„Angriff auf die Vielfalt“ – Gemeinsame Stellungnahme der österreichischen Volksgruppen zur Besetzung des ORF-Publikumsrats: Vorgehen von Medienministerin Raab „befremdlich und unverständlich“. Volksgruppen prüfen juristische Anfechtung.
Es liegt an den für die Besetzung verantwortlichen Personen, schnellstmöglich die Bedenken aus vielen Bereichen der Gesellschaft zu beseitigen und für einen gesetzeskonformen Zustand zu sorgen. Entsprechend den Entsendungen der letzten Jahre und dem bis dato gelebten Rotationsprinzips wäre aus unserer Sicht ein Vertreter der Roma in den Publikumsrat zu entsenden gewesen.
Karl Hanzl, langjähriges Publikumsratsmitglied und Vorsitzender des tschechischen Beirates
Stellungnahme der „Ständigen Konferenz der Vorsitzenden der Beiräte der autochthonen Volksgruppen Österreichs“, 20.5.2022:
Die Anfang Mai erfolgte Besetzung des ORF-Publikumsrates hat in den von der „Ständigen Konferenz der Vorsitzenden der Beiräte der autochthonen Volksgruppen Österreichs“ (in Folge kurz: Vorsitzenden-Konferenz) vertretenen Vereinen und Gruppen für Erstaunen und Entsetzen gesorgt. Abgesehen vom kommentarlosen Abgehen von der über Jahre und Jahrzehnte gelebten und anerkannten Praxis des Vorschlags- und Besetzungsvorganges durch das zuständige Ministerium und Medienministerin Susanne Raab, sieht die Vorsitzenden-Konferenz ihre eigene Einschätzung der Unrechtmäßigkeit der Besetzung auf Basis der geltenden Gesetzeslage durch die zahlreichen Medienberichte und Kommentare von Medienwissenschaftler:innen voll inhaltlich bestätigt.
Die Vorsitzenden-Konferenz sieht sich aufgrund der rechtlichen und gesetzlich verankerten Stellung der von ihnen vertretenen Volksgruppen jedenfalls als „repräsentative Gruppe bzw. Organisation“ im Sinne der für die Besetzung des ORF-Publikumsrates relevanten Paragrafen des ORF-Gesetzes (§ 28 Abs. 4 ORF-G u.a.) und hat auch in den letzten Jahrzehnten die vorgesehenen Vorschläge an die jeweils zuständigen ministeriellen Stellen übermittelt. Auch für die neue Wirkungsperiode des Publikumsrates hat die interne Abstimmung innerhalb der Organisation bereits stattgefunden. Read the rest of this entry »
Raum4Sprache&Kultur: Einblick in die Gedankenwelt der Jugendlichen
Ande dikipe ando gondoskero them le ternendar: O Forum4Burgenland hi jek khetano sikadipeskero forum la Privati Pedagogischi Utschi Ischkolatar Burgenland, la sikadipeskera direkcijonatar Burgenlandiske sar le burgenlanditike flogoskere grupnendar. Jefkar ando bersch jek mulatintschago jeke temakere pharipeskere punktiha tel likero ol. Use adaberschengero mulatintschago diskutirinen o flogoskere grupnengere bajrotscha ande duj tschibtschengere interview ande lengeri rola taj upre dipe ando ischkolakere koji sar schajiptscha taj feder keriptscha le duj tschibtschengere sikadipeskere aunbitinipestar dim schaj ol. Ischkolakere projektscha uso „100 berscha Burgenland“ sar arajiptscha la ternengera schtudijatar andar o bersch dujeseri bisch le fokusiha upro burgenlanditike flogoskere grupn presentirim on. O ar le mulatintschagostar kertscha o roasinipeskero artschijipe „100 berscha Burgenland taj leskere flogoskere grupn“.
Das Forum4Burgenland ist ein gemeinsames Bildungsforum der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland, der Bildungsdirektion für Burgenland sowie der burgenländischen Volksgruppen. Unter anderem veranstaltet es einmal jährlich eine Tagung mit einem Themenschwerpunkt. Bei der diesjährigen Tagung diskutieren die Volksgruppenbeiräte in zweisprachigen Interviews ihre Rolle und Aufgaben im Schulwesen sowie Möglichkeiten einer Verbesserung der zweisprachigen Bildungsangebote. Read the rest of this entry »
Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Andrei Schwartz eine Gruppe von rumänischen Roma begleitet, die seit Jahren zwischen ihrer Heimat und Hamburg pendeln.
Kinodokumentarfilm von Andrei Schwartz, Deutschland 2022. Seine Premiere feierte der Film auf dem DOK.fest München am 5. Mai 2022.
Mangels Arbeit in Rumänien verdienen sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder in Hamburg mit Betteln. Sie schlafen unter Brücken und in Parks, in ständiger Angst entdeckt und vertrieben zu werden. Für die städtischen Behörden gelten sie als „freiwillige Obdachlose“, der Zugang zu den Notprogrammen bleibt ihnen sogar im Winter verwehrt. Alle paar Monate fahren sie heim, zurück zu ihren Kindern und Verwandten. In eine Heimat, die ihnen seit der Wende weder Arbeitsplätze noch eine Perspektive bietet. Die zwei Hauptprotagonisten Maria und Tirloi sind die einzigen, die es geschafft haben, sich ein Stück Normalität aufzubauen. Sie bilden die Brücke zwischen den beiden Welten: Er hat Arbeit, sie geht noch immer betteln. Und sie haben eine Bleibe: Eine kleine Wohnung in einem Gemeindehaus, wo sie nach Feierabend zanken und Pläne schmieden. Vielleicht ein Anfang, auch für ihre Enkelin Ioana, die inzwischen die Schule besucht. Die 13-Jährige ist die erste in der Familie, die lesen und schreiben kann.
Ein Film über das Gelingen und das Scheitern, und den Preis den man dafür zahlt.