Facts & Figures (436)
Juli 27th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juli 27th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
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Juli 21st, 2022 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Die große Sinti-Autorin und -Zeitzeugin Philomena Franz feiert heute ihren 100. Geburtstag in Bergisch-Gladbach
Aus RomArchive: Philomena Franz, geboren 1922 in Biberach, Deutschland, war die erste Frau unter Roma und Sinti, die ihre Erfahrungen in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs zu Papier brachte. Als Kind einer Sinti-Familie von Musiker_innen und Schauspieler_innen mit langjährigen Wurzeln in Deutschland, sang und tanzte Franz bereits als junges Mädchen in ihrer Familientruppe. Sie erinnert sich gerne an Höhepunkte dieser Zeit, zum Beispiel die Auftritte im Lido in Paris und im Wintergarten in Berlin.

Dieses Leben der Kreativität und Freiheit endete in den späten 1930er Jahren, als ihrer Familie zuerst die Pässe entzogen und dann ihre Instrumente konfisziert wurden. 1943 wurde Franz nach Auschwitz deportiert. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus Ravensbrück floh Franz 1945 erfolgreich aus einem Lager bei Wittenberge und rettete ihr Leben mithilfe eines deutschen Bauern, der sie versteckte. Nach Kriegsende stellte sie fest, dass ein Großteil ihrer Familie in den Lagern ermordet worden war. Für die überlebenden Sinti und Roma war Hilfe nicht ohne weiteres verfügbar, sodass Philomena Franz zusammen mit anderen Sinti-Musiker_innen eine Band gründete, die durch das Land tourte, um für die alliierten Truppen zu spielen.
Während dieser Zeit lernte sie Oskar Franz kennen, sie heirateten und hatten fünf Kinder. In den folgenden Jahren litt sie unter schweren Depressionen, ständigen Albträumen und einem unerbittlich wiederkehrenden Gefühl der Gefangenschaft. Sie kämpfte auch mit der mangelnden offiziellen Anerkennung der Viktimisierung von Sinti und Roma im Holocaust und der fehlenden Restitution. Als in den 1970er Jahren einer ihrer Söhne in der Schule als »Zigeuner« verspottet wurde, sah sich Philomena Franz gezwungen, mit den dortigen Schüler_innen und Lehrer_innen über den Holocaust zu sprechen. So begann sie, ihre Erinnerungen an die Konzentrationslager dem Publikum mitzuteilen und in Erzählungen zu fassen.
Philomena Franz veröffentlichte ihre Märchen für Kinder 1982 in der Sammlung »Zigeunermärchen«, und 1985 hielt sie ihre Erinnerungen an das Leben und die Familie, die sie im Holocaust verloren hatte, sowie ihre Erfahrungen mit der Gefangenschaft in Auschwitz in ihrer Autobiografie »Zwischen Liebe und Hass: Ein Zigeunerleben« fest. Read the rest of this entry »
Juli 18th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik
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Juli 12th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken
Tschechien: Termin für Abriss der Schweinefarm in Lety, an deren Stelle Mahnmal für Roma-Holocaust entstehen soll
Im südböhmischen Lety werden am 22. Juli die Abrissarbeiten des ehemaligen Schweinezuchtbetriebs beginnen. An dessen Stelle wird dann ein Mahnmal zur Erinnerung an den Holocaust an den Sinti und Roma errichtet. Die Abrisskosten sollten maximal 110 Millionen Kronen (4,5 Millionen Euro) betragen und werden vom Staat übernommen. Dies teilte eine Sprecherin des Museums für Roma-Kultur (Muzeum romské kultury) am Dienstag der Presseagentur ČTK mit.
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich vor Ort ein Konzentrationslager, in dem in den Jahren 1942 und 1943 insgesamt 327 Sinti und Roma starben. Seit den 1970er Jahren stand an der Stelle ein Schweinezuchtbetrieb. Diesen kaufte der tschechische Staat 2018 auf, um die Errichtung einer Gedenkstätte zu ermöglichen.
(Text: Radio.cz, 12.7.2022)
Aus unserem Archiv:
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Juli 10th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Der 2. August soll nationaler Gedenktag für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti werden. ÖVP und Grüne brachten im Nationalrat einen entsprechenden Antrag ein
„Es ist ein Anliegen der Volksgruppe der Roma den 2. August als nationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Völkermords an den Roma und Sinti während des Nationalsozialismus einzurichten. Wir unterstützen dieses Anliegen und haben aus diesem Grund einen entsprechenden Antrag im Parlament eingebracht,“ so ÖVP-Volksgruppensprecher Nationalratsabg. Nikolaus Berlakovich.
Schätzungen zufolge wurden während des Nationalsozialismus rund 500.000 Männer, Frauen und Kinder aus der Roma- und Sinti-Gemeinschaft in Europa ermordet. 2015 wurde der Völkermord an den Roma im Zweiten Weltkrieg vom Europäischen Parlament als historische Tatsache anerkannt. Nun soll es in Österreich einen nationalen Gedenktag geben.
Der 2. August wurde bewusst als europäischer Holocaust-Gedenktag gewählt: In einer einzigen Nacht wurden von 2. auf 3. August 1944 mindestens 3.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintizze im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet [neuen Forschungen zufolge sind es sogar zwischen 4.200 und 4300, Anm. d. dROMa-Red.]. Von den knapp 11.000 österreichischen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze überlebte nur knapp jeder Zehnte den Roma-Holocaust (auf Romani „Porajmos“).
Juni 17th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
In Deutschland beginnt die Aktionswoche des Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Etwa 42.000 NS-Überlebende, darunter Roma, leben noch in der Ukraine.
Mit einer Aktionswoche möchte das Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine deren Unterstützung in den Fokus rücken. Die Veranstaltungen beginnen rund um den 19. Juni und enden am 29. Juni. Viele der mittlerweile 48 im Netzwerk engagierten Gedenkstätten, Museen, Vereine und Initiativen bieten Führungen, Filme, Fortbildungen sowie eine Fachtagung.
Die Gedenkstätte Poppenbüttel in Hamburg blickt am 22. Juni mit einem Rundgang und einem Gespräch zusammen mit der Autorin Margot Löhr zum Beispiel auf „Die vergessenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen“. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit zeigt am gleichen Tag im Berliner Kino Delphi Lux in Anwesenheit der Regisseurin Lana Delaroche den Film „The Sunday in Strasbourg“ über ukrainische Zwangsarbeiterinnen.
In der Aktionswoche soll es auch um die Dimensionen des Zweiten Weltkriegs und des russischen Angriffskriegs sowie um Kontinuitäten gehen. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen bietet am 23. Juni eine Fortbildung zu Sinti:ze und Rom:nja im KZ und das Fortwirken von Antiziganismus bis in die Gegenwart. Das Kreismuseum Wewelsburg lädt am 26. Juni zur Themenführung „Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941“. Das Bildungsforum Antiziganismus und der Zentralrat der Sinti und Roma sind am 28. Juni mit der Online-Veranstaltung „Zur Situation der Rom:nja in und aus der Ukraine“ Teil der Aktionswoche. Alle Veranstaltungen sind im Kalender auf der Website des Hilfsnetzwerks zu finden.
Spendenbereitschaft hochhalten
Bei einer zentralen Online-Veranstaltung zu Beginn der Aktionswoche am 20. Juni will das Netzwerk, das auf Initiative des Berliner Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI gegründet wurde, mit internationaler Perspektive auf die humanitäre Unterstützung in der Ukraine schauen: Read the rest of this entry »
Juni 13th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
RAN: Am 13. Juni 1999 begann die systematische ethnische Säuberung gegen Roma im Kosovo unter den Augen der internationalen Organisationen im Land. Der 13. Juni soll zum internationalen Gedenktag für die vertriebenen Roma aus dem Kosovo werden.
Im 14. Jahrhundert ließen sich Roma-Gruppen nachweislich auf dem Balkan nieder. Urkunden des Zaren Dušan IV. erwähnen erstmals 1348 die Ankunft von Roma in Prizren. In osmanischer Zeit, die bis 1912 dauerte, waren Roma ein wichtiger kultureller und wirtschaftlicher Faktor der kosovarischen Gesellschaft. Geschätzt wurden ihre handwerklichen Fertigkeiten, vor allem die Schmiedekunst. Viele waren zu dieser Zeit Leibeigene osmanischer Grundherren. Mit dem Aufstieg ethnisch-nationalistischer Bewegungen gerieten Roma zunehmend zwischen die Fronten von Albanern und Serben, die jeweils absolute Loyalität forderten. In den Balkankriegen 1912/1913 wurden muslimische Albaner von serbischen Propagandisten als Untermenschen dargestellt. Ziel der albanischen Nationalisten war ein „ethnisch reines“ großalbanisches Reich. Seitdem wurden Serben, Juden und Roma systematisch im Kosovo verfolgt, zunächst durch albanische Banden, „Balli Kombetar“, und im Verlauf des Zweiten Weltkriegs durch die SS-Division „Skanderberg“, die von Himmler aus albanischen Freiwilligen zusammengestellt wurde. Roma mussten Zwangsarbeit leisten und wurden in Konzentrations- und Todeslager deportiert.
Viele Kosovo-Roma unterstützten die Partisanen Titos im Kampf gegen die deutschen Besatzer. Den Familien getöteter Partisanen wurde eine Hinterbliebenenrente gezahlt. Sie erhielten ein Bleiberecht und der Staat bezuschusste ihren Hausbau.
Seit Anfang der 80er Jahre gibt es Berichte über die Bestrebungen kosovo-albanischer Nationalisten für die „ethnische Reinigung“ des Kosovo von allen nicht-albanischen Minderheiten. Nach 1989 spitzten sich die Konflikte zwischen Serben und Albanern weiter zu. In den 1990er Jahren entstand die UÇK, eine paramilitärische Organisation, die für die Abspaltung des Kosovo von Jugoslawien kämpfte. Die Kosovo-Albaner, ebenso wie Politiker der NATO-Länder, behaupteten damals, die Serben planten einen Genozid an den Albanern. Bis heute gibt es dafür keine Beweise [Anm.: siehe auch hier]. Mit der Behauptung wurde jedoch die NATO-Bombardierung des souveränen Staates Jugoslawien 1999 begründet, die am 24. März 1999 begann und 78 Tage andauerte.
Die Akademie der Wissenschaften Tirana forderte im Mai 1999: „Die Albaner brauchen ihren ethnisch-reinen Staat“. Nach dem Sieg der NATO konnte die UÇK ihr Ziel der „ethnischen Säuberung“ des Kosovo ungehindert umsetzen. Die UÇK besetzte parallel zum NATO-Einmarsch alle Orte des Kosovo, zerstörte Siedlungen von Roma und anderen Minderheiten und vertrieb die Menschen. Vor allem seit dem 13. Juni 1999 wurden Roma in einem Ausmaß verfolgt, wie es Vergleichbares seit der Besetzung des Balkans durch die Deutsche Wehrmacht nicht mehr gegeben hatte. Roma wurden Opfer zahlloser Kriegsverbrechen. Read the rest of this entry »
Mai 30th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Deutschlandfunk Kultur: Rassismus gegen Sinti und Roma
Zeitfragen. Feature, 5.5.2022 (35 min)
Sendung von Christian Bernd
Rassismus gegen Sinti und Roma hat Tradition in Deutschland – auch in der Wissenschaft. Sie zeichnete bisher ein stereotypes Bild. Jetzt wollen Forschende, die der Minderheit angehören, ihre eigene Perspektive einbringen.
(Text und Beitrag: Deutschlandfunk Kultur)
Mai 23rd, 2022 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Dokumentarfilm von Adrian Oeser, 44:56 min
Hessischer Rundfunk/Fernsehen | Erstausstrahlung: 7.4.2022
Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg erkämpfte gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern, dass der Massenmord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord anerkannt wurde.
Mit persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotional und eindrucksvoll die Geschichte von Deutschlands größter nationaler Minderheit nach und macht bisher unerzählte Perspektiven sichtbar. Individuelle Geschichten und bisher kaum gezeigtes Archivmaterial nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter diskriminiert wurden und in der sie sich schließlich zur Wehr setzten. Unter den historischen Aufnahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassismus gegen Sinti und Roma nach 1945 fortdauerte – und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder befeuert wurde. Die Dokumentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Auseinandersetzung der ARD mit ihrer eigenen Geschichte.
Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis heute notwendig ist. Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Landeskriminalämter und Forscher in ganz Deutschland mit den Akten der Rassenhygieniker aus der Nazizeit weiter, um Sinti und Roma systematisch zu erfassen. Erst die Bürgerrechtler konnten diese Aktenbestände in den 1980er Jahren freipressen. Read the rest of this entry »
Mai 3rd, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Katrin Kühnert (2020): „Holocaust-Autobiografien von Roma. Darstellungsformen der Verfolgung und Vernichtung während des Nationalsozialismus“
Masterarbeit, Universität Wien (Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 108 S.
Abstract:
Der Holocaust spielt als geteilte Leidenserfahrung nicht nur für die kollektive Gruppenidentität der Roma eine bedeutende Rolle, sondern ist auch bis heute das dominierende Thema ihres Schreibens. Die Literatur dieser größten ethnischen Minderheit Europas ist dabei häufig autobiografisch beeinflusst, im deutschsprachigen Raum stellt die Autobiografie gar die dominierende Äußerungsform dar. Während Juden und Jüdinnen bereits während des NS-Massenmordes beginnen, ihre Verfolgungserfahrungen aufzuzeichnen, und somit beim späteren Schreibbeginn der Roma schon etablierte Standards bestehen, folgt ihr Erzählen diesen nicht durchgängig, sondern es entsteht ein eigenes Narrativ, über den NS-Genozid zu berichten. Die vorliegende Arbeit identifiziert mittels qualitativer Textanalyse typologische Analogien auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene in fünf Autobiografien von Holocaust-Überlebenden. Der Textkorpus setzt sich aus Ilona Lackovás A false dawn (1997, Slowakei/Tschechien), Otto Rosenbergs Das Brennglas (1998, Deutschland), Mongo Stojkas Papierene Kinder (2000, Österreich), Edward Dębickis Totenvogel (2004, Polen) und Zoni Weisz’ Der vergessene Holocaust (2016, Niederlande) zusammen. Read the rest of this entry »
April 28th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
April 25th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht
„Nicht existierendes Pseudo-Konzentrationslager“: Bewährungsstrafe für tschechischen Ex-Abgeordneten wegen Leugnung des Roma-Holocaust
Radio Praha: Weil er den Völkermord an den Roma leugnete, ist ein ehemaliger tschechischer Abgeordneter zu einem halben Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Miloslav Rozner von der Rechtsaußenpartei „Freiheit und direkte Demokratie“ (Svoboda a přímá demokracie, SPD) hatte 2017 das Roma-Konzentrationslager in Lety als „nicht existierendes Pseudo-Konzentrationslager“ bezeichnet (wir berichteten). Ein Amtgericht in Prag bewertete dies als Leugnung des Völkermordes an den Sinti und Roma. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Der ehemalige Parlamentarier lehnte bei der Gerichtsverhandlung die Anklage ab. Seinen Aussagen nach wollte er mit seinen Worten nur eine Entscheidung der damaligen Regierung zum früheren KZ Lety kritisieren. Dieses entschied damals, die Schweinemast an dem Gedenkort mit staatlichen Geldern aufzukaufen.
April 22nd, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 20.4.2022 | 14:10 min
Sentilinipe le gondolipeskere thanestar uso palgondolipe upro opfertscha le Romendar andar Langental: Than le talalinipestar
Ande Langental Hetvinate jek gondolipeskero than le opferenge, save le nacijendar ando bersch 1938 dschi 1945 murdarde ule, prado ulo. Pasche le schovar desch taj enja Romenge, save le nacijendar murdarde ule te le manuschenge, save vasch o politischi viderschtaund vaj nasvaliptscha vaj teschtune ariakarde sina taj la NS-medicinake opfertscha ule, gondolim ol. Pal jek, jeke hangoskere gemajndakere arkeripe ando bersch duj eseri deschuofto o ande Großwarersdorf dschivdo kinstleri, Peter Kedl le keripeha le gondolipeskere thanestar upre dim ulo. O gendo eftarvar desch taj trin kaschtengere seleti tschak ojs thaneskere likeriptscha dininen. On duach srastunengere schtroafn andi glajchi dimensijona arparude on. O gendo le deschuefta taj trin kaschtungere seletendar upro dokumentirti murdarde opfertscha ando mindenfelitike logertscha upre te sikal. O gondolipeskero than ande Langental i historija le Romendar te sikal taj te maninel ham te andi cukunft upro latscho khetan dschivipe le mindenfelitike flogoskere grupnendar upre te sikal.
Einweihung der Erinnerungsstätte für die Opfer des NS-Diktatur aus der Großgemeinde Großwarasdorf
In Erinnerung an die Frauen, Männer und Kinder aus der Gemeinde Großwarasdorf/Veliki Borištof, die von 1938 bis 1945 Opfer des Nationalsozialismus wurden, wurde am Ostermontag, dem 18. April 2022, um 15:00 Uhr die Enthüllung und Einweihung des Erinnerungsdenkmals und der Begegnungsstätte in Langental/Longitolj vorgenommen. Neben den 69 namentlich angeführten Romnija und Roma, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden, gedenken wir auch jener vier Menschen, die wegen ihres politischen Widerstandes ermordet wurden oder denen auf Grund von Erkrankungen oder Behinderungen das Lebensrecht abgesprochen wurde und die der NS-Medizin zum Opfer fielen. Von weiteren hundert Angehörigen der Langentaler Roma-Familien gibt es nach 1945 kein Lebenszeichen mehr, ihr Schicksal ist unbekannt. Read the rest of this entry »
April 16th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken
Genozid-Mahnmal für Roma und Sinti soll in Wien errichtet werden: „Es gibt mittlerweile bei allen politischen Parteien ein Bekenntnis zum Mahnmal“
DerStandard.at: Ein Mahnmal für den Porajmos, den Genozid an Roma und Sinti in der NS-Zeit, soll endlich realisiert werden. Roma- und Sinti-Vertreter brachten am 7. April ihre Forderung ins Hohe Haus
[Tausende] Roma und Sinti wurden in Österreich während der NS-Diktatur ermordet. Einen würdigen Ort des Gedenkens für sie gibt es aber 77 Jahre nach dem Ende des Naziterrors [in Wien, Anm. der Red.] immer noch nicht. Das soll sich nun endlich ändern. Am Donnerstag, am Vorabend des internationalen Tages der Roma, wurde bei einer Feier im Parlament ein in den letzten Monaten erarbeiteter Forderungskatalog verschiedener österreichischer Roma- und Sinti-Gruppen übergeben.
In einem Jahr, am 8. April 2023, soll der Welt-Roma-Tag bereits bei einem bestehenden Mahnmal mitten in Wien stattfinden. Jedenfalls wenn es nach der Nationalratsabgeordneten der Grünen und Gedenkpolitik-Sprecherin Eva Blimlinger geht. „Es ist jetzt zu einer Einigung zwischen allen Gruppen gekommen, was auch den Studierenden, die das in die Hand genommen haben, zu verdanken ist“, sagt Blimlinger im Gespräch mit dem STANDARD. Konkret habe die Volkshochschule Burgenland mit Gilda Horvath wesentlich zum Gelingen beigetragen, sagt Andreas Lehner, der die Forderungen für die Volksgruppen übergeben hat, dem STANDARD. Auch die Hochschülerschaft Österreichischer Roma und Romnja (HÖR) unterstützt das Vorhaben. [Anm.: Dieses Positionspapier wurde schließlich im Parlament vom Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats Emmerich Gärtner-Horvath überreicht.]
Wichtig war allen Beteiligten, dass es ein zentraler Ort in der Bundeshauptstadt ist, im Gespräch waren etwa der Platz der Menschenrechte oder der Ceija-Stojka-Platz im siebenten, der Dr.-Karl-Lueger-Platz im ersten und das Alte AKH im neunten Bezirk. Read the rest of this entry »
April 8th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Am 8. April wird in Europa der Internationale Tag der Roma begangen. Die beiden Europaabgeordneten Lukas Mandl (ÖVP) und Andreas Schieder (SPÖ) empfehlen, auch in Österreich den 2. August zum Gedenktag für im Nationalsozialismus ermordete Roma und Sinti zu erklären, wie das auf europäischer Ebene und in vielen Staaten bereits getan wurde.
„Mit einer aufgeklärten und liberalen Demokratie ist untrennbar der Schutz von Minderheiten verbunden. Das heutige, moderne Europa sowie die kulturelle und sprachliche Vielfalt, die damit einhergehen, sind nur durch das friedvolle Zusammenleben von Minderheiten möglich. Dafür soll auch der Internationale Tag der Roma und Sinti am 8. April sensibilisieren. Minderheiten haben Anspruch auf Erhalt und Förderung ihrer Sprachen in unseren Gesellschaften“, so Lukas Mandl, Mitglied des Ausschusses für Justiz und Freiheitsrechte im Europaparlament, der ergänzt: „Auf europäischer Ebene und in vielen Staaten ist der 2. August der offizielle Gedenktag für jene Roma und Sinti, die den NS-Verbrechen zum Opfer gefallen sind, rund 3.000 [neuen Forschungen zufolge sogar zwischen 4.200 und 4300, Anm. d. dROMa-Red.] von ihnen im Vernichtungslager Auschwitz an eben jenem 2. August im Jahr 1944. Ich empfehle auch heuer wieder, auch in Österreich den 2. August zum Gedenktag für die im nationalsozialistischen Verbrecherstaat ermordeten Roma und Sinti zu erklären.“
Andreas Schieder ist Delegationsleiter der SPÖ im EU-Parlament, er sagt: „Das Gedenken an die industrielle Vernichtung von Millionen Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und Andersdenkenden durch die Nationalsozialisten ist für uns in Österreich ein besonderer Auftrag zu erinnern, kollektiv Verantwortung zu übernehmen und Demokratie und Rechtsstaat zu schützen. Der Porajmos, der nationalsozialistische Völkermord an den europäischen Roma und Sinti, war ein Versuch der kollektiven Vernichtung, ist im historischen Gedenken aber nach wie vor unterrepräsentiert. Daneben ist die Geschichte der Roma und Sinti in Europa auch nach Ende des Krieges eine Geschichte von Ausgrenzung, Diskriminierung und Armut, auch in Österreich. Read the rest of this entry »
April 4th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 4.4.2022 | 8.08 min
Sentelinipe le palgondolipeskere thanestar le opferenge la NS-diktaturatar Kemetate
Upro gondolipe le dschuvlenge, murschenge taj tschavenge Kemetatar, save andar o bersch deschuenja tranda taj ofto dschi deschuenja schtarvardesch taj pantsch opfertscha le nacijonalsocijalismusistar ule, adi ando temetischi Kemetate gondolim ulo. Opfertscha sina Romnja taj Roma, dschidovkiji taj dschiodovtscha, manuscha; save politischi viderschtaund kerde taj manuscha, save nasvale sina taj savenge o dschivipeskero tschatschipe lim ulo taj afka on la NS-medicinjatar opfertscha ule. Interesirti dschenen o schajipe odoj hi, o historischi informaciji pedar o Kemetengere opferengere grupn jeke QR-Code-iha tel te vrischtschanel. Le mulatintschagoha le Kemetakere opferenge gondolim te ol taj afka jek than le palgondolipeske taj gondolipeske dim te ol.
In Erinnerung an die Frauen, Männer und Kinder aus Kemeten (Bezirk Oberwart), die von 1938 bis 1945 Opfer des Nationalsozialismus wurden, wurde heute im Friedhof in Kemeten gedacht. Zu den Opfern zählten Romnija und Roma, Jüdinnen und Juden, Menschen, die politischen Widerstand leisteten, und Menschen, denen auf Grund von Erkrankungen oder Behinderungen das Lebensrecht abgesprochen wurde und die der NS-Medizin zum Opfer fielen. Read the rest of this entry »
März 17th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Exakt heute vor vierzig Jahren, am 17. März 1982, kam es zu einem denkwürdigen Treffen einer von Romani Rose geführten Delegation des neu gegründeten Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Zwei Tage nach dem Treffen folgte ein Gespräch mit dem damaligen Oppositionsführer Helmut Kohl. Im Zusammenhang mit der Unterredung im Bonner Kanzleramt wurde der Völkermord an den Sinti und Roma erstmals – 37 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur – offiziell anerkannt. Dabei betonte Helmut Schmidt u.a. die öffentlich lange beharrlich bestrittene Tatsache, dass Verfolgung und Genozid an der Minderheit nicht bloße Auswüchse staatlicher Kriminalitätsbekämpfung und -prävention, sondern das Resultat der nationalsozialistischen Rassendoktrin waren.
In einem aktuellen Interview mit der RNZ erinnert sich Zentralratsvorsitzender Romani Rose an das „entspannte und konstruktive Gespräch“: „Es war das erste Mal, dass uns ein Bundeskanzler überhaupt empfing und bereit war, auf unsere Forderungen einzugehen. Willy Brandt, sein Vorgänger, hatte das noch abgelehnt. Wie ernsthaft das Gespräch war, ist ja aus der weitreichenden Erklärung von Helmut Schmidt erkennbar, die er unmittelbar nach dem Treffen abgab und in der er das Verbrechen der Nazis an der Minderheit als das bezeichnete, was es ja war: Völkermord.“ Für die Minderheit bedeutete dies nicht weniger als eine historische Zäsur, denn bis zu diesem Zeitpunkt „wurde den Überlebenden die moralische Anerkennung als Opfer der nationalsozialistischen ‚Rassenpolitik‘ und ihre Ansprüche auf Entschädigung verweigert“.
März 15th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | Adolf Gussak | 14.3.2022 | 25.33 min
Ande amaro adiveskero vakeripe sina o Adolf Sarközi kherodaschi ando farajn Roma-Service. Ov pedar pro terdschivipe ojs flogoskero grupnengero dscheno le Romendar amenca vakertscha.
In unserem heutigen Gespräch war Adolf Sarközi zu Gast im Verein Roma-Service, um mit uns seine Erfahrungen und Erlebnisse als Volksgruppenangehöriger zu teilen. Der heute 63-Jährige stolze Großvater zweier Enkel, wuchs im Romagraben in Stegersbach (Bez. Güssing, Burgenland) auf. Adolfs Mutter starb in seiner frühen Kindheit. Ab diesem Zeitpunkt ging es auch mit der Familie bergab. Sein Vater, der vom KZ schwer traumatisiert war, kümmerte sich nicht viel um die Familie. Die Kinder mussten schon sehr früh selbstständig sein und die älteren Geschwister kümmerten sich um die Jüngeren.
„Die Romakinder wurden damals in der Schule schwer diskriminiert und vorab in die Sonderschule gesteckt“, erzählt Adolf Sarközi. Auch in der Jugendzeit hatten die Roma aus Stegersbach kaum Zukunftsaussichten oder reelle Chancen am Arbeitsmarkt. Da Sarközi aber etwas in seinem Leben erreichen wollte, ging er als Hilfsarbeiter nach Wien und war dort in der Baubranche tätig. Nach einigen Jahren kehrte er wieder zurück nach Stegersbach und machte sich in seinem Heimatort gemeinsam mit seiner Frau selbstständig. Read the rest of this entry »
Februar 19th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Gesellschaftliche Vorurteile haben tödliche Auswirkungen: Der Anschlag des 19. Februar 2020 in Hanau und seine gesellschaftlichen Bedingungen
Pressemitteilung des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma:
Am 19. Februar 2020 erschoss ein Täter neun Menschen aus rassistischen Motiven und schließlich seine Mutter und sich selbst. An diesem Tag verloren Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov ihr Leben, weil sie nicht in sein Weltbild passten.
Das rassistische Weltbild des Täters ist nicht allein erklärbar mit einer Radikalisierung in geschlossenen digitalen Gruppen. Vielmehr wurden in den letzten Jahren antiziganistische, rassistische und antisemitische Positionen immer salonfähiger. Die Anschlagsorte sind hierbei ein Beispiel. In den Monaten bevor der Täter eine Shisha-Bar und eine Sportsbar als Anschlagsorte aussuchte, wurde bundesweit Stimmung gemacht gegen Shisha-Bars und migrantisch geprägte Orte als vermeintliche Orte von Kriminalität. In der Arena-Bar war darüber hinaus der Notausgang abgeschlossen. Überlebende berichten, dass dies bereits seit circa einem Jahr der Fall und auch offiziell bekannt gewesen sei. Der verschlossene Notausgang hätte in der Vergangenheit polizeiliche Razzien erleichtert.
„Kriminalität wird hier zu einer Eigenschaft von Minderheiten gemacht. Kriminell, das sind in der Vorstellung immer ‚die Anderen‘. Dabei ist egal, ob diese bereits seit Jahrhunderten in Deutschland leben oder nicht“, so Adam Strauß, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma. „Clan-Kriminalität, Bettel-Mafia und jüdische Verschwörung sind kriminalisierende Bilder von Minderheiten, die auch heute noch in der breiten Bevölkerung verankert sind und verheerende Auswirkungen haben.“
Februar 15th, 2022 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek
Am 5. und 6. Februar 1982 schlossen sich in Darmstadt neun Vereinigungen der deutschen Sinti und Roma zum Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen. An der Gründungsversammlung nahmen über 70 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Damit begann eine neue Phase der Bürgerrechtsarbeit, die mit der Anerkennung des NS-Völkermords und der Anerkennung als nationale Minderheit die bis heute entscheidenden Grundlagen für die gleichberechtigte Teilhabe bildet. Von Beginn an stand die Auseinandersetzung mit Antiziganismus im Zentrum der Bürgerrechtsarbeit.
In diesem Jahr begeht der Zentralrat das 40. Jubiläum seiner Gründung auf ganz unterschiedlichen Kanälen. Neben einer eigens kreierten Jubiläumsbriefmarke wird es eine Social-Media-Kampagne geben, mit der der Zentralrat vom 6.2. bis zum Roma Day am 8.4. auf Twitter , Instagram und Facebook auf die Erfolge der vergangenen 40 Jahre und auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft der Bürgerrechtsarbeit blicken wird. Read the rest of this entry »