„Stets korrekt und human“

August 31st, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Opfermann, Ulrich Friedrich. „Stets korrekt und human“: Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma. Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus 4. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2023.Ulrich Friedrich Opfermann: „Stets korrekt und human“. Der Um­gang der west­deut­schen Justiz mit dem NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma (=Anti­ziga­nis­mus­for­schung inter­dis­zipli­när. Schrif­ten­reihe der For­schungs­stelle Anti­ziga­nis­mus, Bd. 4), Heidel­berg Uni­ver­sity Publi­shing (heiUP): Hei­del­berg 2023, 589 S.

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Das Buch gibt erstmals einen systematischen Überblick zu einem bislang ver­nach­lässigten Bereich der justiziellen Auf­arbei­tung des NS-Systems: dem Umgang mit den Ver­brechen an den Sinti und Roma in west­deutschen NSG-Ver­fahren unter Ein­bezug des Tat­raums Osteuropa. Die akribisch recher­chierte Studie stellt zahl­reiche Verfahren vor. Sie informiert über die rechtlichen Voraus­setzungen des west­deutschen justiziel­len Sonderwegs, zeichnet den Verfahrens­gang nach und fragt nach den Rollen der Be­schuldig­ten und Zeugen sowie des Justiz­per­sonals. Im Mittel­punkt steht das als Groß­ver­fahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammel­ver­fahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das ent­gegen seinem An­spruch kaum Resonanz ent­faltete und heute weit­gehend ver­gessen ist.

This book deals with a neglected area of the judicial re­appraisal of the Nazi regime: the handling of the crimes against the Central and Eastern Euro­pean Roma minority in West German NSG trials. It pro­vides a com­prehen­sive insight and overview, informs about the legal pre­requisites of the West German judicial special path, and presents the course of pro­ceedings and the roles of the defendants, witnesses and judicial person­nel for a number of pro­cee­dings. The focus is on the joint trial on the “Zigeunerkomplex” (“Gypsy Complex”, 1958–1970), which was planned as a major trial along­side the first Auschwitz trial and which, contrary to its goal, had little impact and is now fo­rgotten.

(Text: heiUP)

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