Januar 17th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Seit dem Erscheinen des Kinder- und Jugendbuchs „Elses Geschichte“ von Michail Krausnick im Jahr 2007 hat die Geschichte der kleinen Else Schmidt die Herzen vieler Menschen berührt. Eine Geschichte, die die Schrecken der Nazi-Zeit mit einem grenzenlosen und menschenverachtenden Hass, der selbst vor Kindern keinen Halt machte, genauso eindringlich schildert wie das mutige Verhalten Einzelner, das Leben rettete. Else Schmidt hat dank ihres Pflegevaters Emil Matulat überlebt. Ihre Entlassung aus dem Konzentrationslager gleicht einem Wunder. Doch das Erlebte hat tiefe Spuren und ein zerstörtes Menschenleben hinterlassen.
Sie erinnert uns an die schwächsten der Opfer von Rassismus, Gewalt und Krieg: die Kinder. Sie verpflichtet uns, heute nicht wegzuschauen, wenn Kinder zu Opfern werden und unsere Hilfe brauchen, und Kinder mit dem Vertrauen in das Gute aufwachsen zu lassen.
Auf der Website www.elses-geschichte.de zusammengestellte Informationen möchten Leserinnen und Leser bei der Begegnung mit »Elses Geschichte« unterstützen. Die »Hintergrundinformationen« bieten eine Einordnung der Erzählung in den historischen Kontext mit weiterführenden Links und Literaturangaben. Die »Pädagogischen Materialien« liefern Anregungen und Arbeitsmaterialien für eine vertiefende Auseinandersetzung bei der Lektüre des Buches mit Kindern und Jugendlichen. Read the rest of this entry »
Januar 11th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Podijumakero vakeripe:
Palgondolipe | Putrinipe | Irinipe
Tscheterteko, 30kero jeneri 2020, 18:30 orenge
AK Oberwart, Lehargasse 5, Erba/Oberwart
O 5to feberi 1995 ojs di le teroristar andi austritiki historija ande gelo. Erschtivar andi dujti republika schtar manuscha – o Erwin Horvath, o Karl Horvath, o Peter Sarközi taj o Josef Simon – le dikipeha upre lengero tel schtaminipe taj use kerinipe murdarde ule. O austritike Roma, save erscht harne angloda ojs austritiki flogoskeri grupn aun prindscharde ule, upre jefkar ando udud le pradipestar sina. Ando kurke taj masektscha pal o atentato o esbe lipe delahi, hot ada terschijipe la republika, taj adaj barikan i politik taj o mediji irintscha. 25 berscha paloda o phutschajipe del, saj dur oda micinipe sina, savo ande oja cajt duach o khetanipe gelo.
Adala dschene diskutirinen: Ludwig Horvath (dscheno andar i Roma-sidlung), o agune reportertscha Walter Reiss, Erich Schneller taj Peter Sitar taj o thaneskero rot taj biro Georg Rosner (ÖVP, flogoskero bajrot le Romendar), o nacijonalrot Mag. Christian Drobits (SPÖ) taj o thaneskero rot Wolfgang Spitzmüller (O Selene)
Moderacijona: Mag. Silke Rois & Andreas Lehner
Keraschtscha le mulatintschagostar hi i AK-Bücherei Erba taj i VHS Roma
Januar 10th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Podiumsgespräch:
Erinnerung | Bewältigung | Veränderung
Do., 30. Jänner 2020, 18:30 Uhr
AK Oberwart, Lehargasse 5, Oberwart
Der 5. Februar 1995 ist als Tag des Terrors in die österreichische Geschichte eingegangen. Zum ersten Mal in der Zweiten Republik waren vier Menschen – Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon – mit Hinweis auf ihre Herkunft und Zugehörigkeit ermordet worden. Die österreichischen Roma, die erst kurz davor als österreichische Volksgruppe anerkannt worden waren, rückten schlagartig ins Licht der Öffentlichkeit. In den Wochen und Monaten nach dem Attentat konnte man den Eindruck gewinnen, das Ereignis habe die Republik, insbesondere Politik und Medien verändert. 25 Jahre später stellt sich die Frage, wie nachhaltig jener Ruck war, der damals durch die Gesellschaft gegangen ist.
Es diskutieren: Ludwig Horvath (Bewohner der Romasiedlung), die damaligen Journalisten Walter Reiss, Erich Schneller und Peter Sitar sowie LAbg. Bgm. Georg Rosner (ÖVP, Volksgruppenbeirat der Roma), NR Mag. Christian Drobits (SPÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller (Die Grünen)
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Dezember 31st, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Am Anfang der sog. „Stolpersteine“ stand 1990 Gunter Demnigs Gedenkprojekt „Spur der Erinnerungen“ für die deportierten Sinti und Roma in Köln.
(Quelle)
Dezember 1st, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Wissenschaft
Tschechien: Rat für Roma-Angelegenheiten plant Analyse von Vorkriegs-Eigentumsverhältnissen
Der Rat für Roma-Angelegenheiten bei der Regierung plant eine Analyse von Eigentumsverhältnissen von Angehörigen der Minderheit vor dem Zweiten Weltkrieg. So soll festgestellt werden, wie viel des Eigentums während der deutschen Besatzung in den Jahren 1938 bis 1945 enreignet wurde und wie hoch mögliche Entschädigungen sein könnten. Darüber berichtete die Presseagentur ČTK am Sonntag. Der Rat fordert von der Regierung nun die nötigen Mittel für die Forschungen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 5.500 tschechische Roma in Konzentrationslager verschleppt, nur rund 500 kehrten nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurück. Read the rest of this entry »
November 26th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Die Neusiedler Autorin Katharina Janoska präsentiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer ungewöhnlichen Familiengeschichte auseinandersetzt.
BVZ, 23.11.2019: „Meine Geschichte wird immer jene meiner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Größerem. Oft sind es die unbedeutenden, kleinen Dinge, die das Leben verändern und letztendlich zu dem führen, was heute ist.“ – Mit diesen Worten leitet Katharina Janoska ihr neuestes Werk „KriegsROMAn“ ein.
Geschichten von Krieg, Flucht und Familie
In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Herkunft und Familiengeschichte zu Papier: Der „KriegsROMAn“ erzählt auf 235 Seiten von den Schicksalen zweier grundverschiedener Familien und wie diese, durch die Verkettung zufälliger Ereignisse, zueinandergefunden haben. Das Werk der 31-Jährigen beruht zum größten Teil auf Aufzeichnungen und Erzählungen ihrer Familienmitglieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eigenen, fiktiven, Vorstellungen davon, was gewesen sein könnte. Das Ergebnis ist ein kurzweiliges Leseerlebnis, das einen Bogen von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart schließt.
Der BVZ hat Katharina Janoska verraten, wie die Idee für ihren „KriegsROMAn“ geboren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh entstanden, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Familienfeiern dabei war, sind oft Geschichten über meinen Großvater väterlicherseits erzählt worden, der schon mit 55 Jahren gestorben ist. Später hat mir meine Mutter erzählt, dass ihr Vater ein Kriegstagebuch geführt hat.“
Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden mehrere Kapitel im „KriegsROMAn“ gewidmet. Zwei der Hauptakteure darin sind Katharina Janoskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Parteimitglied, der andere Berufsmusiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Beide haben im Zweiten Weltkrieg für das Nazi-Regime gekämpft. Tagebucheinträge des Tiroler Großvaters aus den Kriegsjahren bilden ein Herzstück von Janoskas Buch.
Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahelegt, die Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Roma von Janoskas Familie auf väterlicher Seite. Read the rest of this entry »
November 22nd, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
In den rumän. Fürstentümern wurden alle, die eine Ehe mit Roma-Sklaven eingingen, selbst zu Sklaven. Eine Lockerung wurde im 18. Jh. nur in der Wallachei durchgesetzt.
(Quelle)
November 17th, 2019 |
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Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken
Emmerich Gärtner-Horvath bekam das Große Ehrenzeichen des Landes Burgenland verliehen – Gedenkveranstaltung vor dem Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach
Für seine Arbeit und seinen Einsatz für die Volksgruppe Roma und Sinti schlug der Kulturverein Österreichischer Roma mit Andreas Sarközi an der Spitze vor, dass Emmerich Gärtner-Horvath das Große Ehrenzeichen des Landes Burgenland verliehen bekommt. Gärtner-Horvath, Obmann des Vereins Roma-Service und Vorsitzender des österreichischen Roma-Volksgruppenbeirates, wurde am 18. Juni 1962 in Oberwart geboren. Nach Beendigung der Pflichtschule absolvierte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei der Firma Josef Horvath. Danach war er Filialleiter bei der Firma Mondo, ehe er bei der Firma Packard angestellt war.
Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) überreichte ihm am Samstagnachmittag im Zuge der Gedenkveranstaltung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach das Große Ehrenzeichen des Landes Burgenland. Read the rest of this entry »
November 13th, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Das tschechosl. „Gesetz über landfahrende Zigeuner“ von 1927 sah die erkennungsdienstliche Registrierung von Roma vor. Diese mussten nun Spezialausweise bei sich tragen.
(Quelle/pdf)
November 3rd, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
1. Nov. bis 15. Nov. 2019 in Göttingen
Das „Roma Center“ zeigt die Ausstellung „Ohh Porajmos“. Die Comic- und Texttafeln des Sinti-Künstlers Boris Weinrich befassen sich aus der Sicht des Nachkommen mit der Verfolgung und Ermordung der Roma und Sinti, mit den Menschenversuchen und den Tätern, die unbehelligt nach dem Krieg weiter Karriere machen konnten, sowie mit Diskriminierung und Rassismus gegen Roma und Sinti bis heute.
Die Ausstellung ist bis zum 15.11.2019 im Stadtlabor (Schildweg 1, Göttingen) zu sehen. Das Stadtlabor ist von Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
(Text: Roma Center)
Oktober 25th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, dROMa (Magazin)
Sommer/Herbst | Linaj/Terno dschend 2019
Orte der Roma| Thana le Romendar
→Download (PDF) | Inhalt
Vor rund fünf Jahren sorgte das Wiener „Romano Centro“ mit der Ausstellung über „Romane Thana“, über „Orte der Roma und Sinti“, für Furore. Als kleine Verbeugung vor unseren Kolleginnen und Kollegen möchten wir diese Idee hier ein wenig weiterspinnen und Orten nachspüren, die für Roma eine besondere Bedeutung haben. Den Auftakt macht eine historische Reportage, für die sich Michael Teichmann in die Gegend von Schwechat begeben hat, um das Geheimnis einer „Zigeunerkönigin“ zu lüften, die bei den dortigen Roma-Arbeitern in den 1960er Jahren das Sagen hatte. Tina Friedreich stellt die Erfolgsgeschichte des „Kindergarten Romano“ im slowenischen Romadorf Pušča vor, den inzwischen sogar viele Nicht-Roma-Kinder aus den Nachbarorten besuchen. Mit dem Ruf nach einem zentralen Wiener Gedenkort für die österreichischen Opfer des Roma-Holocausts befasst sich Roman Urbaner, der sich darüber auch mit dem Historiker Tobias Neuburger unterhalten hat. In Tschechien wurde ein Massengrab des Roma-KZs Lety entdeckt. Und abschließend wenden wir uns einem ganz speziellen „Roma-Ort“ zu: dem EU-Parlament in Straßburg und Brüssel und seinen (viel zu wenigen) Roma-Abgeordneten.
Angle valami pantsch berscha o betschitiko „Romano Centro“ pre artschijipeha pedar o „Romane Thana“, pedar „Orte der Roma und Sinti“, bare dikipeske sorgintscha. Ojs tikno patijaripe kamaha amen ada gondo eknaj ar te bulharel taj thana upre rodas, save le Romenge barikane hi. O kesdipe kerel jek historischi reportascha, savake pe o Michael Teichmann ando paschipe le forostar Schwechat dija, o recl jeka „Zigeunerengera kiralkijatar“ te pral, savi le odoj dschivde Romengere-butscha-schendar ando 1960te berscha o schero sina. I Tina Friedreich i jerinipeskeri historija la „Tschavengera baratar Romano“ ando slovenitiko Romengero gav Pušča angle terdscharel, savi adi te but gadschikane tschavendar andar o nochberiskere gava kher rodim ol. Read the rest of this entry »
Oktober 20th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Urteil in Straßburg: EGMR verurteilt die Republik Österreich und rehabilitiert die von der Aula diffamierten Mauthausen-Befreiten
Im Sommer 2015 diffamierte ein Artikel der später aufgrund politischen Drucks (aber offenbar nur vorübergehend) eingestellten Zeitschrift Aula Befreite des KZ Mauthausen als „Massenmörder“, „Landplage“ und „Kriminelle“. Herausgegeben wurde das Magazin vom Freiheitlichen Akademikerverband. Ein vom Grünen-Politiker und Zeithistoriker Harald Walser angestrengtes Ermittlungsverfahren gegen die Zeitschrift wurde von der Staatsanwaltschaft Graz Ende 2015 – mit einer von Historikern wie Juristen, und selbst von der Oberstaatsanwaltschaft, massiv kritisierten Begründung – eingestellt – „ein Schlag ins Gesicht der Holocaust-Überlebenden“, hieß es dazu im Standard. Daraufhin haben, unterstützt von Harald Walser, mehrere ehemalige Lager-Häftlinge Klage gegen die Aula eingereicht (wir berichteten).
Walser schrieb damals: „Nun haben jedoch acht ehemalige Häftlinge des Lagerkomplexes Mauthausen Klage gegen die Aula eingereicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehemaliger Häftling Theresienstadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Tochter des Mauthausen-Überlebenden Leon Zelmann, angeschlossen. Möglich war dies, weil auch in Folgenummern der Aula und in Briefen an ihre Abonnenten die braune Diffamierungskampagne fortgesetzt wurde.“
Es kam in der Folge zu zwei Verfahren in Österreich. Die Gerichte gelangten aber in dem zivil- und dem medienrechtlichen Verfahren zu unterschiedlichen Schlüssen: Zwar wurde das zivilrechtliche Verfahren zugunsten der Kläger entschieden, nicht jedoch das medienrechtliche. Read the rest of this entry »
September 27th, 2019 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkarbeit am Dokumentationszentrum der Sinti und Roma
Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
8:21 min | 11 MB | →Anhören (mp3)
Seit 1997 gibt es in Heidelberg eine große Ausstellung, die den Völkermord an den Sinti und Roma im Nationalsozialismus thematisiert. Das Gedenken daran ist heute nicht weniger relevant, gerade angesichts wachsender Fremdenfeindlichkeit. Über die Arbeit des Dokumentationszentrums und die Ausstellung berichten André Raatzsch (Leitung des Referats) und Jan Kreutz.
→Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: www.sintiundroma.de
(www.freie-radios.net)
September 23rd, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
12:44 min | 18 MB | →Anhören (mp3)
„Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation“, so heißt eine Ausstellung, die die sechshundertjährige Präsenz der Sinti in Deutschland beleuchtet. Lange Zeit wurden selbst in der Fachliteratur vor allem Stereotype über diese Periode tradiert, nicht aber ein Wissen über die vielfältigen Lebensrealitäten der Sinti. Genau davon zu erzählen macht sich die Sonderausstellung in Heidelberg zur Aufgabe. Eine Führung durch die Ausstellung mit Jan Kreutz und André Raatzsch, die am Dokumentations- und Kulturzentrum der deutschen Sinti und Roma tätig sind.
Sonderausstellung: Sinti in der Frühen Neuzeit
9. Juli 2019 bis 18. November 2019
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg (mehr hier)
(Text: www.freie-radios.net)
September 10th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Tschechien: Archäologen entdecken Gräber von Häftlingen des ehemaligen Roma-KZs in Lety
Beim ehemaligen Roma-Konzentrationslager in Lety bei Písek haben Archäologen die Gräber früherer Gefangener entdeckt. Sie legten das Grab mit den sterblichen Überresten einer Gefangenen frei, die damals jünger als 40 Jahre alt gewesen sein muss. Darüber hinaus das Grab eines Neugeborenen, dessen Skelett jedoch kaum erhalten geblieben ist, weil die Grube sehr seicht war. Zudem fanden sie sieben weitere Grabgruben. Laut schriftlichen Quellen sollen an dem unheilvollen Ort rund 120 Gefangene begraben sein, davon seien über 70 Kinder. Der Friedhof hat eine Fläche von 400 Quadratmetern.
Über die grausige Entdeckung haben Archäologen und Vertreter des Museums für Roma-Kultur in Brno/Brünn am Dienstag die Medien informiert. Im KZ im südböhmischen Lety waren zwischen August 1942 und Mai 1943 über 1.300 Roma inhaftiert. 327 von ihnen starben vor Ort, mehr als 500 wurden in Auschwitz ermordet. In Zukunft soll am Ort des früheren Konzentrationslagers eine Gedenkstätte entstehen. Read the rest of this entry »
August 30th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Vergangene Woche wurde die Gedenkstätte der Sinti und Roma in Merseburg (Sachsen-Anhalt) mit einer Flüssigkeit überschüttet. Zeugen hatten die Tat beobachtet und die Polizei alarmiert. Diese konnte daraufhin dank Videoaufzeichnungen am frühen Freitagmorgen eine tatverdächtige Person, einen 30-jährigen Mann aus der Stadt, im näheren Umkreis stellen. Gegen den Mann wird nun wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ ermittelt. Zum Tatmotiv und zur Art der verwendeten Flüssigkeit konnten die Ermittler noch keine Angaben gab.
Die Gedenkstätte erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma der Stadt (Namensliste ansehen) und war aus einer Projektarbeit von Schülern des Herder-Gymnasium Merseburg hervorgegangen. Die 2009 errichtete Gedenkstele war in der Vergangenheit bereits mehrfach geschändet und beschädigt worden. Von 2009 bis 2013 wurde der Stein insgesamt neunmal „angegriffen, umgestoßen, bespuckt, beworfen, mit dem Hammer beschädigt, mit Hakenkreuzen beschmiert und der Gebinde beraubt“, 2014 wurde er mit Fäkalien beschmiert. Read the rest of this entry »
August 22nd, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Heute vor 600 Jahren, am 22.8.1419, traf ein Tross vermeintlicher „Sarazenen“ in Châtillon-sur-Chalaronne ein – der älteste Beleg für Roma in Frankreich.
(Quelle)
August 6th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Völkermord an den Roma und Sinti am Wiener Ceija-Stojka-Platz
Kiku/Kurier.at: Neuere Forschungen besagen, dass wahrscheinlich nicht 2.897 Roma und Sinti in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vergast worden sind, sondern wahrscheinlich sogar 4.300. Dies wurde bei der Gedenkkundgebung am Ceija-Stoka-Platz (Wien-Neubau) Freitagabend bekannt. (Anm. der dROMa-Red.: Die im Vorjahr erstmals auszugsweise publizierten Forschungsergebnisse des Research Center des Auschwitz-Museums gehen von 4.200 bis 4.400 Personen aus.)
Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart
75 Jahre nach dieser sogenannten „Zigeunernacht“ wurde nicht nur dieser einen Nacht, sondern des Völkermordes der deutschen Faschisten mit einer halben Million Opfer gedacht. Es blieb aber – wie auch bei den Veranstaltungen in den vergangenen Jahren – nicht bei der Vergangenheit. Praktisch alle Rednerinnen spannten die Brücke zum Heute. Und auch nicht nur in Sachen Verfolgung von Roma und Sinti. Antiziganismus und Rassismus sind Brüder im Geiste und so manche dieser Brüder sind in so manchen Ländern an der Macht. „Kethane Sam Zurale“/ „Nur zusammen sind wir stark“ – war der Tenor der Rednerinnen, was dieser Gefahr von rechts entgegengesetzt werden kann.
Denkmal fehlt (noch?)
Auch wenn der Platz der Veranstaltung nach der Schriftstellerin, Malerin, Aktivistin Ceija Stojka benannt ist, die als eine der Ersten als Überlebende von Hitlers Vernichtungsmaschinerie sich der Aufklärung des Genozids an ihrer Volksgruppe verschrieben hatte, so fehlt ein zentrales Mahnmal an dieses Verbrechen. Auch das wurde in den Reden thematisiert.
Rednerinnen
Gesprochen hatten die Journalistin, Bloggerin und Aktivistin Gilda Horvath, Wiens Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Dagmar Schindler vom KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen, Marion Dworzack von Voice of Diversity und Laura Moldovan von romblog.at.
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August 1st, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Anlässlich des internationalen Gedenktages für den Genozid an Roma und Sinti am 2. August erzählt die Leiterin des Volkshilfe-Projekts Thara in Wien erstmals ihre persönliche Familiengeschichte.
Usnija Buligovićs Familie stammt aus Ungarn und Kroatien. Sie selbst arbeitet seit über zehn Jahren für die Bildungsinitiative Thara Romano Svato der Volkshilfe Österreich. Trotz dieser langen beruflichen Tätigkeit im Roma-Bereich sagt sie: „Ähnlich wie bei anderen Opfergruppen ist der Genozid in unserer eigenen Familie lange Zeit ein Tabu gewesen. Erst vor ein paar Jahren habe ich erfahren, dass große Teile unserer kroatischen Familie während des Holocaust ermordet wurden. Davor haben wir nie wirklich über dieses Thema gesprochen. Und das, obwohl sowohl ich als auch mein Vater in der Roma-NGO-Szene tätig sind.“
Die Roma und Sinti auf dem Gebiet des heutigen Kroatiens wurden innerhalb kurzer Zeit und oft ohne Deportationen ermordet. Usnija Buligović erinnert sich an Erzählungen ihrer kroatischen Großmutter: „Die Mutter meines Vaters, die Stana, hat ihre ganze Familie in Adaševci verloren. Sie kamen nicht einmal in ein Lager. Sie wurden einfach gesammelt und in die Donau unter das Eis geworfen. Diese entsetzliche Grausamkeit war die übliche Methode. Wie die Stana überlebt hat, blieb ein Geheimnis, das hat sie uns nie erzählt.“
Jene, die deportiert wurden, kamen in eines der größten Konzentrationslager Europas, nach Jasenovac. Es war ein Arbeits-, Sammel- und Vernichtungslager, wurde von der Ustascha betrieben und als „Auschwitz des Balkans“ bezeichnet.
„Meine Oma mütterlicherseits, die Nada, kam aus Ungarn. Sie saß schon in einem Zug, auf dem Weg ins Lager, als ihr Vater es geschafft hat, mit ihr und ein paar Familienmitgliedern aus dem Zug zu flüchten“, erzählt Usnija Buligović. „Nada hat einmal erzählt, dass sie sich in einem Dorf versteckt haben, bei einer Familie, im Stall bei den Pferden. Sie durften nicht Romanes sprechen und das war als kleines Kind für sie sehr schwierig. Sie war vielleicht 4 oder 5 Jahre alt. Aber sie haben überlebt.“ Read the rest of this entry »
Juli 28th, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Spätestens seit dem 12. Jh. leben Roma in Europa (im heutigen Griechenland).
(Quelle/pdf)