Jugend & Bildung
November 11th, 2015 |
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Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil III)
GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 geschätzt. Um Platz für sie zu schaffen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo abgeschoben werden. Darunter Hunderte Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Doch was bedeutet das für die Flüchtlingskinder? Wir lassen fünf von ihnen zu Wort kommen:
Jelena*: „Unsere Zukunft hängt an einem seidenen Faden“
Unsere Großfamilie, unsere Großeltern, Eltern und Geschwister sowie unsere zwei Onkel mit deren Ehefrauen kamen 1999 aus dem Kosovo nach Deutschland. Wir leben nun schon seit 15 Jahren in Göttingen. Unser Großvater erzählte oft, dass wir in Lipljan ein schönes Haus hatten. Niemand hätte geahnt, dass es zum Krieg kommen würde. Doch der Krieg brach aus und unsere Großfamilie kam nach Deutschland. Inzwischen sind wir drei Ehepaare und 19 Kinder. Unsere Oma wohnt bei uns. Der Großvater ist letztes Jahr gestorben. Meine Schwester war noch Baby, als unsere Familie flüchtete. Wir anderen Kinder sind in Deutschland geboren. Aufgewachsen sind wir alle hier. Deutsch ist unsere Muttersprache. Wir sprechen zu Hause auch Romanes, aber untereinander und mit unseren Freunden reden wir auf Deutsch.
Wir sind dankbar, dass wir hier leben dürfen. Wir sind in Vereinen und machen bei Theaterprojekten mit. Unsere Eltern haben es leider schwer, eine Arbeit zu finden. Ihnen fehlt die richtige Qualifizierung. Nach vielen Ablehnungen sind sie deprimiert und unglücklich. Unser seit Jahren ungelöster rechtlicher Status macht unsere Eltern und uns auch kaputt. Read the rest of this entry »
November 9th, 2015 |
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Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil II)
GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 geschätzt. Um Platz für sie zu schaffen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo abgeschoben werden. Darunter Hunderte Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Doch was bedeutet das für die Flüchtlingskinder? Wir lassen fünf von ihnen zu Wort kommen. Auf Šaban folgt Zeko:
Zeko*: „Deutschland ist unsere Heimat“
Ich bin 8 Jahre alt und komme aus Göttingen. Hier bin ich auch geboren. Meine Eltern stammen aus dem Kosovo, wo auch mein ältester Bruder geboren wurde. Sie leben nun schon seit 15 Jahren in Deutschland. Ich selbst war noch nie im Kosovo und meine Eltern reden auch nicht so viel darüber, wie es im Kosovo ist. Ich weiß nur, dass es schlimm für sie war, dass sie fliehen mussten. Und ich weiß auch, dass man im Kosovo Albanisch und Serbisch redet. Aber das kann ich nicht sprechen. Ich spreche zu Hause mit meinen Eltern Romanes und mit allen anderen, also mit meinen Geschwistern und mit meinen Freunden, Deutsch. In Deutschland habe ich alle meine Freunde. Ein paar an der Schule und ganz viele auch in unserer Nachbarschaft. Mit den Nachbarskindern spiele ich nach der Schule oft draußen oder wir gehen Fußball spielen.
Ich denke, es wäre schlimm für mich und meine Familie, wenn wir in das Kosovo gehen müssten. Wir kennen dort ja niemanden. Und wie soll ich dort reden und mich verständigen? Read the rest of this entry »
November 7th, 2015 |
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Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil I)
GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 geschätzt. Um Platz für sie zu schaffen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo abgeschoben werden. Darunter Hunderte Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Doch was bedeutet das für die Flüchtlingskinder? Wir lassen fünf von ihnen zu Wort kommen:
Šaban*: „Die Duldung macht uns zu Menschen zweiter Klasse“
Ich bin 15 Jahre alt und habe drei ältere Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester. Mein ältester Bruder war bei der Flucht meiner Eltern zwei Jahre alt. Wir anderen sind alle in Deutschland geboren. Meine Eltern entschlossen sich 1988 für die Flucht aus dem Kosovo, als meinem Vater angedroht wurde, dass er von der serbischen Armee zwangsmobilisiert werden könnte. Nur in der Flucht aus dem Kosovo sahen sie eine Rettung.
Seit 26 Jahren leben meine Eltern nun in Duldung. Ich bin sozusagen in den Status hineingeboren. Alle 2 bis 6 Monate wird er verlängert. Die kurze Gültigkeit einer Duldung und die Auflagen, die damit verbunden sind, haben das normale Leben unserer Familie unmöglich gemacht. Die seit Jahrzehnten geltende Residenzpflicht[1] machte es praktisch unmöglich, dass sich meine Eltern richtig betätigen. Read the rest of this entry »
Oktober 25th, 2015 |
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Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung
Die spanische Organisation Fundación Secretariado Gitano (FSG) hat den hohen Ausfallsquoten bei Schülern – und insbesondere Schülerinnen – aus Gitano-Familien den Kampf angesagt. Sechs von zehn jungen Gitanos (spanische Roma) verlassen die Schule noch vor dem Abschluss der Pflichtschule (Secundaria Obligatoria, ESO), fast dreimal so viele wie im gesamtspanischen Durchschnitt (63,7% gegenüber 21,9%). Eine sehr gelungene Videokampagne, hier zu sehen mit englischen Untertiteln, will das jetzt ändern. Die Kampagne #LeonorDejaLaEscuela („Leonor verlässt die Schule“) soll die Öffentlichkeit, die das Problem bislang zumeist mit einem Achselzucken abtat, endlich wachrütteln. Und sie soll nicht zuletzt auch den Gitano-Kindern Mut machen – denn sehr oft „glauben weder ihr Umfeld noch die Schule noch sie selbst an ihren Bildungserfolg“.
(RU/dROMa)
Oktober 21st, 2015 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Es gibt ein einziges, ausschlaggebendes Kriterium für Kindeswegnahmen durch den Staat: das Kindeswohl, sofern es durch keine anderen Maßnahmen mehr geschützt werden kann. Was aber, wenn die nackte Not Eltern und Kinder zwingt, in der Obdachlosigkeit zu leben? Welche Antwort verlangt das Kindeswohl? Die Kinder gegen ihren Willen von ihren Eltern zu trennen, sie mit Zwang und Gewalt aus dem Familienverband zu reißen und in ein fremdes Umfeld (mit fremder Sprache) zu verfrachten? Oder bedeutet Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Rechte von Minderjährigen, dafür zu sorgen, dass Eltern und Kinder eine dem Kindeswohl angemessene Übernachtungsmöglichkeit bekommen: mit Dach, Bett und sanitären Anlagen?
Die richtige Antwort sollte eigentlich für jeden, der sich auf das Kriterium des Kindeswohls beruft, feststehen. Nicht so in Vorarlberg, wo Landeshauptmann Wallner obdachlosen Roma-Familien aus Rumänien, die er aus dem Land haben will, mit der Wegnahme ihrer Kinder droht: „Wenn Kindeswohl im Lande gefährdet ist, dann ist einzugreifen, unter Umständen sogar behördlich einzugreifen. Möglicherweise auch sagen (zu) müssen: Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, (beim) Kleinkind, dann müssen wir das Kind auch entziehen.“
Plätze in Notschlafstellen gibt es für Frauen mit Kindern in Vorarlberg übrigens keine.
Mehr dazu hier.
(RU/dROMa)
September 18th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Oberwart: Gejng i Roma – diskriminacija pe te terdscharel. Was ist Romafeindlichkeit und wie können wir sie bekämpfen?
Workshop im Offenen Haus Oberwart, Lisztgasse 12
Sa., 19.9.2015: 14:30 bis 18:30 Uhr
Der Workshop knüpft an den ersten Teil im Oktober 2014 an und vermittelt Wissen zur Geschichte der Roma und Sinti sowie zu deren Lebenssituationen in Österreich. Vor diesem Hintergrund werden romafeindliche Stereotype aufgedeckt und gezeigt, wie sie wirken und wie sie dekonstruiert werden können. Romafeindlichkeit bezeichnet Rassismus gegen als „Zigeuner_in“ fremdidentifizierte Personen, häufig Roma/Romnja und Sinti/Sintize. Romafeindliche Stereotype sind weit verbreitet und teilweise sehr alt. Heute durchziehen sie viele tagespolitische Debatten, rund um Stadtpolitik, soziale Rechte und mehr. Antiziganismus wird häufig nicht als rassistische Konstruktion erkannt, viele Menschen glauben, etwas über Roma und Sinti und deren Lebensweisen zu wissen.
ReferentInnen:
• Nadine Papai (Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich)
• Josef Schmidt (Verein Roma-Service).
Kostenbeitrag: 15 Euro, zahlbar vor Ort.
Anmeldung: bgld(at)gbw.at
Veranstaltet von der Grüne Bildungswerkstatt Burgenland in Kooperation mit Zukunftsfonds Österreich, GfbV und Verein KARIKA für Roma und Sinti, Oberwart.
Abendprogramm:
Im Anschluss an den Workshop laden VeranstalterInnen & OHO um 19:30 Uhr zum gemeinsamen ROMA-ABEND – „Amen phukavas“.
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September 18th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung
Gemeinsam für eine bessere Bildung. Empfehlungen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland.
Hrsg. von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), Berlin 2015. (PDF)
Wie kann der Bildungszugang für Sinti und Roma verbessert werden? Wie ihre gleichberechtigte Teilhabe erreicht werden? Welche Grundsätze sind zu beachten, damit Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg zunehmen? Und wie können dafür notwendige Daten erhoben und wissenschaftliche Studien durchgeführt werden?
Diese Fragen diskutierte der „Bundesweite Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“, den die Stiftung EVZ 2013 gegründet hat. An elf Sitzungstagen entwickelten Fachleute aus Sinti- und Roma-Organisationen mit Sachverständigen aus Ländern, Kommunen, Stiftungen und der Wissenschaft Wege zum gleichberechtigten Bildungszugang für Sinti und Roma. Vertreterinnen und Vertreter des Bundes nahmen an den Sitzungen des Arbeitskreises beratend und begleitend teil.
Nach zweijähriger Arbeit liegen die gemeinsam formulierten Empfehlungen vor. Themen aus dem Bildungsbereich berühren eine Vielzahl von Zuständigkeiten. Die entsprechenden Akteure des Bundes, der Länder, der Kommunen, der Verbände, der Wissenschaft und der NGOs einschließlich der Roma und Sinti selbst und ihrer Organisationen werden mit den nunmehr vorgelegten Empfehlungen angeregt, in ihren Bereichen und nach ihren Möglichkeiten diese Empfehlungen aufzugreifen, gegebenenfalls anzupassen, weiterzuentwickeln und umzusetzen.
(Text: Stiftung EVZ)
Hier finden Sie die PDF-Version (ISBN: 978-3-9813377-0-9) zum Herunterladen. Die gedruckte Ausgabe (ISBN: 978-3-9813377-1-6), kann per E-Mail bestellt werden.
September 17th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Wiener Radiobande, 1.5.2015, zu hören auf Orange 94.0
SchülerInnen der KMS Mira-Lobe-Weg in Wien berichten von Veranstaltungen im Rahmen ihres Schulprojekts: Unter dem Titel „Was hat das mit mir zu tun?“ geben SchülerInnen der Klassen 4a und 4b einen Kurzüberblick über ihre Projektaktivitäten vom 24. bis 27. März 2015: Sie berichten über den Besuch der Ausstellung „Romane Thana – Orte der Roma und Sinti“ im Wien Museum, von einem Konzert mit Moša Šišic, bei welchem auch eine Schülerin mitgespielt hat, sowie von Gesprächen mit Stefan Horvath und Erich Richard Finsches. Die SchülerInnen erzählen weiters über einen Vortrag zu Rechtsradikalismus und diskutieren abschließend untereinander über Unrecht, Vorurteile und Diskriminierungen.
(Text: http://cba.fro.at/286218)
August 22nd, 2015 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Max Mannheimer Studienzentrum Dachau: Kurzfilme der Jugendbegegnung „Erzählungen vom Unrecht/Stories of Injustice“ online
→Video 1 | →Video 2 | →Video 3 | →Video 4
Unter dem Projekttitel „Erzählungen vom Unrecht / Stories of Injustice“ haben sich 20 Jugendliche aus dem Raum Dachau / München und aus Serbien 2012/2013 über neun Monate hinweg intensiv mit der Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland und Serbien auseinandergesetzt. Es wurde dabei die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma ebenso thematisiert wie die bis heute anhaltende Diskriminierung. Die Gruppe beschäftigte sich beispielsweise mit dem Kampf der Sinti und Roma um Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und mit der Bürgerrechtsbewegung ab den 1980er Jahren. Auch die aktuelle Situation in Deutschland und in Serbien war Thema.
Im Rahmen des Projektes wurden von den Jugendlichen neun Interviews mit Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und deren Angehörigen geführt. Diese Interviews bildeten die Grundlage für vier jetzt auch online verfügbare kurze Filme, in denen die Erfahrungen aus beiden Ländern zusammengeführt wurden und in denen Sinti und Roma aus Deutschland und Serbien eindrucksvoll Zeugnis von der Geschichte seit 1933 ablegen.
(Text: mmsz-dachau.de)
August 8th, 2015 |
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Jugend & Bildung
Ein zwölfjähriges Mädchen aus Harlow in der südenglischen Grafschaft Essex hat bei einem IQ-Test 162 Punkte erreicht. Damit erzielte Nicole Barr sogar mehr Punkte als Star-Astrophysiker Stephen Hawking. Sogar Albert Einsteins IQ könne da nicht mehr mithalten, liest man in den Medienberichten. Das Mädchen, das der englischen Roma-Minderheit angehört („Daily Mirror“ spricht allgemeiner von „Travellers“), reagiert erstaunt: „Als ich erfuhr, dass ich solch einen hohen Wert erreichte, war es so unerwartet. Ich war geschockt“, erzählt Nicole der Boulevard-Zeitung „Daily Mirror“.
Ihr außerordentliches Ergebnis sorgt derzeit nicht nur für Schlagzeilen in der internationalen Presse: „Die Geschichte macht gerade auch die Runde in der Gypsy-Community, besonders auch auf Facebook. Es ist schön, dass wir einmal wegen etwas Gutem in den Nachrichten vorkommen“, erklärt Nicoles Vater James.
(dROMa)
August 4th, 2015 |
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Interview, Jugend & Bildung
Am Wochenende wurde – zum Jahrestag der Auflösung des „Zigeunerlagers“ in Auschwitz-Birkenau – europaweit des Völkermords an Sinti und Roma gedacht. Am 2. August 1944 wurden die letzten Insassen des „Zigeunerlagers“, fast 3.000 Personen, ermordet. Silas Kropf, 20, ist deutscher Sinto, lebt im Saarland und absolviert ein duales Studium, Fachrichtung Wirtschaftsinformatik. Seit einem Jahr ist er im Vorstand der deutschen Jugendorganisation Amaro Drom. Für die taz führte Hilke Rusch mit ihm ein Gespräch über Stereotype, Aufarbeitung und Präsenz:
Herr Kropf, was wissen Sie über den Porrajmos, den NS-Völkermord an Sinti und Roma?
Eine Menge, in meiner Familie war der Holocaust allgegenwärtig. Teile meiner Familie wurden in Konzentrationslager deportiert, andere lebten vergleichsweise geschützt in einem Dorf. Dort ließ der Ortsvorsteher Sterilisationsbefehle verschwinden, weil meine Urgroßmutter eine angesehene Frau war. In der Familie haben wir viel darüber gesprochen, und bis heute gibt es Angst vor Verfolgung. Darum bin ich mit einem Tabu aufgewachsen: Ich durfte nicht zeigen, wer ich bin.
Sie mussten verstecken, dass Sie Sinto sind?
Ja, es musste geheim bleiben. Durch meinen Großvater ist die Familie nach außen sehr auf Abstand zu unserer Kultur gegangen. Das geht so weit, dass in meinem Teil der Familie zum Schutz leider kein Romanes mehr gesprochen wird.
Lesen Sie bitten weiter auf taz.de.
Juli 9th, 2015 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Le lek bareder tschulipe andi Europa tschak tschule vakeraschtscha hi. O farajn „Amaro Drom“ ande pe leske bescharel. Ande Kreuzberg nevo than pratascha taj le teldikipeskere kojenca upre te schuscharel kamla.
Terne Sinti taj Roma te sorisarinel
„Barikano hi, hot o perspektivtscha le terne Sintijendar taj Romendar akan pradipe uschtiden taj na tschak mindig peder lende vakerdo ol“, phenel o projektoskero schero Anna Friedrich. Le farajniske „Amaro Drom“ igen barikano hi, le terne Sinten taj Romen te sorisarinel. „Tumen nisaj kultura hi, tumen tschak dromeske san, tumen na kerinen ande amaro khetanipe. Oda hi, so o terne Roma mindig te schunel uschtiden“, phenel o angle beschto Merfin Demir. Kaj ada cil kisetim te ol, jek projekto kesdim ulo. „Dikhen amen“! „Seht uns“! – ando prik bescharipe butschol. Read the rest of this entry »
Juni 30th, 2015 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet
Am 17. Juni wurden im Wappensaal des Wiener Rathauseszum 47. Mal die Fernsehpreise der Erwachsenenbildung übergeben. In der Sparte Dokumentation wurde der auf Okto TV gesendete Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet. Den Preis erhielt die aus Rumänien stammende Iovanca Gaspar. Gaspar arbeitet seit 2005 in der Magistratsabteilung für Integration und Diversität im Schwerpunkt „Roma und Sinti“. Der Preis wurde von Alice Fleischer vom WIFI Österreich überreicht.
„Dui Rroma“ berichtet über die Begegnung zwischen dem Münchner Sinto und Holocaust-Überlebenden Hugo Höllenreiner und dem jungen Wiener Komponisten und Rom Adrian Gaspar. Hugo Höllenreiner verstarb am 10. Juni 2015 in Ingolstadt.
>>„Dui Rroma“ | Okto | 23.05.2015
Juni 29th, 2015 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Dikhen Amen – Seht uns, ein Projekt von Amaro Drom e.V.
Im April diesen Jahres startete das Projekt „Dikhen amen! Seht uns! – Empowerment und Sensibilisierung für Antiziganismus aus Sicht junger Roma und Sinti“. Das Hauptziel des Projektes ist Empowerment junger Roma und Sinti. Darunter verstehen wir, Raum zu schaffen für Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung und den Kampf um Anerkennung als gleichberechtigter Teil der Gesellschaft. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projektes ist die Sensibilisierung junger Nicht-Roma bzw. Nicht-Sinti für den spezifischen Rassismus und seine Folgen.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Erfahrungen und Lebensrealitäten junger Roma und Sinti. Basierend auf dem Erfahrungswissen der Jugendlichen werden Methoden für Jugendbildungsarbeit entwickelt.
Im Laufe des Projektes werden jugendliche Sinti und Roma zu Multiplikator_innen ausgebildet, um selbst Empowerment- und Sensibilisierungs-Workshops durchführen zu können. Die Workshops richten sich an junge Menschen in Jugendclubs, Jugendselbstorganisationen und Verbänden sowie Bildungseinrichtungen.
Die Ideale von Empowerment, Mobilisierung, Selbstorganisation und Partizipation der jungen Menschen wird durch „Dikhen Amen! Seht uns!“ mit einer noch größeren Breitenwirkung von Amaro Drom gestärkt. Neben der Stärkung junger Roma und Sinti im Umgang mit Rassismus in Deutschland und der Sichtbarmachung ihrer unterschiedlichen Lebensrealitäten und Identitätsentwürfe zielt das Projekt auch auf eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus gegen Roma und Sinti in der breiten Öffentlichkeit ab.
Einer der Höhepunkte des Projektes in diesem Jahr wird die Bundesjugendkonferenz vom 19. bis 24. November in Hannover sein, an der über 100 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus teilnehmen werden. Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2015 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
„Die Österreichischen Roma“
Dokumentarfilm, Ö 2014, 25 min
>> abrufbar in der ORF-TVthek
Apropos Roma – prik o Roma
DVD-Präsentation und Diskussion mit dem Produzenten Helmut Potutschnig
Regie: Kerstin Paulik, Kamera: Christoph Hensel; Filmmusik: Gernot Reininger und Georg Zumann
Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, Oberwart, Freitag, 12. Juni 2015, 19:00 Uhr, Eintritt frei!
Der dritte Teil der Dokumentarfilmreihe über die anerkannten Volksgruppen in Österreich widmet sich jener Volksgruppe, die als letzte anerkannt wurde – den österreichischen Roma. Die Dokumentation behandelt sowohl die geschichtlichen Wurzeln der Volksgruppe als auch das gegenwärtige Volksgruppenleben. Im geschichtlichen Teil wird die Situation der Roma, Sinti und Lovara in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und der ersten Republik dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt danach auf der Verfolgung in der NS-Zeit und dem Umgang mit den Verfolgten nach 1945. Ausführlich wird der Weg zur Anerkennung der Volksgruppe der Roma (als Überbegriff für Burgenland-Roma, Siniti, Lovara, Kalderaš und Arlije) nachgezeichnet. Der Hauptteil der Dokumentation ist der heutigen Situation der österreichischen Roma gewidmet. Das aktuelle Volksgruppenleben wird in den Bereichen Kultur, Sprache, Bildung und Vereinleben dargestellt. Im Kulturbereich steht die lebendige Musikszene im Mittelpunkt. Bezüglich der Sprache der Roma, Sinti und Lovara wird das „Romani-Projekt“ an der Universität Graz präsentiert, wo Lexika und Grammatiken zu den in Österreich am häufigsten gesprochenen Romani-Varianten entwickelt werden. Read the rest of this entry »
Mai 29th, 2015 |
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Jugend & Bildung
Euronews: Zwanzig Jahre nach dem Krieg im früheren Jugoslawien sind die Spuren des Konflikts noch immer sichtbar. […] Die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen dauern an und manche Eltern schicken ihre Kinder in ethnisch geteilte Schulen. Die Europäische Union und der Europarat fördern aus diesem Grund mit einem drei Jahre langen Projekt Integration an den Schulen. […] Von den 740 Schülern sind 27 Sinti und Roma, 25 kommen aus dem Waisenhaus und manche gehören ethnischen Minderheiten an.
Mustafa Dzafic (Anm.: Direktor einer teilnehmenden Schule in Mostar), erklärt das Konzept: „Eine integrative Schule ist eine Schule, die alle Schüler aufnimmt, die begabten und jene, die Schwierigkeiten haben. Integration bedeutet, dass der Unterricht den Fähigkeiten der verschiedenen Schüler angepasst wird.“
Jede Woche gibt es eine Unterrichtsstunde, in der die guten Schüler jenen helfen, die Probleme haben. […] Mehrere Schüler folgen einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm. Die neunjährige Adisa ist Rom[ni]. Sie geht zur Nachhilfe und bekommt zusätzlich noch Einzelunterricht, denn ihre Eltern können ihr bei den Hausaufgaben nicht helfen. Adisa ist fleißig: „Ich werde einen Abschluss machen, um einen Job zu finden. Wenn ich mit der Schule fertig bin, will ich an die Universität und dann, wenn ich dort auch einen Abschluss habe, will ich Arzt werden.“
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März 18th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 16.3.2015 (on demand)
Roma taj Sinti sikadipeskeri schtudija arbutschalinde
Andar o anglutno kerdo projekto „Roma upri universiteta“, savo maschkar 2010 taj 2012 le organisacijendar – Initiative Minderheiten, Romano Centro taj Farajan Roma-Service – kerdo ulo, Roma & Sinti jerim ule, save uso arbutschalinipe la ROMBAS-sikadipeskera schtudijatar, use sina.
Ando keripe le ESF-projektostar ROMBAS (Roma-sikadipeskeri- taj arsiklipeskeri-schtudija) i Initiative Minderheiten ando khetanipe le Romano Centroha, le Austritike Khetanipeha le politischi sikadipeske, le Farajniha Roma-Service taj le Betschitike Flogoskere Utsche Ischkolenca jek buti ar dija, sava o cil sina, i adivesakeri sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija pascheder te forschinel. Na dschanipe pedar o grupnakero baripe, o pharo uso gejipe uso grupnakere dschene, o schtatistischi etnischi telschtaminipeskere datscha, save butvar na del taj o koja – Roma taj Sinti heterogeni etnischi grupn hi – asaj empirischi butja, phareder keren.
Vaschoda o ROMBAS-projekto jek participativi forschinipeskero keripe, kaj o Roma & Sinti ojs forschertscha jek centrali than khelen, kertscha. Afka dschene andar o anglutno projekto jerim schaj ule, save uso arbutschalinipe le ROMBAS-schtudijatar use sina. Odola sina dschene sar i Gilda-Nancy Horvath, i Žaklina Radosavljević taj o Manuel Weinrich, save pumare esbe liptscha, save on uso arbutschalinipe la sikadipeskera schtudijatar khetan kedine, phukan. Buteder pedar schunen tumen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 16th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 16.3.2015 | Live: 20:50 Uhr (on demand)
Im Rahmen des ESF-Projekts ROMBAS initiierte die Initiative Minderheiten in Zusammenarbeit mit dem Romano Centro, der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung (ÖGPB), dem Verein Roma-Service und den Wiener Volkshochschulen eine Untersuchung, die das Ziel verfolgte, die gegenwärtige Bildungssituation von Roma und Sinti in Österreich näher zu erforschen. Fehlendes Wissen über die Gruppengröße, erschwerte Erreichbarkeit der Gruppenangehörigen und mangelnde Verfügbarkeit statistischer Daten nach ethnischer Herkunft sowie der Umstand, dass es sich bei Roma und Sinti um äußerst heterogene ethnische Gruppen handelt, erschweren derartige empirische Untersuchungen. Das ROMBAS-Projekt verfolgte daher einen partizipativen Forschungsansatz, bei dem Roma und Sinti als Forscher/innen eine zentrale Rolle spielen. So konnten Roma- und Sinti-Angehörige aus dem Vorgängerprojekt „Roma an die Universität“, das zwischen 2010 und 2012 von der Initiative Minderheiten gemeinsam mit dem Romano Centro und dem Verein Roma-Service durchgeführt wurde, gewonnen werden. Gilda-Nancy Horvath, Žaklina Radosavljević und Manuel Weinrich schildern ihre Erfahrungen, die sie beim Erarbeiten der Bildungsstudie gesammelt haben. Mehr darüber hören Sie in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 11th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft
ROMBAS – Studienbericht zur Bildungssituation von Roma und Sinti in Österreich
Hrsg. von Mikael Luciak für die Initiative Minderheiten
>>Download: Studienbericht (PDF)
Die Studie gewährt neue Einblicke in die gegenwärtige Bildungs- und Ausbildungssituation von in Österreich lebenden Roma und Sinti. Die mittels eines inklusiven Forschungsansatzes durchgeführten 125 qualitativen Interviews weisen auf maßgebliche Veränderungen betreffend den Bildungszugang und die Bildungsbeteiligung von autochthonen und allochthonen Roma im Verlauf der Generationen hin. Trotz einer verbesserten Bildungslage ist das formale Bildungsniveau von Roma und Sinti im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nach wie vor niedriger. Der Studienbericht gibt Aufschlüsse darüber, welche Bedeutung dabei der Schule, dem Elternhaus, den sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen und der ethnischen Zugehörigkeit der Befragten zukommt, und beinhaltet entsprechende bildungspolitische Empfehlungen.
Die Studie ist gegen einen Unkostenbeitrag (Versand) von 6.- bei der Initiative Minderheiten erhältlich: office(AT)initiative.minderheiten.at
(Text: Initiative Minderheiten)
März 9th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 9.3.2015 | Live: 20:50 orenge (on demand)
ROMBAS: Sikadipeskeri schtudija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija
Historischi diklo, o Roma taj o Sinti uso lek soraleder grupn andi Austrija genen, save ando sikadipe tel dschum hi taj savengeri sikadipeskeri situacija dugi cajt la politikatar taj le forschinipestar tschak tschulo esbe lim ulo. Ando EU-akero keripe nacijonali strategijenge usi integracija le Romendar, dschi ando bersch 2020 koji kerde te on.
I angli paschlardi ROMBAS-schtudija and dikipe ando igen heterogeni sikadipeskere esbe liptscha le andi Austrija dschivde Romendar taj Sintijendar del. Andar buteder sar 60 ori hangoskere upre liptscha taj buteder sar 1.500 riktscha transkricijontscha probalim ulo, barikane koji ari te buschalinel, save sorale o sikadipeskere droma le dschenendar, savenca vakerdo ulo, vodinde.
Sar ando metodischi falato sikado, na handlinel pe adaj vasch jek representativi schtudija savi sikal, sar i adivesakeri sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija arditschol. Ande aja sikadipeskeri schtudija o atscha upro sikajipe le dikipestar le phutschle dschendar hi, save pedar phukan, saj koji lenge upre lengero sikadipeskero drom pomoschinde vaj na. Uso 13to Romengero-dialogiskero seleto le nacijonali Romengere-kontaktoskere thanistar ando bundakero kancleriskero birovtschago, i ROMBAS schtudija usi sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija presentirim uli. Buteder pedar, schunen tumen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)