Infotext: Das Lager Lackenbach (1940-1945)
November 15th, 2009 | Published in Geschichte & Gedenken
Gestern erinnerte die jährlich stattfindene Gedenkveranstaltung im Burgenland vor dem Mahnmal in Lackenbach an das Schicksal der Roma und Sinti, die in diesem „Zigeuneranhaltelager“ umkamen oder ermordet wurden bzw. von dort in die Vernichtungslager deportiert wurden. Aus diesem Anlass bringen wir im Folgenden einen kurzen Überblickstext über das Lager Lackenbach:
Infolge des „Festsetzungserlasses“ vom 17. Oktober 1939, der den Roma verbot, sich von ihrem Aufenthaltsort zu entfernen, kam es 1940 zur Errichtung von „Zigeuneranhaltelagern“. Diese Lager dienten nicht nur als Zwangsarbeits- und Anhaltelager, sondern stellten auch eine Zwischenstation für die späteren Deportationen dar. Das bedeutendste und berüchtigtste dieser Lager in Österreich war das Lager Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf im Burgenland), das am 23. November 1940 als „Zigeuneranhaltelager“ errichtet wurde und der Kriminalpolizeileitstelle Wien unterstand. Die Roma wurden in Lackenbach auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofs („Schaflerhof“) bei schlechtester Ernährung und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen interniert. Diese Lagerbedingungen führten 1942 zu einer Fleckfieberepidemie, der viele Roma zum Opfer fielen. Die Häftlinge mussten außerhalb des Lagers Zwangsarbeit verrichten und wurden im Straßenbau, in der Forst- und Landwirtschaft auf Guts- und Bauernhöfen oder bei sonstigen Betrieben (Ziegelei, Seidenraupenzucht) eingesetzt und die Löhne von der Lagerleitung einbehalten. Read the rest of this entry »