Rassismus & Menschenrechte

Gondolipeskero than pujsto tschito ulo

Mai 20th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

MahnmalAndo sud polnitiko Borzęcin Dolny na dur Krakaujatar jek holo­caustiskero gon­do­li­pes­kero than na prin­dschar­de dsche­nen­dar pujsto tschi­to ulo. Ada andi april kerdo ulo. O gon­do­li­pes­ke­ro than upro nacijo­nal­so­cija­lis­ti­schi geno­cid pal te gon­do­li­nel upro Roma. O haren­gere le te­tertschen roden.

O gondolipeskero than jeke hokoneha le betonis­kere sok­listar tel tscha­lado ulo. Jek gon­do­li­pes­keri tab­lina, savi aun kerdi sina, tel tscha­ladi uli. O ande pisi­nipe, savo te andi Ro­mani tschib la po­si­jasch­ki­jatar Papusza (Bronisława Wajs) sina, upre sikal upro but dsche­nen­gero mur­da­ripe le Romen­dar le nimtschke nim­ci­jen­dar ando dujto ha­buri. O gon­do­li­pes­kero than upre oda than le veschis­tar kerdo ulo, kaj ando juli 1943 29 polnitike Roma mur­darde ule: trin mur­scha, pantsch dschuv­la taj bi­schu­jek tschave andar o fa­mi­li­ji Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski taj Cioroń. O ini­ci­ja­tor­ki­ji le gon­do­li­pes­kere tha­nestar gon­do­li­nen, hot adaj jeke siste­ma­tischi, organsirti ang­le geji­peha te kerel hi: „Mange o ala­va fali­nen, kaj schaj phe­nav, so me akan esbe lav“, phenel i polni­tiki kinstler­ki­ja Małgorzata Mirga-Tas, savi Romni hi, taj o gon­do­li­pes­kero than kertscha. Read the rest of this entry »

Wiener Festwochen: Látszatélet

Mai 17th, 2016  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Wiener FestwochenLátszatélet (Scheinleben)
Schauspiel / Uraufführung
Kornél Mundruczó / Proton Theatre (H)

Halle G im MuseumsQuartier, 1070 Wien | Spiel­tage: tgl. von 21.5. bis 24.5.2016, 20:30 Uhr | Preis: EUR 15,- / 20,- / 30,- | Spra­che: Un­ga­risch mit deut­schen Über­ti­teln | Dauer: ca. 90 Min., kei­ne Pau­se | Pub­li­kums­gespräch: 21. Mai, im An­schluss an die Vor­stel­lung

Der Sohn einer Roma-Familie wird mit ande­rer Haut­farbe als seine Ge­schwis­ter ge­bo­ren. Die Ver­leug­nung sei­ner Her­kunft über­schat­tet seine ge­sam­te Kind­heit. Die Gewalt sei­nes Vaters zwingt ihn, sein Zu­hau­se zu ver­las­sen. In der Ano­ny­mi­tät der Stadt will er sein Glück fin­den. Ab hier könn­te die Ge­schich­te des unga­ri­schen Theater- und Film­regis­seurs Kornél Mundruczó in eine Theater­saga, ein Parade­bei­spiel sozia­ler Etablie­rung mün­den. Látszatélet je­doch beschreibt, wie das »neue Leben« vom Alb­traum des Selbst­has­ses er­stickt wird. Ein höchst aktuel­les (Anti-)Mär­chen mensch­li­cher Er­niedri­gung und mora­li­schen Nieder­gangs.

Grundlage der Geschichte ist ein aktenkundi­ger Fall der Budapes­ter Polizei: Im Mai 2005 wur­de ein jun­ger Rom in einem Bus mit einem Messer attackiert. Der Auf­ruhr in den Medien war groß. Die Be­völ­ke­rung de­monstrier­te gegen Rassismus. Wie sich heraus­stell­te, war der Täter Mit­glied einer tra­ditio­na­lis­ti­schen, rechts­extre­men Grup­pie­rung und wie sein Opfer: ein Rom.

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Angriff auf Roma-Siedlung in Polen

Mai 15th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Antiziganistischer Angriff in DanzigHooligans grei­fen Roma-Siedlung im pol­ni­schen Gdańsk (Danzig) an. Trotz War­nung kein Ein­grei­fen der Polizei.

Am Abend des 11. Mai, vor Beginn des Fußball­matches zwi­schen Lechia Gdańsk und Legia Warschau, er­schien eine Gruppe von fünf Hooli­gans am Ein­gang des um­zäun­ten, von Roma be­wohn­ten Areals, das un­weit des Stadions ge­legen ist. Die Hooli­gans rüt­tel­ten am Tor, brüll­ten Beleidi­gun­gen, war­fen Steine und droh­ten später zurück­zu­keh­ren, um die Baracken nieder­zu­brennen.

Die Roma informierten daraufhin einen Mit­arbeiter des Danzi­ger Zentrums zur Unter­stützung von Migran­tin­nen und Migran­ten, der wiede­rum die Polizei alarmierte. Die ver­sprach zwar eine Siche­rung des Terrains, tat­säch­lich wur­de nichts in dieser Rich­tung unter­nommen.

Die fünfzehn Roma, unter ihnen fünf Kinder, flohen in den nahe­gele­ge­nen Wald, um sich zwi­schen den Bäumen zu ver­stecken. Etwa zwei Stun­den später er­folg­te der An­griff durch ein Dutzend Hooligans. Un­ter Rufen, die Roma töten zu wol­len, bombar­dier­ten sie die Baracken mit Stei­nen, zahl­rei­che Fenster­schei­ben gin­gen zu Bruch. Er­neut wurde die Polizei alar­miert. Nach eige­nen An­gaben hatte diese dann eine Strei­fe ge­schickt, die jedoch nie­man­den mehr am Ort des Ge­sche­hens vor­ge­fun­den habe und un­ver­rich­te­ter Dinge wie­der ab­ge­zo­gen sei. Die Roma, die das Ge­sche­hen aus ihrem Versteck be­obach­tet hat­ten, war­te­ten noch meh­rere Stun­den, be­vor sie um 2 Uhr in der Nacht in ihre Woh­nun­gen zurück­kehr­ten. Die Fa­mi­lien sind sehr ver­ängstigt, sor­gen sich vor neuen An­griffen. Read the rest of this entry »

Deutsche Kriminalstatistik erfasst Antiziganismus

Mai 12th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Blindstellen der deutschen Kriminalstatistik: Ausmaß antiziganistischer Straftate unbekanntBislang werden antiziganistische und islamfeindliche Straftaten in Deutschland nicht geson­dert er­fasst. Das soll sich jetzt ändern.

Aufgrund der aktuellen Zunahme von Gewaltakten und Hasspropaganda gegen Muslime soll die Polizei nach Informationen des „Tagesspiegel“ – ab dem Jahr 2017 – endlich auch weitere Tatkategorien erfassen. Eine von der Innenministerkonferenz beauftragte Expertengruppe habe dies empfohlen. Das Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)“ werde demnach erweitert: Erfasst werden sollen in Zukunft auch islamfeindliche Straftaten sowie christenfeindliche und antiziganistische Delikte, also Straftaten gegen Sinti und Roma.

Über das Aus­maß des Problems des Anti­ziganismus la­gen bisher keine offiziellen Polizeidaten vor. Und das obwohl der so­genann­te PMK-Katalog („Themenfeld­katalog Politisch motivierte Kriminalität“) bun­des­weit Straf­taten mit (mut­maß­lich) politischem Hintergrund pe­nibel er­fasst. Links- wie rechtsextreme Gewalt­akte wer­den darin ebenso verzeich­net wie Propaganda­delikte. Der Themen­feld­katalog sieht für die Ein­ordung der Delikte (Stand 2013) angeblich 22 Ober­begriffe und rund 120 Unter­themen vor. Auch Aktio­nen radikaler Tierschützer fin­den bei­spiels­weise als eige­ne Kate­gorie Ein­gang in die Statistik – nicht aber anti­ziga­nis­ti­sche Gewalt. Straf­ta­ten gegen Roma und Sinti wer­den, wie auch Gewalt gegen Mus­lime, ein­fach pauschal unter dem wenig aus­sage­kräf­tigen Ober­begriff „Hasskriminalität“ sub­sumiert; eine eigene Kate­gorie wie „Antisemitismus“ gibt es nicht. Rück­schlüs­se auf Art, Aus­maß und Ent­wick­lung der jewei­ligen Straftaten lässt diese Form der Erfassung nicht zu. Genau das wäre aber Sinn und Zweck der Statistik.

(dROMa)

Serbien: 30 Jahre ohne Identitätsnachweis

Mai 7th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Unsichtbar - Invisible Man Sculpture, Ralph Ellison Memorial, Harlem/New York (Foto: Tony Fischer/Flickr)RAN: In Kostolac (Ostserbien) leben seit Jahrzehn­ten Ro­ma, denen eini­ge oder alle Pa­piere feh­len. Juris­tisch ge­se­hen han­delt es sich um „unsicht­bare“ Per­so­nen, die kei­nen Zugang zu grund­legen­den Rechten ha­ben – wie z.B. zur Gesund­heits­ver­sor­gung oder so­zia­ler Ab­siche­rung. 34 An­ge­hö­rige der Ro­ma-Ge­meinschaft sol­­len jetzt Papiere erhal­ten.

Häufiges Beispiel für Menschen ohne Papiere sind Ver­trie­bene aus Mazedonien, deren Aus­weise ab­ge­lau­fen sind. Um sie zu be­kom­men, be­nö­ti­gen sie einen Aus­zug aus dem Geburten­register in Skopje. Aber wie sol­len sie die Grenze ohne gül­ti­gen Per­sonal­ausweis über­queren?

Im Kreise dieser Menschen ist auch Raima Ibraimi, de­ren Ausweis vor 30 Jah­ren ab­ge­lau­fen ist. Ihr Ehe­mann Skender Ibraimi soll­te an ihrer Stel­le nach Skopje reisen, um den Aus­zug zu be­antra­gen. Aber auch das geht nicht, weil sie für die Aus­stel­lung einer Voll­macht einen gül­ti­gen Iden­ti­täts­nach­weis be­nötigt.

Im letzten Jahr hat die Kanzlei für Roma-Fragen sieben Fami­lien ge­hol­fen, an die Dokumente zu ge­lan­gen. Ein Grund für das Feh­len der Nach­weise ist die Un­infor­miert­heit. „Sie kön­nen keiner­lei Rechte ein­for­dern. Sie kön­nen sich nicht an­mel­den. Sie sind voll­kom­men schutz­los und kön­nen auch ihre Kinder nicht an­mel­den. Sie haben vor al­lem keine Gesund­heits­ver­sor­gung“, sagt Azira Ahmeti von der Kanz­lei für Roma-Fra­gen in Kostolac.

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goEast: Produktionspreis für „JOŽKA“

Mai 3rd, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

RomaTrial, 27.4.2016:  Am letzten Dienstag ging in Wiesbaden die 16. Edition von goEast zu Ende, des Festivals des mittel- und ost­euro­päi­schen Films. In des­sen Rah­men star­tete goEast gemein­sam mit der Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­antwor­tung und Zukunft“ (EVZ) das Pilot­projekt OPPOSE OTHERING zur För­de­rung von jungen Filme­ma­cher*in­nen aus Deutschland und Mit­tel- und Ost­euro­pa, die sich mit aus­gren­zen­den Ein­stel­lun­gen ge­gen­über Men­schen unter­schied­li­cher sozia­ler, reli­giö­ser, kul­tu­rel­ler, eth­ni­scher Her­kunft und/oder sexuel­ler Iden­ti­tät fil­misch auseinan­der­setzen und Men­schen und Pro­jekte porträ­tie­ren, die Soli­da­ri­tät, Zivil­courage und Wider­stand gegen Diskri­mi­nie­rung för­dern. RomaTrial e.V. bewarb sich mit dem Vorha­ben, ein Film­portrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker aus der tsche­chi­schen Stadt Krupka mit dem Na­men „JOŽKA“ zu pro­du­zie­ren. (Anm.: oben seh­en Sie das be­reits publi­zier­te Romaday-Kam­pagnen­video). Wir freuen uns sehr, dass die drei­köpfi­ge Jury den ge­plan­ten Kurzfilm für die För­de­rung empfoh­len hat und RomaTrial e.V. Pro­duk­tions­preis­gelder in Höhe von 3.000 Euro erhält.

JOŽKA: Eine Hoffnung für unsere Gesellschaft

Seitdem seine Gesundheit durch lebens­lange Arbeit im Berg­bau zer­stört wur­de, wid­met sich Jožka dem Kampf für eine bes­sere, ge­rech­tere Ge­sell­schaft und gegen die kon­ti­nuier­li­che Diskri­mi­nie­rung von Roma in Tschechien, in der Schweine­mast­an­lage am Ort des ehe­ma­li­gen KZ Lety ver­körpert. Letzt­end­lich ver­pflich­te­te er sich dem Groß­vater seiner Frau, einem Lety-Über­leben­den, die Schwei­ne­mast schließen zu las­sen und damit ein wür­di­ges Erinnern an die tsche­chi­schen Opfer des Roma-Holocaust zu er­mög­li­chen. Doch es ist wie ein Kampf ge­gen die Wind­müh­len: Keiner der tsche­chi­schen Poli­ti­ker nimmt sich die­ses Themas an, in der Gesell­schaft sind nach wie vor star­ke Ressen­ti­ments den Roma gegen­über pr­äsent. Jožka wird immer wie­der sei­tens der neo­nazis­ti­schen Szene bedroht, bei einer De­monstra­tion wur­de er vor zwei Jahren zu­sam­men­gesch­la­gen und lan­dete im Kranken­haus. Read the rest of this entry »

Interview zu The Érpatak Model

April 30th, 2016  |  Published in Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio FROInterview mit Regisseur Benny Brenner (engl.)

Kino für die Ohren – Crossing Europe 2016 | Radio FRO 105,0
Sendung vom 22. April 2016 | Redaktion: Julia Krikler

Ungarn: Der Regisseur Benny Brunner hat einen Film über ein unga­ri­sches Dorf ge­dreht, des­sen Bürgermeister vor Ort ein fa­schis­ti­sches Re­gime etabliert hat. Die Men­schen in Érpatak müs­sen sich seiner dik­ta­to­ri­schen Ord­nung beu­gen, wenn sie nicht Gefahr lau­fen wol­len, empfind­lich sanktio­niert zu wer­den. Der Bür­ger­meis­ter und seine An­hän­ger feiern die Waf­fen-SS, ver­brei­ten Un­wahr­hei­ten über den 2. Welt­krieg, unter­drücken die eige­ne Be­völ­ke­rung und viel mehr noch die an­säs­si­gen Roma-Fa­mi­lien, de­nen schon mal ein­fach die Kinder weg­ge­nom­men wer­den. Das al­les pas­siert vor den Augen des un­ga­ri­schen Staates, der die­ses Vor­ge­hen gut­zu­heißen scheint. Ein Doku­men­tar­film, der Angst vor dem zu­künf­ti­gen Euro­pa macht!

(Text: cba.fro.at)

Crossing Europe: The Érpatak Model

April 29th, 2016  |  Published in Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Benny Brunner (hier ein Interview)
Mitabeit: Keno Verseck; NL, 2014, 76 min.

Érpatak, ein Dorf im Nordosten Ungarns, war bis 2005 ziemlich be­deu­tungs­los – bis Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister ge­wählt wur­de. Als be­ken­nen­der Antisemit und Roma-Hasser, der Nazi-Lieder sin­gen lässt, ent­wirft er ein auto­ri­tä­res Regel­werk zur Dis­zipli­nie­rung der Be­völ­ke­rung. Die­je­ni­gen, die seine Ver­haltens­vor­schrif­ten nicht ein­hal­ten, gel­ten als „Zer­störer“, ihnen droht Aus­gren­zung, so­gar Ver­trei­bung aus dem Dorf. Oroszs repres­si­ven po­li­ti­schen Ideen, die vom Sys­tem eines Victor Orbán ge­stützt wer­den, ha­ben vor al­lem für die dort an­säs­si­ge Roma-Be­völ­ke­rung, die den täg­li­chen Schi­kanen des Dorf­dik­ta­tors und sei­ner Scher­gen zum Opfer fällt, ein­schnei­den­de Fol­gen. Read the rest of this entry »

Polen: Roma-Gedenkstätte geschändet

April 29th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

MahnmalIm südpolnischen Borzęcin Dolny unweit von Krakau wurde eine Holocaust­gedenk­stätte von un­be­kann­ten Tä­tern ge­schän­det. Ent­deckt wur­de die Zer­stö­rung des hölzer­nen Denk­mals am ver­gan­ge­nen Frei­tag. Das Mahnmal er­in­nert an den natio­nal­sozia­lis­ti­schen Genozid an den Roma. Die Poli­zei er­mit­telt.

Das Denkmal war – offenbar mit einer Axt – von sei­nem Beton­sockel ge­schlagen und zer­stört wor­den. Eine Gedenktafel, die an dem Denk­mal be­fes­tigt war, wur­de eben­falls herun­ter­geschla­gen. Die Inschrift, die auch eini­ge Verse der Roma-Dich­te­rin Papusza (Bronisława Wajs) ent­hielt, ver­wies auf die Mas­sen­er­schießung von Roma durch die deut­schen Be­satzer wäh­rend des Zwei­ten Weltkriegs. Das Monument wurde an genau der Stelle in einem Wald­stück er­rich­tet, wo im Juli 1943 29 pol­ni­sche Roma er­mor­det wor­den wa­ren: 3 Männer, 5 Frauen und 21 Kinder aus den Fa­mi­lien Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski und Cioroń. Die Überreste der am Ort des Massakers ver­scharr­ten Opfer wa­ren be­reits 1959 exhumiert und in einem ge­mein­sa­men Grab am Fried­hof in Bor­zęcin Dol­ny be­stat­tet wor­den.

„Mir fehlen die Worte, um zu beschrei­ben, was ich jetzt füh­le“, er­klärt die pol­ni­sche Künstle­rin Małgorzata Mirga-Tas, die, selbst Romni, das Mahn­mal ge­stal­tet hatte. „So etwas kann nur je­mand tun, der je­den Respekt ge­gen­über ande­ren, ge­gen­über der Ge­schich­te, dem Ge­den­ken und uns Roma ver­lo­ren hat. Je­mand will uns wohl zu ver­stehen ge­ben, dass wir nicht zäh­len.“

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Polen: Roma und Araber am unbeliebtesten

April 24th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Kundgebung polnischer Nationalisten (Foto: news.pn)Sympathiebarometer: Zwei von drei Polen lehnen Roma ab. Seit dem Vor­jahr ha­ben sich die Daten wei­ter ver­schlech­tert.

Eine aktuelle Umfrage des staat­lich finan­zier­ten Mei­nungs­for­schungs­instituts CBOS (Public Opinion Research Center) frag­te nach den Sym­pathie­wer­ten von 27 Nationen und eth­ni­schen Grup­pen (Report 53/2016, noch nicht online). Auf die größte Sym­pathie der Polen sto­ßen dem­nach die benach­bar­ten Tschechen (50%), knapp ge­folgt von Italienern (49%) und Slowaken (48%). Am an­de­ren Ende der Skala: Araber und Roma. Zwei Drit­tel (67%) der be­frag­ten Per­so­nen drück­ten ihre Ab­leh­nung gegen­über diesen beiden Grup­pen aus. Eben­falls be­son­ders un­be­liebt: Russen (50%), Rumänen (47%), Türken (45%) und Juden (37%). CBOS unterstreicht, dass sich die Ein­stel­lung gegen­über einer Reihe von Nationen und Ethnien seit Jahres­beginn 2015 ver­schlech­tert habe – was laut Studien­auto­ren ver­mut­lich auf das durch Flüchtlings­krise und Terror­an­schlä­ge ver­än­derte Meinungs­klima zurück­zu­führen sei.

Bezüglich der Reihung ergab die im Vorjahr durch­ge­führ­te Er­he­bung jedoch ein durchaus ähn­li­ches Bild: Auf dem aller­letzten Platz der 32 ab­gefrag­ten Natio­nen und Eth­nien fand sich – weit ab­geschla­gen – die Minder­heit der Roma. Noch vor einem Jahr bekun­de­ten aller­dings mit 58% deut­lich weni­ger Polen, der Volks­gruppe gegen­über negativ ein­gestellt zu sein. Dieser ableh­nen­den Mehr­heit stan­den nur 18% gegen­über, die an­gaben, für Roma Sym­pathie zu em­pfin­den. Die dama­lige Umfrage ergab für Roma einen Durch­schnitts­wert von -0,93 (auf einer Skala von -3 bis +3). Auf dem vor­letzten Platz landeten die Russen (-0,60); nach Arabern wurde damals noch nicht ge­fragt. Read the rest of this entry »

Romaday 2016: Kundgebung in Berlin

April 10th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romaday-Kundgebung in Deutschland (Foto: Romaday)Berlin: Kundgebung für Solidarität mit den Sin­ti und Ro­ma Eu­ro­pas

Anlässlich des ROMADAY fand am Freitag eine Kund­ge­bung nahe dem Brandenburger Tor statt. Zu der Ver­an­stal­tung hat­te das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas ein­ge­la­den, das damit auf die an­hal­ten­de Diskri­mi­nie­rung der größten euro­päi­schen Minder­heit auf­merk­sam mach­te. Un­ter den meh­re­ren Hundert Teil­neh­mern waren auch Bundes­präsi­dent Joachim Gauck, die Bundes­tags­vize­präsi­dentin­nen Petra Pau und Claudia Roth sowie Christine Lüders, Lei­te­rin der Anti­diskri­mi­nierungs­stelle des Bundes.

Zum Auftakt der Kundgebung sprach Staatsministerin Aydan Özoğuz, Be­auf­tragte der Bun­des­regie­rung für Migra­tion, Flücht­linge und Integra­tion. Sie for­derte: »Wann immer Sinti und Roma dis­kri­mi­niert, dif­fa­miert oder an­ge­grif­fen wer­den, müs­sen wir Po­li­ti­kerin­nen und Po­li­ti­ker deut­lich ma­chen, dass es in un­se­rer Ge­sell­schaft kei­nen Zenti­meter Platz für Anti­ziga­nis­mus geben darf.«

Hauptredner war der niederländische Sinto und Holocaust­über­lebende Zoni Weisz, der for­derte: »Wir sind Euro­päer und müs­sen die­sel­ben Rechte wie jeder an­de­re Ein­woh­ner ha­ben, die glei­chen Chan­cen, wie sie für jeden Euro­päer gelten.«

Als Höhepunkt der Veranstaltung ver­lasen der Regis­seur Rosa von Praunheim, die MTV-Mo­de­ra­to­rin Wana Limar und der ehe­ma­lige Fußball­natio­nal­spie­ler Arne Friedrich den Auf­ruf zur Soli­da­ri­tät mit den Sinti und Roma Euro­pas. Der Aufruf ist unter www.romaday.org ver­füg­bar. Read the rest of this entry »

Vorarlberg: Diskusija vascho Roma

April 6th, 2016  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

marieVorarlberg: Diskusija va­scho Ro­ma ojs bik­nasch­tscha pap­ru­schen­gere nevipestar

Thaneskero rot Johannes Rauch taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann kritisi­ri­nen, kaj o dro­mes­­kero pap­ru­schen­gero nevi­­pe „marie“ te Ro­men­­dar bik­nim ol. O ardi­jasch­tscha i kriti­ka pal dschu­mi­nen. Credo le pap­ru­schen­gere nev­ipes­tar hi, hot nisaj flo­gos­keri grupn artscha­pim te ol.

O thaneskero rot Johannes Rauch (Selene) taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann (ÖVP) phentscha use jek pre­se­ja­keri kon­fe­renca pa­raschtun, hot o pap­ru­schen­gero nevi­pes­kero projekto igen latscho hi ham kaj, Roma la schaj bik­nen na latscho godschi­kano gon­do sina. O projekto „marie“ igen latscho hi – ham o aro­di­pe le dsche­nen­dar sa hi, ham na bas­talo, phe­nel i birov­ki­ja andar Dornbirn. I „marie“ na le Ro­men­dar bik­nim te ov­lahi oj le dsche­nen­dar an­dar Vorarlberg bik­nim te ov­lahi, save imar but berscha dur buti na laken vaj naschi­pa­schen­dar. O Roma tschak hasna pu­men­ge afka keren, kaj schaj use gudu­linen. Ada o tscha­tschip­tscha an­de Dornbirn na use mu­ken adaj lila tu­ke pekan.

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Linz: Mann verprügelt Bettler

April 3rd, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Verhaftung in Linz (Foto: via Heute)Am Taubenmarkt in der Linzer Innen­stadt spiel­ten sich Presse­mel­dun­gen zu­folge am Nach­mit­tag des 23. März wüste Sze­nen ab. Augenzeugen berichten, dass ein jun­ger Mann einen Bettler verprügelte und beschimpfte, nach­dem ihn dieser an­gespro­chen und um Geld ge­be­ten hatte. Pas­san­ten, die den plötz­li­chen Gewalt­ausbruch be­obach­te­ten, riefen die Polizei. Der junge Mann wurde daraufhin vor zahl­rei­chen Schau­lus­ti­gen fest­ge­nom­men. Der ver­letz­te Bettler wurde von den Ret­tungs­kräf­ten ver­sorgt und dann ins Kranken­haus ver­bracht.

Nach Gewaltserie: „Aktion scharf“ und „Schulterschluss“

In Linz wurden in den letzten Wochen drei Brand­anschläge auf Zelte von Roma-Fa­milien, die in der Innen­­stadt bet­teln, verübt (wir be­rich­te­ten: Brandanschläge auf Roma-Zelte in Linz und Neuerlicher Brandanschlag in Linz). „Die Grenzen der Zumut­bar­keit sind über­schritten“, ließ SPÖ-Bürgemeister Klaus Luger daraufhin verlauten. Und er meinte nicht die Gewalt­serie. Die Linzer Stadt­regie­rung rea­gierte auf die An­schläge, in­dem sie eine „Aktion scharf“ ausrief – aller­dings nicht gegen die Atten­tä­ter, son­dern gegen deren Opfer. Auch ÖVP-Vize­bür­ger­meis­ter Bernhard Baier will nach den Ereig­nis­sen endlich einen „Schulter­schluss ge­gen kri­mi­nelle Ban­den“. Und auch er hat dabei nicht ein ener­gi­sches Vor­gehen gegen die Ur­heber der Brand­anschläge im Sinn. Er for­dert viel­mehr das, worauf auch die Gewalt­tä­ter aus sind: die raschest­mög­li­che Ver­trei­bung der Bettler. Nicht an­ders viele Me­dien: Die „Die Presse“ bei­spiels­weise erblickt an­ge­sichts der jüngs­ten An­griffe auf Bettler in Linz, Salzburg und Vorarlberg nicht Rassismus und Gewalt, son­dern das Bet­teln als das „Problem, das eskaliert“. Read the rest of this entry »

Es gibt kein unschuldiges Foto

April 2nd, 2016  |  Published in Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deri MiklosBereits zum 34. Mal findet in die­sem Jahr die Unga­ri­sche Pres­se­foto­aus­stel­lung statt. Ge­zeigt wer­den die bes­ten Bil­der des Jah­res. Erst­ma­lig wur­den auch Bilder in der Son­der­ka­te­go­rie Flücht­lings­krise aus­ge­zeich­net. Die Aus­stel­lung wur­de be­reits am 25. März er­öf­fnet und ist noch bis zum 14. Mai im Ro­bert-Capa-Zen­trum für Zeit­ge­nös­si­sche Foto­gra­fie zu be­sich­ti­gen.

Die Politik des Roma-Körpers

Besonders sehenswert sind die eher kon­zep­tio­nel­len Ar­bei­ten des un­ab­hän­gi­gen Foto­künst­lers Miklós Déri, der für seine Portrait­serie über die Stereo­ty­pi­sie­rung der un­ga­ri­schen Roma­be­völ­ke­rung den re­nom­mier­ten André-Kertész-Preis er­hielt. Déri ließ Intel­lek­tuel­le, Wis­sen­schaft­ler und an­dere pro­mi­nente Mit­glie­der der Roma­minder­heit in Kos­tüme und Posen schlüp­fen, die dem bis heute exis­ten­ten Klischee der Roma als Musiker, Gauner und Jahr­markts­wahrsager ent­spre­chen. Dem stellt er Bilder der Per­so­nen in ihren Alltags­outfits gegen­über. „Wenn wir ein Bild eines Rom sehen, setzt sich in un­se­rem Kopf auto­ma­tisch ein auf der ,Rasse‘ des Foto­gra­fier­ten be­ru­hen­der Wertungs­prozess in Gang. Mit mei­nen Bildern woll­te ich den laten­ten Rassismus sicht­bar ma­chen, mit dem Roma bei­nahe täg­lich in der Gesell­schaft kon­fron­tiert wer­den“, erklärt Déri das Konzept sei­ner Foto­reihe.

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Es ist verboten, Kinder einzusperren

März 29th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romano Centro: Stellungnahme gegen Romafeindlichkeit in Vorarlberg (Bild: vol.at)Nicht aber für die BH Dornbirn!

„Ist es ein Zufall, dass beide Kinder, die ein­gesperrt wer­den sol­len, der Min­der­heit der Volks­grup­pe der Roma an­ge­hören?“

Presseaussendung RA Schäfer (OTS) – Kinder, die das 16. Lebensjahr noch nicht er­reicht ha­ben, dür­fen nicht für Ver­wal­tungs­strafen ein­gesperrt wer­den. Selbst über Kinder über 16 Jahre darf eine Frei­heits­strafe nur bis zu zwei Wochen ver­hängt wer­den, wenn dies aus ganz be­son­de­ren Grün­den er­for­der­lich ist. Die Bezirks­haupt­mann­schaft Dornbirn hat erst im Juni 2015 ver­sucht, ein 15-jähriges Mäd­chen ein­zu­sper­ren – ent­ge­gen dem ein­deu­ti­gen Gesetzes­wort­laut in § 58 Abs. 1 VStG: „Über Ju­gend­­li­che, die zur Tat­zeit das 16. Lebens­jahr noch nicht voll­en­det ha­ben, darf eine Frei­heits­strafe nicht ver­hängt wer­den.“

Es kam zu einer Entschuldigung der BH Dornbirn (Zitat ORF Vorarlberg vom 3.7.2015): „In der Bezirks­haupt­mann­schaft Dorn­birn spricht man von einem Fehler, der ein Einzel­fall sei“. Nun­mehr soll wie­der ein 15-jähri­ges Kind ein­ge­sperrt wer­den. Wieder auf An­ord­nung der BH Dornbirn (Auf­for­de­rung zum An­tritt einer Ersatz­frei­heits­strafe, X-9-2016/13447 vom 25. März 2016). Das Kind soll 66 Stun­den Ersatz­frei­heits­strafe ab­sitzen, weil es 55 Euro Geld­strafe nicht be­zahlt hat.

Es ist auch hier, wie zuvor im Juni 2015, nicht den Sach­bear­bei­tern der BH Dorn­birn in Vorarlberg der Vor­wurf zu machen. Der „Fisch stinkt in Vor­arl­berg“ sehr viel wei­ter oben. Ist es ein Zufall, dass beide Kinder, die ein­ge­sperrt wer­den sol­len, der Minder­heit der Volks­grup­pe der Roma an­ge­hö­ren? Auch die BH Bludenz hat erst im Januar wie­der zwei An­dro­hun­gen von Ersatz­frei­heits­stra­fen an ein 14-jäh­ri­ges Mädchen aus­gestellt, die BH Dornbirn in­zwi­schen schon 21 – ob­wohl dies im Gesetz aus­drück­lich ver­bo­ten ist.

Rückfragen & Kontakt:
RA Dr. Anton Schäfer LL.M.
Forachstraße 74, 6850 Dornbirn
office@abgb.info

Sachsen-Anhalt: Gewaltwelle gegen Roma

März 11th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Halle (Foto: Hallespektrum)Alle schauen auf Sachsen. Doch auch im Nachbar­bun­des­land Sachsen-Anhalt gab es im ver­gan­ge­nen Jahr so vie­le rech­te Ge­walt­ta­ten wie nie zu­vor.

ZEIT.de, 7.3.2016: Die Mobile Opferberatung re­gistrier­te 217 rechts­moti­vier­te Angriffe, das waren mehr als dop­pelt so viele wie 2014. (…) „Seit der Grün­dung unse­rer Bera­tungs­stelle vor fast 15 Jah­ren haben wir noch nie so viele Fälle rechter und rassisti­scher Gewalt re­gistriert wie 2015“, sagt die Spre­che­rin der Opfer­bera­tung, Zissi Sauermann. (…) Beson­ders ekla­tant war die Ent­wick­lung in Halle. Allein dort er­eig­ne­ten sich dem­nach 68 Angriffe – mehr als drei­mal so viele wie im Jahr zuvor. Ein erheb­li­cher Teil davon habe sich gegen Roma-Familien aus Rumä­nien im Stadt­teil Halle-Silberhöhe ge­rich­tet. Die Bera­tungs­stelle führt den An­stieg auch auf eine Hetz­kam­pagne der rechts­extre­men Brigade Halle im Internet und bei Kund­ge­bun­gen zurück. (…) Die Be­ra­tungs­stelle kri­ti­siert, dass das Innen­minis­te­rium Sachsen-Anhalt viele der Fälle in der offi­ziel­len Statis­tik nicht als rechts­moti­viert ein­stuft. (…) Das gel­te auch für die An­grif­fe auf Roma in Halle, die bisher eben­falls in der offi­ziel­len Statistik rechter Gewalt fehl­ten. „Es gab aber gar keinen ande­ren Grund, die­se Men­schen an­zu­gre­ifen“, sagt Sauer­mann.

Zit. aus: Rechte Gewalt auf Rekordniveau, ZEIT.de, 7.3.2016

Bitte lesen Sie den hier nur in einem Auszug wieder­ge­ge­be­nen Ar­ti­kel von Astrid Geis­ler in vol­ler Län­ge auf ZEIT.de.

ZDF: Hass in Halle (29.6.2015)
Zwei Meldungen aus Halle-Silberhöhe (15.5.2015)
Halle: „Bürgerwehr“ gegen Roma-Nachbarn? (12.9.2014)

Papal Romengere cerhi thabonahi

März 7th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Linz: das Zeltlager nach dem Brandanschlag (Foto: Bettellobby OÖ via vice.com)Ando foro Linz, sridon kiratiske, papal Romen­gere cerhi, akan andi Waldegg­straße, tha­bo­nahi. O haren­gere phe­nen, hot odoj aun dschiv­dschar­do ulo. Imar ando feberi, o Romen­gere cerhi, opfer­tscha jeka ja­ga­tar ule. Dsche­ne i jag dikle taj alarm tscha­lade. O Roma pu­mare cerhi pa­lal jek kher, savo bejg ispi­dim te ol andi Waldegg­straße, ando pa­schipe la vest phur­ta­tar upre tscha­lade. Gejng 17.00 oren­ge akor schtar cerhi upre jef­kar opfer­tscha jeka ja­ga­tar ule.

O cerhi taj pumare avre koji naschade

I fajervea i jag sik te putrinel dschantscha – o cerhi taj o avre koji le dschenen­dar ham nasch­tig buter retim ule. Meg kira­tiske dsche­ne o tha­bo­ji­pes­kero than aun pu­men­ge dik­le taj upre pele, hot adaj papal aun dschiv­dschar­do ulo.

„Khetan hejnginipe upro va passchlol“

Imar ando feberi dujvar cerhi Romendar ande Linz opfer­tscha jeka jaga­tar ule, kaj o tha­bo­ji­pes­kero koja te akor jek eks­terni tha­bo­ji­pes­keri kvela sina. O haren­gere phen­de, hot on ando cile ritscha, sa latsche aun pu­menge dikna – jek khe­tan hejn­gi­nipe adale ko­jenca ham upro va pas­schlol, phen­tscha o David Furtner, vake­raschi le haren­geren­dar. Read the rest of this entry »

Linz: Wie geht es jetzt weiter?

März 7th, 2016  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio FROArmutsreisende in Linz: Zeit für Neuanfang?


FroZINE | Radio FRO 105,0 (46,53 min.)
Erstausstrahlung: 4.3.2016 | Gestaltung: Michael Diesenreither

Zu Gast sind Christian Diabl (Sprecher Bettellobby OÖ) und Michaela Haunold (Caritas) über den dritten Brandanschlag auf Roma-Zelte in Linz. Sie in­for­mie­ren über Hin­ter­grün­de und For­de­run­gen. Wie geht es jetzt wei­ter?

(Text: CBA)

Brandanschläge: Brief an Linzer Bürgermeister

März 4th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Offener Brief des Romano Centro, WienAnlässlich der drei Brand­anschläge auf die Zelte obdach­loser Roma-Fa­mi­lien in Linz und den darauf­fol­gen­den Reak­tio­nen über­mit­telte Romano Centro heute fol­gen­den Brief an Bürger­meis­ter Klaus Luger:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

mit Entsetzen haben wir von den mittlerweile drei Brandanschlägen (am 14. und am 16. Febru­ar sowie am 2. März) auf ein Zeltlager von Roma in Linz ge­lesen, 50 Per­so­nen wurden da­durch an­ge­grif­fen und ver­lo­ren ihre weni­gen Hab­selig­keiten. Es ist un­er­träg­lich, dass mit Gewalt ge­gen die Ärmsten in un­se­rer Ge­sell­schaft vor­ge­gan­gen wur­de. So wie Sie fin­den wir es skan­da­lös, dass die Öf­fent­lich­keit zu­nächst beinahe nichts von den Vor­fällen er­fah­ren hätte.

Gut, dass Sie in Ihrer Aussendung die Brandanschläge klar verurteilen. Eini­ge Ih­rer Aus­sa­gen befremden uns da­ge­gen sehr:

Laut einem Artikel im Falter vom 2. März haben Sie ge­meint, die Leute wür­den auf­grund einer „kulturellen Thematik“ die ihnen an­ge­bote­nen Not­schlaf­stellen nicht an­neh­men und nur des­halb auf der Straße schla­fen. Dies ist nicht zu­tref­fend. Wie auch die Auto­rin des Arti­kels re­cher­chiert hat, haben rumä­nische Staats­ange­hö­rige ohne An­spruch auf Min­dest­siche­rung auch keinen Zugang zu Not­schlaf­stellen.

Die Aussage und die dahinter stehende Annahme ist leider sehr ty­pisch für die Debatte. Die schwe­ren sozia­len Proble­me, unter denen diese Men­schen leiden, wer­den ihrer „Kultur“ zu­geschrie­ben. Die Men­schen leben aber nicht in Zelten oder auf der Straße, weil das ihrer Tra­di­tion ent­spräche, son­dern weil sie keine bes­sere Mög­lich­keit haben.

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Notreisende in Linz: Zeit für einen Neuanfang

März 4th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Pressekonferenz der Bettellobby OÖ in Linz, 3.3.2016 (Foto: Bettellobby)Bettellobby OÖ fordert umfas­sen­des sozial­poli­ti­sches Maß­nah­men­paket

Pressetext der Bettellobby OÖ:

Nach dem nunmehr dritten Brandanschlag fordert die Bettellobby OÖ einen um­fas­sen­den Neu­anfang im Um­gang mit betteln­den und not­reisenden Men­schen in Oberösterreich. Es braucht Sofort­maß­nah­men, um die akute Not zu lin­dern, einen ernst­haf­ten Dia­log unter Ein­be­zie­hung von Ex­pertIn­nen und Be­trof­fe­nen, eine ersatz­lose Strei­chung der Bettel­ver­bote und mittel- und lang­fris­tige Per­spek­ti­ven für die Not­reisen­den aus unse­rer Part­ner­stadt Brașov.

Vorgestern, am Nachmittag des 2. März, wur­de wie­der ein Brand­an­schlag auf ein Roma­zelt­lager in Linz ver­übt. Vier Zelte wur­den komplett, zwei Zelte teil­weise zer­stört. Be­trof­fen sind zum Teil die­sel­ben Fami­lien, die schon bei den ersten bei­den Brand­anschlä­gen ihr gesam­tes Hab und Gut ver­lo­ren haben.

Ständige Hetze und Diffamierungen führen letzt­lich zu Gewalt

Der neuerliche Brandanschlag ist ein trauri­ger Höhe­punkt in der langen Ge­schich­te der Diffa­mie­run­gen und der Hetze ge­gen not­reisende und bettelnde Men­schen in Oberösterreich. Durch die Ver­un­glimpfung des Bettelns als „organisiert“, „gewerblich“ und die Gleich­setzung mit kri­mi­nel­len Struk­tu­ren wird den Bett­lerInnen jeg­li­che Legi­ti­mi­tät ab­ge­spro­chen. Die einzi­gen Ant­wor­ten der Politik auf diese sozial­politi­sche Heraus­for­de­rung waren bis­lang die ver­schie­de­nen Bettel­ver­bote, die den Betrof­fe­nen das Leben durch Geld­strafen, Ersatz­frei­heits­stra­fen und stän­dige Ver­trei­bun­gen noch schwe­rer machen, als es ohne­hin schon ist. Diese Politik der Ver­drän­gung und des Aus­blen­dens sozia­ler Reali­tä­ten muss ein Ende ha­ben.

Politik muss unbequemen Wahrheiten ins Ge­sicht schau­en

Tatsache ist, dass sich seit Jahren zwischen 100 und 150 Notreisende aus EU-Mit­glieds­staa­ten, darunter etwa ein Drit­tel Kinder, immer wieder in Linz auf­halten. Sie kom­men, weil sie in ihrer Heimat diskri­mi­niert werden, im Elend leben und keine Per­spek­tive für sich und ihre Fa­mi­lien sehen. Sie wer­den weiter kom­men und als EU-Bürger ha­ben sie auch das Recht dazu. Tat­sache ist auch, dass diese Men­schen hier in Linz keiner­lei Zu­gang zu Not­schlaf­stellen, Wärme­stuben und ande­ren sozia­len Ein­rich­tun­gen haben und des­halb unter un­zu­rei­chen­den hygie­ni­schen Bedin­gun­gen in Abbruch­häu­sern, Autos und Zelten schla­fen müs­sen. Read the rest of this entry »