Juli 29th, 2022 |
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Radijo Romani Ora

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 29. Juli 2022 (mp3)
Die Sendung wird dieses Mal wieder von Alexander Gussak moderiert. In unserem Tagesthema hören Sie einen Bericht über 30 Jahre Romano Centro, gestaltet von Tina Nardai. In der Rubrik „Mri historija“ hat Adolf Gussak ein schönes Roma-Märchen für Sie vorbereitet, erzählt von einer Burgenland-Romni auf Romanes. In „Mindenfelitiko“, unserem bunten Allerlei, gibt es einen Kochtipp von unserer Tina, und in „Young wild and free“, unserer Jugendrubrik, stellt Adi Gussak den Jugendverein HÖR (Hochschüler*innenschaft österreichischer Roma und Romnja) vor. Und wie immer wartet auf Sie gute Roma-Musik.
Juli 27th, 2022 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
70% der Deutschen können keinen Ort nennen, der den während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma gewidmet ist.
(Quelle)
Juli 25th, 2022 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Im April, am internationalen Roma-Tag, wurde das „Netzwerk Roma-Rechte“ des European Roma Rights Centre (ERRC) ins Leben gerufen, nachdem ein erstes Hybrid-Treffen von Budapest aus abgehalten worden war. Das Netzwerk besteht aus 18 Menschenrechtsorganisationen aus 15 verschiedenen Ländern und will Aktivisten, Roma und Nicht-Roma, die sich für die Menschenrechte in ganz Europa einsetzen, vereinen.
Das Netzwerk für die Rechte der Roma hat zur Aufgabe, das Engagement der Roma in Sachen Menschenrechte zu fördern. Es besteht sowohl aus Roma-Organisationen als auch aus Menschenrechtsgruppen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die fundamentalen Rechte für Roma-Communities zu verbessern. Das Netzwerk strebt an, verstärkt Menschenrechtsprozesse zu führen, die die Menschenrechtsagenda für die Roma im europäischen Raum zu beeinflussen und die Debatte um die Belange der Roma-Rechte zu fördern.
Ermöglicht wird dieses Netzwerk durch das Roma Rights Centre (ERRC); es agiert als gleichberechtigter Partner mit anderen Mitgliedern. Geplant ist, dass weitere Mitglieder hinzukommen können und die Mitglieder offen sind für neue Partnerschaften mit anderen gemeinnützigen Menschenrechts-Organisationen, die sich mit der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen gegenüber Roma-Communities beschäftigen.
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Juli 24th, 2022 |
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Film & Theater
Die Kritiker verglichen sie mit Greta Garbo oder Marlene Dietrich. Gefeiert wurde sie in etlichen Artikeln überschwänglich als „sensationelle Besetzung“, „polyglotter Star“ und „schauspielerisches Naturtalent“. Und in den begehrten Sammelbildern einer deutschen Zigarettenfabrik fand sich ihr Foto neben dem der Stummfilm-Ikone Asta Nielsen. Doch trotz alledem ist die französische Schauspielerin Tela Tchaï (1909–1993) heute nahezu vergessen.
Der Bielefelder Germanist Prof. Klaus-Michael Bogdal hat sich auf Spurensuche begeben und faszinierende Details aus der Lebensgeschichte der Aktrice zusammengetragen, die 1909 als Martha Winterstein im französisch-deutsch-belgischen Grenzgebiet geboren wurde und aus einer Manouche-Familie stammt. Von seinen mühevollen Recherchen berichtet der emeritierte Literaturwissenschaftler am 25. Juli, 18 Uhr, bei einem öffentlichen Vortrag im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Bremeneckgasse 2 in Heidelberg.
Faktisch beendet wurde die Karriere von Tela Tchaï durch den Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich im Mai 1940. Allerdings liegt auch ihre zweite, durchaus erfolgreiche Karriere als Malerin weitgehend im Dunkeln.
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Juli 22nd, 2022 |
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Radijo Romani Ora

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 22. Juli 2022 (mp3)
Die heutige Ausgabe der Romani Ora wird moderiert von Tina Nardai. Der Redakteur Adolf Gussak war bei einem Konzert der kroatischen Rockband BRUIJ im Rahmen des „Klangfrühlings“ auf Burg Schlaining dabei und hat die wichtigsten Momente und Töne für Sie eingefangen. Im Jugendformat „Young wild and free“ porträtiert Adi Gussak die russische AktivistInnen-Band „Pussy Riot“; und in der Rubrik „Mri historija“ berichtet Alex Gussak über den Zweiten Weltkrieg. Abgerundet wird das Roma-Magazin mit unterhaltsamen Veranstaltungshinweisen sowie buntgemischter Musik.
Juli 21st, 2022 |
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Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Die große Sinti-Autorin und -Zeitzeugin Philomena Franz feiert heute ihren 100. Geburtstag in Bergisch-Gladbach
Aus RomArchive: Philomena Franz, geboren 1922 in Biberach, Deutschland, war die erste Frau unter Roma und Sinti, die ihre Erfahrungen in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs zu Papier brachte. Als Kind einer Sinti-Familie von Musiker_innen und Schauspieler_innen mit langjährigen Wurzeln in Deutschland, sang und tanzte Franz bereits als junges Mädchen in ihrer Familientruppe. Sie erinnert sich gerne an Höhepunkte dieser Zeit, zum Beispiel die Auftritte im Lido in Paris und im Wintergarten in Berlin.

Dieses Leben der Kreativität und Freiheit endete in den späten 1930er Jahren, als ihrer Familie zuerst die Pässe entzogen und dann ihre Instrumente konfisziert wurden. 1943 wurde Franz nach Auschwitz deportiert. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus Ravensbrück floh Franz 1945 erfolgreich aus einem Lager bei Wittenberge und rettete ihr Leben mithilfe eines deutschen Bauern, der sie versteckte. Nach Kriegsende stellte sie fest, dass ein Großteil ihrer Familie in den Lagern ermordet worden war. Für die überlebenden Sinti und Roma war Hilfe nicht ohne weiteres verfügbar, sodass Philomena Franz zusammen mit anderen Sinti-Musiker_innen eine Band gründete, die durch das Land tourte, um für die alliierten Truppen zu spielen.
Während dieser Zeit lernte sie Oskar Franz kennen, sie heirateten und hatten fünf Kinder. In den folgenden Jahren litt sie unter schweren Depressionen, ständigen Albträumen und einem unerbittlich wiederkehrenden Gefühl der Gefangenschaft. Sie kämpfte auch mit der mangelnden offiziellen Anerkennung der Viktimisierung von Sinti und Roma im Holocaust und der fehlenden Restitution. Als in den 1970er Jahren einer ihrer Söhne in der Schule als »Zigeuner« verspottet wurde, sah sich Philomena Franz gezwungen, mit den dortigen Schüler_innen und Lehrer_innen über den Holocaust zu sprechen. So begann sie, ihre Erinnerungen an die Konzentrationslager dem Publikum mitzuteilen und in Erzählungen zu fassen.
Philomena Franz veröffentlichte ihre Märchen für Kinder 1982 in der Sammlung »Zigeunermärchen«, und 1985 hielt sie ihre Erinnerungen an das Leben und die Familie, die sie im Holocaust verloren hatte, sowie ihre Erfahrungen mit der Gefangenschaft in Auschwitz in ihrer Autobiografie »Zwischen Liebe und Hass: Ein Zigeunerleben« fest. Read the rest of this entry »
Juli 21st, 2022 |
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Film & Theater, Radio, Podcast & TV
Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma: 3sat zeigt drei Dokumentarfilme von Peter Nestler
Anlässlich des „Europäischen Holocaust-Gedenktags für Sinti und Roma“ am 2. August zeigt 3sat am 25. Juli 2022 ab 22.25 Uhr die Filme „Unrecht und Widerstand – Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung“ (D 2022) und „Der offene Blick – Künstlerinnen und Künstler der Sinti und Roma“ (D 2022) von Dokumentarfilmer Peter Nestler in Erstausstrahlung. Am 26. Juli 2022, 2.35 Uhr, folgt Nestlers Film „Fremde Kinder: Mit der Musik groß werden“ (D 2003). Außerdem präsentiert 3sat in der 3sat-Mediathek ein Konzert der „Roma und Sinti Philharmoniker“ vom „Morgenland Festival Osnabrück“ im November 2021. Alle Beiträge sind ab 24. Juli 2022, 22.25 Uhr, für 90 Tage in der 3sat-Mediathek abrufbar.
Unrecht und Widerstand
Über acht Jahrzehnte haben deutsche Sinti und Roma Unrecht erfahren. In seinem neuen Dokumentarfilm „Unrecht und Widerstand – Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung“ erzählt Peter Nestler von Romani Roses Familie, ihrem Widerstand und ihrem Beharren auf Gerechtigkeit. Es ist die leidvolle Geschichte einer Minderheit zwischen Trauma und Selbstbehauptung, die die gesamte Nachkriegszeit hindurch bis in die Gegenwart hinein Gewalt und behördliche Schikanen erlitt und nur dank einer Bürgerrechtsbewegung Anerkennung erfuhr. Read the rest of this entry »
Juli 20th, 2022 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Romani
Podcast „Romani Chaji“ (Mai 2021): Roma-Jugendliche in Deutschland reden über Romanes und über verschiedene Dialekte. Sprachwissenschaftlich ist ja vielleicht nicht jedes Detail ganz wasserdicht, aber es ist ein lohnendes Vergnügen, den Mädchen und ihrer Perspektive zuzuhören.
Im Projekt „Romani Chaji“ des „RomaniPhen Archivs“ finden Mädchen der Sinti- und Roma-Community einen Raum, in dem sie über ihre Diskriminierungserfahrungen sprechen und Strategien dagegen entwickeln können. Zudem werden individuelle Lernangebote geschaffen, um die Mädchen bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Zugleich werden kreative Kompetenzen gefördert: Es gibt Workshops und die Mädchen erstellen selbst Video-Blogs, Podcasts und animierte Filme. Mehr hier: www.romnja-power.de
Sämtliche Folgen des „Romani Chaji“-Podcasts (2021) finden Sie auf Spotify.
Juli 18th, 2022 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik
1979 reiste die EU-Parlamentspräsidentin Simone Veil, selbst jüdische NS-Überlebende, zur Gedenkkundgebung der Roma und Sinti in Bergen-Belsen.
(Quelle)
Juli 16th, 2022 |
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Frauenrechte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Podcast „Romani Chaji“ (Mai 2021): Roma-Jugendliche in Deutschland erzählen von ihren Rassismus-Erfahrungen in der Schule
Im Projekt „Romani Chaji“ des „RomaniPhen Archivs“ finden Mädchen der Sinti- und Roma-Community einen Raum, in dem sie über ihre Diskriminierungserfahrungen sprechen und Strategien dagegen entwickeln können. Zudem werden individuelle Lernangebote geschaffen, um die Mädchen bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Zugleich werden kreative Kompetenzen gefördert: Es gibt Workshops und die Mädchen erstellen selbst Video-Blogs, Podcasts und animierte Filme. Mehr hier: www.romnja-power.de
Sämtliche Folgen des „Romani Chaji“-Podcasts (2021) finden Sie auf Spotify.
Juli 15th, 2022 |
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Radijo Romani Ora

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 15. Juli 2022 (mp3)
In der Rubrik „Tagesthema“ berichtet Alexander Gussak vom traditionellen Roma-Kirtag in Mischendorf (Bezirk Oberwart). In unserem „Mri Historija“-Block erzählt Paula Nardai ein altes Roma-Märchen. In der Rubrik „Mindenfelitiko“ informiert Sie Tina Nardai über die anstehenden Veranstaltungen am Wochenende. Für die Jungen und Junggebliebenen gibt’s dann noch die Kategorie „Young, wild and free“ – Adi Gussak erzählt über den Boxer und selbsternannten „Gipsy King“ Tyson Fury. Durch die Sendung führt Adolf Gussak.
Juli 14th, 2022 |
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Musik, Radio, Podcast & TV
COSMO Machiavelli. Der Podcast über Rap und Politik
WDR | Sendung vom 7.4.2021 (76:48 min)
→Download (mp3)
Vassili Golod und Jan Kawelke sprechen darüber, was wir über Sinti und Roma nicht wissen, aber dringend lernen sollten. Mit dabei: Aktivist und Rom Gianni Jovanovic und die Rapper Tomkat und Chawo, die von ihren Erfahrungen als Sinti in Deutschland berichten.
Unwissenheit – das ist das vorherrschende Gefühl dieser Folge. Unwissenheit in der Gesellschaft, in der Geschichte, in der Deutschrap-Szene und bei uns:. Also viel aufzuarbeiten in dieser Folge und was für ein Glück, dass Vassili Golod und Jan Kawelke so geduldige und kluge Gäste haben: Rom Gianni Jovanovic hat nicht nur das mitreißendste Lächeln, sondern auch die überzeugendsten Argumente, wenn es um seine aktivistischen Ziele geht. Seit Jahren engagiert sich der Kölner für die Rechte der Rom:nja & Sinti:zze. Zuletzt krempelte er in der WDR-Sendung „Kölner Treff“ die deutsche Sprach-Ignoranz auf Links.
Tomkat ist Sinti-Rap-Pionier aus Osnabrück und kennt sich nicht nur mit Rap-Flows, sondern auch mit Redefluss aus und teacht Musik-Basics genauso wie Sinti-Geschichte. Sinto Chawo steht in seinen Fußstapfen. Der Rap-Newcomer aus Köln wuchs mit Eminem und Django Reinhardt auf, die perfekte Kombi also für eine vielseitige Musikkarriere.
(Text und Sendung: WDR.de)
Siehe dazu auch:
Sinti im Rap – Die Entdeckung der Chabo-Sprache
Juli 12th, 2022 |
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Geschichte & Gedenken
Tschechien: Termin für Abriss der Schweinefarm in Lety, an deren Stelle Mahnmal für Roma-Holocaust entstehen soll
Im südböhmischen Lety werden am 22. Juli die Abrissarbeiten des ehemaligen Schweinezuchtbetriebs beginnen. An dessen Stelle wird dann ein Mahnmal zur Erinnerung an den Holocaust an den Sinti und Roma errichtet. Die Abrisskosten sollten maximal 110 Millionen Kronen (4,5 Millionen Euro) betragen und werden vom Staat übernommen. Dies teilte eine Sprecherin des Museums für Roma-Kultur (Muzeum romské kultury) am Dienstag der Presseagentur ČTK mit.
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich vor Ort ein Konzentrationslager, in dem in den Jahren 1942 und 1943 insgesamt 327 Sinti und Roma starben. Seit den 1970er Jahren stand an der Stelle ein Schweinezuchtbetrieb. Diesen kaufte der tschechische Staat 2018 auf, um die Errichtung einer Gedenkstätte zu ermöglichen.
(Text: Radio.cz, 12.7.2022)
Aus unserem Archiv:
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Juli 12th, 2022 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Sajt but berscha i Zaklina Radosavljević patrijarchali strukturtscha taj seksismus ando khetanipe aun peske dikel. Ada sa tradija la, 2015 o farajn „Vivaro Viva Romnja“ te kerel – jek farajn, savo le dschuvlenge adaj hi. O farajn o erschti farajn tschak Romnjenge hi, hat dschuvlenge, andi Austrija. Ando vakeripe phukal i Zaklina Radosavljević pedar o aktujeli tematscha le farajnistar.
But Romnjenge o drom ande jek naphandlo, ajgeni dschivipe meg mindig jek barano hi. Barikano hi odolen te sikal, save meg mindig ando garujipe dschin. Usar o kesdipe aun lakero cil sina, odole dschuvlen andar o garujipe te hulinel taj te sikal, phenel i Radosavljević.
O cil mukipe hi
Te pedar Romnja andi Austrija vakertscham, iste diklo ol, obste odola adaj upro them ale vaj na, afka i Zaklina Radosavljević. Mint Romnja migracijonakera scenaha, butvar mindenfelitike problemca iste dschin, afka sar jek pharo usedschajipe uso sikadipe taj uso butjakero foro. Ham o anticiganismus meg mindig soralo hi, taj odolestar o cile Romnja reste hi, phenel i Radosavljević. Oj odolenge and pe bescharel, saven meg mindig nisaj hango hi taj butvar na dikle on. O Romnja Betschiste butvar mindenfelitika diskriminacijake ar bescharde hi.
O cil mukipe hi: Ada probalinel o farajn duach mindenfelitike workshops te schofinel. But dschuvla meg mindig ande patrijarchali strukturtscha dschin, vaschoda barikano hi thana te schofinel, kaj le dschuvlenge latsche dschal taj kaj tschak vasch lengere mangiptscha dschal. Adaleha kamla o farajn „Vivaro Viva Romnja“ jek gondo te schofinel taj le dschuvlen le workshopendar afka use multiplikatorkiji te kerel.
Latsche thana le dschuvlenge
O dschijakana tel likerde workshops adale tematschenca donde pumen bescharde: Internacijonali Romengero-Di, mujsinipeskero soharipe, partneriskero maripe taj atschipeskero tschatschipe. Read the rest of this entry »
Juli 11th, 2022 |
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Facts & Figures, Wissenschaft
Im Mai 2018 erschien die erste Ausgabe der neuen interdisziplinären Fachzeitschrift Critical Romani Studies.
(Quelle)
Juli 10th, 2022 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Der 2. August soll nationaler Gedenktag für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti werden. ÖVP und Grüne brachten im Nationalrat einen entsprechenden Antrag ein
„Es ist ein Anliegen der Volksgruppe der Roma den 2. August als nationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Völkermords an den Roma und Sinti während des Nationalsozialismus einzurichten. Wir unterstützen dieses Anliegen und haben aus diesem Grund einen entsprechenden Antrag im Parlament eingebracht,“ so ÖVP-Volksgruppensprecher Nationalratsabg. Nikolaus Berlakovich.
Schätzungen zufolge wurden während des Nationalsozialismus rund 500.000 Männer, Frauen und Kinder aus der Roma- und Sinti-Gemeinschaft in Europa ermordet. 2015 wurde der Völkermord an den Roma im Zweiten Weltkrieg vom Europäischen Parlament als historische Tatsache anerkannt. Nun soll es in Österreich einen nationalen Gedenktag geben.
Der 2. August wurde bewusst als europäischer Holocaust-Gedenktag gewählt: In einer einzigen Nacht wurden von 2. auf 3. August 1944 mindestens 3.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintizze im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet [neuen Forschungen zufolge sind es sogar zwischen 4.200 und 4300, Anm. d. dROMa-Red.]. Von den knapp 11.000 österreichischen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze überlebte nur knapp jeder Zehnte den Roma-Holocaust (auf Romani „Porajmos“).
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Juli 9th, 2022 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarchale Strukturen und Sexismus in der Gesellschaft. All das veranlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu gründen – einen Verein, der sich den Frauen widmet. Der Verein ist der erste Verein in Österreich nur für Romnja, also Roma-Frauen, Im Interview erzählt Zaklina Radosavljević von den aktuellen Themen des Vereins.
Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Österreich spricht, gilt es zu unterscheiden, ob diese hier geboren wurden oder nicht, so Zaklina Radosavljević. Denn Romnja mit Migrationshintergrund sind häufig von unterschiedlichen Problemen betroffen, wie etwa einem erschwerten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. Trotzdem sei der Antiziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja betroffen, erklärt Radosavljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft übersehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt.
Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschiedene Workshops zu schaffen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Strukturen, daher ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Bedürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusstsein schaffen und die Teilnehmerinnen der Workshops so zu Multiplikatorinnen machen.
Sichere Räume für Frauen
Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangsheirat, Partnergewalt und Mietrecht. Read the rest of this entry »
Juli 8th, 2022 |
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Radijo Romani Ora

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 8. Juli 2022 (mp3)
In unserer zweiten Sendung „Romani Ora“, das erste Mal moderiert von Alexander Gussak, geht es im Tagesthema („pedar o nipo vakeren“) um die zweiwöchige Petitions-Tour der Volkshilfe Österreich gegen die Kinderarmut in Österreich, organisiert von Direktor Erich Fenninger. In der Rubrik „Mri historija“ erzählt Alexander Gussak über die Situation der Roma ab dem 17. Jahrhundert, die widrigen Umstände und die Willkür unserer Grafen, Könige und Kaiser – sowie Maria Theresia und ihren Sohn Joseph II. In „Mindenfelitiko“ hat Tina Nardai einen großartigen Kinotipp, und in der Jugendrubrik „Young wild and free“ berichtet Youngster Adi Gussak über das Fehlverhalten der Jugend beim Sport. Und zwischen den Beiträgen präsentieren wir, natürlich, gute Roma-Musik.
Juli 7th, 2022 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Roma sam
Radijo Burgenland: 13.6.2022 | (on demand)
Imar sajt feberi adale berschestar andi Ukrajnija haburi hi. Sako di ando mediji pujste tschite fori taj manuschen dikas, save bibastale tirinipeske ar bescharde hi. Ande jek bibastali situacija adaj o Roma andi Ukrajnija hi. But austritike pomoschagoskere organisaciji taj te Romengere-farajntscha adala probelemoske aun pumen len taj pomoschinen, kaj dschanen.
I Nadine Papai, schero le farajnistar Lebenszeichen, imar sajt o kesdipe le haburistar, le manuschenge andar i Ukrajnija pomoschinel. Igen barikano paschlol adaj lakero dikipe upri flogoskeri grupn le Romendar.
Le flogoskere grupnakere dschenenge le Romendar, o ar roasinipe andar i Ukrajnija butvar pharo kerdo ol. Odolenge, save le schofinen ando arakardo vest naschi te dschal, i diskriminacija vasch lengeri entija te ande but EU-jakere vilagi, bajder dschal. Andi Austrija o Roma upre tschuleder diskriminacija resen. Adaj butvar upre na hajojipe vasch lengere familijakere situaciji taj lengeri kultura resen, phukal i Nadine Papai.
I Nadine Papai jek falato lakera butjatar afka kerla, hot oj upro ukrajnitike Roma dikel, save imar andi Austrija hi. Le Romengere-farajnenca mindig ando arparujpe hi li taj ando april use jek familijakero khetan ledschipe ando Burgenland, schaj pomoschintscha. Ada la Nadine Papaijake igen tecintscha.
Roma-Service le Romengere familijenge pomoschinel
O Emmerich Gärtner-Horvath taj o farajn Roma-Service akan adala Romengera-familijake pomoschinen, savi ando becirk Erba jek upre likeripeskero than lakla. Le tschaven jek than ando siklipeskero pomoschago le farajnistar hi taj on adaj te andi ischkola dschan. I baba la familijatar ande jek naschikeraschengero logeri ande Bajern muguli tschalajiptscha uschtidija, angloda oj andi Austrija schaj ali, afka o Emmerich Gärtner-Horvath. Read the rest of this entry »
Juli 6th, 2022 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Die bundesweite Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) startet in Berlin. Die Auftaktveranstaltung fand am 5. Juli im Bildungsforum gegen Antiziganismus statt. Schon am 14. Juni 2022 eröffnete der Sinti-und-Roma-Landesverband Rheinland-Pfalz die regionale Monitoringstelle für Antiziganismus in Landau. Auch in Sachsen wurde bereits bei Romano Sumnal eine regionale Meldestelle installiert.
Auf der Webseite können antiziganistische Vorfälle sicher und vertraulich gemeldet werden! MIA registriert u.a. körperliche Angriffe, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Schmierereien, Beleidigungen, Hasskommentare sowie Propagandamaterial wie Hetzschriften, Plakate oder Aufkleber.
Zu den Aufgaben und Zielen von MIA sagt der Antiziganismusbeauftragte der Bundesregierung, Mehmet Daimagüler: „Eine systematische Erfassung antiziganistischer Vorfälle fehlt bislang und das Dunkelfeld ist hier besonders groß. Mit der neuen bundesweiten Meldestelle ist eine Struktur geschaffen, die uns wichtige Erkenntnisse über die Ausprägung von Antiziganismus liefert. Damit können Bedarfe an rechtliche Begleitung, Beratung und Unterstützung aufgezeigt werden. Aber auch die Präventionsarbeit kann gezielter ansetzen etwa bei Diskriminierung durch Verwaltung und Behörden.“
Und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Im Kampf gegen diesen immer wiederkehrenden Antiziganismus, gegen Rechtsextremismus und gegen nationalistische Spaltungstendenzen, sind es gerade solche Strukturen wie die Meldestelle und Informationsstelle Antiziganismus, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unsere Demokratie und unseren Rechtstaat zu verteidigen.“
2020 nahm der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus die Forderung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma nach der Einrichtung einer solchen Struktur in seinen Maßnahmenkatalog auf. Unter Bundesminister Horst Seehofer wurde die Entscheidung zur Einrichtung von MIA getroffen und seit 2021 vom Innenministerium als unabhängiges zivilgesellschaftliches Projekt gefördert. Damit folgte die Bundesregierung einer der zentralen Empfehlungen der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, deren Abschlussbericht im Juli 2020 vorgestellt wurde. MIA wird antiziganistische Vorfälle bundesweit einheitlich erfassen, dokumentieren und auswerten.
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