Radio: Vivaro Viva Romnja
Juli 9th, 2022 | Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarchale Strukturen und Sexismus in der Gesellschaft. All das veranlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu gründen – einen Verein, der sich den Frauen widmet. Der Verein ist der erste Verein in Österreich nur für Romnja, also Roma-Frauen, Im Interview erzählt Zaklina Radosavljević von den aktuellen Themen des Vereins.
Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Österreich spricht, gilt es zu unterscheiden, ob diese hier geboren wurden oder nicht, so Zaklina Radosavljević. Denn Romnja mit Migrationshintergrund sind häufig von unterschiedlichen Problemen betroffen, wie etwa einem erschwerten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. Trotzdem sei der Antiziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja betroffen, erklärt Radosavljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft übersehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt.
Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschiedene Workshops zu schaffen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Strukturen, daher ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Bedürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusstsein schaffen und die Teilnehmerinnen der Workshops so zu Multiplikatorinnen machen.
Sichere Räume für Frauen
Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangsheirat, Partnergewalt und Mietrecht. Vor allem Gewalt in der Partnerschaft sei ein Thema, dass für viele Frauen tragischerweise oft zum Alltag gehört. Der Verein „Vivaro Viva Romnja“ will über diese Themen informieren und aufklären und somit den Frauen eine Unterstützung anbieten, die sie sonst kaum erhalten würden.
Die Workshops entstanden im Rahmen des Projekts „Amari Zor“ („Unsere Stärke“), welches im Herbst 2021 gestartet wurde. Weitere Ziele sind der gegenseitige Austausch, Informations- und Wissensweitergabe und das interaktive Erarbeiten gemeinsamer Lösungsstrategien, um antiziganistische und patriarchale Strukturen zu hinterfragen und zu bekämpfen. Um allen die Teilnahme zu ermöglichen, erfolgen die Workshops in mehreren Sprachen, hauptsächlich in Romanes und BKS. Die Übersetzungsarbeit machen die Aktivistinnen. Zudem wird parallel immer auch eine Kinderbetreuung angeboten.
Die Workshops richten sich an Romnja und Frauen aus der Mehrheitsgesellschaft, im Sommer und vor allem im Herbst finden weitere Workshops und auch Ausflüge statt. Mehr Informationen finden Sie unter www.vivaro.at.
(Text: Katharina Graf-Janoska auf volksgruppen.orf.at)