Archive for September, 2015

Zazzle-T-Shirts: Zentralrat erstattet Anzeige

September 29th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

T-Shirt (Screenshot)Zentralrat erstattet Strafanzeige gegen den Her­stel­ler der T-Shirts mit dem rassis­ti­schen Auf­druck „We kill the Gypsies“ und den Ver­trei­ber www.zazzle.de.

Wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung (§§ 111, 130 ff. StGB) er­stat­tete der Zentralrat Deutscher Sinti und Romabei der Staats­anwalt­schaft Heidelberg Strafanzeige ge­gen die Ver­ant­wort­li­chen der Seite www.zazzle.de und den User mit dem Benutzer­namen „yoda2088“. Unter diesem Link war ein Ver­kaufs­an­ge­bot für T-Shirts mit den Auf­drucken „Gypsy Hunter Badge“ und „We Kill the Gypsies“ – ein­gestellt von „yoda88“ – zu er­wer­ben. Die Ver­kaufs­seite, die auf den mas­si­ven Druck von Internet­akti­vis­ten hin gelöscht wurde (wir berichteten), war in deutscher Sprache ab­ge­fasst („Sinti- und Roma-Jäger-Shirt“).

In einem Brief wendet sich der Zentralratsvor­sitzende Romani Rose an Bundes­justiz­minister Heiko Maaß und bringt seine Fas­sungs­losig­keit über dieses An­gebot zum Aus­druck. „Hier wird die Hem­mungs­losig­keit und der brutale Hass in aller Deut­lich­keit propa­giert und sogar noch ein Geschäft damit gemacht. Vor dem Hinter­grund der Geschichte ist das in Deutschland ein un­ge­heuer­li­cher Vor­gang“, schreibt Rose. Dem müsse unbedingt mit ge­eig­ne­ten Maß­nahmen ein Riegel vor­ge­scho­ben werden, wozu die vom Bundes­justiz­minis­ter geplante Arbeitsgruppe einen Beitrag leis­ten könne. „Wir wol­len uns gern daran betei­li­gen“, so Rose.

In der Begründung der Strafanzeige wird aus­geführt, dass die rassis­ti­schen und zu Gewalt auf­ru­fen­den T-Shirts dazu ge­eignet seien, gegen die Minder­heit der Sinti und Roma zum Hass auf­zu­stacheln und zu Gewalt­maß­nahmen („jagen“ und „killen“) auf­zu­fordern. Die Menschenwürde der ge­samten Minder­heit wird mas­siv an­ge­grif­fen, wobei die gesamte Mach­art und die Art der Ver­brei­tung dazu ge­eignet sind, den öffent­li­chen Frieden zu stö­ren. Read the rest of this entry »

Burgenland: Roma-Familienforschung

September 28th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Ahnenforschung - Spurensuche im Archiv (Foto: ORF,at)Jek jomakero rodipe – Eine Spurensuche: Workshop mit Herbert Rehling und Mag. Gert Polster

Volkshochschule Süd, Schulgasse 17/3, 7400 Oberwart
Fr., 16. Oktober 2015, 18:00 bis 21:00 Uhr

Der Workshop gibt eine Einführung in die Familien­for­schung. Welche ersten Schrit­te müs­sen ge­macht werden auf der Suche nach den Vor­fahren? Wel­che schrift­li­chen Quellen gibt es? Wie komme ich zu Infor­ma­tio­nen auch im Inter­net? Ein Über­blick über die Insti­tu­tio­nen und Quellen, wo Infor­ma­tio­nen über die Vorfahren zu fin­den sind, wird eben­so gege­ben wie prak­ti­sche Bei­spiele an­hand von Origi­nal­ein­trägen in Matriken­büchern. Unter­lagen zu den Roma wer­den speziell erläutert.

Teilnahme ist kostenlos!
Anmeldung: Burgenländische Volkshochschulen – Regionalstelle Süd: 03352 / 34525

Veranstaltet von der Volkshochschule der Burgenländischen Roma in Kooperation mit den Burgenländischen Volkshochschulen – Regionalstelle Süd

(Ankündigung der VHS Roma)

Moldavija: Duj Romane dschuvla völim

September 26th, 2015  |  Published in Frauenrechte, Politik

Laura Bosnea, neue Gemeinderätin in Rascani (Foto: UN Programme ‘Women in Politics’/Ramin Mazur)Duj Romane dschuvla ando gemajndakero rot völim

Barijertscha pal te tschalal vascho dschuv­lano taj etni­schi use keri­nipe, duj etni­schi Roma­ne dschuv­la o eschtivar nasch­la ande len­gero lokali biro – taj jerin­de – pal jek kam­panja­kero ar­siklipe le „UN Women“in­gero pom­schi­ni­peha. O erschtivar andi historja le thanes­tar si­na – pa­sche ofto murscha an­dar i flogos­keri grupn – te efta Romane dschuv­la, save auntre­tinde. I erschti nevi völimi Romani ge­majn­da­keri rotki­ja i Varvara Duminica (54) hi, jek duge­bersches­keri medi­jatorkija andi Roma-com­mu­ni­ty ande Chetrosu, jek than ando distrikt Drochia. I dujti i Laura Bosnea hi. I 28 ber­schen­geri ando tikno foro Rascani dschil ando nor­di­tiko le fo­ros­tar Chișinău. O latschi­pes­kero ara­jipe so duj dschuv­len­dar upro resul­tato le pomo­scha­gos­tar le inter­na­ci­jo­nali trej­ningis­ke­ro pro­gramis­tar pal dschal, savo le Romane dschuv­lenge aktivi poli­tischi use gejipe te del. Anglo völi­nipe so duj kani­dat­kiji uso semi­nar­tscha le „Romani Women and Girls Network“ (RWGN) taj le UN-programis­tar „Women in Politics“ (WIP) use sina.

Alle meine Kinder (Trailer)

September 24th, 2015  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion

All My Children [theatrical trailer] from MEDIA FILM on Vimeo.

Alle meine Kinder | Všetky moje deti (SK/CZ 2013)
Dokumentarfilm von Ladislav Kaboš, 90 min. (Website)

Die Langzeitdokumentation „Alle meine Kinder“ zeigt den Mikro­kos­mos eines Roma-Dor­fes in der Ost­slowakei. Rund zehn Jahre lang be­glei­tete der Filmemacher Ladislav Kaboš den charis­ma­ti­schen Priester Marián Kuffa bei sei­nen Bemü­hun­gen, den Be­woh­nern eines Ro­ma-Slums zu Bildung und neuem Selbst­bewusst­sein zu ver­helfen.

„We kill the gypsies“

September 22nd, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

T-Shirt (Screenshot)GYPSY HUNTER BADGE und WE KILL THE GYPSIES – so lautet der Aufdruck auf einigen T-Shirts, die die US-Ver­kaufs­platt­form Zazzle der­zeit im An­ge­bot hat. Das T-Shirt kann auch auf der deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen Web­site des Unter­nehmens bestellt wer­den, und das in zahl­reichen Varian­ten, unter an­de­rem als Baby-Stram­pel­anzug.

Das Unternehmen hat seinen Sitz zwar in Kalifornien, mit seinen deutsch­spra­chi­gen Web­sites mit der be­tref­fen­den Länder­ken­nung ist die Be­wer­bung und Ver­brei­tung die­ser Auf­drucke aller­dings der Rechts­lage des je­wei­li­gen Staa­tes unter­worfen. Wir ha­ben die Firmen­leitung in den USA bereits an­ge­schrie­ben und zum so­for­ti­gen Han­deln auf­ge­for­­dert. Eine Ant­­wort steht noch aus.

Wir danken Marika Schmiedt für den Hinweis!
(dROMa-Red.)

Aktualisierung, 23.9.2015, 8:30: Das Unternehmen hat inzwi­schen auf un­se­re Be­schwer­­de (auch die tsche­chi­sche Roma-NGO Romea.cz hat ges­tern Nach­mit­tag die Firmen­lei­tung kon­tak­tiert) rea­giert und die be­tref­fen­den Sei­ten ent­fernt.

Francija: Soralo alav vascho schuscharipe

September 22nd, 2015  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

UN-Hochkommissar für Menschenrechte (Foto: UN.org/P. Filgueiras)O UN-Komisaro le manuschen­gere tschatschi­penge la Francija vascho bibasta­lo keripe le Romen­ca sora­le kritirin­tscha. „Ada sorale te dikel hi, hot i nacijonali politik siste­ma­tisch angle dschal, kaj o Roma iste pu­maro than mu­ken, phenel o Said Raad al-Hussein pa­raschtun ande Genf. Ov la Fran­ci­ja­tar mangel, kaj aja bibas­tali politik jeka tscha­tschi­kana poli­tikatar, inklu­sijo­natar“ pe te parul. O francitiko birov­tschga­go ando ar le augus­tistar jek sid­lung 80 Romane famili­jen­dar ando anglut­no than Parisistar La Courneuve putertscha. O angle gejipe le pomo­scha­goskere orga­ni­sa­ci­jendar, katho­lischi khangeri taj le francitike om­buds­mannistar sorale kriti­sirim ulo. Pisi­niptscha phu­kan, hot but len­dar pasche o rotis­kero kher ande cerhi dschiv­nahi, phe­nel o al-Hussein.

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UN-Hochkommissar rügt Frankreich

September 22nd, 2015  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

UNDer UNO-Hochkommissar für Menschenrechte hat Frankreichs Vertreibungspolitik gegenüber Roma scharf kritisiert: Es werde immer offensichtlicher, dass es „eine systematische nationale Politik der Zwangsräumung von Roma“ gebe, erklärte Said Raad al-Hussein in Genf. Er rief Frankreich auf, diese „bestra­fende und schäd­liche Politik“ zu beenden und durch „eine Politik echter Inklusion“ zu er­setzen. Erst Ende August hatte die Zwangs­räumung einer Baracken­siedlung in La Courneuve bei Paris Kritik von Hilfs­organi­sa­tio­nen, der katho­li­schen Kirche und dem fran­zö­si­schen Ombudsmann her­vor­gerufen. Für die vertriebenen 80 Roma-Familien war dem­nach keine dauer­hafte Alternativ­lösung gesucht wurden.

(dROMa-Red.)

„Flüchtlinge erster und zweiter Klasse“?

September 21st, 2015  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Sören Link (Foto: Thomas Rodenbücher, CC-BY-2.0)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kriti­siert rassis­ti­sche Äuße­rung des Duis­burger Ober­bür­ger­meisters

Pressemeldung, 18.9.2015: Auf der kom­mu­nal­po­li­ti­schen Kon­fe­renz zur Flüchtlingspolitik der SPD am 15. Sep­tem­ber 2015 hatte der Ober­bürgermeister der Stadt Duisburg Sören Link den Satz „Ich hätte gerne das Dop­pelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer ab­ge­ben könnte“, ge­äußert. In einem Brief kriti­siert der Vor­sitzende des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, dass diese Äuße­rung „nicht nur rassis­tisch, son­dern auch dazu ge­eignet“ sei, „pau­schalen Hass gegen Flücht­linge aus den West­balkan­staaten zu schüren“.

In seinem Brief schreibt Rose: „Sie teilen die Menschen so in Flücht­linge erster und zweiter Klas­se ein. Auf der Grund­lage der gelten­den Gesetze und inter­na­tio­nalen Ver­pflich­tun­gen müssen alle Menschen, die Opfer von massiver Diskri­mi­nie­rung und von Rassismus sind, in Deutsch­land Schutz er­hal­ten. Die Prüfung, ob ein asyl­recht­lich rele­van­ter Fall vor­liegt, ob­liegt hier­bei den Behör­den und Gerichten und ent­scheidet sich nicht nach Ihrem subjek­tiv-popu­lis­ti­schen Maß­stab.“ Eine der­artige Stigmati­sie­rungen und ver­bale Hetze hätten bereits in der Ver­gan­gen­heit die frem­den­feind­liche Protest­stim­mung ge­fördert und zu rassis­tisch moti­vierten Aus­schrei­tun­gen, wie zum Beispiel in Hoyerswerda und Lich­ten­hagen, ge­führt, so Rose weiter. Rose appel­lierte an den Ober­bür­ger­meis­ter, dass es unser aller Pflicht als De­mokratin­nen und De­mokraten – ins­beson­dere Ihre als das Ober­haupt einer Groß­stadt – sei, gegen Diskri­mi­nie­rung zu kämp­fen und für eine rassis­mus­freie Gesell­schaft ein­zu­treten.

Nackt ausgezogen und Geld abgenommen

September 20th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

BettelLobby OberösterreichSeit kurzem bietet die BettelLobby Ober­öster­reich auch eine Rechtsberatung für Bett­lerin­nen und Bettler an. Derzeit findet die Bera­tung einmal im Monat statt und dauert etwa zwei bis drei Stun­den. Dazu werden noch weitere Freiwillige ge­sucht, die ehren­amtlich bei der Bera­tung hel­fen kön­nen: „Wir freuen uns über jede Hilfe – be­son­ders toll wären Men­schen mit juris­ti­scher Kennt­nis und Über­setzerIn­nen von Romani und Rumänisch.“ (Wer helfen will: Bitte ein kurzes Mail an ooe@bettellobby.at.)

Einer der freiwilligen Mitarbeiter, der Linzer Kultur­mana­ger Thomas Diesenreiter, berichtet auf Face­book über einen aktuel­len Fall, der bei der Bera­tung vor­gebracht wurde: die erniedrigende und unver­hältnis­mäßige Be­hand­lung zweier junger Bettlerin­nen durch die Polizei (siehe auch hier, hierhier, hier oder hier). Die Mädchen wur­den dem­nach ge­zwun­gen, sich auf der Wach­stube nackt auszuziehen. 3 bzw. 40 Euro wur­den ihnen ohne Beleg ein­fach ab­ge­nommen:

Ein Fall heute dreht mir den Magen um: 
Ein 16-jähriges Mädchen wird beim Bahn­hof zusam­men mit einem zweiten Mädchen und ihrem Baby wegen Bettelei von der Polizei an­ge­halten. Alle drei müssen auf die Wachstube. Dort müssen sie sich getrennt von­einan­der ausziehen, komplett. Auch das Baby muss aus­ge­zogen werden, inklu­sive der Windel. Warum? Weil die Polizei das Geld finden will, dass die beiden er­bettelt haben. Bei einem Mädchen finden sie 3 €, bei dem anderen 40 €. Ob das Geld er­bettelt wurde oder nicht, kann die Polizei nicht wis­sen, beschlag­nahmt wird es trotz­dem. Ohne Beleg. (…) Wegen 43 € müs­sen sich 16-Jährige und Babys vor der Polizei aus­ziehen. Das wider­spricht jeder Verhältnis­mäßigkeit. Wir prüfen jeden­falls eine Maß­nahmen­be­schwerde und den Gang vor Gericht.

(dROMa-Red.)

Workshop: Romafeindlichkeit entgegentreten!

September 18th, 2015  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Workshop (Foto: Karika)Oberwart: Gejng i Roma – diskriminacija pe te terdscharel. Was ist Romafeindlichkeit und wie können wir sie bekämpfen?

Workshop im Offenen Haus Oberwart, Lisztgasse 12
Sa., 19.9.2015: 14:30 bis 18:30 Uhr

Der Workshop knüpft an den ersten Teil im Oktober 2014 an und vermittelt Wissen zur Geschichte der Roma und Sinti sowie zu deren Lebens­situa­tio­nen in Österreich. Vor diesem Hinter­grund wer­den roma­feindliche Stereo­type auf­gedeckt und gezeigt, wie sie wirken und wie sie de­konstruiert werden können. Roma­feind­lich­keit bezeich­net Rassismus gegen als „Zigeuner_in“ fremd­identi­fi­zierte Perso­nen, häufig Roma/Romnja und Sinti/Sintize. Roma­feind­liche Stereotype sind weit ver­breitet und teil­weise sehr alt. Heute durch­ziehen sie viele tages­politi­sche Debatten, rund um Stadt­politik, soziale Rechte und mehr. Antiziganismus wird häufig nicht als rassis­ti­sche Konstruk­tion er­kannt, viele Men­schen glauben, etwas über Roma und Sinti und deren Leben­sweisen zu wissen.

ReferentInnen:
Nadine Papai (Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich)
Josef Schmidt (Verein Roma-Service).

Kostenbeitrag: 15 Euro, zahlbar vor Ort.
Anmeldung: bgld(at)gbw.at
Veranstaltet von der Grüne Bildungswerkstatt Burgenland in Kooperation mit Zukunftsfonds Österreich, GfbV und Verein KARIKA für Roma und Sinti, Oberwart.

Abendprogramm:
Im Anschluss an den Workshop laden VeranstalterInnen & OHO um 19:30 Uhr zum gemeinsamen ROMA-ABEND – „Amen phukavas“.

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„Gemeinsam für eine bessere Bildung“ (2015)

September 18th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung

EVZGemeinsam für eine bessere Bildung. Empfehlungen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland.

Hrsg. von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), Berlin 2015. (PDF)

Wie kann der Bildungszugang für Sinti und Roma verbes­sert wer­den? Wie ihre gleich­berech­tigte Teilhabe er­reicht wer­den? Welche Grund­sätze sind zu beachten, damit Bildungs­betei­li­gung und Bildungserfolg zu­nehmen? Und wie können dafür not­wen­dige Daten erho­ben und wis­sen­schaft­liche Studien durch­geführt werden?

Diese Fragen diskutierte der „Bundesweite Arbeitskreis zur Ver­bes­se­rung der Bildungs­betei­li­gung und des Bil­dungs­erfolgs von Sinti und Roma in Deutsch­land“, den die Stif­tung EVZ 2013 gegrün­det hat. An elf Sitzungs­tagen ent­wickel­ten Fach­leute aus Sinti- und Roma-Organi­sa­tio­nen mit Sach­ver­ständigen aus Ländern, Kommunen, Stiftungen und der Wissenschaft Wege zum gleich­berech­tig­ten Bildungs­zugang für Sinti und Roma. Vertre­terinnen und Vertre­ter des Bundes nahmen an den Sitzun­gen des Arbeits­kreises bera­tend und beglei­tend teil.

Nach zweijähriger Arbeit liegen die gemein­sam formu­lierten Empfehlungen vor. Themen aus dem Bildungs­bereich berüh­ren eine Viel­zahl von Zustän­dig­keiten. Die ent­spre­chen­den Akteure des Bundes, der Länder, der Kom­munen, der Verbände, der Wissen­schaft und der NGOs ein­schließ­lich der Roma und Sinti selbst und ihrer Organi­sa­tio­nen werden mit den nun­mehr vor­geleg­ten Empfeh­lungen an­geregt, in ihren Berei­chen und nach ihren Möglich­keiten diese Empfeh­lungen auf­zugreifen, gege­be­nen­falls an­zu­passen, weiter­zu­ent­wickeln und um­zusetzen.

(Text: Stiftung EVZ)

Hier finden Sie die PDF-Version (ISBN: 978-3-9813377-0-9) zum Herunterladen. Die gedruckte Aus­gabe (ISBN: 978-3-9813377-1-6), kann per E-Mail bestellt werden.

Unsere Zeitgeschichte-Projektwoche

September 17th, 2015  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Wiener Radiobande, 1.5.2015, zu hören auf Orange 94.0

SchülerInnen der KMS Mira-Lobe-Weg in Wien berich­ten von Ver­anstal­tun­gen im Ra­hmen ihres Schul­pro­jekts: Unter dem Titel „Was hat das mit mir zu tun?“ geben Schü­lerIn­nen der Klas­sen 4a und 4b einen Kurz­über­blick über ihre Projekt­aktivi­tä­ten vom 24. bis 27. März 2015: Sie be­rich­ten über den Besuch der Aus­stel­lung „Romane Thana – Orte der Roma und Sinti“ im Wien Museum, von einem Kon­zert mit Moša Šišic, bei wel­chem auch eine Schülerin mit­ge­spielt hat, sowie von Gesprä­chen mit Stefan Horvath und Erich Richard Finsches. Die Schü­lerIn­nen er­zäh­len weiters über einen Vor­trag zu Rechts­radika­lis­mus und dis­ku­tie­ren ab­schlie­ßend un­terei­nan­der über Un­recht, Vor­urteile und Dis­kri­mi­nie­run­gen.

(Text: http://cba.fro.at/286218)

Bild der Roma in der Literatur

September 15th, 2015  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Katharina Janoska (Foto: VHS Roma)Lesereihe von „bil:kult“ in Wien:

Ein wissenschaftlicher Vergleich | Mag.a Katharina Janoska

Di., 15.9.2015, 19 Uhr
Bildungs- und Kulturinstitut
Wehlistraße 309 | 1020 Wien

„Schon früh wurden die Roma als ehrloses Volk angesehen, das keiner­lei Rechte zu be­anspru­chen hatte. Und bis heute stel­len sie eine Grup­pe dar, auf die sich Vernich­tungs­fanta­sien rich­ten. Die Litera­tur hat dabei über Jahr­hun­derte darin ein­geübt, Gewalt gegen sie als legi­tim zu er­ach­ten.“ (Klaus-Michael Bogdal)

Katharina Janoska wissenschaftli­cher Vergleich von Roma-Literatur und Literatur über Roma dient als Basis eines aktuel­len Dis­kur­ses. Janoska, selbst Romni aus dem Burgen­land, zeigt an diesem Abend anhand der literari­schen Beispiele, wel­ches katastro­phale und men­schen­ver­ach­tende Bild sich über Jahr­hun­derte in der Literatur ent­wickelt hat und sich teil­weise bis heute hart­näckig hält.

(Programmankündigung bil:kult)

Gedenkweg in Oberwart eröffnet

September 12th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken

Oberwarter Roma-SiedlungEin neuer Gedenkweg in Oberwart erinnert an NS-Opfer. Das Ober­war­ter Rathaus ist die erste von ins­ge­samt sechs Statio­nen; eine ist den Opfern aus der Volks­gruppe der Roma (Hintergrundinfo) gewidmet. Ein Projekt des Vereins R.E.F.U.G.I.U.S.

Der Gedenkweg soll an die Oberwarter Opfer des National­sozialis­mus erin­nern. Jeder Ort erzählt stell­ver­tre­tend die Ge­schichte ver­schie­de­ner Opfer­gruppen. Es waren und sind zentra­le Orte mit öffent­li­chem Charak­ter. Die Opfer der NS-Zeit sollen heute an jenen Orten, wo sie einst von NS-Be­hörden ver­folgt wurden oder aus dem Gedächt­nis ge­löscht wer­den sollten, dem Erin­nern wieder­gege­ben werden. Die Tafeln symbo­li­sie­ren das Fehlen eines Teils der Ober­warter Bevöl­ke­rung. Jede Tafel steht für Menschen, die einst Mit­glieder der Ober­warter Gesell­schaft waren und in der NS-Zeit aus dieser aus­ge­schlos­sen wurden. Ihre Vertreibung, Ermordung und das Vergessen hinter­ließen Lücken, die nicht mehr auf­ge­füllt wer­den konn­ten.

Zur Erinnerung an die Oberwarter Romnija und Roma

Romnija und Roma waren bereits vor 1938 ethni­scher und sozia­ler Aus­gren­zung sowie Rassismus aus­gesetzt gewesen, doch er­reichte er in der NS-Zeit seinen Höhe­punkt im Porajmos (Völkermord). Sie wurden gezielt ent­rechtet, beraubt, ver­folgt, depor­tiert und er­mordet. All dies war nur durch ein Zusammen­spiel der ver­schie­de­nen Behörden mit der Bevölkerung mög­lich. Nur weni­ge Ober­warter Roma und Rom­nija konn­ten nach 1945 in ihr Zuhause zurück­keh­ren, da die meisten den Poraj­mos nicht über­lebten.

(Text: www.gedenkweg.at)

Westbalkan: keine sicheren Herkunftsstaaten

September 11th, 2015  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

GfbV LogoAppell der Gesellschaft für bedrohte Völker Inter­natio­nal (GfbV) an die Europäi­sche Kom­mission:

Die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) ruft die Europäische Kommission dazu auf, den Kosovo, Albanien und Montenegro nicht zu „sicheren Herkunfts­ländern“ zu er­klären, da diese Genera­li­sie­rung für Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter nicht zutrifft. Viele An­ge­hörige dieser Minder­heiten muss­ten ihre Heimat ver­lassen, da sie auf­grund ihrer ethnischen Zu­gehörig­keit so stark diskrimi­niert werden, dass sie keinen oder nur begrenz­ten Zu­gang zu Wohn­raum und Arbeits­plätzen haben, Kinder die Schule nicht be­su­chen kön­nen und es ihnen unmög­lich ge­macht wird, ein Leben in Würde zu führen.

Angesichts der unerträglichen Situation der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter im Kosovo wie in ande­ren Ländern des west­lichen Balkans und ein­gedenk der Ver­folgung und Ver­nichtung der Sinti und Roma durch das NS-Regime in mehre­ren euro­päischen Staaten sollte die Europäi­sche Kom­mission in enger Zusam­men­arbeit mit den EU-Mit­glieds­staaten:

  • anerkennen, dass die Diskriminierung der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter dort solche Ausmaße annehmen kann, dass ihnen ein Leben in der Heimat unmöglich gemacht wird und sie gezwungen sind, ihr Land zu verlassen;
  • darauf bestehen, dass asylsuchenden Roma, Aschkali und Balkan-Ägyptern ein individuelles Asylverfahren zugestanden wird, denn es kann nicht sein, dass die EU einer gesamten ethnischen Gruppe abspricht, dass einzelne ihrer Mitglieder Recht auf Asyl haben könnten;
  • die Schutzbedürftigkeit der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter anerkennen, die sich bereits in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufhalten, und dafür Sorge tragen, dass ihnen – als Opfer rassistischer Diskriminierung, Krieg und Verfolgung – dort Bleiberecht gewährt wird; Read the rest of this entry »

2.000 Artikel auf dROMa-Blog!

September 10th, 2015  |  Published in Allgemeines

2000 Artikel

… and still counting.

Dresden: RomAmoR-Festival Hellerau

September 9th, 2015  |  Published in Kunst & Fotografie, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Vorurteile abbauen

In Dresden ist vorgestern im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau das inter­natio­nale Festival „RomAmoR“ gestar­tet, das sich als Hom­mage an die Sinti- und Romakulturen versteht. Dabei soll es kein Gipsy-Festival wie alle an­de­ren sein, sagen die Or­ga­ni­sa­to­ren.

(Weiter auf der Website des Deutschlandfunks)

Zur Seite des Festivals, 7.-27. September 2015

Facts & Figures (120)

September 8th, 2015  |  Published in Facts & Figures

Laut einer Er­he­bung von 2014 wur­den 82,8% der Ehen por­tu­gie­si­scher Ro­ma nur nach dem „Ro­ma-Ge­setz“ („lei ci­ga­­na“) ge­schlos­sen.

(Quelle/pdf)

Moldawien: erstmals zwei Romnija gewählt

September 7th, 2015  |  Published in Frauenrechte, Politik

Laura Bosnea, neue Gemeinderätin in Rascani (Foto: UN Programme ‘Women in Politics’/Ramin Mazur)Lokalwahlen in Moldawien: Erstmals zwei Roma-Frauen in Gemeinderäte gewählt

Bei den landesweit durchgeführten Lokalwahlen in Moldawien wurden Mitte Juni auch zwei Romnija in die Gemeinderäte ihrer Kommunen gewählt. Erstmals in der Geschichte des Landes waren – neben acht Männern aus der Volksgruppe – auch sieben Roma-Frauen angetreten. Die erste frisch gewählte Roma-Gemeinderätin ist Varvara Duminica (54), eine langjährige Mediatorin der Roma-Community in Chetrosu, einem Ort im Distrikt Drochia. Die zweite ist Laura Bosnea. Die 28-Jährige lebt in der Kleinstadt Rascani im Norden der Hauptstadt Chișinău.

Der Erfolg beider Frauen ist nicht zuletzt das Resultat der Unterstützung durch internationale Trainingsprogramme, die Roma-Frauen die aktive politische Teilhabe ermöglichen sollen. Vor den Wahlen hatten beide Kandidatinnen an Seminaren des Romani Women and Girls Network (RWGN) bzw. des UN-Programms „Women in Politics“ (WIP) teilgenommen. „Ich hatte geglaubt, dass es schwierig sei, bei den Gemeinderatswahlen anzutreten, aber dank der Unterstützung der Community, für die ich als Mediatorin gearbeitete habe, und dank der Ermutigung durch das UN-Programm Women in Politics war es viel leichter, als ich erwartet hatte“, so Laura Bosnea. WIP ist ein gemeinsames Projekt von UN Women und UNDP, finanziert mit Geldern der schwedischen Regierung. Auch das Trainingsprogramm von RWGN wird von UN Women finanziell unterstützt.

(dROMa-Red., Quelle: http://eca.unwomen.org)

Rateha, pisoha taj suvaha

September 6th, 2015  |  Published in Kunst & Fotografie

Robert Gabris (Foto: JawDikh!)Jek Roma kinstleri andar i Slovakija, savo vaschi diskriminacija taj tschulo schajipe leskera butjatatar naschi gelo, del Betschiste la kunstake sa. Muguli peskero rat.

Angle leste jek parno papruschi hi. Ande leskero va jek schlauchlina hi, ande savo leskero rat ande hi. Tschak eklik milililitertscha hi, save andar leste ari fojnen, kaj schaj jek kunstakero verk ol, te ov o piso lija: le Robert Gabrisiskere „Rateskere kipi“ jek ardschumipe leskere andrunestar hi, savo ov le pradipeske sikal; ham te jek andrutno drom, o direktakero phandlipe maschkar kunstakero verk taj kinstleri te rodel, sar ov le betschitike nevipeskere papuschiske „Wiener Zeitung“ phukal.

Kledalosinipe leskere teschtostar

Dschidokle Gabris pro rat upro o parno feschtinel, o cajchnimo lole clicarinel. Pal harni cajt hejli lo ol, vaj sar o Gabris phenel, „phuvano“. O kipo parul pe, „Afka te o phutschipe la eksistencatar phutschlom. Saj dur daurinel jek ileto? Taj saj dur adala kipi, save kertschom eksistirna?“.

(volksgruppen.orf.at)