„Am 17. März starb unser Gründer und Vereinsvater, Freund und langjähriger Initiator unserer Menschenrechtskampagnen, Tilman Zülch, im Alter von 83 Jahren in Göttingen. Wir sind tief betroffen über diesen Verlust. Mit unseren Gedanken sind wir bei seinen Angehörigen und Freunden in aller Welt“, teilt Burkhard Gauly, Bundesvorsitzender der Gesellschaft für bedrohte Völker mit.
Tilman Zülch war ein Visionär der Menschenrechtsarbeit. Sein Blick auf das Schicksal von verfolgten ethnischen und religiösen Minderheiten sowie indigenen Völkern, sein selbstloses Engagement gegen Völkermord und Vertreibung stehen heute beispielhaft für internationale Menschenrechtsarbeit. Denn die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass gerade Minderheiten, Völker ohne Staat und indigene Völker oftmals schutzlos der Verfolgung und Bedrohung, gar der Vernichtung ausgesetzt sind. Dass sie eine internationale Lobby brauchen, die vehement für sie eintritt, war eine der Grundüberzeugungen von Tilman Zülch. Für ihn, geboren in Deutsch-Liebau, mit seiner Familie vertrieben und geprägt durch die Erfahrungen des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit, stand fest, dass das Wissen um die Shoa dazu verpflichtet, heute Verantwortung zur Verhinderung von Genozid und Gewalt zu übernehmen. Diese Prinzipien und Tilman Zülchs Haltung, den Menschen in den Blick zu nehmen, Empathie zu empfinden und zu zeigen, auch selbstlos Menschen in Not zu helfen, werden wir als Gesellschaft für bedrohte Völker in unserem täglichen Einsatz für Verfolgte in aller Welt beherzigen. Read the rest of this entry »
Kroatischer Kulturverein im Burgenland – Hrvatsko kulturno društvo u Gradišću
I horvacki otganisacija ando bersch 1929 kerdi uli. Leskeri buti hi o upre likeripe la kulturatar. Kenvi taj ischkolakero materijaltscha kerde on. Kulturakere mulatintschagi planim on taj ando gava taj pedar odola ari i kultura le burgenlanditike horvackendar te dikel taj te schunel hi. Ando Burgenland, Erbate jek flogoskero kher, kaj o Horvacke, Ungrike taj Roma ande ovna, kerdo ol.
HKD: Stärkung und Verbreitung des Volksbewusstseins
Die kroatische Volksgruppe im Burgenland – kroatisch „Gradišćanski Hrvati“ – wurde im 16. Jahrhundert im Grenzgebiet der heutigen Staaten Österreich, Ungarn und der Slowakei sowie in Südmähren angesiedelt. Kerngebiet des damaligen Siedlungsgebietes war das heutige Burgenland und der östliche Teil Niederösterreichs. Heute leben in diesen Gebieten je nach Schätzung ca. 50.000 bis 60.000 Personen mit kroatischen Sprachkenntnissen, die Mehrzahl von ihnen im heutigen Burgenland und in Wien. Damit sind die Burgenlandkroaten die zahlenmäßig größte anerkannte Volksgruppe in Österreich.
Volksgruppengesetz 1976 – kroatische Amtssprache
Der Artikel 7 des Staatsvertrages von Wien hatte der kroatischen Bevölkerung des Burgenlandes zumindest theoretisch gut abgesicherte Rechtspositionen garantiert. Praktisch erlangten diese Minderheitenrechte lange Zeit kaum Bedeutung. Erst im Jahr 1976 wurde das Volksgruppengesetz als Ausführungsgesetz zum Staatsvertrag erlassen. Read the rest of this entry »
Das Projekt CHAVORE der Caritas Steiermark, hauptfinanziert durch den Malteser Hospitaldienst und kofinanziert durch das Integrationsreferat der Stadt Graz, feiert heuer sein fünfjähriges Jubiläum.
Das Projekt unterstützt Grazer Roma-Kinder und deren Eltern bei den integrativen Herausforderungen in Kindergärten und Schulen und ist Anlaufstelle für Eltern, Schulen, Kindergärten und Netzwerkpartner*innen. Ziel von CHAVORE ist, das Recht auf Bildung für alle Grazer Roma-Kinder kontinuierlich und dauerhaft sicherzustellen und bestmöglich zu begleiten.
Die Unterstützungsangebote von CHAVORE gewährleisten eine nachhaltige Integration und versuchen gleichzeitig, den Selbstermächtigungsprozess der Familien voranzutreiben, und die Eltern insbesondere darin zu bestärken, ihre Bildungsverantwortung gegenüber ihren Kindern in Zukunft selbstständig wahrnehmen zu können.
Antiziganismus in den Medien – Darstellungsweisen sowie Möglichkeiten einer kritischen Medienkompetenz
Nur wenig gesellschaftliches Bewusstsein gibt es bislang für die spezifische Rassismusform Antiziganismus. Ein Verbundprojekt der PH Heidelberg untersucht, welche Bedeutung öffentliche Medien für die Reproduktion von Antiziganismus haben. Erforscht wird auch, wie Medien für eine Rassismus-kritische Lehrer:innenbildung genutzt werden können. Auf dieser Basis sollen Onlinetools entwickelt werden, um das Thema Antiziganismus systematisch in die Lehrer:innenbildung zu implementieren. Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Heidelberg und externen Partnern von Januar 2023 bis März 2026 durchgeführt.
Das Verbundprojekt „Mediale Antiziganismen – Von der interdisziplinären Analyse zur kritischen Medienkompetenz“ (MeAviA) wird von Prof. Dr. Melanie Kuhn und Prof. Dr. Bettina Degner sowie ihren Mitarbeitenden von der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg durchgeführt. Sie kooperieren dabei mit Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg: Mit Prof. Dr. Michael Haus, der die Heidelberg School of Education und das Institut für Politische Wissenschaft als Verbundleitung vertritt, mit Prof. Dr. Sarah Burnautzki vom Romanischen Seminar und Dr. Radmila Mladenova von der Forschungsstelle Antiziganismus. Außerdem arbeiten sie mit Einrichtungen und Medienzentren zusammen, die mit der Thematik befasst sind, wie etwa dem Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Read the rest of this entry »
Uso projekto „Kher le flogoskere grupnendar Burgenland“ i thaneskeri inmobilija Burgenland jek planiskeri joma resla. O generaliskero plan le neve bauninipestar le agune foroskere internatistar akan schaj kerdo ol. Ando terno dschend 2023 kesdim ovla, 2025 o kher kisno te ol taj o flogoskere grupn schaj ande pumaro kher ande ciden. O thaneskero schero Hans Peter Doskozil angle asdel o „barikano schelberschengero-projekto“.
Beim Projekt „Haus der Volksgruppen Burgenland“ hat die Landesimmobilien Burgenland GmbH einen wesentlichen Fortschritt plangemäß erreicht. Der Generalplaner für den Umbau des ehemaligen Städtischen Internats steht fest. Im Herbst 2023 wird die Baustelle eingerichtet, 2025 soll das Haus von den Volksgruppen bezogen werden können. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil unterstreicht die Einzigartigkeit des „Jahrhundert-Projekts”. Damit soll der Beitrag der Volksgruppen zur Identität, Geschichte und Gegenwart des Burgenlands gewürdigt und ein neues Kapitel in der Volksgruppenpolitik aufgeschlagen werden:
Heuer jährt sich die Anerkennung der Roma als Volksgruppe zum 30. Mal. Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma und Obmann des Vereins Roma-Service über Vorurteile, Integration und die Identität.
BVZ.at:Am 13. März 1987 überbrachten junge Oberwarter Roma dem damaligen Bundespräsident Kurt Waldheim eine Petition, in der sie sich gegen das Lokalverbot in Oberwarter Diskotheken wehrten. Unglaublich, dass so etwas vor knapp 35 Jahren möglich war. Sechs Jahre später folgte am 16. Dezember 1993 durch einen Beschluss im Hauptausschuss des Nationalrates die Anerkennung der Roma als sechste Volksgruppe in Österreich.
Im Rückblick, was hat sich seitdem verändert? Emmerich Gärtner-Horvath: Es war ein langer Weg, aber ein wichtiges politisches Signal, welches durch die Anerkennung gesetzt wurde. Vorurteile und Diskriminierungen gibt es nach wie vor und denen gilt es entgegenzuwirken. Es ist nicht alles eitel Wonne, aber es ist unser Ziel, dass Roma Bildung ohne Vorurteile genießen und ohne Diskriminierung. Die Sprache können wir nur dann retten, wenn sie unsere Kinder auch leben dürfen, ohne, dass sie dadurch in der Gesellschaft Nachteile haben.
Genau die Sprache der Roma ist es, die von vielen in der Volksgruppe aber nicht mehr gesprochen wird. Aus Scham oder weil es zu wenig Möglichkeiten gibt? Gärtner-Horvath: Die Sprache ist ein unverzichtbarer Kulturträger und eine eigenständige Kultur wird am besten von der Gruppe bewahrt und gepflegt, die auch ihre eigene Muttersprache bewahrt und pflegt. Denkt man daran, dass erst mit der Anerkennung die Spurensuche nach unserer Identität begonnen hat, dann ist die Entwicklung rasant. 1995 haben wir das erste Buch herausgebracht, 1996 wurde Romanes im Minderheitenschulgesetz in Burgenland verankert, 1999 haben wir erstmals Romanes unterrichtet. Read the rest of this entry »
Verfassungsausschuss: Einstimmige Entschließung zur Einführung eines nationalen Gedenktags für Roma und Sinti (2. August). Abgeordnete auch für Evaluierung des Vollzugs der Minderheitenschulgesetze
Einstimmig hat sich der Verfassungsausschuss für einen Entschließungsantrag der Koalitionsparteien ausgesprochen, der darauf abzielt, einen nationalen Gedenktag für Roma und Sinti einzuführen. Konkret wird vorgeschlagen, jeweils am 2. August der unter dem NS-Regime verfolgten und ermordeten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze zu gedenken. An diesem Tag werde bereits auf europäischer Ebene an die Holocaust-Opfer dieser ethnischen Minderheit gedacht.
Auch einen weiteren Entschließungsantrag der Koalitionsparteien, nämlich eine Evaluierung des Vollzugs der Minderheitenschulgesetze und die Vorlage eines entsprechenden Berichts an den Nationalrat, befürworteten die Abgeordneten einstimmig. Ebenso einhellig zur Kenntnis genommen wurden die Berichte über die Volksgruppenförderung des Bundeskanzleramts für die Jahre 2018, 2019 und 2020. Ein Antrag der NEOS, die einen besseren Schutz der autochthonen Volksgruppen fordern, wurde mit den Stimmen von ÖVP und Grünen vertagt.
Entschließung zur Einführung eines nationalen Gedenktags für Roma und Sinti
In der Begründung des Entschließungsantrags zur Einführung eines nationalen Gedenktags für Roma und Sinti (2723/A(E)) weisen ÖVP und Grüne darauf hin, dass die Anerkennung und Verurteilung des Genozids für die Roma von großer symbolischer Bedeutung sei. Zudem sehen sie einen solchen Schritt als wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zur Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung, Roma-Feindlichkeit und Antiziganismus. Read the rest of this entry »
PRADO DROM – Mein Weg zum Erfolg! Trendwerk Burgenland startet mit Beginn des neuen Jahres das Projekt „Prado Drom“ („Offener Weg“)
Das Projekt bietet ein niederschwelliges Beratungs- und Qualifizierungsangebot für arbeitsmarktferne Roma und Romnja. Es sollen Beschäftigungshemmnisse abgebaut, das Selbstwertgefühl gestärkt, Lösungskompetenz aktiviert, Basisbildung verbessert und somit der Weg von der Arbeitslosigkeit auf den Arbeitsmarkt geebnet werden.
Angehörige der Volksgruppe der Roma sind besonders von der Benachteiligung und der Arbeitslosigkeit betroffen. Die schulische Ausbildung hat sich in den letzten drei Jahrzehnten wesentlich verbessert, dennoch sind immer noch Bildungsdefizite vorhanden. Aber nicht allein Bildungs- und Ausbildungsdefizite sind Hemmnisse am Arbeitsmarkt. Hinzu kommen fehlende Kinderbetreuung, fehlende Mobilität, fehlendes Selbstbewusstsein, Angst vor Diskriminierung, fehlende Vernetzung in der Arbeitswelt, wenige bis keine Kenntnisse der Arbeitswelt, Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden, fehlende Anerkennung in der „Mehrheitsbevölkerung“ und Ausgrenzung.
In persönlichen Beratungsgesprächen werden alle Vermittlungshemmnisse eruiert und gemeinsam nach individuell passenden Lösungen gesucht. Mit der Beratung soll Raum für berufliche, soziale, oder auch ganz private Angelegenheiten geschaffen werden. Je nach Anliegen und Möglichkeiten der Personen, die die Beratung in Anspruch nehmen, können hier auch ganz konkrete Unterstützungsangebote erarbeitet werden. Read the rest of this entry »
Ake Dikhea? jek internacijonali festivalo filmenca Romendar taj Sintijendar taj Romenca taj Sintijenca hi. O festivalo sajt 2017, sako bersch ande Berlin tel likerdo ol. Ov sikal o them andar o dikipe le Romendar taj o phutschajipe terdscharel, sar on pumen diken taj sar on dikle te ol kamna. O aktujeli falinipe la representacijatar le Romendar ando filmiskero dschivipe ham te butschol, hot ando europitiko kino tschak tschule hangi del, save i dschivdi rejaliteta taj o sako diveseskere terdschijiptscha le Romendar, latsche sikan. Ake Dikhea? Festival of Romani Film le dikipeske adale perspektivendar pomoschinel taj gejng o dime rasistischi medijengere kurstscha pe berscharel. Kerdo ol o festivalo telal o kinstlerischi schero Hamze Bytyçi andar i Romengeri-organisacija RomaTrial e. V. andar Berlin. O lek terneder ardipe usar o 24to dschi uso 30kero oktoberi ande Berlin sina. Andi ada berschengeri jury te i betschitiki Romni, Simonida Selimović, sina. Upro programo le festivalostar, 25 filmiskere produkcijontscha terdschonahi, le Romendar, Romenca taj pedar Roma, tel lendar te „Leaving Beginnings Behind“ (dROMa 68). Pasche o filmiskere sikajiptscha, o festivalo te use disvkusijonakere mulatintschage taj use jek necverkiskero talalinipe Romengere-filmiskere keraschendar, akartscha.
Ake Dikhea? (Romanes für: „Na, siehst du?“) ist ein internationales Festival mit Filmen von und mit Roma und Sinti. Das Festival findet seit 2017 alljährlich in Berlin statt. Es zeigt die Welt aus dem Blickwinkel von Roma und stellt die Frage, wie sie sich selbst sehen und wie sie gesehen werden wollen. Der akute Mangel an Repräsentation von Roma in der Filmbranche bedeutet auch, dass es im europäischen Kino nur wenige Stimmen gibt, die die gelebte Realität und die Alltagserfahrungen von Roma angemessen zeigen. Read the rest of this entry »
Polen beruft Zentralratsvorsitzenden Romani Rose in den Internationalen Auschwitz-Rat
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, wurde vom polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki in den Internationalen Auschwitz-Rat berufen, der am 23. und 24. November 2022 erstmalig in der neuen Amtszeit in der Gedenkstätte im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammentrat.
Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose unterstreicht die Bedeutung, die dem Internationalen Auschwitz-Rat in der aktuellen Zeit zukommt:
„Wir erleben heute wieder wie Nationalisten und Rechtsextremisten in vielen Ländern Europas versuchen die Verbrechen des Holocaust an 6 Millionen Juden und 500.000 Sinti und Roma zu leugnen und zu relativieren. Der Internationale Auschwitz-Rat sieht es als seine Aufgabe jeder Form der Holocaust-Leugnung und Geschichtsverfälschung entgegenzutreten.“
Dem Internationalen Auschwitz-Rat gehören unter anderem Ronald Lauder (Jüdischer Weltkongress, New York), Dani Dayan (Yad Vashem, Jerusalem) und Sara Bloomfield (Holocaust-Gedenkmuseum der Vereinigten Staaten, Washington D.C.) an. Der Rat berät die polnische Regierung in historischen Fragen, auch hinsichtlich der Ausrichtung der Erinnerungsarbeit und der politischen Bildung.
Filmemacher Kurt Bauer feiert Filmpremiere im Franziskanerkloster Salzburg
Wie geht es den Armen, Notreisenden, Roma und Obdachlosen in Salzburg in unserer herausfordernden Zeit? Wie war es früher? Damit beschäftigt sich der Film „Ein Herz für Arme in Salzburg“. Premiere wird am 21. Okt. 2022 um 19 Uhr im Salzburger Franziskanerkloster (Franziskanergasse 5) gefeiert.
Filmemacher Kurt Bauer war dafür beim Projekt „VinziTisch“, das Lebensmittel an Bedürftige verteilt, bei den Roma unter der Salzachbrücke, bei den Schlafplätzen des Projektes „Biwak“ und der rollenden Arztpraxis „Virgilbus“, bei der Obdachlosenversorgung der Caritas sowie bei der Aktion „Roma Los“ der evangelischen Kirche.
„Mein Film ist eine Wertschätzung an die vielen Hände und Herzen, die ich seit acht Jahren mit meinen Filmen zum Thema Armut von unterschiedlichen Blickpunkten aus abgebildet habe. In dem jetzigen Film habe ich besonderes Augenmerk auf die helfenden Händen im Hintergrund gerichtet, ohne die viele Menschen weiterhin nichts zu Essen hätten. Dieser Film ist daher auch ein Dank an alle Menschen, die die vielen Projekte unterstützen“, so Bauer.
Zum Film sprechen Kurt Bauer, P. Thomas und Bruder Beda (Franziskaner) sowie Thorsten Binder (Caritas).
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat einen Zuschlag von 200.000 Euro für die Förderung für den Umbau des Lern- und Begegnungsorts RomnoKher in Mannheim bewilligt. Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) hatte dem Bundestag ein umfangreiches Lern- und Raumkonzept vorgelegt.
Mitten in der Pandemie ist im Mannheimer Sitz des VDSR-BW ein bundesweit einzigartiges Lernzentrum zur Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma entstanden – der außerschulische Lernort RomnoKher. Dieser lässt die kreative Auseinandersetzung mit neuen Sichtweisen auf Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma zum außerschulischen Bildungserlebnis werden. Dabei werden junge Sinti und Roma sowohl als Teilnehmende wie auch als Anleitende maßgeblich einbezogen. Die enge Verbindung von Engagierten aus der Minderheit und etablierten Institutionen ist ein entscheidendes Merkmal dieses Lernorts.
Die innovativen pädagogischen Ansätze des VDSR-BW zum Lernen über Sinti und Roma wurden im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend erinnert“ seit 2020 entwickelt und in der Praxis erprobt. Um angesichts der großen Nachfrage von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen nach diesen Bildungsangeboten gegen Antiziganismus dem wachsenden Raumbedarf gerecht zu werten, hat der VDSR-BW gemeinsam mit Professor Jens Betha von der Hochschule für Technik in Stuttgart und seinen Studierenden ein Konzept für eine kreative Lernumgebung erarbeitet. Die Umsetzung kann nun in Angriff genommen werden.
Am 29. September wurden im Haushaltsausschuss des Bundestages die notwendigen Mittel entsperrt, um das 40 Millionen Euro schwere Förderprogramm KulturInvestBau aufzusetzen. Im Rahmen dessen werden dem VDSR-BW 200.000 Euro für die Neugestaltung des rund 500 Quadratmeter großen Kellergeschosses im Kulturhaus RomnoKher zur Verfügung gestellt. Schülerinnen und Schüler, Jugendgruppen und Erwachsene können dort lernen, Begegnungen erleben und kreativ mitwirken. Auch eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland wird mit interaktiven Ansätzen entstehen. Read the rest of this entry »
Sajt kada i pademija o cilo them ande lija taj o sikadipe butvar kherester iste kerdo ol, o tschave sikadipeskere defecitscha upre sikan. Vaschoda o farajn Roma-Service duj kurke anglo kesdipe la ischkolatar la linajakera ischkolaha kesdintscha.
Seit mittlerweile fast drei Jahren schränkt die Corona-Pandemie das soziale Leben weltweit ein. Probleme für Kinder und Jugendliche haben sich im schulischen Bereich angehäuft. Deswegen bietet der Verein Roma-Service in Oberwart zwei Wochen vor Schulbeginn eine Sommerschule an, welche von den Kindern und Jugendlichen sehr gut angenommen wird.
ÖVP-Volksgruppensprecher Berlakovich: Volksgruppenbeiräte werden im Bundeskanzleramt neu konstituiert. Berlakovich betont breite Einbindung der österreichischen Volksgruppen in den Dialog
Wien (OTS/ÖVP-PK) – Nach Beschluss im Ministerrat werden jetzt die Volksgruppenbeiräte im Bundeskanzleramt neu konstituiert. Die neuen Volksgruppenbeiräte der Slowaken, Tschechen und Roma sind bereits zusammengetreten, der für die Burgenland-Kroaten folgt demnächst. „Die sechs in Österreich anerkannten Volkgruppen leisten einen wichtigen Beitrag zur Vielfältigkeit unserer Heimat. In zahlreichen Vereinen und Verbänden organisieren sie Veranstaltungen, bieten Weiterbildungen an und geben Kultur und Sprache weiter. Besonders wichtig ist die Mitbestimmung der Volksgruppen. Nun wurden die dafür eingerichteten Volksgruppenbeiräte neu bestellt und die Vorsitzenden und deren Stellvertreter gewählt. Die Volksgruppenbeiräte leisten einen wesentlichen Beitrag im aktiven Dialog zur Verbesserung der Lage der österreichischen Volksgruppen“, so ÖVP-Volksgruppensprecher Abg. Nikolaus Berlakovich.
Zur Beratung des Bundeskanzlers und der Bundesregierung in Volksgruppenangelegenheiten sind beim Bundeskanzleramt Volksgruppenbeiräte eingerichtet. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag, das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Gesamtinteresse der Volksgruppen zu wahren und zu vertreten. Sie werden insbesondere vor Erlassung von Rechtsvorschriften und zu allgemeinen Planungen auf dem Gebiet des Förderungswesens zu Beratungen beigezogen. Die Volksgruppenbeiräte bringen auch Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Volksgruppen und ihrer Angehörigen ein. Die Mitglieder der Volksgruppenbeiräte werden von der Bundesregierung für die Dauer von vier Jahren bestellt, wobei darauf Bedacht genommen wird, dass die in der betreffenden Volksgruppe wesentlichen politischen und weltanschaulichen Meinungen entsprechend vertreten sind.
Im April, am internationalen Roma-Tag, wurde das „Netzwerk Roma-Rechte“ des European Roma Rights Centre (ERRC) ins Leben gerufen, nachdem ein erstes Hybrid-Treffen von Budapest aus abgehalten worden war. Das Netzwerk besteht aus 18 Menschenrechtsorganisationen aus 15 verschiedenen Ländern und will Aktivisten, Roma und Nicht-Roma, die sich für die Menschenrechte in ganz Europa einsetzen, vereinen.
Das Netzwerk für die Rechte der Roma hat zur Aufgabe, das Engagement der Roma in Sachen Menschenrechte zu fördern. Es besteht sowohl aus Roma-Organisationen als auch aus Menschenrechtsgruppen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die fundamentalen Rechte für Roma-Communities zu verbessern. Das Netzwerk strebt an, verstärkt Menschenrechtsprozesse zu führen, die die Menschenrechtsagenda für die Roma im europäischen Raum zu beeinflussen und die Debatte um die Belange der Roma-Rechte zu fördern.
Ermöglicht wird dieses Netzwerk durch das Roma Rights Centre (ERRC); es agiert als gleichberechtigter Partner mit anderen Mitgliedern. Geplant ist, dass weitere Mitglieder hinzukommen können und die Mitglieder offen sind für neue Partnerschaften mit anderen gemeinnützigen Menschenrechts-Organisationen, die sich mit der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen gegenüber Roma-Communities beschäftigen.
Roma sam
Radijo Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Sajt but berscha i Zaklina Radosavljević patrijarchali strukturtscha taj seksismus ando khetanipe aun peske dikel. Ada sa tradija la, 2015 o farajn „Vivaro Viva Romnja“ te kerel – jek farajn, savo le dschuvlenge adaj hi. O farajn o erschti farajn tschak Romnjenge hi, hat dschuvlenge, andi Austrija. Ando vakeripe phukal i Zaklina Radosavljević pedar o aktujeli tematscha le farajnistar.
But Romnjenge o drom ande jek naphandlo, ajgeni dschivipe meg mindig jek barano hi. Barikano hi odolen te sikal, save meg mindig ando garujipe dschin. Usar o kesdipe aun lakero cil sina, odole dschuvlen andar o garujipe te hulinel taj te sikal, phenel i Radosavljević.
O cil mukipe hi
Te pedar Romnja andi Austrija vakertscham, iste diklo ol, obste odola adaj upro them ale vaj na, afka i Zaklina Radosavljević. Mint Romnja migracijonakera scenaha, butvar mindenfelitike problemca iste dschin, afka sar jek pharo usedschajipe uso sikadipe taj uso butjakero foro. Ham o anticiganismus meg mindig soralo hi, taj odolestar o cile Romnja reste hi, phenel i Radosavljević. Oj odolenge and pe bescharel, saven meg mindig nisaj hango hi taj butvar na dikle on. O Romnja Betschiste butvar mindenfelitika diskriminacijake ar bescharde hi.
O cil mukipe hi: Ada probalinel o farajn duach mindenfelitike workshops te schofinel. But dschuvla meg mindig ande patrijarchali strukturtscha dschin, vaschoda barikano hi thana te schofinel, kaj le dschuvlenge latsche dschal taj kaj tschak vasch lengere mangiptscha dschal. Adaleha kamla o farajn „Vivaro Viva Romnja“ jek gondo te schofinel taj le dschuvlen le workshopendar afka use multiplikatorkiji te kerel.
Latsche thana le dschuvlenge
O dschijakana tel likerde workshops adale tematschenca donde pumen bescharde: Internacijonali Romengero-Di, mujsinipeskero soharipe, partneriskero maripe taj atschipeskero tschatschipe. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radio Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarchale Strukturen und Sexismus in der Gesellschaft. All das veranlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu gründen – einen Verein, der sich den Frauen widmet. Der Verein ist der erste Verein in Österreich nur für Romnja, also Roma-Frauen, Im Interview erzählt Zaklina Radosavljević von den aktuellen Themen des Vereins.
Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Österreich spricht, gilt es zu unterscheiden, ob diese hier geboren wurden oder nicht, so Zaklina Radosavljević. Denn Romnja mit Migrationshintergrund sind häufig von unterschiedlichen Problemen betroffen, wie etwa einem erschwerten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. Trotzdem sei der Antiziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja betroffen, erklärt Radosavljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft übersehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt.
Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschiedene Workshops zu schaffen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Strukturen, daher ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Bedürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusstsein schaffen und die Teilnehmerinnen der Workshops so zu Multiplikatorinnen machen.
Sichere Räume für Frauen Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangsheirat, Partnergewalt und Mietrecht. Read the rest of this entry »
Deutschland: Die bundesweite Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) startet in Berlin. Die Auftaktveranstaltung fand am 5. Juli im Bildungsforum gegen Antiziganismus statt. Schon am 14. Juni 2022 eröffnete der Sinti-und-Roma-Landesverband Rheinland-Pfalz die regionale Monitoringstelle für Antiziganismus in Landau. Auch in Sachsen wurde bereits bei Romano Sumnal eine regionale Meldestelle installiert.
Auf der Webseite können antiziganistische Vorfälle sicher und vertraulich gemeldet werden! MIA registriert u.a. körperliche Angriffe, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Schmierereien, Beleidigungen, Hasskommentare sowie Propagandamaterial wie Hetzschriften, Plakate oder Aufkleber.
Zu den Aufgaben und Zielen von MIA sagt der Antiziganismusbeauftragte der Bundesregierung, Mehmet Daimagüler: „Eine systematische Erfassung antiziganistischer Vorfälle fehlt bislang und das Dunkelfeld ist hier besonders groß. Mit der neuen bundesweiten Meldestelle ist eine Struktur geschaffen, die uns wichtige Erkenntnisse über die Ausprägung von Antiziganismus liefert. Damit können Bedarfe an rechtliche Begleitung, Beratung und Unterstützung aufgezeigt werden. Aber auch die Präventionsarbeit kann gezielter ansetzen etwa bei Diskriminierung durch Verwaltung und Behörden.“
Und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Im Kampf gegen diesen immer wiederkehrenden Antiziganismus, gegen Rechtsextremismus und gegen nationalistische Spaltungstendenzen, sind es gerade solche Strukturen wie die Meldestelle und Informationsstelle Antiziganismus, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unsere Demokratie und unseren Rechtstaat zu verteidigen.“
2020 nahm der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus die Forderung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma nach der Einrichtung einer solchen Struktur in seinen Maßnahmenkatalog auf. Unter Bundesminister Horst Seehofer wurde die Entscheidung zur Einrichtung von MIA getroffen und seit 2021 vom Innenministerium als unabhängiges zivilgesellschaftliches Projekt gefördert. Damit folgte die Bundesregierung einer der zentralen Empfehlungen der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, deren Abschlussbericht im Juli 2020 vorgestellt wurde. MIA wird antiziganistische Vorfälle bundesweit einheitlich erfassen, dokumentieren und auswerten.
Konferenz der European Roma Union in Murska Sobota
Adi TV-Erba andi Murska Sobota, Slovenija hi pedar i konferenca la Europitika Romani Unijonatar te phukal. Tema hi o mediji andi Europa, sar on pedar i flogoskeri grupn le Romendar phukan. Taj saj kipo on le khetanipeske le Romendar prik den. O haburi andi Ukrajine jek donde bescharipe le cile europitike Romane organisacijendar kertscha. Afka te use aja konferenca tema sina o tel dschumipe taj i diskriminacija le Romendar andar i Ukrajine. Mindenfelitike dschene andar mindenfelitike vilagi use aja konferenca ande Murska Sobota, Slovenija ale pumaro alav te asdel. I situacija le Romendar ande poar schtotscha la Europatar eklik pe irintscha ham o angle vakeraschtscha phenen hot meg but iste kerdo ol. Mediji schaj but use ledschen, kaj o diskriminacijakero kipo le Romendar savo ande o gadschengere schere meg mindig hi, pe te irinel.
Am 10. Juni fand in Murska Sobota eine internationale Roma-Konferenz statt, um die Situation der Roma in Europa zu erörtern, einschließlich der Schwierigkeiten, mit denen die Roma-Gemeinschaft in der Ukraine konfrontiert ist.
Besondere Aufmerksamkeit widmete die Veranstaltung dem Anstieg der Roma-Armut, dem Antiromaismus, den Hassreden, die auch in Slowenien wahrgenommen werden. Die Situation der Roma in Europa verschlechtert sich, da sich in einigen Ländern Hassreden und Anti-Roma-Aktivitäten ausbreiten. Aus diesem Grund wird die Konferenz eine Botschaft an die europäischen Institutionen senden, was die Roma wollen oder vorschlagen, um die Situation zu verbessern. Der Präsident der Roma-Union Sloweniens und der Europäischen Roma-Union, Jožek Horvat Muc, betonte, dass die EU über viele Erklärungen und Hebel verfügt, um gefährdeten Gruppen zu helfen, aber in der Praxis muss noch viel mehr getan werden. Read the rest of this entry »
Von der Stiftung EVZ gefördertes Projekt in der Tschechischen Republik geht gegen Antiziganismus im Netz vor
Proaktiv gegen Hassrede im Netz: Zwanzig junge Rom:nja in der Tschechischen Republik gehen das mit Unterstützung der Stiftung EVZ an. Die Gruppe aus Studierenden und Freiwilligen meldet und überwacht diskriminierende Äußerungen im Internet, entwickelt Inhalte, liefert Gegenargumente und schafft eine Beweisgrundlage für rechtliche Schritte. Die Gruppe ist Teil eines gemeinsamen Projekts des European Roma Rights Centre (ERRC), des Forums für Menschenrechte und der tschechischen NGO ROMEA. Es zielt darauf ab, Hassreden im Internet zu bekämpfen und rechtliche Klagen gegen Inhaltsanbieter einzureichen. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) unterstützt.
„Es besteht oft ein direkter Zusammenhang zwischen Hassreden im Internet und realen Hassverbrechen gegen Rom:nja“, sagte ERRC-Präsident Đorđe Jovanović. „Hasskommentare im Internet sind nicht nur ein Abbild des Antiziganismus im Netz, in vielen Fällen stiften sie sogar zu weiteren Verbrechen gegen Rom:nja an – vor allem, wenn sie von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens stammen, die den Anti-Roma-Hass für politische Zwecke nutzen. Unsere Roma-Aktivist:innen sind die Antwort darauf: Sie werden aktiv gegen diejenigen, die den Hass fördern, und gegen diejenigen, deren Aufgabe es sein sollte, ihn zu beseitigen.“