„Wie in einem Zoo“: die Mauer von Ostrovany
November 1st, 2009 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Im nordostslowakischen Ort Ostrovany bei Šarišské Michaľany wurde eine 2 Meter hohe und rund 150 Meter lange Trennmauer errichtet, um „die Bürger“ der 1.800 Einwohner zählenden Gemeinde vor „den Roma“ zu schützen und Belästigungen und Obstdiebstählen einen Riegel vorzuschieben. (Hier ein Artikel im Spectator) Das mediale Echo in der Slowakei ist groß, die Roma fühlen sich erniedrigt, das Roma Media Centre (MECEM) spricht von Sippenhaftung, der Bürgermeister verteidigt sich. „Zwanzig Jahre nach den Ereignissen von Ungarn und Berlin“, heißt es dazu im „Pester Lloyd“, „trennt wieder eine Mauer Bürger des gleichen Landes voneinander. Diesmal ist die eine Hälfte aber für diesen antiziganistischen Schutzwall.“ Geplant war die Aktion schon 2008:
Die „Abgrenzung der Gärten“, wie die Mauer damals noch schamhaft umschrieben wurde, sollte Teil eines Komplexes mit Kindergarten, Grundschule und Roma-Gemeindezentrum werden. Doch das Geld reichte dann nur für die Mauer, 15.000 EUR, kolportiert man, hätte sie gekostet. (…) In Bratislava heucheln die Politiker nun alle ihr Entsetzen und sprechen von einem „Akt der Verzweiflung“. Eine dieser glorreichen Ideen, die wirklich weiterhelfen, kam von einem oppositionellen Abgeordneten der Christ(!)demokraten. Er schlug vor, die Armee, die in der Slowakei momentan eher wenig zu tun hat, in heiklen Zonen patroullieren zu lassen. Er sagte nicht, ob mit oder ohne Schießbefehl. Read the rest of this entry »