März 28th, 2017 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung
Dokumentarfilm von Maximilian Feldmann & Luise Schröder (D 2016, S/W, 51 min.)
Eine Armensiedlung im Roma-Viertel. Die 10-jährige Valentina lädt uns zu ihrer Familie ein. Skurrile Anekdoten, Tagträume und dokumentarische Beobachtungen. Ein Film, so lebensprall wie seine streunende Heldin.
„Soll ich euch eine Geschichte erzählen?“, fragt Valentina – Armeehose, Trainingsjacke, wilde Haare mit einer winzigen Spange. Sie vertraut uns an, warum sie nicht als Junge geboren wurde, so wie es hätte sein müssen. Überhaupt kennt Valentina jedes Detail ihrer Familiengeschichte: Wie ihr Vater mit Saft und einer Schachtel Zigaretten das Herz ihrer Mutter erobert hat, warum ihre Schwester von den Schwiegereltern mit einer Pistole bedroht wurde und wo ihre Geschwister hingebracht wurden, nachdem man sie beim Betteln erwischt hat. Valentina lebt mit ihrer 12-köpfigen Familie in einer baufälligen Einzimmerhütte im Roma-Viertel Shutka, in Skopje, Mazedonien. Alltagsbeobachtungen mischen sich mit persönlicher Erzählung, Träume mit wahren Begebenheiten. Am Ende wird klar, dass alles Geschichtenerzählen nur eine Übung für Valentinas großen Traum ist.
Regiekommentar:
„Armut ist ein großer Glanz aus Innen“. Diese Zeile aus einem Rilke-Gedicht beschäftigte mich seit Jahren. Wir – Regie, Kamera, Ton – suchten nach einem Beleg dafür im Roma-Viertel Shutka. Wellblechhütten zwischen Mehrstockhäusern, Pferdekutschen neben Mercedes-Limousinen, Muezzin-Gesänge und Balkanpop und an jeder Ecke irgendjemand, der Deutsch spricht. Aber wir finden keine Protagonisten, fünf Wochen lang. „Wem nützt denn euer Film?“, fragen die Bewohner und verlangen hohe Gagen. – Wir haben zu wenig Geld, um hier drehen zu können.
Dann erbettelt ein kleines Mädchen Hamburger von uns. Ihr Vater war Schauspieler in einem Emir-Kusturica-Film. Wir schließen einen Vertrag, mit Aufwandsentschädigung und Catering für die Familie und beginnen unser gemeinsames Filmprojekt: ein Familienporträt. Read the rest of this entry »
März 19th, 2017 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Dokumentarfilm von Robert Kirchhoff
SK, CZ 2016, 92 Min. (Website)
Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der ausschließlich Werke von Roma ausgestellt werden. Ist Clinton nicht auch ein Rom? Da ist sich die Galeristin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Rom, auch Yul Brynner. Sie wagten es nur nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Diese rührende Szene kultureller Selbstvergewisserung ist Teil einer Erzählung über den Holocaust an den Roma, der weitgehend aus dem europäischen Gedächtnis getilgt ist und dessen Spuren der Regisseur akribisch nachgeht. Ein Film gegen das Vergessen.
Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fänge der Mordmaschine der Nazis gerieten. Rita war keine drei Wochen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grauenhafte Experimente an ihr vornahmen. Ihre Zwillingsschwester starb, sie überlebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jähriger, extrem wacher Rom, erinnert daran, dass es die französische Gendarmerie war, die sie damals zusammentrieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die gleiche Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss in seinen Wohnwagen ein und verhaftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe kamen (mehr hier). Was hat sich also geändert? Read the rest of this entry »
März 15th, 2017 |
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Film & Theater
„The Gipsy Marionettist“ Rasid Nicolic lebt als Straßenkünstler in Turin. Seine Herkunft als bosnisch-serbischer Rom, der mit seiner Familie vor dem Bosnienkrieg flüchten musste, war Gegenstand einer preisgekrönten italienischen TV-Reisereportage. Demnächst ist Rasid als einer der Protagonisten eines über Crowdfunding finanzierten Roma-Dokumentarfilms („Opre Roma!“ von Paolo Bonfanti) zu sehen.
(dROMa)
Link: www.thegipsymarionettist.com
März 13th, 2017 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
WDR – Hier und Heute (2015): ein Beitrag von Bettina Braun; Redaktion: Maik Bialk, Dorothee Pilz
>>Beitrag ansehen (29 Min.)
Drogen, Armut und Prostitution sind in der Dortmunder Nordstadt an der Tagesordnung. Ein schwieriges Milieu für Kinder, die eigentlich nur Kind sein wollen. Wir stellen in unserer Reihe „Nordstadtkinder“ heute Stefan vor. Stefan ist zehn Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und vier Geschwistern in einer Einzimmer-Wohnung in der Dortmunder Nordstadt. Sie sind Roma aus Rumänien. Stefan muss sich täglich großen Herausforderungen stellen: Die Enge der Wohnung, der ständige Geldmangel, das Gefühl, als ältester Sohn den Vater ersetzen zu müssen, der seit drei Jahren im Gefängnis sitzt.
Nominiert für den Grimmepreis 2016, Kategorie Information & Kultur. Ausgezeichnet mit dem Medienpreis der Kindernothilfe 2016.
(Text: WDR)
Siehe auch:
Grimmepreis für „Nordstadtkinder: Lutwi“
März 11th, 2017 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Grimmepreis 2017 für den Beitrag von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier (Redaktion: Emanuela Penev) aus der WDR-Reihe „Hier und Heute“
>>Beitrag ansehen (29 Min.)
„Ich bin immer auf der Straße. Egal, auch wenn es regnet oder schneit.“ Für Lutwi ist es das Größte, wenn er mit seinen Freunden zusammen ist. Straßenfußball, Wasserschlachten oder Hütten bauen: Seit vier Jahren nun ist die Dortmunder Nordstadt Lutwis Zuhause. Aber wie lange noch? Der Zwölfjährige kommt bald auf die Gesamtschule – und er will auch Abitur machen. Seine Eltern, Roma aus dem Kosovo, sind richtig stolz auf ihn. Lutwi ist ein aufgeweckter Junge, den das Leben aber mit großer Wucht trifft: Ihm und seiner Familie droht die Abschiebung zurück in den Kosovo. Lutwi ist es, der beim Rechtsanwalt übersetzen muss, er erklärt seinen Eltern, was in den Briefen der Ausländerbehörde steht. Viel Verantwortung für einen Zwölfjährigen. Der Film erzählt konsequent aus Lutwis Perspektive. Was jedem Erwachsenen den Boden unter den Füßen wegziehen würde, versucht Lutwi auf seine Art und Weise zu meistern. Es ist die Geschichte eines Jungen, der hin- und hergerissen ist zwischen überbordendem Spiel und erdrückender Unsicherheit.
Gewinner des Grimme-Preises 2017 in der Kategorie Kinder & Jugend. Die Verleihung des Preises findet am 31. März 2017 in Essen statt und wird von 3sat ab 19:00 Uhr im Livestream übertragen sowie zeitversetzt ab 22:35 Uhr auf 3sat ausgestrahlt.
(Text: WDR)
Februar 26th, 2017 |
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Einrichtungen, Film & Theater, Jugend & Bildung
Berlin: Neues Theaterprojekt von Amaro Drom e.V. sucht Roma-Jugendliche. Anmeldung noch bis 1. März 2017!
Hiermit laden wir die Berliner Roma/Romnja-Communities ein, an diesem speziellen Theaterprojekt mitzuwirken. Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren haben die Gelegenheit, ihre Geschichten auf die Bühne zu bringen und mit professionellen Schauspieler/innen der Roma-und-Sinti-Community gemeinsam zu spielen. Die Regie übernimmt Sandra Selimović. Schauspielerinnen und Mit-Gestalterinnen sind Joschla Weiß und Slaviša Markovič. Die Theaterproduktion wird im Tak-Theater und voraussichtlich im Hebbel-Theater gezeigt und wir reisen damit in den Schulferien nach Freiburg, zeigen unser Stück auf der Bundesjugendkonferenz von Amaro Drom, wo es über 100 andere Roma-Jugendliche gibt, die unser Stück sehen wollen.
Zur Idee:
Du wirst in Deutschland geboren und wächst hier auf, gehst zur Schule und möchtest eine Ausbildung machen. Plötzlich klingelt es an der Tür. Du öffnest und wirst von der Polizei mitgenommen. Es ist morgens 5:00 Uhr und du sitzt im Flieger in den Kosovo. Das Land deiner Großeltern und Eltern. Ein fremdes Land für dich. Was nun? Das Theaterstück setzt sich genau damit auseinander und erzählt mit der Magie des Theaters eine Geschichte.
Wir spielen Theater und es gibt Special Features: Tanz (Hip-Hop):
Du spielst mit Profischauspieler/innen, die selber Roma/Romnja und Sinti/Sintizze sind. Dadurch lernt ihr zu schauspielern, auf der Bühne zu stehen, Spaß zu haben in einem geschützten Raum. Wir haben zwei Workshop-Wochenenden, wo Spezialgäste eingeladen werden, die mit euch tanzen und Rap-Songs gestalten. Z.B. kommen voraussichtlich Safet Mistele und die Priszreni-Brüder.
Anmeldung:
Die Duldung ist nicht die Voraussetzung, um hier dabei sein zu können … Wenn du gern auf der Bühne stehst und Lust hast, deine Geschichte zu erzählen, mit uns reisen möchtest, dann bist du hier genau richtig. Bitte melde dich bis zum 1. März 2017 an bei Joschla: E-Mail
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Februar 25th, 2017 |
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Film & Theater
„GYPSIES – Roma in Europa“ ist eine Produktion von „werkgruppe2“. In Koproduktion mit dem Staatstheater Braunschweig, dem Nationaltheater Timisoara und dem Théâtre de la Manufacture Nancy
Regie: Julia Roesler | Mit Simon Bourgade, Gina Calinoiu, Ursula Hobmair, Flavius Retea und den Musikern Dejan Jovanovic (Violine) und Dejan Jovanovic (Akkordeon)
Premiere: 23.02.2017 | 25.2./28.2., 1.3./2.3., 4.4./5.4.2017: Braunschweig, Husarenstraße | 31.3./1.4.: Hannover, Pavillon | 2.4.: Göttingen, Junges Theater | 8.4.: Berlin, Heimathafen Neukölln | 11./12./13.6.: Nationaltheater Timisoara | November 2017: Théâtre de la manufacture Nancy
Wo immer Roma heute in Europa ansässig sind, sind sie mit Stereotypen, Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert. Von den Nationalsozialisten wurden sie in Konzentrationslagern ermordet. Während des Jugoslawienkriegs hat man sie im Zuge ,ethnischer Säuberungen‘ verfolgt, getötet oder vertrieben. Oder Arbeitslosigkeit und Armut zwingen viele Roma in Länder zu emigrieren, in denen sie „als lästige Arme, als fremde Hilfsbedürftige, als aggressive Bettler, als ungefragte Anbieter unnützer Dienstleistungen, als Sozialschmarotzer, als Eindringlinge“ (Wolfgang Benz) gesehen werden. Und die Regierungen der westlichen EU-Länder weisen durch ihre Asyl- und Migrationspolitik die Verantwortung zurück in die Herkunftsländer.
Wie beschreiben sich die Angehörigen dieser transnationalen Bevölkerungsgruppe selbst? Welches Bild haben sie von den Mehrheitsgesellschaften der Länder, in denen sie leben? Was wäre in ihren Augen notwendig für ein gelingendes Zusammenleben? Welche Perspektiven sehen sie in einem Europa der Zukunft? Ein weiteres Mal richtet „werkgruppe2“ den Blick auf ein europäisches Thema. Auf der Grundlage von Interviews, die in Rumänien, Frankreich und Deutschland geführt wurden, zusammen mit Roma-Musikern und einem multinationalen Schauspiel-Ensemble entsteht ein Theaterprojekt, das nach seiner Uraufführung in Braunschweig auf Europa-Reise geht.
(Text: werkgruppe2)
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Februar 2nd, 2017 |
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Film & Theater
Dokumentarfilm (F 2017, 107 Min.)
Regie, Buch und Kamera: Marie Dumor
Termine: Weltpremiere am Fr. 10.02., 17:00, CineStar 7 | Sa. 11.02., 22:30, CineStar 7 | So. 12.02., 17:00, Cubix 7 | Di. 14.02., 14:30, Colosseum 1 | Sa. 18.02., 14:30, International
Die beiden Schwestern Belinda und Sabrina gehören zur ethnischen Minderheit der Jenischen. Als politisch Verfolgte lernten sich ihre Großeltern noch in einem deutschen Konzentrationslager kennen. Dagegen haben es die 15-jährigen Teenager, die in einem Kinderheim aufwuchsen, schon deutlich besser. Doch obwohl sich die Welt weitergedreht hat und die sogenannten Fahrenden heutzutage nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, stoßen Belinda und Sabrina immer wieder auf Ausgrenzung. Selbst 75 Jahre nach dem Holocaust müssen sich die beiden jenischen Jugendlichen diskriminierenden Regeln unterwerfen. (Text: moviepilot.de)
Die Kamera ist immer dabei. Über Jahre hinweg begleitet sie Belinda, die in extrem prekären Verhältnissen aufwächst. Man lernt das Mädchen im Alter von neun Jahren kennen: ein trotziges Energiebündel, das es sich und den anderen nicht leicht macht. Mit ihrer Schwester lebt sie im Kinderheim, doch ihre gesetzlichen Vormünder wollen die beiden trennen. Die Mädchen hauen ab, ziehen durch die Wälder. Sie wollen nicht ohne einander sein, erklären sie einem Betreuer, der meistens nur telefonisch präsent ist. Als 15-Jährige teilt Belinda ihm mit, dass sie sich eine Zukunft als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft nicht vorstellen kann. Viel lieber möchte sie als Mechanikerin arbeiten. Ihre Schwester hat inzwischen ein Kind bekommen. Gestylt und auf High Heels geht Belinda als Patin zur Taufe. Ohne sich jemals einzumischen, macht der Film den Hintergrund der Jenischen sichtbar, die in keinem EU-Staat als nationale Minderheit oder Volksgruppe anerkannt sind. Als Belinda 23 Jahre alt ist, will sie heiraten, doch ihr Freund sitzt im Gefängnis. Sie schickt ihm Liebesbriefe und wartet auf seine Rückkehr. Belinda wird zu einer anrührenden Liebesgeschichte, geschrieben vom wahren Leben. (Text: Berlinale 2017)
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Januar 26th, 2017 |
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Film & Theater
O schauschpileri Nazif Mujić, savo usi Berlinale ando bersch i rupuni medva uschtidija, iste la vasch lojengeri briga bikentscha. O kartschengero khelaschi Senadin Ćosić 4.000 Euro le vasche dija. Mujič ando film „Aus dem Leben eines Schrottsammlers“ mit kheltscha.
Igen pharo leske pelo la otscha te del, phenel ov la AFP-ake. „Ham mre tschave imar trin di nischta te hal sina.“
Na dur ando udut ojs schauschpileri
Nazif Mujić, Rom andar i Bosnija, savo srastaschengero khedaschi hi, ando bersch 2013 jeka rolake ando film „Aus dem Leben eines Schrottsammlers“ i rupuni medva uschtidija. Ov ham na dur ando udut ojs schauschpileri terdschino. Mujić akan ojs srastaschi butschalinel taj ando di valami 3,50 euro ande lel, savenca pre tschavenge tschulo habe uschtidel. „Me mro phuro verda bikentschom, taj poar avre koji taj akor i rupuni medva“. Paloda mri briga so man hi, usi Berlinale phukatschom. Read the rest of this entry »
Januar 7th, 2017 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik
Mit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ werden am 9. Februar 2017 die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. „Django“ wird am internationalen Wettbewerb teilnehmen. Der französische Film erzählt von Django Reinhardt, dem berühmten Gitarristen und Komponisten und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris 1943. Der großartige Gitarrist brauchte nur wenige Momente, um sich mit seiner Gitarre in die Herzen der Menschen zu spielen. Als Sinti wurde seine Familie von den Nazis verfolgt und schikaniert. „Django Reinhardt war einer der schillerndsten Vorreiter des europäischen Jazz und Begründer des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packende Weise ein Kapitel seines bewegten Lebens und ist eine ergreifende Überlebensgeschichte. Die ständige Bedrohung, seine Flucht und die fürchterlichen Gräueltaten an seiner Familie konnten ihn nicht daran hindern weiterzuspielen“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Regisseur Etienne Comar hat sich sowohl als Drehbuchautor und Produzent – „Von Menschen und Göttern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Produzent – „The Women on the 6th Floor“, „Timbuktu“ – einen Namen gemacht. Für seine erste Regiearbeit „Django“ besetzte er die Titelrolle mit dem Schauspieler Reda Kateb („Den Menschen so fern“). Read the rest of this entry »
November 29th, 2016 |
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Film & Theater, Musik
„And-Ek Ghes …“ – ein Film von Philip Scheffner & Colorado Velcu
Das also passiert, wenn man den Roma-Protagonisten dieses Dokumentarfilms Kameras und Tonstudio zur Verfügung stellt: eine kreative Kettenreaktion, die wie nebenbei dieses Lied samt Bollywood-Filmidee abwarf. Zu sehen im Dokumentarporträt der rumänischen Familie Velcu, die versucht, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Nur noch HEUTE (29.11.) in der rbb-Mediathek.
(mehr hier)
November 23rd, 2016 |
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Film & Theater
Online verfügbar bis 29.11.16: rbb-Mediathek
Ein Film von Philip Scheffner & Colorado Velcu
Deutschland 2016, 93 min (Website)
Romani/Rumänisch mit deutschem Voice-over
Als Familie Velcu von Rumänien nach Deutschland übersiedelte, begannen sie, ihr Leben mit Kameras festzuhalten. Es entstand eine multiperspektivische Familiensaga – mal melancholisch, dann wieder witzig und charmant – über das Leben einer Roma-Familie in Berlin.
(mehr hier)
November 3rd, 2016 |
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Film & Theater, Musik
Dokumentarfilm von Robert Krieg & Monika Nolte
57 Min., D 2015 (DVD erschienen bei W-Film)
Pressetext: Der deutsche Sinti-Gitarrist Lulo Reinhardt, einer der wichtigsten Erneuerer der Gypsy-Musik, reist in den Süden Marokkos. Er taucht ein in die Welt der Berber, die in ihrer Musik, ihrer Poesie und ihren Tänzen die Einheit von Mensch und Natur beschwören. Am Ufer der Draa trifft Lulo Reinhardt seinen Freund und Kollegen Cherif El Hamri. Über die Musik finden sie schnell eine gemeinsame Sprache. Elemente des Sinti-Swing verbinden sich mit den hypnotischen und repetitiven Klängen des Ahwash, einem Ritual der Reinigung und Erneuerung – Orient trifft Okzident in einzigartiger Weise.
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Oktober 16th, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Premiere (in englischer Sprache):
Do., 27. Oktober 2016 | 20:00 Uhr,
ehem. Stummfilmkino Delphi
Weitere Vorstellungen:
Fr., 28.10. | 20:30 Uhr, Gorki Theater Studio Я
Sa., 29.10. | 20:00 Uhr, ehem. Stummfilmkino Delphi
Anschließend Gastspiele in Budapest und Novi Sad
THE JOURNEY / DROM ist ein kollaboratives Theaterprojekt von Roma- und Nicht-Roma-Künstlern und -Organisationen, welches eine künstlerische Plattform bietet, um die Geschichten von Roma, welche aus dem Norden Serbiens über Ungarn nach Deutschland gekommen sind, zu erzählen. Vor welchen Umständen sind sie geflohen? Mit welchen Schwierigkeiten hatten sie auf ihrer Reise zu kämpfen? Was waren ihre Träume – und was ist daraus geworden? Für Roma aus dem Westbalkan ist die Strecke zwischen Novi Sad, Budapest und Berlin oft der einzige Weg, um nach Deutschland zu gelangen und Asyl zu beantragen. Hoffend auf ein besseres Leben, nehmen viele die über 1.050 km in überfüllten und unsicheren Fahrzeugen – oder sogar zu Fuß – auf sich, um einen Neuanfang im Unbekannten zu wagen, während sie ihre Heimat und familiären Wurzeln hinter sich lassen.
Der Prozess
Durch Aufenthalte der Künstler in den drei Städten werden wahre Geschichten von Roma gesammelt, welche diese Reise unternommen haben. Sie dienen als Grundlage für die Entwicklung einer Bühnenproduktion sowie der Publikation einer Fotonovelle. Das multikulturelle Ensemble von Künstlern aus Deutschland, Serbien und Ungarn widmet sich der Poetik und Politik des „Unterwegsseins“ („ando drom“). Es beleuchtet, was Roma-Identität und -Kultur heute ausmacht Read the rest of this entry »
Oktober 15th, 2016 |
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Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung
Interview der Budapester Zeitung mit Stefan Ludwig, Regisseur des Dokumentarfilms „Der zornige Buddha“ (mehr hier und hier)
Herr Ludwig, wie kommt ein Dokumentarfilmmacher aus Deutschland, der in Österreich lebt, dazu, einen Film über eine buddhistische Schule für Roma in Ostungarn zu drehen? Wie sind Sie zu dem exotischen Thema gekommen?
St. L.: Ich finde es gar nicht exotisch. Ich denke, es ist ein universelles Thema und die Situation in Sajókaza steht beispielhaft für jede Situation, in der Menschen von Bildung ausgeschlossen sind. Allerdings hatte ich mich zuvor nur wenig mit Ungarn beschäftigt. 2011 wurde ich durch die Ereignisse in Gyöngyöspata auf die Situation der ungarischen Roma aufmerksam. Dort marschierten paramilitärische Truppen in Romasiedlungen auf und sorgten tagelang für Angst. Ich habe mich damals gefragt: ‚Was ist da eigentlich los?‘ und habe begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich bin dann auf einen Artikel von János Orsós gestoßen. Er beschreibt darin, wie er als Rom seinen Weg zu Bildung gefunden hat und dass er selbst nach dem Diplom noch das Gefühl hatte, sich beweisen zu müssen. Er ist sein Leben lang auf der Suche und findet erst in Indien das Positivbeispiel, das ihm die Hoffnung gibt, dass auch seine eigenen Leute ihre Lage verbessern können. Das fand ich eine große, spannende Geschichte. Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und bin dann bald das erste Mal hingefahren, um zu recherchieren.
Wie ging es dann weiter?
Ich durfte wochenlang bei ihnen Gast sein und hatte meine eigene Matratze im buddhistischen Gemeindezentrum, wo sie auch schlafen. Man gab mir überraschend viel Zugang zur Schule, ich konnte sogar im Unterricht ein- und ausgehen. Die Schüler sind nicht schüchtern, wenn es darum geht, ins Gespräch zu kommen – im Gegenteil, sie fangen sogar schnell an, einen aufs Korn zu nehmen, sagen einem zum Beispiel unanständige Wörter und freuen sich, wenn man sie nachspricht. Doch sie sind auch unglaublich kamerascheu und gerade, wenn es darum geht, ernsthaft zu werden und darüber zu reden, wer sie sind, was für Träume sie haben und was sie sich vom Leben erwarten, sind sie sehr zurückhaltend. Read the rest of this entry »
Oktober 10th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview
Dokumentarfilm von Marika Schmiedt, AT 2016, 80 min.
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin
Sa., 22. Oktober 2016, 17.30 Uhr
Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien
Marika Schmiedt untersucht und benennt die Wunde, versucht sie zu begreifen, greift hinein, zerrt und weitet sie. Das ist ein intensiver und schmerzhafter Prozess und der dabei entstandene Dokumentarfilm ist kein einfach zu konsumierender. Im Film wird viel gesprochen, nach 78 Minuten wird klar, dass auch über das „Unaussprechliche“ gesprochen werden kann und muss. Über Strukturen der Diskriminierung, der Gewalt und über Kontinuitäten. Marika Schmiedt und ihr Film sprechen sich allerdings gegen eine verharmlosende, oberflächliche Heilung aus, vielmehr werden Wege der Vertiefung und des Widerstands gezeigt.
„Warum die Wunde offen bleibt“ beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“. Die historischen Vertreibungen, Verfolgungen und Massenmorde werden thematisiert, auch persönlich durch das biografische Erzählen der Protagonistinnen. Dabei verdeutlicht gerade die Relation zu aktuellen Diskriminierungen und Verbrechen gegen Roma und Sinti die Notwendigkeit umfassender Auseinandersetzungen: geschichtlicher, familiärer, psychoanalytischer und nicht zuletzt die Dringlichkeit der politischen.
Im Mittelpunkt des Films stehen lange Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Read the rest of this entry »
Oktober 2nd, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken
„Gypsies, Roma, Travellers: An Animated History“: ein rasanter Galopp durch die tausendjährige Geschichte der Roma.
Ein Video der Open Society Foundation von 2013. Leider nur auf Englisch (engl. Untertitel können rechts unten aktiviert werden) – dafür aber mit einem Hinweis auf die Burgenland-Roma.
September 25th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel (A/D 2016) nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes (mehr hier). Website zum Film: www.nebelimaugust.de
Filmstart: 29.9.2016 (Deutschland), 7.10.2016 (Österreich)
September 22nd, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Religion
Angry Buddha | Der zornige Buddha
Ab 23. September 2016 in den österr. Kinos
Sajókaza, ein Dorf in Ostungarn. János Orsós hat hier ein buddhistisches Gymnasium für Roma-Jugendliche gegründet. In einer rassistisch aufgeheizten Umgebung will er den Teenagern den Weg in ein besseres Leben zeigen. Im Mikrokosmos eines ungarischen Dorfes zeigt sich, dass Europa mit seiner Roma-Minderheit vor einer brisanten Entscheidung steht: Integration oder Ausgrenzung?
Ein beobachtender Dokumentarfilm von Stefan Ludwig.
(www.derzornigebuddha.at)
Mehr hier: dROMaBlog, 12.3.2016
August 22nd, 2016 |
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Film & Theater, Musik, Rassismus & Menschenrechte
Sido singt erstmals über seine Sinti-Herkunft. – Schade, eine vertane Chance.
„Ich bin ein Sinti (sic) von Kopf bis Fuß/ Immer wenn ich diese Trommeln höre, kocht mein Blut/ Ich bin ein Zigeuner, Zi-Zi-Zigeuner“, singt Sido in seinem brandneuen Song. „Geuner“ lautet der Titel der neuen Single aus dem für Herbst angekündigten Album. Das zugehörige Video veröffentlichte der 35-Jährige am Donnerstag auf Youtube. Und es sorgt gleich für Aufsehen: Binnen eines Tages wurde es mehr als 200.000 mal aufgerufen, inzwischen sind es schon weit über 500.000 Klicks.
Bislang hat sich der Berliner nur sehr selten über seinen Hintergrund – seine Mutter ist Sintiza – geäußert (etwa hier oder hier). Dass er das Thema jetzt derart prominent aufgreift, ist bemerkenswert und verdient Respekt. Dieses „Coming out“ eines der wichtigsten deutschen Rapper hätte auch durchaus das Zeug zu einem bedeutenden Moment gehabt. Sido hätte Sinti und Roma einmal ins rechte Licht rücken können – anders als dies ein ressentimentgeladener BILD-Redakteur auch machen würde. Und er hätte den Rassisten und ihren Klischees bei dieser Gelegenheit einmal in Rapper-Manier so richtig in den Arsch treten können. – Hat er aber nicht. Denn Sido war es anscheinend lieber, sich deren Vorurteile zu eigen zu machen, um seine eingerostete „Street Credibility“ mit Geuner-Gangsta-Ghetto-Attitüde aufzufrischen. Und in Songtext und Video wimmelt es denn auch geradezu von altbekannten „Zigeuner“-Klischees: Read the rest of this entry »