Archive for Juli, 2022

Romani Ora (29. Juli 2022)

Juli 29th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 29. Juli 2022 (mp3)

Die Sendung wird dieses Mal wieder von Alexander Gussak mode­riert. In unserem Tages­thema hören Sie einen Bericht über 30 Jahre Romano Centro, ge­stal­tet von Tina Nardai. In der Rubrik „Mri his­torija“ hat Adolf Gussak ein schö­nes Roma-Märchen für Sie vor­bereitet, er­zählt von einer Burgen­land-Romni auf Romanes. In „Min­den­fe­li­tiko“, unse­rem bun­ten Allerlei, gibt es einen Koch­tipp von unserer Tina, und in „Young wild and free“, unse­rer Jugend­rubrik, stellt Adi Gussak den Jugend­verein HÖR (Hoch­schüler*in­nen­schaft öster­rei­chi­scher Roma und Romnja) vor. Und wie im­mer wartet auf Sie gu­te Roma-Musik.

Facts & Figures (436)

Juli 27th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

70% der Deutschen können keinen Ort nen­nen, der den wäh­rend der NS-Zeit er­mor­de­ten Sinti und Roma ge­wid­met ist.

(Quelle)

„Netzwerk Roma-Rechte“ gegründet

Juli 25th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

European Roma Rights NetworkIm April, am internationalen Roma-Tag, wurde das „Netz­werk Ro­ma-Rech­te“ des Euro­pean Roma Rights Centre (ERRC) ins Leben ge­rufen, nachdem ein ers­tes Hybrid-Tref­fen von Budapest aus ab­ge­halten worden war. Das Netzwerk be­steht aus 18 Men­schen­rechts­organi­sa­tio­nen aus 15 ver­schie­de­nen Ländern und will Akti­visten, Roma und Nicht-Roma, die sich für die Men­schen­rechte in ganz Europa ein­setzen, ver­einen.

Das Netzwerk für die Rechte der Roma hat zur Aufgabe, das Engage­ment der Roma in Sachen Menschen­rechte zu för­dern. Es be­steht so­wohl aus Roma-Or­ga­ni­satio­nen als auch aus Men­schen­rechts­gruppen, die sich zum Ziel ge­setzt haben, die fun­damen­talen Rechte für Roma-Com­mu­nities zu ver­bessern. Das Netzwerk strebt an, verstärkt Men­schen­rechts­prozesse zu führen, die die Menschen­rechts­agenda für die Roma im euro­päi­schen Raum zu be­ein­flus­sen und die Debatte um die Be­lange der Roma-Rechte zu fördern.

Ermöglicht wird dieses Netzwerk durch das Roma Rights Centre (ERRC); es agiert als gleich­berech­tig­ter Partner mit an­deren Mit­gliedern. Geplant ist, dass weite­re Mit­glieder hinzu­kom­men kön­nen und die Mitglieder offen sind für neue Part­ner­schaften mit anderen gemein­nützigen Men­schen­rechts-Or­gani­sa­tio­nen, die sich mit der Ver­folgung von Men­schen­rechts­ver­letzungen gegen­über Roma-Com­mu­ni­ties be­schäftigen.

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Vergessener Leinwandstar aus der Minderheit

Juli 24th, 2022  |  Published in Film & Theater

Tela Tchaï (Foto: unifrance.org)Die Kritiker verglichen sie mit Greta Garbo oder Marlene Dietrich. Gefeiert wurde sie in et­li­chen Artikeln über­schwäng­lich als „sen­satio­nelle Be­setzung“, „poly­glotter Star“ und „schau­spieleri­sches Natur­talent“. Und in den be­gehrten Sammel­bildern einer deut­schen Ziga­retten­fabrik fand sich ihr Foto neben dem der Stumm­film-Ikone Asta Niel­sen. Doch trotz alle­dem ist die französische Schauspielerin Tela Tchaï (1909–1993) heu­te nahe­zu ver­ges­sen.

Der Bielefelder Germanist Prof. Klaus-Michael Bogdal hat sich auf Spuren­suche be­geben und fas­zinie­rende Details aus der Lebens­geschichte der Aktrice zu­sammen­getragen, die 1909 als Martha Winterstein im fran­zö­sisch-deutsch-bel­gi­schen Grenz­gebiet ge­boren wurde und aus einer Manouche-Fa­mi­lie stammt. Von seinen mühe­vollen Re­cherchen be­richtet der eme­ri­tierte Literatur­wissen­schaft­ler am 25. Juli, 18 Uhr, bei einem öffent­lichen Vortrag im Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in der Bre­meneck­gasse 2 in Heidelberg.

Faktisch beendet wurde die Karriere von Tela Tchaï durch den Ein­marsch der Wehrmacht in Frankreich im Mai 1940. Al­ler­dings liegt auch ihre zwei­te, durch­aus erfolg­reiche Kar­riere als Malerin weit­ge­hend im Dunkeln.

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Romani Ora (22. Juli 2022)

Juli 22nd, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 22. Juli 2022 (mp3)

Die heutige Ausgabe der Romani Ora wird moderiert von Tina Nardai. Der Redak­teur Adolf Gussak war bei einem Konzert der kro­atischen Rock­band BRUIJ im Rahmen des „Klang­früh­lings“ auf Burg Schlaining dabei und hat die wich­tigsten Mo­mente und Töne für Sie ein­ge­fangen. Im Jugend­format „Young wild and free“ por­trä­tiert Adi Gussak die rus­sische Ak­ti­vistIn­nen-Band „Pussy Riot“; und in der Rubrik „Mri historija“ be­rich­tet Alex Gussak über den Zweiten Welt­krieg. Ab­gerun­det wird das Roma-Ma­gazin mit unter­haltsamen Ver­an­stal­tungs­hin­weisen sowie bunt­ge­misch­ter Musik.

100. Geburtstag von Philomena Franz

Juli 21st, 2022  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Ein Jahrhundertleben: Philomena Franz (Foto: Domradio)Die große Sinti-Autorin und -Zeitzeugin Philomena Franz fei­ert heu­te ihren 100. Geburts­tag in Bergisch-Gladbach

Aus RomAr­chive: Philomena Franz, geboren 1922 in Biberach, Deutsch­land, war die erste Frau unter Roma und Sinti, die ihre Er­fahrun­gen in den Kon­zentra­tions­lagern des Dritten Reichs zu Papier brachte. Als Kind einer Sinti-Familie von Musi­ker_innen und Schau­spie­ler_innen mit lang­jähri­gen Wurzeln in Deutschland, sang und tanzte Franz be­reits als junges Mäd­chen in ihrer Familien­truppe. Sie er­innert sich gerne an Höhe­punkte dieser Zeit, zum Bei­spiel die Auf­tritte im Lido in Paris und im Wintergarten in Berlin.

Philomena Franz, späte 1940er Jahre

Dieses Leben der Kreativität und Freiheit endete in den späten 1930er Jahren, als ihrer Familie zu­erst die Pässe ent­zogen und dann ihre Instru­mente kon­fisziert wurden. 1943 wurde Franz nach Auschwitz de­portiert. Nach einem ge­scheiter­ten Flucht­versuch aus Ravensbrück floh Franz 1945 erfolg­reich aus einem Lager bei Wittenberge und ret­tete ihr Leben mit­hilfe eines deut­schen Bauern, der sie ver­steckte. Nach Kriegs­ende stellte sie fest, dass ein Groß­teil ihrer Fa­milie in den Lagern er­mordet wor­den war. Für die über­leben­den Sinti und Roma war Hilfe nicht ohne weiteres ver­fügbar, sodass Philo­mena Franz zu­sammen mit ande­ren Sinti-Mu­siker_innen eine Band grün­dete, die durch das Land tourte, um für die alli­ierten Truppen zu spielen.

Während dieser Zeit lernte sie Oskar Franz kennen, sie heirateten und hatten fünf Kinder. In den folgen­den Jahren litt sie unter schweren De­pres­sionen, ständigen Alb­träumen und einem un­erbittlich wieder­keh­renden Gefühl der Gefangen­schaft. Sie kämpfte auch mit der man­gelnden offi­ziellen An­erken­nung der Viktimi­sierung von Sinti und Roma im Holocaust und der feh­lenden Resti­tution. Als in den 1970er Jahren einer ihrer Söhne in der Schule als »Zigeuner« ver­spottet wurde, sah sich Philo­mena Franz ge­zwungen, mit den dor­tigen Schüler_in­nen und Lehrer_in­nen über den Holo­caust zu sprechen. So be­gann sie, ihre Erin­nerun­gen an die Kon­zentra­tions­lager dem Publi­kum mit­zu­teilen und in Er­zählun­gen zu fassen.

Philomena Franz veröffentlichte ihre Märchen für Kinder 1982 in der Sammlung »Zigeuner­märchen«, und 1985 hielt sie ihre Erin­nerun­gen an das Leben und die Familie, die sie im Holo­caust ver­loren hatte, sowie ihre Erfahrungen mit der Gefangen­schaft in Auschwitz in ihrer Auto­biografie »Zwi­schen Liebe und Hass: Ein Zigeuner­leben« fest. Read the rest of this entry »

3sat: Dokumentarfilme von Peter Nestler

Juli 21st, 2022  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Musikethnologin und Musikerin Dr. Petra Gelbart singt in Auschwitz-Birkenau (aus „Unrecht und Widerstand – Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung“ (Filmstill: Peter Nesler via 3sat)Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma: 3sat zeigt drei Do­ku­men­tar­filme von Peter Nestler

Anlässlich des „Europäischen Holocaust-Gedenk­tags für Sinti und Roma“ am 2. August zeigt 3sat am 25. Juli 2022 ab 22.25 Uhr die Filme „Unrecht und Wider­stand – Romani Rose und die Bür­ger­rechts­bewe­gung“ (D 2022) und „Der offene Blick – Künst­lerin­nen und Künstler der Sinti und Roma“ (D 2022) von Do­ku­men­tar­filmer Peter Nestler in Erst­aus­strah­lung. Am 26. Juli 2022, 2.35 Uhr, folgt Nest­lers Film „Fremde Kinder: Mit der Musik groß werden“ (D 2003). Außer­dem prä­sen­tiert 3sat in der 3sat-Me­dia­thek ein Konzert der „Roma und Sinti Phil­har­mo­ni­ker“ vom „Morgen­land Festival Osnabrück“ im No­vem­ber 2021. Alle Bei­träge sind ab 24. Juli 2022, 22.25 Uhr, für 90 Tage in der 3sat-Me­dia­thek ab­rufbar.

Unrecht und Widerstand
Über acht Jahrzehnte haben deutsche Sinti und Roma Unrecht er­fahren. In seinem neuen Doku­mentar­film „Unrecht und Wider­stand – Romani Rose und die Bürger­rechts­bewegung“ er­zählt Peter Nestler von Romani Roses Familie, ihrem Wider­stand und ihrem Be­harren auf Gerech­tig­keit. Es ist die leid­volle Geschichte einer Minder­heit zwi­schen Trauma und Selbst­behaup­tung, die die ge­samte Nach­kriegs­zeit hin­durch bis in die Gegen­wart hinein Gewalt und be­hörd­liche Schikanen erlitt und nur dank einer Bürger­rechts­bewegung An­erken­nung erfuhr. Read the rest of this entry »

Romani Chaji: Roma-Gruppen und die Sprache

Juli 20th, 2022  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Romani

Podcast „Romani Chaji“ (Mai 2021): Roma-Jugendliche in Deutschland reden über Romanes und über ver­schie­de­ne Dialekte. Sprachwissenschaftlich ist ja viel­leicht nicht je­des Detail ganz wasser­dicht, aber es ist ein lohnen­des Ver­gnügen, den Mädchen und ihrer Per­spek­tive zu­zu­hören.

Im Projekt „Romani Chaji“ des „RomaniPhen Archivs“ finden Mädchen der Sinti- und Roma-Com­mu­nity einen Raum, in dem sie über ihre Dis­kri­minie­rungs­erfah­run­gen sprechen und Stra­tegien da­gegen ent­wickeln kön­nen. Zudem werden indivi­duelle Lern­angebote ge­schaffen, um die Mädchen bei ihrer Aus­bildung zu unter­stützen. Zu­gleich werden kreative Kom­petenzen ge­för­dert: Es gibt Workshops und die Mädchen erstellen selbst Video-Blogs, Podcasts und animierte Filme. Mehr hier: www.romnja-power.de

Sämtliche Folgen des „Romani Chaji“-Podcasts (2021) finden Sie auf Spotify.

Facts & Figures (435)

Juli 18th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik

1979 reiste die EU-Par­la­ments­prä­si­den­tin Simone Veil, selbst jü­di­sche NS-Über­le­bende, zur Ge­denk­kund­ge­bung der Ro­ma und Sin­ti in Ber­gen-Bel­sen.

(Quelle)

Podcast: Rassismus in den Schulen

Juli 16th, 2022  |  Published in Frauenrechte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podcast „Romani Chaji“ (Mai 2021): Roma-Jugendliche in Deutschland erzählen von ihren Rassismus-Er­fah­run­gen in der Schule

Im Projekt „Romani Chaji“ des „RomaniPhen Archivs“ finden Mädchen der Sinti- und Roma-Com­mu­nity einen Raum, in dem sie über ihre Dis­kri­minie­rungs­erfah­run­gen sprechen und Stra­tegien da­gegen ent­wickeln kön­nen. Zudem werden indivi­duelle Lern­angebote ge­schaffen, um die Mädchen bei ihrer Aus­bildung zu unter­stützen. Zu­gleich werden kreative Kom­petenzen ge­för­dert: Es gibt Workshops und die Mädchen erstellen selbst Video-Blogs, Podcasts und animierte Filme. Mehr hier: www.romnja-power.de

Sämtliche Folgen des „Romani Chaji“-Podcasts (2021) finden Sie auf Spotify.

Romani Ora (15. Juli 2022)

Juli 15th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 15. Juli 2022 (mp3)

In der Rubrik „Tagesthema“ berichtet Alexander Gussak vom traditio­nel­len Roma-Kirtag in Mischen­dorf (Be­zirk Oberwart). In unse­rem „Mri Histo­ri­ja“-Block er­zählt Paula Nardai ein altes Roma-Märchen. In der Rubrik „Minden­fe­li­tiko“ infor­miert Sie Tina Nardai über die an­stehen­den Ver­anstal­tun­gen am Wochen­ende. Für die Jungen und Jung­ge­blie­be­nen gibt’s dann noch die Kate­gorie „Young, wild and free“ – Adi Gussak er­zählt über den Boxer und selbst­ernannten „Gipsy King“ Tyson Fury. Durch die Sen­dung führt Adolf Gussak.

Babos wissen, wer die Chabos sind (2021)

Juli 14th, 2022  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

COSMO Machiavelli. Der Podcast über Rap und Politik
WDR | Sendung vom 7.4.2021 (76:48 min)
→Download (mp3)

Vassili Golod und Jan Kawelke sprechen darüber, was wir über Sinti und Roma nicht wis­sen, aber drin­gend lernen soll­ten. Mit dabei: Ak­tivist und Rom Gianni Jova­no­vic und die Rapper Tomkat und Chawo, die von ihren Er­fah­run­gen als Sinti in Deutschland be­rich­ten.

Unwissenheit – das ist das vorherrschende Gefühl die­ser Folge. Un­wis­sen­heit in der Gesell­schaft, in der Ge­schich­te, in der Deutschrap-Sze­ne und bei uns:. Also viel auf­zu­arbei­ten in dieser Folge und was für ein Glück, dass Vassili Golod und Jan Kawelke so ge­dul­dige und kluge Gäste haben: Rom Gianni Jovanovic hat nicht nur das mit­rei­ßendste Lächeln, son­dern auch die über­zeu­gendsten Argu­mente, wenn es um seine aktivis­ti­schen Ziele geht. Seit Jahren en­ga­giert sich der Kölner für die Rechte der Rom:nja & Sinti:zze. Zu­letzt krem­pelte er in der WDR-Sen­dung „Kölner Treff“ die deutsche Sprach-Ig­no­ranz auf Links.

Tomkat ist Sinti-Rap-Pionier aus Osnabrück und kennt sich nicht nur mit Rap-Flows, son­dern auch mit Rede­fluss aus und teacht Musik-Basics ge­nau­so wie Sinti-Ge­schich­te. Sinto Chawo steht in seinen Fuß­stapfen. Der Rap-New­comer aus Köln wuchs mit Eminem und Django Reinhardt auf, die per­fekte Kombi also für eine viel­seiti­ge Musik­karriere.

(Text und Sendung: WDR.de)

Siehe dazu auch:
Sinti im Rap – Die Entdeckung der Chabo-Sprache

Abriss von Schweinefarm auf KZ-Areal

Juli 12th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken

Schweinefarm auf dem KZ-Gelände von Lety (Foto: Romea.cz)Tschechien: Termin für Abriss der Schweine­farm in Lety, an de­ren Stelle Mahn­mal für Roma-Holo­caust ent­ste­hen soll

Im südböhmischen Lety werden am 22. Juli die Abriss­arbeiten des ehe­maligen Schweine­zucht­betriebs be­ginnen. An des­sen Stelle wird dann ein Mahnmal zur Erin­nerung an den Holocaust an den Sinti und Roma er­richtet. Die Abriss­kosten sollten maxi­mal 110 Millio­nen Kronen (4,5 Millio­nen Euro) betra­gen und werden vom Staat über­nommen. Dies teilte eine Spre­cherin des Museums für Roma-Kul­tur (Muzeum romské kultury) am Diens­tag der Presse­agen­tur ČTK mit.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich vor Ort ein Kon­zentrations­lager, in dem in den Jahren 1942 und 1943 ins­gesamt 327 Sinti und Roma star­ben. Seit den 1970er Jahren stand an der Stelle ein Schweine­zucht­betrieb. Diesen kauf­te der tsch­echi­sche Staat 2018 auf, um die Errich­tung einer Gedenk­stätte zu er­mög­lichen.

(Text: Radio.cz, 12.7.2022)

Aus unserem Archiv:
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Vivaro Viva Romnja: Farajn le dschuvlenge

Juli 12th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
27.6.2022 |
(on demand)

Zaklina Radosavljević (Foto: Yvonne Erdost/ORF)Sajt but berscha i Zaklina Radosavljević patrijarchali struk­tur­tscha taj seksis­mus ando kheta­nipe aun pes­ke dikel. Ada sa tra­dija la, 2015 o farajn „Vivaro Viva Romnja“ te kerel – jek farajn, savo le dschuv­len­ge adaj hi. O farajn o ersch­ti fa­rajn tschak Rom­njen­ge hi, hat dschuv­lenge, andi Austrija. Ando vake­ripe phukal i Zaklina Ra­do­savlje­vić pedar o ak­tu­jeli tema­tscha le fa­raj­nistar.

But Romnjenge o drom ande jek naphandlo, ajgeni dschivipe meg mindig jek barano hi. Bari­kano hi odolen te sikal, save meg mindig ando garu­jipe dschin. Usar o kes­dipe aun lakero cil sina, odole dschuvlen andar o garu­jipe te hulinel taj te sikal, phenel i Rado­savljević.

O cil mukipe hi
Te pedar Romnja andi Austrija vakertscham, iste diklo ol, obste odola adaj upro them ale vaj na, afka i Zaklina Rado­savlje­vić. Mint Romnja migra­cijo­nakera scenaha, butvar min­den­felitike problemca iste dschin, afka sar jek pharo usedscha­jipe uso sikadipe taj uso butjakero foro. Ham o anti­ciganismus meg mindig soralo hi, taj odolestar o cile Romnja reste hi, phenel i Radosavljević. Oj odolen­ge and pe bescharel, saven meg mindig nisaj hango hi taj butvar na dikle on. O Romnja Betschiste butvar minden­felitika dis­krimi­nacijake ar bescharde hi.

O cil mukipe hi: Ada probalinel o farajn duach minden­feli­tike workshops te schofinel. But dschuvla meg mindig ande patri­jarchali struk­turtscha dschin, vaschoda barikano hi thana te schofinel, kaj le dschuv­lenge latsche dschal taj kaj tschak vasch lengere man­giptscha dschal. Adaleha kamla o farajn „Vivaro Viva Romnja“ jek gondo te schofinel taj le dschuv­len le work­shopendar afka use multi­plika­torkiji te kerel.

Latsche thana le dschuvlenge
O dschijakana tel likerde workshops adale tematschenca donde pumen bescharde: Inter­nacijo­nali Romen­gero-Di, mujsi­nipes­kero soharipe, partneris­kero maripe taj atschi­peskero tscha­tschipe. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (434)

Juli 11th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Wissenschaft

Im Mai 2018 erschien die ers­te Aus­gabe der neu­en in­ter­dis­zipli­nä­ren Fach­zeit­schrift Critical Romani Studies.

(Quelle)

Österreich: 2. August wird Roma-Gedenktag

Juli 10th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

2. August: künftig offizieller Roma-Holocaust-Gedenktag in Österreich? (Bild: RAN)Der 2. August soll nationaler Gedenktag für die im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­mor­de­ten Roma und Sinti wer­den. ÖVP und Grüne brach­ten im Natio­nal­rat einen ent­spre­chen­den An­trag ein

„Es ist ein Anliegen der Volksgruppe der Roma den 2. August als nationalen Tag des Ge­denkens an die Opfer des Völker­mords an den Roma und Sinti während des National­sozialis­mus ein­zu­richten. Wir unter­stützen dieses An­liegen und haben aus diesem Grund einen ent­spre­chenden Antrag im Parlament ein­gebracht,“ so ÖVP-Volks­gruppen­sprecher National­rats­abg. Nikolaus Berlakovich.

Schätzungen zufolge wurden während des National­sozialis­mus rund 500.000 Männer, Frauen und Kinder aus der Roma- und Sinti-Ge­mein­schaft in Europa ermordet. 2015 wurde der Völkermord an den Roma im Zweiten Weltkrieg vom Euro­päi­schen Parlament als his­tori­sche Tatsache an­erkannt. Nun soll es in Österreich einen natio­na­len Gedenktag geben.

Der 2. August wurde bewusst als europäischer Holocaust-Gedenktag gewählt: In einer ein­zigen Nacht wurden von 2. auf 3. August 1944 min­destens 3.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintizze im Kon­zentra­tions­lager Auschwitz-Bir­kenau er­mor­det [neuen For­schun­gen zu­folge sind es sogar zwi­­schen 4.200 und 4300, Anm. d. dROMa-Red.]. Von den knapp 11.000 österreichi­schen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze über­lebte nur knapp jeder Zehnte den Roma-Holocaust (auf Ro­mani „Porajmos“).

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Radio: Vivaro Viva Romnja

Juli 9th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
27.6.2022 |
(on demand)

Zaklina Radosavljević (Foto: Yvonne Erdost/ORF)Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarcha­le Struk­tu­ren und Sexismus in der Gesell­schaft. All das ver­anlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu grün­den – einen Verein, der sich den Fra­uen wid­met. Der Verein ist der ers­te Verein in Ös­ter­reich nur für Romnja, also Ro­ma-Fra­uen, Im In­ter­view erzählt Zak­lina Rado­savlje­vić von den aktu­el­len The­men des Vereins.

Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Öster­reich spricht, gilt es zu unter­scheiden, ob diese hier geboren wur­den oder nicht, so Zaklina Rado­savljević. Denn Romnja mit Migra­tions­hinter­grund sind häufig von unter­schied­lichen Proble­men betrof­fen, wie etwa einem er­schwer­ten Zugang zu Bildung und Arbeits­markt. Trotz­dem sei der Anti­ziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja be­troffen, erklärt Rado­savljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft über­sehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehr­fachen Dis­krimi­nierung ausgesetzt.

Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschie­dene Workshops zu schaf­fen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Struk­turen, daher ist es wich­tig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Be­dürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusst­sein schaffen und die Teil­nehmerin­nen der Workshops so zu Multipli­ka­torin­nen machen.

Sichere Räume für Frauen
Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangs­heirat, Partner­gewalt und Mietrecht. Read the rest of this entry »

Romani Ora (8. Juli 2022)

Juli 8th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA

Anhören: →Romani Ora, Sendung vom 8. Juli 2022 (mp3)

In unserer zweiten Sendung „Romani Ora“, das erste Mal moderiert von Alexander Gussak, geht es im Tages­thema („pedar o nipo vakeren“) um die zwei­wöchi­ge Petitions-Tour der Volks­hilfe Öster­reich gegen die Kinder­armut in Öster­reich, or­gani­siert von Direk­tor Erich Fenninger. In der Rubrik „Mri historija“ er­zählt Alexander Gussak über die Situa­tion der Roma ab dem 17. Jahr­hundert, die widri­gen Um­stände und die Willkür unserer Grafen, Könige und Kaiser – sowie Maria Theresia und ihren Sohn Joseph II. In „Mindenfelitiko“ hat Tina Nardai einen groß­ar­ti­gen Kinotipp, und in der Jugend­rubrik „Young wild and free“ be­rich­tet Youngster Adi Gussak über das Fehl­ver­halten der Jugend beim Sport. Und zwi­schen den Bei­trägen prä­sentie­ren wir, na­tür­lich, gute Roma-Musik.

Ukrajnija: Romengere farajntscha pomoschinen

Juli 7th, 2022  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
13.6.2022 |
(on demand)

Nadine Papai use jek pomoschagoskero ledschipe upri polnitiki-ukrajinitiki granica (kipo: Nadine Papai)Imar sajt feberi adale berschestar andi Ukraj­nija haburi hi. Sako di ando mediji pujste tschite fori taj manu­schen dikas, save bi­bas­tale tiri­ni­peske ar be­scharde hi. Ande jek bibas­tali situ­aci­ja adaj o Roma andi Ukraj­nija hi. But austri­tike pomo­scha­goskere organisaciji taj te Ro­menge­re-fa­rajn­tscha adala probele­moske aun pumen len taj po­mo­schi­nen, kaj dscha­nen.

I Nadine Papai, schero le farajnistar Lebenszeichen, imar sajt o kesdipe le ha­buristar, le manu­schen­ge andar i Ukraj­nija pomo­schinel. Igen bari­kano paschlol adaj lake­ro di­kipe upri flogos­keri grupn le Romendar.

Le flogoskere grupnakere dschenenge le Romendar, o ar roasinipe andar i Ukrajnija butvar pharo kerdo ol. Odolen­ge, save le schofinen ando ara­kardo vest naschi te dschal, i diskri­mi­na­cija vasch lengeri entija te ande but EU-ja­kere vilagi, bajder dschal. Andi Austrija o Roma upre tschu­leder diskri­minacija resen. Adaj butvar upre na ha­jojipe vasch lengere fami­lijakere situaciji taj lengeri kultura resen, phukal i Nadine Papai.

I Nadine Papai jek falato lakera butjatar afka kerla, hot oj upro ukraj­nitike Roma dikel, save imar andi Austrija hi. Le Romen­gere-fa­raj­nenca mindig ando arpa­rujpe hi li taj ando april use jek famili­jakero khetan ledschipe ando Burgenland, schaj pomo­schintscha. Ada la Nadine Papaijake igen tecintscha.

Roma-Service le Romengere familijenge po­mo­schinel
O Emmerich Gärtner-Horvath taj o farajn Roma-Service akan adala Romengera-fami­lijake pomos­chinen, savi ando becirk Erba jek upre like­ripes­kero than lakla. Le tschaven jek than ando sikli­peskero pomo­schago le farajnistar hi taj on adaj te andi ischkola dschan. I baba la fami­lijatar ande jek naschike­ra­schen­gero logeri ande Bajern muguli tscha­lajiptscha usch­tidija, ang­loda oj andi Austrija schaj ali, afka o Emme­rich Gärt­ner-Horvath. Read the rest of this entry »

Meldestelle Antiziganismus in Berlin eröffnet

Juli 6th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

MIA LogoDeutschland: Die bundesweite Melde- und In­for­ma­tions­stelle Anti­ziga­nis­mus (MIA) startet in Berlin. Die Auf­takt­ver­anstal­tung fand am 5. Juli im Bil­dungs­forum gegen Anti­zi­ga­nis­mus statt. Schon am 14. Juni 2022 er­öff­ne­te der Sinti-und-Ro­ma-Lan­des­ver­band Rhein­land-Pfalz die regio­na­le Mo­ni­to­ring­stelle für Anti­ziga­nis­mus in Landau. Auch in Sachsen wur­de be­reits bei Romano Sumnal eine re­gio­nale Mel­de­stel­le in­stal­liert.

Auf der Webseite können antiziganistische Vorfälle sicher und vertraulich gemeldet werden! MIA registriert u.a. kör­per­liche Angriffe, Bedro­hungen, Sach­beschädigungen, Schmierereien, Beleidigun­gen, Hass­kommentare sowie Propaganda­material wie Hetz­schriften, Plakate oder Aufkleber.

Zu den Aufgaben und Zielen von MIA sagt der Anti­ziganis­mus­be­auf­tragte der Bundes­regie­rung, Mehmet Daimagüler: „Eine sys­tema­tische Er­fassung anti­ziga­nisti­scher Vorfälle fehlt bislang und das Dunkel­feld ist hier be­sonders groß. Mit der neuen bunde­sweiten Melde­stelle ist eine Struktur ge­schaffen, die uns wich­tige Er­kennt­nisse über die Aus­prägung von Anti­ziganis­mus liefert. Damit kön­nen Bedarfe an recht­liche Be­gleitung, Beratung und Un­ter­stüt­zung auf­ge­zeigt werden. Aber auch die Prä­ven­tions­arbeit kann ge­zielter an­setzen etwa bei Dis­kriminie­rung durch Ver­waltung und Be­hörden.“

Und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Im Kampf gegen diesen immer wieder­keh­renden Anti­ziganismus, gegen Rechts­extre­mis­mus und gegen natio­nalis­ti­sche Spaltungs­ten­denzen, sind es gera­de solche Strukturen wie die Melde­stelle und Infor­ma­tions­stelle Anti­ziganismus, die einen wich­ti­gen Beitrag dazu leisten, unsere Demokratie und unse­ren Rechtstaat zu ver­teidigen.“

2020 nahm der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechts­extremis­mus und Rassismus die Forderung des Zentral­rates Deutscher Sinti und Roma nach der Ein­richtung einer solchen Struktur in seinen Maß­nahmen­katalog auf. Unter Bundes­minister Horst Seehofer wurde die Ent­scheidung zur Ein­richtung von MIA getroffen und seit 2021 vom Innen­minis­terium als un­abhän­giges zivil­gesell­schaftli­ches Projekt gefördert. Damit folgte die Bundes­regierung einer der zentralen Empfeh­lungen der Un­abhän­gigen Kommission Anti­ziganis­mus, deren Ab­schluss­bericht im Juli 2020 vor­gestellt wurde. MIA wird anti­ziganis­tische Vorfälle bundes­weit ein­heitlich erfassen, doku­men­tieren und aus­werten.

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