Tschechien, in der Schweine­mast­an­lage am Ort des ehe­ma­li­gen KZ Lety ver­körpert. Letzt­end­lich ver­pflich­te­te er sich dem Groß­vater seiner Frau, einem Lety-Über­leben­den, die Schwei­ne­mast schließen zu las­sen und damit ein wür­di­ges Erinnern an die tsche­chi­schen Opfer des Roma-Holocaust zu er­mög­li­chen. Doch es ist wie ein Kampf ge­gen die Wind­müh­len: Keiner der tsche­chi­schen Poli­ti­ker nimmt sich die­ses Themas an, in der Gesell­schaft sind nach wie vor star­ke Ressen­ti­ments den Roma gegen­über pr­äsent. Jožka wird immer wie­der sei­tens der neo­nazis­ti­schen Szene bedroht, bei einer De­monstra­tion wur­de er vor zwei Jahren zu­sam­men­gesch­la­gen und lan­dete im Kranken­haus. Read the rest of this entry »

Polen: Roma-Gedenkstätte geschändet

April 29th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

MahnmalIm südpolnischen Borzęcin Dolny unweit von Krakau wurde eine Holocaust­gedenk­stätte von un­be­kann­ten Tä­tern ge­schän­det. Ent­deckt wur­de die Zer­stö­rung des hölzer­nen Denk­mals am ver­gan­ge­nen Frei­tag. Das Mahnmal er­in­nert an den natio­nal­sozia­lis­ti­schen Genozid an den Roma. Die Poli­zei er­mit­telt.

Das Denkmal war – offenbar mit einer Axt – von sei­nem Beton­sockel ge­schlagen und zer­stört wor­den. Eine Gedenktafel, die an dem Denk­mal be­fes­tigt war, wur­de eben­falls herun­ter­geschla­gen. Die Inschrift, die auch eini­ge Verse der Roma-Dich­te­rin Papusza (Bronisława Wajs) ent­hielt, ver­wies auf die Mas­sen­er­schießung von Roma durch die deut­schen Be­satzer wäh­rend des Zwei­ten Weltkriegs. Das Monument wurde an genau der Stelle in einem Wald­stück er­rich­tet, wo im Juli 1943 29 pol­ni­sche Roma er­mor­det wor­den wa­ren: 3 Männer, 5 Frauen und 21 Kinder aus den Fa­mi­lien Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski und Cioroń. Die Überreste der am Ort des Massakers ver­scharr­ten Opfer wa­ren be­reits 1959 exhumiert und in einem ge­mein­sa­men Grab am Fried­hof in Bor­zęcin Dol­ny be­stat­tet wor­den.

„Mir fehlen die Worte, um zu beschrei­ben, was ich jetzt füh­le“, er­klärt die pol­ni­sche Künstle­rin Małgorzata Mirga-Tas, die, selbst Romni, das Mahn­mal ge­stal­tet hatte. „So etwas kann nur je­mand tun, der je­den Respekt ge­gen­über ande­ren, ge­gen­über der Ge­schich­te, dem Ge­den­ken und uns Roma ver­lo­ren hat. Je­mand will uns wohl zu ver­stehen ge­ben, dass wir nicht zäh­len.“

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Erinnerungsinitiative für Wiener Ringelseeplatz

März 14th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ringelseeplatz17. März 2016: Die „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“ lädt zu einer Ver­an­stal­tung, bei der ge­mein­sam mit Zeit­zeugIn­nen an die auf dem und um den Ringelsee­platz im 21. Be­zirk le­ben­den Lovara, Sinti und Roma er­in­nert wer­den soll.

Im Bereich der heutigen Floridsdorfer Bezirksteile Mühlschüttel und Bruckhaufen leb­ten im Lau­fe des 20. Jahr­hun­derts zahl­rei­che Lo­va­ra, Sinti und Roma. Vor al­lem der Ringelsee­platz und seine Um­ge­bung wa­ren ein zentra­ler Sam­mel- und Treff­punkt – bis in die frü­hen 1960er-Jah­re. Wir schla­gen vor, durch Er­rich­tung einer Erin­ne­rungs­stätte auf die­sen Teil der Bezirks­geschichte hin­zu­weisen und auch jener Men­schen zu ge­den­ken, die dem NS-Terror zum Opfer fie­len. Ein dies­bezüg­li­cher Antrag der Grünen wurde am 10. Februar 2016 in der Bezirks­ver­tre­tung Floridsdorf mit den Stim­men aller ande­ren Frak­tio­nen gegen die Stim­men der FPÖ der Kultur­kom­mis­sion zu­ge­wie­sen, wo er dem­nächst be­han­delt wer­den wird.

Bei der kurzen Kundgebung in der Franklinstraße wird der Wunsch nach Schaf­fung einer Erinne­rungs­stätte an die Opfer der Ver­fol­gung in der Zeit des Natio­nal­sozia­lis­mus unter den ehe­mali­gen Bewoh­nerIn­nen des Rin­gel­see­platzes unter­stri­chen. Nach einem kur­zen Fuß­weg wer­den im Gasthaus Birner his­to­ri­sche Fotos aus dem Fami­lien­archiv von Willy S. Horvath ge­zeigt und die ZeitzeugIn­nen Ruzsa Nikolić-Lakatos (Lovarica, Sän­gerin), Alfred Ullrich (Sinto, Künst­ler) und Mozes Heinschink (Sprach­wis­sen­schafter) wer­den über ihren Bezug zum dama­li­gen Leben auf dem Mühl­schüttel und Bruck­hau­fen er­zählen.

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Gondolinipeskero mulatintschago andi Erba

Februar 27th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
15.2.2016 | (on demand)

Oberwart (Foto: erinnern.at)Gedenkfeier in Oberwart


Angle 21 berscha, ando 4to feberi 1995, i Erba uso than le lek pha­re­der po­li­ti­schi mo­ti­vi­ri­me aten­ta­tis­tar andi his­to­ri­ja la dujta republi­ka­tar, ulo.

Andi rat usar o 4to upro 5to feberi 1995 andi Ro­men­geri-sid­lung Erbate jek bomba schtar dsche­nen mur­dar­tscha. O Josef Simon, o Peter Sarközi, o Karl taj o Erwin Horvath odo­la Roma sina, save pu­ma­ro ileto na­schade. Upro than le aten­ta­tistar, Roma taj gadsche tala­linde pu­men, le opfe­renge te gon­do­li­nel. I Romen­geri-pas­to­ral la diö­ce­se­ja­tar Tikni Mar­tona, use ada gon­doli­ni­pes­kero mu­la­tin­tschago akar­tscha. Ada bibas­talo keri­pe telel o dsche­ne la Romen­gera-sid­lun­ga­tar, bari briga taj dar antscha. La caj­taha, ham imar but avri­jal ulo. (volksgruppen.orf.at)

Vor 21 Jahren, am 4. Februar 1995, wurde Ober­wart zum Tat­ort des schwers­ten po­li­tisch mo­ti­vier­ten An­schlags in der Ge­schich­te der Zwei­ten Re­publik.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 deto­nier­te in der Roma-Sied­lung in Oberwart eine Rohr­bombe und tötete vier Be­woh­ner. Josef Simon, Peter Sarközi, sowie Karl und Erwin Horvath wa­ren jene Roma, die ihres Lebens be­raubt wur­den. Am Ort des Ge­sche­hens folg­ten Ge­den­kende und An­ge­hö­rige der Ein­ladung der Roma-Pas­to­ral der Diözese Eisenstadt, sich ge­mein­sam an die Opfer zu er­in­nern. Dieses schreck­liche Er­eig­nis löste bei den Be­woh­nern tiefe Trauer und Angst aus. In der Zwi­schen­zeit hat sich je­doch eini­ges ge­ändert.

(volksgruppen.orf.at)

Nachkriegsjustiz: Symposium in Karlsruhe

Februar 24th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

März 2015: Romani Rose führte die Präsidentin Bettina Limperg durch die ständige Ausstellung zum Holocaust an den Sinti und Roma (Foto: sintiundroma.deAnlässlich des 60. Jahrestags der „Zigeuner-Urteile“ ver­anstal­te­ten der Bun­des­gerichts­hof und der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma im Nach­gang zum Besuch von BGH-Prä­si­den­tin Bettina Limperg im Zentral­rat und Do­ku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma ein ge­mein­sames Sym­po­sium.

Presseaussendung des Zentralrats, 16.2.2016: Am 17. Februar 2016 fand im Foyer des Bun­des­gerichts­hofs in Karls­ruhe ein gemein­sames Sym­po­sium des Bun­des­gerichts­hofs und des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma statt. Thema war das Grund­satz­urteil zur Ab­leh­nung der Entschädigung von NS-ver­folg­ten Sinti und Roma vom 7. Januar 1956, in dem der BGH fest­stellte, dass die „Zigeuner“ von den National­sozia­li­sten zu Recht als „artfremd“ be­handelt wor­den seien. So führte er unter Zugrunde­legung von NS-Kom­men­taren z.B. aus, dass „Zigeunern wie primitiven Urmenschen ein un­ge­hemmter Okku­pa­tions­trieb eigen“ sei.

Diese Rechtsprechung prägte über viele Jahre das ge­samte Ent­schä­di­gungs­recht für die Über­lebenden der Sinti und Roma und wurde zur Nieder­schlagung von Straf­ver­fah­ren ge­gen die Orga­ni­sa­toren des Holocausts he­ran­gezo­gen. 1963 er­kannte zwar der BGH in Ab­än­de­rung des Unrechts­urteils von 1956 den Ent­schä­di­gungs­anspruch an, dis­tan­zierte sich aber nicht von der rassis­ti­schen Charak­te­ri­sierung der Min­derheit.

Nach knapp 60 Jahren distanzierte sich BGH-Präsiden­tin Bettina Limperg im Rah­men ihres Be­suchs des Zentral­rats und Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrums Deutscher Sinti und Roma im März 2015 von diesem diskri­mi­nie­ren­den Urteil. Read the rest of this entry »

Ein österreichisches Gelächter

Februar 20th, 2016  |  Published in Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Vernichtungsfantasien unter der MaskeAuszug aus „Novemberpogrom“, einem Text des Wie­ner Schrift­stel­lers und His­to­ri­kers Doron Rabinovici (2013):

(…) Der Schriftsteller Franz Fühmann er­in­ner­te sich: „Es muß 1943 ge­we­sen sein, im Som­mer, in Wien, in der Rilke­zeit, da zeig­te die Wochenschau Bil­der aus einem Kon­zentra­tions­lager, und man sah drei Häft­linge mit dem Juden­stern, die, of­fen­sicht­lich Mitte ir­gend­einer Kette, einan­der lang­sam Steine zu­reich­ten … Der Kommen­tator be­merkte, daß die Juden das erste Mal in ihrem Leben arbei­te­ten, was man ja auch an dem rasan­ten Tem­po ihrer Be­we­gun­gen sehe, und das Pub­li­kum brüll­te vor Lachen, und ich er­starr­te, denn man sah Ster­ben­de mit ver­lö­schen­der Kraft die Arme aus­strecken und Stei­ne von Ster­ben­den empfan­gen und Stei­ne an Sterbende wei­ter­geben. Es war ein öster­rei­chi­sches Ge­läch­ter; Ge­läch­ter mei­nes Hei­mat­lan­des“, schrieb Füh­mann.

Ist dieses Gelächter heute gänz­lich er­stor­ben? Kurz nachdem 1995 im bur­gen­län­di­schen Oberwart vier Roma durch eine Bombe er­mor­det wor­den wa­ren, ging in Wels eine als so­ge­nann­te Zigeuner ver­klei­de­te Grup­pe in einem Faschingsumzug mit. Als sie an der Fest­büh­ne vor­bei­zog, da scherz­te der Mo­de­ra­tor: „Bitte jetzt kei­ne Bom­ben wer­fen!“ Die Men­ge johlte. (…)

Auszug aus: Doron Rabinovici, Novemberpogrom, Programm­heft des Burgtheaters zu „Die letzten Zeugen“. 75 Jahre nach dem No­vem­ber­pogrom 1938. Ein Pro­jekt von Doron Rabi­no­vici und Matthias Hartmann, Wien 2013. (pdf-Download des Beitrags)

Siehe dazu auch: Karnevalsphantasien, dROMa-Blog, 4.3.2014

Gondolipe | Gedenken in Oberwart

Februar 6th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

OberwartGedenkakt anlässlich des Jahrestages des Bombenattentats an vier Roma:

So., 7. Februar 2016, 14:00 Uhr,
Oberwart – Gedenkstätte, Am Anger

In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1995 wurden in Oberwart die vier Roma Peter Sarközi, Josef Simon, Erwin Horvath und Karl Horvath durch eine Rohr­bombe des Brief­bomben­atten­tä­ters Franz Fuchs getö­tet. Sie hatten ver­sucht, eine Tafel mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“, die an der Bombe an­ge­bracht war, zu ent­fer­nen. Am 7. Februar wird der vier Opfer ge­dacht. Ver­anstal­ter sind das Referat für eth­ni­sche Gruppen und das Roma-Service in Koope­ra­tion mit der Volks­hoch­schule der Bur­gen­ländi­schen Roma, dem Verein Roma Ober­wart und dem Verein Karika.

Hier finden Sie Ausgabe 43 unseres Magazins dROMa, er­schie­nen vor einem Jahr an­läss­lich des 20. Jahres­tags des Atten­tats.

TC Roma: Der Einfluss der Geschichte

Januar 30th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

IG Kultur

TC Roma: Der Einfluss der Geschichte auf das all­täg­li­che Le­ben von Ro­ma-Frau­en in der Ge­gen­wart


Bewegungsmelder Kultur | Orange 94.0, 22.11.2015
Redakteur: Patrick Kwaśniewski

TC Roma steht für „Today’s Challenges for Roma Women influenced by historical Development“. Der Diskurs um die Rolle der Frau aus der Roma- und Sinti-Com­mu­nity in der euro­päi­schen Gesell­schaft hat ver­schie­dene Aspek­te. Die Situa­tion unter­schei­det sich in den euro­päi­schen Län­dern und eben­so ihre histo­ri­sche Grund­lage, gleich­zeitig gibt es auch Ein­flüsse aus einem gemein­sa­men euro­päi­schen Erbe. Das Pro­jekt ver­sucht diese Fragen auf­zu­neh­men und ihre Auf­berei­tung in die Initia­tion eines Netz­werkes münden zu lassen, dass die Hand­lungs­macht der Betrof­fe­nen in Gegen­wart und Zu­kunft stär­ken soll.

Was hat Geschichte mit meinem Leben zu tun? Wie be­ein­flus­sen poli­tische Struk­turen meine per­sön­lichen Chancen? Was sind gemein­same Werte in der EU und wo fin­den Roma und Sinti ihren Platz?

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Austritiko artschijipe ande Auschwitz

Dezember 22nd, 2015  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
7.12.2015 | (on demand)

Neues Konzept für die Österreich-Ausstellung in Auschwitz-Birkenau (Foto: Nationalfonds)O 1978 prado austritiko-artschijipe ando schtot­li­chi museum le gon­do­li­nipes­kere tha­nes­tar Auschwitz-Bir­ke­nau le khe­ro­da­schen jeka and geji­pes­kere tabli­naha, upre savi i „Austrija – Ersch­ti opferi le nacijo­nal­soci­jalis­mu­sistar“ te genel sina, akar­lahi. Dugi cajt aja opfe­ren­geri situa­cija, jek fala­to la austri­tika iden­ti­te­tatar sina. Le gon­dos­kere iri­ni­peha vasch o mit­ferant­voa­ti­nipe la Austri­jatar uso bibas­talo tradipe le naci­jo­nal­soci­ja­lis­musis­tar, jek nevo keri­pe manglo ulo. 2013 o artschi­jipe andar o bersch 1978 ando „Block 17“ le gon­do­li­nipes­kere tha­nestar, use tscha­pim ulo. 2014 i nevi kon­cep­ci­jona le artschi­jipes­tar taj 2015 o keripe, andi buti dim ulo. O artschijipeskero gondo „Duripe. Austrija ande Auschwitz“ o gejo­gra­fischi duripe masch­kar i Austrija taj Auschwitz, taj te upro tesch­tos­kero duri­pe odo­len­dar, sa­ve Auschwitz ledschim ule, andar i Austri­ja taj andar o dschi­vipe, sikal. O artschi­jipe adala durip­tscha ando masch­ka­ripes­kero gendo bescha­ren taj o kes­dipe la histo­ri­jatar andi Austrija taj lakero kise­ti­nipe ande Auschwitz le khe­ro­da­schenge pasche anel.

I historikerkija taj kuratorkija Birgit Johler, and dikip­tscha ando nevo ke­ripe le austri­tike vila­gos­kere atschi­ji­pestar ando schtot­lichi muse­um Auschwitz-Bir­kenau, kaj te upri opfe­ren­geri grupn le Romendar taj Sintijendar ande Auschwitz dik­lo ol, del. Read the rest of this entry »