Geschichte & Gedenken
August 5th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel, A/D 2016, 126 Min.
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt (nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes)
Filmstart: 7.10.2016 (A), 29.9.2016 (D)
Deutschland, 1942: Während des Zweiten Weltkriegs nimmt das Euthanasie-Programm des Naziregimes ungeahnte Ausmaße an. Der 13-jährige Ernst Lossa, ein Kind von Jenischen – fahrenden Händlern – wird von seiner Familie getrennt und gerät in die Mühlen der nationalsozialistischen Ausgrenzungs- und Rassenideologie. Er gilt als schwer erziehbar und wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee eingewiesen wird. Er beginnt, die Mechanismen der praktizierten Tötungsmaßnahmen zu durchschauen und versucht seine Freunde und Mitpatienten zu retten. Obgleich er völlig gesund ist, wird er schließlich wegen seines rebellischen Wesens im Rahmen des Euthanasieverfahrens zu Tode gebracht.
(Text: Filmfonds Wien)
August 2nd, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Berlin: Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau 1944
2. August 2016, 20 Uhr, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, 10557 Berlin
Am 2. August 2016 jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau zum 72. Mal. Leon ›Henry‹ Schwarzbaum (*1921) wurde als jüdischer Häftling Zeuge, als SS-Angehörige in der Nacht auf den 3. August 1944 die fast 3.000 verbliebenen Sinti und Roma ermordeten – zumeist als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen. Ivan Marazan überlebte als Kind die Deportation nach Transnistrien, den rumänisch besetzten Teil der Ukraine. Dort kamen zwischen 1941 und 1944 bis zu 25.000 Roma gewaltsam zu Tode.
Programm:
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Juli 31st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Dikh he na bister! Schau und vergiss nicht!
Gedenken an den Völkermord an Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Wien
2. August 2016, 18:00 bis 19:30 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, bei der Altlerchenfelder Kirche, 1070 Wien
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Nationalsozialisten ermordeten an die 90 Prozent der vor 1938 in Österreich lebenden Roma/Romnja und Sinti/Sintize. Bis heute ist das Trauma bei den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer wirksam. Von Öffentlichkeit und Politik wurde dieser Genozid lange verschwiegen und vergessen.
Romano Centro organisiert in Kooperation mit der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ und „zentrum exil“ zum zweiten Mal eine Gedenkveranstaltung zum 2. August in Österreich. Eine Veranstaltung, bei der keine Politikerinnen und Politiker, sondern Angehörige von Opfern zu Wort kommen. Da es in Wien für die ermordeten Roma/Romnja und Sinti/Sintize keinen eigenen Gedenkort und kein Denkmal gibt, wurde der nach Ceija Stojka benannte Platz bei der Altlerchenfelder Kirche als Veranstaltungsort gewählt.
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Juli 30th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Internationale Gedenkfeier in Auschwitz am 2. August 2016
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nimmt am 2. August 2016 mit einer Delegation von 51 Personen, viele davon Holocaustüberlebende, an dem offiziellen Gedenkakt anlässlich des Internationalen Roma-Gedenktages teil. Die Gedenkveranstaltung wird seit vielen Jahren vom Dokumentations- und Kulturzentrum gemeinsam mit dem Verband der Roma in Polen organisiert. Viele Vertreter des diplomatischen Corps sowie verschiedene internationale Delegationen werden anwesend sein. Für die Holocaustüberlebenden der Sinti und Roma wird Raymond Gurême (siehe dROMaBlog) sprechen, der verschiedene NS-Konzentrationslager überlebte und in der französischen Widerstandsbewegung aktiv war.
Zusammen mit dem internationalen Roma-Jugendnetzwerk TERNYPE organisiert das Dokumentations- und Kulturzentrum zudem auch in diesem Jahr in Krakau unter dem Titel „Dikh he na Bister“ („Look and don’t forget“) eine Veranstaltung mit über 350 jungen Roma und Nicht-Roma aus ganz Europa, die auch an dem Gedenkakt am 2. August teilnehmen werden.
(Aussendung Zentralrat)
Juli 30th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Look and don’t forget“ – Jugendbegegnung und Roma-Holocaust-Gedenktag 2016 in Krakau/ Auschwitz, Polen
Vor zwei Jahren organisierte Romano Centro für 40 Jugendliche die Reise zur Jugendbegegnung in Krakau, wo über 1000 junge Roma und Nicht-Roma, AktivistInnen und Freiwillige zusammengekommen sind, um der fast 3000 Roma, die am 2. August 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau getötet wurden, zu gedenken. Dieses Jahr haben junge Roma und Nicht-Roma aus Österreich wieder die Möglichkeit, an einer Jugendbegegnung mit über 300 Jugendlichen aus ganz Europa teilzunehmen. Die Veranstaltung findet vom 1. bis 5. August 2016 in Krakau statt. Im Programm stehen Workshops zu den Themen Antiziganismus, Gedenken, Holocaust- und Menschenrechtsbildung. Außerdem ist die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am 2. August und der Besuch des Auschwitz-Museums geplant. Die Teilnahme ist kostenlos und für Transport, Unterkunft und Verpflegung ist gesorgt.
(Ankündigung Romano Centro)
Juli 28th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Für den insolventen Verein Roma Oberwart zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab (wir berichteten). Sollte sich jedoch der Plan, dass das Land Burgenland das Grundstück mit dem Attentats-Mahnmal übernimmt, nicht realisieren lassen, bedeutet dies gleich einen zweifachen Schlag für die Volksgruppe: Zum einen wäre dies dann wohl das endgültige Aus für den 1989 gegründeten Roma-Verein. Zum anderen stünde somit auch der Fortbestand des Denkmals, das an die vier 1995 ermordeten Oberwarter Roma erinnert, auf dem Spiel. Denn dann muss das Grundstück als Teil der Konkursmasse anderweitig veräußert werden; und gelingt dies nicht, wird es zwangsversteigert – ohne dass der neue Eigentümer (anders als im Fall des Ankaufs durch das Land) dazu verpflichtet werden könnte, die Gedenkstätte weiterhin zu erhalten. Die Besorgnis unter den Roma – und insbesondere natürlich unter den nächsten Angehörigen der Opfer –, dass dieser wichtige Gedenkort schon bald einer anderen Nützung weichen könnte, ist jedenfalls groß. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in der Stadt Oberwart, im Land Burgenland und im Bund nichts unversucht lassen, um die Rettung des Vereins und des Mahnmals zu ermöglichen.
(dROMa)
Juli 18th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht
In einem „Aula“-Artikel (7-8/2015) diffamierte Stammautor Fred Duswald Befreite des KZ Mauthausen als „Massenmörder“, „Landplage“ und „Kriminelle“. Eine Täter-Opfer-Umkehr, wie sie sich die Nazi-Schergen von einst nicht perfider hätten zurechtlügen können. Der Historiker und grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser zeigte Duswald und den Chefredakteur Martin Pfeiffer daraufhin an. Herausgegeben wird das Magazin vom Freiheitlichen Akademikerverband; der Autor, der Burschenschafter Fred Duswald, ist laut DÖW bekannt für seine „NS-relativierenden“ Artikel. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Graz Ende 2015 jedoch mit einer vor historischer Ignoranz und postnazistischen Abwehrreflexen nur so triefenden Begründung eingestellt – „ein Schlag ins Gesicht der Holocaust-Überlebenden“, schrieb dazu der Standard. Der Zeithistoriker Bertrand Perz sah hierin sogar die „Fortsetzung der NS-Propaganda“. Selbst im Justizministerium war man fassungslos: Strafrechtssektionschef Christian Pilnacek hielt die Entscheidung der Grazer Staatsanwaltschaft für „unfassbar und menschenverachtend“; und auch die Oberstaatsanwaltschaft äußerte „Befremden“. Doch alle rechtlichen Möglichkeiten schienen ausgeschöpft.
Jetzt hat die Affäre, wie Harald Walser auf seiner Website mitteilt, aber doch noch ein ein juristisches Nachspiel. Acht Mauthausen-Überlebende sagen: „Es reicht!”
Nun haben jedoch acht ehemalige Häftlinge des Lagerkomplexes Mauthausen Klage gegen die Aula eingereicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehemaliger Häftling Theresienstadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Tochter des Mauthausen-Überlebenden Leon Zelmann, angeschlossen. Möglich war dies, weil auch in Folgenummern der Aula und in Briefen an ihre Abonnenten die braune Diffamierungskampagne fortgesetzt wurde.
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Mai 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Stellungnahme der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas:
Berlin – Besetzung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas aus Protest gegen drohende Abschiebung
Am Sonntag, den 22. Mai 2016, besetzten ab 16.30 Uhr bis zu 70 Personen das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, um gegen die Abschiebung von Roma aus Deutschland in ihre als »sicher« geltenden Herkunftsländer zu demonstrieren. Angehörige der Minderheit sind insbesondere auf dem Balkan massiver Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Unter den Demonstranten waren etliche Romafamilien mit Kindern, die seit langem in Deutschland leben und denen unmittelbar die Abschiebung droht. Die Veranstaltung war polizeilich nicht genehmigt. Auch die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die das Denkmal betreut, war nicht informiert.
Mehr als sechs Stunden verhandelten die Stiftung und Angehörige der Minderheit, die Polizei und Politiker mit den Besetzern. Zugleich bemühten sich weitere Vertreter der Sinti und Roma aus ganz Deutschland – darunter Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma – in zahlreichen Telefonaten mit den Sprechern der Demonstranten um Vermittlung. Schließlich waren diese allerdings nicht bereit, das Denkmalsgelände zu verlassen. Vorschläge seitens der Polizei zu alternativen Versammlungsorten in unmittelbarer Nähe wurden abgelehnt.
Vor allem weil unter den Teilnehmern Säuglinge und Kinder sowie kranke Frauen waren, entschied die Stiftung gegen 24 Uhr in Rücksprache mit Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, die Besetzung durch die Polizei beenden zu lassen. Lediglich einige männliche Demonstranten leisteten Widerstand. Gegen 0.45 Uhr hielten sich keine Personen mehr im Denkmal auf. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden bewusst nicht erstattet.
Die Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Betroffenen und kritisiert die gängige Abschiebepraxis. Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Aussendung der IL Berlin:
Protest gegen Abschiebungen: Von Abschiebung bedrohte Roma besetzen Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin
Am Sonntagnachmittag wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas durch eine Gruppe von Roma, die unmittelbar von Abschiebung bedroht sind, besetzt. Die Roma, die zum Teil als Familienverbände mit Kindern an der Besetzung teilnehmen, haben sich aus ihrer aussichtslosen Lage heraus entschieden, auf die sie im Besonderen betreffende verschärfte Asyl- und Abschiebepolitik aufmerksam zu machen. Die meisten von ihnen kommen aus Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien oder Montenegro – also jenen Ländern, die die Bundesregierung seit 2014 als „sichere Herkunftsstaaten“ definiert hat. Diese Neuregelung hat zum Ziel, Asylsuchende aus diesen Ländern in Schnellverfahren abzulehnen und schnell abzuschieben. In den letzten Monaten wurden bereits zahlreiche Familien abgeschoben.
Damit ignoriert die Bundesregierung die massive Diskriminierung und soziale Ausgrenzung, der Roma in diesen Ländern ausgesetzt sind. Verschiedene Institutionen, u. a. der UNHCR, das Deutsche Institut für Menschenrechte sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Verschärfungen der menschenrechtliche und flüchtlingsrechtliche Anspruch der Asylsuchenden auf individuelle Prüfung ihrer Asylanträge und auf Schutz vor Verfolgung unterlaufen wird.
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Mai 20th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Ando sud polnitiko Borzęcin Dolny na dur Krakaujatar jek holocaustiskero gondolipeskero than na prindscharde dschenendar pujsto tschito ulo. Ada andi april kerdo ulo. O gondolipeskero than upro nacijonalsocijalistischi genocid pal te gondolinel upro Roma. O harengere le tetertschen roden.
O gondolipeskero than jeke hokoneha le betoniskere soklistar tel tschalado ulo. Jek gondolipeskeri tablina, savi aun kerdi sina, tel tschaladi uli. O ande pisinipe, savo te andi Romani tschib la posijaschkijatar Papusza (Bronisława Wajs) sina, upre sikal upro but dschenengero murdaripe le Romendar le nimtschke nimcijendar ando dujto haburi. O gondolipeskero than upre oda than le veschistar kerdo ulo, kaj ando juli 1943 29 polnitike Roma murdarde ule: trin murscha, pantsch dschuvla taj bischujek tschave andar o familiji Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski taj Cioroń. O inicijatorkiji le gondolipeskere thanestar gondolinen, hot adaj jeke sistematischi, organsirti angle gejipeha te kerel hi: „Mange o alava falinen, kaj schaj phenav, so me akan esbe lav“, phenel i polnitiki kinstlerkija Małgorzata Mirga-Tas, savi Romni hi, taj o gondolipeskero than kertscha. Read the rest of this entry »
Mai 5th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung in Berlin: Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien und Deutschland
Bis 20. Juni 2016, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr
Ort: Stiftung EVZ, Lindenstr. 20-25, 10969 Berlin
Am Beginn des Projekts stand die Erkenntnis, dass es viele Vorurteile gibt, die sich auf Unwissen gründen. Die Schülerinnen und Schüler aus Ostrov und Schwabmünchen stellten daher die Geschichte der Sinti und Roma in Tschechien und im benachbarten Deutschland in den Mittelpunkt ihres Projektes. Während der gemeinsamen Projektwochen im November 2014 und April 2015 fragten sie sich: Warum wurden und werden Sinti und Roma diskriminiert – während des Zweiten Weltkrieges und bis heute? In Vorträgen, Workshops, Gesprächen und durch eigene Recherchen lernten sie die Geschichte kennen und Vorurteile zu hinterfragen. Das gemeinsam reflektierte Wissen dokumentiert die hier präsentierte Wanderausstellung.
„Dieses Projekt hat mir geholfen, die Augen zu öffnen und Vorurteilen – nicht nur gegenüber Roma und Sinti – Aufmerksamkeit zu schenken.“ František Hartl, Teilnehmer am Projekt „Wege der Diskriminierung“.
Die Ausstellung ist ein Projekt von Antikomplex e.V. und der Ackermann-Gemeinde e.V. in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Ostrov und dem Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen.
(Text: Stiftung EVZ)
Mai 3rd, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
RomaTrial, 27.4.2016: Am letzten Dienstag ging in Wiesbaden die 16. Edition von goEast zu Ende, des Festivals des mittel- und osteuropäischen Films. In dessen Rahmen startete goEast gemeinsam mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) das Pilotprojekt OPPOSE OTHERING zur Förderung von jungen Filmemacher*innen aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa, die sich mit ausgrenzenden Einstellungen gegenüber Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser, kultureller, ethnischer Herkunft und/oder sexueller Identität filmisch auseinandersetzen und Menschen und Projekte porträtieren, die Solidarität, Zivilcourage und Widerstand gegen Diskriminierung fördern. RomaTrial e.V. bewarb sich mit dem Vorhaben, ein Filmportrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker aus der tschechischen Stadt Krupka mit dem Namen „JOŽKA“ zu produzieren. (Anm.: oben sehen Sie das bereits publizierte Romaday-Kampagnenvideo). Wir freuen uns sehr, dass die dreiköpfige Jury den geplanten Kurzfilm für die Förderung empfohlen hat und RomaTrial e.V. Produktionspreisgelder in Höhe von 3.000 Euro erhält.
JOŽKA: Eine Hoffnung für unsere Gesellschaft
Seitdem seine Gesundheit durch lebenslange Arbeit im Bergbau zerstört wurde, widmet sich Jožka dem Kampf für eine bessere, gerechtere Gesellschaft und gegen die kontinuierliche Diskriminierung von Roma in Tschechien, in der Schweinemastanlage am Ort des ehemaligen KZ Lety verkörpert. Letztendlich verpflichtete er sich dem Großvater seiner Frau, einem Lety-Überlebenden, die Schweinemast schließen zu lassen und damit ein würdiges Erinnern an die tschechischen Opfer des Roma-Holocaust zu ermöglichen. Doch es ist wie ein Kampf gegen die Windmühlen: Keiner der tschechischen Politiker nimmt sich dieses Themas an, in der Gesellschaft sind nach wie vor starke Ressentiments den Roma gegenüber präsent. Jožka wird immer wieder seitens der neonazistischen Szene bedroht, bei einer Demonstration wurde er vor zwei Jahren zusammengeschlagen und landete im Krankenhaus. Read the rest of this entry »
April 29th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Im südpolnischen Borzęcin Dolny unweit von Krakau wurde eine Holocaustgedenkstätte von unbekannten Tätern geschändet. Entdeckt wurde die Zerstörung des hölzernen Denkmals am vergangenen Freitag. Das Mahnmal erinnert an den nationalsozialistischen Genozid an den Roma. Die Polizei ermittelt.
Das Denkmal war – offenbar mit einer Axt – von seinem Betonsockel geschlagen und zerstört worden. Eine Gedenktafel, die an dem Denkmal befestigt war, wurde ebenfalls heruntergeschlagen. Die Inschrift, die auch einige Verse der Roma-Dichterin Papusza (Bronisława Wajs) enthielt, verwies auf die Massenerschießung von Roma durch die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs. Das Monument wurde an genau der Stelle in einem Waldstück errichtet, wo im Juli 1943 29 polnische Roma ermordet worden waren: 3 Männer, 5 Frauen und 21 Kinder aus den Familien Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski und Cioroń. Die Überreste der am Ort des Massakers verscharrten Opfer waren bereits 1959 exhumiert und in einem gemeinsamen Grab am Friedhof in Borzęcin Dolny bestattet worden.
„Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich jetzt fühle“, erklärt die polnische Künstlerin Małgorzata Mirga-Tas, die, selbst Romni, das Mahnmal gestaltet hatte. „So etwas kann nur jemand tun, der jeden Respekt gegenüber anderen, gegenüber der Geschichte, dem Gedenken und uns Roma verloren hat. Jemand will uns wohl zu verstehen geben, dass wir nicht zählen.“
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März 14th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
17. März 2016: Die „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“ lädt zu einer Veranstaltung, bei der gemeinsam mit ZeitzeugInnen an die auf dem und um den Ringelseeplatz im 21. Bezirk lebenden Lovara, Sinti und Roma erinnert werden soll.
Im Bereich der heutigen Floridsdorfer Bezirksteile Mühlschüttel und Bruckhaufen lebten im Laufe des 20. Jahrhunderts zahlreiche Lovara, Sinti und Roma. Vor allem der Ringelseeplatz und seine Umgebung waren ein zentraler Sammel- und Treffpunkt – bis in die frühen 1960er-Jahre. Wir schlagen vor, durch Errichtung einer Erinnerungsstätte auf diesen Teil der Bezirksgeschichte hinzuweisen und auch jener Menschen zu gedenken, die dem NS-Terror zum Opfer fielen. Ein diesbezüglicher Antrag der Grünen wurde am 10. Februar 2016 in der Bezirksvertretung Floridsdorf mit den Stimmen aller anderen Fraktionen gegen die Stimmen der FPÖ der Kulturkommission zugewiesen, wo er demnächst behandelt werden wird.
Bei der kurzen Kundgebung in der Franklinstraße wird der Wunsch nach Schaffung einer Erinnerungsstätte an die Opfer der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus unter den ehemaligen BewohnerInnen des Ringelseeplatzes unterstrichen. Nach einem kurzen Fußweg werden im Gasthaus Birner historische Fotos aus dem Familienarchiv von Willy S. Horvath gezeigt und die ZeitzeugInnen Ruzsa Nikolić-Lakatos (Lovarica, Sängerin), Alfred Ullrich (Sinto, Künstler) und Mozes Heinschink (Sprachwissenschafter) werden über ihren Bezug zum damaligen Leben auf dem Mühlschüttel und Bruckhaufen erzählen.
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Februar 27th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 15.2.2016 | (on demand)
Gedenkfeier in Oberwart
Angle 21 berscha, ando 4to feberi 1995, i Erba uso than le lek phareder politischi motivirime atentatistar andi historija la dujta republikatar, ulo.
Andi rat usar o 4to upro 5to feberi 1995 andi Romengeri-sidlung Erbate jek bomba schtar dschenen murdartscha. O Josef Simon, o Peter Sarközi, o Karl taj o Erwin Horvath odola Roma sina, save pumaro ileto naschade. Upro than le atentatistar, Roma taj gadsche talalinde pumen, le opferenge te gondolinel. I Romengeri-pastoral la diöcesejatar Tikni Martona, use ada gondolinipeskero mulatintschago akartscha. Ada bibastalo keripe telel o dschene la Romengera-sidlungatar, bari briga taj dar antscha. La cajtaha, ham imar but avrijal ulo. (volksgruppen.orf.at)
Vor 21 Jahren, am 4. Februar 1995, wurde Oberwart zum Tatort des schwersten politisch motivierten Anschlags in der Geschichte der Zweiten Republik.
In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 detonierte in der Roma-Siedlung in Oberwart eine Rohrbombe und tötete vier Bewohner. Josef Simon, Peter Sarközi, sowie Karl und Erwin Horvath waren jene Roma, die ihres Lebens beraubt wurden. Am Ort des Geschehens folgten Gedenkende und Angehörige der Einladung der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt, sich gemeinsam an die Opfer zu erinnern. Dieses schreckliche Ereignis löste bei den Bewohnern tiefe Trauer und Angst aus. In der Zwischenzeit hat sich jedoch einiges geändert.
(volksgruppen.orf.at)
Februar 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Anlässlich des 60. Jahrestags der „Zigeuner-Urteile“ veranstalteten der Bundesgerichtshof und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma im Nachgang zum Besuch von BGH-Präsidentin Bettina Limperg im Zentralrat und Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ein gemeinsames Symposium.
Presseaussendung des Zentralrats, 16.2.2016: Am 17. Februar 2016 fand im Foyer des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe ein gemeinsames Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma statt. Thema war das Grundsatzurteil zur Ablehnung der Entschädigung von NS-verfolgten Sinti und Roma vom 7. Januar 1956, in dem der BGH feststellte, dass die „Zigeuner“ von den Nationalsozialisten zu Recht als „artfremd“ behandelt worden seien. So führte er unter Zugrundelegung von NS-Kommentaren z.B. aus, dass „Zigeunern wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen“ sei.
Diese Rechtsprechung prägte über viele Jahre das gesamte Entschädigungsrecht für die Überlebenden der Sinti und Roma und wurde zur Niederschlagung von Strafverfahren gegen die Organisatoren des Holocausts herangezogen. 1963 erkannte zwar der BGH in Abänderung des Unrechtsurteils von 1956 den Entschädigungsanspruch an, distanzierte sich aber nicht von der rassistischen Charakterisierung der Minderheit.
Nach knapp 60 Jahren distanzierte sich BGH-Präsidentin Bettina Limperg im Rahmen ihres Besuchs des Zentralrats und Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma im März 2015 von diesem diskriminierenden Urteil. Read the rest of this entry »
Februar 20th, 2016 |
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Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Auszug aus „Novemberpogrom“, einem Text des Wiener Schriftstellers und Historikers Doron Rabinovici (2013):
(…) Der Schriftsteller Franz Fühmann erinnerte sich: „Es muß 1943 gewesen sein, im Sommer, in Wien, in der Rilkezeit, da zeigte die Wochenschau Bilder aus einem Konzentrationslager, und man sah drei Häftlinge mit dem Judenstern, die, offensichtlich Mitte irgendeiner Kette, einander langsam Steine zureichten … Der Kommentator bemerkte, daß die Juden das erste Mal in ihrem Leben arbeiteten, was man ja auch an dem rasanten Tempo ihrer Bewegungen sehe, und das Publikum brüllte vor Lachen, und ich erstarrte, denn man sah Sterbende mit verlöschender Kraft die Arme ausstrecken und Steine von Sterbenden empfangen und Steine an Sterbende weitergeben. Es war ein österreichisches Gelächter; Gelächter meines Heimatlandes“, schrieb Fühmann.
Ist dieses Gelächter heute gänzlich erstorben? Kurz nachdem 1995 im burgenländischen Oberwart vier Roma durch eine Bombe ermordet worden waren, ging in Wels eine als sogenannte Zigeuner verkleidete Gruppe in einem Faschingsumzug mit. Als sie an der Festbühne vorbeizog, da scherzte der Moderator: „Bitte jetzt keine Bomben werfen!“ Die Menge johlte. (…)
Auszug aus: Doron Rabinovici, Novemberpogrom, Programmheft des Burgtheaters zu „Die letzten Zeugen“. 75 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938. Ein Projekt von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann, Wien 2013. (pdf-Download des Beitrags)
Siehe dazu auch: Karnevalsphantasien, dROMa-Blog, 4.3.2014
Februar 6th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkakt anlässlich des Jahrestages des Bombenattentats an vier Roma:
So., 7. Februar 2016, 14:00 Uhr,
Oberwart – Gedenkstätte, Am Anger
In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1995 wurden in Oberwart die vier Roma Peter Sarközi, Josef Simon, Erwin Horvath und Karl Horvath durch eine Rohrbombe des Briefbombenattentäters Franz Fuchs getötet. Sie hatten versucht, eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“, die an der Bombe angebracht war, zu entfernen. Am 7. Februar wird der vier Opfer gedacht. Veranstalter sind das Referat für ethnische Gruppen und das Roma-Service in Kooperation mit der Volkshochschule der Burgenländischen Roma, dem Verein Roma Oberwart und dem Verein Karika.
Hier finden Sie Ausgabe 43 unseres Magazins dROMa, erschienen vor einem Jahr anlässlich des 20. Jahrestags des Attentats.
Januar 30th, 2016 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

TC Roma: Der Einfluss der Geschichte auf das alltägliche Leben von Roma-Frauen in der Gegenwart
Bewegungsmelder Kultur | Orange 94.0, 22.11.2015
Redakteur: Patrick Kwaśniewski
TC Roma steht für „Today’s Challenges for Roma Women influenced by historical Development“. Der Diskurs um die Rolle der Frau aus der Roma- und Sinti-Community in der europäischen Gesellschaft hat verschiedene Aspekte. Die Situation unterscheidet sich in den europäischen Ländern und ebenso ihre historische Grundlage, gleichzeitig gibt es auch Einflüsse aus einem gemeinsamen europäischen Erbe. Das Projekt versucht diese Fragen aufzunehmen und ihre Aufbereitung in die Initiation eines Netzwerkes münden zu lassen, dass die Handlungsmacht der Betroffenen in Gegenwart und Zukunft stärken soll.
Was hat Geschichte mit meinem Leben zu tun? Wie beeinflussen politische Strukturen meine persönlichen Chancen? Was sind gemeinsame Werte in der EU und wo finden Roma und Sinti ihren Platz?
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Dezember 22nd, 2015 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 7.12.2015 | (on demand)
O 1978 prado austritiko-artschijipe ando schtotlichi museum le gondolinipeskere thanestar Auschwitz-Birkenau le kherodaschen jeka and gejipeskere tablinaha, upre savi i „Austrija – Erschti opferi le nacijonalsocijalismusistar“ te genel sina, akarlahi. Dugi cajt aja opferengeri situacija, jek falato la austritika identitetatar sina. Le gondoskere irinipeha vasch o mitferantvoatinipe la Austrijatar uso bibastalo tradipe le nacijonalsocijalismusistar, jek nevo keripe manglo ulo. 2013 o artschijipe andar o bersch 1978 ando „Block 17“ le gondolinipeskere thanestar, use tschapim ulo. 2014 i nevi koncepcijona le artschijipestar taj 2015 o keripe, andi buti dim ulo. O artschijipeskero gondo „Duripe. Austrija ande Auschwitz“ o gejografischi duripe maschkar i Austrija taj Auschwitz, taj te upro teschtoskero duripe odolendar, save Auschwitz ledschim ule, andar i Austrija taj andar o dschivipe, sikal. O artschijipe adala duriptscha ando maschkaripeskero gendo bescharen taj o kesdipe la historijatar andi Austrija taj lakero kisetinipe ande Auschwitz le kherodaschenge pasche anel.
I historikerkija taj kuratorkija Birgit Johler, and dikiptscha ando nevo keripe le austritike vilagoskere atschijipestar ando schtotlichi museum Auschwitz-Birkenau, kaj te upri opferengeri grupn le Romendar taj Sintijendar ande Auschwitz diklo ol, del. Read the rest of this entry »