Menschenhandel: Europarat rügt Ungarn
Mai 30th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Der Europarat fordert Ungarns Regierung zu einem schärferen Vorgehen gegen organisierten Menschenhandel, Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung auf. Ein am Freitag präsentierter Bericht der Expertengruppe des Europarats (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings, kurz: GRETA), wirft Ungarn vor, Bewohner armer Regionen und insbesondere Roma nicht ausreichend davor zu schützen. Unter anderem wird gefordert, dass Ungarn Sklaven- und Zwangsarbeit unter Strafe stellt. Die meisten der Opfer werden zur Prostitution gezwungen. „Zwangsprostituierte werden auch nach Deutschland, in die Niederlande und nach Großbritannien gebracht“, zitiert Die Zeit die irische GRETA-Berichterstatterin Siobhán Mullally. „Der Trend zu Zwangsarbeit in Industrie und Landwirtschaft und zur Vermittlung von Menschen in Nachbarländer wie Rumänien, Serbien und in die Ukraine nimmt zu.“
Laut Angaben der ungarischen Regierung seien 2011 58 und 2012 68 Opfer von Menschenhandel identifiziert worden. 2013 waren es 43, davon 41 Frauen. Die Dunkelziffer liegt jedoch weit höher. Das tatsächliche Ausmaß sei nicht bekannt, heißt es in dem Greta-Bericht. Allerdings gebe es Hinweise, dass die Ausbeutung zugenommen habe.
(dROMa)
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