Gedenkstele in Merseburg geschändet
August 30th, 2019 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Vergangene Woche wurde die Gedenkstätte der Sinti und Roma in Merseburg (Sachsen-Anhalt) mit einer Flüssigkeit überschüttet. Zeugen hatten die Tat beobachtet und die Polizei alarmiert. Diese konnte daraufhin dank Videoaufzeichnungen am frühen Freitagmorgen eine tatverdächtige Person, einen 30-jährigen Mann aus der Stadt, im näheren Umkreis stellen. Gegen den Mann wird nun wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ ermittelt. Zum Tatmotiv und zur Art der verwendeten Flüssigkeit konnten die Ermittler noch keine Angaben gab.
Die Gedenkstätte erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma der Stadt (Namensliste ansehen) und war aus einer Projektarbeit von Schülern des Herder-Gymnasium Merseburg hervorgegangen. Die 2009 errichtete Gedenkstele war in der Vergangenheit bereits mehrfach geschändet und beschädigt worden. Von 2009 bis 2013 wurde der Stein insgesamt neunmal „angegriffen, umgestoßen, bespuckt, beworfen, mit dem Hammer beschädigt, mit Hakenkreuzen beschmiert und der Gebinde beraubt“, 2014 wurde er mit Fäkalien beschmiert. Aufgrund der Anschlagsserie wurde 2011 eine polizeiliche Überwachungskamera installiert, die weitere Beschädigungen jedoch nicht verhindern konnte.
(dROMa)
Siehe auch:
Gedenkstele mit Fäkalien beschmiert, 5.3.2014
Merseburg: Mahnmal neuerlich geschändet, 3.12.2011