Integrative Schulen in Ex-Jugoslawien
Mai 29th, 2015 | Published in Jugend & Bildung
Euronews: Zwanzig Jahre nach dem Krieg im früheren Jugoslawien sind die Spuren des Konflikts noch immer sichtbar. […] Die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen dauern an und manche Eltern schicken ihre Kinder in ethnisch geteilte Schulen. Die Europäische Union und der Europarat fördern aus diesem Grund mit einem drei Jahre langen Projekt Integration an den Schulen. […] Von den 740 Schülern sind 27 Sinti und Roma, 25 kommen aus dem Waisenhaus und manche gehören ethnischen Minderheiten an.
Mustafa Dzafic (Anm.: Direktor einer teilnehmenden Schule in Mostar), erklärt das Konzept: „Eine integrative Schule ist eine Schule, die alle Schüler aufnimmt, die begabten und jene, die Schwierigkeiten haben. Integration bedeutet, dass der Unterricht den Fähigkeiten der verschiedenen Schüler angepasst wird.“
Jede Woche gibt es eine Unterrichtsstunde, in der die guten Schüler jenen helfen, die Probleme haben. […] Mehrere Schüler folgen einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm. Die neunjährige Adisa ist Rom[ni]. Sie geht zur Nachhilfe und bekommt zusätzlich noch Einzelunterricht, denn ihre Eltern können ihr bei den Hausaufgaben nicht helfen. Adisa ist fleißig: „Ich werde einen Abschluss machen, um einen Job zu finden. Wenn ich mit der Schule fertig bin, will ich an die Universität und dann, wenn ich dort auch einen Abschluss habe, will ich Arzt werden.“
An den Integrations-Workshops nehmen auch immer mehr Eltern teil. Sie arbeiten z.B. mit den Lehrern zusammen, um zu verstehen, wie man einem Kind mit Schwierigkeiten am besten helfen kann. […] Insgesamt 49 Schulen nehmen an dem Integrationsprojekt teil. Es endet dieses Jahr. […] Die Europäische Union hat rund fünf Millionen Euro in das Projekt gesteckt. […]
In Pljevlja, einer Stadt in Montenegro, nimmt das Gymnasium Tanasije Pejatovic […] teil. Lehrer und Schüler haben u.a. ein Radio auf die Beine gestellt. Das Motto lautet: „Lasst uns die Türen öffnen“. […] Die Schüler wählen die Themen aus, meistens Nachrichten aus aller Welt und einmal pro Monat sprechen sie über Integration. […] Die Schüler gehen jeden Tag eine halbe Stunde lang live auf Sendung. Gesendet wird nur in der Schule, aber alle Schüler hören zu und diskutieren danach während des Unterrichts über die Radiosendung. (…)
Bei der integrativen Bildung geht es nicht darum, den Schüler zu ändern, damit er besser in das System passt, sondern es geht darum, das System zu ändern, damit es flexibel genug ist, um alle Schüler aufzunehmen. […]
Lesen bzw. sehen Sie bitte den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Beitrag von Monica Pinna in voller Länge auf Euronews.