Sotschi: Roma-Zwangsarbeiter für Olympiade?
November 5th, 2009 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
2014 werden die Olympischen Winterspiele in Sotschi (Russland) stattfinden. Wie bei vielen früheren Olympiaden oder ähnlichen Großereignissen gehen die Vorbereitungen auch in Sotschi mit drastischen Zwangsmaßnahmen gegenüber Teilen der Bevölkerung einher. So wurden in der Stadt tausende Einwohner für die umfangreichen Bauvorhaben zwangsenteignet und umgesiedelt. Besonders die Volksgruppe der Roma gerät im Vorfeld solcher Großveranstaltungen häufig unter die Räder einer rücksichtslosen „Säuberungspolitik“ (siehe etwa unseren Bericht zur Universiade 2009 in Belgrad). Die Menschenrechtsorganisation GfbV macht nun auf aktuelle Aussagen des Bürgermeisters von Sotschi, Anatoli Pakhomow von der Putin-Partei „Einiges Russland“, aufmerksam, der im Zusammenhang mit den Olympiavorbereitungen fordert, dass Roma und Obdachlose in Sotschi wie zu Zeiten der Sowjetunion zwangsweise zur Arbeitsleistung auf den Baustellen herangezogen werden. Wenn sie gezwungen würden, „rund um die Uhr zu arbeiten, wird die Begierde von Roma oder Obdachlosen, scharenweise zu uns in die Stadt zu kommen, verschwinden“.
Roma- und Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen. Nadezhda Demeter, Vizepräsidentin des Roma-Weltverbands „International Romani Union“ (IRU), zeigte sich schockiert, „dass ein Amtsträger in einer derart wichtigen Position solche Äußerungen tätigt und (…) dennoch Bürgermeister bleiben kann“. Die GfbV erklärte, man werde sich mit dem Großsponsor VW in Verbindung setzen, der – wie im Falle der Sommerspiele in China – eine Generalpartnerschaft für die Olympiade in Sotschi übernommen hat.
Jek kerdi schtudija le Anton Marcinčinistar taj la Ľubica Marcinčinovátar („The Cost of Non-Inclusion“: