Geschichte & Gedenken

Die Stimmen der Verfolgten

Januar 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Interview, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Kernbestandteil der neuen Zeitzeugensammlung: Roma-Interviews aus Mri Historija und Amari Historija (hier: Peter Horvath, 2010) (Bild: Roma-Service)Für Bildung und Forschung: Interviewsammlung „weiter_erzählen“ ist online

„_erinnern.at_“ präsentiert zum Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner eine neue Web­platt­form mit einer Oral-His­to­ry-Samm­lung  zur NS-Ver­fol­gung in Österreich. Die Video-In­ter­views mit Ver­folg­ten fin­den Sie auf www.wei­terer­zaeh­len.at. 11 der derzeit 64 Videos be­fas­sen sich mit der Ver­folg­ten­gruppe der Roma und Sinti. Der Groß­teil dieser Inter­views sind unseren Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen „Mri historija“ und „Amari historija“ ent­nom­men. 

74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellt _erinnern.at_ zum Inter­na­tio­na­len Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner ein digita­les Erin­ne­rungs­pro­jekt vor, das die auf Video auf­ge­zeich­ne­ten Erin­nerun­gen von im National­sozialis­mus ver­folg­ten Men­schen be­wahrt und für Bil­dung sowie For­schung er­schließt.

64 Video-Interviews

weiter_erzählen präsentiert auf einer Website sonst schwer zu­gäng­li­che, nach kura­to­ri­schen Ge­sichts­punkten aus­ge­wählte Video-In­terviews mit Ver­folg­ten des National­sozialis­mus, die einen Be­zug zu Österreich ha­ben. Die Interviews sind ver­schlag­wor­tet und leicht durch­such­bar. Die Stim­men der Zeit­zeugIn­nen wur­den über Jahr­zehnte zu­meist in den Län­dern des Exils in Video­inter­views fest­ge­hal­ten und in ver­schie­de­nen Sammlungen auf­be­wahrt. weiter_erzählen würdigt die Verfolgten, die es auf sich nah­men, ihre Geschich­ten und die ihrer oft ermor­de­ten Familien in Video-In­ter­views zu er­zählen und die uns damit mit unse­rer histori­schen Ver­ant­wor­tung kon­fron­tie­ren. wei­ter_er­zählen stellt die Stim­men der Ver­folgten, fest­gehalten in video­graphier­ten Zeit­zeugIn­nen­gesprä­chen, in den Vorder­grund; wur­den diese Stim­men in Österreich doch all­zu lan­ge nicht gehört.

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Roma-Genozid: Deutschland sichert Gräber

Dezember 19th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Deutschland: Delgation des Zentralrates mit Ministerin Giffey im Bundesrat, 14.12.2018 (Foto: Bund-Länder-Vereinbarung zum dauer­haf­ten Erhalt der Grab­stät­ten NS-ver­folg­ter Sinti und Roma unter­zeich­net. Romani Rose: „Ein his­to­ri­scher Tag für die Min­der­heit.“

Am Freitag wurde im Rahmen eines feierli­chen Staats­aktes im Bundesrat an­läss­lich des jähr­li­chen Gedenkens an den NS-Völker­mord an den Sinti und Roma die „Bund-Länder-Ver­ein­ba­rung be­tref­fend den Erhalt der Gräber der unter der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft ver­folg­ten Sinti und Roma“ durch Bundes­minis­te­rin Dr. Giffey für die Bundes­regierung unter­zeich­net. Zuvor hatten am 5. De­zem­ber 2018 die Minister­prä­siden­tin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten der Länder wäh­rend der Minis­ter­präsi­den­ten­kon­fe­renz in Berlin die Ver­einba­rung ge­zeichnet. Mit dieser Ver­ein­barung wurde der am 8. De­zem­­ber 2016 durch die Bundes­kanz­lerin und die Regie­rungs­chefin­nen und -chefs der Länder ver­ab­schie­dete Be­schluss zum dauer­haf­ten Erhalt der Grab­stätten jetzt in eine bundes­ein­heit­liche Re­gelung um­ge­setzt, die mit der heu­ti­gen Unter­zeich­nung in Kraft tritt.

An der feierlichen Unterzeichnung der Bund-Länder-Ver­einbarung nah­men ne­ben Bundes­rats­prä­si­dent Daniel Günther, Bun­desministerin Dr. Giffey und dem Vor­sitzen­den des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die Mi­nis­ter­prä­siden­tin­nen und Minister­präsi­denten der Länder, Ver­treter der beiden großen Kirchen und des Städtetags, die Vor­stände des Zentral­rats und seiner Landes­ver­bände sowie Über­le­bende des Holocaust teil.

„Nach den langen Verhandlungen des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma mit Bund, Ländern und Kom­mu­nen ist der heu­tige Tag für den Zentralrat und für die ge­sam­te Minder­heit ein histo­ri­sches Datum. Mit dieser Ver­einba­rung werden die Grabstätten von Über­le­ben­den des NS-Völker­mords in den Kom­munen und in den Städten als Fami­lien­gedächtnis­stätten und als öf­fent­liche Lern­orte für die nach­kom­men­den Genera­tionen dauer­haft er­halten. Read the rest of this entry »

Jubiläumsmatinee im Parlament

Dezember 18th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Manuela Horvath und Stefan Horvath mit Barbara Glück (Mitte) (Foto: Parlamentsdirektion)Matinee im Parlament anlässlich 25 Jahre An­er­ken­nung der Roma als Volks­gruppe

NR-Präsident Sobotka und BR-Präsi­den­tin Posch-Gruska unter­strei­chen Viel­falt und Ver­ant­wor­tung

Unter dem Motto „Vielfalt und Verantwortung“ fand am Sonn­tag im Plenar­saal des Par­la­ments eine Matinee aus An­lass des 25-jäh­ri­gen Jubi­läums der An­erken­nung der Roma als Volksgruppe statt. Die Roma und Sinti wur­den am 16. De­zem­ber 1993 als „Volks­gruppe der Roma“ an­erkannt. Bundes­rats­präsi­dentin Inge Posch-Gruska er­öff­nete die Matinee. Der Wis­sen­schaft­liche Leiter des Doku­men­tations­archivs des Öster­reichi­schen Wider­stands Gerhard Baumgartner hielt den Fest­vortrag, in dem er durch die jün­ge­re Geschichte der Volks­grup­pe führ­te. Barbara Glück, Direk­torin des Maut­hausen Memorials, führ­te ein Ge­spräch mit Manuela Horvath (33), An­ge­hö­rige der Volks­gruppe der Roma und Ge­meinde­rätin in Oberwart, und dem Roma-Schrift­stel­ler Stefan Horvath (69), in dem die per­sön­li­chen Er­fah­run­gen, aber auch das sich ge­änderte Bewusst­sein zur Sprache kamen. Nach An­sprachen von Emme­rich Gärtner-Horvath, dem Vor­sitzenden des Volks­gruppen­beirats der Roma, und Christian Klippl, Ob­mann des Kultur­vereins öster­reichi­scher Roma, sprach National­rats­präsi­dent Wolfgang Sobotka die Schluss­worte.

Sobotka: Vorurteile sind nachhaltig nur durch eine emotio­nale Heran­gehens­weise zu be­kämpfen

„Vorurteile sind nachhaltig nur durch eine emotio­na­le Heran­gehens­weise zu be­kämp­fen, und dabei spielt die Kultur eine wesent­liche Rolle“, be­ton­te National­rats­präsi­dent Wolfgang Sobotka als Re­sümee der Ma­tinee. Zur Integra­tion gebe es keine Al­ter­na­ti­ve, Integration heiße aber in kei­nem Fall Assi­mila­tion, stelle er mit Nach­druck fest.

Die heutige Festveranstaltung gelte jenen, die gelit­ten haben und ermordet wur­den, jenen, die Kon­se­quen­zen ge­zogen haben, jenen, die sich enga­giert und andere über­zeugt haben, und jenen, die die Arbeit fort­setzen, unter­strich der National­rats­präsident, der damit auch einen Auftrag an die Zukunft ver­bun­den sieht. Read the rest of this entry »

„Bei­spiel­gebend in Europa“

Dezember 17th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Emmerich Gärtner-Horvath (Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen)Volksgruppenanerkennung der Roma vor 25 Jah­ren: ein Meilenstein österreichischer Rechtsgeschichte, Rudolf Sarközi als Mo­tor der An­er­ken­nung hervor­ge­ho­ben, öster­rei­chi­sche Roma-Po­li­tik bei­spiel­ge­bend

Bei der gestrigen Matinee aus Anlass des 25-jäh­ri­gen Jubi­läums der An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe im Plenar­saal des Parlaments zog der wis­sen­schaft­li­che Leiter des Doku­men­ta­tions­archivs des Öster­reichischen Wider­stands, Gerhard Baumgartner, in sei­nem Fest­vortrag Bilanz über die jün­gere Ge­schich­te der Volksgruppe. Nach einer Ein­leitung durch Bundes­rats­prä­si­den­tin Inge Posch-Gruska und An­spra­chen von Em­merich Gärt­ner-Hor­vath, dem Vor­sitzenden des Volks­gruppen­beirats der Roma, und von Christian Klippl, Ob­mann des Kultur­vereins öster­rei­chi­scher Roma, hielt National­rats­prä­si­dent Wolfgang Sobotka die Schluss­worte.

Die österreichischen Roma- und Sinti-Gruppen wur­den am 16. De­zem­ber 1993 durch ein­stim­migen Beschluss im Haupt­aus­schuss des National­rates an­er­kannt. Die Be­zeich­nung „Volksgruppe der Roma“ gilt als Ober­begriff für die ver­schie­denen in Österreich le­ben­den autochtho­nen Unter­grup­pen. Ger­hard Baum­gart­ner er­innerte daran, dass am 16. De­zem­ber 2018 nicht nur der 25. Jah­res­tag der An­erken­nung der Volks­gruppe der Roma als sechste öster­reichische Minder­heit ge­feiert werde, son­dern am 10. De­zem­ber der 70. Jahres­tag der All­gemei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rechte be­gan­gen wor­den ist.

Endpunkt einer mehrere hundert Jahre dauern­den Ver­fol­gungs­geschichte

Baumgartner bezeichnete die Anerkennung der Roma als „Meilen­stein in der öster­reichi­schen Rechts­ge­schich­te“, als End­punkt einer meh­rere hun­dert Jahre dauern­den Ver­fol­gungs­geschichte, als Höhe­punkt öster­reichi­scher Minder­heiten­politik und als Be­ginn einer „euro­päi­schen Erfolgs­geschichte öster­rei­chi­scher Roma-Po­litik“. Bis dahin hat­ten Ver­fassungs­juristen den Roma und Sinti die Anerkennung als Volksgruppe ver­wei­gert, weil es ihnen an einer „dauer­haf­ten Bindung an ein Ter­ri­to­rium der Republik Österreich mang­le“ und weil sie „keiner­lei Selbst­organi­sa­tion“ be­säßen. Das Blatt wendete sich, als Siedlungs­urkunden der bur­gen­­ländi­­schen Roma aus dem Jahr 1674 bei­gebracht wur­den und als am 15. Juli 1989 der „Verein Roma“ in Oberwart ge­grün­det wurde. Read the rest of this entry »

Tschechien: Politiker leugnet Roma-KZ

Dezember 12th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht

Miloslav Rozner (Foto: Pirátská strana/Wikimedia CC)Holocaust-Leugnung: Tschechische Polizei er­mit­telt ge­gen SPD-Ab­ge­ord­ne­ten Rozner

Vor mehreren Monaten hatte der tschechische Par­la­men­ta­rier Miroslav Rozner (41) mit ne­gatio­nis­ti­schen Aus­sagen über den Roma-Holocaust für Schlag­zeilen ge­sorgt. So hatte der Ab­geord­nete der rechts­extre­men Partei „Svoboda a přímá demokracie“ (SPD, deutsch: „Frei­heit und direkte Demo­kratie“) bei einer Ver­anstal­tung im De­zem­ber 2017 unter ande­rem das süd­böh­mi­sche  Roma-KZ Lety als „nicht exis­ten­tes Pseudo-KZ“ be­zeich­net und das Leid und die Ver­brechen an der dort inter­nier­ten Roma-Be­völ­ke­rung ba­gatel­li­siert (wir berich­te­ten). Es waren darauf­hin meh­rere Straf­anzeigen gegen den Politiker er­stat­tet wor­den. Nun er­ging ein for­melles An­suchen an das Ab­geordneten­haus, die par­lamen­ta­rische Immu­nität des SPD-Ab­geord­neten auf­zu­heben. Rozner selbst ist Mit­glied des Immunitäts­aus­schus­ses der Ab­ge­ord­ne­ten­kammer.

Hintergrund der geschichtsrevisionistischen Provoka­tio­nen Rozners war die Ent­schei­dung der Prager Re­gie­rung, eine Gedenk­stätte im ehe­maligen natio­nal­sozialis­ti­schen „Zi­geu­ner­lager“ Lety zu er­rich­ten. Ähn­liche fal­sche Aus­­sagen tätig­te auch der SPD-Grün­der und -Vor­­sit­­zen­­de Tomio Okamura, als er ent­gegen den histo­ri­schen Fakten be­haup­tete, dass das Lager in Lety nicht mit Stachel­­draht um­­geben ge­­wesen wäre. Die In­­sassen hät­ten sich dort sogar frei be­wegen können. In Wirk­lich­keit kamen in dem Zwangs­lager Hun­derte Roma ums Leben, Hun­derte Häft­lin­ge wurd­en von dort wei­ter nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert.

Die erst 2015 neu gegründete Partei hatte bei ihrem ersten Antreten bei nationalen Wahlen auf An­hieb 10,64 Pro­zent (22 Man­date) er­zielt. Read the rest of this entry »

70 Jahre Menschenrechte

Dezember 10th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Heute vor 70 Jahren, am 10. De­zem­ber 1948, ver­ab­schie­de­ten die Ver­ein­ten Na­tio­nen die Re­so­lu­tion 217 A (III): die All­ge­meine Er­klä­rung der Men­schen­rechte (hier).
Menschenrechte

„Nie wieder!“ – 80 Jahre Pogromnacht

November 10th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Novemberpogrom 1938 in Graz (Foto: erinnern.at)Mahnung fürs Heute: 15 Roma wurden 2017 und 2018 ermordet

Vor 80 Jahren, in der Nacht vom 9. zum 10. Novem­ber 1938, brann­ten mehr als 1.400 Synago­gen in ganz NS-Deutsch­land, jü­dische Ge­schäfte, Be­triebe und Woh­nun­gen wur­den ge­plün­dert und zer­stört, Juden wur­den ver­letzt und ge­de­mütigt, min­des­tens 91 er­mor­det. In den darauf­fol­gen­den Tagen wur­den an die 30.000 jü­di­sche Män­ner ver­haftet und in die KZs Dachau, Sach­sen­hausen und Buchen­wald ver­schleppt. Das „Nie wieder“, das jetzt in den Gedenkreden als obers­tes Gebot der Po­litik beschworen wird, meint heute auch Flücht­linge (Süddeutsche Zeitung: „Im ers­ten Halb­jahr 2018 wur­den 704 An­griffe auf Ge­flüch­tete und Unter­künfte ge­zählt, etwa vier pro Tag.“) – und Roma: 15 Roma und Romnja wurden – einer aktuellen Auflistung zufolge – aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit allein 2017 und 2018 ermordet: ”Many of these deaths went almost entirely unreported at the time, so it is highly likely that many more died and went quietly under the media radar“, schreibt hierzu das European Roma Rights Centre (ERRC).

Goszko, 17-years-old, killed in Montana, Bulgaria on 9th October 2018

30-year-old woman, killed in Beregovo, Ukraine on 2nd July 2018

David Popp, 23-years-old, killed in Lviv, Ukraine on 23rd June 2018

13-year-old girl, killed in Amfissa,Greece on 4th June 2018

Mitko Boyanov, 28-years-old, killed in Shumen, Bulgaria on 12th May 2018

Bekim Demir, 39-years-old, died in Idrizovo Prison, Macedonia on 25th December 2017

24-year-old man, killed in Breaza, Mures County, Romania on 22nd October 2017

Manuel Fernández, 28-years-old, died in Albocásser Prison, Spain on 22nd October 2017

Sutkija Mustafova, 46-years-old, died in Idrizovo Prison, Macedonia on 7th June 2017

37-year-old man, killed in Chomutov, Czech Republic on 27th May 2017

Asparuh Dobrushev, killed in Bohot, Pleven, Bulgaria on 13th April 2017

Andrias Redjepov, 21-years-old, died in Shtip Prison, Macedonia on 5th April 2017

Angelo Garand, 37-years-old, killed in Seur, France on 30th March 2017

Jusinov Erdal, 25-years-old, died in Shtip Prison, Macedonia on 22nd March 2017

64-year-old man, killed in Ihtiman, Bulgaria on 8th February 2017

Roma-Gedenken im Burgenland

November 9th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romasiedlung in Sulzriegel im Burgenland (Foto: VHS Roma)Gondolipe | Neue Roma-Gedenktafel in Sulzriegel

Am Ortsfriedhof Sulzriegel in der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf (Be­zirk Oberwart) wird am Sams­tag, 10. Nov. 2018, um 16.00 Uhr eine Gedenk­tafel für die wäh­rend der NS-Herr­schaft ver­folg­ten und er­mor­de­ten Roma aus der Fa­mi­lie Berger in Sulz­riegel ent­hüllt. An­spra­chen hal­ten Bgm. Gert Polster und Roma-Volks­grup­pen­vor­sit­zen­der Emme­rich Gärtner-Horvath (Ro­ma-Service); das Gebet spricht Pfar­rer Dietmar Stipsits un­ter Mit­ar­beit der Roma-Pas­toral. Um 18.00 Uhr hält Mag. Gert Polster dann einen Vortrag zum The­ma „Die zahmen Zigeuner von Sulz­riegel“ (ein Zei­tungs­be­richt im Spie­gel der Gesell­schaft) im rö­misch-ka­tho­li­schen Pfarr­saal in Bad Tatz­manns­dorf.

Eine Ver­an­stal­tung der VHS Roma und des Vereins KUO Bad Tatz­manns­dorf in Ko­ope­ra­tion mit Roma-Ser­vice, Karika und der röm.-kath. Pfarre Bad Tatz­manns­dorf.

Gedenkfahrt nach Lackenbach

Am 17. November 2018 findet um 11 Uhr die Gedenk­ver­anstal­tung vor dem Mahn­mal für Roma und Sinti im ehe­mali­gen NS-La­ger Lackenbach statt.

Ver­anstal­ter: Bur­genländi­sche Lan­des­regie­rung und Kultur­verein Öster­rei­chi­scher Roma. Anmeldung für die Busfahrt aus Oberwart (bis Do., 15. Nov. 2018): Tel: 03352/32016 oder E-Mail: office@roma-service.at oder office@karika.at. Die Ab­fahrt von Ober­wart er­folgt um 09.00 Uhr, Vereins­lokal Roma-Service & KARIKA, A-7400 Oberwart, Evan­ge­li­sche Kir­chen­gasse 3

„Kinder im Konzentrationslager“

November 3rd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Authentische Puppe im KZ Ravensbrück, wie sie österreichische Frauen für ihre teils mitinhaftierten Kinder angefertigt hatten. (Foto: Jocian/Wikimedia, CC-BY-SA-2.0)Colloquium in der Gedenkstätte Ravensbrück

Pressemitteilung, 2.11.2018: Kinder als Häftlinge in Konzentrationslagern sind das The­ma eines wissen­schaft­li­chen Col­loqui­ums, zu dem die Mahn- und Gedenk­stätte Ravensbrück am Sams­tag, 10. No­v. 2018, von 11:00 bis 17:00 Uhr interes­sierte Be­sucherin­nen und Be­sucher ein­lädt. Die Ver­anstal­tung fin­det be­glei­tend zur Aus­stel­lung „Kinder im KZ Bergen-Belsen“ statt, die der­zeit in der Gedenk­stätte Ravens­brück zu sehen ist.

Im KZ Ravensbrück waren mindestens 900 Mädchen und Jun­gen im Alter von zwei bis 16 Jah­ren aus 18 Natio­nen in­haf­tiert. Sie wur­den mit ihren Familien ein­ge­wie­sen oder ohne An­gehö­rige aus ande­ren Lagern über­stellt. Mehr als 600 Kinder ka­men zwi­schen 1943 und 1945 im KZ Ravens­brück zur Welt. Die meis­ten Neu­gebore­nen star­ben nach kurzer Zeit.

Jungen wurden meist ab dem zwölften Lebensjahr im Männer­lager unter­gebracht; ab Herbst 1944 lebten sie dort in einem eige­nen Block. Im Frauen­lager blie­ben die Kinder mit den Er­wach­senen zu­sam­men. Etwa ab dem zwölf­ten Lebens­jahr wurden sie zur Arbeit ein­gesetzt, Jünge­re blie­ben tags­über in den Baracken. Mit­häft­linge organi­sier­ten heim­lich Spiel­zeug und Unter­richt, „Lager­mütter“ wur­den zu Bezugs­per­sonen für Kinder ohne An­ge­hörige. In ihren Spielen wie „Appell“, „Selektion“ und „SS“ bil­de­ten die Kinder die Lager­realität ab.

Anfang 1945 wurden mehr als 4.300 Frauen und Kinder aus dem KZ Ravens­brück in das KZ Ber­gen-Bel­sen de­port­iert. Dort befan­den sich unter den rund 120.000 in­haftier­ten Men­schen aus fast allen euro­päi­schen Ländern auch etwa 3.500 Kinder unter 15 Jah­ren. Die meis­ten von ihnen wur­den als Juden ver­folgt, andere ge­hörten zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren mit ihren Müttern aus politi­schen Grün­den in­haf­tiert worden. Read the rest of this entry »

„Talkshow 1933“ in Oberwart

Oktober 23rd, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Petra Piuk (Foto: OHO)Teateriskero projekto | Theaterprojekt:
Talkshow 1933 – Und welche Augenfarbe haben Sie?

Do., 8.11.2018, 20:00 Uhr – Premiere
Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12

Eine Talkshow im Jahr 1933. Die Fernseh­mode­ra­to­rin dis­ku­tiert mit ihren Studio­gästen die Frage: Was tun mit einer im Land un­er­wünsch­ten Min­der­heit? Politiker bieten Lö­sungs­vor­schläge an: Ent­zug der Bürger­rechte, Zwangs­arbeit, Insel­inter­nie­rung. Inhalt­li­che und sprach­li­che Pa­ralle­len zu heute wer­den sicht­bar. Die Geschichte wird zur Ge­gen­wart. Histo­ri­sche und text­liche Grund­lage bil­det die „Ver­handlungs­schrift über die am 15. Jänner 1933 in Oberwart ab­ge­hal­te­ne Ta­gung zur Zigeuner­frage im Burgen­land“. An die­ser Konferenz nah­men nam­haf­te Politiker und hoch­ran­gi­ge Beamte teil. Ziel war es, Lö­sun­gen für das so ge­nann­te Zi­geu­ner­problem aus­zu­ar­beiten.

Text: Petra Piuk; Regie: Angelika Messner

Eine Produktion der ThIB – Theaterinitiative Burgenland, Offenes Haus Oberwart und der Roma-Volks­hochschule Burgenland

Weitere Termine:
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Facts & Figures (201)

Oktober 15th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik

1990 gewann die Ro­ma­par­tei ROI als Teil des Bür­ger­fo­rums bei den ers­ten frei­en Par­la­ments­wah­len in der Tsche­cho­slo­wa­kei nach 1945 acht Man­da­te.

(Quelle/pdf)

Vereinbarung mit Land Brandenburg

Oktober 14th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Deutschland: Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung in Brandenburg (Foto: Land Brandenburg)Brandenburg unterzeichnet gemeinsame Vereinbarung mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch und Petra Rosenberg, Vor­sitzen­de des Landes­ver­ban­des Deut­scher Sinti und Roma Berlin-Bran­den­burg, haben in Potsdam am 1. Oktober eine Ver­ein­ba­rung zur Auf­arbe­itung, zum Gedenken und zur Zu­sammen­arbeit unter­zeichnet. Die Ver­ein­barung setzt den An­trag ‘Sinti und Roma – Ge­den­ken und Handeln gegen Dis­krimi­nie­rung‘ der Frak­tio­nen von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen um, der im Sep­tem­ber 2017 ein­stimmig im Landtag Bran­den­burg be­schlos­sen wurde. Kulturministerin Martina Münch:

„Vor dem Hintergrund der jahr­hunderte­langen Ver­folgung und ins­beson­dere des NS-Völ­ker­mordes an Sinti und Roma hat das Land Bran­den­burg eine be­son­dere Ver­antwor­tung im Um­gang mit dieser Min­der­heit. Im ‘Dritten Reich‘ wurden rund 500.000 Sinti und Roma aus ganz Europa in Gas­kammern er­mor­det, durch Schwerst­arbeit um­gebracht oder bei Men­schen­ver­suchen zu Tode ge­quält – weniger als 5.000 über­lebten die Gräuel in den Ghettos und Kon­zentra­tions­lagern. Wir erin­nern an diese Geschichte und be­kennen uns zu unse­rer Ver­antwor­tung, daraus Lehren zu zie­hen. Mit der Auf­nahme einer Anti­rassismus-Klau­sel in die Landes­ver­fassung hat das Land 2013 bereits ein deut­liches Signal gegen die Dis­krimi­nie­rung von bestimm­ten Gruppen in der Be­völkerung, darun­ter auch den Sinti und Roma, ge­setzt. Mit der neuen Ver­ein­barung wollen wir die Auf­arbeitung von Ver­folgung und Ver­brechen gegen­über dieser Minder­heit in der Ver­gangen­heit ver­bes­sern, das Ver­ständ­nis für ihre Identität und Kultur wei­ter fördern so­wie ihren Schutz und ihre Teil­habe in der heu­ti­gen Gesell­schaft stärken.

Landesverbandsvorsitzende Petra Rosenberg begrüßt die Unterzeich­nung der Ver­ein­ba­rung:

Ich freue mich sehr, dass wir im Rahmen der Vereinbarung die Kontakte zum Land Brandenburg intensivieren und auf eine verlässliche Basis stellen können. Die Vereinbarung ist ein wichtiger Beitrag für die Aufarbeitung der Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma in Deutschland aber auch der Aufklärung über unsere Kultur und Identität. Ich hoffe, dass sie dazu beiträgt, Vorurteile und Klischees auszuräumen, Diskriminierung entgegen zu wirken, das Miteinander zwischen Mehrheit und Minderheit in unserem Land zu befördern – und den Sinti und Roma Mut macht, sich künftig verstärkt und selbstbewusst in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.

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600 Jahre Roma in Frankfurt a. M.

September 29th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik

Konzert Sinti und Roma1418–2018: Festkonzert der „Roma und Sinti Philharmoniker“ zum Jubiläum der erst­ma­li­gen Er­wäh­nung der Sinti und Roma

Wenn die „Roma und Sinti Philharmoniker“ am Sonn­tag, den 30. Septem­ber, um 11 Uhr auf dem Römerberg beim Frank­fur­ter Alt­stadt­fest mit einem Fest­konzert zu Gast sind, wieder­holt sich ein Stück Frank­furter Ge­schichte: Genau dort trat im Jahr 1418, also vor ge­nau 600 Jahren, eine Grup­pe von Roma auf. Eine im Frank­furter Insti­tut für Stadt­geschich­te er­hal­te­ne alte Ab­schrift aus den im Zwei­ten Welt­krieg ver­brann­ten städti­schen Rech­nungs­büchern ist eine der frü­hes­ten Spuren ihrer An­wesen­heit nörd­lich der Alpen. Sie be­rich­tet, dass eine Gruppe von Roma auf dem Römer­berg für die Ein­wohner musi­zierte und tanzte. Dieses Er­eignis steht auch sym­bo­lisch für den Beginn einer ge­mein­sa­men Geschichte von Min­der­heit und Mehr­heit in Deutschland, die einer­seits durch staat­li­che Ver­folgung und Diskri­mi­nie­rung, ande­rer­seits aber durch ein fried­li­ches Zu­sam­men­leben auf lo­kaler und re­gio­naler Ebene ge­kenn­zeich­net war. Über die deutschen Gren­zen hinaus be­ein­fluss­ten und präg­ten Sinti und Roma in viel­facher Wei­se die Geschichte und Kul­tur­ges­chich­te der ver­schie­de­nen Länder des euro­päi­schen Kon­ti­nents.

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Ausstellung: Roma in der Tschechoslowakei

September 22nd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

100 Jahre: 1918-2018 (Foto: Romea.cz)Ausstellungseröffnung in Prag

Unter dem Titel „100 Jahre Roma in der Tsche­cho­slo­wa­kei“ („100 let: Romové v Česko­slo­vensku“) wurde vorges­tern in Prag eine Aus­stel­lung über die Ge­schich­te der Roma-Min­der­heit eröffnet. Die Aus­stel­lung ist bis 10. No­vem­ber im so­genann­ten Saal der Ar­chi­tek­ten im Alt­städter Rat­haus in Prag zu se­hen, an­schlie­ßend wird sie in meh­re­ren Städten in Tsche­chien und der Slo­wakei ge­zeigt. The­matisch be­han­delt die Aus­stellung das Leben der Volks­grup­pe wäh­rend der Zwi­schen­kriegs­zeit, wäh­rend der NS-Be­satzung so­wie unter dem kom­munis­ti­schen Regime und seit der Wen­de von 1989. Ver­an­stal­ter der Aus­stel­lung sind das neu ge­grün­dete Roma-Mu­seum (Muzeum romského národ­ního obrození) und die Berufs­mittel­schule für Manage­ment und Recht (Střední odborná škola manage­mentu a práva).

(dROMa)

Facts & Figures (198)

September 7th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Reichs­kom­mis­sar Loh­se be­fahl am 21. Nov. 1941, die im be­setz­ten „Ost­land“ (u.a. Bal­ti­kum) „um­her­zie­hen­den Zi­geu­ner (…) wie Ju­den zu be­han­deln“.

(Quelle)

Burgenland: „Schicksalsjahr 1938“

August 23rd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Burgenland: "Anschluss" an NS-Deutschland 1938 (Foto: Landesmuseum Burgenland)Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Ausstellung im Landesmuseum Burgenland
Eisenstadt – noch bis 4.11.2018

Die Ausstellung setzt sich mit den Fol­gen der Macht­ergrei­fung durch die Natio­nal­sozia­lis­ten im Burgen­land aus­einan­der und er­zählt an­hand per­sön­li­cher Schick­sale die Ge­schich­te des Jah­res 1938.

Am Abend des 11. März 1938 – und damit frü­her als in al­len an­de­ren Bun­des­län­dern – be­gann im Burgen­land eines der dun­kels­ten Kap­itel sei­ner Geschichte: die Zeit der NS-Dik­ta­tur. 80 Jah­re da­nach set­zen sich das Lan­des­muse­um Bur­gen­land und das Ös­ter­rei­chi­sche Jü­di­sche Mu­se­um in einer ge­mein­sa­men Aus­stel­lung mit den bur­gen­län­di­schen As­pek­ten die­ses schick­sals­haf­ten Jah­res aus­einan­der.

In vielerlei Hinsicht nahm das Burgenland 1938 eine Son­der­stel­lung ein. Mit über 99% war die Zu­stim­mung für den „Anschluss“ be­son­ders hoch. Juden und Jü­din­nen wur­den hier schnell ver­trie­ben und ihr Ver­mögen be­son­ders rasch ein­ge­zogen. Mit der Auf­lö­sung im Herbst 1938 ver­schwand das Burgen­land schließ­lich gänz­lich von der politi­schen Land­karte. Der Illu­sion von einem bes­seren Leben als Be­stand­teil des Deut­schen Reiches folg­te bald die er­nüch­tern­de Reali­tät. Nur ein­ein­halb Jahre nach dem „An­schluss“ mar­schier­ten Bur­gen­län­der in Hitlers Ar­meen. Juden und Roma waren nicht län­ger Teil der „Volks­gemein­schaft“. Sie wur­den sys­te­ma­tisch ent­rechtet, be­raubt und ver­trieben. Der natio­nal­sozia­lis­ti­sche Terror for­derte im Bur­gen­land un­ter Roma, Juden und poli­tisch Anders­den­ken­den fast 9000 To­des­opfer.

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Servus Del tuha (august 2018)

August 22nd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

ORF 2 Burgenland - Volksgruppenmagazin Servus Del tuhaServus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. august 2018
>>On Demand

I duk, savo o dujto haburi le Romen­ge ker­tscha, meg min­dig adaj hi. I gene­ra­cija le Romen­dar taj Sinti­jen­dar, savi pa­loda upro them ali, masch­kar i naci cajt ande pu­mari eksis­tenca pujsto tschite ule, ledschel o er­bini­pe „schoha buter te po­bis­terel“ le pra­di­pes­ke bajder.

Moderatorkija Katharina Janoska (Foto: orf.at)Festivalo „E Bistarde“ Te o kinstlerkiji Sandra taj Simonida Selimović kam­na hi jek baj­deri inici­ja­tiva le diki­peske le pra­dime duki­peske la flogos­kera grup­natar te sikal. I „Roma-Wiese“ pasche mero „Ringel­see­platz“ Be­tschis­te-Florids­dorf ojs festi­valos­kero than di­nintscha.

2. august: Roma Holocaust Memorial Day Andi rat phendo ol „Zigeunernacht“ an­dar o 2. upro 3. au­gust 1944 2.897 Roma an­do Auschwitz-Bir­kenau mur­dar­de ule. Epasch mili­jona Roma taj Sinti­jenge gon­do­lim ol, save le naci­jen­dar tra­dim taj mur­dar­de ule.

Roma-Butschu 2018 Ando masch­karut­no juni o tradi­ci­jo­neli Roma-Butschu an­di Boslina tel liker­do ulo. Imar sajt o bersch 1991 adaj pu­men o dsche­ne resen taj khe­tan mula­tinen. Ada bersch terdschi­no o Roma-Butsch telal o anav „25 ber­scha aun­prindscha­ripe le Romen­dar“. Read the rest of this entry »

Servus Del Tuha (August 2018)

August 20th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

ORF 2 Burgenland - Volksgruppenmagazin Servus Del tuhaServus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. Aug. 2018
>>On Demand

Die Wunde, die der Zweite Weltkrieg Romnja und Roma zu­ge­fügt hat, ist lei­der weiter­hin kaum zu lin­dern. Die nach­kom­men­de Gene­ra­tion der Roma und Sinti, die wäh­rend der Nazizeit in ihrer Exis­tenz ver­nich­tet wur­den, trägt ihr Ver­mächt­nis, „nie mehr zu ver­ges­sen“, un­er­müd­lich an die Öffent­lich­keit.

"E bistarde" - Moderatoren Gilda Horvath und Samuel Mago (Foto: ORF.at)Festival „E Bistarde | Vergiss mein nicht“ Auch die Künstlerin­nen Sandra und Simonida Selimović woll­ten mit ihrem Festival „E Bistar­de | Ver­giss mein nicht“ eine weite­re Initial­zün­dung zur Sicht­bar­ma­chung der weit offe­nen Wunde der Volks­gruppe dar­stel­len. Die Romawiese in der Nähe des Ringel­see­platzes in Wien-Flo­rids­dorf dien­te als Festival­ge­lände.

Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma in den Gas­kam­mern von Auschwitz-Bir­kenau er­mordet. „Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“, unter diesem Motto wurde am Don­ners­tag, 2. Au­gust, auch in Wien am Ceija-Stoj­ka-Platz einer hal­ben Mil­lion Men­schen ge­dacht, die vom Nazi-Re­gime als „Zigeuner“ ver­folgt und er­mor­det wurden.

Roma-Butschu 2018 Mitte Juni fand der traditio­nel­le Roma-But­schu in Klein­bach­selten statt. Schon seit 1991 trifft man sich hier und feiert ge­mein­sam. Heuer stand der Ro­ma-Butschu unter dem Motto „25 Jahre An­erken­nung der Roma“. Und dies wurde ge­büh­rend mit einem außer­gewöhn­li­chen Line-up ze­lebriert: Ro­mano Rath, Bruji, Kalyi Jag sowie die Volks­tanz­gruppe Siget sorg­ten für eine aus­ge­lassene Stim­mung und gu­te Unter­haltung.

(Text: volksgruppen.orf.at)

Radio: „Vergiss die Photos nicht …“

August 15th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Unku (Erna Lauenburger) wurde in Auschwitz ermordet. Ein biografischer Kinderroman aus dem Jahr 1931, der in der DDR neu aufgelegt wurde, machte sie berühmt. Hanns Weltzel hat sie als Jugendliche porträtiert. (Bild: University of Liverpool Library)Interview zur Ausstellung in Leipzig
Felsenkeller, 16.8. bis 23.8.2018

Sendung von RadioBlau, 13.8.2018
→Anhören mp3 (34:04 min, 78MB)

Am Donnerstag wird die Ausstellung „‚…vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig…‘ – Die Ver­fol­gung mit­tel­deutscher Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lismus“ im Fel­sen­keller in Leip­zig-Plagwitz er­öff­net. RadioBlau hat mit Jana Müller vom AJZ Dessau ge­spro­chen, die sich mit der Ge­schich­te der Sin­ti und Roma in Dessau-Rosslau und der Re­gion be­schäf­tigt hat. Im Ge­spräch geht es auch um die Ver­knüp­fung zwi­schen der lo­ka­len Des­sau­er Geschichte und dem in der DDR ja sehr po­pulä­ren Roman „Ede und Unku“ von Grete Weiskopf alias Alex Wedding. Die in der Aus­stel­lung zu sehen­den Photo­gra­phien von Hanns Weltzel sind zwi­schen 1932 und 1939 zu­stande ge­kom­men. Read the rest of this entry »

Mauthausen-App führt durch Außenlager

August 13th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung

Mauthausen-APP (Foto: MKÖ)„So geht Geschichtsvermittlung 2018“

MKÖ präsentiert multimediale Wissensvermittlung: Mit der App durch ehe­ma­li­ge KZ-Au­ßen­lager

Die Wissensvermittlung, vor allem an Jugendliche, ist ein be­deu­ten­der Teil der Arbeit des Maut­hau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich (MKÖ). In Er­in­ne­rung an die Er­rich­tung des KZ Mauthausen vor 80 Jah­ren und zur Mahnung launcht das MKÖ die „Maut­hau­sen-Außen­la­ger-App“ mit In­for­ma­tio­nen, Fotos, Videos zur Ge­schich­te und den Über­leben­den. Für die Über­leben­den des KZ Maut­hausen und seiner Außen­lager war die Sensi­bi­li­sie­rung­sarbeit mit Jugend­lichen von enor­mer Be­deu­tung. Diesen Auf­trag haben die Über­leben­den auch dem Maut­hau­sen-Ko­mi­tee Öster­reich bei der Über­gabe ihres Ver­mächt­nis­ses im Jahr 2000 mit­ge­geben.

Das Mauthausen-Komitee Österreich arbeitet, gemein­sam mit sei­nen lo­ka­len Ini­tia­ti­ven, bereits seit Jahr­zehn­ten an der wis­sen­schaft­li­chen Auf­arbei­tung und an der Ver­mitt­lung der Geschichte der ehe­ma­li­gen Außenlager des KZ Mauthausen. Das Maut­hau­sen-Sys­tem um­fass­te neben dem Haupt­lager circa 49 Außen­lager in nahe­zu al­len Bundes­län­dern Öster­reichs. Im Rah­men dieser Zu­sam­men­arbeit wur­de die Ge­schichte der je­wei­li­gen Orte auf­ge­arbei­tet und für die „Mauthau­sen-Außen­lager-App“ auf­be­reitet.

Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich, zur Be­deutung der digi­ta­len Wissens­ver­mitt­lung: „Nicht nur digital af­fine Ju­gend­liche, son­dern auch histo­risch In­teres­sierte aller Alters­grup­pen haben nun die Mög­lich­keit, alle Orte der KZ-Au­ßen­lager vir­tuell zu be­suchen. Read the rest of this entry »