Facts & Figures (495)
Januar 10th, 2024 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Januar 10th, 2024 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Dezember 20th, 2023 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik
Aussendung von Daniel Strauß zum bedrohten Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin
Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) möchte auf die besorgniserregenden Entwicklungen rund um das geplante Bauvorhaben der S 21 in Berlin, welches das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sinti und Roma bedroht, hinweisen. Dieses Denkmal hat eine immense Bedeutung für die deutschen und europäischen Sinti und Roma. Eine Entscheidung über ein Bauvorhaben von solcher Tragweite kann nur in enger Abstimmung mit den wichtigen Vertretungen der Sinti und Roma getroffen werden. Daher appelliert der VDSR-BW an die Notwendigkeit einer erneuten Konsultation und Einbindung der deutschen und europäischen Sinti und Roma.
Pressemitteilung vom 19.12.2023
Stellungnahme des Vorsitzenden des VDSR-BW und Ko-Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Sinti und Roma (BVSR) zur aktuellen Situation um das Denkmal in Berlin
Seit 2020 bekannt wurde, dass die Deutsche Bahn – Nachfolgerin der Organisation, deren Züge unsere Angehörigen in den Tod deportierten – und der Senat von Berlin Pläne für ein Bauvorhaben (S 21) verfolgen, das das unweit des Reichstagsgebäudes gelegene Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sinti und Roma Europas, für das wir jahrzehntelang gekämpft haben, beschädigen könnte, setzen wir uns gemeinsam mit etwa 50 Organisationen der Sinti und Roma aus Deutschland und Europa gegen die Zerstörung eines würdigen Gedenkens ein. In zahlreichen Gesprächen der vergangenen Jahre, zuletzt am 28. September 2023, sicherten der Senat von Berlin und namentlich die Verkehrssenatorin eine Einbeziehung aller größeren Organisationen der Sinti und Roma zu, um einen für alle Betroffenen gangbaren Weg zu finden. Dieses Versprechen wurde nun gebrochen.
Die ohne weitere Aussprache oder auch nur Information erfolgte, am 16. Dezember 2023 bekannt gewordene Ankündigung aus dem Haus der Berliner Verkehrssenatorin, den Bau der S 21 trotz aller Absprachen ohne einen Prozess der Einbindung aller Betroffenen voranzutreiben, ist ein erschütterndes Zeugnis eines bislang ungeahnten mangelnden Bewusstseins für die Verbrechen des Nationalsozialismus in unserem Lande – und das unmittelbar sowohl nach der Bundestagsdebatte über die zweite Schuld der Bundesrepublik angesichts der verweigerten Anerkennung, des fortdauernden Antiziganismus und der anhaltenden Diskriminierung von Sinti und Roma am 14. Dezember 2023 als auch nach der Gedenkstunde im Bundesrat am 15. Dezember 2023, mit der an den Himmler-Erlass vom 16. Dezember 1942 erinnert wurde, der zur Deportation aller deutschen Sinti und Roma in Zügen der Reichsbahn nach Auschwitz-Birkenau führte und den Völkermord vollendete. Diese mangelnde historische Sensibilität ist ein erinnerungspolitischer Skandal.
Dezember 13th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Themenheft „Genetik“ | Temakeri heftlina „Genetik“
Die Fortschritte der Genetik sind atemberaubend, doch es tun sich auch neue Abgründe auf. Minderheiten wie den Roma gilt nämlich ein besonders exzessives Forschungsinteresse. Die ethischen Fallen, die damit verbunden sind, von unsauberen Daten bis zum wissenschaftlich kaschierten Rassismus, skizziert die deutsche „Wissenschaftsjournalistin des Jahres 2021“ Christina Berndt. Ein Thema, das Veronika Lipphardt im Interview vertieft: Sie hat sich gemeinsam mit Mihai Surdu durch Hunderte genetische Studien über Roma gewühlt – und stellt ihnen, ethisch wie methodisch, ein vernichtendes Zeugnis aus. Was alles schiefgehen kann, wenn Genetik, Schlamperei und Vorurteile aufeinandertreffen, zeigt auch das „Phantom von Heilbronn“. Die Suche nach einer Mörderin brachte eine ganze Ethnie unter Generalverdacht. Anschließend berichtet Roman Urbaner von einem archäologischen DNA-Fund, den es gar nicht geben dürfte. Dabei geht es um ein Skelett in England, Wikinger in Byzanz und eine möglicherweise aus dem Osten verschleppte Sklavin. Den Abschluss macht ein Interview mit dem Familienforscher Herbert Rehling aus Bad Tatzmannsdorf, der sein Wissen gerne auch mit Roma teilen würde.
O neviptscha la genetikatar barikane hi, ham te neve telperiptscha pran pumen. Tschuliptschenge sar le Romenge, igen barikano bulho forschinipeskero interesi del. O etischi andastariptscha, save adale kojenca khetan phandle hi, hamischne datschendar dschi otscha uso visenschoftlichi garudo rasismus, sikal i nimtschki „visenschoftakeri reporterkija le berschestar 2021“ Christina Berndt. Jek tema, savi i Veronika Lipphardt ando vakeripe horeder kerel: Oj khetan le Mihai Surduha but schel genetischi schtudiji pedar Roma aun peske dikla – taj lenge, etischi sar metodischi, ertschave censuri ar terdscharel. So sa, na latscho schaj naschel, te pe i genetik, o na latscho butschalinipe taj i diskriminacija reste, sikal o „fantom andar Heilbronn“. O rodipe pal jek teterkija, jeka cila etnija telal o generali schpekulirinipe antscha. Paloda phukal o Roman Urbaner jeke archejologischi DNA-lakipestar, save schoha te del na tromlahi. Read the rest of this entry »
November 27th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Als der Staat sein Gewaltmonopol preisgab. Polizei und rechte Straßenmobs in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft der 1990er Jahre
Podcast: Hörsaal – Deutschlandfunk Nova, 24.11.2023
In den sogenannten Baseballschlägerjahren der 1990er-Jahre übernahmen rechte Mobs teilweise die Kontrolle auf Ostdeutschlands Straßen. Der Historiker Patrick Wagner erklärt in seinem Vortrag, warum es damals zu einer Erosion des staatlichen Gewaltmonopols kam. Patrick Wagner ist Professor für Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seinen Vortrag hielt er am 2. November 2023 im Rahmen der Ringvorlesung „Mehr als eine Randnotiz. Die extreme Rechte in der deutschen Gesellschaft nach 1945“ an der Uni Hamburg.
November 21st, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 20.11.2023 | 9:13 min
Gondolipeskero mulatintschago ande Lackenbach 2023 — Ando 23. novemberi 1940 o aguno „Gutshof“ o „Zigeunerlager Lackenbach“ kerdo ulo. O ande tschapime Roma, but lendar tschave sina iste buti kernahi taj 10 procenti loj pumara butjatar uschtidnahi o avre 90 procenti le habeske taj pibeske le logeriskere scherostar lim ulo. Ando 1. Novemberi 1941, 2.335 dschene ande tschapim sina. Le valami 4.000 Romendar taj Sintijendar ando terno dschend 1941, 2.000 ando logeri Lodz/Litzmannstadt taj paloda ando murdaripeskero logeri Chelmno/Kulmhof ledschim ule. 300 schel dschi 400 i befrajung le logeristar Lackenbach duach o rustitike nimci ando april 1945 prik dschivde. Ando 6. oktoberi 1984 na dur le agune logeristar jek gondolipeskero than le ledschime taj murdarde Romenge kerdo ulo.
Am 23. November 1940 wurde in einem ehemaligen Gutshof das „Zigeunerlager Lackenbach“ eingerichtet. Die Zahl der inhaftierten „Zigeuner“ schwankte normalerweise zwischen 200 und 900, ein Drittel davon waren Kinder. Sie lebten in Ställen und Scheunen unter primitivsten Bedingungen und mussten Zwangsarbeit leisten. Read the rest of this entry »
November 19th, 2023 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Tschechien: Völkermord-Gedenkstätte in Lety soll im Februar eröffnet werden
Radio.cz: Die Gedenkstätte für den Völkermord an den Sinti und Roma in Böhmen steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Am Montag verkündeten Vertreter des Museums der Roma-Kultur, das die Gedenkstätte in Lety verwalten wird, das offizielle Eröffnungsdatum: 3. Februar 2024.
Politiker und weitere Engagierte haben damit begonnen, vor Ort Jungbäume zu setzen. Sie sollen Teil der Gedenkstätte werden, insgesamt sind knapp 14.000 Bäume vorgesehen. „Der neu angelegte Wald soll die verlorene Roma-Community darstellen und sie symbolisch ersetzen“, sagte die Leiterin des Museums der Roma-Kultur, Jana Horváthová. Die meisten der Jungbäume sind übrigens eine Schenkung der Herrschaft Orlík von Jan Schwarzenberg und seinem verstorbenen Vater, dem Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg. Die Anlage entsteht am Ort des früheren Konzentrationslagers im südböhmischen Lety. Dort wurden den Historikern zufolge von August 1942 bis Mai 1943 insgesamt 1.308 Sinti und Roma inhaftiert. 327 von ihnen starben in Lety, mehr als 500 der Internierten wurden nach Auschwitz deportiert. „Es ist unglaublich wichtig, daran zu erinnern, was hier passiert ist. Die Opfer, derer wir heute gedenken, werden häufig vergessen. Dieses Kapitel unserer Geschichte liegt gewissermaßen unter einem Schatten“, so die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Markéta Pekarová Adamová (Top 09), am Montag.
Der Weg zur Gedenkstätte war schwierig. Ab den 1970er Jahren stand an dem Ort eine Schweinemast. Obwohl sich Roma-Verbände und Menschenrechtsorganisationen sehr bald nach der politischen Wende von 1989 für einen Abriss der Farm eingesetzt hatten, kaufte der tschechische Staat erst 2018 das Gelände auf und leitete die Entstehung der Gedenkstätte in die Wege. Read the rest of this entry »
Oktober 18th, 2023 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview
Good News aus Deutschland: Am 6. November eröffnet die 47. Duisburger Filmwoche mit der Deutschland-Premiere von Wankostättn (AT 2023, 37 Min.) von Karin Berger.
[Anm. d. Red.: Ein ausführliches Interview mit der Filmemacherin finden Sie in der aktuellen Ausgabe von dROMa.]
„Nichts ist da, was erinnern könnte. Wenn ich dann wieder weggehe, bin ich ganz leer“, sagt Karl Stojka, auf einer Straße im 11. Wiener Bezirk stehend. Im Gehen erzählt Karl Stojka von diesem Ort, von seiner Kindheit auf der „Wankostättn“ in Wien, wo sich ein großer Wohn- und Lagerplatz der Rom:nja und Sinti:zze befand. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland wurde der Platz zunächst abgegrenzt, dann 1941 geräumt und die Bewohner:innen deportiert.
Karin Berger fügt für Wankostättn zwei Gespräche zusammen, die sie bereits 1997 mit Karl Stojka führte. Zwischen der Filmemacherin und den Geschwistern Karl und Ceija Stojka bestand eine enge Verbundenheit und lange Zusammenarbeit.
Während Stojka den veränderten Erinnerungsort durchwandert, wird die Diskrepanz zwischen der erzählten Erinnerung und der bebauten Gegenwart erfahrbar. „Wankostättn zeigt in der rohen Form und Unmittelbarkeit seines Materials die Kraft mündlicher Erinnerungskultur und das Potential des Dokumentarischen. In einer Gegenwart, in der die Aufarbeitung der rassistischen Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze andauert, bewahrt Wankostättn nicht nur Zeugenschaft, sondern macht sie lebendig. Ein Film über Erinnerung und über die Arbeit an ihr. Read the rest of this entry »
Oktober 11th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Karola Fings / Sybille Steinbacher (Hrsg.): Sinti und Roma. Der nationalsozialistische Völkermord in historischer und gesellschaftspolitischer Perspektive (=Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte, Bd. 19), Wallstein Verlag, Göttingen 2021, 288 S.
Der Völkermord an den Sinti und Roma: bis heute ein »blinder Fleck«. Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentlich weithin sichtbare Anerkennung, als 2012 in Berlin das zentrale Denkmal für diese Opfergruppe geschaffen wurde. Doch bis heute ist das Wissen um die Verfolgung der Minderheit und den an ihr begangenen Völkermord gering.
In historischer Perspektive werden das Verfolgungsgeschehen im Deutschen Reich, das Leid im Konzentrationslager Dachau sowie die Tötungsverbrechen in Ost- und Südosteuropa dargestellt. Dem Spannungsfeld von Täter- und Opferperspektiven und den Kontinuitäten und Brüchen nach 1945 gilt ein besonderes Augenmerk. In gesellschaftspolitischer Perspektive werden Fragen der Vermittlungs- und der Bürgerrechtsarbeit problematisiert sowie die Bedeutung des bis heute wirkmächtigen Antiziganismus für die Überlebenden und deren Nachkommen thematisiert.
Aus dem Inhalt: Read the rest of this entry »
Oktober 4th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Aus dem dROMa-Archiv (68/2022):
Kindheitserinnerungen aus dem Krieg
Mirano Cavaljeti war einer der Großen auf den Operettenbühnen Europas. Bis zu seinem Bühnenabschied vor gut zwanzig Jahren trat der deutsche Tenor in 115 Theaterhäusern auf. Über seine Herkunft hielt er sich lieber bedeckt. Mit 89 Jahren hat er nun aber seine Lebensgeschichte veröffentlicht.
Hinter ihm liegt eine schillernde Karriere. Als umjubelter Tenor stand Mirano Cavaljeti-Richter mit vielen Stars auf der Bühne, mit Johannes Heesters teilte er die Garderobe, mit Milva reiste er durch Italien. Er brillierte in der „Zauberflöte“ ebenso wie im „Zigeunerbaron“. Vor allem das Operettenfach hatte es ihm angetan, hier feierte er seine größten Erfolge. Das Publikum lag ihm zu Füßen, auch in Österreich.
Fragen nach seiner Herkunft wusste Cavaljeti stets charmant auszuweichen. Oder er flunkerte, dass er eigentlich aus Südtirol stamme, und warf wie zum Beweis ein paar Brocken Italienisch hinterher. „Über die ganzen Jahre hinweg hielt ich an dieser Erklärung fest und glaubte schließlich fast selbst daran“, erinnert er sich. Kaum einer seiner Bühnenkollegen, und schon gar nicht das Publikum, wusste von seiner Sinti-Herkunft – und von den Schrecken seiner Kindheit.
Jetzt, mit beinahe 90 Jahren, hat er sich dazu durchgerungen, seine verschwiegene Lebensgeschichte zu Papier zu bringen. Unter dem Titel „Auf der Flucht über den Balkan“ liegen seine Erinnerungen, mit einem Nachwort versehen von der Historikerin Annette Leo, nunmehr in Buchform vor. Read the rest of this entry »
Oktober 3rd, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Aus dem dROMa-Archiv (68/2022):
Tschavoripeskere palgondoliptscha andar o haburi
O Mirano Cavaljeti jek le lek barederendar upro operetakere khelipeskere thana andi Europa sina. Dschi use leskero kisetinipe angle latsche bisch berscha, o nimtschko tenori ande 115 teateriskere khera khelahi. Pedar leskero telschtaminipe but na phukavlahi. 89 berschena akan leskeri dschivipeskeri historija ari dija.
Pal leste jek bari karijera paschlol. Ojs kamlo tenori o Mirano Cavaljeti-Richter, but prindscharde dschenenca ando pradipe te dikel sina, le Johannes Heesteriha ov peske jek garderoba ulatscha, la Milvaha duach i Italija roasintscha. Ov brilirintscha andi „Zauberflöte“ afka sar te ando „Zigeunerbaron“. Butvar o operetejakero koja aun le leske kertscha, adaj ov pre lek bareder jeriniptscha mulatintscha. O dschene uso pre leske paschlonahi, te andi Austrija.
Le phutschajiptschenge pal leskero telschtaminipe, o Cavaljeti mindig latsche andar o drom te dschal dschanlahi. Vaj ov hohavlahi, hot ov andar sud Tirol al, taj kaj le te patschan, ov mindig poar alava andi italitiki tschib palal tschidlahi. „Pedar o cile berscha, ada erklerinipe upre likerahi taj bojd te me le patschajahi“, phenel ov adi. Bojd niko leskere kolegendar taj schoha nisaj dscheno dschanlahi, leskere Sinti-telschtaminipestar – taj te pedar o bibastale terdschijiptscha ande leskeri tschavengeri cajt.
Akan, bojd 90 berschenca, phentscha ov, hot pri garudi dschivipeskeri historija tel te pisinel kamla. Telal o anav „Auf der Flucht über den Balkan“ akan leskere palgondoliniptscha, jeke palal pisime alaveha la historikerkijatar Annette Leo, ande jek kenva angle paschlon. Read the rest of this entry »
September 28th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Offener Brief der Jenischen an Integrationsministerin Susanne Raab
Im Jänner 2020 hat die österreichische Regierung in ihrem Regierungsprogramm „Aus Verantwortung für Österreich“ die Prüfung der Anerkennung der Jenischen angekündigt. Heute, fast vier Jahre später, ist diesbezüglich leider nur Stillstand zu sehen. Deshalb schicken der Verein Jenische in Österreich, der Europäische Jenische Rat und das Jenische Archiv einen offenen Brief an die zuständige Bundesministerin Susanne Raab.
Sehr geehrte Frau Ministerin Susanne Raab,
wie Sie wissen, hat die im Regierungsprogramm vom Jänner 2020 angekündigte „Prüfung der Anerkennung der jenischen Volksgruppe in Österreich“ bislang nicht nur nicht stattgefunden, sie hat zudem noch nicht einmal begonnen. Angesichts der bereits verstrichenen Regierungszeit wird sie wohl ein reines Lippenbekenntnis gewesen sein? Wir, der „Verein Jenische in Österreich“, Sprecher:innen der jenischen Volksgruppe in Österreich, haben uns am 30. Jänner 2020 erstmals an Sie gewandt, bekommen aber bis heute, bei Ihnen als zuständiger Ministerin, nicht nur keinen Termin, nein, auch Medienanfragen zum Thema werden nicht beantwortet. Besorgt um unsere liberale Demokratie und irritiert über Ihr Verhalten, oder besser gesagt, Nicht-Verhalten, bleibt uns nur mehr dieser Versuch, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
Den Angehörigen einer in Österreich immer besonders diskriminierten Minderheit – den von Ihnen ignorierten Jenischen – signalisieren Sie damit vor allem eines: Nichtanerkennung, umgangssprachlich: Ablehnung. Die Nichtanerkennung dieser Volksgruppe impliziert auch die Nichtanerkennung des Unrechts und Leids, das an Jenischen in der Nazi-Diktatur verübt wurde. Die Diskriminierung hat 1945 nicht aufgehört. Uns Jenischen hat sich diese Ablehnung eingebrannt, wir müssen bis heute damit leben, immer unter Generalverdacht zu stehen.
September 12th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher
Aus dem dROMa-Archiv (51/2017):
Schunipeskeri kenva: O holanditiko Sinto Zoni Weisz phukal pri bijografija
„Kekaj so sa pasirintscha, kekaj so me sa naschatschom“, phenel o Zoni Weisz: „me bastalo manusch som.“ taj oda, kekaj jek bibastalo hischo pedar leskero ileto paschlolahi – sajt o 19to maj 1944, kada ov ojs efta berschengero iste use diklahi, sar leskeri Sinti familija andar o logeri Westerbork, Auschwitz ledschim uli.
Ov na ulo ledschim, kaj leske jek holanditiko harengero upro srastunakero than pomoschintscha, naschi te dschal: „Te me mri kalapa tel lijom, akor iste nasches, iste nasches!“, phentscha leske o harengero. Taj o Zoni te naschel kesdintscha taj upre jek srastuni upre urtschano, savi bejg ladlahi. Ande mindenfeltike garujiptscha o masektscha prik dschivtscha – ando vescha, use gadsche, ande jek thudeskeri firma, mindig la daraha, le nimtsche nimcendar astardo te ol. Ham o Zoni prik dschivtscha: „I cili cajt“, phentscha lo, „jek endscheli upre mro phiko sina.“
Ada sa, o adiveseskero 80 berschengero phukal, afka, hot kivanines tuke, hot adala duj CDs ande saki ischkolakeri biblijoteka terdschon. 120 minuti phukal o Zoni Weisz pedar o falati pre dschivipeskere dromestar: usar o tschavoripe ando grastengere verdi, savo le and gejipeha le nimtschke nimcendar jek bibastalo kisetinipe lakla; taj la „kala heftschatar“, savi ali, kada leskeri familija and tschapim uli: „So, so ande tro dschivipe barikano hi, bejg hi!“
Ham o Zoni jek nevo kesdipe schofintscha: Na dur pal o kisetinipe ojs butschaschi use jek floristo kesdintscha, taj maschkar o bokreti, pro akaripe lakla. Tel phaglo tschak le nimcengere dijanstistar ando varno vesch ande Surinam, o Zoni Weisz srastuna disciplinaha upre pe butschalintscha, usar o arsiklipeskero tschau dschi uso floristo leskere vilagostar, saveske 2002 muguli o bokretengero keripe le kiralengere bijavistar prik dim ulo. Read the rest of this entry »
September 9th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Aus dem dROMa-Archiv (51/2017):
Hörbuch: Der holländische Sinto Zoni Weisz erzählt seine Biografie
„Was auch passiert ist, was ich auch verloren habe“, sagt Zoni Weisz: „Ich bin ein sehr glücklicher Mensch.“ und das, obwohl seit seiner Kindheit ein schrecklicher Schatten über seinem Leben lag – seit dem 19. Mai 1944, als er als Siebenjähriger mitansehen musste, wie seine Sinti-Familie vom Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert wurde.
Er selbst entging dem Transport, dank einem niederländischen Polizisten, der ihm im letzten Moment am Bahnsteig zur Flucht verhalf: „Wenn ich meinen Hut abnehme, musst du laufen, laufen!“, flüsterte ihm der Polizist zu. Und Zoni lief los und rettete sich in einen losrollenden Personenzug. In wechselnden Verstecken überstand er die folgenden Monate – in den Wäldern, bei Bauern, in einer Molkerei, in steter Angst vor den deutschen Patrouillen. Doch Zoni überlebte: „Die ganze Zeit“, sagt er, „war ein Engel auf meiner Schulter.“
Das alles erzählt der heute 80-Jährige ohne Skript, so direkt und anschaulich, dass man sich wünscht, diese Doppel-CD stünde in jeder Schulbibliothek. 120 Minuten lang berichtet Zoni Weisz von den Etappen seines Lebensweges: vom Kindheitsidyll im Pferdwagen, das mit dem deutschen Einmarsch ein jähes Ende fand; und vom „schwarzen Loch“, das folgte, als seine Familie verhaftet wurde. „Alles, was wichtig ist in deinem Leben, ist weg!“
Aber Zoni schaffte den Neubeginn: Bald nach der Befreiung kam er als Aushilfskraft bei einem Floristen unter und fand dort, zwischen Blumengestecken und -gebinden, seine Berufung. Unterbrochen nur von einem Militärdienst im Urwald von Surinam, arbeitete sich Zoni Weisz mit eiserner Disziplin nach oben, vom Lehrbub bis zum führenden Floristen seines Landes, dem 2002 sogar der Blumenschmuck der königlichen Hochzeit anvertraut wurde. Read the rest of this entry »
September 5th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
„Nicht ernst gemeint!“: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma weist die jetzt vorgelegte öffentliche Entschuldigung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Bayerns Hubert Aiwanger zurück. Der Zentralrat befürchtet Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen.
Sein Verhalten gegenüber den Millionen Ermordeten jüdischer Menschen und Sinti und Roma entschuldigt Herr Aiwanger heute mit seinem damaligen jugendlichen Alter. Dabei sieht sich Herr Aiwanger selbst als ein Opfer einer politischen Kampagne und weist gleichzeitig die öffentliche Kritik an seiner Person zurück. Dies kann nicht akzeptiert werden.
Dieser unfassbare Zynismus ist unverzeihlich. Er schadet den Bemühungen von Bildungseinrichtungen, die die Verantwortung für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat übernehmen, und stärkt das Agieren von demokratiefeindlichen Parteien.
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sieht in dieser aufgeheizten Diskussion auch eine gesellschaftspolitische Klimaveränderung, deren Ziel die Stärkung eines neuen Rechtsextremismus und Nationalismus ist. Read the rest of this entry »
September 5th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Sebastian Lotto-Kusche: Der Völkermord an den Sinti und Roma und die Bundesrepublik. Der lange Weg zur Anerkennung 1949–1990 (=Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 125), De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2022, 264 S.
Die Studie untersucht die diskursiven Kämpfe um die Anerkennung des NS-Völkermords an Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990. Dabei wird unter Anerkennung zweierlei verstanden: die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung sowie die Bewertung der „NS-Zigeunerverfolgung‟ als „rassisch‟ motiviertes Verbrechen in Politik und Wissenschaft. Auf der Grundlage umfassenden Quellenmaterials von Bundesbehörden und politischen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren entsteht eine Diskursgeschichte dieses langwierigen Anerkennungsprozesses. Sie zeigt, dass bis tief in die 1960er Jahre hinein ein durch und durch rassistisches Bild der nationalsozialistischen Politik gegen Sinti und Roma vorherrschte. Dieser Denkstil, der von traditionellen Vorurteilen über „Zigeunerkriminalität‟ geprägt war, geriet in den 1970er Jahren mit der Rezeption von internationalen Forschungsarbeiten immer stärker unter Druck. Doch erst in den 1980er Jahren begann mit der Anerkennung der Sinti und Roma als Gesprächspartner durch Bundeskanzler Helmut Schmidt auch die Erforschung des NS-Massenverbrechens.
August 31st, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Ulrich Friedrich Opfermann: „Stets korrekt und human“. Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma (=Antiziganismusforschung interdisziplinär. Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 4), Heidelberg University Publishing (heiUP): Heidelberg 2023, 589 S.
→zum Download (CC BY-SA 4.0)
Das Buch gibt erstmals einen systematischen Überblick zu einem bislang vernachlässigten Bereich der justiziellen Aufarbeitung des NS-Systems: dem Umgang mit den Verbrechen an den Sinti und Roma in westdeutschen NSG-Verfahren unter Einbezug des Tatraums Osteuropa. Die akribisch recherchierte Studie stellt zahlreiche Verfahren vor. Sie informiert über die rechtlichen Voraussetzungen des westdeutschen justiziellen Sonderwegs, zeichnet den Verfahrensgang nach und fragt nach den Rollen der Beschuldigten und Zeugen sowie des Justizpersonals. Im Mittelpunkt steht das als Großverfahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammelverfahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das entgegen seinem Anspruch kaum Resonanz entfaltete und heute weitgehend vergessen ist.
August 26th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Radio, Podcast & TV
ORF2: Österreich-Bild (27 Min.)
So., 27.8.2023, 18.25 Uhr
In der ORF-Dokumentation zeichnet Gestalterin Katharina Graf-Janoska in ORF 2, den Weg der Roma zur Anerkennung als Volksgruppe nach. Eine Produktion aus dem Landesstudio Burgenland.
Am 16. Dezember 1993 werden die Roma offiziell als Volksgruppe anerkannt. Die Bestrebungen, die zur Anerkennung als sechste Volksgruppe in Österreich führen, beginnen allerdings schon einige Jahre zuvor sowohl im Burgenland als auch in Wien. Junge Roma und Romnja, die Söhne und Töchter der Holocaustüberlebenden, beginnen sich allmählich gegen die anhaltende Diskriminierung und Ausgrenzung zu wehren: Denn bis Ende der 1980er-Jahre werden Roma-Kinder automatisch in die Sonderschule abgeschoben, jungen Erwachsenen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert und es wird ein Lokalverbot verhängt.
1989 wird der erste Romaverein gegründet, der „Verein Roma Oberwart“ – ein erster Schritt in Richtung Anerkennung. Und es ist ein langer und schmerzhafter Weg, der hinter der noch jungen Volksgruppe liegt. Es ist diese tragische und teilweise unfassbare Geschichte, die bis heute nachhallt: geprägt von Vorurteilen, Diskriminierung, bis hin zur Ermordung von 90 Prozent der in Österreich lebenden Roma und Romnja im Nationalsozialismus.
Die Anerkennung der Roma als Volksgruppe ist ein Wendepunkt, der vieles, aber nicht alles verändert. Zu spüren bekommt dies die noch junge Volksgruppe in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995, als eine Rohrbombe nahe der Roma-Siedlung in Oberwart vier junge Roma tötet. Das Attentat erregt nicht nur nationale, sondern auch internationale Aufmerksamkeit, durch die sich die Volksgruppenarbeit intensiviert. Wenige Monate später konstituiert sich der Volksgruppenbeirat der Roma. Read the rest of this entry »
August 24th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Wissenschaft
Anna Cseri (2022): Kritische Betrachtung der Darstellung des Porajmos in der österreichischen Nachkriegsjustiz am Beispiel der Volksgerichtsverfahren gegen Franz Langmüller und Friedrich Messer
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 91 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Nur ein Bruchteil der begangenen NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze wurde in den österreichischen Volksgerichten im Zuge der Nachkriegsjustiz behandelt. Als Sondergerichte trugen sie die Verantwortung für die justizielle „Entnazifizierung“, welche in Österreich eng verzahnt war mit einer bürokratischen „Säuberung”, bei der im Wesentlichen eine Registrierung sog. „Ehemaliger“ sowie Sühneleistungen zu Tragen kamen. Bis dato ließen sich lediglich 23 von über 136.000 Verfahren eruieren, die mit dem Porajmos im Zusammenhang stehen. Eine Vielzahl der NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze blieb ungesühnt. Dieser Umstand lässt sich in den Diskriminierungsprozess dieser Opfergruppen in der unmittelbaren Nachkriegszeit (jedoch auch darüber hinaus) einordnen. Knapp die Hälfte der Verfahren vor dem Volksgericht betreffend des Porajmos wurden abgebrochen oder eingestellt, die Täter:innen in einem Großteil der Fälle zu niedrigen Strafen verurteilt oder gar freigesprochen. In der vorliegenden Masterarbeit wurden zwei österreichische Volksgerichtsverfahren analysiert, die mit dem sog. „Zigeunerlager” Lackenbach in Zusammenhang stehen. Die Hauptquellen umfassen die Prozessunterlagen der beiden Verfahren, einerseits gegen den Lagerleiter des sogenannten „Zigeunerlagers” Lackenbach, Franz Langmüller, sowie andererseits gegen Friedrich Messer, der unter anderem wegen der Denunziation einer Romni und der Beteiligung an Deportationen vor Gericht stand. Hierbei wurden erstmals Prozessakten auf die Reproduktion antiziganistischer Stereotype untersucht. Read the rest of this entry »
August 12th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Sandra Antonia Klos (2018): Saving the authentic “gypsy”. Paul Bataillard and the beginnings of French Gypsyology
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 103 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Paul Bataillard (1816–1894) war ein Pariser Journalist, Redakteur, Republikaner, Historiker, Anthropologe und Archivar. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zur Ethnographie, Geschichte und Herkunft derjenigen Personen, die er als Bohémiens oder Tsiganes definierte, bildeten das Fundament französischer Tsiganologie, der wissenschaftlichen Entdeckung und Beschreibung der Zigeuner-Identität. Als Beitrag zu einer kritischen Prosopographie der Forschung im neunzehnten Jahrhundert rund um die vorgestellte ‚Rasse‘ der Zigeuner, untersucht diese Studie den wissenschaftlichen Blick, seine Kontexte, Wahrheitsansprüche, Wissenschaftlichkeitsstandards, Wirkung sowie Machtverhältnisse. Der erste Teil analysiert die sozialen, institutionellen und biographischen Kontexte von Bataillards Forschung. Der zweite Teil fokussiert auf den Inhalt seiner Theorien und analysiert implizite Konzeptionen von ‚Rasse‘ und Geschlecht, seinen Umgang mit populären Zigeuner-Darstellungen und seine eigene Hypothese zur Herkunft der Zigeuner. Der letzte Teil untersucht Bataillards wissenschaftliche Standards und wie exakt er sie selbst befolgte. Außerdem werden seine Absichten und Hintergründe, sich der Tsiganologie dauerhaft zu widmen, interpretiert. Read the rest of this entry »
August 9th, 2023 | Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Radio, Podcast & TV
ARTE: Stadt Land Kunst (2022):
„Le Paris manouche de Django Reinhardt“
Aus der Programminfo: Der legendäre Jazzmusiker und Gitarrist Django Reinhardt schrieb den Großteil seines Werkes in Paris und Umgebung. Seine temperamentvollen Melodien waren von den lebhaften Festen der Hauptstadt nicht wegzudenken: Männer und Frauen unterschiedlichster Kulturen, Gesellschaftsschichten und Länder trafen sich, um zu seiner Musik gemeinsam zu feiern. Als Angehöriger des fahrenden Volkes der Manouches entwickelte Django Reinhardt in der Zwischenkriegszeit einen ganz eigenen Stilmix aus Jazzklängen, Musik der Landfahrer und der französischen Valse Musette.
(Text: ARTE.tv)