Im Gespräch: Adolf Sarközi ando vakeripe

März 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

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Tschibtscha | Adolf Gussak | 14.3.2022 | 25.33 min

Ande amaro adiveskero vakeripe sina o Adolf Sarközi kherodaschi ando farajn Roma-Ser­vice. Ov pedar pro terdschi­vipe ojs flogos­kero grup­nen­gero dscheno le Romen­dar amen­ca vaker­tscha.

In unserem heutigen Gespräch war Adolf Sarközi zu Gast im Verein Roma-Ser­vice, um mit uns seine Erfah­rungen und Erleb­nisse als Volks­grup­pen­ange­höri­ger zu teilen. Der heute 63-Jäh­rige stolze Großvater zweier Enkel, wuchs im Romagraben in Stegersbach (Bez. Güssing, Burgenland) auf. Adolfs Mutter starb in seiner frühen Kind­heit. Ab diesem Zeit­punkt ging es auch mit der Familie berg­ab. Sein Vater, der vom KZ schwer trauma­tisiert war, küm­merte sich nicht viel um die Familie. Die Kinder mussten schon sehr früh selbst­ständig sein und die älteren Ge­schwister küm­merten sich um die Jüngeren.

„Die Romakinder wurden damals in der Schule schwer diskrimi­niert und vorab in die Sonderschule ge­steckt“, erzählt Adolf Sarközi. Auch in der Jugend­zeit hat­ten die Roma aus Stegersbach kaum Zukunfts­aus­sichten oder reelle Chancen am Arbeits­markt. Da Sarközi aber etwas in seinem Leben er­reichen wollte, ging er als Hilfs­arbeiter nach Wien und war dort in der Bau­branche tätig. Nach einigen Jahren kehrte er wieder zurück nach Stegers­bach und machte sich in seinem Heimat­ort gemein­sam mit seiner Frau selbst­ständig. Nach vielen erfolg­reichen Jahren musste Adi, wie ihn seine Freunde nennen, leider sein Lebensprojekt aufgrund wirt­schaft­licher Schwie­rig­keiten schließen.

Heute lebt Adolf Sarközi in einer Gemeindewohnung im ost­steirischen Neudau und bezieht eine gerin­ge Notstands­hilfe. Der stolze Rom hat schon sehr viel Schick­sals­schläge in seinem Leben erlitten, doch am meisten traf es ihn, als vor drei Jahren seine Frau auf­grund einer schweren Er­kran­kung im Alter von 53 Jahren ihr Leben las­sen musste.

O adiveskero 63 berschengero papu duj en­kelendar, Schtegate upre bar­tschi­no. Le Adolfiskeri daj igen frija iste muli, kada ov me tikno tscha sina. Odole cajtis­kere punktoha la fami­lijake na buter latsche gelo. Leskero dad, savo le logeristar sorale trau­ma­tisirim sina, na but upri familija diklahi. O tschave iste frija kes­dinde upre pumende söbst te dikel taj o phuran­der phenja taj phrala iste afka upro terne diknahi.

„O Romane tschave agun andi ischkola igen sorale tel dschumim ule taj but lendar andi son­derschul tel ispidim ule“, phukal o Sarközi. Te andi ternen­geri cajt le Romen Scht­gater tschuli cu­kunfta­keri perspek­tiva sina latschi buti te lakel. Kaj ham o Sarközi ande pro dschi­vipe valaso te resel kamlahi ov ojs pomo­schagos­kero butjaschi upro bau Betschiste gelo. Pal poar berscha ov ande pro gav pal alo taj pra Romnjaha mo­jakero pratscha. Pal poar barikane berscha iste o Adi, sar leske leskere pajtasch­tscha phenahi, pro dschi­vi­peskero projekto vasch virtschoft­lichi problem­tscha use kertscha.

Adi o Adolf Sarközi ande jek gemajndakero kher ando ostitiko schtacko Neudau dschil taj tschule pomo­scha­gos­kere loj uschtidel. Le barika­no Rom but briga resla, ham lek feder oda le resla kada leskeri Romni angle trin berscha phare nas­valipeha 53 berschenca muli.

(Interview und Text: Adolf Gussak/Roma-Service)

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