Deutschland: Förderung für Lernort RomnoKher

Oktober 1st, 2022  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Kellergewölbe im RomnoKher, Mannheikm (Foto: VDSR-BW)Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bun­des­­ta­ges hat einen Zu­schlag von 200.000 Euro für die För­de­rung für den Um­bau des Lern- und Be­geg­nungs­orts RomnoKher in Mannheim be­wil­ligt. Der Ver­band Deut­scher Sinti und Roma, Landes­ver­band Ba­den-Württem­berg (VDSR-BW) hatte dem Bun­des­tag ein um­fang­rei­ches Lern- und Raum­kon­zept vor­ge­legt.

Mitten in der Pandemie ist im Mannheimer Sitz des VDSR-BW ein bundes­weit einzig­artiges Lern­zentrum zur Ge­schichte und Gegen­wart der Sinti und Roma ent­standen – der außer­schulische Lern­ort RomnoKher. Dieser lässt die kreative Aus­einan­der­setzung mit neuen Sicht­weisen auf Geschichte und Gegen­wart von Sinti und Roma zum außer­schulischen Bildungs­erlebnis wer­den. Dabei wer­den junge Sinti und Roma so­wohl als Teilneh­mende wie auch als An­leitende maß­geblich ein­be­zogen. Die enge Ver­bindung von En­gagierten aus der Minder­heit und etab­lierten Institu­tio­nen ist ein ent­scheiden­des Merkmal dieses Lernorts.

Die innovativen pädagogischen Ansätze des VDSR-BW zum Lernen über Sinti und Roma wurden im Rahmen des Bundes­programms „Jugend er­innert“ seit 2020 ent­wickelt und in der Praxis er­probt. Um an­gesichts der großen Nachfrage von Schulen und ande­ren Bildungs­ein­richtungen nach diesen Bil­dungs­ange­boten gegen Antiziganismus dem wach­senden Raum­bedarf ge­recht zu werten, hat der VDSR-BW gemein­sam mit Profes­sor Jens Betha von der Hoch­schule für Technik in Stuttgart und seinen Stu­die­ren­den ein Konzept für eine kreative Lern­umgebung er­arbeitet. Die Um­setzung kann nun in Angriff ge­nommen werden.

Am 29. September wurden im Haushaltsausschuss des Bundes­tages die not­wen­digen Mittel entsperrt, um das 40 Millio­nen Euro schwere Förder­programm Kultur­Invest­Bau auf­zu­setzen. Im Rahmen dessen werden dem VDSR-BW 200.000 Euro für die Neugestaltung des rund 500 Quadrat­meter großen Keller­geschos­ses im Kultur­haus Romno­Kher zur Ver­fügung gestellt. Schülerin­nen und Schüler, Jugend­gruppen und Erwach­sene können dort lernen, Begeg­nungen erleben und kreativ mit­wirken. Auch eine neue Dauer­aus­stellung zur Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland wird mit inter­aktiven Ansätzen ent­stehen. Sie ermöglicht es, Sinti und Roma als Mit­ge­stalten­de der deutschen Gesell­schaft kennen­zu­lernen. Auch kulturelle Ver­anstal­tungen werden durch das mit flexiblen Raum­einteilun­gen ar­beitende Konzept mög­lich gemacht.

Der Erfolg ist entscheidend auch dem Einsatz des Landtags­ab­geord­ne­ten Stefan Fulst-Blei und der Bundestags­ab­ge­ord­ne­ten Isabel Cademartori (beide SPD) aus Mann­heim zu ver­danken, die sofort von dem Kon­zept des VDSR-BW über­zeugt waren. RomnoKher, erklärt Fulst-Blei, leiste einen wich­tigen „Beitrag für die demo­kratische, pluralis­ti­sche Stadt­gesellschaft“. Die Bewilligung unter­streiche die über­regionale Be­deutung des Kultur­hauses und Lernorts. Für die Rest­mittel des auf ins­gesamt 400.000 an­gesetzten Förder­bedarfs werden Landes- und kommu­nale Ebene sowie Stiftungen angefragt. „Wir sind für das Engagement un­serer Mann­heimer Ab­geordneten sehr dankbar und rechnen nun mit einer Unter­stützung des Landes für unser weg­weisendes Lern­zentrum“, so Daniel Strauß, der Vorsitzende des VDSR-BW.

(Text: Pressemitteilung des VDSR-BW, 30.9.2022)

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