Einrichtungen

PEN solidarisiert sich mit Romanes

Februar 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Romani

PEN-Zentrum DeutschlandDer deutsche PEN nimmt den Inter­na­tio­na­len Tag der Mutter­sprache am 21. Febru­ar zum An­lass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma auf­merk­sam zu machen und für ein fried­li­ches Mit­einan­der ver­schie­de­ner Kul­tu­ren in un­se­rem Land zu wer­ben.

„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa ge­lege­nen Land reich­halti­ge Kultu­ren – im Plural – haben. Dazu zählen meh­rere vom Aus­sterben be­drohte Sprachen, die nur von klei­nen Minder­heiten ge­spro­chen werden, aber doch die Fülle des Mensch­seins re­präsen­tie­ren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Prä­si­den­tin Regula Venske. „An­statt auf einem an­geb­lichen Grund­recht, ein Schnitzel be­nennen zu wollen, zu be­harren, sollten wir lieber an­deren menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Aus­tausch mit unseren Mit­menschen, ge­mein­sames Trauern, gemein­sames Feiern, gemein­sames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Roma­nes noch große literari­sche Schätze darauf, ge­hört und gelesen zu werden.“

Der UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen der Welt schätzt Ro­manes als be­droht ein. Von der größ­ten Minder­heit Europas leben in Deutschland – erst seit 1998 per Gesetz als natio­nale Minder­heit an­erkannt – 70 000 bis 150 000 Sinti und Roma. Read the rest of this entry »

UNESCO-Menschenrechtszentrum in Graz

Februar 12th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Unesco-Menschenrechtszentrum Graz (Bild: Unesco)In Graz entsteht ein UNESCO-Zentrum zur För­de­rung der Men­schen­rech­te in Ge­mein­den und Re­gi­o­nen

Die Errichtung des UNESCO-Men­schen­rechts­zen­trums in Graz wurde im Juli 2020 im Nationalrat be­schlos­sen. Das Euro­päische Trai­nings- und For­schungs­zentrum für Men­schen­rechte und De­mo­kra­tie (ETC-Graz) wird zu einem Ka­te­go­rie-II-Zentrum zur För­derung von Menschen­rechten auf loka­ler und regio­naler Ebene. Als Kate­go­rie-II-Zentrum steht das Men­schen­rechts­zentrum unter der Schirm­herr­schaft der UNESCO und wird Teil des globalen Netz­werks an exzellenten For­schungs­ein­richtun­gen zur Um­setzung der strate­gischen Ziele und globalen Ent­wicklungs­agenden der UNESCO. Das Grazer Zentrum wird, neben jenem in Buenos Aires, das zweite der­artige Zentrum welt­weit, das sich mit Men­schen­rechten befasst.

Dieses Menschenrechtszentrum unterstützt eine integrative und gerechte Politik­gestal­tung durch inter­dis­zipli­näre Forschung, Kapa­zitäts­aufbau und inter­natio­nale Zu­sammen­arbeit und treibt die inter­natio­nale Menschen­rechts­agenda auf lokaler und regiona­ler Ebene voran. Ein Fokus wird auf die Förderung des inter­kulturel­len Dialogs und die nach­hal­tige Ent­wicklung von Städten und Gemeinden ge­legt. Da­durch trägt das Zentrum zur Im­ple­men­tie­rung der Neuen Urbanen Agenda sowie zu den Zielen für nach­haltige Ent­wicklung (SDGs) bei.

Für die ersten Jahre wurden drei Schwerpunkte gesetzt: Recht auf Bildung für Romakinder in Südost­europa, Men­schen­rechts­trainings für Städte in Afrika und ein „Tool­kit for Inclu­sive Cities in the Arab World“, das be­reits im Rahmen des letzten „World Urban Forum“ vor­gestellt wurde. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (346)

Februar 8th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures

Die 1999 in Kalifornien ge­grün­de­te Or­ga­ni­sa­ti­on „Voice of Roma“ ist heu­te die ein­zi­ge na­tio­na­le NGO zur Ver­tre­tung von „Ro­ma­ni Ame­ri­cans“.

(Quelle/pdf)

Facts & Figures (343)

Januar 29th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion

1913 gründe­te der Sonn­tags­schul­leh­rer Ben­ja­min Nie­der­hau­ser in Neuen­burg das „Schwei­ze­ri­sche Ko­mi­tee der Zi­geu­ner­mis­sion“.

(Quelle/pdf)

Rombiz: Round Table in Oberwart

Januar 28th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romabiz: Onlinetreffen in Oberwart (Foto:BFI Burgenland)Schulterschluss in der Corona-Krise beim On­line-Tref­fen von Sozial­part­nern, Ver­ei­nen und Unter­neh­men in Oberwart: BFI Burgenland ver­anstal­te­te „Online Round Table“ im Rah­men von Rombiz

meinbezirk.at: Einen interes­san­ten Aus­tausch mit dem Grund­thema „Kleine Unter­nehmen und die Co­vid-Krise“ bot das vom BFI Burgen­land or­gani­sierte virtuelle Treffen von Ver­tre­tern der Sozial­partner­schaft, Unter­nehmern und Roma-Vereinen am 22. Jän­ner 2020. Zum „Online Round Table“ wur­de im Rah­men von Rombiz von Christoph Greiner, Leiter des BFI Ober­wart, ge­laden – das BFI ist Lead­part­ner in die­sem Interreg-Pro­jekt.

Arbeiterkammer- bis Roma-Vertreter

Mit dabei waren Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch, Regional­stellen­leiterin der WK Oberwart Verena Schermann, ÖGB-Re­gional­sekretär Edmund Artner, Unter­nehme­rin und Expertin in Grün­dungs­fragen Anja Haider-Wallner, Ge­schäfts­führer der Roma-VHS und Kultur­schaf­fender Horst Horvath, Vor­sitzender des Roma-Volks­gruppen­beirats Emmerich Gärtner-Horvath sowie für das BFI-Ge­schäfts­führer Jürgen Grandits und Bildungs­managerin Beate Venus. Die Teil­neh­men­den be­rich­teten von den Aus­wirkun­gen der Covid-Krise in ihren je­weili­gen Arbeits­feldern und disku­tierten mög­liche Lö­sungs­ansätze für alle Betrof­fenen.

Rombiz als Unterstützung

Statements aus der Sicht der Roma kamen von zwei namhaften Vereinsvertretern der Volksgruppe, die das Projekt Rombiz, das vor allem kleine Unternehmen aus dieser Zielgruppe unterstützt, von Beginn an mittragen: Von einem großen Anstieg an sozialen Problemen erzählte Emmerich Gärtner-Horvath, die in seinem Verein Roma-Service stark merkbar seien. Es sei nun mehr Unterstützung in allen Bereichen gefragt, vor allem in der angebotenen Lernbetreuung. Auch er wünscht sich Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein der Volksgruppe zu stärken und Personen, die sich als Vorbilder trauen, sich als Roma zu outen.

Horst Horvath berichtete von der Kultur- und Bildungsszene über eine Vielzahl an abgesagten Veranstaltungen. Dies sei nicht nur für alle Beteiligten problematisch, sondern im Besonderen für die Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe, wo noch viel zu tun sei und die Voraussetzung dafür sei, dass sich Roma in Zukunft selbstbewusster präsentieren könnten. Dies sei auch wichtig, um die Bereitschaft der Roma zu erhöhen, in die Selbständigkeit zu gehen und sich dann als erfolgreiche Roma-Unternehmen zu deklarieren. Read the rest of this entry »

Die Kinder wollen das schaffen

Dezember 30th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Romani, dROMa (Magazin)

FARAJNISKERO DSCHENO: O Josef Schmidt la tschavengera heftlinaha „MiniMulti“ taj la „dROMaha“Im Gespräch:

Josef Schmidt über die Bildungsarbeit von Roma-Service

In den Vereinsräumen in der Evan­ge­li­schen Kirchen­gasse in Oberwart herrscht rege Betrieb­samkeit. Hier findet von Mon­tag bis Freitag die Lern­betreuung für Roma-Kin­der statt. Seit vier Jahren schon stemmt der „Verein Roma-Ser­vice“, neben einem Bün­del ande­rer Akti­vi­täten, nun auch diese Auf­gabe. Bildungs­arbeit wird zu­nehmend zum Herz­stück des Vereins. Was das konkret be­deutet und warum das Burgenland hier die Nase vorn hat, er­zählt Josef Schmidt.

dROMa: Bildungsarbeit spielt bei „Roma-Service“ ein gro­ße Rolle. Mit wel­chen ak­tuel­len Pro­jekten seid ihr be­fasst?
J. Sch.: Was immer läuft, ist die Lernbetreuung. D.h. die Kinder werden jeden Tag von Montag bis Freitag nach der Schule abgeholt, kommen zu uns ins Vereinslokal. Und dann werden mit den beiden Lernbetreuerinnen die Aufgaben gemacht, die Vorbereitung für Schularbeiten und Tests. Dazu kommt Freizeitpädagogik, es wird gebastelt, es wird gesungen, es wird gespielt. Oder Plakate gestaltet zu Themen, die gerade anfallen. Und Feiern gibt es auch ab und zu. Wenn es die Zeit zulässt, machen wir auch ein bisschen Roman (Anm.: Burgenland-Romani), so nebenbei. Wir reden es zumindest, dass sie es hören und auch verstehen. Oder wir singen auf Roman, aus unserem Liederbuch. Jetzt mit Corona ist natürlich vieles anders.

Wie war das in den letzten Wochen?
Mit dem Lockdown waren die Schule ja wieder zu. Die Kinder haben online von der Schule ihre Aufgaben bekommen, einen Wochenplan mit Aufgaben in den verschiedenen Fächern. Und das mussten sie ausdrucken und bearbeiten. Und dafür sind sie vormittags zu uns gekommen, und dann waren sie da, so lange sie brauchen.

D. h. wenn die Schulen zu sind, bietet ihr Ersatz?
Genau, die Stunden, die sie normal in der Schule wären, sind sie dann bei uns, und wir machen mit ihnen die Aufgaben. Das wird alles hier erledigt. Normalerweise machen das die zwei Kolleginnen. Und wenn wirklich Not am Mann ist, bin ich auch da. Ich mache zusätzlich noch die „Intensivlernbetreuung“ – wenn die Kinder einmal mehr Unterstützung brauchen. Da kommen sie entweder auch her, oder manchmal, das sind eher die Älteren, schicken sie ihre Übungen auch online oder rufen uns an und sagen, ich kenne mich da nicht aus. Es haben ja fast alle einen PC daheim. Und wir erklären es ihnen oder geben ein Feedback. Und natürlich gibt es auch den Kontakt der Lernbetreuerinnen mit den Lehrkräften.

Die Verbindung mit der Schule bleibt immer aufrecht?
Ja, immer! Das ist schon gut, diese Brückenfunktion und dass wir eine Vermittlerrolle einnehmen. Weil in manchen Haushalten sind drei oder vier Kinder. Das ist dann schon anstrengend. Und man hat dann sicher nicht vier Computer daheim. Da ist es gut, wenn der Großteil zu uns kommt. Und sie kommen ja auch gern und pünktlich.

Burgenland ist ein Modell

Wie hat das begonnen?
Als der „Verein Roma“ aufgehört hat, haben wir die Lernbetreuung übernommen, da sind wir damals nach Oberwart in die Büroräumlichkeiten in der Evangelischen Kirchengasse gezogen. Das war 2017 im Jänner. Und gleich nach den Semesterferien sind schon die Kinder gekommen. So haben wir angefangen. Wir sind eingesprungen, weil es ist schon sehr wichtig, das Projekt. Damit die Kinder die Möglichkeiten haben wie alle anderen auch: dass sie auch höhere Schulen besuchen oder einen Beruf erlernen.

Read the rest of this entry »

O tschave ada te schofinel kamna

Dezember 29th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Romani, dROMa (Magazin)

FARAJNISKERO DSCHENO: O Josef Schmidt la tschavengera heftlinaha „MiniMulti“ taj la „dROMaha“Ando vakeripe:

Josef Schmidt pedar i si­ka­di­pes­ke­ri buti le fa­raj­nistar Ro­ma-Ser­vice

Ando farajniskere khera andi masuni khan­gera­keri gaslina Erbate but kerdo ol. Adaj hetvi­natar dschi para­schtu­jate, o sikaji­pes­kero pomo­schago le Romen­ge­re-tscha­venge del. Sajt schtar berscha imar o „farajn Roma-Ser­vice“, pa­sche o avre akti­vi­tetscha, akan te aja buti kerel. I sika­dipes­keri buti mindig bute­der uso vodschis­kero falato le faraj­nistar ol. So ada butschol taj soske o Burgenland adaj angle hi, phu­kal o Josef Schmidt.

dROMa: Sikadipeskeri buti uso „Roma-Service“ jek bari­ka­no than and lel. Saj ak­tu­jeli pro­jekti del?
So mindig naschel, hi o sikajipeskero pomoschago. Ada butschol, o tscha­ve sako di, hevti­natar dschi pa­raschtu­jate pal i ischkola tel hulim on, use amenda ando faraj­niskero kher an. Taj akor le duj sika­ji­pes­kere meschterkijenca o butja kerde on taj te le tel­schu­ni­pes­kere but­jenge siklim ol. Use al i naphand­li­pes­keri peda­gogik, kaj mindenfelitike koji kerde on, kaj dschi­lado ol, kaj kheldo ol. Vaj pla­katscha use temtscha kerde on, save pe­kamle hi. Taj te mula­tin­tschage del, te le aun pele. Taj te le i cajt use mukla, te eknaj Roman keras, pasche o avre butja. Amen vakeras, kaj on le te schunen taj kaj le te hajon. Vaj amen andi Romani tschib dschi­lavas, andar amari dschi­lakeri kenva. Akan la Coro­na-pan­de­mijaha, sa eknaj avrijal hi.

dROMa: Sar ada ando lejcti ku­re sina?
Le lockdowniha o ischkoli papal use tschapim sina. O tschave online la isch­ko­latar pumare butja usch­tidine, jek kur­kos­kero plan le butjenca ando min­den­fe­litike falati. Taj oda iste on ar dumin­de taj iste le kise­tinde. Taj vascho­da angloplane use amen­de ale, taj akor adaj le sina, dschimeg sa kise­tinde.

dROMa: Ada butschol te o ischkoli use ule, akor use tu­men­de schaj an?
He, o ori, save on ando ischkoli iste ovnahi, akor use amen­de hi le, taj amen lenca len­gere butja keras. Ada sa adaj kerdo ol. Ada mindig mre duj ko­legkiji ke­ren. Ham te tscha­tschi­kan pomo­schago pe­kamlo hi, akor te me le tscha­venca buti kerav. Me pasche mri buti te o „inten­sivi sikaji­pes­kero pomo­schago“ kerav – hat te le tscha­venge jefkar bute­der jek pomo­schago pe­kamlo hi. Read the rest of this entry »

Zu Hause bleiben, wo man nicht zu Hause ist

Dezember 10th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Coronazeiten im Grazer ViniNest (Foto: Markus Lösel)Die Pandemie stellt das Grazer VinziNest vor be­son­de­re Heraus­for­de­run­gen. Ne­ben dem Ein­hal­ten stren­ger Hygie­ne-Maß­nah­men muss mit dem stei­gen­den emo­tio­na­len Druck der Be­wo­hner um­ge­gan­gen wer­den.

Markus Lösel/www.annenpost.at:
Stephan Steinwidder ist Mit­begrün­der des Kälte­telefons in Graz, einer Initia­tive, durch die An­ru­fer/in­nen bei Be­obach­tung von frieren­den Obdachlosen Le­ben ret­ten kön­nen. Seit über einem Jahr lei­tet er auch das VinziNest in der Kern­stock­gasse 14 und ist somit Nach­folger des legen­dä­ren August „Gustl“ Eisner. Dieser hatte die Not­schlaf­stelle im Jahr 1992 ge­mein­sam mit Pfar­rer Wolfgang Pucher von der Vinzenz­gemein­schaft ge­grün­det. In der Notschlafstelle küm­mern sich sein Team und er um männ­li­che Migranten, die von Armut be­trof­fen sind und kei­nen Platz zum Schlafen ha­ben. „In unse­re Ein­richtung kom­men Män­ner aus rund 26 Nationen. Die meis­ten von ihnen sind Roma aus der Slowakei oder Rumänien. Unser jüngs­ter Be­woh­ner ist 18 Jahre alt, unser ältes­ter 85“, sagt Stein­widder. Anders als sonst hat die Ein­richtung aktuell für ihre Klienten rund um die Uhr ge­öffnet. Denn Men­schen ohne fixe Bleibe haben es in Zeiten mit Aus­gangs­be­schrän­kungen natür­lich be­sonders schwer.

Corona-Konzept funktioniert
„Bitte Abstand halten und Hände desinfizieren“, steht auf eini­gen Schildern im Ein­gangs­bereich des VinziNests ge­schrieben. Neben der deutschen Version ist dieser Hinweis auch in unzähligen ande­ren Sprachen zu lesen. Read the rest of this entry »

Recherche-Stipendium in Deutschland

November 26th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Ran an die Tasten: Recherche-Stipendien für Roma-Themen (Foto: D. Friesenecker/Pixabay)Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt sechs Re­cher­che-Sti­pen­dien zum Thema „Sin­ti_zze und Rom_nja in Deutschland“ aus. Das Ins­titut will damit anregen, das Thema aus men­schen­recht­licher Perspek­tive zu be­arbei­ten.

Die Be­werbung von Sin­ti/Sin­tizze und Ro­ma/Romnja wird be­son­ders be­grüßt. Die Bewer­bungs­frist läuft bis zum 21. De­z. 2020.

Wir geben im Folgenden die Aus­schrei­bung in Aus­zü­gen wieder:

Ziel des Recherche-Stipendiums ist es, rassismus­kritisches Schreiben im Jour­nalis­mus zu fördern und eine be­sondere Sensibilität ge­gen­über Sin­ti_zze- und Rom_nja-be­zo­ge­nen Themen zu schaf­fen, da diese bis­lang häufig fehler­haft oder dis­krimi­nie­rend dar­ge­stellt wer­den. Das Stipendium er­mög­licht den Jour­nalist_innen eine fun­dierte und men­schen­rechtlich quali­fizierte Bericht­erstattung.

Das Recherche-Stipendium des Deutschen Instituts für Menschenrechte richtet sich an alle (Nach­wuchs-)Jour­na­list_in­nen, die zum Thema Sint_iz­ze und Rom_nja in Deutschland ar­beiten möch­ten. Das Pro­jekt wird durch die Stiftung EVZ gefördert und ist Teil einer um­fassenden Ko­ope­ration mit RomaniPhen. Prämiert werden heraus­ragende Re­cher­che­konzepte für jour­nalis­tische Bei­träge. Ein Betrag in der Höhe von 1.500 Euro soll es den Sti­pen­diat_innen er­mög­lichen, frei von Akquise- und Geld­druck zu recher­chieren. Der Betrag wird nach Fertig­stellung des Beitrags aus­gezahlt. Die Ver­öffent­li­chung kann gedruckt, online (gerne auch als Video­format) oder im Hörfunk er­folgen.

Insgesamt werden sechs Stipendien vergeben, über deren Ver­gabe eine un­ab­hängi­ge Medien-Jury ent­scheidet. Die Jury be­steht aus: Read the rest of this entry »

4. Roma-Filmfestival Ake Dikhea?

November 8th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT von Ida Persson Lännerberg (© Chinema Film Sweden AB)Das Berliner Roma-Filmfestival geht – online – in die vier­te Runde: Das Fes­ti­val zeigt 17 Filme, darun­ter Kurz­filme, Doku­men­tar- und Spiel­filme.

Vom 19. bis zum 23. November 2020 laufen in der vier­ten Festi­val-Edi­tion 17 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? findet dabei das ers­te Mal online statt. Wie wich­tig die An­passung an die aktuel­len Bedin­gungen ist, be­tont auch der Schirm­herr des Festivals, Dr. Klaus Lederer, Bürger­meis­ter von Berlin und Se­nator für Kultur und Europa:

Gerade in Krisen­zeiten braucht unsere Gesell­schaft Zusammenhalt, das Aufeinanderzugehen, Sich-ge­gen­seitig-Zu­hören. Und es ist es­sen­tiell, dass gerade Er­fah­run­gen von Roma, LGBTIQ-Men­schen und an­deren oft an­gefein­de­ten Men­schen sicht­bar wer­den. Das AKE DIKHEA?-Film­fes­tival bietet dazu seit vier Jah­ren eine groß­artige Platt­form.

Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA?

Intersektionalität, Feminismus und Rechte von LGBTIQ+

Der thematische Fokus der diesjährigen Festivalausgabe liegt auf Inter­sek­tiona­lität. Men­schen werden oft nicht nur wegen einer, sondern meh­rerer Identitäts­merk­male be­nachteiligt und damit auch mehr­fach diskri­miniert. Dem­ent­spre­chend ist es ein Anliegen von AKE DIKHEA?, Solida­rität zu zeigen und zu üben – quer durch margi­nali­sierte Gruppen.

Eröffnet wird das Festival mit dem Kurzfilm TRAVELLER PRIDE von Lisa Smith und der inter­natio­na­len Premiere des Dokumentar­films LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT (Do, 19.11., 18.00 Uhr). Regisseu­rin Ida Persson Lännerberg be­gleitet darin den Sänger und Schauspieler Lindy Larsson bei der Suche nach seiner eigenen Identität als einem in Südschweden auf­gewach­se­nen Roma-Traveller. Dabei wird auch auf seine Arbeit als queerer Per­formance­künstler ein­gegan­gen sowie die damit ver­bun­dene Aus­einander­setzung mit dem Zu­sam­men­hang von Authen­ti­zität, Wahrheit und Zeugen­schaft. Read the rest of this entry »

IHRA-Arbeitsdefinition zu Antiziganismus

Oktober 14th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

IHRAUnter dem Vorsitz Deutschlands verabschiede­te die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­in­ne­rung (IHRA) am 8. Ok­to­ber 2020 eine Arbeits­defi­ni­tion für Anti­ziga­nis­mus als spezi­fi­sche Form des Rassis­mus, die sich seit Jahr­hun­der­ten gegen Sinti und Roma rich­tet. Die Arbeits­defi­nition be­nennt zahl­reiche konkre­te Beispiele, wie Anti­ziganismus in der Gesell­schaft auf­tritt und wie dieser iden­ti­fi­ziert werden kann. Die voll­stän­dige Ar­beits­definition ist auf Deutsch und Englisch on­line ver­fügbar und wird ak­tuell in weite­re Sprachen übersetzt.

→IHRA Arbeitsdefinition Antiziganismus (deutsche Version, PDF)
→IHRA Working Definition on Antigypsyism (English version, PDF)

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, hebt die Be­deutung dieser Arbeits­defi­ni­tion hervor: „Die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­inne­rung er­zielt einen wich­tigen Meilen­stein für die Ächtung von Anti­ziganis­mus in Europa. Jetzt sind die natio­nalen Regierungen auf­ge­fordert, diese Arbeits­defini­tion des Anti­ziganismus of­fi­ziell an­zu­erken­nen. Die Arbeits­definition soll öffent­liche Institu­tionen, ins­be­son­de­re die Justiz, Polizei und das Bildungs­wesen, wie auch die Medien sen­sibili­sieren und zur Iden­tifi­ka­tion von Hassrede und Hass­verbrechen die­nen.“

Read the rest of this entry »

In Prag entsteht neues Roma-Zentrum

Oktober 13th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Entwurfsansicht des geplanten Roma-Zentrums in Prag (Bild: rommuz.cz)In Prag entsteht ein Zentrum für Ro­ma und Sin­ti. Es soll als Mu­se­um, aber auch als Kultur- und Be­geg­nungs­stät­te die­nen.

Das neue Zentrum soll seinen Besuchern die Roma-Ge­schichte er­zählen. Gleich­zeitig will es aber auch die gegen­wär­tige Stel­lung der Minder­heit und ihr Zu­sam­men­leben mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft the­ma­tisie­ren. Es ist eine Zweig­stelle des Museums für Roma-Kultur, das sei­nen Sitz in Brno/Brünn hat. Jana Horváthová lei­tet das Haus: „Die Er­rich­tung des Zentrums geht auf den Wunsch der Holo­caust-Über­le­ben­den und ihrer Nach­kommen zu­rück. Sie hät­ten gern, dass eine Begeg­nungs- und Bil­dungs­stätte in Prag ent­steht. Also an einem Ort, an dem die Ein­heimi­schen zu­sam­men­treffen und auch viele Touristen aus dem In- und Ausland an­kommen.“

Die Idee stammt von Čeněk Růžička. Er ist der Vorsitzende des Aus­schus­ses für die Ent­schädi­gung der Opfer des Roma-Holo­causts: „Wir brau­chen solche Institu­tio­nen, die un­se­re schö­ne Tradition und die Ro­ma-Kul­tur prä­sen­tie­ren. Sie hat uns Jahr­hun­derte lang ge­holfen, in den Gesell­schaf­ten zu leben, die uns nicht positiv ge­neigt waren.“

Es wird sich um das erste Roma-Zentrum dieser Art in der Haupt­stadt han­deln. In einer Villa im Prager Stadtteil Dejvice ent­ste­hen ein Saal für 50 Besucher, ein Café und eine Galerie. Es solle eine Platt­form für die zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Musik, Literatur, Theater und Film­vorstel­lun­gen sein und Pro­gram­me für Schulen an­bieten, sagt die Leiterin des Zentrums, Olga Vlčková.

Die Baukosten belaufen sich auf 45 Millionen Kronen (1,7 Mil­lio­nen Euro). Das Pro­jekt wird aus den nor­wegi­schen Fonds gefördert. Read the rest of this entry »

Rat der Evangelischen Kirche trifft Zentralrat

September 10th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Treffen in HeidelbergRat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Gespräch mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg

Am 1. September 2020 trafen Mitglieder des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma erstmalig in Heidelberg zu offiziellen Gesprächen zusammen. Beide Seiten betonten die Bedeutung des Treffens auf dem Weg zu Vertrauen und Dialog und für das gemeinsame Engagement für Demokratie und Menschenrechte, sowie um Antiziganismus und jeglicher Form von Rassismus und Menschenverachtung entgegenzutreten.

Der vom Rat der EKD entsandten 10-köpfigen Delegation gehörten Präses Dr. Irmgard Schwaetzer, Ratsvorsitzender und Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Prälat Dr. Martin Dutzmann an. Von Seiten des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma nahmen der Vorsitzende Romani Rose, der stellvertretende Vorsitzende Jacques Delfeld und die Vorstandsmitglieder Oswald Marschall und Diana Bastian teil.

Romani Rose hob die Dimension des Treffens für das gemeinsame Engagement der EKD und des Zentralrats hervor: „Es ist für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma von großer Bedeutung, dass die Evangelische Kirche in Deutschland den seit Jahrhunderten tief in unserer Gesellschaft verankerten Antiziganismus thematisiert und bekämpft und das Bewusstsein in Kirche und Gesellschaft über den Holocaust an 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzen Europa stärkt. Angesichts von zunehmendem Rassismus und Nationalismus, in Deutschland und weltweit, setzen sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Evangelische Kirche in Deutschland gemeinsam für unseren demokratischen Rechtstaat und gegen Antiziganismus, Antisemitismus und alle Formen von Rassismus ein.“

Heinrich Bedford-Strohm betonte, wie wichtig es sei, dass der gemeinsame Einsatz von Kirche und Minderheit gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit sichtbar und wahrnehmbar in der Gesellschaft werde: Read the rest of this entry »

Causa Tulln: Wir zeigen an!

August 20th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

Ausschnitt aus dem Facebook-Video aus Tulln (Filmstill via SOS Mitmensch) „Es kommt zu einem Angriff mit einem Feuerwerks­kör­per ge­gen­­über den Camping­­platz-Be­­woh­­nern …“

Lebenseichen! (GfbV): Alles begann am 25. Juli 2020, als NGOs nach Tulln fuhren, um dort ein Roma-Fest zu be­suchen. Auf­merk­sam wurde der Verein Newo Ziro darauf, dass ein hetzeri­sches Video sich auf Facebook ra­sant ver­brei­tete. Die Telefone des Vereins lie­fen heiß. Natalie Weinrich, Ge­schäfts­füh­rerin vom Verein Newo Ziro, war plötz­lich mit großen Ängsten der Community kon­fron­tiert. Nicht nur die Roma/Sinti in Tulln, son­dern auch die gesamte Com­mu­nity waren beson­ders geschockt, als auch FPÖ-Politiker be­gan­nen, das Video zu kom­men­tieren und zu teilen. Des­wegen setzt die Commu­nity nun ein „Zeichen gegen rechts“ mit einer wei­teren An­zeige. Lebenszeichen!, Newo Ziro, Hango Roma und Roma-Service schlie­ßen sich der Anzeige von SOS Mit­mensch an (wir be­rich­te­ten).

Roma/Sinti in Österreich: Beim Beten bedroht

An der Einfahrt zur großen Wiese fällt ein Schild ins Auge: „Jesus rettet“ steht dort. Da­hin­ter rei­hen sich 150 ge­räumige Wohnwagen um ein Festzelt. An der Süd­um­fah­rung Tulln am Stadtrand sind rund 600 Sinti und Roma zu einer christli­chen Zeltmission zusammengekommen. Diese offene Ver­anstaltung, zu der jeder kom­men kann, ist für Roma und Sinti auch eine Chance, sich als wich­tigen Teil der Gesell­schaft zu prä­sentieren.

Read the rest of this entry »

Hassvideo: Roma schließen sich Anzeige an

August 14th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

"Unfassbar": Stefan Hermann, stv. Klubobmann der FPÖ im steiermärkischen Landtag, verbreitet das rassistische Video in den sozialen Medien (Screenshot: SOS Mitmensch)Roma-Vertreter/innen schlie­ßen sich Ver­het­zungs­anzeige ge­gen FPÖ Steier­mark an. An­ti-Ro­ma-Hass­video sorgt bei Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen für Ent­setzen

Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen Lebenszeichen, Hango Roma, Newo Ziro und Roma-Service schließen sich der Anzeige von SOS Mitmensch gegen den stell­ver­tre­ten­den Klub­obmann der FPÖ Steiermark auf­grund des Verdachts der Verhetzung an. An­lass ist ein Ende Juli von Stefan Hermann und der FPÖ Steiermark auf Facebook ver­brei­te­tes Hass­video mit wüsten Be­schimp­fun­gen ge­gen Roma und Sinti (wir be­rich­te­ten).

„Wir sind zutiefst entsetzt darüber, dass österreichische Po­liti­ker Hassvideos gegen Roma und Sinti ver­brei­ten. Dieses Schüren von Hass hat große Wellen ge­schlagen und bei vielen Roma und Sinti in Öster­reich gro­ße Sorgen hervor­ge­ru­fen“, so die Ver­treter/in­nen nam­hafter Roma-Or­gani­sa­tio­nen in Österreich.

Wir wollen, dass die Staatsanwaltschaft Graz die Verhetzungsanzeige sorg­fäl­tig prüft und wir hoffen, dass dem An­sta­cheln von Hass Einhalt ge­bo­ten wird. Read the rest of this entry »

„Romnja FrauenRaum“ in Wien

August 7th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte

Der Romnja FrauenRaum in Wien bietet die Möglichkeit, sich zu vernetzen und Beratungsangebote kennenzulernen. (Foto: VHS/August Lechner)Neu im VHS-Projekt DROM: Ab 12.8.2020 bietet der „Rom­nja Frau­enRaum“ einen un­ge­zwun­ge­nen Frei­raum, um sich aus­zu­tau­schen und Be­ra­tungs­an­ge­bo­te ken­nen­zu­ler­nen.

„Die Wiener Volkshochschulen treten seit jeher für Chancen­gleich­heit und leist­bare Bildung für alle Men­schen, egal woher sie kom­men, ein. Das Pro­jekt „DROM – Em­power­ment für Roma“ leis­tet einen wich­tigen Bei­trag, An­ge­höri­gen der Roma-Com­mu­nity in Wien den Zugang zu Bildungs­ange­boten und in wei­terer Folge zum Arbeitsmarkt zu er­leich­tern“, meint Herbert Schweiger, Ge­schäfts­führer der Wiener Volks­hoch­schu­len. Ab 12. Au­gust gibt es nun ein neues An­gebot spe­ziell für Frauen: Der „Romnja Frau­enRaum“ bie­tet die Mög­lich­keit, sich jeden Mitt­woch von 10 bis 12 Uhr (20., Brigittapl. 1) bei Kaf­fee und Kuchen über ak­tuel­le Themen aus­zu­tauschen. Bil­dungs­bera­ter/in­nen sind vor Ort, um bei ver­schie­dens­ten An­liegen wei­ter­zu­helfen, Fra­gen zu be­antwor­ten und das pas­sende Bildungs­angebot zu finden. Bera­ten wird in den Sprachen: Deutsch, Romanes, Bulgarisch und Bos­nisch/Kro­a­tisch/Ser­bisch (BKS).

Ein FrauenRaum

„Frauenfreiräume sind wichtig, um frauenspezifische Themen und Lebens­um­stände in einem ge­schütz­ten Rahmen be­sprechen zu können. Das ist ein wich­tiges Element von Empower­ment und Selbst­bestim­mung. Ich freue mich, dass wir mit dem ,Romnja FrauenRaum‘ ein nie­der­schwel­liges An­gebot schaf­fen konn­ten, das Hemm­schwellen ab­baut und zur Ver­netzung der Frauen unter­einan­der bei­tragen kann“, so Michaela Schipper-Schauer, Pro­jekt­leiterin von DROM.

Read the rest of this entry »

Positive Bilder schaffen: RomAnity.de

August 5th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV

Radoslav GanevNeues Projekt RomAnity.de in München: Sinti und Roma in ih­rem All­tag ken­nen­lernen

Radio LORA München, 29.7.2020
→Anhören, 58:02 min (mp3)

In dem Interview stellt Radoslav Ganev, stell­ver­tre­ten­der Leiter einer Sozial­sta­tion in München und Ini­tia­tor des Pro­jek­tes, die Ziele von RomAnity.de vor, u.a.: Vor­urteile abbauen; Kunst- und Kultur­schaf­fende so­wie andere groß­artige Per­sön­lich­keiten vor­stellen; Ein­blicke in die Lebens- und Gedan­ken­welt von Sinti und Roma ge­währen; po­siti­ve Bilder schaffen.

Er erzählt, wie er als 8-jähriger Bulgare ohne jede Sprach­kennt­nisse in einer deutschen Klasse saß. Wie aus ihm, einem Haupt­schüler, dem die Lehrer von der Real­schule ab­geraten haben, ein studier­ter Politologe ge­worden ist. Von per­sönli­chen Dis­krimi­nie­rungs­erfah­run­gen und wie er­schrocken er war, als er in einem Kinderbuch, das er seinem Kind vor­lesen wollte, die ver­zerrte ne­gative Dar­stel­lung von ‚Zigeunern‘ als Gauner und Be­trüger vor­fand.

Im Interview wird DROM, eine Beratungs­ein­rich­tung der Berufs­bezo­ge­nen Jugend­hilfe in München er­wähnt. Read the rest of this entry »

Neues Minderheitennetzwerk in Deutschland

Juli 7th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Politik

Der Gründungsvorstand des Kompetenznetzwerks Schleswig-Holstein: Prof. Dr. Vello Pettai (ECMI), Anna Weiß (Verband deutscher Sinti und Roma), Dr. Christian Pletzing (Europäische Akademie Sankelmark) , Uwe Jessen (BDN), Frank Nickelsen (Friesenrat) , Eva Adel Penzes (FUEN), J. A. Christiansen (SSF), Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen. (Foto: Staatskanzlei)Wichtiges Signal für die Minderheitenpolitik: Im „Minderheiten-Kompetenz-Netz­werk Schles­wig-Hol­stein/Süd­dä­ne­mark“ ar­bei­ten Min­der­hei­ten und Volks­grup­pen ab so­fort noch en­ger zu­sam­men.

Ziel des neuen Netzwerks ist es, das Verständ­nis für natio­nale Min­der­heiten und Volks­grup­pen sowie ihre Sprache und Kultur zu för­dern. Eben­falls im Vorder­grund stehen der In­forma­tions- und Er­fahrungs­aus­tausch zwi­schen den Minder­heiten und Volks­gruppen.

Raum für Austausch und Begegnung

„Wir wollen mit diesem Schulterschluss der Min­der­heiten­ver­bände unsere min­der­heiten­politi­sche Kompe­tenz noch stärker als Best-Prac­tice-Bei­spiel in Euro­pa ein­bringen – durch Pro­jekte, Seminare und Maß­nah­men der Begeg­nung und des Aus­tau­sches“, sagte der Min­der­heiten­be­auf­tragte des Landes, Johannes Callsen. Das Netz­werk schaffe einen Rah­men für Begeg­nung und Austausch zwi­schen den Minder­heiten unter­einan­der und auch mit der Mehr­heits­bevöl­ke­rung. Dies sei ins­beson­dere im Jubiläums­jahr zu den fried­li­chen Grenz­zie­hun­gen von 1920 zwi­schen Deutschland und Dänemark ein wich­ti­ges Signal.

Vorbild für andere Regionen

Gründungsmitglieder des Netzwerkes sind der Bund Deutscher Nord­schleswi­ger (BDN), der Friesen­rat e.V. Sek­tion Nord, Sydslesvigsk Forening e.V. (SSF), der Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. Landes­ver­band Schles­wig-Hol­stein, die Euro­päi­sche Akade­mie Schles­wig-Hol­stein, das Euro­päi­sche Zentrum für Min­der­heiten­fragen (ECMI) und die Fö­de­ralis­ti­sche Union Euro­päi­scher Natio­na­li­täten (FUEN).

Read the rest of this entry »

RomArchive gewinnt Grimme-Preis

Juni 29th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek

Preisverleihung der Grimme Online Awards 2020 in Deutschland RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, hat den re­nom­mier­ten „Grim­me On­line Award“ in der Ka­te­go­rie „Wis­sen und Bil­dung“ ge­won­nen. Die Preis­ver­lei­hung fand auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie di­gi­tal statt …

Romani Rose, der Vorsitzende des Dokumentations- und Kultur­zentrums Deut­scher Sinti und Roma, dankt der Jury des „Grimme Online Award“ für die Ver­lei­hung dieses renom­mier­ten Prei­ses. „Der Preis trägt dazu bei, die über 600-jäh­rigen kultu­rellen und künst­le­rischen Leis­tungen der Sinti und Roma in den Be­reichen der bildenden und dar­stel­len­den Kunst, Musik sowie Literatur in ihren Heimat­ländern und ihren gro­ßen Ein­fluss auf die euro­päi­sche Kultur­geschichte sicht­bar zu ma­chen“, so Rose.

Mit dem „Grimme Online Award“ in der Kategorie „Wissen und Bildung“ wer­den Ver­mitt­lungs­an­ge­bote aus­ge­zeich­net, die für die All­gemein­heit rele­vante Inhalte zur Ver­fügung stellen und der gesell­schaft­li­chen Bildung, Beratung und Auf­klärung die­nen. Das RomAr­chive ist seit Januar 2019 online und steht seit einem Jahr unter der Träger­schaft des Do­ku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit dem Online­archiv wur­de eine im Internet welt­weit zu­gäng­liche, ver­lässliche Wissens­quelle ge­schaffen, die Stereo­typen und Vor­urteilen mit Fakten be­gegnet. Die auf stän­digen Zuwachs an­gelegte Samm­lung des Archivs spiegelt die enor­me Bandbreite und Diver­sität von kulturel­len Identitäten und na­tiona­len Er­rungen­schaften wider. Der Reichtum einer jahr­hun­derte­alten und bis in die Gegen­wart überaus leben­digen und viel­seitigen künst­leri­schen und kulturellen Pro­duktion wird hier erst­mals in diesem Um­fang öf­fent­lich sichtbar.

Read the rest of this entry »

Prag: Roma-Festival Khamoro verschoben

Mai 31st, 2020  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Tschechien: Festival Khamoro muss sein Programm wegen Coronakrise verschiebenInternationales Roma-Kulturfestival Khamoro in Prag wird auf den Herbst ver­legt. Eine Aus­stel­lung er­öff­net al­ler­dings be­reits jetzt.

Das Festival Khamoro, das eigentlich an die­sem Sonn­tag be­gin­nen sollte, ist we­gen der Corona-Krise vor­läufig auf un­bestimm­te Zeit verschoben wor­den. Die Ver­anstalter des Programms der Roma-Kultur wären indes froh, wenn sie es im Herbst aus­richten könn­ten. Gegen­wärtig werden sie unter anderem davon ab­gehalten, weil viele Teil­nehmer aus dem Ausland wegen der vieler­orts ge­schlos­senen Grenzen nicht einreisen kön­nen. Den­noch wird das Festival am Mon­tag zu­mindest eröffnet, und zwar mit einer Aus­stel­lung in der Prager Galerie Artivist­Lab.

Das Festival werde in diesem Jahr aber nicht wie gewohnt in­ner­halb einer Woche statt­finden, sondern es wird auf­geteilt in meh­re­re Aktionen von Juni bis De­zem­ber 2020, schreiben die Ver­anstalter auf ihrer Webseite. Read the rest of this entry »