Geschichte & Gedenken

„Elses Geschichte“ als interaktive Lernseite

Januar 17th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Elses GeschichteSeit dem Erscheinen des Kinder- und Jugendbuchs „Elses Ge­schichte“ von Michail Krausnick im Jahr 2007 hat die Ge­schichte der klei­nen Else Schmidt die Herzen vieler Men­schen berührt. Eine Geschichte, die die Schrecken der Nazi-Zeit mit einem gren­zen­losen und men­schen­ver­ach­ten­den Hass, der selbst vor Kindern keinen Halt machte, ge­nauso ein­dring­lich schil­dert wie das mutige Ver­hal­ten Einzelner, das Leben rettete. Else Schmidt hat dank ihres Pflege­vaters Emil Matulat über­lebt. Ihre Ent­lassung aus dem Kon­zentra­tions­lager gleicht einem Wunder. Doch das Erlebte hat tiefe Spuren und ein zer­stör­tes Men­schen­leben hinter­lassen.

Sie erinnert uns an die schwächsten der Opfer von Rassismus, Gewalt und Krieg: die Kinder. Sie ver­pflich­tet uns, heute nicht weg­zu­schauen, wenn Kinder zu Opfern wer­den und unse­re Hilfe brau­chen, und Kinder mit dem Ver­trauen in das Gute auf­wach­sen zu lassen.

Auf der Website www.elses-geschichte.de zusam­men­ge­stell­te In­for­ma­tio­nen möch­ten Leserin­nen und Leser bei der Be­geg­nung mit »Elses Geschichte« un­ter­stützen. Die »Hinter­grund­informa­tio­nen« bieten eine Ein­ordnung der Erzählung in den his­tori­schen Kon­text mit weiter­füh­ren­den Links und Lite­ra­tur­anga­ben. Die »Pädago­gi­schen Materialien« lie­fern An­regun­gen und Arbeits­mate­ria­lien für eine ver­tie­fende Aus­einander­setzung bei der Lektüre des Buches mit Kindern und Jugend­lichen. Read the rest of this entry »

25 berscha atentato Erbate

Januar 11th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Grundstück mit dem Oberwarter Roma-Mahnmal (Foto: Priwo/Wikipedia)Podijumakero vakeripe:
Palgondolipe | Putrinipe | Irinipe

Tscheterteko, 30kero jeneri 2020, 18:30 orenge
AK Oberwart, Lehargasse 5, Erba/Oberwart

O 5to feberi 1995 ojs di le teroristar andi austri­tiki histo­ri­ja ande gelo. Ersch­tivar andi dujti republi­ka schtar manu­scha – o Erwin Horvath, o Karl Horvath, o Peter Sarközi taj o Josef Simon – le diki­peha upre len­gero tel schta­minipe taj use keri­nipe murdar­de ule. O austriti­ke Roma, save erscht harne anglo­da ojs austritiki flogos­keri grupn aun prin­dscharde ule, upre jef­kar ando udud le pradi­pestar sina. Ando kurke taj masek­tscha pal o atentato o esbe lipe delahi, hot ada terschi­ji­pe la republika, taj adaj barikan i politik taj o mediji irintscha. 25 berscha paloda o phutscha­jipe del, saj dur oda mici­nipe sina, savo ande oja cajt duach o khe­ta­nipe gelo.

Adala dschene diskutirinen: Ludwig Horvath (dscheno andar i Roma-sidlung), o agune repor­ter­tscha Walter Reiss, Erich Schneller taj Peter Sitar taj o tha­nes­kero rot taj biro Georg Rosner (ÖVP, flo­gos­kero baj­rot le Romen­dar), o nacijo­nal­rot Mag. Christian Drobits (SPÖ) taj o tha­nes­kero rot Wolfgang Spitzmüller (O Selene)

Moderacijona: Mag. Silke Rois & Andreas Lehner
Keraschtscha le mulatintschagostar hi i AK-Bücherei Erba taj i VHS Roma


25 Jahre Attentat in Oberwart

Januar 10th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Grundstück mit dem Oberwarter Roma-Mahnmal (Foto: Priwo/Wikipedia)Podiumsgespräch:
Erinnerung | Bewältigung | Veränderung

Do., 30. Jänner 2020, 18:30 Uhr
AK Oberwart, Lehargasse 5, Oberwart

Der 5. Februar 1995 ist als Tag des Terrors in die ös­ter­rei­chi­sche Geschichte ein­ge­gan­gen. Zum ers­ten Mal in der Zwei­ten Republik wa­ren vier Men­schen – Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon – mit Hin­weis auf ihre Herkunft und Zu­gehörig­keit ermordet wor­den. Die österreichi­schen Roma, die erst kurz davor als österreichi­sche Volksgruppe an­erkannt wor­den waren, rückten schlag­artig ins Licht der Öffent­lich­keit. In den Wochen und Mo­naten nach dem Attentat konn­te man den Eindruck ge­winnen, das Ereignis habe die Republik, ins­beson­dere Politik und Medien ver­ändert. 25 Jahre später stellt sich die Frage, wie nach­hal­tig jener Ruck war, der damals durch die Gesell­schaft ge­gan­gen ist.

Es diskutieren: Ludwig Horvath (Bewohner der Romasiedlung), die da­mali­gen Jour­nalis­ten Walter Reiss, Erich Schneller und Peter Sitar so­wie LAbg. Bgm. Georg Rosner (ÖVP, Volks­gruppen­beirat der Roma), NR Mag. Christian Drobits (SPÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller (Die Grünen)

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Facts & Figures (262)

Dezember 31st, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am Anfang der sog. „Stol­per­stei­ne“ stand 1990 Gun­ter Dem­nigs Ge­denk­pro­jekt „Spur der Er­in­ne­run­gen“ für die de­por­tier­ten Sin­ti und Ro­ma in Köln.

(Quelle)

Prag: Roma wollen NS-Enteignungen aufarbeiten

Dezember 1st, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Bild: Kunstausstellung mit Tomáš Rafas Roma-Adaptierungen der tschechischen Flagge, 2013 (Foto: Romea-cz) Tschechien: Rat für Roma-Angelegenheiten plant Ana­ly­se von Vor­kriegs-Eigen­tums­ver­hält­nis­sen

Der Rat für Roma-Angelegenheiten bei der Re­gie­rung plant eine Analy­se von Eigentums­ver­hält­nis­sen von An­gehöri­gen der Minder­heit vor dem Zweiten Weltkrieg. So soll fest­ge­stellt wer­den, wie viel des Eigen­tums wäh­rend der deutschen Besatzung in den Jah­ren 1938 bis 1945 enr­eignet wurde und wie hoch mög­liche Ent­schädi­gungen sein könn­ten. Darüber be­rich­tete die Presse­agen­tur ČTK am Sonn­tag. Der Rat fordert von der Regie­rung nun die nöti­gen Mittel für die Forschungen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 5.500 tschechi­sche Roma in Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt, nur rund 500 kehr­ten nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurück. Read the rest of this entry »

„Hommage an meine Familie“

November 26th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Buchautorin Katharina Janoska aus NeusiedlDie Neusiedler Autorin Katharina Janoska prä­sen­tiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer un­ge­wöhn­li­chen Fa­mi­li­en­ge­schich­te aus­einan­der­setzt.

BVZ, 23.11.2019: „Meine Geschichte wird immer jene mei­ner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Grö­ßerem. Oft sind es die un­bedeu­ten­den, klei­nen Dinge, die das Leben ver­ändern und letzt­end­lich zu dem füh­ren, was heute ist.“ – Mit diesen Wor­ten leitet Katharina Janoska ihr neues­tes Werk „KriegsROMAn“ ein.

Geschichten von Krieg, Flucht und Familie

In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Her­kunft und Familien­geschichte zu Papier: Der „Kriegs­ROMAn“ erzählt auf 235 Sei­ten von den Schick­salen zweier grund­ver­schie­de­ner Fa­milien und wie diese, durch die Ver­ket­tung zu­fälliger Er­eig­nisse, zu­einander­gefun­den ha­ben. Das Werk der 31-Jäh­rigen be­ruht zum größten Teil auf Auf­zeich­nun­gen und Erzäh­lun­gen ihrer Familien­mit­glieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eige­nen, fikti­ven, Vor­stel­lungen davon, was ge­wesen sein könnte. Das Ergeb­nis ist ein kurz­weili­ges Lese­erleb­nis, das einen Bogen von der Vor­kriegs­zeit bis zur Gegen­wart schließt.

KriegsROMAn Der BVZ hat Katharina Janoska ver­raten, wie die Idee für ih­ren „Kriegs­ROMAn“ ge­bo­ren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh ent­standen, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Fa­milien­feiern da­bei war, sind oft Geschich­ten über meinen Groß­vater vä­ter­licher­seits erzählt wor­den, der schon mit 55 Jahren ge­storben ist. Später hat mir meine Mutter er­zählt, dass ihr Vater ein Kriegs­tagebuch ge­führt hat.“

Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden meh­rere Kapitel im „KriegsROMAn“ ge­widmet. Zwei der Haupt­akteure darin sind Katha­rina Ja­noskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Par­tei­mitglied, der andere Berufs­musiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Bei­de haben im Zwei­ten Welt­krieg für das Nazi-Re­gime ge­kämpft. Tage­buch­ein­träge des Tiroler Großvaters aus den Kriegs­jahren bilden ein Herz­stück von Janoskas Buch.

Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahe­legt, die Zu­gehörig­keit zur Volks­gruppe der Roma von Ja­nos­kas Familie auf väter­licher Seite. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (252)

November 22nd, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

In den rumän. Fürs­ten­tü­mern wur­den al­le, die eine Ehe mit Ro­ma-Skla­ven ein­gin­gen, selbst zu Skla­ven. Eine Lo­cke­rung wur­de im 18. Jh. nur in der Wal­la­chei durch­ge­setzt.

(Quelle)

Land Burgenland ehrt Gärtner-Horvath

November 17th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Ehrung bei Gedenkfeier in Lackebach [Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz, Landesrat Heinrich Dorner und Christian Klippl (Obmann Kulturverein Österreichischer Roma) (v.l.) mit Emmerich Gärtner-Horvath (2.v.l.).] (Foto: Bgld. Landesmedienservice)Emmerich Gärtner-Horvath bekam das Große Ehren­zeichen des Lan­des Bur­gen­land ver­lie­hen – Gedenk­ver­an­stal­tung vor dem Mahn­mal für Roma und Sinti in Lackenbach

Für seine Arbeit und seinen Einsatz für die Volksgruppe Roma und Sinti schlug der Kultur­verein Öster­rei­chi­scher Roma mit Andreas Sarközi an der Spitze vor, dass Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vath das Gro­ße Ehren­zeichen des Lan­des Burgenland ver­lie­hen be­kommt. Gärtner-Hor­vath, Ob­mann des Vereins Roma-Service und Vor­sitzen­der des öster­reichi­schen Roma-Volks­grup­pen­bei­rates, wur­de am 18. Juni 1962 in Oberwart ge­boren. Nach Be­endi­gung der Pflicht­schule absol­vierte er eine Aus­bildung zum Einzel­han­dels­kaufmann bei der Firma Josef Horvath. Danach war er Filial­leiter bei der Fir­ma Mondo, ehe er bei der Firma Packard an­gestellt war.

Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) über­reichte ihm am Samstag­nach­mittag im Zuge der Gedenk­ver­anstal­tung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach das Gro­ße Ehren­zeichen des Landes Bur­gen­land. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (250)

November 13th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Das tschechosl. „Ge­setz über land­fah­ren­de Zi­geu­ner“ von 1927 sah die er­ken­nungs­dienst­liche Re­gist­rie­rung von Roma vor. Die­se mussten nun Spe­zi­al­aus­wei­se bei sich tra­­gen.

(Quelle/pdf)

Ausstellung „Ohh Porajmos“

November 3rd, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung in Göttingen (Bild:  1. Nov. bis 15. Nov. 2019 in Göttingen

Das „Roma Center“ zeigt die Ausstellung „Ohh Porajmos“. Die Comic- und Text­tafeln des Sinti-Künst­lers Boris Weinrich be­fas­sen sich aus der Sicht des Nach­kom­men mit der Ver­folgung und Er­mor­dung der Roma und Sinti, mit den Men­schen­ver­suchen und den Tätern, die un­be­hel­ligt nach dem Krieg weiter Kar­riere ma­chen konnt­en, sowie mit Dis­krimi­nie­rung und Rassismus ge­gen Roma und Sinti bis heute.

Die Ausstellung ist bis zum 15.11.2019 im Stadtlabor (Schildweg 1, Göttingen) zu se­hen. Das Stadt­labor ist von Mon­tag bis Frei­tag von 14 bis 17 Uhr ge­öff­net. Der Ein­tritt ist frei.

(Text: Roma Center)

dROMa 56 (2019): „Orte der Roma“

Oktober 25th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, dROMa (Magazin)

droma_56 CoverSommer/Herbst | Linaj/Terno dschend 2019
Orte der Roma| Thana le Romendar

Download (PDF) | Inhalt

Vor rund fünf Jahren sorgte das Wiener „Romano Centro“ mit der Aus­stel­lung über „Romane Thana“, über „Orte der Roma und Sinti“, für Furore. Als kleine Ver­beugung vor unseren Kol­le­ginnen und Kol­legen möchten wir diese Idee hier ein wenig weiter­spinnen und Orten nach­spüren, die für Roma eine beson­dere Bedeu­tung haben. Den Auftakt macht eine histo­rische Repor­tage, für die sich Michael Teichmann in die Ge­gend von Schwechat begeben hat, um das Geheimnis einer „Zigeunerkönigin“ zu lüften, die bei den dortigen Roma-Arbeitern in den 1960er Jahren das Sagen hatte. Tina Friedreich stellt die Erfolgs­geschichte des „Kindergarten Romano“ im slowenischen Roma­dorf Pušča vor, den in­zwi­schen sogar viele Nicht-Roma-Kinder aus den Nach­bar­orten be­suchen. Mit dem Ruf nach einem zentra­len Wiener Gedenkort für die österreichischen Opfer des Roma-Holocausts be­fasst sich Roman Urbaner, der sich darüber auch mit dem Historiker Tobias Neuburger unter­halten hat. In Tschechien wurde ein Massen­grab des Roma-KZs Lety entdeckt. Und ab­schlie­ßend wenden wir uns einem ganz spe­ziel­len „Roma-Ort“ zu: dem EU-Par­lament in Straßburg und Brüs­sel und seinen (viel zu weni­gen) Roma-Ab­ge­ord­neten.

Angle valami pantsch berscha o betschitiko „Romano Centro“ pre art­schi­jipeha pedar o „Romane Thana“, pedar „Orte der Roma und Sinti“, bare diki­peske sor­gintscha. Ojs tikno pati­jaripe kamaha amen ada gondo eknaj ar te bul­harel taj thana upre rodas, save le Romenge ba­rikane hi. O kes­dipe kerel jek histo­rischi re­portascha, savake pe o Michael Teichmann ando pa­schipe le forostar Schwechat dija, o recl jeka „Zigeu­neren­gera kiral­ki­jatar“ te pral, savi le odoj dschivde Romen­gere-butscha-schen­dar ando 1960te berscha o schero sina. I Tina Friedreich i jerini­pes­keri historija la „Tschaven­gera baratar Romano“ ando sloveni­tiko Romen­gero gav Pušča angle terdscha­rel, savi adi te but gadschi­kane tscha­vendar andar o noch­beris­kere gava kher rodim ol. Read the rest of this entry »

Causa „Landplage“: EGMR verurteilt Österreich

Oktober 20th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Hetze gegen NS-Opfer in der Aula: Titelblatt (Foto: haraldwalser.at)Urteil in Straßburg: EGMR verurteilt die Republik Öster­reich und re­habi­li­tiert die von der Aula dif­fa­mier­ten Maut­hau­sen-Be­frei­ten

Im Sommer 2015 diffamierte ein Artikel der später auf­grund poli­ti­schen Drucks (aber offen­bar nur vorüber­ge­hend) ein­gestell­ten Zeit­schrift Aula Be­freite des KZ Maut­hausen als „Massen­mörder“, „Land­plage“ und „Kri­mi­nelle“. Heraus­ge­ge­ben wurde das Ma­ga­zin vom Freiheit­lichen Aka­de­miker­verband. Ein vom Grünen-Po­litiker und Zeit­histori­ker Harald Walser an­ge­streng­tes Er­mitt­lungs­verfahren ge­gen die Zeitschrift wurde von der Staats­anwalt­schaft Graz Ende 2015 – mit einer von Histori­kern wie Juristen, und selbst von der Ober­staats­anwalt­schaft, massiv kriti­sier­ten Be­grün­dung – eingestellt – „ein Schlag ins Gesicht der Holo­caust-Über­le­ben­den“, hieß es dazu im Standard. Darauf­hin haben, unter­stützt von Harald Walser, meh­rere ehe­mali­ge Lager-Häft­linge Klage ge­gen die Aula ein­ge­reicht (wir be­rich­teten).

Walser schrieb damals: „Nun ha­ben jedoch acht ehe­malige Häft­linge des Lager­komplexes Maut­hausen Klage gegen die Aula ein­gereicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehe­ma­li­ger Häftling Theresienstadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Toch­ter des Maut­hau­sen-Über­le­ben­den Leon Zelmann, an­geschlos­sen. Mög­lich war dies, weil auch in Folge­nummern der Aula und in Briefen an ihre Abon­nenten die braune Dif­fa­mie­rungs­kam­pagne fort­ge­setzt wurde.“

Es kam in der Folge zu zwei Verfahren in Österreich. Die Gerichte ge­lang­ten aber in dem zivil- und dem medien­recht­lichen Ver­fahren zu unter­schied­li­chen Schlüssen: Zwar wurde das zivil­rechtliche Ver­fahren zu­gunsten der Kläger ent­schieden, nicht je­doch das medien­rechtliche. Read the rest of this entry »

Radio Corax: Gedenkarbeit in Heidelberg

September 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Die ständige Ausstellung am Dokumentationszentrum in Heidelberg besteht seit Márz 1997 (Foto: Dokumentationszentrum/Lossen)Gedenkarbeit am Dokumentationszentrum der Sinti und Roma

Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
8:21 min | 11 MB | →Anhören (mp3)

Seit 1997 gibt es in Heidelberg eine große Aus­stel­lung, die den Völkermord an den Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lis­mus the­ma­ti­siert. Das Ge­den­ken daran ist heu­te nicht weni­ger rele­vant, gerade an­ge­sichts wach­sen­der Frem­den­feind­lich­keit. Über die Arbeit des Do­ku­men­ta­tions­zentrums und die Aus­stellung be­rich­ten André Raatzsch (Lei­tung des Re­fe­rats) und Jan Kreutz.

→Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: www.sintiundroma.de

(www.freie-radios.net)

Sinti in der Frühen Neuzeit

September 23rd, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Ausstellung in Heidelberg (Foto: Dokumentationszentrum)Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
12:44 min | 18 MB | →Anhören (mp3)

„Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation“, so heißt eine Ausstellung, die die sechs­hun­dert­jäh­rige Prä­senz der Sinti in Deutschland be­leuch­tet. Lange Zeit wur­den selbst in der Fach­literatur vor allem Stereo­type über diese Periode tra­diert, nicht aber ein Wissen über die viel­fäl­ti­gen Lebens­reali­tä­ten der Sinti. Genau davon zu er­zählen macht sich die Sonder­aus­stel­lung in Heidelberg zur Auf­gabe. Eine Füh­rung durch die Aus­stel­lung mit Jan Kreutz und André Raatzsch, die am Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum der deut­schen Sinti und Roma tä­tig sind.

Sonderausstellung: Sinti in der Frühen Neuzeit
9. Juli 2019 bis 18. November 2019
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg (mehr hier)

(Text: www.freie-radios.net)

KZ-Gräber in Lety entdeckt

September 10th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Skizze des Lagers Lety von 1943 (Foto: Muzeum romské kultury in Brno/Brünn, Original im Staatlichen Zentralarchiv in Prag)) Tschechien: Archäologen entdecken Gräber von Häft­lin­gen des ehe­mali­gen Roma-KZs in Lety

Beim ehemaligen Roma-Konzentrationslager in Lety bei Písek haben Archäo­lo­gen die Gräber frü­herer Ge­fan­gener ent­deckt. Sie legten das Grab mit den sterb­li­chen Über­resten einer Gefan­ge­nen frei, die da­mals jün­ger als 40 Jahre alt ge­wesen sein muss. Darüber hinaus das Grab eines Neu­gebore­nen, des­sen Skelett je­doch kaum er­halten ge­blieben ist, weil die Grube sehr seicht war. Zu­dem fan­den sie sieben wei­te­re Grab­gruben. Laut schrift­li­chen Quel­len sollen an dem un­heil­vollen Ort rund 120 Gefan­ge­ne be­gra­ben sein, davon seien über 70 Kinder. Der Fried­hof hat eine Flä­che von 400 Quadrat­me­tern.

Über die grausige Entdeckung haben Archäologen und Ver­tre­ter des Muse­ums für Roma-Kul­tur in Brno/Brünn am Diens­tag die Me­dien in­for­miert. Im KZ im süd­böh­mi­schen Lety waren zwi­schen August 1942 und Mai 1943 über 1.300 Roma in­haftiert. 327 von ihnen starben vor Ort, mehr als 500 wur­den in Auschwitz ermordet. In Zukunft soll am Ort des frü­he­ren Kon­zentra­tions­lagers eine Gedenk­stätte ent­ste­hen. Read the rest of this entry »

Gedenkstele in Merseburg geschändet

August 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Holocaust-Gedenkstätte in Merseburg ein weiteres Mal geschändet (Foto: Wikipedia/Ausschnitt)Vergangene Woche wurde die Gedenkstätte der Sinti und Roma in Merseburg (Sachsen-An­halt) mit einer Flüssigkeit über­schüt­tet. Zeugen hatten die Tat be­obach­tet und die Polizei alar­miert. Diese konnte darauf­hin dank Video­auf­zeich­nungen am frühen Freitag­morgen eine tat­ver­däch­tige Person, einen 30-jährigen Mann aus der Stadt, im nähe­ren Umkreis stellen. Gegen den Mann wird nun wegen „gemein­schäd­li­cher Sach­beschädi­gung“ er­mittelt. Zum Tat­motiv und zur Art der ver­wen­de­ten Flüssigkeit konn­ten die Ermitt­ler noch keine An­gaben gab.

Die Gedenkstätte erinnert an die von den Nationalsozialis­ten er­mor­de­ten Sinti und Roma der Stadt (Namensliste ansehen) und war aus einer Projekt­arbeit von Schü­lern des Herder-Gym­na­sium Merseburg hervor­ge­gangen. Die 2009 errich­tete Gedenk­stele war in der Ver­gangen­heit bereits mehr­fach ge­schändet und be­schädigt wor­den. Von 2009 bis 2013 wurde der Stein ins­ge­samt neunmal „an­ge­griffen, um­ge­stoßen, be­spuckt, be­worfen, mit dem Ham­mer be­schä­digt, mit Haken­kreuzen be­schmiert und der Ge­binde be­raubt“, 2014 wurde er mit Fäkalien be­schmiert. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (236)

August 22nd, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Heute vor 600 Jahren, am 22.8.1419, traf ein Tross ver­meint­li­cher „Sarazenen“ in Châ­til­lon-sur-Cha­la­ron­ne ein – der äl­tes­te Be­leg für Ro­ma in Frank­reich.

(Quelle)

Roma-Holocaust-Gedenkfeier in Wien

August 6th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Kerzen und Blumen (Foto: Heinz Wagner)Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Völkermord an den Roma und Sinti am Wie­ner Ceija-Stoj­ka-Platz

Kiku/Kurier.at: Neuere Forschungen besagen, dass wahrschein­lich nicht 2.897 Roma und Sinti in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau ver­gast wor­den sind, son­dern wahr­schein­lich sogar 4.300. Dies wurde bei der Gedenk­kund­gebung am Ceija-Sto­ka-Platz (Wien-Neu­bau) Frei­tag­abend be­kannt. (Anm. der dROMa-Red.: Die im Vor­jahr erst­mals aus­zugs­weise pub­li­zier­ten For­schungs­er­geb­nisse des Re­search Cen­ter des Auschwitz-Mu­se­ums ge­hen von 4.200 bis 4.400 Per­sonen aus.)

Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart

75 Jahre nach dieser sogenannten „Zigeunernacht“ wurde nicht nur die­ser einen Nacht, son­dern des Völker­mordes der deut­schen Faschisten mit einer halben Mil­lion Opfer ge­dacht. Es blieb aber – wie auch bei den Ver­anstal­tungen in den ver­gan­ge­nen Jahren – nicht bei der Ver­gangen­heit. Prak­tisch alle Red­nerin­nen spann­ten die Brücke zum Heute. Und auch nicht nur in Sa­chen Ver­folgung von Roma und Sinti. Anti­ziganis­mus und Rassismus sind Brüder im Geis­te und so man­che dieser Brüder sind in so man­chen Län­dern an der Macht. „Kethane Sam Zurale“/ „Nur zu­sam­men sind wir stark“ – war der Tenor der Red­nerin­nen, was dieser Ge­fahr von rechts ent­gegen­gesetzt wer­den kann.

Denkmal fehlt (noch?)

Auch wenn der Platz der Veranstaltung nach der Schriftstellerin, Malerin, Ak­tivis­tin Ceija Stojka be­nannt ist, die als eine der Ers­ten als Über­lebende von Hitlers Ver­nichtungs­ma­schi­nerie sich der Auf­klärung des Genozids an ihrer Volks­gruppe ver­schrie­ben hatte, so fehlt ein zentra­les Mahnmal an dieses Ver­brechen. Auch das wurde in den Reden the­ma­ti­siert.

Rednerinnen

Gesprochen hatten die Journalistin, Bloggerin und Aktivistin Gilda Horvath, Wiens Vize­bürger­meiste­rin Birgit Hebein, Dagmar Schindler vom KZ-Ver­band/Ver­band der Anti­fa­schistIn­nen, Marion Dworzack von Voice of Diversity und Laura Moldovan von romblog.at.

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Die Geschichte von Stana und Nada

August 1st, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Usnija Buligović von Thara (Foto: spendeninfo.at / Thomas Kronberger)Anlässlich des internationalen Gedenk­tages für den Ge­no­zid an Roma und Sinti am 2. August er­zählt die Lei­te­rin des Volks­hil­fe-Pro­jekts Thara in Wien erst­mals ihre per­sön­li­che Fa­mi­lien­ge­schich­te.

Usnija Buligovićs Familie stammt aus Ungarn und Kroatien. Sie selbst arbei­tet seit über zehn Jah­ren für die Bil­dungs­initia­tive Thara Romano Svato der Volkshilfe Österreich. Trotz die­ser lan­gen beruf­li­chen Tätig­keit im Roma-Be­reich sagt sie: „Ähn­lich wie bei ande­ren Opfer­grup­pen ist der Genozid in un­se­rer eige­nen Familie lan­ge Zeit ein Tabu ge­we­sen. Erst vor ein paar Jah­ren habe ich er­fah­ren, dass gro­ße Teile unse­rer kroati­schen Familie wäh­rend des Holocaust er­mor­det wur­den. Da­vor haben wir nie wirk­lich über dieses Thema ge­spro­chen. Und das, ob­wohl so­wohl ich als auch mein Vater in der Ro­ma-NGO-Sze­ne tä­tig sind.“

Die Roma und Sinti auf dem Gebiet des heuti­gen Kroatiens wur­den in­ner­halb kurzer Zeit und oft ohne De­porta­tio­nen er­mordet. Usnija Buli­gović erin­nert sich an Er­zäh­lun­gen ihrer kro­ati­schen Groß­mutter: „Die Mutter mei­nes Vaters, die Stana, hat ihre gan­ze Familie in Adaševci ver­loren. Sie ka­men nicht ein­mal in ein Lager. Sie wurden ein­fach ge­sam­melt und in die Donau un­ter das Eis ge­worfen. Diese ent­setzliche Grau­sam­keit war die üb­liche Methode. Wie die Stana über­lebt hat, blieb ein Geheim­nis, das hat sie uns nie er­zählt.“

Jene, die deportiert wurden, kamen in eines der größ­ten Kon­zentra­tions­lager Europas, nach Jasenovac. Es war ein Ar­beits-, Sam­mel- und Ver­nich­tungs­lager, wurde von der Ustascha be­trie­ben und als „Auschwitz des Balkans“ be­zeichnet.

„Meine Oma mütterlicherseits, die Nada, kam aus Ungarn. Sie saß schon in einem Zug, auf dem Weg ins Lager, als ihr Vater es ge­schafft hat, mit ihr und ein paar Fami­lien­mit­gliedern aus dem Zug zu flüchten“, er­zählt Us­nija Buli­gović. „Nada hat ein­mal erzählt, dass sie sich in einem Dorf ver­steckt ha­ben, bei einer Familie, im Stall bei den Pferden. Sie durf­ten nicht Romanes spre­chen und das war als kleines Kind für sie sehr schwie­rig. Sie war viel­leicht 4 oder 5 Jahre alt. Aber sie ha­ben überlebt.“ Read the rest of this entry »

Facts & Figures (233)

Juli 28th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Spätestens seit dem 12. Jh. le­ben Ro­ma in Eu­ro­pa (im heu­ti­gen Grie­chen­land).

(Quelle/pdf)