Einrichtungen
November 14th, 2017 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zuflucht für Schutzlose — Die Grazer Notschlafstelle für Armutsmigranten begeht ihr erstes viertel Jahrhundert und zeigt, dass Armut nach wie vor präsent ist
Die, die keiner wollte. Papst Franziskus hat einen „Welttag der Armen“ eingeführt, der dieses Jahr am 19. Novemher 2017 erstmals stattfindet. Die VinziWerke nehmen dies zum Anlass, um auf das Jubiläum ihrer Notschlafstelle VinziNest aufmerksam zu machen: 25 Jahre intensiver Einsatz für die Unterbringung von Armutsmigranten, die in Graz niemand wollte.
Als 1992 während des Balkankrieges hunderte ausländische Männer am Grazer Hauptbahnhof strandeten und niemand ihnen helfen wollte, setzte sich ein Mann dafür ein, dass auch sie ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen bekamen: Pfarrer Wolfgang Pucher. Ein Zeltdorf wurde errichtet und ermöglichte die Unterbringung dieser Männer über den Sommer. Im November darauf wurde in einer ehemaligen Strickerei in der Kernstockgasse 14, 8020 Graz, die Notschlafstelle VinziNest eröffnet.
Hardfacts:
Das VinziNest versteht sich als Notschlafstelle für männliche Ausländer und ist eine reine Nachtschlafstelle mit einer Kapazität von 80 Plätzen. Das VinziNest ist täglich von 18 bis 7 Uhr geöffnet, Einlass ist von 16 bis 22 Uhr. 80 Menschen erhalten pro Tag eine warme Mahlzeit und haben die Möglichkeit, dort ihre Wäsche waschen zu lassen. Zusätzlich erfolgt wöchentlich eine medizinische Versorgung durch die rollende Marienambulanz, einmal im Monat eine Rechtsberatung sowie ein Deutsch- bzw. Alphabetisierungskurs durch das Projekt ZORROM der Caritas. Read the rest of this entry »
November 10th, 2017 |
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Einrichtungen, Radio, Podcast & TV
Radio RomaRespekt #19: Nach Lety mit Romatrial
Sendung vom 1.7.2017: Hamze Bytyci aus Berlin gehört zum Verein Romatrial e.V., über dessen Aktivitäten er in dieser Ausgabe des Radio RomaRespekt Auskunft gibt: es entstand der Film “Jozka”, es wird ein Filmfestival vom 9.-12. November geben, es gibt das medienpädagogisch eingesetzte Adolf-Reichwein-Mobil, das Radio Corel. Und dann geht es um den International Roma Day und einen Rahmenvertrag, den die Communities der Roma und der Sinti in Berlin mit ihrer Landesregierung aushandeln. Über diese interessanten Dinge sprechen wir an einem sehr speziellen Ort bzw. Datum – am 13. Mai in Lety in Tschechien. Auch im Jahr 2017 steht dort immer noch die Schweinemastanlage auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Von dem endlos scheinenden Kampf gegen diese Unwürdigkeit ist unser Gespräch beeinflusst.
Die Musik dieser Sendung kommt von der noch sehr jungen Band Gypsy Cikle Čave aus Krupka, die mit nach Lety gereist ist, und von dem Berliner Rapper Drob Dynamic. (Foto: Antje Meichsner, Gypsy Cikle Čave in Lety)
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
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September 26th, 2017 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radijo Burgenland: 11.9.2017 | (on demand)
Andi aktujeli sendung Roma sam vakerel o Emmerich Gärtner-Horvath andar o farajn Roma-Service pedar o medijakero projekto „Tschibtscha“. Ada peske o cil dija, multiplikatortscha ando medijakero koja te sikavel. Jek but tschibtschengero, pradimo radijo- taj TV-weblog o produkto adale projektistar hi, rejalisirim duach o farajn Karika ando khetan butschalinipe le farajn Roma-Servicejiha.
Andar o septemberi dschi decemberi 2017 ando kurs „Tschibtscha“ 8 dschene sikade on, kaj i flogoskeri grupnengeri tschib Roman (Romanes) medijal buteder nucim te ol. O Emmerich Gärtner-Horvath phukal ando vakeripe la Susanne Horvathaha pedar o tschinipeskero than taj o upre lipeskero schtudijo, ando kher le farajn Roma-Service taj Karika Erbate, sar te pedar o planime duj tschibtschengero radijo taj TV-blogs.
„Tschibtscha“ pomoschinel, kaj i presenc la Romani tschibtschatar buteder ando mediji te dikel taj te schunel te ol, phenel o schero le farajn Roma-Servicejistar Gärtner-Horvath. O programo na tschak usi flogoskeri grupn te dschal, ov te le avre dschenen aun te vakerel. Afka o projekto o pekamipe la dajakera tschibtschatar ando pradipe upre te sikal. Cil adale siklipestasr hi, jek fundirti cajtakero dschanipe te sikal taj kompentenctscha te trenirinel. O projektiskere dschene palo kisetinipe adale kursistar „multiplikatortscha ando medijakero koja“ schajipe upro butjakero foro te uschtiden taj pumaro dschanipe so siklile la flogoskera grupnake hasna te anel. Read the rest of this entry »
September 23rd, 2017 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radio Burgenland: 11.9.2017 | (on demand)
In der aktuellen Sendung Roma sam spricht Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Service über das Medienprojekt „Tschibtscha“. Dieses hat es sich zum Ziel gemacht, Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Medienbereich auszubilden. Ein mehrsprachiger, offener Radio-und-TV-Weblog ist das Produkt dieses Projektes, realisiert durch den Verein KARIKA in Kooperation mit dem Verein Roma-Service.
Von September bis Dezember 2017 werden während des Kurses „Tschibtscha“ acht Teilnehmer/innen geschult, um die Volksgruppensprache Roman (Romanes) medial produktiv zu nutzen. Emmerich Gärtner-Horvath erzählt im Gespräch mit Susanne Horvath über den Schnittplatz und das Aufnahmestudio, eingerichtet in den Vereinsräumlichkeiten des Roma-Service und KARIKA in Oberwart, sowie über die geplanten zweisprachigen Radio- und TV-Blogs.
„Tschibtscha“ gewährleiste die Präsenz des Roman in zweifacher Hinsicht, so der Geschäftsführer des Vereins Roma-Service, Gärtner-Horvath. Das Programm richte sich nicht nur direkt an die Volksgruppe, sondern auch an die Mehrheitsbevölkerung. Read the rest of this entry »
September 20th, 2017 |
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Einrichtungen, Wissenschaft
Spanien bekommt seinen ersten Lehrstuhl für Kultur der Gitanos (spanische Roma). Die neue Lehr- und Forschungsstelle wird an der Universität Alicante eingerichtet. Der Consell, die Regionalregierung von Valencia, hat eine diesbezügliche Kooperationsvereinbarung zwischen der Gleichbehandlungsbehörde und der Universität Alicante bewilligt. Der neue Lehrstuhl soll die akademische Ausbildung junger Roma fördern und die Lebensrealität der spanischen Roma-Population erforschen. Die Einrichtung des Lehrstuhls soll noch 2017 erfolgen, die Subvention durch die Regionalregierung beläuft sich auf maximal 30.000 Euro.
Insgesamt wird die Region Valencia 180.000 Euro für Projekte zur Inklusion der Gitanos in Valencia bereitstellen. Der Consell hat hierfür in seiner Sitzung am Freiitag auch ein Übereinkommen mit der Fundación Secretariado Gitano zur sozialen Integration und zur Bekämpfung von Armut und Diskriminierung beschlossen. Kofinanziert wird dieses Projekt vom Europäischen Sozialfonds.
Der Wunsch des valencianischen Gitano-Verbands (FAGA Comunidad Valenciana), bei der Planung und Einrichtung des Lehrstuhls als Berater oder Vertragspartner miteinbezogen zu werden, wurde offenbar nicht berücksichtigt.
(dROMa)
September 19th, 2017 |
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Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Einladung zum „Tag der offenen Tür“
Akaripe uso „di le pradime vudaristar“
Freitag | paraschtuja, 22.9.2017
09:00 bis | dschi 13:00 Uhr | orenge
Evangelische Kircheng. 3, Oberwart | Erba
Wir öffnen unsere Pforten und informieren Sie über Geschichte und Kultur sowie über die aktuelle Situation der Roma im Arbeits- und Bildungsbereich! An unserem „Tag der offenen Tür“ haben Sie die Gelegenheit, unsere Teams kennenzulernen und sich gleichzeitig über interessante Themen zu informieren. | Amen amare vudartscha pravas taj informacija pedar i historija taj kultura, taj te pedar i aktujeli situacija le Romendar ando butjakero- taj sikadipeskero them, das! Use amaro „di le pradime vudaristar“ tumen o schajipe hi, amare dschenen te prindscharel te siklol taj informacija pedar interesanti temtscha te schunel!
Auf Euer Kommen freuen sich
Verein Roma-Service & Verein KARIKA – Für Roma und Sinti
Upre tumaro ajipe loschanen pumen
Farajn Roma-Service taj Farajn KARIKA – Le Romenge taj Sintijenge
September 6th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Österreichs Bettellobbys machen Schule: Aktivisten gründen Bettellobby in Dresden.
In Dresden hat sich eine Bettellobby gegründet. Das Netzwerk besteht aus verschiedenen Initiativen, u.a. der Gruppe gegen Antiromaismus, dem Flüchtlingsrat Sachsen, der gruppe polar, RomaRespekt, Romano Sumnal – Verein für Roma in Sachsen sowie der FAU Dresden, und möchte nach dem Vorbild der Bettellobby Wien eine Gegenstimme in der gegenwärtigen Diskussion um das geplante Bettelverbot sein.
Die Bettellobby Dresden kritisiert die Debatte als autoritär und diskriminierend gegenüber Armen und insbesondere Roma. Derzeit steht das Verbot von Betteln mit und durch Kinder zur Debatte. Offenbar ist aber den Akteuren, die sich für ein Verbot aussprechen, wie etwa Ordnungsbürgermeister Sittel, nicht vordergründig am Kindeswohl gelegen, sondern vielmehr werden bettelnde Menschen als störend empfunden. Nicht anders lässt sich das Interview interpretieren, das Sittel der Sächsischen Zeitung gab, in dem er ganz offen seine Hoffnung formulierte, mit dem Verbot eine „örtliche Verdrängung in andere Städte“ zu erreichen.
Die Bettellobby hingegen hat sich zum Ziel gesetzt, Bettelverbote in Dresden zu verhindern. Das Netzwerk solidarisiert sich mit Menschen, die betteln müssen, und betont, dass Betteln zu können, die eigene Not zu äußern, ein Menschenrecht darstellt. Um das Menschenrecht dennoch einschränken zu können, greifen Stadtverwaltungen zum Instrument der Polizeiverordnung. In der neuen Verordnung, die dem Dresdner Stadtrat am 19. September zur Diskussion vorgelegt werden soll, heißt es: „Wer in Begleitung eines Kindes bettelt oder Kinder betteln lässt“, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dafür drohen bis zu 1.000 Euro Bußgeld.“
Die gruppe polar weist in ihrem Statement auf die Zwänge hin, denen zugewanderte Roma und Romnja, andere Südosteuropäer/innen und deren Kinder unterliegen. „Sie haben ohne Meldeadresse keinen Anspruch auf Schule und Kita. Ohne Arbeitsvertrag können sie keine Wohnung mieten – und haben folglich keine Meldeadresse. Aufgrund der Diskriminierung erhalten Roma und Romnja keine Arbeit mit Sozialversicherung, mit Arbeitsrechten und Arbeitsschutz. Nun stehen Bettler/innen da und haben ihre Kinder dabei. Aber wo sollen die Kinder denn sonst bleiben?“
Die grüne Stadträtin Tina Siebeneicher, Sprecherin für Asyl, Migration und Jugendpolitik, fordert, dass bei der Debatte um ein mögliches Bettel-Verbot im Mittelpunkt stehen sollte, ob damit den betroffenen Kindern tatsächlich geholfen wird. Read the rest of this entry »
August 27th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Der Historiker Martin Arndt koordiniert beim Rostocker Verein Soziale Bildung e.V. das Projekt „Lichtenhagen im Gedächtnis“, ein von der Stadt Rostock finanziertes Archiv- und Vermittlungsprojekt zu den rassistischen Ausschreitungen vor dem „Sonnenblumenhaus“ vor 25 Jahren (mehr hier). Velten Schäfer (Neues Deutschland) sprach mit ihm über die Schwierigkeiten, die Gewaltausbrüche des Sommers 1992 zu rekonstruieren. Wir bringen im Folgenden einen Auszug; das ungekürzte Interview finden Sie hier.
„Den Ausgangspunkt bildeten kleine, private »Archive« von Bürgerinnen und Bürgern, die damals gesammelt haben, was ihnen in die Hände kam – das sind natürlich zunächst oft Mediendokumente, schwerpunktmäßig aus den lokalen Zeitungen. Die Flugblätter, die damals von den Rechten in Umlauf gebracht wurden und die von der Gegenseite. Wir haben alle Unterlagen aus dem damaligen Alternativen Jugendzentrum übernommen, darunter ist eine zeitgenössische Chronologie der Ereignisse. (…) Es gehört zu den Zielen unseres Projekts, die Perspektiven der Betroffenen rekonstruieren zu helfen. Dazu gibt es bereits Ansätze. Vor fünf Jahren hat etwa die Heinrich-Böll-Stiftung eine Reihe von Zeitzeugeninterviews aufgezeichnet, mit damaligen Bewohnern des Heims für vietnamesische Vertragsarbeiter (…) und mit Gegenaktivisten. Während viele vietnamesische Zeitzeugen noch in der Stadt sind und mit dem nach den Ereignissen gegründeten Verein Diên Hông auch eine Adresse haben, ist es sehr schwierig, Stimmen der damaligen Roma-Flüchtlinge zu finden, gegen die sich die rassistische Mobilmachung zuerst gerichtet hatte. Viele von diesen kamen aus Rumänien und wurden nach dem entsprechenden Abkommen vom September 1992 zurückgebracht. Ihre individuellen Blickwinkel sind bisher tatsächlich ein blinder Fleck. Immerhin spielen Roma als Gruppe inzwischen eine größere Rolle in der Erinnerung. Am Dienstagabend [nahm] mit Romani Rose vom Zentralrat der Sinti und Roma erstmals ein Vertreter der Roma an einer Gedenkveranstaltung [teil].
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Juli 25th, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg nimmt Arbeit auf: Wissenschaftler untersuchen Ausgrenzung von Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart
Pressemitteilung, 24.7.2017: Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Perspektive widmen wird, hat an der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Die feierliche Eröffnung findet am 28. Juli 2017 statt. Die Einrichtung dieser Forschungsstelle Antiziganismus geht auf einen Staatsvertrag zurück, den der Landesverband Baden-Württemberg im Verband Deutscher Sinti und Roma und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben.
An der Eröffnungsveranstaltung, zu der der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, eingeladen hat, werden die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, der Vorsitzende des Landesverbandes, Daniel Strauß, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teilnehmen.
„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zeichen – gegen das Schweigen, für die Aufklärung. Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung den Sinti und Roma gegenüber gerecht“, betont Ministerin Bauer. Die neue Einrichtung wird aus Mitteln des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums finanziert. Die Forschungsstelle beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
„Ausgehend von der bis heute anhaltenden Stigmatisierung von Sinti und Roma gilt es, Stereotype, Vorurteile und die daraus resultierenden Mechanismen der Ausgrenzung historisch fundiert unter dem Dach der noch jungen Antiziganismusforschung zu untersuchen. Dies ist eine Aufgabe von großer wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Dringlichkeit“, betont der Heidelberger Zeithistoriker Prof. Dr. Edgar Wolfrum, der das Konzept für die Forschungsstelle mit Mitarbeiterinnen des Arbeitsbereichs Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa erarbeitet hat. Read the rest of this entry »
Juni 22nd, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion
Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über beachtliche Arbeit, im Seelsorglichen, im Sozialen, im Mitmenschlichen, im Erinnern an die Opfer der Vergangenheit und im Hochhalten ihrer unveräußerlichen Würde, im Gestalten einer positiven, selbstbestimmten und mitbestimmten Zukunft. – Einen wesentlichen Anteil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nunmehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.
Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den anderen. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manuela Horvath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel Engagement, Begeisterung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen lassen und ist mehr als sichtbar an der Vielzahl und Vielfalt der Projekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen gemeinsam ist? „So unterschiedlich unsere Tätigkeitsfelder sind, sie sind alle gleichermaßen wichtig. Immer geht es darum, Personen aus der Volksgruppe einzubinden, gemeinsam und miteinander zu gestalten und Vorhaben mit und von der Volksgruppe selbst umzusetzen“, betont Manuela Horvath.
Immer präsent, aktiv und mittendrin
Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im ganzen Burgenland präsent und für die Volksgruppe aktiv, leistet seelsorgliche Dienste, hilft bei Bewerbungsschreiben, begleitet bei Amtswegen, ist da, wenn Hilfe in schwierigen Lebenslagen gefragt ist. An Schulen organisiert und hält sie Workshops über die Geschichte der Roma, im Bundeskanzleramt ist sie innerhalb der Roma-Dialogplattform in der Arbeitsgruppe zur Gedenk- und Erinnerungsarbeit engagiert. Manuela Horvath hält Vorträge zur Gedenk- und Erinnerungskultur und engagiert sich für das seit 2006 bestehende Gedenkprojekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis ermordeten Roma einen Namen, einen Präsenzraum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massenmord zum Opfer. Im burgenländischen Lackenbach wurden mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangsarbeiterlager interniert, versklavt und auf das Unmenschlichste misshandelt. Die Roma-Siedlungen in rund 124 burgenländischen Orten wurden dem Erdboden gleichgemacht, die Menschen in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.
Den Opfern ihre Würde geben
Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein besonderes Anliegen. Ich bin überzeugt, dass die Errichtung von Gedenktafeln in Ortschaften mit ehemaligen Roma-Siedlungen ein wichtiger Schritt ist, um auf das tragische Schicksal unserer Volksgruppe während des Holocaust aufmerksam zu machen. Durch Gedenkstätten bekommen die ermordeten Roma, die keine Grabstätte haben, zumindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zusammenarbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral deshalb die Errichtung von Gedenktafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »
Juni 16th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Ungarn hat mit den Stimmen der Regierungspartei Fidesz am Dienstag das umstrittene Gesetz, das strikte Auflagen für aus dem Ausland unterstützte NGOs vorsieht, nun tatsächlich beschlossen. Damit setzte sich Viktor Orbán einmal mehr über in- und ausländische Kritik, wie sie etwa auch von Seiten des Europarats vorgebracht wurde, hinweg. Organisationen, die vom Ausland mitfinanziert werden, müssen sich nun als „ausländische Agenten“ gerichtlich registrieren lassen und sich öffentlich stets als „aus dem Ausland unterstützte Organisation“ ausweisen. „Das Gesetz brandmarkt NGOs, die ausländische Finanzierungen erhalten, und erschwert ihre Arbeit. Es ist der jüngste Versuch der Regierung, gegen kritische Stimmen im Land vorzugehen, und ein dunkler Tag für die ungarische Zivilgesellschaft“, zeigt sich Amnesty International alarmiert. Eine ähnliche Regelung, die sich insbesondere gegen Menschenrechts-NGOs wendet, gibt es in Russland. Auch in Ungarn trifft das neue Gesetz vor allem auch Organisationen, die sich die Rechte der Roma auf die Fahnen geschrieben haben. So etwa das angesehene European Roma Rights Centre (ERRC) in Budapest, das sich mit diesem Video an die Öffentlichkeit wendet. Read the rest of this entry »
Juni 8th, 2017 |
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Einrichtungen, Kunst & Fotografie
Roma-Kultur bekommt Platz in der Mitte Europas: Gäste aus Kultur, Politik und Wirtchaft feiern Gründung des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur (ERIAC) in Berlin
ERIAC, 8.6.2017 (OTS) – Von Berlin aus soll zukünftig der kulturelle Auftritt der über 12 Millionen europäischen Roma gestaltet werden. Das ist der Auftrag des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur, dessen Gründung heute mit einem Festakt im Lichthof des Auswärtigen Amts in Berlin gefeiert wurde. Das Institut gibt die Deutungshoheit über die Roma-Kultur und -Identität in die Hände der Roma und soll so die, oft falsche, Darstellung durch Dritte beenden.
Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur ist das Resultat einer breit angelegten Initiative von Roma-Aktivisten, -Akademikern und -Künstlern, die sich als Allianz für das Europäische Roma-Institut als Erste für dessen Einrichtung stark gemacht haben. Die Allianz wurde zu der treibenden Kraft hinter der Umsetzung der Idee. Nach und nach gewann sie die Unterstützung des Europarats sowie die der Open Society Foundations und ihres Gründers, dem Philanthropen George Soros, der sich schon lange tatkräftig für Roma-Belange einsetzt. (Anm. der dROMa-Red.: Der Plan zur Schaffung eines Europäischen Roma-Instituts durch Europarat und Soros’ OSF wurde anlässlich des Roma-Gipfels am 4. April 2014 von EU-Kommissionschef Barroso öffentlich bekannt gegeben. Die Allianz für das Europäische Roma-Institut wurde als neuer, dritter Partner erst 2015 begründet.)
Timea Junghaus, Geschäftsführerin des Instituts: „Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird ein Zentrum der Roma-Selbstentfaltung werden und lang gehegte Vorurteile herausfordern. Wenn man bedenkt, dass nur eines von 10.000 Roma-Werken als Teil einer staatlichen Sammlung dauerhaft ausgestellt wird, erkennt man, wie dringend sich etwas ändern muss.“
An der Gründungsfeier nahmen neben George Soros und Thorbjørn Jagland, Generalsekretär des Europarats auch Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt und Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten teil. Read the rest of this entry »
Juni 1st, 2017 |
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Einrichtungen, Politik
Hoher Besuch bei unserem Verein Roma-Service: Die für Volksgruppen zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) besuchte gestern Mittwoch unsere neue Anlaufstelle für Roma in Oberwart. Die Staatssekretärin besichtigte die neuen Büros, in denen „Roma-Service“ und der Verein „Karika“ neuerdings ihre Dienstleistungen für Roma anbieten. Nach dem Ende des „Verein Roma Oberwart“ im Vorjahr sprangen die beiden Vereine in die Bresche und übernahmen, so weit möglich, dessen Agenden: Seit Jänner stehen sie den Volksgruppenangehörigen in Oberwart in der Evangelischen Kirchengasse 3 – mit außerschulischer Lernbetreuung, Kursangeboten und Unterstützung bei der Arbeitssuche – zur Verfügung. Bei den Gesprächen mit den Roma-Organisationen (Roma-Service, Karika, Volkshochschule der burgenländischen Roma und Roma-Pastoral) machte sich Duzda ein Bild von deren Arbeit und der Situation der Roma im Burgenland. Vorgestellt wurde unter anderem Karikas Berufsorientierungskurs für Jugendliche. „Wir wollen nicht vorgeben, was für die Roma gut ist. Wir wollen von den Roma hören, wo sie einen Bedarf sehen“, so Duzdar.
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Mai 3rd, 2017 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV
Ein Gespräch mit Franziska Sauerbrey, Initiatorin und Projektleiterin von RomArchive
rbb/Kulturradio, Sendung vom 28.4.2017
>>Anhören / mp3 (6 Min., 3,5 MB)
Rund 12 Millionen Sinti und Roma gibt es in Europa. Ihre Jahrhunderte alte Kultur ist aber kaum sichtbar. Das soll sich mit dem Aufbau des RomArchive, eines digitalen Archivs für Kunst der Sinti und Roma, ändern. Das Archiv, das von der Kulturstiftung des Bundes mit 3,75 Millionen Euro gefördert wird, soll ein international zugänglicher Ort werden, an dem Sinti und Roma ihre Kultur sichtbar machen und damit den beständigen Stereotypen und Fremdbeschreibungen begegnen.
Kulturradio spricht mit Franziska Sauerbrey vom RomArchive.
(Text: Kulturradio)
Link: blog.romarchive.eu
Siehe auch:
RomArchive: Ein Projekt sucht sein Logo, 28.1.2016
RomArchive: Startschuss für digitales Archiv, 2.7.2015
April 30th, 2017 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung
Wien: Das Romano Centro will Bildungsbenachteiligungen von Roma-Kindern ausgleichen
derStandard.at: Angelina und Suhal Sitzanin kennen sich seit der vierten Klasse Volksschule. Mindestens einmal wöchentlich sehen sich die beiden, vor Schularbeiten öfter. Genau genommen ist Sitzanin keine Nachhilfelehrerin, sondern eine Lernhelferin. Sie arbeitet für das Romano Centro, einen der ersten Roma-Vereine in Österreich. Das Angebot richtet sich an Kinder aus Roma-Familien und soll die historisch gewachsenen Bildungsdefizite der Community ausgleichen. „Roma-Kinder landen oft in der Sonderschule, haben einen schlechten oder gar keinen Abschluss“, berichtet Ferdinand Koller, pädagogischer Leiter des Romano Centro. (…) Vor zehn Jahren saß Sitzanin noch an Angelinas Stelle. (…) Heute hat die 28-Jährige zwei Studien – Transkulturelle Kommunikation und Slawistik – abgeschlossen. Die Lernbetreuer sind meistens Studierende. (…) Manchmal wird das Romano Centro auch von pensionierten Lehrern unterstützt. „Viele Lehramtsstudenten schätzen den Einblick, den sie durch diese Arbeit bekommen“, sagt Koller. (…) Das österreichische Schulsystem baue stark auf die Beteiligung der Eltern auf: „Bei Roma, die in Österreich leben, hat aber oft die ältere Generation wenig Bildung.“ Das treffe dann die Kinder, deren Eltern sich nicht so stark einbringen können.
Lesen bitte Sie den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Artikel von Vanessa Gaigg vom 28.4.2017 in voller Länge auf derstandard.at.
April 28th, 2017 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Infotext: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Die Europäische Menschenrechtskonvention wurde 1950 – auf der Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen – verabschiedet. Um ihre Einhaltung sicherzustellen, errichteten die Mitgliedstaaten des Europarats 1959 den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg.
Die Konvention garantiert insbesondere das Recht auf Leben, auf ein faires Verfahren, auf Achtung des Privat- und Familienlebens, die Freiheit der Meinungsäußerung, die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit und den Schutz des Eigentums. Sie verbietet Folter und unmenschliche oder erniedrigende Behandlung, Zwangsarbeit, willkürliche Freiheitsentziehung sowie Ungleichbehandlungen bei der Ausübung der Rechte und Freiheiten. Die nationalen Gerichte sind verpflichtet, die Konvention anzuwenden, andernfalls kann der EGMR den betroffenen Mitgliedsstaat verurteilen. Die Urteile sind für die Mitgliedsstaaten bindend, die Umsetzung wird vom Europarat überprüft.
Infolge der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten in den 1990er Jahren stieg die Zahl der Beschwerden stark an. Seit 1998 besteht ein ständig tagender Gerichtshof, der es jeder Person ermöglicht, sich direkt an den EGMR zu wenden, sofern alle innerstaatlichen Rechtsmittel zuvor ausgeschöpft wurden und die endgültige innerstaatliche Entscheidung nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Die Beschwerden können sich allerdings nur gegen Staaten richten, die die Konvention ratifiziert haben. Die Zahl der Richter entspricht der Anzahl der Mitgliedstaaten (derzeit 47). Read the rest of this entry »
April 26th, 2017 |
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Einrichtungen, Recht & Gericht
O Europitiko Kris le Manuschengere Tschatschipenge
I Europitiki Manuschengeri Konvencijona 1950 – upri basis le arphendostar le manuschengere tschatschipendar le Khetane Nacijonendar – kerdi uli. Kaj odola ande likerde te on, o schtotscha le Europitike Rotistar 1959 o Europitiko Kris le Manuschengere Tschatschipenge (EGMR/ECHR) ande Straßburg, kerde.
I konvencijona o tschatschipe upro dschivipe, upre jek manuschalo panasi tschijipe, o dikipe upro privati- taj familijakero dschivipe, o naphandlipe le muaninipestar, o gondi-, patschajipeskero- taj religijonakero naphandlipe taj o arakipe tre kojendar, garantirinel. Oj folterinipe taj na manuschalo taj tel dschumimo behandlinipe, mujsinipeskeri buti, and tschapinipe taj na glajchi behandlinipe uso and bescharipe le tschatschipendar taj naphandlipendar, fabijatinel. O nacijonali kristscha i konvencijona iste nucinen, mint te na, akor dschanel o EGMR le schtotiske, panasi te tschil. O panasi tschijiptscha le schtotenge obligatorischi hi, o prik bescharipe le Europitike Rotistar aun diklo ol.
Kada ando 1990te berscha neve schtotscha upre lim ule, o gendo le panasi tschijipestar utscheder ulo. Sajt 1998 jek kris del, savo pe mindig khetan bescharel, taj savo sakone dscheneske o schajipe del, pe direkti uso EGMR te mejdinel, te o cile andrutne schtotlichi tschatschipeskere koji imar putrim ule taj o kisetimo andrutno schtotlichi entschajdinipe na dureder sar schov masektscha pal paschlol. O panasi tschijiptscha ham tschak gejng schtotscha schaj on, save i konvencijona ratificirinde. O gendo le fischgaroschendar, o gendo le schtotendar, save use hi, sikal (akan 47). Read the rest of this entry »
April 13th, 2017 |
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Einrichtungen, Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Die Zahl der beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängigen Beschwerden lag Ende 2016 bei 80.000.
(Quelle)
April 7th, 2017 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Politik
Staatssekretärin Duzdar: Roma-Strategie 2020 wird um Schwerpunkte Frauen und Jugend erweitert
Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Roma-Tages am 8. April präsentierte Staatssekretärin Muna Duzdar gemeinsam mit Susanne Pfanner, Leiterin der Nationalen Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt, Emmerich Gärtner-Horvath, dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, und Irina Spataru vom Romano Centro Bilanz und Ausblick für die Roma-Strategie 2020 in Österreich.
Im Jahr 2011 wurde vom Europäischen Rat der EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis zum Jahr 2020 verabschiedet. In Österreich wurde 2012 dafür eine nationale Kontaktstelle im Bundeskanzleramt eingerichtet. Die Vernetzung zwischen der Roma-Zivilgesellschaft und der nationalen Kontaktstelle erfolgt über eine Dialogplattform, die den regelmäßigen Austausch forciert. Im Herbst des vergangenen Jahres bestand auch die Möglichkeit das Roma-Strategiepapier im Rahmen einer Online-Dialogplattform zu bewerten.
„Österreich spielt bei der Roma-Strategie in Europa eine Vorreiterrolle. Von Seiten der EU-Kommission wird immer wieder dazu aufgerufen, dem österreichischen Beispiel des intensiven Dialoges zu folgen“, erläuterte Staatssekretärin Muna Duzdar. Mit 12 Millionen Menschen stellen die Roma die größte ethnische Minderheit in Europa dar. Sie sind immer noch von Ausgrenzung, Diskriminierung und Armut betroffen. Als eine Gegenmaßnahme werden in Österreich etwa Projekte im Bereich Arbeitsmarkt im Ausmaß von jährlich einer Million Euro – kofinanziert durch die EU – gefördert. „Unsere Schwerpunktsetzung Bildung, Arbeitsmarkt und Kampf gegen Diskriminierung wurde auch durch die Online-Umfrage weitestgehend bestätigt. Zudem wurden aber Nachholbedarf insbesondere beim Thema Frauen-Empowerment und Jugend deutlich“, so Duzdar. Die überarbeitete Roma-Strategie soll noch in der ersten Jahreshälfte den Ministerrat passieren.
Thema müsse ebenso die Bewusstseinsarbeit gegen wachsenden Antiziganismus sein, unterstrichen Emmerich Gärtner-Horvath und Irina Sparatu. Deutlich zeige sich auch Bedarf bei aus anderen EU-Staaten zugewanderten Roma, die die Zahl der autochtonen Roma in Österreich deutlich übersteige. Read the rest of this entry »
April 5th, 2017 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Politik, Wissenschaft
Die „Central European University“ (CEU) in Budapest ist schwer unter Beschuss. Viktor Orbáns rechtskonservative Regierung bringt nicht nur auf internationale Unterstützung angewiesene NGOs in Bedrängnis (darunter Menschenrechts-Organisationen, die für die Rechte der Roma-Minderheit eintreten); das jüngste Manöver seiner „illiberalen Demokratie“ wendet sich nun auch gegen die renommierte Budapester Privat-Universität CEU. Eine – speziell auf die CEU zugeschnittene – Novelle des ungarischen Hochschulgesetzes sieht nämlich vor, dass Hochschulen mit einem Träger außerhalb der EU eine Universität im Mutterland betreiben müssen, um in Ungarn tätig sein zu dürfen. Dies ist bei der US-finanzierten CEU nicht der Fall. „Wer die Bedingungen dieser Gesetzesmodifizierung nicht erfüllt, darf ab 1. Jänner 2018 keine Studienanfänger mehr aufnehmen“, heißt es in der am Dienstag verabschiedeten Novelle. Die 1991 von George Soros begründete CEU steht somit vor der Schließung.
Auch bei dem Vorgehen gegen die CEU geht es um eine – durchaus auch antisemitisch grundierte – Kampagne gegen den aus Budapest stammenden US-Milliardär, dessen „Open Society Foundations“ (ehemals OSI) zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen in den jungen Demokratien Ost- und Mitteleuropas unterstützt, insbesondere auch Projekte und Einrichtungen für Roma.
Ganz in diesem Sinne betreibt auch die CEU seit 12 Jahren ein eigenes Förderprogramm für Roma-Studierende: Bereits mehr als 250 Roma-Akademiker/-innen verdanken ihre Ausbildung den „Roma Access Programs“ (RAP) der CEU. Viele von ihnen nehmen heute – als akademische Elite ihrer Volksgruppe – an Schlüsselstellen der europäischen und nationalen Institutionen Einfluss auf die Gestaltung der Roma-Politik. Derzeit ist die CEU dabei, dieses Programm unter dem Dach der neuen „Roma in European Societies“-Initiative weiter auszubauen. Diese wurde 2016 in Kooperation mit der dänischen Velux-Stiftung, dem „Roma Initiatives Office“ der „Open Society Foundations“ und dem „Roma Education Funds“ begründet. Ihre Finanzierung beträgt fünf Millionen Euro. Verbunden mit der neuen Initiative ist an der CEU zudem gerade erst ein eigener Lehrstuhl für „Roma Studies“ eingerichtet worden; besetzt wurde er mit den Roma-Wissenschaftlern Iulius Rostas und Angela Kocze.
All dies steht nun auf dem Spiel. Orbáns Angriff auf die CEU ist auch ein Schlag gegen die Emanzipation der Roma.
(Roman Urbaner/dROMa)